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My tribute to Yehudi Menuhin

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Concert Reviews



2016


Ein liebestoller Spitzbube mit diabolischen Zügen
Frankfurter Neue Presse, 28.06.2016

Der Schauspieler Klaus Maria Brandauer und der Geiger Daniel Hope beschäftigten sich beim Rheingau-Musik-Festival im Wiesbadener Kurhaus mit dem Mythos „Don Juan“.
Glücklicherweise kommen die meisten Männer nicht in die Verlegenheit einer solch überbordenden Potenz – alleine mehr als tausend Frauen in Spanien und noch einige hundert in anderen südeuropäischen Ländern: Dieser Liebes-Stress wirft den stärksten Kerl um. Gleichwohl oder gerade deshalb blieb „Don Juan“ über Jahrhunderte hinweg für Dichter wie Tonsetzer ein Mythos. Man verdankt dem liebestollen Spitzbuben mit „Don Giovanni“ eine der schönsten Opern Mozarts. Zahlreiche Kunstlieder gehen mit Lyrik zum Thema einher.

Beim Abend mit Klaus Maria Brandauer (Rezitation) und Daniel Hope (Violine) ging es mehr um „Lieder ohne Worte“. Hope musizierte allein, so dass die von Brandauer mit diabolischer Schläue gewürzten Texte mit dem kraftvollen Ton der Solo-Geige einen künstlerischen Organismus bildeten – nicht zuletzt überlappten sich Text und Musik zu einem großen Ganzen.

Brandauer schritt quer durch die Weltliteratur, erwähnte einen Vorstadt-Don-Juan aus dem Werk Ödön von Horváths, zeigte die Sicht eines Charakteranalytikers Molière, und auch Sigmund Freud und Heinrich Heine durften in den ihnen eigenen Blickwinkeln nicht fehlen. Gerade die Wiedergabe der Texte der österreichischen Literaten ging Brandauer naturgemäß besonders authentisch über die Lippen. Seine großen darstellerischen Qualitäten übertragen sich auch auf das von ihm am Pult gesprochene Wort. Dazu kam mit Hope ein adäquater Musiker mit Sinn und Gefühl für Außergewöhnliches. Schon früher arbeiteten die beiden Künstler zusammen. „Don Juan“ wird hoffentlich nicht das letzte Projekt beider gewesen sein. Man würde ihnen jedenfalls gerne wieder beim Rheingauer Festival begegnen. Ge

RMF: Große Sprech- und Schauspielkunst – „Don Juan“-Abend mit Klaus Maria Brandauer
Wiesbadener-Tagblatt, 28.06.2016

Von Dietrich Stern
WIESBADEN – Trotz Deutschlandspiel gelingt es Klaus Maria Brandauer, den großen Saal des Kurhauses solo, nur mit Unterstützung des prominenten Geigers Daniel Hope, zu füllen und nicht nur das, auch in den Bann zu schlagen.

Einen Streifzug zum Thema „Don Juan“ durch die Literatur von fast 400 Jahren hat er versprochen. Das klingt bildungslastig. Aber angesichts draußen tobenden Autokorsos ist man doppelt froh, wenn drinnen die Kultur buchstäblich zum Sprechen gebracht wird. Es ist europäische Kultur, „Don Juan“ ein europäisches Thema und einer der geistreichsten Beiträge kommt natürlich von einem Briten! G. B. Shaw stellt den Mythos vom unwiderstehlichen Verführer, dem alle Frauen verfallen müssten, völlig auf den Kopf, indem er behauptet, die Männer seien eine reine Erfindung der Frauen, um die Fortpflanzung der Gattung interessanter zu gestalten. Manch heutige genetisch-anthropologische Forschung bewegt sich übrigens in die gleiche Richtung. Es ist klar, dass man beim Thema des omnipotenten Verführers, Betrügers und „Ketzers“ bei den Widersprüchen im Verhältnis der Geschlechter zueinander landet.

Brandauer hat die Texte sehr intelligent und vergnüglich ausgewählt. Er lässt mit Hermann Broch die Magd Zerlina aus Mozarts „Don Giovanni“ erzählen, was sie so an diesem Edelmann verführt hat; er lässt mit Heinrich Heine die Frau in lautes Gelächter über das männliche Potenzgebaren ausbrechen; er lässt Goethes Mephisto den Lebensgenuss geradezu hysterisch-kreischend anpreisen, um dann umso schärfer und bitterer die Feststellung Goethes zu zitieren, dass gerade Don Juan wohl nie die Liebe kennengelernt hat.

Die Unersättlichkeit der Lust
Hinter der Unersättlichkeit der „Lust“, die alle Konventionen sprengt – genüsslich schickt Brandauer das Wort mehrfach in den wohlanständigen Saal –, lauert das Nichts, die Leere, der Tod, wie es schon in der Urfassung des Stoffs bei Tirso de Molina und weiter bei Mozart/da Ponte, bei Lenau, Rimbaud, Horvath, Kästner usw. zu lesen ist.
Klaus Maria Brandauer verkörpert seine Texte. Das ist große Sprech- und Schauspielkunst, wie er den Rhythmus eines Versmaßes spüren und doch jedes Wort wie in Prosa zum Ereignis werden lässt. Der Klang der Sprache wird bis in jeden Konsonanten sinnlich ausgekostet und damit auch bei den leisesten Stellen noch Verständlichkeit und Sinnhaftigkeit erreicht. In der Musik hebt sich der unauflösliche Gegensatz der Geschlechter auf. Don Juan wird Venus, Venus wird Don Juan. Daniel Hope begleitet nicht nur, sondern gliedert den Abend mit Geigensoli zwischen Mozart, Mahler, Bartók, Strawinsky. Viel Beifall für ein großes Kunsterlebnis.

Ein direkter Ausdruck der Leidenschaft
KULTUR Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft, 20.05.2016

Ein direkter Ausdruck der Leidenschaft – Daniel Hope und Anders Kjellberg Nilsson sowie das Kammerorchester Basel boten einen faszinierend farbenreichen Saisonsabschluss
Wenn der Geiger Daniel Hope und das Kammerorchester Basel gemeinsam auf der Bühne musizieren, ist ein besonderer Musikgenuss garantiert. Das Konzert im Rahmen von „DornbirnKlassik“ bildete in mehrerlei Hinsicht den großartigen Abschluss eines sehr erfolgreichen Abonnementjahres. Präsentiert wurde als „Tribute an Jehudi Menuhin“ ein variantenreich zusammengestelltes Programm, das einen Bogen von der Barockzeit bis in die Gegenwart spannte. Das Orchester trat als Barock-Consort gleichermaßen souverän auf wie als Kammerorchester mit aktuellen Kompositionen. Jede und jeder war sich seiner Eigenverantwortung bewusst, und so entwickelte sich eine mitreißend farbenreiche Musizierart.
Die Leitung des Konzertabends teilten sich der Konzertmeister des Kammerorchester Basel, Anders Kjellberg Nilsson, und Daniel Hope. Gemeinsam musizierten sie als Solisten Antonio Vivaldis Concerto für zwei Violinen, Nr. 8, a-Moll, RV 522 und zogen sogleich das Publikum in ihren Bann. Die Themen erklangen mit federnder Leichtigkeit artikuliert, dabei setzten die Musiker voll auf Kontraste zwischen Themen, Tonartencharakteristika und dynamischen Gegensätzen. Feinsinnig stellten sie den schwebenden Klang im Larghetto in den Raum. Die ätherische Stimmung wurde sodann in einem Funken sprühenden Allegro mit straff ausgeführten Phrasierungsbögen wieder aufgelöst.

 

Historisches und modernes Instrumentarium

Nach dieser inspirierenden Eröffnung stiegen die Erwartungshaltung und die Spannung, denn es stellte sich die Frage, wie das in Vivaldis Werk als Barock-Consort musizierende Orchester nun Philip Glass’ „Echorus“ für 2 Soloviolinen und Streichorchester, entstanden im Jahr 1995, interpretieren würde. Der international renommierte Geiger Daniel Hope ist für seine außergewöhnliche Wandlungsfähigkeit bekannt. Bei jedem Werk klingt seine Geige dem musikalischen Ausdruck entsprechend anders, wunderbar farbenreich und feinsinnig. Und genau so spielten auch Anders Kjellberg Nilsson und das Kammerorchester Basel. Der gemeinsame Atem implizierte in „Echorus“ eine große musikalische Weite. Gemeinsam spannten die Musiker einen breit angelegten Crescendobogen.

 

Sehnsucht und Trauer in Musik gefasst

Den Höhepunkt des Abends stellte die Interpretation des Divertimentos für Streichorchester von Béla Bartok dar. Vom Konzertmeisterpult aus leitete Anders Kjellberg Nilsson das Orchester. Die eigentümliche Diskrepanz zwischen dem Werktitel, der auf ein vergnügliches Werk schließen ließ, und der unterschwellig bedrohlichen Stimmung, die Béla Bartok 1939 in Musik gefasst hat, kam voll zur Geltung. Verzweiflung, Aufbegehren, Angst, wehmütige Erinnerung, Ironie und vieles andere fanden in dieser Musik einen Ausdruck. Energie geladen und mit kräftigen Strichen wurden die Zielpunkte der Phrasierungsbögen anvisiert. Die Musikerinnen und Musiker reagierten sehr flexibel und präsent aufeinander, erzeugten mit insistierenden Tonrepetitionen Flächen und aufbrausende harmonische Abschattierungen. Am deutlichsten nachvollziehbar war die Zerrissenheit in einer tänzerischen Passage, zu der die harmonischen Farben in einem absurden Verhältnis standen.

Das Molto adagio spielten die Musiker in großer Einigkeit. Es war miterlebbar, wie sie auf den eigenen Klang hörten und so die Tonqualitäten mit einem intensiven Vibrato steigerten. Darüber hinaus bewirkten die Tonschichtungen aufgewühlte Reibungsflächen. Teilweise kontrapunktisch wurden die Themen im Finalsatz geführt, Einblendungen erinnerten an die vorangegangenen Sätze, ein lyrisches Thema mit jüdischem Touch und die Anspielungen auf die Pizzicato-Polka, wurden mit wirbelnden Gesten hinweggefegt.

 

Veilseitige Werkauswahl

Ähnlich faszinierend verlief auch die zweite Konzerthälfte mit Bachs Konzert für 2 Violinen, Streicher und Continuo (BWV 1043). „The unfinished journey“ von Bechara El-Khoury ist im Auftrag von Daniel Hope im Jahr 2009 entstanden. Es ist Jehudi Menuhin gewidmet und wurde im Dornbirner Kulturhaus auch als Tribut an den Mentor, Lehrer, Kollegen und großen Humanisten, der vor 100 Jahren geboren wurde, dargeboten. Intensiv in der Tongebung und mit ganzer Hingabe spielte Daniel Hope das meditative Werk, das musikalisch den Orient mit dem Okzident verbindet.

Abschließend präsentierten das Orchester und Daniel Hope das Violinkonzert in d-Moll, das Felix Mendelssohn-Bartholdy im Alter von dreizehn Jahren komponiert hat. Jehudi Menuhin hatte das Werk wieder entdeckt und bekannt gemacht. Auch in Dornbirn versetzte die Musik das Publikum in Staunen, zahlreiche außergewöhnliche Ideen zogen die Aufmerksamkeit auf sich. Selbstverständlich erklang auch diese Komposition in einer bewundernswert vielgestaltigen Werkdeutung.

 

Amüsante und sympathische Schlusspunkte

Als Zugabe lenkte Daniel Hope schließlich die Aufmerksamkeit auf das amüsante Werk „Vivaldi recomposed“ seines Freundes Max Richter. Und weil das Publikum die sympathischen Musiker gar nicht gerne gehen ließ, stimmte Daniel Hope noch „Guten Abend, gut’ Nacht“ an und prompt summten und sangen die beglückten Konzertbesucherinnen und –besucher mit. Einen erfüllteren Abschluss einer erfolgreichen Abosaison kann man sich nicht wünschen.

Silvia Thurner

Ein Konzert als Bekenntnis
Dresdner Neueste Nachrichten , 18.05.2016

Daniel Hope und das Kammerorchester Basel

Dresden – Musik macht Menschen zu Mitmenschen. Mit Musik wird der Nächste erlebbar, egal welche Sprache er spricht, und in seiner Sonderheit wahrgenommen. Das heißt aber auch: Musik ist nie nur ein Berieseln, das durch leere Köpfe tönt, sondern Erlebnis, das die Hirne und Herzen füllt.

Ein Künstler, der diesen Anspruch sein Leben lang umzusetzen und anderen Menschen weiterzugeben versuchte, war Yehudi Menuhin, an den EndeApril zum 100. Geburtstag weltweiterinnert worden ist. Nicht nur wegen dieses Jubiläums passte eine Hommage an diesen Ausnahmegeiger und Dirigenten, der sein gesamtes Tun und Wirken stets mit gelebtem Humanismus verband, bestens ins allseits offene Zeit-Thema der Musikfestspiele. Auch der jüdische Hintergrund Menuhins und sein beständiges Streben nach einer Aussöhnung der Kulturen (wofür er wiederholt derb angefeindet wurde) lassen sich mit dem Nebenthema Israel ideell verbinden.

Die dramaturgischen Ansätze des Konzertes von Daniel Hope und dem Kammerorchester Basel in der Lutherkirche sind jedenfalls vielseitig deutbar. Von Johann Sebastian Bach, dem Anfang und Ende aller Musik, schlug sich der Bogen hin zu Felix Mendelssohn Bartholdy, seinem späteren Wiederentdecker, der nichtsdestotrotz als (reformierter!) Jude in Nazideutschland verfemt und hier mit einem Jugendstreich, dem d-Moll-Violinkonzert des 13-Jährigen präsent war.

Dazwischen lagen Kompositionen, die in engem Bezug zu Menuhin standen oder ihm persönlich gewidmet waren. Da reichte der Klangkosmos vom Ungarn Béla Bartók, dessen Divertimento für Streichorchester 1939 für die Vorgänger des Basler Ensembles entstand, bis hinein in die Gegenwart. Wie sehr Bartók unter den ideologischen Entartungen des 20. Jahrhunderts zu leiden hatte, steht auf einem anderen Blatt, schwang in dieser Interpretation aber ganz offenkundig mit, die zugleich als Brücke zwischen magyarischen Traditionen und musikalischer Moderne fungierte. Über den Ozean hin zum Minimalisten Philip Glass mit einem vom Widerhall lebenden “Echorus” und wieder zurück in die geistige Welt des Esten Arvo Pärt und dessen kurzweiligen “Darf ich …” bestand das Konzert sehr sinnstiftend aus einer weiteren Hommage an Sir Menuhin, der “Unvollendeten Reise” (“Unfinished Journey”) des libanesischen Komponisten Bechara El-Khoury. Als Vorteil dieser moderneren Stücke pries der Geiger Daniel Hope deren Kürze – was den gefeierten Interpreten Zeit zu diversen Zugaben ließ. Es wäre auch undenkbar gewesen, dass man dieses Vorzeigeorchester und insbesondere den smart-sympathischen Briten, der dank seiner Mutter schon in sehr jungen Jahren in engen Kontakt zu Menuhin kam, nach ihrem seelenvoll präzisen Musizieren so ohne weiteres entlassen hätte. In kongenialer Verbindung mit dem Kammerorchester Basel und insbesondere mit dessen aus Norwegen stammenden Konzertmeister Anders Kjellberg Nilsson faszinierten die musikalische Vitalität Daniel Hopes, die sich aus einer tiefen Demut vor dem jeweiligen Werk speiste, sowie die technische Brillanz, die er nie vordergründig herausstechen ließ.

So herzhaft menschlich agierte auch Yehudi Menuhin, so menschlich herzhaft ist auch die Musik von Johann Sebastian Bach. Diese Hommage mit dem Doppelkonzert d-Moll BWV 1043 einzuleiten, zeugte vom hohen Anspruch eines jeden an sich selbst. Ein Konzert als Bekenntnis.

Michael Ernst

Mit jedem Ton eine Explosion
Aargauer Zeitung / Basellandschaftliche Zeitung, 18.05.2016

Konzert Zurück von der Süd-Amerika-Tournee spielt das Kammerorchester Basel ein wuchtiges Gedenkkonzert für Yehudi Menuhin mit dem Geiger Daniel Hope.

Daniel Hope ist ein Bandleader. Stampfend und hüpfend steht er inmitten des Kammerorchesters Basel, dreht sein Ohr zu den Musikern, gibt mit seinem ganzen Körper den Einsatz. Und dann lässt er sich tragen von ihrem Klang, singt auf seiner Geige ganz leise und zart seine Melodie.

Ja, Daniel Hope ist ein Entertainer par excellence. Charmant kündigt er mit seiner sonoren Stimme die Konzertstücke an. Schon dabei ist er so bezwingend, dass ihm jeder in der nahezu voll besetzten Martinskirche glauben will, was er sagt: Dass er mit all diesen Stücken an seine innige Verbindung zu seinem einstigen Mentor Yehudi Menuhin erinnert.

Musikalischer Ziehvater
Yehudi Menuhin, der grosse Geiger, hätte in diesem Jahr seinen 100.Geburtstag feiern können. Daniel Hope feiert umso kräftiger denn Menuhin ist sein musikalischer Ziehvater. Bereits als Zweijähriger hat er ihn kennen gelernt, als Daniel Hopes Mutter ihre Stelle als Menuhins Privatsekretärin antrat.

Bald wollte der kleine Daniel werden wie der grosse Menuhin: ein Geiger. Das ist er nun, und belegt einmal mehr sein Können mit einer Hommage-CD und einer Tournee, beides gemeinsam mit dem Kammerorchester Basel. Bechara el Khourys «Unfinished Journey», Philip Glass «Echorus» für zwei Soloviolinen und Streichorchester sowie Arvo Pärts «Darf ich…» für Solovioline, Glocke und Streicher stehen auf dem Konzertprogramm. Alle drei so unterschiedlichen Werke wurden einst für Menuhin komponiert. Nun spielt sie Daniel Hope und peitscht sich und das Orchester durch die Stücke, steht unter Strom und kann dabei immer wieder unfassbar zart singen, innehalten, dem grossen Ton seiner Geige Raum geben.

Das Orchester zeigt mit dem starken Divertimento für Streichorchester von Béla Bartók, dass es den gleichen Aggregatzustand hat wie Hope: energiegeladen bis in die Bogenspitzen. Die Streicher spielen so drängend in einem nie versiegenden Strom, dass man sich fast wünscht, es möge Bläser in diesem Stück haben einfach jemanden, der einmal Luft und Atem holt.

Bei den Solokonzerten umhüllt das Orchester Daniel Hope wie eine zweite Haut kein Wunder, haben sie doch bereits eine lange Tournee mit dieser Musik absolviert.

Meerschweinchen, grilliert
Vier Konzerte fanden in Südamerika statt. Ein Abenteuer, wie der Cellist Martin Zeller berichtet nein: vier. In São Paulo bestürzten sie die vielen armen Menschen, die an jeder Strassenecke herumliegen, in ecuadorianischen Quito ging ihnen auf 2800 Metern schon ganz schön die Puste aus, in Bogota musste ein Bratscher unverzüglich wieder abreisen, weil er unwissend mit einem ungültigen Pass unterwegs war (was bei der Visa-Vergabe keine Behörde gemerkt hatte), und in Lima genossen sie die exotischen Speisen zum Beispiel Meerschweinchen. Das überwiegend weisse Expat-Publikum spendete nach jedem Satz kurz und aufbrausend Applaus, nahm das zeitgenössische Werk von Stefan Wirth noch offener an als das europäische Publikum, und freute sich allgemein über das Ereignis, dass ein europäisches Orchester zu Gast ist.

«Man fühlt sich anders, wenn man gemeinsam durch diese Abenteuer geht», sagt Martin Zeller. Ob er dabei die Abenteuer auf oder neben der Bühne meinte? Das Orchester ist jedenfalls hörbar zusammengewachsen und hat der gewohnt hohen Intensität noch einen draufgesetzt.

CD-Tipp My Tribute To Yehudi Menuhin. Daniel Hope, Kammerorchester Basel. Deutsche Grammophon.
Jenny Berg




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PRESS REVIEWS



2016


My mentor Yehudi Menuhin: ‘I can still hear his beautiful sound’
The Guardian, 29.03.2016

For the centenary of the great violinist’s birth, Daniel Hope, his protege from the age of two, remembers their life on the road – including the time his priceless violin, nicknamed Lord Wilton, went missing.

 

Yehudi Menuhin used to say that I fell into his lap as a baby. Life in 1970s South Africa had become intolerable for my parents, thanks to the apartheid regime. We lived in Durban, where my father co-founded the literary magazine Bolt, publishing poems by writers of many races. From that moment on, his phone was tapped and they were under permanent surveillance. They had no option but to leave the country. My father was only offered an exit permit. This meant you could leave but never return.

They settled in London, where very soon their money ran out. We had nowhere to go. My father, Christopher Hope, was a struggling author. He went on to win the Whitbread Prize, but back then anti-South African sentiment in the UK made it very hard for him to find work, even though he was fiercely anti-apartheid. My mother supported us with part-time secretarial jobs. At the 11th hour, facing calamity, we had some incredible luck. An employment agency offered her a compelling choice of jobs: secretary to either the Archbishop of Canterbury or the violinist Yehudi Menuhin. She had no musical training, but she loved music and admired Menuhin, whom she had heard perform in South Africa.

Coincidentally, my parents had also heard the then-Archbishop of Canterbury, Lord Coggan, preach in South Africa and had been shocked that he did not actively denounce apartheid – so she would never have taken the job with him. The interview with Menuhin lasted two minutes. He asked if she knew the difference between Beethoven and Bach. When she said yes, he asked: “When can you start?” My mother’s association with Menuhin lasted 24 years, right up until his death in 1999.

Our lives changed immediately and for ever. I was two and, for the next eight years, practically grew up in Menuhin’s house in Highgate, London, where my mother would take me to play while she worked. Although we had only just settled in London, Menuhin asked her to come to his summer festival in Gstaad for two months. Her concerns at leaving her family were swept aside. “I would never separate a mother from her family,” Menuhin said. “Bring everyone with you.” And that’s what she did.

I was a kid who could never sit still, so my mother was very surprised to see me silent on the hard pew of the church where rehearsals took place, intent on the music. I was surrounded by artists of all kinds, so in a way it was no surprise when I announced to my parents at the age of four that I wanted to become a Violinist.

The violin was a part of Menuhin. To this day, his sound remains in my ear, so unique and so fascinatingly beautiful. He’d leave his Guarneri del Gesù, a priceless violin made in 1742 and known as the “Lord Wilton”, in an open case on the table; he never put it away. He picked it up and played it almost as if he were drinking a glass of water. He once told me: “One has to play every day. One is like a bird, and can you imagine a bird saying, ‘I’m tired today – I don’t feel like flying’?”

How do I begin to summarise a career that spanned 75 years and made him one of the greatest musicians in history? Perhaps with his debut in 1924 in San Francisco at the age of seven, or maybe his performance in Berlin in 1929, which prompted Albert Einstein to exclaim: “Now I know there is a God in heaven!” Or his legendary recording of the Elgar concerto under the composer’s own baton in 1932. Then there’s his visit to the liberated concentration camp of Bergen-Belsen with Benjamin Britten in 1945; and his highly controversial decision to return to Germany in 1947, where he performed with Wilhelm Furtwängler and the Berlin Philharmonic, the first Jewish artist after the war to do so.

Only seven of Menuhin’s 82 years were not spent on the road. He adored playing and travelling. His wife almost always accompanied him, his children less so. Musically, I learned from him constantly, just happy to have the chance of observing him close up. But it was also testing – an education in the fierce, peripatetic life of the soloist and the kaleidoscopic world of hotels, stages, airports and orchestras they inhabit. The cities to which I was introduced delighted and alarmed in equal measure. Menuhin had been on the road since he was still in shorts, though, and was an expert.

Along with a gentleness that masked an iron will, Menuhin’s humour was inexhaustible. On one occasion, my father was entrusted with taking his Guarneri del Gesù on an Alitalia flight to Rome. Menuhin was at the front of the plane and went straight to the VIP room. When we got to passport control at Fiumicino airport, I asked my father where the violin was. My father looked at me with shock and came out with an expletive. He had left the violin in the baggage compartment on the plane. He ran like an Olympic sprinter back on to the runway and up the stairs of the aircraft – you could do that in those days. When Menuhin heard about the incident, he giggled like a little boy. Thanks to some kind carabinieri, he got his violin back after a tense half-hour – tense for my father, anyway.

I had a few lessons from him as a very young boy, but our real collaboration began when I was 16. By that stage, I had had my own teachers, in particular the great Russian pedagogue Zakhar Bron. Menuhin was curious to see what Bron had been able to achieve with the “boy next door”. His reaction was a mixture of shock and delight, and he suggested we perform together. Over the next 10 years, we played more than 60 concerts around the world: I played, he conducted. The works included Mendelssohn’s early D minor Concerto, which Menuhin famously discovered in 1951, and also many works for two violins, such as the A minor Double Concerto by Vivaldi.

On 7 March 1999, I played Alfred Schnittke’s Concerto in Düsseldorf, conducted by Menuhin. It was to be his final concert. After the Schnittke, Menuhin encouraged me to play an encore. I spontaneously chose Kaddish, Ravel’s musical version of the Jewish prayer for the dead. I had grown up on Menuhin’s interpretation of this work and wanted to dedicate it to him. Menuhin pushed me out on to the stage and sat among the orchestra listening to it. Five days later, he passed away.

Daniel Hope’s album My Tribute to Yehudi Menuhin is out now on Deutsche Grammophon. The Menuhin Competition takes place at venues across London from 7 to 17 April.

 

How European exile composers created the sounds of Hollywood
Deutsche Welle, 16.03.2016

World-renowned violinist Daniel Hope uncovered dusty letters and compositions scribbled on scraps of paper for “The Sounds of Hollywood,” a book and a CD on Jewish immigrant composers who fled to Hollywood in the 1930s.

 

Born in South Africa in 1973, Daniel Hope was raised in England. Yet the violinist has long been curious about his Jewish family, which traces its roots back to Berlin. Fifteen years ago, Hope began to dig more deeply into the biographies of Jewish musicians, especially composers of German and Austrian heritage who migrated to Hollywood. The list was long: Friedrich Hollaender, Erich Korngold, Franz Wachsmann, Max Steiner, Werner Richard Heymann.

His original aim was to uncover music pieces for a new CD recording but it quickly became clear that he’d hit upon an entirely new project. Much as a cultural archaeologist might do, Hope delved into the biographies, archives and personal estates of the artists. Curious, he followed the trail of the immigrants through Hollywood, interviewing their children, grandchildren and surviving relatives. Extensive archives at Paramount Studios in Hollywood turned up an unbelievable treasury filled with hand-written correspondence, scored notes, letters.

“I have read a lot about this period. But it’s quite different to go into these archives and open old, dusty boxes,” Hope said of his time spent with the composers’ history. “Suddenly, you’re sitting there with Erich Korngold’s notes scribbled on a napkin, composing a Viennese Waltz, crossing it out and then recomposing it. You get the feeling at that moment that you’ve really stepped back in time.”

In researching his latest book, “Sounds of Hollywood” (available in German only for now) and the CD of the same name, Hope took an important trip back in time. With the knowledge of each composer’s unique destiny in mind, Hope could make the emotional connection to the music, he told DW in an interview. “There’s quite a bit of melancholy in the music of these emigrants, and a lot of nostalgia.”

 

The talkie boom

There was a substantial need for film composers in Hollywood in the 1930s and 1940s, as the film industry was booming thanks to the advent of the talkie. Some film productions could be likened to an assembly line and studio heads traveled frequently to Europe to acquire the talents – the best of the best.

“They put out their antenna and found Kurt Weill, Hanns Eisler and all of the other great composers who already had an audience and had seen success in Europe,” said Hope.

“These emigrants brought with them the musical offerings by composers like Gustav Mahler and Richard Wagner. They delivered exactly what the studio bosses in Hollywood wanted them to bring: the great, the epic, the symphonic,” he said. The opulent orchestral sounds that we still hear in big Hollywood films today can be traced back to this time.

In his research, Daniel Hope has found parallels to the refugee crisis currently happening in Europe. “It’s not as if Hollywood was standing there with open arms, waiting to receive the migrants and refugees from Europe,” Hope said, alluding to the intense competition within the film industry. “Many of these very talented composers weren’t even named in the credits. They sat together as a group of eight or nine working on a film and delivered every so often a phrase.”

Only the rare immigrant had already made a name for himself that he could use to gain work in the booming film industry. Arnold Schönberg and Igor Stravinsky got generous offers from the West Coast. “But they both turned down the chance to work in the film industry or were themselves turned down because they had completely different ideas about music than the American film producers had,” according to Hope.

 

Hollywood’s information exchange

Schönberg, who developed dodecaphonic music, found the world of film soundtracks fascinating, highly appealing. But he had trouble with the American studio philosophy, which degraded composers as it positioned them as mere service providers, Hope uncovered. “Schönberg wasn’t ready to give up complete creative control, control over his music was used in the direction. As a result, he realized very quickly that it wasn’t something for him.”

The exchange between those who created culture and the European immigrants was lively. Meetings over a Wiener schnitzel or a round of Berlin-style meatballs wasn’t unheard of as the men tried to carry on the coffeehouse traditions of Vienna and Berlin in Hollywood. And in doing so, lots of information was exchanged, from mere gossip to important news about the immigration authorities and current job offers.

The infamous Villa Aurora, where novelist Lion Feuchtwanger and his wife Martha lived, became something of a meeting point, a reception center for those newly emigrated. “He considered himself as something like a godfather to these ‘artists in exile’,” said Hope. In addition to the immigrants, a number of famous actors and personalities, including Charlie Chaplin, came to the villa to meet.

 

A struggle to survive

The majority of the European immigrants who arrived in Hollywood never came into contact with the glamorous side of the film industry. Many struggled to even scrape by, and worried about a lack of money to even cover their basic needs like clothing, rent and food. Most of them had to leave Nazi Germany virtually overnight after Hitler came to power in 1933, leaving everything behind. Daniel Hope stumbled upon moving stories that took place behind Hollywood’s glitzy façade.

Success as a film composer in the US had other downsides as well and could completely destroy an ambitious composer with dreams of recognition. Erich Wolfgang Korngold, who was much celebrated in Europe as a musical wunderkind, never felt accepted or at home in the USA – despite his greatest successes. Korngold won two Oscars for his film soundtracks.

“He was no longer recognized as a serious composer in the classical world and was no longer accepted there,” says Hope. Korngold was accused of having sold his soul. Thomas Mann, himself an immigrant, spoke of so-called “Movie riff-raff.” Film music was considered second- or third-class.

“That’s a bitter pill to swallow,” says Daniel Hope. “These were men who had enormous talent and unbelievable composition skills, who had to struggle to find a way during an emergency situation. Yet they were persecuted for their work in film. That’s a real tragedy.”

Author Heike Mund



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Was tut ein Pianist, wenn ihm mitten im Konzert vor ausverkauftem Haus plötzlich der Flügel wegrollt? Wie reagiert ein Geiger, dem während seines Auftritts eine Saite reißt? Wie soll ein Dirigent sich verhalten, wenn beim Konzert in der vordersten Reihe …

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Daniel Hope in interview at Deutschlandfunk


Daniel Hope – Escape to paradise


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2016


Hope speaks about Menuhin’s influence on his life and career
The Strad, 11.05.2016

Yehudi Menuhin always let the student find their own voice, says violinist Daniel Hope

Hope speaks about Menuhin’s influence on his life and Career

 

The following is an extract from The Strad’s Memories of Menuhin article, featuring interviews with friends, family and colleagues of the great violinist and published in the May 2016 issue – download on desktop computer or through The Strad App.

Yehudi Menuhin was the reason I became a violinist. Neither of my parents had a musical background, but my mother was Menuhin’s secretary for 24 years and my earliest memories are of being surrounded by music, particularly the violin – whether it was Menuhin playing or one of the many violinists who came to his house. He had a huge collection of musical memorabilia, including Paganini concert posters and portraits, and of course violins. So when I announced, aged four, that I wanted to be a violinist, my parents weren’t all that surprised. I remember hearing artists such as Robert Donington and Mstislav Rostropovich at Menuhin’s houses – I even recall trying to pull Slava’s cello spike out from under him while he rehearsed. I heard Menuhin play alongside Stéphane Grappelli and Ravi Shankar, for whom he had huge admiration, particularly for their ability to improvise, something with which he struggled. He was an inveterate learner as well as an inveterate teacher – constantly searching for answers to life and music. I encountered this side of him first hand after I’d started studying with Zakhar Bron. Menuhin wanted to know all about Bron’s teaching, and we talked for several hours, during which he asked me to play for hours – he’d jump in with fascinating insights, suggestions and comparisons.

While I was still studying with Bron, Menuhin said, ‘I can’t teach you myself because I don’t have the time; but if we go on the road together, I could coach you while we’re on tour.’ We gave around 60 concerts together and it was a very steep learning curve for me; I was the soloist while he conducted, and often he would literally instruct me on the concert platform. During one performance of the Beethoven Concerto, he beckoned to me at the end of the first movement and whispered, ‘At the start of the second movement, try beginning on the D string, not the A string,’ and I had to work out the fingerings then and there. It was as if he was playing vicariously through me, trying the experiments he’d perhaps have made if he were the soloist. At the end of the concert he might say, ‘Well, that wasn’t the best idea, was it?’ But it meant that every concert was certainly special.

Menuhin would always try to let the student find their own voice, but there were certain things that he believed very strongly. If you played the solo entry at the start of the Brahms Concerto in a wayward manner, he’d definitely object. I don’t mean that it had to be metronomic, but if you pulled it about too much, he’d put his foot down. On the other hand, if you came up with spontaneous suggestions, that might fire his imagination and he’d come back with even more ideas. In that sense, he was the most original musician I’ve ever met.

The complete Memories of Menuhin article, featuring contributions from Menuhin’s eldest daughter Zamira Menuhin Benthall, Menuhin School head of music Malcolm Singer, violinist Tasmin Little, Live Music Now founder Ian Stoutzker, Menuhin biographer Humphrey Burton, EMI Classics producer John Fraser and violin maker Joseph Curtin, is published in The Strad’s May 2016 issue

«Toll, kommen Sie nochmals!»
Neue Zürcher Zeitung , 14.04.2016

Daniel Hope spürt in Zürich geballte Energie – sie will er mit dem Kammerorchester nutzen

Ab Herbst wird das Zürcher Kammerorchester erstmals von einem Instrumentalsolisten geleitet. Der Stargeiger Daniel Hope will das Orchester international wieder etablieren.
Herr Hope, seit 25 Jahren touren Sie als gefeierter Violinvirtuose rund um die Welt. Warum kommen Sie nun ausgerechnet nach Zürich?
Ich habe eine sehr lange Verbindung zum Zürcher Kammerorchester. Ich bin quasi mit dem Klang dieses Orchesters gross geworden. 1975, noch als Kleinkind, habe ich das ZKO zum ersten Mal gehört. Meine Mutter, die Managerin von Yehudi Menuhin war, hat mich jeden Sommer nach Gstaad zu den Proben des Orchesters mitgenommen. Menuhin und das ZKO unter der Leitung des damaligen Chefdirigenten Edmond de Stoutz haben in Gstaad insgesamt fast hundert Konzerte gegeben, und etwa achtzig davon habe ich miterlebt.
Was bedeutet Ihnen das Zürcher Kammerorchester?
Es ist für mich eine Herzensangelegenheit. Ich habe mit dem ZKO unter Edmond de Stoutz, Howard Griffiths, Muhai Tang und Roger Norrington musiziert. Ich kenne also die ganze Geschichte dieses Orchesters mit den unterschiedlichen Persönlichkeiten seiner bisherigen Leiter. Es ist hochspannend, in dieser Situation nun meinen eigenen Input zu geben.
Wie beurteilen Sie die Qualität des ZKO?
Was mich immer überwältigt, ist sein Klang. Das ist für mich als Geiger das Wichtigste. Ich staune auch, wie sich der Klang im Lauf der Zeit gewandelt hat, angefangen beim satten, schönen Klang bei de Stoutz bis zum extrem reduzierten Klang bei Norrington. Nicht jedes Orchester ist so flexibel. Beim ZKO spielen extrem talentierte Vollblutmusiker, die das einfach können.
Wie kam es zum Vertrag?
Ich war hier 2014/15 Artist in Residence. Als Direktor Michael Bühler mich dann anfragte, als Nachfolger von Norrington die künstlerische Leitung zu übernehmen, habe ich keine Sekunde gezögert.
Roger Norrington war «Principal Conductor», Sie tragen nun den Titel «Music Director». Was ist der Unterschied?
Ich bin kein Dirigent und werde es auch nie sein. Ich bin Geiger und agiere von der Geige aus. Ich leite das Orchester vom ersten Pult aus, oder ich spiele als gewöhnlicher Geiger mit. Zudem laden wir natürlich auch Gastdirigenten ein. Was ich will, ist, Kammermusik im grossen Stil zu machen. Und das Orchester ist es gewohnt, ohne Dirigenten zu spielen.
Wie sieht die Rollenverteilung zwischen Ihnen und Konzertmeister Willi Zimmermann aus?
Willi Zimmermann ist ein sehr wichtiger Bestandteil dieses Ensembles. Es wird Programme geben, die ich als Solist leite, in denen aber Zimmermann als Konzertmeister beispielsweise eine ganze Sinfonie selber leiten wird. Es wird auch Programme geben, die Zimmermann in eigener Regie konzipiert. Wir sind ein tolles Gespann, und ich liebe es, mit ihm zusammen zu spielen. Dies gilt auch für die anderen Musiker, etwa den Cellisten Nicola Mosca oder den Cembalisten Naoki Kitaya, mit denen ich auch ausserhalb des Orchesters zusammen spiele.
Wie soll sich das Profil des Orchesters in den kommenden Jahren entwickeln?
Ich möchte, dass es sich internationalisiert. Das ist ein Teil meines Lebens; ich bin viel unterwegs. Meine Engagements bei Kammerorchestern werden künftig auf das ZKO gebündelt. Statt mit 20 oder 30 verschiedenen Kammerorchestern Konzerte zu machen, werde ich mit dem ZKO in Zürich und anderswo auftreten. Schon in diesem Sommer machen wir eine Residenz beim Schleswig-Holstein-Festival und spielen am Prague Festival, in Südkorea und in China. Ich möchte das Orchester auf der Weltbühne wieder neu etablieren, so wie dies zur Zeit von de Stoutz der Fall war.
Wie werden sich die Programme ändern?
Ich mische gern die verschiedenen Genres miteinander. Deshalb habe ich für die Saison 2016/17 Klaus Maria Brandauer als Artist in Residence angefragt. Auch das neue Format «Director’s Cut» folgt dieser Idee. Zudem ist das ein Gefäss, in dem ich ganz kurzfristig etwas programmieren kann. Da werden Gäste auftreten, die über Zürich etwas sagen können. Ich spüre, dass in dieser Stadt eine geballte Energie vorhanden ist, die ich nutzbar machen möchte.
Wie wollen Sie das ZKO neben den beiden grossen Orchestern – Tonhalle und Philharmonia – positionieren?
Wir sind in einer eigenen Nische. Wir konkurrieren nicht mit diesen Orchestern; das können wir schon vom Repertoire her gar nicht. Wir machen etwas ganz anderes. Ich möchte mit Freunden musizieren. Und ich möchte den Zürchern zeigen, dass die Kammermusik eine Musikform der Zukunft ist.
Glauben Sie, dass Sie neue, jüngere Publikumsschichten gewinnen können?
Daran arbeite ich von morgens bis abends. Dazu habe ich mehrere Bücher geschrieben. Ich produziere jede Woche eine Radiosendung für den WDR, in der ich über Musik spreche. Nach jedem Konzert kommen Menschen zu mir, die mir anvertrauen, dass sie zum ersten Mal in einem klassischen Konzert waren. Sie kamen, weil sie ein Buch von mir gelesen oder etwas von mir gehört haben. Dann sage ich immer: «Toll, kommen Sie nochmals!» Beim ZKO gibt es ein breit gestreutes Angebot an Formaten. Damit können wir ganz unterschiedliche Menschen erreichen.
Interview: Thomas Schacher

Kein Geiger der Welt kann ihn erreichen
Hannoversche Allgemeine Zeitung, 30.03.2016

Daniel Hope über seinen Mentor Yehudi Menuhin, der vor 100 Jahren geboren wurde
Herr Hope, Yehudi Menuhin gilt als einer der größten Musiker des 20. Jahrhunderts. Was unterscheidet ihn denn eigentlich von anderen guten Geigern?
Natürlich gibt es ähnliche Musikerkarrieren, selbst wenn man bedenkt, dass Menuhin ein unglaubliches Wunderkind war. Aber was er nach dem Zweiten Weltkrieg gemacht hat, ist einmalig: Auf der humanitären und sozialen Ebene hat er ungeheuer viel bewegt. Von vielen Dingen, die er angeregt hat, profitieren wir als Menschen und Musiker bis heute. Sein Vermächtnis ist gigantisch, selbst wenn man seine vielen tollen Aufnahmen gar nicht berücksichtigt. Er hat Musik für seine Ideale eingesetzt – und das Jahrzehnte, bevor andere das gewagt haben.

Sehen Sie heute, wo die Konfliktlinien ganz anders verlaufen als nach dem Krieg, Nachfolger von Menuhin, die noch in diesem Sinn arbeiten?
Ich finde, es fehlt drastisch an klassischen Musikern, die bereit sind, sich zu engagieren. Daniel Barenboim ist sicher jemand, der viel bewegt hat, auch wenn er einen ganz anderen Charakter hat als Menuhin. Er kämpft unermüdlich für die Versöhnung – in diesem Fall zwischen Israelis und Arabern. Das entspricht stark Menuhins Gedanken. Der ist 1945 nach Deutschland gekommen und hat für die Überlebenden von Bergen-Belsen gespielt. Andererseits hat er die damals heftig umstrittenen Konzerte mit Wilhelm Furtwängler gegeben, um den Deutschen die Hand zu reichen. Das war vom Grundgedanken seiner Zeit sehr weit voraus.

Glauben Sie denn, dass man mit klassischer Musik überhaupt noch eine Symbolkraft entfalten kann, die wirklich etwas bewegt?
Daran glaube ich fest. Wir haben die Möglichkeit, Menschen zu erreichen. Natürlich kann Musik nicht die Welt verändern. Aber sie kann Menschen dazu bringen, zuzuhören und einen Dialog eröffnen. Gerade die klassische Musik zwingt die Zuhörer, über längere Zeit innezuhalten und über etwas nachzudenken. Deshalb darf man die Macht dieser Musik keinesfalls unterschätzen.

Sie waren schon als Kind im engen persönlichen Kontakt mit Menuhin. Wie kam es dazu?
In Südafrika war mein Vater, der Schriftsteller ist, ein entschiedener Apartheid-Gegner. Darum wurden wir auf eine schwarze List gesetzt. Meine Eltern haben sich damals entschlossen, das Angebot des Regimes anzunehmen, das Land innerhalb von 24 Stunden zu verlassen. Wir sind dann über Umwege nach Paris und letztendlich nach London gekommen. Dort haben meine Eltern irgendeine Arbeit gesucht. Schließlich ist meine Mutter jemandem begegnet, der jemanden kannte, der jemand kannte. Und der leitete eine ziemlich exklusive Arbeitsvermittlung. So konnte sie sich plötzlich zwei Teilzeitjobs aussuchen: Sekretärin des Erzbischofs von Canterbury oder von Yehudi Menuhin. Sie hat sich für Menuhin entschieden. Der Job sollte sechs Monate dauern. Er dauerte dann 24 Jahre.

Was hat das für Sie bedeutet?
Die ersten sieben, acht Jahre bin ich eigentlich in seinem Haus aufgewachsen. Dort war das Büro meiner Mutter, und sie hat mich jeden Tag mitgenommen. So hat sich unsere familiäre Beziehung entwickelt. Das Professionelle kam erst später, nachdem ich bereits begonnen hatte, bei Zakhar Bron Geige zu studieren. Menuhin wollte wissen, was Bronbewirken konnte und war positiv überrascht, dass ich die Geige so ernst genommen habe. Seither hat er mich unterrichtet – und zwar auf Tourneen: Er hat in mehr als 60 Konzerten auf der ganzen Welt dirigiert, und ich habe gespielt. Während dieser Zeit war ich auch in der Lage, etwas mehr von diesem Menschen zu verstehen. Er war eine Schlüsselfigur in meinem Leben, weil er sich politisch positioniert und mich immer ermutigt hat, eine Haltung zu haben.

Bei welchen Gelegenheiten haben Sie das zu spüren bekommen?
In den Neunzigerjahren haben wir zum Beispiel ein Konzert in Wunsiedel gespielt, wo damals das Grab von Rudolf Heß war. Um diese Zeit gab es dort gerade eine Versammlung von Neonazis. Bei unserer Ankunft sagte uns der Bürgermeister, es habe Drohungen gegeben und er rate uns, das Konzert abzusagen, weil er nicht für unsere Sicherheit garantieren könne. Ich werde nie vergessen, wie Menuhin darauf reagiert hat. Man hat ihn sehr selten wütend erlebt. Aber in dem Moment ist er regelrecht explodiert. Er hat gesagt, er werde niemals ein Konzert wegen so etwas absagen. Dann hat er sich zu mir umgedreht und gesagt, ich könne mich frei entscheiden. Natürlich habe ich dann auch gespielt. Das war ein Moment, in dem man ihn in seinem Element erleben konnte.

Die menschliche Größe von Menuhin ist kaum umstritten. Bei seinen geigerischen Fähigkeiten sieht das ganz anders
aus. Wie lautet Ihre Bestandsaufnahme?
Es gibt eine ganze Reihe von Aufnahmen, die bezeugen, dass wir es hier mit einem der besten Geiger der ganzen  Musikgeschichte zu tun haben: Das Elgar-Konzert unter Leitung des Komponisten, sein Schumann-Konzert mit John Barbirolli, sein Paganini-Konzert mit Pierre Monteux: Kein Geiger der Welt kann das nur ansatzweise erreichen. Es gab aber eine große Krise in Menuhins Leben. Danach musste er die Geige ganz neu lernen. Viele sagen, er ist dabei nicht auf das gleiche Niveau zurückgekommen. Ich sehe das nicht ganz so schwarz-weiß. Ich finde, es gibt auch fantastische Aufnahmen aus dieser Zeit, und ich habe ihn vor allem sehr oft live gehört: Das war fast bis zu seinem Tod unglaublich schön.

Sie sind kein großer Freund von Gedenkjahren. Was hat Sie jetzt bewegt, mit vielen Konzerten und einer CD an
Menuhin zu erinnern, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre?
Ich finde tatsächlich, man braucht keinen Anlass, um an große Musiker zu erinnern. Aber in diesem Fall sind 100 Jahre Menuhin auch 25 Jahre von mir. Da musste ich etwas machen. Die CD enthält meine persönlichen Erinnerungen an Menuhin. Ich versuche auch, die Arbeit seiner Initiative Live Music Now weiter zu unterstützen, die Musik zu Menschen bringt, die sonst keine Gelegenheit haben, so etwas zu hören. Ich habe während meines Studiums in Krankenhäusern und für schwerstbehinderte Kinder gespielt. Das sind Erinnerungen, die ich nie vergessen werde: Da sieht man, was man mit Musik bewirken kann.
Interview: Stefan Arndt

Daniel Hope ist 1973 in Südafrika geboren. Seine Eltern sind der Schriftsteller Christopher Hope und die Musikmanagerin Eleanor Hope-Klein. Er begann mit vier Jahren, Geige zu spielen. Seine Lehrer waren unter anderem Zakhar Bron und Yehudi Menuhin, der am 22. April 100 Jahre alt geworden wäre. Hope war von 2002 bis  2008 Mitglied des Beaux Arts Trios. Seine jüngste CD ” My Tribute to Yehudi Menuhin” ist bei Deutsche  Grammophon erschienen. Damit tritt Daniel Hope unter anderem am 14. April in Zürich, am 12. Mai in Tuttlingen, am  14. Mai in Dresden, am 16. Mai in Basel und am 17. Mai in Baden-Baden auf.



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Concert reviews

2016


Daniel Hope and Chamber Music Society mark Menuhin centennial with thoughtful panache
New York Classical Review, 05.03.2016

Daniel Hope knows how to throw a party.

For the Chamber Music Society of Lincoln Center–and to mark what would have been Yehudi Menuhin’s 100th birthday next month–Hope assembled a slate of works by composers connected to the late artist, who died in 1999.

There’s a strong link between the two violinists: Menuhin taught Hope when he was just nine years old. The program had symmetry: each half began with a Baroque gem (Bach and Vivaldi) and ended with a classic (Mendelssohn and Bartók), with short works from the 20th century in between.

Though Bach’s Concerto in D minor for Two Violins is one of his most popular works, on this occasion it seemed to reach even more vivid heights than usual. With the ensemble standing (except for cellos, lute, and guitar), Hope and Alexander Sitkovetsky led the group in bright, primary colors, encouraging lightness, even though modern instruments were used. The two violinists’ tone in the second movement was a wonder, with finely shaded dynamic levels. The final Allegro—bold and bristling, with vigorous accents—was notable for its detail, enhancing the illusion of an echo between the two instruments.

The four contemporary works were originally dedicated to Menuhin. Arvo Pärt’s Darf ich… (“May I…,” 1995) is a beautiful miniature for violin solo, strings, and a lone bell, the latter played by Ian David Rosenbaum. Benny Kim masterfully handled the robust solo line, which ends with some whistling harmonics sailing over his colleagues’ ethereal tapestry.

Written the same year, Philip Glass’s Echorus for Two Violins and Strings is a loving example of the composer’s typical arpeggiated style. Soloists Jessica Lee and Danbi Um offered gentle, persuasive pulses, gracefully intertwined with the ensemble.

An arresting unison opens Mendelssohn’s Concerto in D minor for Violin and Strings, completed when the composer was just 13 years old. Unlike his later, celebrated fiddle concerto in E minor, this early work is virtually unknown, and it is a marvel. Hope tackled the challenging solo line, and the first movement’s cadenza with daunting bravura.  After the serene middle movement, the exhilarating gypsy dance that follows was arguably the night’s most viscerally exciting sequence, with Hope navigating a perilously fast tempo.

To mark another birthday—Vivaldi would have been 338 the day of the concert—Hope and Kim led an effervescent romp through the Concerto in A minor for Two Violins, RV 522. The ensemble’s sheer exuberance won the day, along with carefully considered phrasing. Daniel Swenberg on guitar (also on lute in the Bach) added both texture and delicate rhythmic trussing.

Also composed in 1995, Shulamit Ran’s Yearning is scored for violin and strings with cello obbligato (the latter masterfully done by Keith Robinson), in a 2015 arrangement made for these forces. Opening tremolos in the cellos and basses were soon picked up by the rest of the group, as the solo violin—here the superb Bella Hristova—began a haunting line that underlined the work’s title. At the conclusion, as Hristova waved the composer onstage, it was heartening to see the composer receive some of the night’s loudest ovations.

In 2009 Hope commissioned Bechara El-Khoury  to write Unfinished Journey, inspired by the title of Menuhin’s 1977 memoir. The Lebanese-French composer’s gorgeous result is a sequence of slow-moving chords for the massed strings, over which Hope spun a series of repeated mournful utterances. Its reflective, sober cast made a fine preface for the evening’s close, a dashing flight through Bartok’s Romanian Dances. One wishes most birthday parties could be this festive.

By Bruce Hodges

Music by Holocaust victims grips Linton audience
Cincinnati.com / US Today Net Work, 07.03.2016

They were composers who were murdered by the Nazis. But their music lives on, thanks to artists such as the Grammy-nominated violinist Daniel Hope, who is helping to bring it to life once more.

On Sunday afternoon, Hope and several musical colleagues presented a gripping and moving program of chamber music written by victims of the Holocaust for the Linton Music Series. The intimate concert was held in the First Unitarian Church, Avondale. It was an inspiring afternoon of discovery. Had these artists lived, one could only imagine what their contributions might have been.

This music “was conceived in circumstances that to us was completely unimaginable,” said Hope, a South African-born musician of German-Jewish descent who has championed the otherwise forgotten composers for 15 years.

His program, “Voices Remembered with Hope,” included music by Hans Krása and Gideon Klein, both interned at the infamous Terezin (Theresienstadt), a “model” camp where artists and musicians were sent before being shipped off to die at Auschwitz. There was also music by Erwin Schulhoff, a composer who died in a concentration camp in Bavaria in 1942, including his stunning Sextet for Strings.

The violinist brought together five exceptional artists who played in various groupings: violinist Sigurbjorn Bernhardsson, the Cincinnati Symphony’s former principal cellist Eric Kim, his brother Benny Kim (violin and viola), violist Philip Dukes and cellist Keith Robinson.

You could only marvel at the craftsmanship of a work such as Krása’s “Tanec” (Dance) for string trio, written a few days before his death, performed by violinist Hope, violist Dukes and cellist Eric Kim. Lyrical themes came and went over a driving rhythm, and the reading was both energized and intense. Even without knowing the circumstances, the music had a sad, unsettled undercurrent running through it.

This was also evident in Klein’s String Trio (with the same players). Its slow movement, a set of variations on a Moravian folk tune, was both sophisticated and somber, as if a memorial to the composer’s homeland. The concluding variation in the style of a mournful hymn, had a powerful impact.

Schulhoff’s music (which has also been championed by the May Festival’s James Conlon) formed the rest of the program.

Schulhoff’s Duo, performed by violinist Benny Kim and cellist Robinson, was a remarkable find, with folk-inflected themes and many passages that demanded immense technical virtuosity. The second movement, a “Zingaresca,” featured some Gypsy fiddling, left-hand pizzicatos and other feats. In the third, they traded a haunting melody seamlessly between instruments, to pizzicato accompaniment.

It’s too bad that U.S. Immigration denied pianist Simon Crawford-Phillips’ visa at the last minute. (He was traveling from Sweden.) As a consequence, Hope replaced two planned works for violin and piano with Schulhoff’s Sonata for solo violin. Hope’s performance of the work was mesmerizing, and he communicated with a big, muscular sound. The piece opened with a driving perpetual motion, followed by a soaring slow movement. Its rhapsodic theme unfolded in one long arc to a meditative close in the stratosphere of his instrument. The earthy finale, with a driving, heavy rhythm, was reminiscent of Bela Bartok.

The program concluded with Schulhoff’s Sextet of 1924, with all six string players. (Bernhardsson stepped in for the announced Timothy Lees, who is recovering from a hand injury.) An expansive, four-movement work, it was fascinating for its wide-ranging musical styles, from moments influenced by Debussy to post-romantic Vienna.

A highlight was the “Tranquillo,” which included a low theme in the cellos against fluttering high figures in violins and violas for a magical effect. The “Burlesca” was driving and bold. Its explosive ending, with bows flung high, was a surprise, coming just before the lush and somewhat mournful final movement.

Presented in collaboration with Cincinnati’s Center for Holocaust and Humanity Education, the concert was part of a mini-festival that included a documentary film that Hope helped to produce, as well as a lecture.

Telemann-Festtage – Virtuoser Dialog auf prächtigem Klangteppich
Volksstimme.de, 16.03.2016

Daniel Hope und die Berliner Barock Solisten zogen die Zuhörer bei den 23. Magdeburger Telemann-Festtagen in ihren Bann.
Von Renate Bojanowski
Magdeburg l Als Geburtsstadt von Georg Philipp Telemann ist Magdeburg ein Zentrum für zahlreiche Aktivitäten des großen Barock-Musikers. Die Telemann-Feststage ziehen seit vergangenem Freitag renommierte Künstler in die Stadt. So auch den seit 25 Jahren international gefragten Violinisten Daniel Hope und die Berliner Barock Solisten. Sie versetzten ihr Publikum am Sonntagabend in der ausverkauften Magdeburger Johanniskirche in zwei Stunden andauernden Freudentaumel.

Bereits der Einstieg mit Telemanns Concerto e-Moll für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo ließ das Zuhörerherz höher schlagen. Daniel Hope und Bernhard Forck malten mit fein austariertem Ton lebendige Klangfiguren in das Kirchenschiff, plastisch, exzellent durchhörbar und klar.

Mit Vivaldis Concerto a-Moll zogen beide Solisten das Tempo an, begaben sich in einen virtuosen Dialog, während das Ensemble ihnen einen farbenprächtigen Klangteppich dazu webte.

In Telemanns Concerto a-Moll entfaltete Daniel Hope eine betörende Kantilene über die zauberhafte Begleitung. Die Melodie drängte sich zärtlich ins Ohr des Zuhörers und blühte mit der Begleitung auf.

Auch nach der Pause konnten sich die Zuschauer am majestätisch homogenen Streicherklang erfreuen: so, wie er in dem bekannten Doppelkonzert für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo von Johann Sebastian Bach erstrahlte. Welche feinfühlige Interpretation, welches grazile Klangbild! Hope, Forck und die Berliner Barock Solisten zogen ihre Zuhörer in den Bann ihrer magischen Virtuosität und Ausdruckskraft. Auch die Farben des Sommers konnten einprägsamer nicht abgebildet werden. Die Berliner Barock Solisten sorgten während der Interpretation des „Sommers“ von Antonio Vivaldi für ein dichtes treibendes Klangfundament, auf dem Daniel Hope jede kleinste Schattierung abbilden konnte: flirrende Hitze, herannahendes Donnergrollen bis hin zum ausbrechenden Unwetter … Hier bündelten sich noch einmal Aussagekraft, Virtuosität und grandiose Spielfreude.

Die Zuschauer jubelten, es gab Bravo-Rufe und Standing Ovations. Dankbar waren sie für die beiden Zugaben, die Daniel Hope, Bernhard Forck und die Berliner Barock Solisten ihnen schenkten.

Daniel Hope et Béchara el-Khoury pour Yehudi Menuhin…
L'Orient - Le Jour, 24.03.2016

Au théâtre des Champs-Élysées, dans le cadre de sa tournée mondiale, le violoniste britannique a présenté avec émotion « Unfinished Journey » du compositeur libanais…

Dans sa tournée mondiale qui compte une centaine de dates et de lieux différents, le grand violoniste britannique Daniel Hope rend hommage à Yehudi Menuhin qui aurait eu cent ans en avril 2016. Le programme n’est pas forcément le même d’une ville à l’autre, mais systématiquement, invariablement et fidèlement, Daniel Hope joue Unfinished Journey de Béhara el-Khoury. Cette pièce avait été commandée en 2009, à l’occasion du dixième anniversaire de la disparition de Yehudi Menuhin. L’autre soir, au théâtre des Champs-Élysées à Paris, c’est la voix nouée par l’émotion que Daniel Hope annonçait la présence dans la salle de Béchara el-Khoury, «compositeur libanais vivant à Paris», et confiait au public, touché et amusé que cela «le rendait nerveux»!

Placée en première partie du concert, entre le bondissant Concerto pour deux violons et orchestre à cordes en la mineur d’Antonio Vivaldi et l’époustouflante Symphonie de chambre d’après le quatuor en ut mineur de Dimitri Chostakovitch, la pièce de Béchara el-Khoury est admirablement interprétée. L’archet de Daniel Hope vibre et frémit tandis que l’Orchestre de chambre de Paris, au meilleur de sa forme, offre au soliste un riche et opulent tapis de cordes. Quand la dernière note meurt, le public retient son souffle. Pas un bruit, un silence absolu se fait dans la salle comme si le temps avait suspendu son vol, avant que n’éclate une incroyable salve d’applaudissements qui porte Béchara el-Khoury sur scène afin de saluer. Pour l’interprète qui maintenant la connaît si bien, cette œuvre du compositeur libanais est «merveilleuse, chaleureuse, un vrai hommage au lyrisme de Menuhin, un voyage de l’Est vers l’Ouest». Quant au compositeur, il dit que «la musique décrit le temps passé à travers une méditation sur le souvenir, sur les images, sur la voix de Menuhin et sur le silence…».

Joyeusement baroque
La deuxième partie du concert s’ouvre avec le Concerto pour violon et orchestre à cordes en ré mineur de Félix Mendelssohn (composé alors qu’il n’avait que treize ans!), œuvre puissante et virtuose où Hope peut donner libre court à son extraordinaire vélocité. Puis c’est Nostalghia pour violon et orchestre à cordes de Toru Takemitsu, compositeur japonais du XXe siècle s’étant fait connaître du grand public par les musiques écrites pour les films d’Akira Korosawa. Le bouquet final consiste en une interprétation extraordinairement contrastée et rafraîchissante de l’Été, extrait des Quatre saisons d’Antonio Vivaldi. Ainsi se termine le concert sur la même note joyeuse et baroque qui en avait fait l’ouverture. Pas facile de diriger et d’être soliste en même temps. Pourtant Daniel Hope réussit à obtenir une homogénéité et une précision grâce à la qualité de communication qu’il entretient avec l’orchestre. Entouré de Deborah Nemtanu, remarquable violon solo qui lui donne la réplique notamment dans Vivaldi, et des membres de l’Orchestre de chambre de Paris, le défi est parfaitement relevé. Quant à Béchara el-Khoury, si apprécié et fêté à l’étranger, souhaitons qu’un jour le Liban lui rende hommage à la hauteur de son immense talent…

 

Zeina SALEH KAYALI

 

Menuhins musikalischer Enkel
Der Tagesspiegel, 23.04.2016

Hommage an einen großen Geiger

Daniel Hope und das Konzerthausorchester mit einer Hommage an Yehudi Menuhin, zum 100. Geburtstag des großen Geigers.

Kein anderes Werk hätte es sein können: Der 16-jährige Yehudi Menuhin spielte es noch mit dem Komponisten selbst ein, eine Aufnahme von hinreißender Intensität. Und auch kein anderer Interpret hätte es sein dürfen: Die Hommage an Yehudi Menuhin zum 100. Geburtstag im Konzerthaus wird durch das Violinkonzert von Edward Elgar eröffnet, gespielt von Daniel Hope, der sich als „musikalischen Enkel“ des großen Geigers bezeichnet. Mit Recht; rührt ihre menschlich-musikalische Beziehung doch von Hopes frühester Kindheit her. So umweht eine besondere Aura diese Interpretation.

Iván Fischer am Pult des Konzerthausorchesters stellt von den ersten Tönen an unmissverständlich klar: hier wird Erinnerungskultur betrieben mit einem Werk, das selbst nostalgisch Abschied von seiner Epoche nimmt. So liegt ein kostbarer Wehmutsschimmer selbst über dem scharf geschnittenen Anfangsthema, etwas „Tristanisches“ in zumeist abwärts geschwungener Melodik. Transparent bietet Fischer die opulent besetzte Einleitung; bedächtig nimmt Hope sein erstes Solo, lädt es durch starkes Vibrato sofort emotional auf. Doch wie sehr sich die Geige auch durch das auf- und abschäumende Geschehen klagt, fleht, schmeichelt: Hier geht es nicht um Überredung, um kitschverdächtige Herz-Schmerz-Effekte. Viel zu intelligent baut Hope seine Kantilenen dafür auf, steuert zielbewusst leidenschaftlich-virtuose Ausbrüche an, vollzieht klare Phrasierung innerhalb der großen Bögen des Dirigenten.

Daniel Hopes Kadenz: eine Insel der Meditation

Besonders berührt die Kadenz im thematisch weniger konsistenten Finalsatz: eine Insel der Meditation inmitten halsbrecherischer Läufe, in der Daniel Hope betörend süße Flageoletts aufflattern lässt, kleine Melodiefetzen, Vogelrufen gleich, bis nach rasanten Trillerketten die wilde Jagd wieder beginnt. Mit Maurice Ravels nachdenklichem „Kaddish“ beantwortet Hope den Publikumsjubel, „in memoriam Yehudi Menuhin“.

Kann das noch übertroffen werden? Bartóks „Konzert für Orchester“ zeigt sich anders auf der Höhe der Zeit. Schmerzlichen Erinnerungen trotzt der Komponist, der im USA-Exil elend zugrunde ging und zu dessen letzten Unterstützern noch Menuhin zählte, mit Ironie. Fischer stellt die Ausdrucksextreme mitsamt ihren Brechungen, immer von klarer Struktur getragen, virtuos heraus: Eindringlich die Flötenrufe mit anschließenden Streicherausbrüchen in der „Elegie“, köstlich das „Spiel der Paare“ mit Fagotten, Klarinetten, Trompeten. Schön auch, das Programm mit George Enescus „Prélude à l’unisson“ einer faszinierenden Unisono-Studie, die ahnen lässt, wie sich Menuhins Klangsinn unter diesem großen Lehrer entwickelte.

von Isabel Herzfeld



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Press Reviews

2016


My mentor Yehudi Menuhin: ‘I can still hear his beautiful sound’
The Guardian, 29.03.2016

For the centenary of the great violinist’s birth, Daniel Hope, his protege from the age of two, remembers their life on the road – including the time his priceless violin, nicknamed Lord Wilton, went missing.

 

Yehudi Menuhin used to say that I fell into his lap as a baby. Life in 1970s South Africa had become intolerable for my parents, thanks to the apartheid regime. We lived in Durban, where my father co-founded the literary magazine Bolt, publishing poems by writers of many races. From that moment on, his phone was tapped and they were under permanent surveillance. They had no option but to leave the country. My father was only offered an exit permit. This meant you could leave but never return.

They settled in London, where very soon their money ran out. We had nowhere to go. My father, Christopher Hope, was a struggling author. He went on to win the Whitbread Prize, but back then anti-South African sentiment in the UK made it very hard for him to find work, even though he was fiercely anti-apartheid. My mother supported us with part-time secretarial jobs. At the 11th hour, facing calamity, we had some incredible luck. An employment agency offered her a compelling choice of jobs: secretary to either the Archbishop of Canterbury or the violinist Yehudi Menuhin. She had no musical training, but she loved music and admired Menuhin, whom she had heard perform in South Africa.

Coincidentally, my parents had also heard the then-Archbishop of Canterbury, Lord Coggan, preach in South Africa and had been shocked that he did not actively denounce apartheid – so she would never have taken the job with him. The interview with Menuhin lasted two minutes. He asked if she knew the difference between Beethoven and Bach. When she said yes, he asked: “When can you start?” My mother’s association with Menuhin lasted 24 years, right up until his death in 1999.

Our lives changed immediately and for ever. I was two and, for the next eight years, practically grew up in Menuhin’s house in Highgate, London, where my mother would take me to play while she worked. Although we had only just settled in London, Menuhin asked her to come to his summer festival in Gstaad for two months. Her concerns at leaving her family were swept aside. “I would never separate a mother from her family,” Menuhin said. “Bring everyone with you.” And that’s what she did.

I was a kid who could never sit still, so my mother was very surprised to see me silent on the hard pew of the church where rehearsals took place, intent on the music. I was surrounded by artists of all kinds, so in a way it was no surprise when I announced to my parents at the age of four that I wanted to become a Violinist.

The violin was a part of Menuhin. To this day, his sound remains in my ear, so unique and so fascinatingly beautiful. He’d leave his Guarneri del Gesù, a priceless violin made in 1742 and known as the “Lord Wilton”, in an open case on the table; he never put it away. He picked it up and played it almost as if he were drinking a glass of water. He once told me: “One has to play every day. One is like a bird, and can you imagine a bird saying, ‘I’m tired today – I don’t feel like flying’?”

How do I begin to summarise a career that spanned 75 years and made him one of the greatest musicians in history? Perhaps with his debut in 1924 in San Francisco at the age of seven, or maybe his performance in Berlin in 1929, which prompted Albert Einstein to exclaim: “Now I know there is a God in heaven!” Or his legendary recording of the Elgar concerto under the composer’s own baton in 1932. Then there’s his visit to the liberated concentration camp of Bergen-Belsen with Benjamin Britten in 1945; and his highly controversial decision to return to Germany in 1947, where he performed with Wilhelm Furtwängler and the Berlin Philharmonic, the first Jewish artist after the war to do so.

Only seven of Menuhin’s 82 years were not spent on the road. He adored playing and travelling. His wife almost always accompanied him, his children less so. Musically, I learned from him constantly, just happy to have the chance of observing him close up. But it was also testing – an education in the fierce, peripatetic life of the soloist and the kaleidoscopic world of hotels, stages, airports and orchestras they inhabit. The cities to which I was introduced delighted and alarmed in equal measure. Menuhin had been on the road since he was still in shorts, though, and was an expert.

Along with a gentleness that masked an iron will, Menuhin’s humour was inexhaustible. On one occasion, my father was entrusted with taking his Guarneri del Gesù on an Alitalia flight to Rome. Menuhin was at the front of the plane and went straight to the VIP room. When we got to passport control at Fiumicino airport, I asked my father where the violin was. My father looked at me with shock and came out with an expletive. He had left the violin in the baggage compartment on the plane. He ran like an Olympic sprinter back on to the runway and up the stairs of the aircraft – you could do that in those days. When Menuhin heard about the incident, he giggled like a little boy. Thanks to some kind carabinieri, he got his violin back after a tense half-hour – tense for my father, anyway.

I had a few lessons from him as a very young boy, but our real collaboration began when I was 16. By that stage, I had had my own teachers, in particular the great Russian pedagogue Zakhar Bron. Menuhin was curious to see what Bron had been able to achieve with the “boy next door”. His reaction was a mixture of shock and delight, and he suggested we perform together. Over the next 10 years, we played more than 60 concerts around the world: I played, he conducted. The works included Mendelssohn’s early D minor Concerto, which Menuhin famously discovered in 1951, and also many works for two violins, such as the A minor Double Concerto by Vivaldi.

On 7 March 1999, I played Alfred Schnittke’s Concerto in Düsseldorf, conducted by Menuhin. It was to be his final concert. After the Schnittke, Menuhin encouraged me to play an encore. I spontaneously chose Kaddish, Ravel’s musical version of the Jewish prayer for the dead. I had grown up on Menuhin’s interpretation of this work and wanted to dedicate it to him. Menuhin pushed me out on to the stage and sat among the orchestra listening to it. Five days later, he passed away.

Daniel Hope’s album My Tribute to Yehudi Menuhin is out now on Deutsche Grammophon. The Menuhin Competition takes place at venues across London from 7 to 17 April.

 

How European exile composers created the sounds of Hollywood
Deutsche Welle, 16.03.2016

World-renowned violinist Daniel Hope uncovered dusty letters and compositions scribbled on scraps of paper for “The Sounds of Hollywood,” a book and a CD on Jewish immigrant composers who fled to Hollywood in the 1930s.

 

Born in South Africa in 1973, Daniel Hope was raised in England. Yet the violinist has long been curious about his Jewish family, which traces its roots back to Berlin. Fifteen years ago, Hope began to dig more deeply into the biographies of Jewish musicians, especially composers of German and Austrian heritage who migrated to Hollywood. The list was long: Friedrich Hollaender, Erich Korngold, Franz Wachsmann, Max Steiner, Werner Richard Heymann.

His original aim was to uncover music pieces for a new CD recording but it quickly became clear that he’d hit upon an entirely new project. Much as a cultural archaeologist might do, Hope delved into the biographies, archives and personal estates of the artists. Curious, he followed the trail of the immigrants through Hollywood, interviewing their children, grandchildren and surviving relatives. Extensive archives at Paramount Studios in Hollywood turned up an unbelievable treasury filled with hand-written correspondence, scored notes, letters.

“I have read a lot about this period. But it’s quite different to go into these archives and open old, dusty boxes,” Hope said of his time spent with the composers’ history. “Suddenly, you’re sitting there with Erich Korngold’s notes scribbled on a napkin, composing a Viennese Waltz, crossing it out and then recomposing it. You get the feeling at that moment that you’ve really stepped back in time.”

In researching his latest book, “Sounds of Hollywood” (available in German only for now) and the CD of the same name, Hope took an important trip back in time. With the knowledge of each composer’s unique destiny in mind, Hope could make the emotional connection to the music, he told DW in an interview. “There’s quite a bit of melancholy in the music of these emigrants, and a lot of nostalgia.”

 

The talkie boom

There was a substantial need for film composers in Hollywood in the 1930s and 1940s, as the film industry was booming thanks to the advent of the talkie. Some film productions could be likened to an assembly line and studio heads traveled frequently to Europe to acquire the talents – the best of the best.

“They put out their antenna and found Kurt Weill, Hanns Eisler and all of the other great composers who already had an audience and had seen success in Europe,” said Hope.

“These emigrants brought with them the musical offerings by composers like Gustav Mahler and Richard Wagner. They delivered exactly what the studio bosses in Hollywood wanted them to bring: the great, the epic, the symphonic,” he said. The opulent orchestral sounds that we still hear in big Hollywood films today can be traced back to this time.

In his research, Daniel Hope has found parallels to the refugee crisis currently happening in Europe. “It’s not as if Hollywood was standing there with open arms, waiting to receive the migrants and refugees from Europe,” Hope said, alluding to the intense competition within the film industry. “Many of these very talented composers weren’t even named in the credits. They sat together as a group of eight or nine working on a film and delivered every so often a phrase.”

Only the rare immigrant had already made a name for himself that he could use to gain work in the booming film industry. Arnold Schönberg and Igor Stravinsky got generous offers from the West Coast. “But they both turned down the chance to work in the film industry or were themselves turned down because they had completely different ideas about music than the American film producers had,” according to Hope.

 

Hollywood’s information exchange

Schönberg, who developed dodecaphonic music, found the world of film soundtracks fascinating, highly appealing. But he had trouble with the American studio philosophy, which degraded composers as it positioned them as mere service providers, Hope uncovered. “Schönberg wasn’t ready to give up complete creative control, control over his music was used in the direction. As a result, he realized very quickly that it wasn’t something for him.”

The exchange between those who created culture and the European immigrants was lively. Meetings over a Wiener schnitzel or a round of Berlin-style meatballs wasn’t unheard of as the men tried to carry on the coffeehouse traditions of Vienna and Berlin in Hollywood. And in doing so, lots of information was exchanged, from mere gossip to important news about the immigration authorities and current job offers.

The infamous Villa Aurora, where novelist Lion Feuchtwanger and his wife Martha lived, became something of a meeting point, a reception center for those newly emigrated. “He considered himself as something like a godfather to these ‘artists in exile’,” said Hope. In addition to the immigrants, a number of famous actors and personalities, including Charlie Chaplin, came to the villa to meet.

 

A struggle to survive

The majority of the European immigrants who arrived in Hollywood never came into contact with the glamorous side of the film industry. Many struggled to even scrape by, and worried about a lack of money to even cover their basic needs like clothing, rent and food. Most of them had to leave Nazi Germany virtually overnight after Hitler came to power in 1933, leaving everything behind. Daniel Hope stumbled upon moving stories that took place behind Hollywood’s glitzy façade.

Success as a film composer in the US had other downsides as well and could completely destroy an ambitious composer with dreams of recognition. Erich Wolfgang Korngold, who was much celebrated in Europe as a musical wunderkind, never felt accepted or at home in the USA – despite his greatest successes. Korngold won two Oscars for his film soundtracks.

“He was no longer recognized as a serious composer in the classical world and was no longer accepted there,” says Hope. Korngold was accused of having sold his soul. Thomas Mann, himself an immigrant, spoke of so-called “Movie riff-raff.” Film music was considered second- or third-class.

“That’s a bitter pill to swallow,” says Daniel Hope. “These were men who had enormous talent and unbelievable composition skills, who had to struggle to find a way during an emergency situation. Yet they were persecuted for their work in film. That’s a real tragedy.”

Author Heike Mund



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2016


Kein Geiger der Welt kann ihn erreichen
Hannoversche Allgemeine Zeitung, 30.03.2016

Daniel Hope über seinen Mentor Yehudi Menuhin, der vor 100 Jahren geboren wurde
Herr Hope, Yehudi Menuhin gilt als einer der größten Musiker des 20. Jahrhunderts. Was unterscheidet ihn denn eigentlich von anderen guten Geigern?
Natürlich gibt es ähnliche Musikerkarrieren, selbst wenn man bedenkt, dass Menuhin ein unglaubliches Wunderkind war. Aber was er nach dem Zweiten Weltkrieg gemacht hat, ist einmalig: Auf der humanitären und sozialen Ebene hat er ungeheuer viel bewegt. Von vielen Dingen, die er angeregt hat, profitieren wir als Menschen und Musiker bis heute. Sein Vermächtnis ist gigantisch, selbst wenn man seine vielen tollen Aufnahmen gar nicht berücksichtigt. Er hat Musik für seine Ideale eingesetzt – und das Jahrzehnte, bevor andere das gewagt haben.

Sehen Sie heute, wo die Konfliktlinien ganz anders verlaufen als nach dem Krieg, Nachfolger von Menuhin, die noch in diesem Sinn arbeiten?
Ich finde, es fehlt drastisch an klassischen Musikern, die bereit sind, sich zu engagieren. Daniel Barenboim ist sicher jemand, der viel bewegt hat, auch wenn er einen ganz anderen Charakter hat als Menuhin. Er kämpft unermüdlich für die Versöhnung – in diesem Fall zwischen Israelis und Arabern. Das entspricht stark Menuhins Gedanken. Der ist 1945 nach Deutschland gekommen und hat für die Überlebenden von Bergen-Belsen gespielt. Andererseits hat er die damals heftig umstrittenen Konzerte mit Wilhelm Furtwängler gegeben, um den Deutschen die Hand zu reichen. Das war vom Grundgedanken seiner Zeit sehr weit voraus.

Glauben Sie denn, dass man mit klassischer Musik überhaupt noch eine Symbolkraft entfalten kann, die wirklich etwas bewegt?
Daran glaube ich fest. Wir haben die Möglichkeit, Menschen zu erreichen. Natürlich kann Musik nicht die Welt verändern. Aber sie kann Menschen dazu bringen, zuzuhören und einen Dialog eröffnen. Gerade die klassische Musik zwingt die Zuhörer, über längere Zeit innezuhalten und über etwas nachzudenken. Deshalb darf man die Macht dieser Musik keinesfalls unterschätzen.

Sie waren schon als Kind im engen persönlichen Kontakt mit Menuhin. Wie kam es dazu?
In Südafrika war mein Vater, der Schriftsteller ist, ein entschiedener Apartheid-Gegner. Darum wurden wir auf eine schwarze List gesetzt. Meine Eltern haben sich damals entschlossen, das Angebot des Regimes anzunehmen, das Land innerhalb von 24 Stunden zu verlassen. Wir sind dann über Umwege nach Paris und letztendlich nach London gekommen. Dort haben meine Eltern irgendeine Arbeit gesucht. Schließlich ist meine Mutter jemandem begegnet, der jemanden kannte, der jemand kannte. Und der leitete eine ziemlich exklusive Arbeitsvermittlung. So konnte sie sich plötzlich zwei Teilzeitjobs aussuchen: Sekretärin des Erzbischofs von Canterbury oder von Yehudi Menuhin. Sie hat sich für Menuhin entschieden. Der Job sollte sechs Monate dauern. Er dauerte dann 24 Jahre.

Was hat das für Sie bedeutet?
Die ersten sieben, acht Jahre bin ich eigentlich in seinem Haus aufgewachsen. Dort war das Büro meiner Mutter, und sie hat mich jeden Tag mitgenommen. So hat sich unsere familiäre Beziehung entwickelt. Das Professionelle kam erst später, nachdem ich bereits begonnen hatte, bei Zakhar Bron Geige zu studieren. Menuhin wollte wissen, was Bronbewirken konnte und war positiv überrascht, dass ich die Geige so ernst genommen habe. Seither hat er mich unterrichtet – und zwar auf Tourneen: Er hat in mehr als 60 Konzerten auf der ganzen Welt dirigiert, und ich habe gespielt. Während dieser Zeit war ich auch in der Lage, etwas mehr von diesem Menschen zu verstehen. Er war eine Schlüsselfigur in meinem Leben, weil er sich politisch positioniert und mich immer ermutigt hat, eine Haltung zu haben.

Bei welchen Gelegenheiten haben Sie das zu spüren bekommen?
In den Neunzigerjahren haben wir zum Beispiel ein Konzert in Wunsiedel gespielt, wo damals das Grab von Rudolf Heß war. Um diese Zeit gab es dort gerade eine Versammlung von Neonazis. Bei unserer Ankunft sagte uns der Bürgermeister, es habe Drohungen gegeben und er rate uns, das Konzert abzusagen, weil er nicht für unsere Sicherheit garantieren könne. Ich werde nie vergessen, wie Menuhin darauf reagiert hat. Man hat ihn sehr selten wütend erlebt. Aber in dem Moment ist er regelrecht explodiert. Er hat gesagt, er werde niemals ein Konzert wegen so etwas absagen. Dann hat er sich zu mir umgedreht und gesagt, ich könne mich frei entscheiden. Natürlich habe ich dann auch gespielt. Das war ein Moment, in dem man ihn in seinem Element erleben konnte.

Die menschliche Größe von Menuhin ist kaum umstritten. Bei seinen geigerischen Fähigkeiten sieht das ganz anders
aus. Wie lautet Ihre Bestandsaufnahme?
Es gibt eine ganze Reihe von Aufnahmen, die bezeugen, dass wir es hier mit einem der besten Geiger der ganzen  Musikgeschichte zu tun haben: Das Elgar-Konzert unter Leitung des Komponisten, sein Schumann-Konzert mit John Barbirolli, sein Paganini-Konzert mit Pierre Monteux: Kein Geiger der Welt kann das nur ansatzweise erreichen. Es gab aber eine große Krise in Menuhins Leben. Danach musste er die Geige ganz neu lernen. Viele sagen, er ist dabei nicht auf das gleiche Niveau zurückgekommen. Ich sehe das nicht ganz so schwarz-weiß. Ich finde, es gibt auch fantastische Aufnahmen aus dieser Zeit, und ich habe ihn vor allem sehr oft live gehört: Das war fast bis zu seinem Tod unglaublich schön.

Sie sind kein großer Freund von Gedenkjahren. Was hat Sie jetzt bewegt, mit vielen Konzerten und einer CD an
Menuhin zu erinnern, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre?
Ich finde tatsächlich, man braucht keinen Anlass, um an große Musiker zu erinnern. Aber in diesem Fall sind 100 Jahre Menuhin auch 25 Jahre von mir. Da musste ich etwas machen. Die CD enthält meine persönlichen Erinnerungen an Menuhin. Ich versuche auch, die Arbeit seiner Initiative Live Music Now weiter zu unterstützen, die Musik zu Menschen bringt, die sonst keine Gelegenheit haben, so etwas zu hören. Ich habe während meines Studiums in Krankenhäusern und für schwerstbehinderte Kinder gespielt. Das sind Erinnerungen, die ich nie vergessen werde: Da sieht man, was man mit Musik bewirken kann.
Interview: Stefan Arndt

Daniel Hope ist 1973 in Südafrika geboren. Seine Eltern sind der Schriftsteller Christopher Hope und die Musikmanagerin Eleanor Hope-Klein. Er begann mit vier Jahren, Geige zu spielen. Seine Lehrer waren unter anderem Zakhar Bron und Yehudi Menuhin, der am 22. April 100 Jahre alt geworden wäre. Hope war von 2002 bis  2008 Mitglied des Beaux Arts Trios. Seine jüngste CD ” My Tribute to Yehudi Menuhin” ist bei Deutsche  Grammophon erschienen. Damit tritt Daniel Hope unter anderem am 14. April in Zürich, am 12. Mai in Tuttlingen, am  14. Mai in Dresden, am 16. Mai in Basel und am 17. Mai in Baden-Baden auf.

«Toll, kommen Sie nochmals!»
Neue Zürcher Zeitung , 14.04.2016

Daniel Hope spürt in Zürich geballte Energie – sie will er mit dem Kammerorchester nutzen

Ab Herbst wird das Zürcher Kammerorchester erstmals von einem Instrumentalsolisten geleitet. Der Stargeiger Daniel Hope will das Orchester international wieder etablieren.
Herr Hope, seit 25 Jahren touren Sie als gefeierter Violinvirtuose rund um die Welt. Warum kommen Sie nun ausgerechnet nach Zürich?
Ich habe eine sehr lange Verbindung zum Zürcher Kammerorchester. Ich bin quasi mit dem Klang dieses Orchesters gross geworden. 1975, noch als Kleinkind, habe ich das ZKO zum ersten Mal gehört. Meine Mutter, die Managerin von Yehudi Menuhin war, hat mich jeden Sommer nach Gstaad zu den Proben des Orchesters mitgenommen. Menuhin und das ZKO unter der Leitung des damaligen Chefdirigenten Edmond de Stoutz haben in Gstaad insgesamt fast hundert Konzerte gegeben, und etwa achtzig davon habe ich miterlebt.
Was bedeutet Ihnen das Zürcher Kammerorchester?
Es ist für mich eine Herzensangelegenheit. Ich habe mit dem ZKO unter Edmond de Stoutz, Howard Griffiths, Muhai Tang und Roger Norrington musiziert. Ich kenne also die ganze Geschichte dieses Orchesters mit den unterschiedlichen Persönlichkeiten seiner bisherigen Leiter. Es ist hochspannend, in dieser Situation nun meinen eigenen Input zu geben.
Wie beurteilen Sie die Qualität des ZKO?
Was mich immer überwältigt, ist sein Klang. Das ist für mich als Geiger das Wichtigste. Ich staune auch, wie sich der Klang im Lauf der Zeit gewandelt hat, angefangen beim satten, schönen Klang bei de Stoutz bis zum extrem reduzierten Klang bei Norrington. Nicht jedes Orchester ist so flexibel. Beim ZKO spielen extrem talentierte Vollblutmusiker, die das einfach können.
Wie kam es zum Vertrag?
Ich war hier 2014/15 Artist in Residence. Als Direktor Michael Bühler mich dann anfragte, als Nachfolger von Norrington die künstlerische Leitung zu übernehmen, habe ich keine Sekunde gezögert.
Roger Norrington war «Principal Conductor», Sie tragen nun den Titel «Music Director». Was ist der Unterschied?
Ich bin kein Dirigent und werde es auch nie sein. Ich bin Geiger und agiere von der Geige aus. Ich leite das Orchester vom ersten Pult aus, oder ich spiele als gewöhnlicher Geiger mit. Zudem laden wir natürlich auch Gastdirigenten ein. Was ich will, ist, Kammermusik im grossen Stil zu machen. Und das Orchester ist es gewohnt, ohne Dirigenten zu spielen.
Wie sieht die Rollenverteilung zwischen Ihnen und Konzertmeister Willi Zimmermann aus?
Willi Zimmermann ist ein sehr wichtiger Bestandteil dieses Ensembles. Es wird Programme geben, die ich als Solist leite, in denen aber Zimmermann als Konzertmeister beispielsweise eine ganze Sinfonie selber leiten wird. Es wird auch Programme geben, die Zimmermann in eigener Regie konzipiert. Wir sind ein tolles Gespann, und ich liebe es, mit ihm zusammen zu spielen. Dies gilt auch für die anderen Musiker, etwa den Cellisten Nicola Mosca oder den Cembalisten Naoki Kitaya, mit denen ich auch ausserhalb des Orchesters zusammen spiele.
Wie soll sich das Profil des Orchesters in den kommenden Jahren entwickeln?
Ich möchte, dass es sich internationalisiert. Das ist ein Teil meines Lebens; ich bin viel unterwegs. Meine Engagements bei Kammerorchestern werden künftig auf das ZKO gebündelt. Statt mit 20 oder 30 verschiedenen Kammerorchestern Konzerte zu machen, werde ich mit dem ZKO in Zürich und anderswo auftreten. Schon in diesem Sommer machen wir eine Residenz beim Schleswig-Holstein-Festival und spielen am Prague Festival, in Südkorea und in China. Ich möchte das Orchester auf der Weltbühne wieder neu etablieren, so wie dies zur Zeit von de Stoutz der Fall war.
Wie werden sich die Programme ändern?
Ich mische gern die verschiedenen Genres miteinander. Deshalb habe ich für die Saison 2016/17 Klaus Maria Brandauer als Artist in Residence angefragt. Auch das neue Format «Director’s Cut» folgt dieser Idee. Zudem ist das ein Gefäss, in dem ich ganz kurzfristig etwas programmieren kann. Da werden Gäste auftreten, die über Zürich etwas sagen können. Ich spüre, dass in dieser Stadt eine geballte Energie vorhanden ist, die ich nutzbar machen möchte.
Wie wollen Sie das ZKO neben den beiden grossen Orchestern – Tonhalle und Philharmonia – positionieren?
Wir sind in einer eigenen Nische. Wir konkurrieren nicht mit diesen Orchestern; das können wir schon vom Repertoire her gar nicht. Wir machen etwas ganz anderes. Ich möchte mit Freunden musizieren. Und ich möchte den Zürchern zeigen, dass die Kammermusik eine Musikform der Zukunft ist.
Glauben Sie, dass Sie neue, jüngere Publikumsschichten gewinnen können?
Daran arbeite ich von morgens bis abends. Dazu habe ich mehrere Bücher geschrieben. Ich produziere jede Woche eine Radiosendung für den WDR, in der ich über Musik spreche. Nach jedem Konzert kommen Menschen zu mir, die mir anvertrauen, dass sie zum ersten Mal in einem klassischen Konzert waren. Sie kamen, weil sie ein Buch von mir gelesen oder etwas von mir gehört haben. Dann sage ich immer: «Toll, kommen Sie nochmals!» Beim ZKO gibt es ein breit gestreutes Angebot an Formaten. Damit können wir ganz unterschiedliche Menschen erreichen.
Interview: Thomas Schacher

Hope speaks about Menuhin’s influence on his life and career
The Strad, 11.05.2016

Yehudi Menuhin always let the student find their own voice, says violinist Daniel Hope

Hope speaks about Menuhin’s influence on his life and Career

 

The following is an extract from The Strad’s Memories of Menuhin article, featuring interviews with friends, family and colleagues of the great violinist and published in the May 2016 issue – download on desktop computer or through The Strad App.

Yehudi Menuhin was the reason I became a violinist. Neither of my parents had a musical background, but my mother was Menuhin’s secretary for 24 years and my earliest memories are of being surrounded by music, particularly the violin – whether it was Menuhin playing or one of the many violinists who came to his house. He had a huge collection of musical memorabilia, including Paganini concert posters and portraits, and of course violins. So when I announced, aged four, that I wanted to be a violinist, my parents weren’t all that surprised. I remember hearing artists such as Robert Donington and Mstislav Rostropovich at Menuhin’s houses – I even recall trying to pull Slava’s cello spike out from under him while he rehearsed. I heard Menuhin play alongside Stéphane Grappelli and Ravi Shankar, for whom he had huge admiration, particularly for their ability to improvise, something with which he struggled. He was an inveterate learner as well as an inveterate teacher – constantly searching for answers to life and music. I encountered this side of him first hand after I’d started studying with Zakhar Bron. Menuhin wanted to know all about Bron’s teaching, and we talked for several hours, during which he asked me to play for hours – he’d jump in with fascinating insights, suggestions and comparisons.

While I was still studying with Bron, Menuhin said, ‘I can’t teach you myself because I don’t have the time; but if we go on the road together, I could coach you while we’re on tour.’ We gave around 60 concerts together and it was a very steep learning curve for me; I was the soloist while he conducted, and often he would literally instruct me on the concert platform. During one performance of the Beethoven Concerto, he beckoned to me at the end of the first movement and whispered, ‘At the start of the second movement, try beginning on the D string, not the A string,’ and I had to work out the fingerings then and there. It was as if he was playing vicariously through me, trying the experiments he’d perhaps have made if he were the soloist. At the end of the concert he might say, ‘Well, that wasn’t the best idea, was it?’ But it meant that every concert was certainly special.

Menuhin would always try to let the student find their own voice, but there were certain things that he believed very strongly. If you played the solo entry at the start of the Brahms Concerto in a wayward manner, he’d definitely object. I don’t mean that it had to be metronomic, but if you pulled it about too much, he’d put his foot down. On the other hand, if you came up with spontaneous suggestions, that might fire his imagination and he’d come back with even more ideas. In that sense, he was the most original musician I’ve ever met.

The complete Memories of Menuhin article, featuring contributions from Menuhin’s eldest daughter Zamira Menuhin Benthall, Menuhin School head of music Malcolm Singer, violinist Tasmin Little, Live Music Now founder Ian Stoutzker, Menuhin biographer Humphrey Burton, EMI Classics producer John Fraser and violin maker Joseph Curtin, is published in The Strad’s May 2016 issue



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