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Concert Reviews



2015


Daniel Hope, invité de l’Orchestre Philharmonique de Strasbourg
Bachtrack, 21.12.2015

Samuel Aznar

Pour ce concert en forme d’hommage à Walter Weller, le chef d’orchestre autrichien décédé cette année et qui devait initialement diriger l’Orchestre Philharmonique de Strasbourg (OPS) vendredi soir, Marko Letonja, son chef permanent, a souhaité maintenir malgré tout le programme prévu et à en assurer lui-même la direction. Un choix judicieux qui allait donner lieu à un concert de grande qualité, notamment par la présence et le jeu littéralement captivants du soliste de la soirée : le violoniste Daniel Hope.

Le concert commence avec l’élégance et la légèreté souriante de la Symphonie n°66 en Sib Majeur de Joseph Haydn, véritable archétype de la symphonie classique en quatre mouvements (Allegro con brio – Adagio – Menuet – Finale), et qui donne dans son architecture sonore un rôle de tout premier plan aux cordes de l’orchestre. Une fois n’est pas coutume, celles de l’OPS n’en demandaient pas tant pour démontrer la beauté de leur son ainsi que leur parfaite synchronisation, comme si cet ensemble composé d’une quarantaine d’instrumentistes n’en comptait finalement qu’un seul. À voir les regards de complicité entre Charlotte Juillard et Philippe Lindecker, les premiers violons solos de l’orchestre, ainsi que la direction de Marko Letonja, toute en confiance et tranquillité, on se dit qu’il ne peut rien arriver à l’OPS et qu’il est chez Haydn comme s’il était chez lui, dans la douceur du foyer familial.

Puis Daniel Hope fait son entrée pour nous donner sa version du Concerto pour violon n°1 de Max Bruch. Dès le premier arpège de cette œuvre grandiose, on ne peut plus lyrique, le violoniste se distingue par son extrême concentration ainsi que par l’intense expressivité de son jeu : pas une note qui ne soit investie musicalement, pas un geste qui ne soit laissé au hasard, tout concoure à nous laisser captifs de ce musicien au talent exceptionnel. Doué d’une forte présence scénique, à la fois athlétique et généreuse, et d’une technique digitale irréprochable, Daniel Hope séduit aussi par la subtilité de ses nuances piano alors qu’on aurait pu craindre au début que son interprétation, à force d’intensité dramatique, n’en devienne paradoxalement trop démonstrative, trop brute de décoffrage. À ce titre la réexposition du thème principal de l’Allegro Moderato, que le violoniste entame pianissimo subito, comme sortie de nulle part, restera comme le moment de grâce du concert, sorte d’apogée expressive à la limite du silence. Directement enchaîné à l’Allegro suivra l’Adagio, avec sa touchante intériorité, sa beauté triste et consolante en même temps, puis enfin l’Allegro energico, finale détonant et festival de difficultés techniques que Daniel Hope n’aura aucun mal à surmonter, et ce de la plus brillante des manières.

Après la pause, les cordes de l’OPS sont une nouvelle fois mises à l’honneur dans la Méditation sur le choral de Saint Wenceslas du compositeur tchèque Joseph Suk, composée en 1914 sur la base d’un thème populaire datant du XIIème siècle. Une œuvre sublime, profonde, intemporelle, dont l’orchestre parvient sans fioritures à traduire l’émotion pure.

Pour ce qui est des célèbres Variations sur un thème de Haydn de Johannes Brahms, on reste en revanche sur notre faim ; peut-être est-ce la longueur redondante de l’œuvre, avec ses multiples reprises, ou bien les changements de tempi d’une variation à l’autre qui déstabilisent l’orchestre et lui font perdre en énergie comme en précision (particulièrement dans les variations II et V)… Une subite baisse de régime que Les Préludes de Franz Liszt en clôture de programme viendront contrebalancer d’une fraîcheur nouvelle, due à l’engagement sonore des cuivres de l’OPS mais surtout à la puissance évocatrice d’une œuvre en forme de « poème symphonique », à la fois plus libre et inventive qu’une symphonie traditionnelle.

Daniel Hope spielt Vivaldis „Jahreszeiten“ – inklusiver neuer Version
kreiszeitung.de, 13.12.2015

Bremen – Von Ute Schalz-Laurenze. Der 42-jährige britische Geiger Daniel Hope ist zu Recht weltberühmt: Mit grenzenloser Klangvariabilität kann er in emotionale Bereiche vorstoßen, die ihresgleichen suchen und die nicht vielen Geigern zugänglich sind. Gleichzeitig ist er unermüdlich tätig in der Vermittlung der Gleichwertigkeit unterschiedlicher Musikstile. Sechsmal der Echo-Klassik, der europäische Kulturpreis 2015 und die Nachfolge von Roger Norrington als Leiter des Zürcher Kammerorchesters sind nur einige der verdienten Folgen seiner Persönlichkeit. In seinem gut besuchten Konzert in der Bremer Glocke lieferte er nun einen erneuten Beweis seines beglückenden Könnens. Kaum zu glauben, dass es ihm gelang, Antonio Vivaldis oft abgenudelte Violinkonzerte „Die Jahreszeiten“ in einer Frische und Spontaneität zu spielen, als höre man das berühmte Werk zum ersten Mal. Die Bilder der dazugehörigen Sonette, die er vorher rezitierte, erstanden in fast greifbarer Realität: so die glühende Hitze des Sommers, das Ausrutschen auf dem Eis, die bellenden Hunde, das fliehende Wild und vieles mehr. Das kann man kaum besser machen, mit welcher tastenden Suche sich Hope auf den Weg in die Klangfarben aufmacht. Oder wie besessen er den erregten und wilden Zugriff spielt: die exlosive Freude des Frühlings oder die aggressiven Attacken der Jäger. Manchmal ist seine Intonation gefährdet, aber das klingt fast absichtlich, weil er es versteht, die Musik sozusagen im Spielen zu suchen.

Tango, Blues und Teufelstanz
Reutlinger Nachrichten, 31.10.2015

Schräg und wild, zart und richtig bluesig: Das Top-Solisten-Trio Sabine Meyer, Daniel Hope und Sebastian Knauer markiert vor 700 Besuchern einen Höhepunkt im Kammermusik-Zyklus. Riesenbeifall, zwei Zugaben.

von OTTO PAUL BURKHARDT

Kleiner Rückblick gefällig? Es war im November 2012, als Daniel Hope schon einmal hier konzertierte – damals noch in der Listhalle. Jetzt am Donnerstag beehrte der Ausnahme-Geiger wieder den Kammermusik-Zyklus, nun sogar mit der Weltklasse-Klarinettistin Sabine Meyer und erneut mit dem damaligen Pianisten Sebastian Knauer, allesamt mehrfach grammy- und echo-preisgekrönt. Eine Wiederbegegnung also: Kein Wunder, dass Daniel Hope nun den “wunderschönen Saal” der neuen Stadthalle ausdrücklich lobte.

Wer Hope & Meyer bucht, bekommt kein Allerwelts-Programm, sondern eine bedacht konzipierte Werkauswahl. So auch jetzt beim Konzert vor knapp 700 Besuchern. In wechselnden Besetzungen spielte das Trio Werke aus der Zeit von 1918 bis 1940. Kompositionen, die zumindest einen Impuls gemeinsam haben: weg von der üppig wabernden Spätromantik, weg vom sphärischen Impressionismus, weg von Wagner, weg von Debussy. Und zurück zu kleinen Besetzungen, zu klaren Konturen, zu einer musikantischen Wiederbelebung der überladenen Klassik durch Einflüsse aus Volksmusik und Jazz, Unterhaltungs-, Varieté- und Zirkusmusik.

So trug das Programm eher antiromantische Züge und enthielt statt dessen viel rhythmische Energie, tänzerische Heiterkeit und folkloristische Farbe. Strawinskys “L’Histoire du Soldat” (1918) passt da gut rein: Schon von der sparsamen Originalbesetzung her (sieben Musiker, vier Akteure) ist es ein Gegenpol zu exuberantem spätomantischen Orchestersound. Doch die “Geschichte vom Soldaten” ist auch Musiktheater und Jahrmarkts-Spiel. Und ganz ohne Text und Schauspiel (Hope & Meyer spielten eine reduzierte Trio-Fassung) büßt das Werk doch an Ausstrahlung ein – auch wenn sich Hope mit schroff gerockten Doppelgriffen und einer perkussiven Kadenz bemühte, um die konvulsivischen Zuckungen des Soldaten beim Teufelstanz zu illustrieren.

Ganz anders Ravels Sonate für Violine und Klavier G-Dur (1923/27): Hier zeigte Hope seine ganze Klasse, feinfühlig, wenn auch etwas pedallastig begleitet von Sebastian Knauer am Flügel.

Allein Hopes Intonationskunst ist ein Hörwunderland: delikat bis vital, zart bis herb, fragil bis kraftvoll. Und Hand aufs Herz: Im Vergleich zur oft pauschalen, auf dauerromantisch oder dauervirtuos getrimmten Attitüde mancher fernsehbekannter “Star”-Violinisten eröffnet Hopes Nuancenreichtum – edler, schlanker Ton, intelligente, expressive Phrasierung – ganz andere, weitere Horizonte. Wobei Hope auch mit geschlenzten blue notes loslegen kann, so, dass selbst Branchen-Profis wie Stéphane Grappelli schwer aufgehorcht hätten.

Schließlich Milhauds “Scaramouche” (1937), ein Paradebeispiel für schräges, polytonal geschärftes Latin-Kolorit. Großartig, wie hier das Trio mit swingendem Esprit und pointierter Ironie zur Sache ging. Hope in rhythmisch akzentuierter Spiellust, und Sabine Meyer mit hingehauchten Kantilenen, aber auch mit virtuoser, mitreißender Fulminanz – exzellent. Toll zudem, wie Sabine Meyer es versteht, Musik auch körperlich umzusetzen: Ihr Spiel ist immer auch ein bisschen Tanz, und immer wieder lässt sie, symbolisiert durch eine kleine Handbewegung, Klänge und Töne gleichsam in den Raum hinein fliegen. . .

Neben Saties “Gnossiennes” (meditativ: Sebastian Knauer) und Milhauds Suite (Hope als temperamentvoller Kaffeehaus-Stehgeiger) standen vor allem Bartóks “Kontraste” (1940), in Auftrag gegeben vom legendären Jazzklarinettisten Benny Goodman, im Zentrum des zweiten Konzertteils. Ein Werk “mit magyarisiert jazzoiden Elementen”, wie es der Musikwissenschaftler Heinrich Lindlar einmal beschrieben hat.

Beeindruckend, wie das Trio hier – in Distanz zum oft spröden, kantigen Bartók-Idiom – einen ganzen Kosmos an “weicheren” Tonfällen entdeckte: folkloristische Vitalität, klangsinnliche Raffinesse und jazzig aufgemischte Turbulenz. Hauchzart bis ungestüm, kurz: mitreißend. Riesenbeifall und zwei Zugaben – beide von Schostakowitsch.

Ein Abend, der hielt, was er versprach
Rheinische Post, 30.10.2015

Stadt Kempen

Stadt Kempen.  Sie waren schon häufiger in Kempen und kommen nach eigener Aussage auch immer gern wieder: Sabine Meyer (Klarinette), Daniel Hope (Violine), und Sebastian Knauer (Klavier). Aber als Trio traten sie in der Paterskirche erstmals gemeinsam auf. Da sie alle drei nicht nur hervorragende Solisten, sondern auch exzellente Kammermusiker sind, durfte man dem Abend mit Spannung entgegensehen. Und die Erwartungen wurden nicht enttäuscht: das ausverkaufte Konzert fand ein begeistertes Publikum. Von Gert Holtmeyer

Zuvor war ein großes Problem entstanden. Als Pianist hatte Alexandre Tharaud zugesagt, der dann leider ernsthaft erkrankte. Fast hätte die geplante Tournee abgesagt werden müssen. Aber Zufall, Freundschaft und guter Wille brachten eine Lösung: Sebastian Knauer, langjähriger Klavierpartner und Freund von Daniel Hope, opferte seinen Jahresurlaub und sprang ein.

Mit Strawinskys eigener Bearbeitung seiner “L’histoire du soldat” wurde schon zu Beginn klar, das der Abend hielt, was er versprach. Teils heiter, teils motorisch stampfend, teils Furcht erregend teuflisch im “Danse du diable” ließ das Trio immer neue Klangfacetten erklingen. Davon, dass “der Mann am Klavier” (O-Ton Hope) ausgetauscht worden war, war nichts zu spüren. Hier hörten drei erfahrene Kammermusiker aufeinander und wussten genau, wer wann in den Vorder- und wann in den Hintergrund zu treten hatte.

Alle drei blieben auch als Solisten ihrem guten Ruf nichts schuldig. Hope bot zusammen mit Knauer eine fein durchdachte Interpretation der G-Dur-Violinsonate von Maurice Ravel. Großartig, wie im Blues der Geigenton modifiziert wurde, wechselnd zwischen bewusst spröde und farbig intensiv. Das abschließende Perpetuum mobile wurde zu einem packenden Feuerwerk. Ein virtuoses, zugleich ein witzig-originelles Stück schuf Darius Milhaud mit “Scaramouche”. Der Titel bezieht sich auf einen Widerling in der venezianischen “Commedia dell’arte”, einen Angeber und Intriganten. Ursprünglich für zwei Klaviere geschrieben, klingt auch die Fassung für Klarinette und Klavier sehr reizvoll.

Wie Hope versteht sich auch Sabine Meyer darauf, die Ausdrucksskala ihres Instruments voll auszuloten. Zwischen sinnlich verführerischen Klängen über witzig skurrile Passagen bis zu bewusst abschreckend schrillen Höhen wurde keine Nuance ausgelassen. Ebenso fabelhaft gelang die Wiedergabe von Milhauds Suite op. 157 b. Dass Knauer als “Nur-Begleiter” unterfordert sei, wie Hope scherzhaft kommentierte, stimmte natürlich nicht. Aber auch seine solistischen Beiträge waren ausgesprochen beachtlich, er begeisterte das Publikum mit zwei sehr sensibel interpretierten schwermütigen “Gnossiennes” (Nr. 1 und 4) von Erik Satie. Nach der furiosen Wiedergabe von Béla Bartóks “Kontrasten” (Sz 111) war als Zugabe noch eine witzige Polka von Dmitrij Schostakowitsch zu hören.

Diese Frau hat mehr als drei Gesichter
Frankfurt Neue Presse , 31.07.2015

Beim Rheingau-Musik-Festival auf Schloss Johannisberg spielte der Geiger Daniel Hope Werke der  Komponistin Lera Auerbach. Sie selbst saß am Klavier.

Musik ist ein Spiegel, in dem wir uns selbst erkennen können, glaubt die Komponistin Lera Auerbach. Als “artist & composer in residence” wird der Künstlerin in diesem Jahr beim Rheingau-Musik-Festival doppelte Aufmerksamkeit geschenkt. Nun hat sie sich bei einem Konzert auf Schloss Johannisberg vorgestellt.
Die 41-Jährige ist ein künstlerischer Tausendsassa: Sie komponiert, ist ausgebildete Pianistin mit Abschluss in Hannover, hat sich als Literatin einen Namen gemacht, außerdem malt sie und formt Skulpturen. Was Lera Auerbach in Tönen auszudrücken versucht, davon bekam man bei diesem beeindruckenden Konzert eine gute Vorstellung. Sie hat als Pianistin nicht nur drei ihrer Werke gespielt, sondern auch in russisch gefärbtem Englisch ihre Musik auf sympathische Art erläutert.
Schon seit über 20 Jahren ist sie inzwischen in New York zu Hause, ihre Wurzeln im Ural kann sie trotzdem nicht verbergen. Mit dem britischen Geiger Daniel Hope und dem deutschen Cellisten Alban Gerhardt hatte Lera Auerbach zwei hervorragende Musiker an ihrer Seite. Und die braucht es auch, denn sie verlangt den Instrumentalisten einiges an Virtuosität und Ausdrucksvermögen ab. Längst vorbei sind die Zeiten, als Komponisten mit komplexen Operationen die Musik in Sphären geführt haben, wohin ihnen kaum noch ein Zuhörer folgen konnte. Auerbach gelingt es, ihr Publikum direkt anzusprechen und mitzureißen.
Zwar bricht sie die Tonalität mit einigen Dissonanzen auf, aber immer wieder packt sie die Hörer mit markanten Rhythmen und weit ausholenden Melodiebögen. Das ist ihr mit Alban Gerhardt bei der Sonate für Violoncello und Klavier op. 60 wie auch bei der 3. Violinsonate mit Daniel Hope gelungen. Besonders beeindruckend war das 2. Klaviertrio, ein Triptychon mit dem Titel “The Mirror With Three Faces”. In dieser Musik spiegelt sich eine faszinierende Künstlerin, die mehr als drei Gesichter hat.

mgr




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2015


Der Geiger Daniel Hope legt die europäischen Wurzeln des “Sound of Hollywood” bloß
Dresdner Neueste Nachrichten, 02.11.2015

Hölle oder Paradies
Der Geiger Daniel Hope legt die europäischen Wurzeln des “Sound of Hollywood” bloß
Von Frauke Kaberka

Was wären “Vom Winde verweht”, “Der weiße Hai” oder “Titanic” ohne ihren Sound? Filmmusik hat sich längst einen besonderen Status als eigenständige Kunstform erarbeitet. Insbesondere Melodien aus Hollywoodproduktionen werden gern in Konzerten gespielt und sind fester Bestandteil von Rundfunkunterhaltungsprogrammen. Nicht jedem aber ist bekannt, dass ihre Wurzeln in Europa liegen. Konkret waren es vor allem jüdische Künstler, die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts nach Amerika zogen, um sich in der kalifornischen Traumfabrik eine neue Existenz aufzubauen. Daniel Hope, ein Weltstar unter den Geigern, hat sich auf Spurensuche begeben und mit dem Journalisten Wolfgang Knauer darüber ein informatives Buch verfasst, das eine hochaktuelle Botschaft hat. “Sounds of Hollywood” ist mehr als ein Blick auf die Filmmusikgeschichte aus Hollywood.

Es war im November 2013, als der 1974 in Südafrika geborene Musiker bei einem Sonderkonzert in Berlin auftrat –  zum Gedenken an Künstler, deren Karrieren und Leben vor 75 Jahren nicht nur bedroht, sondern oft auch zerstört  wurden. Mit der Reichspogromnacht begann in Deutschland und dann auch in weiten Teilen Europas die “Entjudung”. Das Konzert am Brandenburger Tor unter dem Motto “Tausend Stimmen für die Vielfalt” wurde untermalt mit großen Bildprojektionen von eben jenen Künstlern, die über Nacht ihre Heimat verlassen mussten. Hope hatte sich bereits vorher mit diesen Menschen und ihrem Schicksal befasst, denn es ist auch das Schicksal seiner Familie. Nun wollte er mehr wissen, ihren Weg nachvollziehen, den sie in der Fremde gingen. Und viele dieser Weg führten über den Atlantik nach Hollywood.

Die aufblühende Filmwirtschaft verhieß nicht nur emigrierten Musikern Sicherheit und Arbeit. Wissenschaftler, Schriftsteller und Dichter, Regisseure und Schauspieler strandeten ebenfalls zuhauf an den südkalifornischen Gestaden, darunter Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger, Franz Werfel, Max Reinhardt, Billy Wilder und viele andere. Doch weder für sie noch für viele Exil-Musiker war es ein leichter Neubeginn. Manche schafften es nie, denn Hollywood wurde mit Emigranten überschwemmt, und Arbeit gab es nicht genug. Zudem fanden einige überhaupt keinen Bezug zum Exil und zum Medium Film, wie Reinhardt, Brecht oder der Komponist Arnold Schönberg. Für Bert Brecht war Hollywood die “Hölle”, für Schönberg hingegen die “Vertreibung ins Paradies”. Einige der Komponisten, deren Spuren Hope folgte, konnten sich trotz großer Erfolge nie mit Hollywood anfreunden, so Erich Wolfgang Korngold, der lieber nur “ernsthafte” Musik geschrieben hätte. Andere wie Max Steiner, der “Vater der Filmmusik”, und auch der jüngere André Previn hingegen hatten ihr Metier gefunden.

Hope, der sich nicht nur durch die Literatur über die berühmten Musiker arbeitete, sondern auch mit ihnen (Previn), Angehörigen (Schönberg) oder Freunden und Kollegen sprach, trug so für sein Buch auch Anekdoten, Bonmots und zudem ein wenig Klatsch zusammen, was den Unterhaltungswert der flott und locker geschriebenen Lektüre sicherlich steigert.

Dass der Geiger den ernsten Hintergrund seiner Recherche dabei nicht aus den Augen lässt, macht das Buch angesichts eines wieder zunehmenden Antisemitismus und einer nicht zu ignorierenden aufkeimenden Fremdenfeindlichkeit besonders wichtig. “Als Angehöriger einer Familie, die in der Nazi-Zeit das Schicksal der Vertreibung erlitten hat, empfinde ich solche Anzeichen als alarmierend”, schreibt Hope. “Umso entschiedener engagiere ich mich für den Ruf nach Toleranz, der bei jenem Konzert am Brandenburger Tor zu vernehmen war, als die Musik derer gespielt wurde, die Opfer der Intoleranz wurden.” Doch er sehe in den Erfolgen jener Menschen im fernen Amerika, die Bahnbrechendes zuwege gebracht hätten, auch einen Funken Hoffnung, “der Mut auf eine bessere Zukunft macht”.
Daniel Hope und Wolfgang Knauer: Sounds of Hollywood. Wie Emigranten aus Europa die amerikanische Filmmusik erfanden, Rowohlt Verlag, 336 Seiten, 19,95 Euro

Überleben in Hollywood
Südwest Presse, 22.08.2015

“Robin Hood hat mir das Leben gerettet”, hat Erich Wolfgang Korngold einmal gesagt.

Der Komponist war für seinen schwarzen Humor berüchtigt, aber dies war kein lockerer Spruch: Nur sechs Wochen vor dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich 1938 folgte Korngold dem Ruf aus Kalifornien, den Soundtrack für den Errol-Flynn-Streifen “König der Vagabunden” zu schreiben. Korngold, der schon zuvor in Hollywood einige Filme vertont hatte, gewann dafür seinen zweiten Oscar – und blieb in den USA, was eben wohl sein Leben rettete.

Denn Korngold war Jude, und seine Geschichte ist eine von vielen, die Star-Geiger Daniel Hope (mit dem Journalisten Wolfgang Knauer) in dem Buch “Sounds of Hollywood” erzählt. “Wie europäische Emigranten die amerikanische Filmmusik erfanden”, lautet der Untertitel. 2014 hat Hope die CD “Escape to Paradise”, eine etwas heterogene, zuweilen sentimental klingende Reise in die Filmmusikwelt vorgelegt – das Buch hängt mit dem Album eng zusammen.

Hope erinnert an eine finstere Epoche: Wie von 1933 an eine kulturelle Blütezeit brutal beendet wurde, wie die Nazis auch im Kulturbetrieb Juden verfolgten. “Morgen muss ich fort von hier”, hieß die letzte Platte der Comedian Harmonists, die eben noch gefeiert wurden, nun Auftrittsverbot hatten.

Fort von hier: Für die Regisseure, Autoren, Musiker und andere Filmschaffende, denen es noch gelang, Deutschland zu verlassen, war Hollywood ein ersehntes Ziel, ein Versprechen. Für Komponisten war die fremde Sprache ein weniger gravierendes Problem wie für andere. Tatsächlich ist die Reihe derer, die – wie Hope belegt – “dank brillanter Einfälle, großem handwerklichen Können und professioneller Erfahrung” ihren Weg machten und auf Hollywood klingenden Einfluss nahmen, bemerkenswert lang. Hope erzählt von Korngold, der vom Wiener Wunderkind zum Hollywood-Meister wurde und dort doch nie ganz glücklich; von Max Steiner, dem “Vater der Filmmusik”; von Friedrich Holländer und Werner Richard Heymann, von Franz Wachsmann und Kurt Weill, der freilich erst am Broadway sein Glück fand.

Für viele ging der Traum einer neuen Karriere allerdings nicht in Erfüllung. Hope vergisst sie nicht, er erzählt von Hanns Eislers Scheitern, von Komponisten wie Erich Zeisl, die nur noch Fußnoten in der Musikgeschichte sind. In Hopes Buch erwacht dabei die Hollywood-Gesellschaft der Exilanten wieder zu Leben, man begegnet Arnold Schönberg und Alma Werfel-Mahler, Thomas Mann, Bertolt Brecht und Bruno Walter.

Recherchen und Reportagen, Gespräche und Anekdoten, Ausflüge auf Friedhöfe und in Archive: Hope schreibt mit Empathie, die Wurzeln des englisch-südafrikanischen Musikers (über die er in “Familienstücke” berichtet hat) liegen in Berlin, auch seine Familiengeschichte ist eine Emigrantengeschichte.

Und er ist ein Musik-Botschafter. Mit seinem Buch will er zeigen, wie viel einst verloren ging, als Künstler vertrieben wurden, weil sie Juden waren. Tröstlich bleibt nur, schreibt er, dass einigen ein neuer Anfang gelang und sie in der Fremde Anerkennung fanden – nicht zuletzt in Hollywood, dessen Klang sie prägten.

‘Träume in Musik’ – BUCH-TIPP
OSTTHÜRINGER ZEITUNG, 10.08.2015

Annerose Kirchner über “Sounds of Hollywood” , verfasst von Stargeiger Daniel Hope

“Die Filmfabrik von Hollywood war der große Traum für viele der zwischen 1933 und 1944 aus Nazideutschland und Österreich geflohenen Künstler. Doch nicht für jeden öffnete sich die Tür zu den Studios. Wer Vielseitigkeit bot wie der Komponist Friedrich Hollaender, der auch als Textdichter, Kabarettist, Revue-Produzent und Musiker seine Kreativität unter Beweis stellte, hatte es leichter.
Sein Schicksal ist nur eines von vielen, das der aus Durban/Südafrika stammende Stargeiger Daniel Hope in seinem Buch “Sounds of Hollywood. Wie Emigranten aus Europa die amerikanische Filmmusik erfanden” (Rowohlt Verlag) aufgreift. Er reiste nach Hollywood, besuchte Schauplätze und traf Zeitzeugen, wie den in Los Angeles geborenen Sohn des Komponisten Arnold Schönberg. Dessen Vater konnte sich nicht für das Filmgeschäft begeistern, vermittelte aber als Lehrer wichtige Impulse.
Komponisten wie Max Steiner ( King Kong ), Erich Wolfgang Korngold ( Captain Blood ) oder Miklós Rózsa ( Ben Hur ) begeisterten das Publikum mit opulenten Orchesterklängen und fulminanten Sounds. Das war neu in den USA und beeinflusste die Musikwelt bis heute. Daniel Hope erinnert auch an das Netzwerk der Exilanten um die Schriftsteller Thomas Mann und Lion Feuchtwanger. Seine Recherchen verbindet er mit der eigenen Familiengeschichte und den jüdischen Vorfahren, die in Berlin lebten.
Hope zeigt auf, was verloren ging in schrecklichen Zeiten und welche Kulturvielfalt in der Emigration neu entstehen konnte. Vor allem wirbt er für Toleranz und Mitmenschlichkeit.”

Daniel Hope wird neuer Leiter des ZKO
Tagesanzeiger, 29.04.2015

Der englische Geiger wird ab der Saison 2016/2017 die musikalische Leitung des Zürcher Kammerorchesters übernehmen.

Nun steht es fest: Daniel Hope wird neuer Musical Director des Zürcher Kammerorchesters (ZKO) und beerbt den 81-jährigen Roger Norrington, der in Zukunft aufgrund seines Alters kürzertritt. Musical Director? Die Bezeichnung ist für das ZKO ungewohnt, aber passend. Denn Daniel Hope ist von Haus aus kein Dirigent – er wird das Orchester als leitender Solist führen.

Mit Hope wird aber nicht nur ein bekannter Musiker unter Vertrag genommen, sondern es hält auch eine neue Generation Einzug. Schliesslich ist der Geiger mit 41 Jahren nahezu halb so alt wie Roger Norrington. Was den Charme des Grand Old Man Norrington betrifft, der gerne auch mal während einer Haydn-Sinfonie Faxen gegenüber dem Publikum machte, schliesst Hope nahtlos an dessen Kontaktfreude an. Sein Buch «Wann darf ich klatschen?» nimmt dem Publikum augenzwinkernd die Angst vor den geheimen Regeln eines elitären Betriebs und schlägt damit in dieselbe Kerbe wie das ZKO. Gespräche mit den Publikum nach, Conférencen während des Konzerts und ungewöhnliche Formate wie Konzert-Lesungen machen das Orchester zu einem flexiblen und publikumsnahen Klangkörper. Der Kommunikator Hope wird diesen Weg weiterdenken.

Geiger mit Weltformat
Bis dahin muss sich das Publikum aber noch eine Weile gedulden. Der britische Geiger mit Weltformat wird seinen Posten erst übernächste Saison antreten. Weshalb sich das ZKO unter der Obhut des Konzertmeisters Willi Zimmermann in der Saison 2015/2016 vorwiegend auf Gastdirigenten und leitende Solisten konzentrieren wird. Maurice Steger, Steven Isserlis oder Gidon Kremer kommen nach Zürich, und Roger Norrington bleibt dem ZKO mit zwei Konzerten verbunden. Aus der jüngeren Generation treten Jan Lisiecki, Vilde Frang oder Olga Scheps in den Ring. Und, wenn schon von Jugend die Rede ist: Die überaus erfolgreichen Nuggikonzerte werden weitergeführt. Ebenso die ZKO-Box, die Konzerte im Kunsthaus, selbst einen Artist-in-Residence wird es mit Fazil Say wieder geben.

Auch die Erfolgsbilanz des ZKO kann sich sehen lassen. Die Besucherzahlen haben um 50 Prozent zugenommen, die privaten Mittel konnten gesteigert werden, und die Geschäftsführung erwartet eine «schwarzen Null» – eine solide Basis für Daniel Hope. Dieser schliesst mit dem Zürcher Engagement übrigens einen Kreis. Als zweijähriger Knirps machte er seine ersten musikalischen Erfahrungen mit dem ZKO, weil seine Mutter ihn an mehrere Konzerte mitnahm – seither gilt er quasi als Erfinder der Nuggikonzerte avant la lettre.

Von Tom Hellat

Der Ausstrahlungsaktivist
Neue Zürcher Zeitung, 29.04.2015

Daniel Hope wird «Music Director» des Zürcher Kammerorchesters

Der Geiger Daniel Hope wird Nachfolger von Sir Roger Norrington beim Zürcher Kammerorchester. Hope soll die internationale Ausstrahlung des Orchesters erhöhen – zulasten der Präsenz in der Tonhalle.

Michael Bühler, der Direktor des Zürcher Kammerorchesters (ZKO), machte es spannend. Wie in einer Fernsehshow liess er die Saisonpressekonferenz seines Orchesters im Hotel «Eden au Lac» zielgerichtet auf den Höhepunkt zulaufen. Zunächst gab es ein Puzzle-Bild zum Raten, dann öffneten sich die Türen, und zum Einzug des Helden, der punktgenau leibhaftig im Saal erschien, hätte bloss noch eine tönende Untermalung im Stil von «We Are the Champions» gefehlt. Ganz schön viel Pomp für eine Personalie, die einige Zürcher Spatzen schon seit längerem von den Dächern pfiffen: Der Geiger Daniel Hope wird neuer «Music Director» des ZKO.

Hope wird seine neue Funktion, die man früher schlicht «Chefdirigent» oder «Künstlerischer Leiter» genannt hätte und in der offenbar genau diese zwei Aufgaben zusammenfliessen sollen, zur Saison 2016/17 antreten. Er schliesst damit die Lücke, die der Rücktritt von Sir Roger Norrington hinterlässt: Norrington will sein Amt als «Principal Guest Conductor» des ZKO zum Ende der laufenden Saison aus Altersgründen abgeben; er wird dem Orchester aber durch Gastauftritte eng verbunden bleiben. Daniel Hope soll dafür bereits jetzt aktiv in die künstlerischen Planungen einsteigen. In der Interimssaison bis zu seinem offiziellen Antritt wird Konzertmeister Willi Zimmermann verstärkt Leitungsaufgaben im Orchester übernehmen.

Für Daniel Hope schliesst sich, wie er nicht ohne Rührung erzählte, mit seiner Berufung ein Kreis in seinem Künstlerleben. Noch in der Ära des Orchestergründers Edmond de Stoutz habe er mit dem ZKO einige wichtige frühe Konzerterfahrungen sammeln dürfen: «Das erste Mozart-Konzert, den ersten Bach – das vergisst man nie», schwärmte Hope. Für die Zukunft hat er sich vorgenommen, zusammen mit dem Geigenkollegen Zimmermann und den weiteren Stimmführern eine «gemeinsame Vision» für das Orchester zu entwickeln. Wie diese konkret aussehen könnte, verriet Hope noch nicht.

Aus der Personalie Hope und einigen Bemerkungen Bühlers kann man aber erraten, wohin die Reise gehen soll. Man zielt offenkundig auf noch mehr überregionale und internationale Ausstrahlung – Hope, der seine vielfältigen Aktivitäten auf seiner persönlichen Website unter Rubriken wie «The Violinist», «The Broadcaster», «The Musical Activist», «The Producer» und «The Author» auflistet, dürfte nicht zuletzt die mediale Präsenz des Orchesters beträchtlich erhöhen.

Schon in der kommenden Saison 2015/16 will man beim ZKO einige Konsequenzen aus Erfahrungen der vergangenen Spielzeiten ziehen. Während die Besucherzahlen bei den Konzerten in der Tonhalle 2013/14 nur geringfügig auf rund 25 000 gestiegen seien, so Bühler, habe man die Gesamtzahl durch Tourneen und Gastspiele auf über 55 700 Konzertbesucher steigern und somit mehr als verdoppeln können.

Dieser Erfolgskurs soll nun durch eine Ausweitung der Aktivitäten in Stadt und Kanton, aber auch über Zürich hinaus fortgeführt werden. Im Gegenzug wird die Präsenz in der Tonhalle bei den Abo-Konzerten – ein unerwartet drastischer Schritt – um ein Drittel, von 15 auf 10 Veranstaltungen, reduziert. Artist in Residence 2015/16 wird der türkische Pianist und Komponist Fazil Say – auch er ein Garant für viel überregionale Aufmerksamkeit.

von Christian Wildhagen

Der coole Schritt ins 21. Jahrhundert
Limmattaler Zeitung, 29.04.2015

Stargeiger Daniel Hope wird Musikdirektor beim Zürcher Kammerorchester.

Endlich, nach dem offiziellen Teil der gestrigen Programmpräsentation liess Direktor Michael Bühler die Bombe platzen: Daniel Hope ist der neue Music Director des traditionsreichen Zürcher Kammerorchesters. Wussten wir das nicht schon, fragen Sie sich jetzt. Gewiss: In dieser Zeitung stand am 29. Januar: «Wird bald ein Geiger das Zürcher Kammerorchester leiten? Vielleicht gar Daniel Hope?» Und der «Tages-Anzeiger» plapperte die Neuigkeit einige Wochen später nach. Jetzt ist es offiziell: Der britische Stargeiger tritt übernächste Saison sein Amt an. Ein Glücksfall für ein um Profil kämpfendes Kammerorchester: Hope ist nicht einfach einer, der ab und zu vorne auf dem Podium stehen und halbdirigierend Violinkonzerte fiedeln wird, sondern er steht für eine Zukunft der Klassik: Neue Projekte, neue Orte, andere Formen, der Miteinbezug von Sprache – alles Dinge, die Hope längst weltweit ausprobiert hat. Und bestens verkauft.

Hope wird allerdings explizit nicht Chefdirigent des ZKO. Als Music Director wird er andere Dirigenten und dirigierende Solisten einladen. Wer deshalb befürchtet, dass dem ZKO nun der vom ehemaligen, 81-jährigen Chefdirigenten Roger Norrington entwickelte Charakter verloren geht, hat vielleicht nicht unrecht. Aber eben: mit einem fixen Dirigenten ist man auch wieder nur ein kleines Tonhalle-Orchester. Mit Hope wird man ein noch flexibleres, noch moderneres Ensemble. Mit Hope hat man zudem einen Kopf, der international Gold wert ist. Schon in der Saison 2015/2016 wird man die Abo-Konzerte um einen Drittel kürzen (neu 10), und vermehrt im Ausland auftreten.

Fazil Say ist dann Artiste in Residence – und Norrington dirigiert zum Glück weiterhin einige Abende. Die Auslastung ist gestiegen, die Eigenwirtschaftlichkeit ebenso. Auch die CD-Produktion läuft, eben ist eine frische Aufnahme von Haydn-Sinfonien erschienen. Kurz: Es sieht gut aus für das ZKO.

von Christian Berzins

Klavierquartette von Brahms, Schumann und Mahler
Aachener Nachrichten, 24.04.2015

„Klavierquartette von Brahms, Schumann und Mahler“ Deutsche Grammophon/Universal

Unter den zurzeit angesagten Geigern ist Daniel Hope sicher einer der respektabelsten. Vielleicht auch deshalb, weil die Seitensprünge des gebürtigen Südafrikaners vom Podium des mit den großen Orchestern der Welt konzertierenden Solisten von so außerordentlicher Qualität sind. Der 41-Jährige hat Alben mit Sting gemacht, mit Sophie van Otter, mit Max Raabe, spielt Jazz und Filmmusik. Er engagiert sich für Amnesty International, äußert sich politisch, gilt nach seiner Zeit beim Beaux Arts Trio als versierter Kammermusiker. Nun lässt er einen Konzert-Mittschnitt aus New  York mit Klavierquartetten vermarkten. Man darf hin- und hergerissen sein.
Der Kopfsatz aus einem unvollendeten Quartett des 16-jährigen Gustav Mahler zeugt von erstaunlicher Reife eines an Schumann und Brahms geschulten Studenten. Und das Ensemble, zu dem sich die PianistinWu Han, der Bratscher Paul Neubauer und David Finckel am Cello gesellen, harmoniert im selten gehörten Werk bestens. Mahlers romantische Seele blüht. Die CD jedoch legt man für Schumann und Brahms ins Laufwerk. Schumanns E-Dur-Quartett ist einfach wunderbare Musik. Hier schon zeigt sich die Krux eines Ensembles, das von einem Weltklasse-Geiger geführt wird. Wenn der Cellist das gesangliche Thema im Andante cantabile anstimmt, ist man gerührt, wenn es Hope wenige Takte später wiederholt, ist man begeistert. Und verärgert zugleich. Denn man hätte doch gern den Eindruck, dass da ähnlich talentierte Musiker zusammenspielten. Nun ist auch Brahms g-Moll-Quartett dank Hopes wunderbaren Impulsen und seiner großen Erfahrung nichts für die Schublade. Im Gegenteil. Irgendwie quillt große Vitalität aus den Boxen, der im Studio aufgehübschte Live-Mitschnitt versprüht unmittelbaren Charme. Immerhin.

Daniel Hope, aventurier des accords perdus
Le Figaro, 21.02.2015

Féru d’histoire, le violoniste livre “Escape to Paradise”, fascinant retour aux sources du “son hollywoodien”

Le Figaro



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toi toi toi

Was tut ein Pianist, wenn ihm mitten im Konzert vor ausverkauftem Haus plötzlich der Flügel wegrollt? Wie reagiert ein Geiger, dem während seines Auftritts eine Saite reißt? Wie soll ein Dirigent sich verhalten, wenn beim Konzert in der vordersten Reihe …

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Audio Interviews

Daniel Hope in interview at Deutschlandfunk


Daniel Hope – Escape to paradise


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2015


«Yehudi Menuhin rettete meine Familie»
SonntagsBlick, 08.11.2015

Dem legendären Violin­virtuosen verdankt Daniel Hope alles, auch seine Karriere. Jetzt führt sie ihn nach Zürich.

Zeitungsinterview

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Tutti-magazine
Tutti-Magazine, 24.06.2015

Nous rencontrons le violoniste Daniel Hope lors de son bref passage à Paris le mois dernier. Tout juste arrivé de Suisse où il interprétait à la fois la version originale des Quatre saisons de Vivaldi et celle recomposée par Max Richter, il se préparait à jouer dès le lendemain, à Paris, le Concerto d’Elgar avec l’Orchestre Symphonique de la Garde républicaine. Un concert qui fera date pour les spectateurs rassemblés en la cathédrale Saint-Louis des Invalides le 25 juin, tant l’interprétation de Daniel Hope se hissait à des sommets de musicalité et d’engagement rarement atteints. Son “ex-Lipinski” faisant fi de la réverbération, portait de façon magique la moindre nuance avec une poésie et une maîtrise de chaque phrase. Un tel dialogue avec l’orchestre et le public est si intense et si rare qu’on se demande pourquoi la France n’accueille pas plus souvent cet interprète unique auquel la Fondation Européenne de la Culture “Pro Europa” vient tout juste de décerner le Prix Culturel Européen pour la Musique…

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Le Son d’Hollywood
The Good Life, 05.06.2015

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Das Vitamin zum Leben
Schleswig-Holstein am Sonntag, 31.05.2015

Welchen Stellenwert hat die Kammermusik für Sie? LINK



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titel, thesen, temperamente

Daniel Hope spielt Filmmusik

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My tribute to Yehudi Menuhin

Concert reviews

2015


Vivaldi nicht für das Warenhaus, sondern ganz aufregend und geistreich
Landbote, 26.02.2015

Es war ein phänomenaler Abend. Der britische Geiger Daniel Hope, Artist-in-Residence beim ­Zürcher Kammerorchester, ­begeisterte im Tonhalle-Saal mit seiner radikal inspirierten Lesart der «Vier Jahreszeiten» von Antonio Vivaldi.

Einen ganzen Abend lang Vivaldi, das ist mutig. Denn Vivaldis Musik, vor allem seine «Vier Jahreszeiten», hört man oft in Wunschkonzerten, Warenhäusern und anderen öffentlich beschallten Orten, sodass man wenig Lust mehr dar­auf hat. Auch das Gefühl, Vivaldi klinge immer irgendwie gleich, egal, welches Stück man wählt, ist mit dieser Überproduktion verknüpft.

Daniel Hope kümmert das echt. Vivaldis konzertante Musik für Violine(n) gehört für ihn, wie er das in seiner pointierten Moderation erklärte, zum aufregendsten und geistreichsten in der Barockmusik. Er widmete dieses Programm seinem Mentor Yehudi Menuhin, mit welchem er als junger aufstrebender Geiger die an diesem Abend ebenfalls aufgeführten Doppelkonzerte für zwei Violinen öfter gespielt hatte: «L’ Estro armonico» und dasjenige in d-Moll op. 3 Nr. 11 von Vivaldi, und, in diesem Vivaldi-Kontext etwas vereinsamt, Johann Sebastian Bachs Doppelkonzert d-Moll BWV 1043.

Sturm der Begeisterung

Daniel Hope leitete das auf historischen Instrumenten spielende Barock-Ensemble des ZKO von der Violine aus, ZKO-Konzertmeister Willi Zimmermann gestaltete mit ihm den konzertanten Part. Schon der solistisch exponierte Anfang des d-Moll-Doppelkonzerts von Vivaldi machte deutlich, dass hier einer von ­innen heraus Vivaldi offenbart: herb, ja schroff war dieser Einstieg, und das Begleitensemble war hellwach.

Zimmermann und Hope duettierten mit spürbarer Lust an Vivaldis Einfällen, dafür bedienten sie sich überraschend oft des in der historischen Musizierpraxis eigentlich verpönten Vibratos. Die Phrasierung war sehr plastisch und agil, und der Ton von Hopes Guarneri-del-Gesù-Violine blühte vor allem bei Bach singend und weich artikuliert auf.

Sturm als packendstes Element

Und dann die «Vier Jahreszeiten». Willi Zimmermann übernahm wieder den Part des Konzertmeisters, das ZKO spielte den ganzen Abend stehend. Grossartig, wie das ZKO Hopes hochmusikalischen Intentionen folgte: dieser setzte weniger auf rhythmisch motorische Akzente, sondern breitete nuancenreich ausformulierte Phrasen aus. Mit ­zupackenden Ausbrüchen und mit in aller Ruhe sich ausbreitenden statischen Klängen tauchten Stimmungen und Landschaften auf.

Einer der packendsten Momente war der Sturm, da hörte man nicht mehr einzelne Stimmen und Läufe, sondern einen suggestiven glissandoartigen Sog des ganzen En­sem­bles. So präzise, agil und inspiriert hat man das ZKO noch nie erlebt, das Publikum war hell begeistert und gab dem in seiner Bravo-Ovation Ausdruck.
Sibylle Ehrismann

The Encore’s the Star at MSO Concert
Greg Hettmansberger's review for Classically Speaking, 07.03.2015

By William R. Wineke

Special to Channel 3000

The Madison Symphony Orchestra provided a fascinating and educational program of music composed by German exiles Friday night but, before getting into the concert, we need to take a look at the encore.

Violinist Daniel Hope played brilliantly Erich Wolfgang Korngold’s “Concerto for Violin in Orchestra in D Major” and then proceeded to offer the audience an encore of Johann Paul von Westhoff’s “Imitation of Bells,” a 17th century piece that involves bowing the violin at blinding speed, using the left hand to finger chords and using the third hand to pluck the strings so that they sound like bells.

Now, this is difficult but not impossible so long as you have three hands. If you have just two hands, it is a bit more difficult.

Hope has just two hands and I still don’t know how he did what he did. But what he did was impressive.

Actually, his entire performance was impressive. Madison audiences like to give their soloists standing ovations – but that usually happens after the soloist completes his program. Hope got a spontaneous standing ovation even as he completed the Violin Concerto and before he played the love themes from “Ben Hur” and from “Spellbound.” This audience really liked him.

The program itself had a more overtly educational tone than usual.

The theme is this: Prior to and during World War II the fascists in Germany started their campaign against the Jews, putting many of Europe’s most brilliant musicians at risk. Many of them emigrated to the United States and made their livings composing music for Hollywood movies.

Hope and MSO music director John DeMain collaborated on a concert bill that featured the music of three of them, Franz Waxman, Miklos Rozsa and Korngold, featuring both their movie scores and their traditional classical compositions.

It was a stirring and fascinating combination.

The drums and tympani bulled through most of the movie scores in a way we don’t see too often – not on such a sustained basis, at least.

It would be inaccurate to say the brass and percussion sections overpowered the strings. They didn’t, but they did keep the strings in their place.

There were some quiet and lyrical interludes in the concert – which repeats tonight (Saturday) and Sunday afternoon – but the general tenor is bold and fearless defiance of evil and cowardice.

And, yet, this is Madison and you never know quite what’s going to happen. The audience seemed a bit different than is usual for a Friday evening performance. For one thing, there were quite a few more elderly people with walkers and canes. These are music lovers we more often see at Sunday matinees. Turns out there will be a lot of basketball on television Sunday.

Madison Symphony mixes movies with more musical magic
Madison Magazine, 07.03.2015

In hearing a program Friday night in Overture Hall in which John DeMain and the
Madison Symphony Orchestra offered a frothy and intriguing mixture of music for the concert hall and for Hollywood of the 1930s-1950s, it is tempting to trot out all the Academy Award metaphors. After all, the Oscars were handed out just a couple of weeks ago. DeMain wins one for best director, violinist Daniel Hope for best performance in a leading role, and the members of the MSO should each take home a statuette as well. For that matter, there is an actual connection: The featured composers—Franz Waxman, Miklos Rozsa and Erich Wolfgang Korngold—had each won at least one Oscar in their careers.

But the conceit of the program’s structure runs a little deeper; these were men who fled the Nazis and in some cases, unexpectedly found a home and a career in Hollywood. In part because of their success, they have too often been considered second-class citizens of the concert hall, even though they wrote enduring works before and after their film careers.

DeMain opened the evening with just the MSO strings and timpanist, and presented the least well-known work on the program, Waxman’s “Sinfonietta for String Orchestra and Timpani.” Written before he emigrated, the work boosted his reputation internationally, and it holds up today as a vigorous, touching and tuneful set of three movements. One of the great touches was the use of the principal string players as an ad hoc quartet within the finale.

The full orchestra took the stage for Rozsa’s “Theme, Variations and Finale,” and here DeMain unleashed the brass to tremendous effect. The players seemed to relish the robust interplay of sections, much in the way a child would feel when their 16-crayon box is replaced with 64: Colors galore emanated from the stage.

The guest star of the production was violinist Daniel Hope, who already has done a great deal of exploration of these and other composers in similar circumstances. His comments from the stage were welcome, along with  J. Michael Allsen’s always impeccable program notes are. But all the more compelling was the relating of his conversations with Waxman’s son, and Korngold’s granddaughter, on the creative evolution of this piece.

The work has really been standard repertoire—Jascha Heifetz after all was the first to champion the work—but there are still too many concertgoers who have yet to fall under its spell. Hope certainly converted most if not all of the audience. His tone can be hypnotically beautiful, and his technique (tons are required in this piece) is first-rate. Better still, it is clear how much he loves the work, and that is what put his performance on the top shelf.

One did not expect an encore, as Hope was scheduled for more on the second half, but he rewarded the (for once) lickety-split standing ovation with a most surprising and stunning piece. He introduced it as a 1683 sonata by Westhoff, a forerunner of J.S. Bach. Titled “Imitation of Bells,” it was a major additional bonus to the evening.

Post-intermission was devoted to film score excerpts. Rozsa was first with the “Parade of the Charioteers” from Ben-Hur, with the brass suitably barely in check again. Hope returned for two arrangements of the Love Theme from the same film, and an extended Love Theme from Spellbound. It practically conjured a vision of Gregory Peck and Ingrid Bergman, and if the transcription (by Paul Bateman) was a bit overblown, well, anything that gives us a few more minutes of Daniel Hope’s artistry is more than welcome.

Korngold was represented by a suite of his score from Captain Blood, the film that put Errol Flynn on the map, and would result in more collaborations from Korngold. In fact, one wished to have heard excerpts from his Oscar-winning score for The Adventures of Robin Hood, but the offering at hand had its fill of colorful and pleasant music.

The night ended with Waxman’s “The Ride of the Cossacks” from Taras Bulba. The film was more famous for being a disaster, but by all accounts the score was one of Waxman’s finest. This sample gave us some touches of spicy dissonance and overflowed with fun percussion. When all was said and done, and played, it almost felt like there was a red carpet leading away from the Overture Center: Everyone left a winner.

By Greg Hettmansberger

‘Hollywood Sound’ a great addition to Madison Symphony season
Capital Times, 06.03.2015

“Composers in Exile: Creating the Hollywood Sound,” the latest offering from the Madison Symphony Orchestra and Music Director John DeMain, is a great addition to a season already filled with strong programming choices and performances.

The concert takes as its subject three composers who fled Adolf Hitler’s Germany, each of whom was classically trained and, by necessity, took up film music composition upon arriving in the United States. Franz Waxman (1906-1967), Miklós Rózsa (1907-1995), and Erich Korngold (1897-1957) each contributed significantly to what has come to be known as the “Hollywood Sound” — the musical style that typifies the instrumental soundtracks of major films. Each composer is represented twice in the program, once during the first half, which focuses on concert music, and once in the second half, which presents excerpts of film scores.

The argument DeMain and guest artist Daniel Hope (violin) make with the program is twofold: first, these exiles had a tremendous influence on American film music aesthetics and second, that these composers’ output disrupts the supposed divide between film music (in the popular consumerist sphere) and concert music.

The concert began with what I thought was the strongest piece on the program —Waxman’s Sinfonietta for String Orchestra and Timpani. It’s a tough piece, filled with harmonic and orchestral tension that resolves only at the last moment of the last movement.

Its opening sounds are terse, dissonant chords. When these give way to melody, it’s material that is simultaneously bright and unsettling, a quality Waxman achieved through both harmony and orchestral contrasts.

The second movement is defined by the unrelenting repetition of single note on the timpani. The melody unfurls over it as, one at a time, solo string instruments enter — first one cello, then a second, then violas — with material that is aching, tender, introspective, and mournful. Karl Lavine (cello) led this group with gorgeous playing.

The third movement uses a more familiar idiom, though it is still fierce and strident. Overall, DeMain led the orchestra in a deeply moving performance.

Rózsa’s Theme, Variations and Finale and Korngold’s Concert for Violin and Orchestra in D Major were the other pieces in the first part of the program.

The Rózsa was rich and dramatic, ranging from the theme’s pastoral first presentation (performed beautifully by Mark Fink, oboe) to several variations that were nearly terrifying, such as the third one, loaded with sonic bombs.

Guest artist Daniel Hope’s performance of the Korngold concerto was emotionally convincing and often lush and romantic. As has happened at other performances this year, the orchestra at times had trouble matching the soloist’s flexible sense of meter, so that there wasn’t always perfect alignment between Hope and the ensemble. Virtuosic playing aside, the concerto offered a welcome rest from the intensity of the first two pieces.

The excerpts in the second half of the concert came from Ben-Hur and Spellbound (Rózsa), Captain Blood (Korngold), and Taras Bulba (Waxman). These pieces were good reminders of the very different work that concert and film music do. While they reflected great technical control — especially through the use of orchestration — the film music rarely reflected the intellectual and expressive complexity of the concert music, which is fine — they inhabit different worlds.

Across the board, these compositions shared a tendency toward compelling orchestration, throwing the spotlight on parts of the orchestra that are sometimes left in supporting roles. The percussionists deserve particular attention here, as do the brass and, really, all of the section leaders.

I noticed several faces I don’t usually see at the orchestra, a fact I attribute to the smart framework of this program. The theme provided a sense of cohesion that knit together the pieces sonically, musically, and intellectually and also connected to the research work of university faculty. I hope DeMain will pursue similar collaborations in the future.

by Jessica Courtier

Voyage romantique de qualité
classiquenews.com, 27.02.2015

Compte rendu, concert. Paris. Théâtre des Champs Elysées, le 18 février 2015. Beethoven, Bruch, Mendelssohn. Daniel Hope, violon. Maîtrise de Paris. Patrick Marco, direction. Orchestre de Chambre de Paris. Thomas Dausgaard, direction.

Le Théâtre des Champs Élysées accueille à nouveau l’Orchestre de Chambre de Paris pour un concert extraordinaire où l’on découvre les différents visages du romantisme classique, de Beethoven à Bruch, passant par Mendelssohn, avec un certain focus sur la théâtralité de la période. La Maîtrise de Paris et le violoniste Daniel Hope se joignent à l’ensemble dirigé par Thomas Dausgaard, en chef invité. Une soirée riche en émotion avec un programme et des interprètes de qualité, visiblement impliqués.

 

Le concert débute avec l’ouverture Coriolan de Beethoven, composée en 1807 pour la pièce de théâtre éponyme de Heinrich Joseph von Collin. Comme dans toute la musique du compositeur, nous sommes en permanence interpellés par la tension créée par deux thèmes contrastants, conflictuels. Une mise en musique habile qui dévoile l’état d’esprit ambigu du général Romain exilé : Coriolan. L’Orchestre de Chambre de Paris montre ici un art du chiaroscuro plein de brio, avec des contrastes tonaux très marqués. Une atmosphère héroïque s’installe mais pas sans l’hésitation inhérente au sujet dramatique. Place ensuite, à l’un des bijoux pour violon et orchestre de l’ère romantique, le Concerto en sol mineur de Max Bruch, composé en 1866. Le violoniste britannique Daniel Hope (élève de Yehudi Menuhin) est le soliste invité. Dès la première mesure, il fait preuve d’une grande musicalité. Dans son jeu sincère et agile, le violoniste montre sa dextérité tactile et une compréhension presque spirituelle de l’oeuvre, sans jamais tomber dans le piège de la démonstration gratuite ni de la virtuosité mondaine. La complicité avec l’orchestre est aussi saisissante, quand les cordes rayonnent de brio, le soliste affirme son chant mi-méditatif mi-mélancolique et l’effet est impressionnant. Ainsi le deuxième mouvement est un véritable sommet de beauté bouleversante, inspirant à l’auditoire des larmes qui édifient l’âme. Le dernier mouvement déborde d’énergie ; il clôt la première partie du programme jusqu’aux hauteurs heureuses où nous emmènent un soliste et un orchestre bien tempérés. Et puisque le bonheur est toujours payant, le public enflammé inspire Daniel Hope à offrir un bis plein d’humanité, le Kaddish de Ravel, l’une de ses 2 mélodies hébraïques composées pour violon et piano.

Après l’entracte, la Maîtrise de Paris paraît sur scène pour jouer avec l’orchestre Le Songe d’une Nuit d’été de Félix Mendelssohn. Une musique à la célébrité indéniable fraîchement interprétée par le chœur de jeunes filles et l’Orchestre sous la baguette très affûtée de Dausgaard. Si d’un premier regard, le choix des tempi dans l’ouverture, étonne, nous constatons rapidement un brio évolutif qui finit de façon brillante. Dans le scherzo qui suit, les cuivres presque dissonants représentent une malheureuse distraction par rapport aux cordes, elles, délicieuses. En effet, les cuivres ce soir laissent beaucoup à désirer, la prestation des bois est au contraire (et comme c’est souvent le cas pour cet orchestre), magnifique. Remarquons la flûte en particulier. Dans le fantastique lied qui suit, deux jeunes filles de la Maîtrise de Paris sont solistes ; leur performance a une candeur et une légèreté touchante à souhait. Puis les bois continuent à rayonner, les beaux bassons dans l’andante s’accordant superbement aux cordes bien équilibrées. Dans l’archicélèbre Marche Nuptiale, les cuivres semblent n’être plus désaccordés et se marient de façon éloquente aux bois charmants, surtout la clarinette et le hautbois. Le concert se termine en beauté avec le finale avec choeur et solistes, riche et généreux de fantaisie.

Encore une fois l’Orchestre de Chambre de Paris régale l’audience avec un concert de qualité, avec la fraîcheur et ce je ne sais quoi d’intimiste qui lui est propre, dans un programme riche et intéressant où le protagoniste reste la beauté. Enthousiasmant.

Compte rendu, concert. Paris. Théâtre des Champs Elysées, le 18 février 2015. Beethoven, Bruch, Mendelssohn. Daniel Hope, violon. Maîtrise de Paris. Patrick Marco, direction. Orchestre de Chambre de Paris. Thomas Dausgaard, direction.

par Sabino Pena Arcia

 



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Press Reviews

2015


Der Geiger Daniel Hope legt die europäischen Wurzeln des “Sound of Hollywood” bloß
Dresdner Neueste Nachrichten, 02.11.2015

Hölle oder Paradies
Der Geiger Daniel Hope legt die europäischen Wurzeln des “Sound of Hollywood” bloß
Von Frauke Kaberka

Was wären “Vom Winde verweht”, “Der weiße Hai” oder “Titanic” ohne ihren Sound? Filmmusik hat sich längst einen besonderen Status als eigenständige Kunstform erarbeitet. Insbesondere Melodien aus Hollywoodproduktionen werden gern in Konzerten gespielt und sind fester Bestandteil von Rundfunkunterhaltungsprogrammen. Nicht jedem aber ist bekannt, dass ihre Wurzeln in Europa liegen. Konkret waren es vor allem jüdische Künstler, die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts nach Amerika zogen, um sich in der kalifornischen Traumfabrik eine neue Existenz aufzubauen. Daniel Hope, ein Weltstar unter den Geigern, hat sich auf Spurensuche begeben und mit dem Journalisten Wolfgang Knauer darüber ein informatives Buch verfasst, das eine hochaktuelle Botschaft hat. “Sounds of Hollywood” ist mehr als ein Blick auf die Filmmusikgeschichte aus Hollywood.

Es war im November 2013, als der 1974 in Südafrika geborene Musiker bei einem Sonderkonzert in Berlin auftrat –  zum Gedenken an Künstler, deren Karrieren und Leben vor 75 Jahren nicht nur bedroht, sondern oft auch zerstört  wurden. Mit der Reichspogromnacht begann in Deutschland und dann auch in weiten Teilen Europas die “Entjudung”. Das Konzert am Brandenburger Tor unter dem Motto “Tausend Stimmen für die Vielfalt” wurde untermalt mit großen Bildprojektionen von eben jenen Künstlern, die über Nacht ihre Heimat verlassen mussten. Hope hatte sich bereits vorher mit diesen Menschen und ihrem Schicksal befasst, denn es ist auch das Schicksal seiner Familie. Nun wollte er mehr wissen, ihren Weg nachvollziehen, den sie in der Fremde gingen. Und viele dieser Weg führten über den Atlantik nach Hollywood.

Die aufblühende Filmwirtschaft verhieß nicht nur emigrierten Musikern Sicherheit und Arbeit. Wissenschaftler, Schriftsteller und Dichter, Regisseure und Schauspieler strandeten ebenfalls zuhauf an den südkalifornischen Gestaden, darunter Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger, Franz Werfel, Max Reinhardt, Billy Wilder und viele andere. Doch weder für sie noch für viele Exil-Musiker war es ein leichter Neubeginn. Manche schafften es nie, denn Hollywood wurde mit Emigranten überschwemmt, und Arbeit gab es nicht genug. Zudem fanden einige überhaupt keinen Bezug zum Exil und zum Medium Film, wie Reinhardt, Brecht oder der Komponist Arnold Schönberg. Für Bert Brecht war Hollywood die “Hölle”, für Schönberg hingegen die “Vertreibung ins Paradies”. Einige der Komponisten, deren Spuren Hope folgte, konnten sich trotz großer Erfolge nie mit Hollywood anfreunden, so Erich Wolfgang Korngold, der lieber nur “ernsthafte” Musik geschrieben hätte. Andere wie Max Steiner, der “Vater der Filmmusik”, und auch der jüngere André Previn hingegen hatten ihr Metier gefunden.

Hope, der sich nicht nur durch die Literatur über die berühmten Musiker arbeitete, sondern auch mit ihnen (Previn), Angehörigen (Schönberg) oder Freunden und Kollegen sprach, trug so für sein Buch auch Anekdoten, Bonmots und zudem ein wenig Klatsch zusammen, was den Unterhaltungswert der flott und locker geschriebenen Lektüre sicherlich steigert.

Dass der Geiger den ernsten Hintergrund seiner Recherche dabei nicht aus den Augen lässt, macht das Buch angesichts eines wieder zunehmenden Antisemitismus und einer nicht zu ignorierenden aufkeimenden Fremdenfeindlichkeit besonders wichtig. “Als Angehöriger einer Familie, die in der Nazi-Zeit das Schicksal der Vertreibung erlitten hat, empfinde ich solche Anzeichen als alarmierend”, schreibt Hope. “Umso entschiedener engagiere ich mich für den Ruf nach Toleranz, der bei jenem Konzert am Brandenburger Tor zu vernehmen war, als die Musik derer gespielt wurde, die Opfer der Intoleranz wurden.” Doch er sehe in den Erfolgen jener Menschen im fernen Amerika, die Bahnbrechendes zuwege gebracht hätten, auch einen Funken Hoffnung, “der Mut auf eine bessere Zukunft macht”.
Daniel Hope und Wolfgang Knauer: Sounds of Hollywood. Wie Emigranten aus Europa die amerikanische Filmmusik erfanden, Rowohlt Verlag, 336 Seiten, 19,95 Euro

Überleben in Hollywood
Südwest Presse, 22.08.2015

“Robin Hood hat mir das Leben gerettet”, hat Erich Wolfgang Korngold einmal gesagt.

Der Komponist war für seinen schwarzen Humor berüchtigt, aber dies war kein lockerer Spruch: Nur sechs Wochen vor dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich 1938 folgte Korngold dem Ruf aus Kalifornien, den Soundtrack für den Errol-Flynn-Streifen “König der Vagabunden” zu schreiben. Korngold, der schon zuvor in Hollywood einige Filme vertont hatte, gewann dafür seinen zweiten Oscar – und blieb in den USA, was eben wohl sein Leben rettete.

Denn Korngold war Jude, und seine Geschichte ist eine von vielen, die Star-Geiger Daniel Hope (mit dem Journalisten Wolfgang Knauer) in dem Buch “Sounds of Hollywood” erzählt. “Wie europäische Emigranten die amerikanische Filmmusik erfanden”, lautet der Untertitel. 2014 hat Hope die CD “Escape to Paradise”, eine etwas heterogene, zuweilen sentimental klingende Reise in die Filmmusikwelt vorgelegt – das Buch hängt mit dem Album eng zusammen.

Hope erinnert an eine finstere Epoche: Wie von 1933 an eine kulturelle Blütezeit brutal beendet wurde, wie die Nazis auch im Kulturbetrieb Juden verfolgten. “Morgen muss ich fort von hier”, hieß die letzte Platte der Comedian Harmonists, die eben noch gefeiert wurden, nun Auftrittsverbot hatten.

Fort von hier: Für die Regisseure, Autoren, Musiker und andere Filmschaffende, denen es noch gelang, Deutschland zu verlassen, war Hollywood ein ersehntes Ziel, ein Versprechen. Für Komponisten war die fremde Sprache ein weniger gravierendes Problem wie für andere. Tatsächlich ist die Reihe derer, die – wie Hope belegt – “dank brillanter Einfälle, großem handwerklichen Können und professioneller Erfahrung” ihren Weg machten und auf Hollywood klingenden Einfluss nahmen, bemerkenswert lang. Hope erzählt von Korngold, der vom Wiener Wunderkind zum Hollywood-Meister wurde und dort doch nie ganz glücklich; von Max Steiner, dem “Vater der Filmmusik”; von Friedrich Holländer und Werner Richard Heymann, von Franz Wachsmann und Kurt Weill, der freilich erst am Broadway sein Glück fand.

Für viele ging der Traum einer neuen Karriere allerdings nicht in Erfüllung. Hope vergisst sie nicht, er erzählt von Hanns Eislers Scheitern, von Komponisten wie Erich Zeisl, die nur noch Fußnoten in der Musikgeschichte sind. In Hopes Buch erwacht dabei die Hollywood-Gesellschaft der Exilanten wieder zu Leben, man begegnet Arnold Schönberg und Alma Werfel-Mahler, Thomas Mann, Bertolt Brecht und Bruno Walter.

Recherchen und Reportagen, Gespräche und Anekdoten, Ausflüge auf Friedhöfe und in Archive: Hope schreibt mit Empathie, die Wurzeln des englisch-südafrikanischen Musikers (über die er in “Familienstücke” berichtet hat) liegen in Berlin, auch seine Familiengeschichte ist eine Emigrantengeschichte.

Und er ist ein Musik-Botschafter. Mit seinem Buch will er zeigen, wie viel einst verloren ging, als Künstler vertrieben wurden, weil sie Juden waren. Tröstlich bleibt nur, schreibt er, dass einigen ein neuer Anfang gelang und sie in der Fremde Anerkennung fanden – nicht zuletzt in Hollywood, dessen Klang sie prägten.

‘Träume in Musik’ – BUCH-TIPP
OSTTHÜRINGER ZEITUNG, 10.08.2015

Annerose Kirchner über “Sounds of Hollywood” , verfasst von Stargeiger Daniel Hope

“Die Filmfabrik von Hollywood war der große Traum für viele der zwischen 1933 und 1944 aus Nazideutschland und Österreich geflohenen Künstler. Doch nicht für jeden öffnete sich die Tür zu den Studios. Wer Vielseitigkeit bot wie der Komponist Friedrich Hollaender, der auch als Textdichter, Kabarettist, Revue-Produzent und Musiker seine Kreativität unter Beweis stellte, hatte es leichter.
Sein Schicksal ist nur eines von vielen, das der aus Durban/Südafrika stammende Stargeiger Daniel Hope in seinem Buch “Sounds of Hollywood. Wie Emigranten aus Europa die amerikanische Filmmusik erfanden” (Rowohlt Verlag) aufgreift. Er reiste nach Hollywood, besuchte Schauplätze und traf Zeitzeugen, wie den in Los Angeles geborenen Sohn des Komponisten Arnold Schönberg. Dessen Vater konnte sich nicht für das Filmgeschäft begeistern, vermittelte aber als Lehrer wichtige Impulse.
Komponisten wie Max Steiner ( King Kong ), Erich Wolfgang Korngold ( Captain Blood ) oder Miklós Rózsa ( Ben Hur ) begeisterten das Publikum mit opulenten Orchesterklängen und fulminanten Sounds. Das war neu in den USA und beeinflusste die Musikwelt bis heute. Daniel Hope erinnert auch an das Netzwerk der Exilanten um die Schriftsteller Thomas Mann und Lion Feuchtwanger. Seine Recherchen verbindet er mit der eigenen Familiengeschichte und den jüdischen Vorfahren, die in Berlin lebten.
Hope zeigt auf, was verloren ging in schrecklichen Zeiten und welche Kulturvielfalt in der Emigration neu entstehen konnte. Vor allem wirbt er für Toleranz und Mitmenschlichkeit.”

Daniel Hope wird neuer Leiter des ZKO
Tagesanzeiger, 29.04.2015

Der englische Geiger wird ab der Saison 2016/2017 die musikalische Leitung des Zürcher Kammerorchesters übernehmen.

Nun steht es fest: Daniel Hope wird neuer Musical Director des Zürcher Kammerorchesters (ZKO) und beerbt den 81-jährigen Roger Norrington, der in Zukunft aufgrund seines Alters kürzertritt. Musical Director? Die Bezeichnung ist für das ZKO ungewohnt, aber passend. Denn Daniel Hope ist von Haus aus kein Dirigent – er wird das Orchester als leitender Solist führen.

Mit Hope wird aber nicht nur ein bekannter Musiker unter Vertrag genommen, sondern es hält auch eine neue Generation Einzug. Schliesslich ist der Geiger mit 41 Jahren nahezu halb so alt wie Roger Norrington. Was den Charme des Grand Old Man Norrington betrifft, der gerne auch mal während einer Haydn-Sinfonie Faxen gegenüber dem Publikum machte, schliesst Hope nahtlos an dessen Kontaktfreude an. Sein Buch «Wann darf ich klatschen?» nimmt dem Publikum augenzwinkernd die Angst vor den geheimen Regeln eines elitären Betriebs und schlägt damit in dieselbe Kerbe wie das ZKO. Gespräche mit den Publikum nach, Conférencen während des Konzerts und ungewöhnliche Formate wie Konzert-Lesungen machen das Orchester zu einem flexiblen und publikumsnahen Klangkörper. Der Kommunikator Hope wird diesen Weg weiterdenken.

Geiger mit Weltformat
Bis dahin muss sich das Publikum aber noch eine Weile gedulden. Der britische Geiger mit Weltformat wird seinen Posten erst übernächste Saison antreten. Weshalb sich das ZKO unter der Obhut des Konzertmeisters Willi Zimmermann in der Saison 2015/2016 vorwiegend auf Gastdirigenten und leitende Solisten konzentrieren wird. Maurice Steger, Steven Isserlis oder Gidon Kremer kommen nach Zürich, und Roger Norrington bleibt dem ZKO mit zwei Konzerten verbunden. Aus der jüngeren Generation treten Jan Lisiecki, Vilde Frang oder Olga Scheps in den Ring. Und, wenn schon von Jugend die Rede ist: Die überaus erfolgreichen Nuggikonzerte werden weitergeführt. Ebenso die ZKO-Box, die Konzerte im Kunsthaus, selbst einen Artist-in-Residence wird es mit Fazil Say wieder geben.

Auch die Erfolgsbilanz des ZKO kann sich sehen lassen. Die Besucherzahlen haben um 50 Prozent zugenommen, die privaten Mittel konnten gesteigert werden, und die Geschäftsführung erwartet eine «schwarzen Null» – eine solide Basis für Daniel Hope. Dieser schliesst mit dem Zürcher Engagement übrigens einen Kreis. Als zweijähriger Knirps machte er seine ersten musikalischen Erfahrungen mit dem ZKO, weil seine Mutter ihn an mehrere Konzerte mitnahm – seither gilt er quasi als Erfinder der Nuggikonzerte avant la lettre.

Von Tom Hellat

Der Ausstrahlungsaktivist
Neue Zürcher Zeitung, 29.04.2015

Daniel Hope wird «Music Director» des Zürcher Kammerorchesters

Der Geiger Daniel Hope wird Nachfolger von Sir Roger Norrington beim Zürcher Kammerorchester. Hope soll die internationale Ausstrahlung des Orchesters erhöhen – zulasten der Präsenz in der Tonhalle.

Michael Bühler, der Direktor des Zürcher Kammerorchesters (ZKO), machte es spannend. Wie in einer Fernsehshow liess er die Saisonpressekonferenz seines Orchesters im Hotel «Eden au Lac» zielgerichtet auf den Höhepunkt zulaufen. Zunächst gab es ein Puzzle-Bild zum Raten, dann öffneten sich die Türen, und zum Einzug des Helden, der punktgenau leibhaftig im Saal erschien, hätte bloss noch eine tönende Untermalung im Stil von «We Are the Champions» gefehlt. Ganz schön viel Pomp für eine Personalie, die einige Zürcher Spatzen schon seit längerem von den Dächern pfiffen: Der Geiger Daniel Hope wird neuer «Music Director» des ZKO.

Hope wird seine neue Funktion, die man früher schlicht «Chefdirigent» oder «Künstlerischer Leiter» genannt hätte und in der offenbar genau diese zwei Aufgaben zusammenfliessen sollen, zur Saison 2016/17 antreten. Er schliesst damit die Lücke, die der Rücktritt von Sir Roger Norrington hinterlässt: Norrington will sein Amt als «Principal Guest Conductor» des ZKO zum Ende der laufenden Saison aus Altersgründen abgeben; er wird dem Orchester aber durch Gastauftritte eng verbunden bleiben. Daniel Hope soll dafür bereits jetzt aktiv in die künstlerischen Planungen einsteigen. In der Interimssaison bis zu seinem offiziellen Antritt wird Konzertmeister Willi Zimmermann verstärkt Leitungsaufgaben im Orchester übernehmen.

Für Daniel Hope schliesst sich, wie er nicht ohne Rührung erzählte, mit seiner Berufung ein Kreis in seinem Künstlerleben. Noch in der Ära des Orchestergründers Edmond de Stoutz habe er mit dem ZKO einige wichtige frühe Konzerterfahrungen sammeln dürfen: «Das erste Mozart-Konzert, den ersten Bach – das vergisst man nie», schwärmte Hope. Für die Zukunft hat er sich vorgenommen, zusammen mit dem Geigenkollegen Zimmermann und den weiteren Stimmführern eine «gemeinsame Vision» für das Orchester zu entwickeln. Wie diese konkret aussehen könnte, verriet Hope noch nicht.

Aus der Personalie Hope und einigen Bemerkungen Bühlers kann man aber erraten, wohin die Reise gehen soll. Man zielt offenkundig auf noch mehr überregionale und internationale Ausstrahlung – Hope, der seine vielfältigen Aktivitäten auf seiner persönlichen Website unter Rubriken wie «The Violinist», «The Broadcaster», «The Musical Activist», «The Producer» und «The Author» auflistet, dürfte nicht zuletzt die mediale Präsenz des Orchesters beträchtlich erhöhen.

Schon in der kommenden Saison 2015/16 will man beim ZKO einige Konsequenzen aus Erfahrungen der vergangenen Spielzeiten ziehen. Während die Besucherzahlen bei den Konzerten in der Tonhalle 2013/14 nur geringfügig auf rund 25 000 gestiegen seien, so Bühler, habe man die Gesamtzahl durch Tourneen und Gastspiele auf über 55 700 Konzertbesucher steigern und somit mehr als verdoppeln können.

Dieser Erfolgskurs soll nun durch eine Ausweitung der Aktivitäten in Stadt und Kanton, aber auch über Zürich hinaus fortgeführt werden. Im Gegenzug wird die Präsenz in der Tonhalle bei den Abo-Konzerten – ein unerwartet drastischer Schritt – um ein Drittel, von 15 auf 10 Veranstaltungen, reduziert. Artist in Residence 2015/16 wird der türkische Pianist und Komponist Fazil Say – auch er ein Garant für viel überregionale Aufmerksamkeit.

von Christian Wildhagen

Der coole Schritt ins 21. Jahrhundert
Limmattaler Zeitung, 29.04.2015

Stargeiger Daniel Hope wird Musikdirektor beim Zürcher Kammerorchester.

Endlich, nach dem offiziellen Teil der gestrigen Programmpräsentation liess Direktor Michael Bühler die Bombe platzen: Daniel Hope ist der neue Music Director des traditionsreichen Zürcher Kammerorchesters. Wussten wir das nicht schon, fragen Sie sich jetzt. Gewiss: In dieser Zeitung stand am 29. Januar: «Wird bald ein Geiger das Zürcher Kammerorchester leiten? Vielleicht gar Daniel Hope?» Und der «Tages-Anzeiger» plapperte die Neuigkeit einige Wochen später nach. Jetzt ist es offiziell: Der britische Stargeiger tritt übernächste Saison sein Amt an. Ein Glücksfall für ein um Profil kämpfendes Kammerorchester: Hope ist nicht einfach einer, der ab und zu vorne auf dem Podium stehen und halbdirigierend Violinkonzerte fiedeln wird, sondern er steht für eine Zukunft der Klassik: Neue Projekte, neue Orte, andere Formen, der Miteinbezug von Sprache – alles Dinge, die Hope längst weltweit ausprobiert hat. Und bestens verkauft.

Hope wird allerdings explizit nicht Chefdirigent des ZKO. Als Music Director wird er andere Dirigenten und dirigierende Solisten einladen. Wer deshalb befürchtet, dass dem ZKO nun der vom ehemaligen, 81-jährigen Chefdirigenten Roger Norrington entwickelte Charakter verloren geht, hat vielleicht nicht unrecht. Aber eben: mit einem fixen Dirigenten ist man auch wieder nur ein kleines Tonhalle-Orchester. Mit Hope wird man ein noch flexibleres, noch moderneres Ensemble. Mit Hope hat man zudem einen Kopf, der international Gold wert ist. Schon in der Saison 2015/2016 wird man die Abo-Konzerte um einen Drittel kürzen (neu 10), und vermehrt im Ausland auftreten.

Fazil Say ist dann Artiste in Residence – und Norrington dirigiert zum Glück weiterhin einige Abende. Die Auslastung ist gestiegen, die Eigenwirtschaftlichkeit ebenso. Auch die CD-Produktion läuft, eben ist eine frische Aufnahme von Haydn-Sinfonien erschienen. Kurz: Es sieht gut aus für das ZKO.

von Christian Berzins

Klavierquartette von Brahms, Schumann und Mahler
Aachener Nachrichten, 24.04.2015

„Klavierquartette von Brahms, Schumann und Mahler“ Deutsche Grammophon/Universal

Unter den zurzeit angesagten Geigern ist Daniel Hope sicher einer der respektabelsten. Vielleicht auch deshalb, weil die Seitensprünge des gebürtigen Südafrikaners vom Podium des mit den großen Orchestern der Welt konzertierenden Solisten von so außerordentlicher Qualität sind. Der 41-Jährige hat Alben mit Sting gemacht, mit Sophie van Otter, mit Max Raabe, spielt Jazz und Filmmusik. Er engagiert sich für Amnesty International, äußert sich politisch, gilt nach seiner Zeit beim Beaux Arts Trio als versierter Kammermusiker. Nun lässt er einen Konzert-Mittschnitt aus New  York mit Klavierquartetten vermarkten. Man darf hin- und hergerissen sein.
Der Kopfsatz aus einem unvollendeten Quartett des 16-jährigen Gustav Mahler zeugt von erstaunlicher Reife eines an Schumann und Brahms geschulten Studenten. Und das Ensemble, zu dem sich die PianistinWu Han, der Bratscher Paul Neubauer und David Finckel am Cello gesellen, harmoniert im selten gehörten Werk bestens. Mahlers romantische Seele blüht. Die CD jedoch legt man für Schumann und Brahms ins Laufwerk. Schumanns E-Dur-Quartett ist einfach wunderbare Musik. Hier schon zeigt sich die Krux eines Ensembles, das von einem Weltklasse-Geiger geführt wird. Wenn der Cellist das gesangliche Thema im Andante cantabile anstimmt, ist man gerührt, wenn es Hope wenige Takte später wiederholt, ist man begeistert. Und verärgert zugleich. Denn man hätte doch gern den Eindruck, dass da ähnlich talentierte Musiker zusammenspielten. Nun ist auch Brahms g-Moll-Quartett dank Hopes wunderbaren Impulsen und seiner großen Erfahrung nichts für die Schublade. Im Gegenteil. Irgendwie quillt große Vitalität aus den Boxen, der im Studio aufgehübschte Live-Mitschnitt versprüht unmittelbaren Charme. Immerhin.

Daniel Hope, aventurier des accords perdus
Le Figaro, 21.02.2015

Féru d’histoire, le violoniste livre “Escape to Paradise”, fascinant retour aux sources du “son hollywoodien”

Le Figaro



  all press reviews

Print Interviews

2015


Das Vitamin zum Leben
Schleswig-Holstein am Sonntag, 31.05.2015

Welchen Stellenwert hat die Kammermusik für Sie? LINK

Le Son d’Hollywood
The Good Life, 05.06.2015

Le Son d’Hollywood – LINK

Tutti-magazine
Tutti-Magazine, 24.06.2015

Nous rencontrons le violoniste Daniel Hope lors de son bref passage à Paris le mois dernier. Tout juste arrivé de Suisse où il interprétait à la fois la version originale des Quatre saisons de Vivaldi et celle recomposée par Max Richter, il se préparait à jouer dès le lendemain, à Paris, le Concerto d’Elgar avec l’Orchestre Symphonique de la Garde républicaine. Un concert qui fera date pour les spectateurs rassemblés en la cathédrale Saint-Louis des Invalides le 25 juin, tant l’interprétation de Daniel Hope se hissait à des sommets de musicalité et d’engagement rarement atteints. Son “ex-Lipinski” faisant fi de la réverbération, portait de façon magique la moindre nuance avec une poésie et une maîtrise de chaque phrase. Un tel dialogue avec l’orchestre et le public est si intense et si rare qu’on se demande pourquoi la France n’accueille pas plus souvent cet interprète unique auquel la Fondation Européenne de la Culture “Pro Europa” vient tout juste de décerner le Prix Culturel Européen pour la Musique…

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«Yehudi Menuhin rettete meine Familie»
SonntagsBlick, 08.11.2015

Dem legendären Violin­virtuosen verdankt Daniel Hope alles, auch seine Karriere. Jetzt führt sie ihn nach Zürich.

Zeitungsinterview

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