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Concert Reviews



2014


Vivaldi remixed
Potsdammer Neuste Nachrichten, 29.12.2014

Vier Jahreszeiten für den Klub im Nikolaisaal

Wohl kaum ein Stück der klassischen Musik ist so bekannt wie die Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi. Tausendfach wurden und werden die Violinkonzerte von Virtuosen gespielt und erklingen oft genug auch außerhalb der Konzertsäle in Restaurants, Supermärkten und als Handy-Klingelton. Diesen barocken Blockbustern eine zeitgemäße Fassung zu geben, muss eine besonders große Herausforderung für den Komponisten Max Richter gewesen sein. Doch dem englischen Komponisten, der vielfach prämierte Filmmusik schuf, gelang mit seiner Klub-Version ein neuer Hit. Nicht unerheblichen Anteil daran hatte der Geiger Daniel Hope, dem die Neufassung auf den kostbaren Violinleib der Ex-Lipinski von Guarneri del Gesú geschrieben wurde.

Im Nikolaisaal Potsdam erklangen am Samstag sowohl die 300 Jahre alte Version als auch die aus dem 21. Jahrhundert. Ein didaktischer Fingerzeig war dabei nicht zu übersehen – mittels Ohrphon konnte man zugleich Erläuterungen anhören – aber auch ohne das Ding ergab das einen anregenden Ausflug in 300 Jahre Musikgeschichte. Der fantastische Solist Daniel Hope und das Orchester l’arte del mondo unter der Leitung von Werner Ehrhardt lieferten eine volle Dröhnung Vivaldi ab, um in der Klubsprache zu bleiben. Nicht zufällig erlebte die elektronische Version ihre Premiere vor zwei Jahren im Berliner Kult-Klub Berghain.

Was hätte Antonio Vivaldi gesagt, wenn er gewusst hätte, dass seine Vier Jahreszeiten noch drei Jahrhunderte nach ihrer Entstehungszeit landauf landab gehört und gespielt werden? Diese Musik fasziniert, weil sie eingängig und überraschend, populär und experimentell, rational und phantasievoll und leidenschaftlich ist. Dem trägt das Kammerorchester temperamentvoll Rechnung und erzeugt kantige, expressionistische Tonbilder, die von den feinen, goldenen Linien der Violine von Daniel Hope durchzogen werden. Der Geiger stürzt sich in die Klangwogen, glitzernd spritzt Gischt auf bei den Springbogen-Kunststücken, gläsern klirren und schlingern die Saiten am Steg auf dem kalten Eis.

Nach der Pause erklingt die Max-Richter-Version, die für die recomposed-Serie der Deutschen Grammophon entstanden ist. Bei den kurzen Stücken scheint Vivaldi stets durch, doch zugleich ist der Charakter zeitgenössischer Klub- und Filmmusik unüberhörbar. Zu Beginn noch deutlich, später immer raffinierter verweben sich elektronische Einspielungen mit den analogen Instrumenten, die von einer Harfe verstärkt werden. Richters Version ist basslastig, bisweilen wummernd im Techno-Stil, reduzierter, fokussiert auf kleine Szenen, die mit viel Sinn für Steigerung aufgebaut werden und häufig abrupt wie ein Bildwechsel enden. Die Solovioline erhält mehr Raum als im Original und spielt mit markiger Verve gegen die elektronisch verstärkten Klangstürme an. Dem Breitwand-Technicolor-Sound trägt Daniel Hope jetzt mit breitem Strich, viel Vibrato und allerlei Tonverfremdungen Rechnungen, weit mehr als schon bei Vivaldi vorhanden. Für den Ton war extra Chris Ekers, „einer der besten Sound Engineers“, aus London gekommen, wie Hope dem staunenden Publikum erklärt. Als Zugabe gibt es für die aufgerauten Ohren reinen Vivaldi, der letzte Satz aus dem Doppelkonzert a-Moll, und mit der Air ein reiner Johann Sebastian Bach, so unverfremdet wie es heute, 300 Jahre später, noch geht. Begeisterter Beifall belohnt das gelungene Klangexperiment aus alt und neu.

von Babette Kaiserkern

Bundeswettbewerb Gesang – Der Klang der Zukunft
Tagesspiegel, 03.12.2014

von Udo Badelt

Parade toller Stimmen: Das Finale des Bundeswettbewerbs Gesang in der Deutschen Oper zeigt, wie hoch das Niveau beim Sängernachwuchs ist.

Wenn fast 2000 Augenpaare auf dich blicken und die Aufregung dich fast auffrisst – dann ist es gut, einen coolen Moderator zu haben, der mit britischem Witz in die Blase sticht, auf dass ein wenig Luft entweiche. Daniel Hope spielt diese Rolle beim Finale des Bundeswettbewerbs Gesang in der Deutschen Oper Berlin mit Bravour, als Geigensolist dürfte er selbst schon alle Höllenkreise des Lampenfiebers durchschritten haben. Eine Finalistin singt Rossini? Bitte sehr, Hope hat für alles eine Anekdote parat: Warum er denn Wagners „Tannhäuser“ mit umgedrehten Noten spiele, soll ein Schüler den Meister aus Pesaro gefragt haben, das klinge ja grauenvoll.

„Ich hab es schon andersrum versucht“, antwortet der wütend, „klingt auch nicht besser.“

Gleich die erste Teilnehmerin legt stark vor: Athanasia Zöhrer singt Gounods „Ah! Je veux vivre dans le rêve“ aus „Romeo und Julia“ mit sattem Sopranschmelz und kindlich-überschwänglichem Minenspiel – zu überschwänglich vielleicht, am Ende bekommt sie nur den vierten Preis. Von völlig anderem Temperament: Henriette Gödde, die sich in Saint-Saëns’ „Mon cœur s’ouvre à ta voix“ eher mütterlich gibt. Sylvia Rena Ziegler – die Siegerin? – verleiht „Una voce poco va“ aus Rossinis „Barbiere“ mit mysteriös eingedunkeltem Mezzo eine schwarze Note – und steigt später mit zwei herrlich gesungenen, in jeder Facette ausgeleuchteten Liedern von Aribert Reimann für Alt solo noch tiefer hinab. Eine Menge traut sich Raffaela Lintl. Mit der Felsenarie hat sie sich eines der schwersten Stücke aus Mozarts „Così“ ausgesucht. Was sie technisch bewältigt (wohl auch wegen des langsamen Tempos von Axel Kober am Pult des Orchesters der Deutschen Oper), bezahlt sie mit mangelndem Ausdruck. Wenig ist zu spüren von Fiordiligis trotzigem Zorn und dem schwankenden, eben gerade nicht felsenfesten Grund, auf dem ihre Selbstsicherheit steht.

Die Jury beurteilt die zehn Finalteilnehmer, acht Damen, zwei Herren, auch nach den Leistungen aus den Vorrunden. Den Sieger, Sebastian Wartig, dürften trotzdem nur wenige auf dem Schirm gehabt haben. Der Bariton, ehemaliges Kreuzchor-Mitglied, singt solide und mit stiller Inbrunst, introvertiert. Kein Feuer, eher die glimmende Glut danach. Was, zum Glück, Mäkeln von der Höhe hinab ist. Der Abend ist eine Parade toller Stimmen. Und Daniel Hope absolut beizupflichten, wenn er den Wettbewerb „auch“ eine Castingshow nennt – die aber gerade im direkten Vergleich mit „DSDS“ & Co. klarstellt, wie bestürzend niedrig dort das Niveau ist.

Schleswig-Holstein Musik Festival : Ein guter Ausklang für den Konzertsommer auf Gut Altenhof
Eckernförder Zeitung, 23.08.2014

Geiger Daniel Hope und der Pianist Sebastian Knauer beenden Festival-Reihe im Kuhhaus für dieses Jahr
Altenhof | Der Sommer neigt sich seinem Ende zu, und auch die diesjährige Altenhof-Saison des Schleswig-Holsteinischen Musik Festivals (SHMF) fand am Donnerstag mit einem letzten Konzert ihren Abschluss. Als Künstler waren der Geiger Daniel Hope und der Pianist Sebastian Knauer in die Konzertscheune am Gut gekommen. Sie hatten ihr Programm unter das Motto „Hommage à Joseph Joachim“ gestellt.

Joseph Joachim war zu seiner Zeit ein begnadeter Geiger (1831 – 1907). Als er 1853 Beethovens bis dahin nicht sehr hoch geachtetes Violinkonzert mit großem Erfolg gespielt hatte, flog ihm Clara Schuhmanns ganze Sympathie zu: „dass ich nie solch Violinspiel gehört…“ Es entstehen tiefe Musikerfreundschaften zwischen dem Hause Schumann, Joseph Joachim und dem damals 20-jährigen Komponisten Johannes Brahms aus Hamburg. Die große gegenseitige Wertschätzung hatte gemeinsames Musizieren und Komponieren zur Folge.

Hope und Knauer spielten Kompositionen aus dieser beseelten Zeit: zu Beginn das Scherzo c-Moll von Johannes Brahms aus der „F.A.E“-Sonate, komponiert für Joachim und dessen Lebensmotto „Frei Aber Einsam“. Clara Schumanns Romanze in Des-Dur folgte – zart, fein und hoch emotional. Brahms’ „Regenliedsonate“ nach Texten von Klaus Groth wurde mit so viel innerer Anteilnahme gespielt, dass sich wohl kaum einer der starken Wirkung dieser Komposition entziehen konnte. Musik wie atmen. Atmen und leise lächeln. Melancholisch – und durch regengraue Tropfenschleier Erinnerungen aus Kindertagen sehen. Diese Musik malte Bilder. Und Daniel Hope betörte mit seiner Kunst des lang gehaltenen, bis zur Stille ausgehauchten Abschiedstons. Wunderbar und tief ergreifend.

Bevor Joseph Joachim selbst mit seiner Romanze B-Dur op.2 Nr.1 „zu Worte“ kam, gab es zwei Kompositionen von Felix Mendelssohn, Fassungen für Violine und Klavier. Noch viel mehr als dort im „Hexenlied“ konnte Hope allerdings in Joachims Werk sein Können kredenzen. So differenziert zwischen sanftem und kraftvoll furiosem Spiel, so farben – und facettenreich in seinem Ausdruck, dazu diese kostbare Guarneri del Gesù (1742) mit ihrem besonderen Klang – das war für alle, die sensibel hören können, ein kaum zu vergleichender Hochgenuss. Stets an seiner Seite der international bewunderte Pianist Sebastian Knauer, ein Großmeister seines Fachs, ohne dessen Kunst die glänzende Gesamtwirkung des Konzertes undenkbar wäre.

Als krönender Abschluss erklang die Sonate für Violine und Klavier c-Moll op.45 von Edvard Grieg (1843-1907) – ein seltsam zerrissenes Stück, teils sehr modern, fast expressionistisch und dann doch schönste Strecken norwegischer Folklore. Nach diesem kongenialen Spiel von Violine und Klavier applaudierte das Publikum, jubelte und trommelte mit den Füßen, so dass Hope und Knauer drei Zugaben spendierten. Ein guter Ausklang für diesen Konzert-Sommer.

Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gentleman der Geige erklärt den Leuten Beethoven
Frankfurt Neue Presse, 23.09.2014

Gentleman der Geige erklärt den Leuten Beethoven

Der englische Geiger versteht es fabelhaft, seinem Publikum die klassische Musik nahezubringen. Bei seinem Gesprächskonzert in der Alten Oper Frankfurt öffneten sich bereitwillig alle Ohren.
Die Anweisungen des Arztes für den kränkelnden Beethoven waren eindeutig: “Kein Tee, kein Kaffee, kein Alkohol und nur ungewürzte Suppe”. In einer solchen Situation schließlich war der Meister in der Stimmung, ein Werk zu komponieren, das die musikalische Welt von damals für immer verändern, ja revolutionieren würde. Daniel Hope, langjähriger Geiger des renommierten “Beaux-Arts-Trio”, hatte bei seinem Gesprächskonzert zahlreiche solcher Details auf Lager. Auch, dass Beethoven um den Lohn seiner Arbeit zu fürchten hatte. Ein ursprünglich schwerreicher Mogul aus Russland, der die späten Quartette in Auftrag gegeben hatte, meldete plötzlich Konkurs an. Schließlich lagen über 600 Seiten Entwürfe und Skizzen auf dem überbordenden Schreibtisch des Komponisten.

Es wurde aber auch reichlich musiziert bei diesem Gesprächskonzert im Mozart-Saal. Vier Stimmführer des Opern- und Museumsorchesters hatten sich zusammengetan und in feiner, durchgeistigter Weise Auszüge aus dem cis-Moll-Quartett vorgestellt: Dimiter Ivanov und Sebastian Deutscher (Violinen), Philipp Nickel (Viola) und Rüdiger Clauss (Cello). Einen Abstecher gab es zum nicht minder eigenwilligen Beethoven der Frühzeit, zu den beiden Klaviertrios op. 1 (1 und 3), bei denen sich neben Hope auch der Pianist Walter Delahunt klangvoll hervortat. Ein Auszug aus der “Kreutzer”-Sonate und schließlich der Einstieg zu Schuberts Klaviersonate G-Dur als Ausklang vervollständigten den aufschlussreichen Nachmittag.

Von Matthias Gerhart

Zwischen Euphorie und Galgenhumor
Volksfreund, 23.10.2014

Autor: Martin Möller

(Luxemburg) So hat sich der Erste Weltkrieg selten dargestellt – euphorisch, befreiend, teilweise beschwingt und mit Galgenhumor. Das Konzert “War and Pieces” in der Luxemburger Philharmonie schildert die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts aus der Sicht Betroffener. Und zeichnet die Grundstimmung nach, die zu Kriegsbeginn die Menschen erfasste.

Luxemburg.
Man verlässt die Philharmonie mit einer Mischung aus Amüsement und Beklemmung. So neu und so anders hat sich der Erste Weltkrieg nur selten dargestellt. Der Start mit Beethovens “Egmont”-Ouvertüre, gespielt vom Orchestre Philharmonique unter Sascha Goetzel, einem martialischen Zitat aus dem ersten Akt von Goethes gleichnamigem Drama und einem Propagandagedicht über “das deutsche Geschütz” mochte dem aktuellen Bild des Kriegs noch am nächsten kommen. Auch Gabriel Prokofjews Violinkonzert mit dem moderierenden Solisten Daniel Hope sprach in futuristisch beeinflussten Klangbildern vor allem von Tod, Zerstörung und dem Ende der alten Welt. Und das gleichfalls uraufgeführte Chorwerk “Papillon” von Catherine Kontz wirkte in der blitzsauberen Ausführung durch den Robert-Schuman-Chor (Leitung: Martin Folz) und seinen historischen, auf das Mittelalter zurückgreifenden Stilelementen wie ein stilles Requiem.

Doch in der Pause wechselte die Veranstaltung mit etwa 300 Zuhörern vom großen Auditorium in den Kammermusiksaal, und inhaltlich erschloss sich eine andere Welt. Da beleuchteten Tenor Michael Schade und eine sechsköpfige Combo mit Daniel Hope an der Spitze mit Songs von Patrick Gilmore bis Norbert Schultze den Krieg aus einer ganz anderen Perspektive.

Ja, es waren auch mahnende und warnende Stimmen dabei – ein Gedicht von Wilfred Owen (1893-1918) beispielsweise, Dichter von Brittens “War Requiem”. Aber in den meisten Songs und Gedichten spiegelte sich die enorme Euphorie bei Kriegsbeginn, eine Aufbruchsstimmung, als hätte sich mit dem Waffengang alles Enge, Verschrobene, Unehrliche der alten Zivilisation erledigt. Michael Schade, der weltberühmte Tenor, der noch vier Tage zuvor an der Wiener Staatsoper den “Idomeneo” gesungen hatte, ging die meist britischen Songs mit Vehemenz an und offenbarte auch auf diesem für ihn neuen Terrain ein beeindruckend reiches Klang- und Ausdrucksspektrum.

Mag sein, dass mit zunehmender Kriegsdauer die Hochstimmung Schritt für Schritt von Galgenhumor abgelöst wurde. Aber etwas von der Anfangsbegeisterung überdauerte bekanntlich Krieg und Friedensschluss: die Rede vom “Stahlbad” etwa oder Ernst Jüngers “Stahlgewitter”. Auch das, und nicht nur das Elend in den Schützengräben gehört zur Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts mit ihren vorhersehbaren Folgen. “War and Pieces” hat diese Aspekte eindringlich in Worte und Töne gefasst.




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PRESS REVIEWS



2015


In the Shadow of Giants – Daniel Hope explores the Golden Age of Hollywood strings
Strings, 23.01.2015



2014


Escape to Paradise: The Hollywood Album. Music by Rózsa, Korngold, Castelnuovo-Tedesco, Eisler, Zeisl, Waxman, Jurmann, Weill, Morricone, Heymann, Williams, Hupfeld & Newman
The Strad, 20.11.2014

An over-abundance of riches in an exploration of the Hollywood sound

Musicians
Daniel Hope (violin) Sting, Max Raabe (vocals), Jacques Ammon (piano), Maria Todtenhaupt (harp), Royal Stockholm Philharmonic Orchestra/Alexander Shelley, Deutsche Kammerorchester Quintet Berlin

Composer
Rózsa, Korngold, Waxman, Morricone

The centrepiece of Daniel Hope’s latest album is a commanding performance of the Korngold Concerto that exchanges the swashbuckling, rapier-precision authenticity of Heifetz’s premiere recording for a more heart-on-sleeve, portamento-inflected espressivo that makes it sound more than ever like the concerto Richard Strauss might have composed during his tone-poem heyday. Some may feel that for music already so saturated with bravado machismo and cantabile intensity, less is sometimes more. Yet for a full Technicolor exposé, supported to the hilt by rising conducting star Alexander Shelley, and captured  in gloriously lucid sound, there is no doubting its thrilling impact.

On this kind of form, the dream coupling might have been Castelnuovo-Tedesco’s ‘I profeti’ Concerto (another of Heifetz’s ‘west coast’ specialities), with perhaps the Waxman ‘Carmen’ Fantasy thrown in for good measure, but Hope opts for a selection of filmic miniatures by (mostly) European composers working in Hollywood during the 1930s and 40s. Miklós Rózsa (whose stirring Concerto is another masterwork that might have been included here) is represented by love themes from Ben Hur, El Cid and Spellbound, and there’s the rub: all three are magnificent scores heard in context, but excerpted and placed alongside other miniature sweetmeats – no matter how seductively eloquent the playing – makes this an album best dipped into rather than listened to at a single stretch.
by Julian Haylock

Escape To Paradise – The Hollywood Album
all-access-lounge.de, 19.09.2014

von: Sebastian Hiedels

Von Korngold über »Cinema Paradiso« bis zu Sting: Auf seinem neuen Album findet Daniel Hope einen verblüffenden Schlüssel zur Filmmusik. Sie ist Echo der europäischen Exil-Komponisten. Eine Breitbild-Spurensuche in Klängen. Das Album ist seit dem 29. August erhältlich.

Hollywood ist der Ort unserer Träume. Doch wenn Daniel Hope ihn nun mit seiner Geige bereist und erforscht, verändert sich unsere Wahrnehmung. Hope beweist, dass der »Hollywood Sound« ein Klang mit Geschichte und aus Geschichten ist. Die Traumfabrik von Los Angeles war ein Ort, an dem Gestrandete ihre Hoffnungen aus den Koffern kramten und ihre Träume in Klänge verpackten. Großes, menschliches Kino mit fatalen Schicksalsschlägen und amerikanischen Erfolgsgeschichten.

Auf seinem neuen Album begibt sich der Star-Geiger auf eine sinnlich-historische Spurensuche im Breitbildformat. Und wieder gelingt Hope über die Musik ein faszinierender Blick auf die Geschichte: Nachdem er sich bereits mit den verbotenen Kompositionen des Dritten Reiches beschäftigt hat und mit den von den Nazis ermordeten Tonsetzern, nimmt er dieses Mal die Spuren jener Musiker auf, denen die Flucht in die USA gelang. Eindrücklich lässt Hope hören, dass der Schmerz der Flucht, das Zurücklassen der alten Kulturen und die Sehnsucht nach einer besseren Zukunft die Grundlagen des »Hollywood Sound« sind. Mit seiner klugen Auswahl zieht der Geiger einen Bogen von Erich Wolfgang Korngold bis zu Filmklassikern wie Schindlers Liste und Cinema Paradiso.

Keimzelle ist für Hope das Violinkonzert von Korngold, das er in der Interpretation vom »König der Geiger«, von Jascha Heifetz, der seinerseits nach Hollywood emigriert war, kennengelernt hat. Korngold emigrierte 1934 nach Hollywood, arbeitete für die Warner Bros.-Studios und erhielt zwei Oscars für seine Filmmusiken, 1937 für Anthony Adverse und 1939 für The Adventures of Robin Hood. Sein leidenschaftlich träumerisches Violinkonzert steht für Hope stellvertretend für alle Hoffnungen und Sehnsüchte, die das Kino seit jeher bedient. Ein kluger Gedanke, der auch musikalisch greifbar wird, denn letztlich ist der Film für Hope nichts anderes als eine opulente Welt der Flucht aus unserer Wirklichkeit.

Hope horcht dem europäischen Echo der 1930er-Jahre nach, wenn er sich den Berliner und Wiener Shows und Revues annähert. Mit von der Partie ist Sting mit »The Secret Marriage«, seiner eigenen Version des Hanns Eisler Liedes »An den kleinen Radioapparat«. Der Popstar hatte den Brecht-Text des Liedes schon 1987 umgedichtet und nun singt er den Song noch einmal gemeinsam mit Hope ein. Außerdem singt Max Raabe »Speak Low« von Kurt Weill.

Hope stellt auch die Oper Hiob von Eric Zeisl nach dem gleichnamigen Roman von Joseph Roth vor, die sich ebenfalls mit der Flucht aus Europa in die USA beschäftigt. Und plötzlich wird ganz selbstverständlich klar, dass die Entwicklung der Musik von Wagner und Mahler über die Wiener Schule von Schönberg, Korngold und Zemlinsky seine Fortsetzung in den Filmstudios von Hollywood fand. Hier mussten die Exil-Komponisten allerdings ihr Gedanken-Gepäck aus 12-Ton-Musik gegen die neue US-Mode des Pathos eintauschen und von der Walzerwelt in die Welten von Romanzen und »Wild West« eintauchen. Flucht bedeutet eben immer auch das Zurücklassen alter Traditionen. Ein Thema, das Daniel Hope persönlich verfolgt: Seine Großeltern sind vor Hitler nach Südafrika geflohen, und seine Eltern vor dem Apartheidsregime nach England.

Mit seinem neuen Album reist Hope bis in die Gegenwart. Neben den Klassikern Ben-Hur und El Cid von Miklós Rózsa hat er sich drei Filme und Komponisten ausgesucht, die ebenfalls das Thema Flucht aufgreifen: John Williams als Korngold-Erbe in Schindlers Liste, Thomas Newmans American Beauty und natürlich Ennio Morricone mit seiner Ode an den Fluchtraum Kino in Cinema Paradiso.

Am Ende dieser CD über den »Hollywood Sound« erklingt ein angedeuteter Nachhall: Hope spielt Herman Hupfelds »As Time Goes By« aus dem Filmklassiker Casablanca – ebenfalls eine große Ode an die existenziellen Momente von Menschen auf der Flucht.

Das war meine Rettung
Zeit Magazin, 01.10.2014

Einen Traum erfüllt: Daniel Hope und sein Hollywood-Album
hr2-Kultur, 02.10.2014

Was macht man, wenn die Tage wieder kürzer werden und es draußen ungemütlich wird? “Weg von hier”, mag sich der eine oder andere da denken. Da kommt das neue Album von Daniel Hope gerade richtig: “Escape to Paradise” heißt es, ein Hollywood-Album, für das der Stargeiger Musik aufgenommen hat, die beispielhaft ist für den Sound, der die Bilder aus der Traumfabrik seit Jahrzehnten so eindrucksvoll ergänzt.

 

Erschienen ist die CD bei der Deutschen Grammophon, mit Werken von Erich Wolfgang Korngold, Hanns Eisler und Kurt Weill bis hin zu Filmmusik aus Casablanca, Ben Hur, Schindlers Liste oder American Beauty.

Wer Daniel Hope kennt, der weiß, dass er für fantasievolle, ja fantastische Projekte steht, in die er viel Kreativität und Herzblut steckt. Diesmal hat er Musik von Exil-Komponisten aufgenommen, die in der Traumfabrik von Los Angeles gestrandet waren und dort den “Hollywood-Sound” kreierten – ein Klang mit Geschichte und vor allem aus Geschichten. Einzelschicksale, Träume, in Klänge verpackt, und großes, menschliches Kino.

2 Jahre Recherche

Zwei Jahre hat Daniel Hope für sein Album recherchiert. Er stöberte in den Archiven der Paramount Studios und dabei wurde klar, dass in vielen Kompositionen der Gedanke der Flucht mitspielte, das Zurücklassen alter Kulturen und die Sehnsucht nach einer besseren Zukunft. Auf seiner CD spannt Daniel Hope einen Bogen von dem jungen Erich Wolfgang Korngold bis hin zu Komponisten, die zwar keine Flüchtlinge mehr waren, deren Musik sich aber auf eigene Weise mit dem Thema Flucht beschäftigt: So ist z.B. John Williams‘ Musik zu Schindlers Liste dabei, oder auch das Love Theme aus Cinema Paradiso von Ennio Morricone.

Hollywood schreibt auch Musikgeschichte

Der Hollywood-Sound vom Echo der europäischen Exil-Komponisten bis heute – mit “Escape to Paradise” ist es Daniel Hope gelungen, den Fokus auf das zu richten, was sonst eher hinter opulenten Bildern verschwindet: denn die Filmindustrie der Traumfabrik hat auch musikalisch Geschichte geschrieben.

Wie waren die Hörgewohnheiten der Komponisten, die aus Europa nach L.A. kamen? Und welchen Einfluss hatten sie auf die Soundtracks von heute? Überflüssig zu sagen, dass es Daniel Hope bei aller Leidenschaft zu vermeiden weiß, sich der Gefühlsduselei hinzugeben. Mit seinem Album verwandelt er sich in einen Regisseur, der zeigt, dass Hollywood mehr ist als eine wunderschöne Kulisse. Mit seiner wandlungsfähigen Geige führt Hope die unterschiedlichsten Bilder vor Augen. Dazu tragen auch Sting, Max Raabe und all die anderen Musiker bei, die bei “Escape to Paradise” mitgewirkt haben, außerdem reizvolle Arrangements, die manchen bekannten Titel in einem ganz neuen Gewand präsentieren, und ein biegsames Royal Stockholm Philharmonic Orchestra. Mit diesem Album dürfte sich Daniel Hope einen Traum erfüllt haben – und nicht nur sich!

Von Adelheid Kleine

Escape to Paradise
Gramophone, 15.10.2014

Als den Eltern auf der Flucht das Geld ausging
Sonntagszeitung, 28.09.2014

von Christian Hubschmid

 «Yehudi Menuhin war praktisch ein Mitglied meiner Familie»: Daniel Hope, 41
Der blaue Siegelring an seinem rechten kleinen Finger leuchtet wie das Meer. Bald muss Daniel Hope auf die Bühne, doch hat er noch schnell Zeit für ein Interview. «Es entspannt mich», sagt der 41-jährige Geiger. Und bittet in seine Künstlergarderobe in der Alten Oper Frankfurt.

«Das Siegel zeigt das Familienwappen meiner Grossmutter», sagt der Brite Hope in perfektem Deutsch. Die Geschichte seiner Familie ist die Geschichte einer mehrmaligen Flucht. Zwar trat die Familie schon im 19. Jahrhundert vom Judentum zum Christentum über, trotzdem wurde Hopes Grossvater 1934 in seiner Heimatstadt Berlin auf offener Strasse ­zusammengeschlagen. Sofort entschied sich der Grossvater, fortzugehen. Nach Südafrika. Von wo später auch Hopes Vater fliehen musste. Als Apartheid-Gegner in den Siebzigerjahren.

Es ist deshalb kein Zufall, dass Daniel Hope nach dem Interview das Violinkonzert des jüdischen Exilanten Erich Wolfgang Korngold (1897–1957) spielen wird. Wobei «spielen» eine Untertreibung ist. Hope lässt das Stück knallen, bringt es zur Explosion wie ein Feuerwerk. Und danach wird man sich fragen: Korngold? Warum kennt man diesen fantastischen Komponisten nicht?

 Musik von Komponisten,  die vor den Nazis flüchteten

«Weil Korngold nach seiner Flucht Filmmusik für Hollywood geschrieben hat», sagt Daniel Hope. Zwei Oscars hat er bekommen, nachdem er in den Dreissigerjahren nach Hollywood emigriert war. Erst nach Hitlers Tod konnte er die Orchestermusik schreiben, die er eigentlich schreiben wollte. So erging es ihm wie vielen Flüchtlingen, deren Musik Daniel Hope auf seiner neuen CD «Escape to Paradise» wiederaufleben lässt.

Es ist Musik von Komponisten, die vor den Nazis in die USA flüchteten. Und es ist «nur» Filmmusik. Doch Daniel Hope macht keinen Unterschied zur zweckfreien Kunst. Die Komponisten hätten ein neues Medium mitgeschaffen, sagt Hope: den Soundtrack zum Tonfilm, den es erst seit wenigen Jahren gab. Die Filmfabrik Hollywood engagierte die europäischen Flüchtlinge mit Handkuss. Wenn sie auch nicht alle glücklich machte. Denn Musik am Fliessband zu schreiben, ist nicht jedermanns Ding. Doch sie komponierten «meisterhaft», schwärmt Hope.

Daniel Hope ist einer der wichtigsten Geiger der Gegenwart. Heute Sonntag wird er in Zürich auf der Bühne stehen, am Eröffnungskonzert des Zürcher Kammerorchesters (ZKO). Hope ist in der Saison 2014/15 Artist-in-Residence dieses renommierten Orchesters. Er sei mit dem ZKO seit seiner frühesten Kindheit verbunden, erzählt er. Jeden Sommer habe er als Kind in Gstaad verbracht, wo das ZKO jeweils am Menuhin Festival auftrat. «Yehudi Menuhin war praktisch ein Mitglied meiner Familie», sagt Hope. Und das kam so.

Daniel Hopes Vater, der Schriftsteller Christopher Hope, wurde vom Apartheid-Regime in Südafrika beschattet, weil er sich gegen die Rassentrennung engagierte. Als auch das Telefon abgehört und er bedroht wurde, floh die Familie Hals über Kopf. Erst nach Frankreich, dann nach London.

Mit 27 jüngstes Mitglied des legendären Beaux Arts Trio

«Hier ging uns das Geld aus», erzählt Daniel Hope lachend. Es war vielleicht sein grosses Glück. Denn nun suchte die Mutter einen Job und wurde Sekretärin des grossen Geigers Menuhin. 26 Jahre lang blieb sie an dessen Seite, die meiste Zeit als seine Managerin. Und Daniel Hope verbrachte seine Sommerferien am Menuhin Festival in Gstaad, dem berühmten Virtuosen lauschend, der oft mit dem Zürcher Kammerorchester spielte. Das letzte Konzert, das Menuhin als Geiger gab, erlebte Hope in der Kirche von Saanen mit.

Und er wurde selber Geiger. Einer der besten der Welt. Mit 27 war er jüngstes Mitglied des legendären Beaux Arts Trio. Heute kann er sich aussuchen, mit welchen Orchestern und Dirigenten er auftreten will. Er arbeitet auch mit Popkünstlern wie Sting zusammen und veröffentlicht Bücher, von denen jenes über seine Familiengeschichte, «Familienstücke», ein Bestseller wurde.

Was kein Wunder ist, wenn man diese Geschichte kennt. Denn auch Hopes Urgrossmutter war seinerzeit 1939 aus Berlin nach Südafrika geflohen. Nur der Urgrossvater schaffte es nicht. Er nahm sich in Berlin das Leben. Als deutscher Patriot ertrug er den Gedanken, aus seiner Heimat fliehen zu müssen, nicht.

Daniel Hope steht auf und nimmt seine Geige zur Hand. Er sagt, Musik könne die Welt nicht verändern. «Aber sie ist eine Chance, ein Gespräch anzufangen. Und wir können die Katastrophen dieser Welt nur mit Gesprächen aufhalten.»

Dann geht er auf die Bühne.

Daniel Hope spielt heute mit dem Zürcher Kammerorchester Werke von Mozart.  Zürich, Tonhalle, 19 Uhr

Der Sound von Hollywood
Crescendo, 22.09.2014

Escape to Paradise
BR-Klassik, 22.09.2014

Der Geiger Daniel Hope, geboren 1973 in Südafrika, spricht nicht nur fließend Deutsch. Er ist auch bekannt für seine Vielseitigkeit und seine ausgefallenen Programm, die niemals nur unterhaltsam sein wollen sondern meist eine inhaltliche Botschaft haben.

Schon beim CD-Cover fällt auf: Alles ist hier irgendwie nostalgisch geraten. Und eigentlich müsste der Schriftzug im Hintergrund noch “HollywoodLand” heißen – wie zu jenen Zeiten, von denen diese CD erzählt. Es ist die große Ära der europäischen Emigranten. Die Ära des Holocaust. Und der Focus dieses Filmmusik-Album liegt auf jenen jüdisch-europäischen Exilanten, ohne die es den später so genannten “Hollywood Sound” vermutlich nie gegeben hätte: Miklos Rozsa, Franz Waxman und erst recht Erich Wolfgang Korngold.

Schwelgerischer als Heifetz

Korngolds Violinkonzert op.35 ist das ausladendste und sicherlich prominenteste Werk dieser CD; ein Werk, das einerseits eng verknüpft ist mit den Soundtracks großer Errol Flynn-Streifen wie “Another Dawn” oder “Der Prinz und der Bettelknabe”, das andererseits aber längst ins feste Repertoire großer Geiger gehört, seit Jascha Heifetz das Werk auf der Konzertbühne uraufführte. Daniel Hopes Interpretation ist deutlich schwelgerischer als diejenige von Heifetz, und sie ist – wie fast alle Darbietungen dieser CD – durchdrungen von Hopes Sendungsbewusstsein. Ihm geht es um jene Botschaft abseits des glamourösen Hollywood-Emblems und um die Aufdeckung durchaus tragischer Begleitumstände, die zu dieser Musik geführt haben.

Begnadeter Geigeninterpret und verbaler Mittler

Der scheinbar beschwingte Walzer aus “Come back, little Sheba” beispielsweise wurde von dem Mann komponiert, den 1934 die Nazis in Berlin auf offener Straße zusammenschlugen und der dann über Paris in die USA emigrierte: Franz Wachsmann, der sich später “Waxman” nannte. Und wenn an anderer Stelle Max Raabes wohlvertraute Nostalgiestimme erklingt, nämlich in Kurt Weills “Speak Low”, dann erhält auch das plötzlich ein ganz anderes Gewicht – dank der Person Daniel Hopes, der hier wieder einmal in einer Doppelrolle agiert: als begnadeter Geigeninterpret und im Begleitheft als verbaler Mittler.
Ein durchaus nachdenklich stimmendes Hollywood-Album!

Von: Matthias Keller



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BOOKS

Buch

toi toi toi

Was tut ein Pianist, wenn ihm mitten im Konzert vor ausverkauftem Haus plötzlich der Flügel wegrollt? Wie reagiert ein Geiger, dem während seines Auftritts eine Saite reißt? Wie soll ein Dirigent sich verhalten, wenn beim Konzert in der vordersten Reihe …

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Audio Interviews

Daniel Hope in interview at Deutschlandfunk


Daniel Hope – Escape to paradise


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Print Interviews



2014


Geigenforscher
Letzebuerger Journal, 12.12.2014

Russian magazine Music Life № 9. 2014
Music Life, 13.11.2014

Daniel Hope, explorateur de la mémoire
ResMusica, 29.09.2014

Le violoniste Daniel Hope peut s’enorgueillir d’un parcours impressionnant : membre du légendaire Beaux-Arts Trio, il a partagé la scène avec Yehudi Menuhin.

Ce musicien, virtuose de l’archet et des réseaux sociaux ne se contente pas des chevaux de bataille. Il recherche et il explore à l’image de l’indispensable DVD consacré aux musiques composées au camp de concentration de Terezín auquel un International Classical Music Awards (ICMA) 2014 a été décerné.

 

Le violoniste Daniel Hope peut s’enorgueillir d’un parcours impressionnant : membre du légendaire Beaux-Arts Trio, il a partagé la scène avec Yehudi Menuhin.

Ce musicien, virtuose de l’archet et des réseaux sociaux ne se contente pas des chevaux de bataille. Il recherche et il explore à l’image de l’indispensable DVD consacré aux musiques composées au camp de concentration de Terezín auquel un International Classical Music Awards (ICMA) 2014 a été décerné.

Interview par Pierre-Jean Tribot
ResMusica : Vous êtes à l’aise dans tous les répertoires du baroque au contemporain. Cette flexibilité stylistique est-elle l’ADN des musiciens du XXIe siècle ?
Daniel Hope : Chaque musicien est différent. J’aime envelopper tous les styles car j’aime la belle musique et les compositeurs composent de la belle musique depuis plus de 500 ans ! J’apprécie de jouer les musiques avec les meilleurs spécialistes de chaque époque. Cet aspect est très important pour moi car j’apprends d’eux. Je ne peux pas faire de généralisation, mais pour moi jouer des musiques baroques, classiques, romantiques, modernes ou contemporaines est important car je les aime !

RM : Vous avez remporté  un ICMA pour ce superbe documentaire consacré aux musiques composées à Terezín. Pouvez-vous nous expliquer l’origine de ce documentaire ?
DH : Je mène des recherches sur les musiques composées à Terezín depuis 15 ans. Je les ai déjà jouées à maintes reprises et même parfois déjà enregistrées. Lors de ces recherches, j’ai rencontré des survivants du camp de concentration. L’idée du film s’est développée tout naturellement comme une suite logique de ce travail de découverte et de recherche. Avec l’aide d’une fondation allemande, nous avons trouvé des fonds pour financer le documentaire. J’ai décidé de centrer la narration du film autour de deux musiciens qui ont survécu à Terezín : Alice Herz-Sommer et Coco Schuman. Cependant, mon souhait était de raconter l’histoire du camp à travers les yeux et la vie de ces musiciens. Il y avait déjà de nombreux et excellents documentaires sur le sujet, mais toujours centrées sur l’aspect purement historique. Je ne voulais pas refaire un documentaire historique, mais faire un documentaire musical. Je suis très heureux d’avoir pu mener à bien ce documentaire.

RM : Quel est votre lien personnel avec ces musiques ?
DH : J’ai découvert les musiques composées à Terezín par chance ! Je conduisais après un concert tout en écoutant la radio. J’entendis alors une musique absolument incroyable. J’ai naturellement attendu la désannonce : c’était un trio de Gideon Klein. Une pièce magistrale ! Ce fut le début d’un cheminement de 15 ans à travers ces musiques. J’ai aussi un lien personnel avec cette époque, ma famille maternelle, de confession juive, a du s’enfuir de l’Allemagne nazie pour se réfugier en Amérique ou en Afrique du Sud. Cependant, je ne connaissais pas l’histoire de cette musique avant de la découvrir par chance.

« J’ai découvert les musiques composées à Terezín par chance ! »

RM : Vous avez également conçu un concert mémoriel à Berlin autour de la Nuit de Cristal (8 novembre 2008). Ce travail de mémoire est-il un devoir pour un musicien ?
DH : Oui, mais je pense surtout que la mémoire est un devoir pour chacun d’entre nous en tant que citoyen. Pour un musicien, le devoir de mémoire est facilement réalisable car il nous suffit de jouer la musique de ces compositeurs pour la garder vivante. Il n’y a pas besoin non plus d’un concert commémoratif spécialement dédié, il nous suffit de programmer l’une ou l’autre pièce lors de nos concerts. Ce que je fais autant que possible car j’aime de tout cœur ces musiques. Cependant, le concert berlinois auquel vous faîtes allusion était une volonté politique de ma part car j’ai été profondément choqué que le gouvernement allemand ne propose aucune action pour commémorer la Nuit de Cristal.

RM : Vous avez enregistré une version recomposée des Quatre saisons de Vivaldi. Pourquoi ?
DH : Max Richter me disait qu’il était décontenancé par l’utilisation systématique de cette musique absolument n‘importe où ! Des messageries téléphoniques aux centres commerciaux en passant par les parkings et les ascenseurs ! Au fur et à mesure, il lui était impossible d’entendre la musique de Vivaldi, d’où cette idée de recomposer l’œuvre. Quand j’ai reçu son manuscrit j’ai été séduit par son respect et son amour pour Vivaldi. Il a su garder l’essence de l’esprit du compositeur pour la réintroduire dans sa recomposition. Vous savez, j’aime particulièrement jouer les deux versions lors d’un même concert.

RM : Vous êtes aussi un auteur de livre et l’un d’eux est même dédié aux catastrophes musicales [Toi, toi, toi!, Hambourg, 2011-non traduit à l’heure actuelle en français]. Quelle est la concept de ce projet ?
DH : J’ai écrit 3 livres et je travaille actuellement sur un quatrième. Cependant, pour ce livre, l’idée m’est venue suite à des conversations avec mes amis musiciens toujours prompts à raconter l’aventure ou l’évènement extraordinaire, inattendu et catastrophique qui venait de leur arriver sur scène. Le livre raconte, à travers l’histoire et les styles, de la renaissance au contemporain, tout ce qui est arrivé en termes de catastrophe(s) dans le monde de la musique et toutes ces histoires sont totalement véridiques !

RM : Quelles sont les personnalités qui ont marqué votre carrière artistique ?
DH : Tout d’abord Yehudi Menuhin ! J’ai joué à de nombreuses reprises avec lui. Ce fut une chance extraordinaire de le rencontrer et de partager avec lui des moments musicaux. Ensuite, il y a eu Menahem Pressler, à mon sens le plus grand musicien vivant. J’ai joué avec lui au sein du Beaux-Arts Trio de 2002 à 2008, ce fut une expérience magique. Enfin, je dois mentionner Zakhar Bron, mon professeur, un maître absolu du violon.

RM : Suite au succès du documentaire sur Terezín primé aux ICMA, avez-vous d’autres projets films ?
DH : Oui tout à fait, je publie cette rentrée un nouveau disque intitulé « Escape to Paradise » chez DGG. Il est centré sur des compositeurs européens exilés aux USA suite aux tensions en Europe dans les années 1930  et aux musiques cinématographiques qu’ils ont ensuite composées. Pour réaliser ce programme de cet enregistrement, je me suis rendu dans archives des studios de cinéma à Hollywood. J’ai rencontré Ronald Schoenberg, le fils d’Arnold Schoenberg et Walter Arlen, un compositeur d’origine autrichienne, qui a fuit l’Europe en 1939. J’ai déjà de la matière pour un nouveau documentaire, et je recherche actuellement des financements.

Musik hat überlebt
Augsburger Allgemeine Zeitung, 30.08.2014

Exil „Beide Urgroßväter haben im Ersten Weltkrieg für Deutschland gekämpft.“
Süddeutsche Zeitung (de), 25.08.2014

DANIEL HOPE ÜBER
Exil „Beide Urgroßväter haben im Ersten Weltkrieg für Deutschland gekämpft.“ „Das Letzte, was ich wollte, war Champagner trinken. Aber es gab kein Entrinnen…“ „Ich habe mir eine Zeitmaschine verschafft, damit ich die Musik besser verstehe.“ Zur Person

Interview: Gabriela Herpell

SZ: Sie sind in Südafrika geboren, in London aufgewachsen, leben in Wien. Wo gehören Sie hin?

Daniel Hope: Wenn ich meine Zugehörigkeit wirklich definieren müsste, würde ich mich wohl als Europäer bezeichnen. Aber meine ersten 20 Jahre habe ich in London verbracht, habe also die klassische englische Erziehung genossen. Ich spreche wie ein Brite, ich verfolge die englischen Nachrichten, gucke BBC, obwohl ich lange schon nicht mehr in London lebe.

In der deutschen Sprache gibt es das Wort Heimat, das sich auf ein reales Zuhause genauso beziehen kann wie auf ein geistiges.

In diesem Sinn wäre eben Europa und nicht England meine Heimat. Ich fühle mich genauso wohl in Deutschland, England oder Österreich – wo ich jetzt wohne – wie in Spanien oder Frankreich. Obwohl man natürlich auf große Unterschiede zwischen den Ländern trifft. Gerade das finde ich schön. Das fehlt mir in Amerika, so gern ich auch dort bin.

Das klingt fast zu vernünftig. Spüren Sie keine Zugehörigkeit durch die frühen Prägungen? Sie haben dieselben Fernsehserien geschaut, die gleichen Kinderbücher gelesen wie andere Engländer, nicht wie die Franzosen.

Ich habe in vielen Ländern gelebt und die jeweiligen Eigenarten schnell adaptiert. Ich habe in Lübeck studiert, das Norddeutsche ist mir sehr vertraut. Durch das erste Buch, das ich geschrieben habe, „Familienstücke“, habe ich die Verbindung zu Deutschland erst richtig wahrgenommen.

In dem Buch beschreiben Sie die Suche nach Ihren Urgroßeltern in Berlin. Was ist passiert?

Mein Großvater wurde Anfang 1934 von der SS in Berlin zusammengeschlagen. Er arbeitete am Deutschen Theater als Lichtregieassistent bei Max Reinhardt. Er hat sofort gewusst, was los war, hat seinen Koffer gepackt und Deutschland verlassen. Max Reinhardt sagte noch zu ihm, kommen Sie nach Hollywood, ich werde einen schönen Film machen. Den „Sommernachtstraum“. Mein Großvater sagte, dass er sich geehrt fühlte, aber so weit wie möglich weg wollte von Hitler. Hollywood hat ihm nicht gereicht, darum ging er nach Südafrika.

Ging er allein?

Seine Eltern haben nicht geglaubt, dass es so schlimm kommen würde. Seine Mutter ist 1939 in letzter Minute aus Deutschland weg. Mein Urgroßvater konnte sich nicht vorstellen, Deutschland zu verlassen, und nahm sich lieber das Leben, als das aufzugeben. Das Buch ist vor sechs Jahren erschienen. Seitdem vergeht kaum ein Tag, an dem mein Leben nicht in irgendeiner Weise zu diesem Buch in Beziehung gesetzt wird.

Wie meinen Sie das?

Neulich, nach einem Konzert in Düsseldorf, stand mir ein Mann gegenüber, dessen Vater der Anwalt meiner Urgroßmutter war. Er ist im Buch erwähnt, aber ich kannte ihn nicht. Das stärkt natürlich meine deutschen Wurzeln sehr.

Haben Sie durch die Arbeit an dem Buch Heimat dazu gewonnen?

Eine seelische Heimat, genau. Ich kann die schmerzhaften Erfahrungen, die meine Familie gemacht hat, spüren. Seit 1930 sind in unserer Familie alle Exilanten. Ich verstehe jetzt, was das heißt. Und habe Frieden damit geschlossen. Ich freue mich, in Deutschland zu sein, in Deutschland zu spielen, in Deutschland Musik zu machen. Meine Urgroßeltern waren ja auch ungeheuer patriotisch.

Das macht die Geschichte besonders tragisch.

Beide Urgroßväter haben im Ersten Weltkrieg für Deutschland gekämpft, beide waren hochdekoriert und liebten die deutsche Musik, die Literatur. Sie haben sich mit dem Judentum gar nicht identifizieren können. Ihre Familien sind Mitte des 19.Jahrhunderts konvertiert. Allerdings geht unser Stammbaum zurück bis zum ersten Rabbiner von Potsdam. Dazu kommen irisch- römisch-katholische Vorfahren. Sie sehen, ich kann mich nur als Europäer fühlen.

Wenn man so viel unterwegs ist wie Sie, hat man nicht das Bedürfnis nach einem Platz, der so etwas wie eine Heimat ist?

Das ist im Prinzip Wien. Die Musikstadt. Ich liebe es, an den Häusern vorbeizugehen, in denen Mozart oder Dvořák oder sogar Vivaldi gelebt haben. Ständig an die Musik erinnert zu werden, die ich täglich spiele. Obwohl – seit wir ein Kind haben, seit acht Monaten also, ist meine Heimat bei ihm. Wir sind sehr viel zusammen gereist. Und er hat das sehr gut weggesteckt. Das wird nicht immer so bleiben.

Die Österreicher können auch ganz schön abweisend sein, oder erleben Sie das nicht?

Oh ja. Die Wiener sind speziell. Aber ich bin genauso direkt wie sie. Man darf sich nicht einschüchtern lassen.

Darf man in London auch nicht, oder?

Absolut nicht. Aber dort beruht die Distanz auf Zurückhaltung, nicht auf Konfrontation. In der U-Bahn in London sagt niemand etwas. Doch wenn man den Menschen näherkommt, stößt man auf eine sehr freundliche Welt. Die Engländer gehören zu den höflichsten Menschen überhaupt.

Glauben Sie eigentlich, dass man das Exilantentum in der DNA hat? Und dass Sie sich deshalb leicht anpassen können?

Ich glaube, dass der Krieg die Nachkommen derer, die geflohen sind, genauso nachhaltig geprägt hat und immer noch prägt wie die Nachkommen derer, die umgekommen sind oder die sich schuldig gemacht haben. Meine Mutter ist in Südafrika aufgewachsen, mit Englisch als Muttersprache. Deutsch wurde nie mehr gesprochen in der Familie. Über Deutschland wurde auch nicht mehr gesprochen. Dieser Teil der Vergangenheit existierte nicht.

In letzter Zeit haben Sie viele Konzerte mit Musik aus Theresienstadt gegeben.

Ich bin, zusammen mit den Sängern Anne Sofie von Otter und Christian Gerhaher, auch nach Theresienstadt gefahren, wir haben Zeitzeugen getroffen und einen Film dort gedreht. Wenn man sich nur vorstellt, was aus der Musik geworden wäre, wenn diese vielen jüdischen Musiker damals überlebt hätten… Es fehlt einfach eine ganze Musikrichtung im 20. Jahrhundert.

Sie selbst leben ja, weil Ihre Vorfahren geflohen sind und überlebt haben.

Genau. Nach den vielen Jahren, in denen ich die Musik der Menschen gespielt habe, denen die Flucht nicht geglückt ist, wollte ich mich mit der Kehrseite beschäftigen. Also fing ich an zu lesen, ich habe Klaus Manns Exilliteratur gelesen, besonders wichtig war natürlich „Escape to Life“. Ich habe Thomas Mann gelesen, Hanns Eisler, und ich flog nach Los Angeles, um mich mit der Schönberg-Familie zu treffen, die immer noch in Arnold Schönbergs Haus lebt. Ich habe sie besucht, es wurde Wiener Schnitzel serviert, Sachertorte und Kaffee mit Schlag. Da stand immer noch der Stuhl von Arnold Schönberg, auf dem er saß, wenn er unterrichtete. Ich hatte das Gefühl, im Los Angeles von 1940 zu sitzen. Und wieder spürte ich, was es heißt, sich im Exil zu befinden.

Wie lang recherchieren Sie für ein solches Album?

Zwei, drei Jahre. Es war eine sehr intensive Zeit. Ich habe mich durch die Archive der Paramount Studios gewühlt. Und mit Leuten aus der Zeit gesprochen, mit 95-Jährigen, die erzählt haben, was Los Angeles bedeutet hat damals.

Wer war dabei?

Walter Arlen. Er ist 94, Komponist, floh 1939 aus Wien nach Los Angeles und wurde dann Kritiker der Los Angeles Times. Er war in jedem Konzert, er kannte all die Komponisten, die auf dieser Platte sind, persönlich. Der Pianist Menahem Pressler wiederum kannte noch Franz Waxman, der 1934 aus Deutschland geflohen war und in Hollywood Filmmusiken komponierte. Ohne diese persönlichen Informationen hätte ich mich nicht getraut, die Musik aus der Zeit nachzuspielen. Ich habe mir eine Zeitmaschine verschafft, damit ich die Musik besser verstehe.

Was ist an der Musik schwer zu verstehen?

Es gibt so viele Vorurteile der Filmmusik gegenüber. Man hält sie für banal. Aber das könnte nicht weiter entfernt von der Wahrheit sein. Ich habe ja nicht „Fluch der Karibik“ oder „Transformers“ aufgenommen. Sondern wirklich die Musik aus jener Zeit. Und die Komponisten mussten diese Musik schreiben, um zu überleben. Dabei waren gerade sie damals musikalisch auf einem ganz anderen Weg.

Auf welchem Weg?

Weg von der großen Symphonie. Denken Sie nur an Schönberg. Oder Korngold. Sie empfanden sich als Vertreter der musikalischen Moderne. Aber die Studiobosse wollten die große Symphonie von ihnen, und so wurden sie festgehalten in ihrer Entwicklung. Der Tonfilm war neu. Man brauchte einen Soundtrack. Der Hollywoodklang der Dreißiger- und Vierzigerjahre kam im Grunde aus Europa, das finde ich so spannend. Korngold hat komponiert, um Geld zu verdienen, mit dem er seine Verwandten aus Europa nachholen konnte.

Waren die meisten der Filmkomponisten jüdische Emigranten aus Europa?

Nicht nur die. Die Instrumentalisten auch. Das vervollständigte natürlich den europäischen Klang. Die Studioorchester damals in Hollywood waren mit den besten Musikern besetzt, viele von ihnen europäische Juden. Wenn man ein Violinsolo von 1935, 36, 38 hört, ist das oft Toscha Seidel. Oder Louis Kaufman. Kaufman allerdings wurde in Amerika als Sohn rumänischer Juden geboren. Ein schlauer Hund. Er hat die „Vier Jahreszeiten“ wiederentdeckt und populär gemacht. Vivaldi war vollkommen in Vergessenheit geraten. Louis Kaufman spielte die „Vier Jahreszeiten“ mit dem Klavier ein und machte daraus einen Riesen-Schallplattenhit. Da ging das Vivaldi-Fieber los, in Hollywood.

Aber das ist eine andere Geschichte. Einer der bekannteren Komponisten auf Ihrem Album ist Erich Wolfgang Korngold, geboren in Wien. Er galt schon mit elf Jahren als Wunderkind.

Und er ist für mich die Schlüsselfigur hier. Ohne ihn sind viele Filmkomponisten gar nicht denkbar. Und sein Violinkonzert ist eine alte, große Liebe von mir, weil Jascha Heifetz das so unglaublich gespielt hat, für mich der größte Geiger. Auch er hat Hollywood ja sehr geprägt.

Perfektes Zusammenspiel, wie bei Glenn Gould und den Goldberg-Variationen?

So ähnlich, ja. Ich habe das Stück schon gespielt, weil ich es so liebte, aber nur für mich, privat. 25 Jahre lang. Jetzt bin ich älter geworden und etwas mutiger. Da dachte ich, ich fange mal an, es auf Konzerten zu spielen. Und habe gemerkt, wie genial dieses Stück ist. Wie es spiegelt, was in Korngolds Leben los war: die Zerrissenheit. Ihm war immer klar, dass er Musik für Filme genauso lang komponieren würde, wie Hitler an der Macht sein würde. Dann würde er anknüpfen an die Musik, die er vorher komponiert hatte. Das Violinkonzert sollte sein Comeback werden.

Sie spielen auf dem Album auch eine Filmmusik von Ennio Morricone, die Musik von „Schindlers Liste“ und die von „American Beauty“. Wie passt das zu Ihrem Konzept?

Mich hat interessiert, wie groß der Einfluss der emigrierten Musiker auf den Hollywood-Sound war. Da kam ich auf Alfred Newman, amerikanischer Jude aus Brooklyn, der als der Pate der Hollywoodmusik gilt. Er komponierte die Musik für „Der Glöckner von Notre Dame“ und „Sturmhöhen“. Von ihm war es nicht weit zu seinem Sohn, Thomas Newman, der die Musik für „American Beauty“ komponiert hat, für mich eine der besten Filmmusiken überhaupt. So ging ich weiter, zu Ennio Morricone. Er war auch nach Amerika gegangen, zwar nicht im Krieg, sondern später. Aber er kam als unbekannter Orchestermusiker aus allerärmsten Verhältnissen. Und hat den Hollywoodklang ganz neu definiert.

Haben Sie ihn auch kennengelernt?

Ja, aber in einem anderen Zusammenhang. Das war hier, im Palace Hotel, ganz zufällig. Ist schon ein paar Jahre her. Hier steigen ja traditionell viele Musiker ab. Ich kam todmüde hier an, sah nur, dass nebenan der Raum voll mit Champagner trinkenden Menschen war. Das Letzte, was ich wollte, war Champagner trinken. Da stand auch schon Mstislaw Rostropowitsch vor mir, der russische Cellist, und sagte: „Mein Freund, komm rüber.“ Da gab es kein Entrinnen.

Sie haben doch Champagner getrunken.

Klar! Und er hat mich seinem Freund Ennio Morricone vorgestellt. Ich dachte, mein Gott, so was kann nur hier im Palace Hotel in München passieren. Dann hielt Rostropowitsch eine Rede, wie nur er sie halten kann, mit tausendmal zuprosten und anstoßen. Und sagte, mein großer Freund Morricone, ich freue mich jetzt schon darauf, dass du mir ein Cello-Konzert schreibst. Alle applaudierten. Es war klar, dass es nur eine Frage der Zeit sein würde, bis er das bekam. Denn er hat immer alles bekommen, was er wollte. Daniel Hope wurde am 17. August 1973 in Durban, Südafrika, geboren. Bald schon zog seine Familie nach Paris, dann nach London. Dort arbeitete seine Mutter bei Yehudi Menuhin. Der vierjährige Sohn begann, Violine zu spielen, und wurde später von Yehudi Menuhin unterrichtet. Mit elf führte Hope zusammen mit Menuhin Bartók-Duos für das Deutsche Fernsehen auf. Heute arbeitet er mit den großen internationalen Orchestern und Dirigenten, dirigiert viele Ensembles von der Geige aus und ist berühmt für seine Vielseitigkeit. So verbindet er oft Text und Musik, wie bei den Konzerten mit Musik aus Theresienstadt. In seinem Buch „Familienstücke“ (2007) ergründete er die Geschichte seiner Urgroßeltern in Berlin. Am 29. August erscheint sein neues Album: „Escape to Paradise – The Hollywood Album“.

So many strings to his bow…
www.stgeorgesbristol.co.uk/so-many-strings-to-his-bow/ (en), 18.08.2014

From bestselling albums and intoxicating live performances, to books, films and charitable projects, Daniel Hope is so much more than a violinist. His appearances at the Bristol Proms have left audiences breathless and charmed in equal measure, for Daniel’s exquisite skill with the violin is matched by his warm stage presence and ability to really connect with an audience. It is some twelve years since Daniel was last on stage at St George’s, so his return is long overdue; and it is in these interim years that the musician, writer, producer and activist has truly made his name.

In October St George’s becomes the focus of four nights of live broadcasts by BBC Radio 3 as the Brahms Experience unfolds. With concerts by Skampa Quartet, the BBC Singers and pianist Stephen Kovacevich, not to mention a sojourn to Colston Hall with the BBC National Orchestra of Wales, it’s a week-long celebration of one of classical music’s more misunderstood and underestimated composers. Brahms is so much more than a magnificent beard, or that lullaby…

Daniel’s contribution takes in one of Brahms’ closest friends and greatest muses, the violinist Joseph Joachim; with music by both, alongside works by Mendelssohn and Schumann.

We caught up with Daniel last month to discuss who Joseph Joachim was, why he’s so important to Brahms’ music and what audiences can expect from the concert in October.

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Daniel, we’re so looking forward to having you with us in October; when was the last time you performed at St George’s?

It was quite a while ago; it was with Paul Watkins and Philip Dukes, we did a Theresienstadt programme. This was probably twelve years ago… at least.

What can you tell us about this long awaited next visit?

It’s an homage to Joseph Joachim, who was the most instrumental and important violinist I think of the nineteenth century. He was somebody that, in so many ways, defined what the violin meant. Firstly he taught over five hundred students, he created the Royal Conservatory in Berlin; he famously introduced the young Brahms to the Schumann family and he was the one who rediscovered the Beethoven Violin Concerto. He made a very conscious decision, having studied Mendelssohn, when Mendelssohn died he moved in a sense to the other side, to Liszt – he became his concert master – and broke very famously with Liszt and crossed again to the other side and that was Schumann, Brahms and Dvořák, all of whom wrote violin concertos for him, including Max Bruch, and that’s why we have those concertos and we don’t have a violin concerto by Wagner, by Liszt. So he was really a forerunner in so many ways, his programming was exceptional; it was what we call ‘cutting edge’ nowadays, mixing genres, putting in symphonies next to chamber music, next to solo stuff, two hundred years before anybody else was doing it and he was a composer in his own right. So the concert looks at all these different influences; it looks at his composition, it looks at pieces that were written for him and it looks at his friends, so Mendelssohn, Brahms, Edvard Grieg…

But despite all of that, it’s a name that not many people would actually recognise? Is Joachim overlooked or forgotten?

I think, you know, at the end of the day it is composers whose names go down in history not interpreters, and that’s the way it is; and I think that’s the right thing because, you know, the composers write things that stay and we’re there to interpret them and share them. There was a time where everybody knew Joachim, but times have changed and his style of playing, his way of doing things I think fell out of fashion at the beginning of the twentieth century – even though he was the first violinist to actually record. There are rolls from 1904 of him, wax rolls, you can actually hear him, it’s amazing. So he was actually pretty advanced, but he belonged to the old guard and he was superseded by glittering violinists like Jascha Heifetz, Yehudi Menuhin, Mischa Elman… It became more about the personality and the brilliance and the perfection, and less about the communication and the feeling of the music. So I think it was just time that took its toll on his name really. And yet there are so many hundreds of pieces that we have because of him, thanks to him.

And this concert is of course part of a five night celebration of Brahms… Is he a composer you enjoy performing?

I absolutely adore Brahms, I just couldn’t live without Brahms… I mean, his chamber music is just incredible; the piano quartets, the piano trios, the piano quintets, the sextets… where do you start and where do you stop? I just can’t get enough of it and I play a lot of his music; I’m touring two piano quartets next year. It’s got something which is so personal and so emotional, and yet it’s controlled as well; that’s the thing about Brahms, he’s a master of control and there’s just nothing quite like it. And, you know, Joachim was – for the most part of his life – his closest musical friend and they broke, split, and then at the end of their lives got back together and the present he gave Joachim was the Double Concerto. I mean what a present! So Joachim really accompanied his whole life and when Brahms thought of the violin, he was thinking of Joachim.

Do you think that Brahms is underestimated as a composer?

I think maybe he’s not everybody’s cup of tea, although he never was, funnily enough. Menahem Pressler, of the Beaux Art Trio, the pianist, he told me he went to play for Darius Milhaud back in the early forties and Mihaud asked him what he’d like to play. He said ‘I have some Debussy’ and Milhaud said ‘Great’, and then he said ‘I have some Brahms…’ and Mihaud said ‘Brahms?! Ha, that Beerhouse composer?!’ I’d never heard Brahms referred to as a Beerhouse composer, but there were people who thought he was unsophisticated and I think some of his works are overlooked; and yet look at the symphonies, look at the violin concerto, look at the piano concertos, to name a few.. incredible. He was such a perfectionist; it was once said that he threw a number of his works into the fire, apparently another four of five violin sonatas, cello sonatas, all the rest of it… he was never happy. But for me, if I had to really choose a genre it’s the chamber music; the chamber music is so incredibly broad, from the sonatas – violin, piano, cello sonatas – the clarinet trio, the horn trio, piano quartets, piano quintets… it’s one piece after the next, every single one is a masterpiece, every one, and that’s amazing.

You’re doing this concert with Sebastian Knauer, with whom you’ve worked a lot – are those kinds of ongoing collaborations important to you?

Very. I’ve worked with Sebastian for twenty years now, we’re very close friends and we travel a lot around the world and he’s a phenomenal pianist and a great musician, great partner. We devise these programmes ourselves, we sit down and work out what we want to do and how we want to do it. Particularly for Brahms you need to have a fine pianist, because these sonatas really the emphasis is on the piano; Brahms was a master pianist himself and so the piano in a sense controls the pieces. So you need to have somebody who has weight and who has real knowledge and also an empathy to it. Brahms was born in Hamburg and Sebastian comes from Hamburg as well; it’s a particular place and he feels very close to him, so I wouldn’t want to do this programme with anyone else.

St George’s of course has a fantastic acoustic; how important is a venue to your performance? Can it inspire you?

Absolutely, I mean there’s nothing nicer than when it all connects; the venue, the audience, the programme and the connection between the audience and what you get back from them – it’s a two-way conversation that’s going on. I do remember the concert we did at St George’s and I remember this magnificent acoustic, and it being very flattering for string players; you have this resonance there, but not too much, so the instruments can really sing and I think for this programme it will be just ideal.

You’re well known for a kind of ‘Musical Activism’… what other issues are out there which would benefit from a bit of musical activisim?

A lot, I mean where do you start? One thing that I think is fascinating and which is extremely important is music therapy, and what music can actually do… That’s not activism, that’s just helping, in a sense; disabled people, autistic children, senile people, alzheimers. It’s incredible the effect that music can have. People who literally don’t know anything anymore – who they are, who their loved ones are – will suddenly recite a song for you with perfect lyrics. There’s something about the connection between the brain and music which I think is amazing; the same with Autistic children, it’s had an incredibly beneficial effect on their peace of mind and on their development. So I think that’s something which needs to be pushed, actually; we need more soloists to get in on it and help and use their names to do things like that. I would link that to music education, as the next biggest problem around the world because it’s just been cut from most curriculums. So that’s a major thing that I spend a lot of time on, working for other children’s charities at children’s concerts or a number of different organisations within Europe that give instruments to kids, or give them the chance to come into contact with music – and not just classical music, music in general, music, dance, singing. Those sorts of things I’m involved with and I do a lot for the music of the composers that were murdered by the Nazis; for example, I made a film about Theresienstadt that came out last year and just this week I did a concert in Munich – a benefit concert – fundraising for families of these composers, to support them. The list is long and there are a lot of very worthy causes and I think it doesn’t take all that much actually to give a bit of help here and there.

And away from that, what’s coming next for you?

I’m about to launch a big new album for Deutsche Gramophon, it’s called Escape to Paradise and it’s about the composers who fled Europe and went to Hollywood and created the ‘Hollywood Sound’. It starts in fact before they were forced out, so it starts with the eleven year old Korngold, with bits of his Pantomime and then it goes into his Violin Concerto and then it goes into the film music of the thirties and forties, so there’s things like Ben-Hur, there’s Suspicion the Hitchcock film, then it also looks at Hanns Eisler and Kurt Weill and Franz Waxman, and I have a couple of very special guests on the album. Sting is singing a song by Hans Eisler and there’s a German chanson singer called Max Raabe who is singing a Kurt Weill song. So it’s a very broad mosaic of, in a sense, a search for the Hollywood Sound – where did it come from, and this whole European tradition which was forced out and created something very special. So that comes out in September and there’s lots of projects linked to that, touring, recording, writing, producing, filming… all sorts.

We understand you also play the Saxophone… are we likely to see you at St George’s doing a Sax recital any time soon?

(laughs) I did at some point, when I was about thirteen or fourteen. You wouldn’t want to hear it, put it that way!

Distant Drum
Classic Feel (en), 01.05.2014

While Daniel Hope was recently on a short visit to Cape Town, Lore Watterson caught up with this multifaceted artist and talked to him about the many different projects he is involved with, including A Distant Drum, which he is preparing together with his father (the South African author Christopher Hope). This portrays the musical history of a dark time for South Africa, but one lit by defiance, music, wit and style.

“I think any musician can learn an enormous amount from a great actor through the way they deliver a phrase, and he really manipulates his voice in the most extraordinary way”

Lore Watterson: You are celebrated in the media as a British violinist, looking at your history, how do you see yourself?

Daniel Hope: That’s a very good question actually. I see myself as European. Of course I’m South African born, so my soul is here, it always has been. But I spend so little time here, you know we left when I was a baby, I grew up in England so I sound English and I went to school there, so my earliest influences and musical abilities are all associated with London. But I’ve lived out of the UK for so many years. When I was 18 or 19 I went to Lübeck to study, and then to Hamburg. Then I went to Amsterdam, and now I live in Vienna so I’ve always had this peripatetic existence, but Europe is where I really feel at home. I don’t tend to differentiate between where that is, I just love Europe. I love travelling, I love coming back here and I love travelling to other places but my old soul is Europe. And certainly German-speaking Europe because, on my mother’s side, there is such a strong German connection.

LW: You have published books in German about a Jewish family living in Germany. Is it about your mother’s family?

DH: Yes, it was a very strong Jewish family going back to the 15th century in Potsdam and Berlin, and they converted to Christianity in the 19th century, as many did, and were fiercely patriotic Germans until the Nuremburg Gazette where they were no longer Germans. As a result they lost everything and had to flee, so most of them came to South Africa, some to America, but my grandmother came here.

LW: How important is the ‘Jewishness’ in your family?

DH: For me personally, it is very important because it’s at least half of my identity. On the other hand I’m an extremely unusual mixture; my father is Roman Catholic, my mother is Protestant, although she has this very strong Jewish background. On the Jewish side, in particular my mother’s family, and the first book I’ve written is about the family and the house in Berlin, which is a fascinating house and the story of what happened to this house. It took me on a journey to discover more of my Jewish roots and they go back so far, back to the first rabbi of Potsdam. We were actually related, so there’s no escape from my Jewish roots. I don’t identify myself as Jewish although I have great empathy towards the Jewish religion and to that genetic makeup in me.

LW: There are lovely traditions that are part of celebrations…

DH: Absolutely, and the music of course: the violin is one of the ultimate instruments. The whole idea of children singing with their mothers, the accompanying violin is always present. It’s something very close to the Jewish soul and I identify greatly with that.

LW: Besides writing, I see you’ve done some very interesting projects with Klaus Maria Brandauer, for example, you performed Dietrich Bonhoeffer’s letters together.

DH: They’re amazing, they are the letters from Aus der Haft as he was in the prison in Tegel and awaiting his execution. They are the most extraordinary documents, because on the one hand, they are the letters home to his family where he maintains this angelic reverence; and then there are his diaries where he speaks his feelings and his mind, which are of course terrifying. The juxtaposition of course with Brandauer, who is such a great actor, is that we do performances together where he will read and I will play, and the emotions within the letters and the diaries, I try to match in the music that I play. We have music and text, and we try to bring these genres together. There are moments where I will improvise to his voice, as his voice has the most amazing colours, and then there are moments of pure music and pure text. He is one of my closest friends, we’ve worked together for the last 15 years, and for me he’s one of the greatest actors in the world. I think any musician can learn an enormous amount from a great actor through the way they deliver a phrase, and he really manipulates his voice in the most extraordinary way.

LW: You did Goethe’s Faust as well? Of course Brandauer being such a famous Mephisto.

DH: Yes, we did, and the Soldier’s Tale of Stravinsky. We also did a wonderful evening called Böhmen liegt am Meer, which is a story of the Czech Republic from the middle ages up to present day, with texts by Czech poets and music by Dvořák and Janáček. We’ve also done a Don Juan evening together. We usually meet four or five times a year to do one or two projects. I admire him enormously and he was one of the first great actors I worked with, and the first one to try new forms of presentation and trying to find a hybrid. That’s actually why I’m here in Cape Town for this new project I’m doing with my father, which is also going to be a totally new form of music and visual presentation.

It’s a project for Carnegie Hall, they’re doing a big South African festival in October this year, which will be 18 or 19 days with an amazing collection of South African artists, musicians, dancers etc. They’re all being shipped over to Carnegie Hall. Carnegie came to me about a year ago and asked me to come up with something, whatever I wanted, as long as it was big. So the first person I called was my dad, and I told him it was time we did something together. I’ve always admired his writing and I’ve always wondered if there was a way for us to get together. He was thrilled at the idea, so I told him to come up with the story and then we’d piece it together from there. He came back and told me there was someone he wanted to write about, and that was Nat Nakaza. He was one of the great literary voices of the 60s. He was with Drum magazine, and was forced out of this country and went to New York, but he became disillusioned with America and killed himself. So my dad had always been fascinated by Nakaza’s story and wanted to find a way to tell the story. I was only too pleased and said I’d get the music together. I went to Carnegie Hall, they loved it. I told them I’d love to, in a sense, create a modern day South African soldier’s tale. You take the idea of a piece to be sung, danced, semi-staged, so it’s not music theatre, or an opera or a concert – it’s a tale that’s told and somehow illustrated with music. All of this based on Nat Nakaza. Carnegie took it like a shot, so I called Andrew Tracey and asked him to be a musical guide, as I needed help to get the sounds of that time. We decided we needed two actors, so we chose John Kani’s son, Atandwa Kani, who is very talented – he will play Nat Nakaza. The second actor is a fantastic young Afrikaans actor named Christiaan Schoombie and he will be the counterpart, almost like the devil quality. We have a wonderful theatre producer, Mannie Manim, and it will be played in Bloemfontein on the 13th and 14th of October this year, and the Carnegie Hall performance will be the 28th of October. After that I’d like it to go around the world as I think it has the potential to be something very special. I believe Nakaza is not as well known as he should be, perhaps even forgotten about, and yet his wit, energy, rhythm and take on life and apartheid was so singular. His humour and his restraint, was yet so biting. My father has written this beautiful, poignant, dramatic play, and it’s my job to bring these people together. I have some fantastic musicians as well, such as Jason Marsalis, brother of Wynton Marsalis, as well as a young French cellist, François Sarhan, who works a lot with Sting. So that’s the reason I’m here; My father turned 70 yesterday, and I’m meeting up with Mannie.

LW: Why did you choose Bloemfontein?

DH: We have an excellent director, Jerry Mofokeng, and one of his main gigs is at the theatre in Bloemfontein. Tom Morris, who also did War Horse, is very interested in taking it.

LW: I’ve interviewed a lot of musicians, and what I found very interesting about you is that you manage to do it with your music and you are breaking out doing other things as well. Is that something you feel, that you need different outlets other than playing the violin?

DH: Yes I do, and we were raised that way by my father, to always have an opinion. He encouraged us to write, and I started at the age of 14 or 15 (writing for school papers), and I quickly realised writing was an extension of music for me. When I made my first few CDs I interviewed the composers and wrote the booklet text, which at the time was very unusual. Early in my 20s I started the Theresienstadt Project (also known by its Czech name as Terezín), a garrison town 60 km north of Prague, the central collection point or ghetto for between 50 000 and 60 000 Czech Jews) and interviewing survivors. This all led to what I do now, I am now writing my fourth book, which is about composers who fled Europe and went to Hollywood. I’ve just completed a new album which is coming out at the end of the year, featuring those composers from the 1930s and 40s. I’m going to LA next month to interview some surviving composers from that time.

LW: When you were young, was it your desire to play an instrument, or your parents?

DH: Yes it was me. My parents didn’t know much about music other than that they loved it. We left South Africa because my father’s books were banned here, so we went to England. My father took teaching jobs to make ends meet, but we ran out of money. My mother had trained as a secretary in SA, and she went to an agency who had two job offers, one being the secretary to Yehudi Menuhin. It was meant to be just for six months but six months became 26 years, and so in a split second our lives changed. Had that not happened we’d be living in South Africa and things would be very different. So my mom would take me with her to work everyday, which was Yehudi’s house, and I would listen to the music all day, and not just Menuhin’s – it was the people who came there, like Ravi Shankar. At the age of four, it was probably not a great surprise when I said I’d like to be a violinist. My mom found a lady nearby who specialised in teaching young kids and I started with her and that’s what ignited that spark. Then when I was about 15, Menuhin took an interest as he realised I was actually serious about this. Then when I was 18, I realised I didn’t just want to be a violinist, I wanted to be a musician.

LW: …and so much more than ‘the British violinist Daniel Hope’. CF

Daniel Hope liebt die ganz besondere Schwingung
Westfälische Nachrichten, 21.02.2014

Steinfurt – Violinvirtuose Daniel Hope hat jetzt zweimal die Bearbeitung von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ von Max Richter in der Bagno-Konzertgalerie gespielt. Mit unserem Redaktionsmitglied Hans Lüttmann sprach er darüber.

Mr. Hope, Sie haben Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ einmal „eines der heiligsten Stücke der Musikgeschichte“ genannt. Was bedeutet das nun für einen Violinisten?
Daniel Hope: Dass er es wie kaum ein anderes Stück in- und auswendig kennt, ja, dass es sich sozusagen in sein Gehirn eingebrannt hat. Ich selber spiele es seit meinem achten Lebensjahr. Und eben hier im Bagno bei der Zugabe, wo wir das original Vivaldi-Presto aus dem Sommer gespielt haben, puh, da hatte ich echte Probleme, nicht wieder in die Richter-Komposition zu rutschen.

 

Als Max Richter Sie gefragt hat, ob Sie seine recomposed, also neu komponierte Fassung aufnehmen wollten, was bedeutete das?
Hope: Vor allem ganz viel üben. Was Richter da komponiert hat, ist zwar annähernd 90 Prozent Richter, aber oft liegt seine Komposition doch nur einen Hauch neben dem Original.
Eröffnet so ein Stück modern interpretierter Klassik eigentlich auch jungen Leuten den Zugang zu einer Musik, die sie oft als altbacken und verstaubt abtun?
Hope: Oh ja, wenn ich an eines unserer Konzerte neulich in London denke, da waren viele 25-, 30- und 35-Jährige, die diesen Vivaldi total toll fanden. Man muss dazu auch wissen, das Max Richter in England sehr populär ist.

Anders ist doch sicher auch dieser kleine Saal, der gerade mal 250 Zuhörern Platz bietet?
Hope: Aber das macht überhaupt keinen Unterschied; ich liebe diese kleinen Säle. Ich möchte natürlich die Carnegie Hall nicht missen, aber hier, wo ich schon zum ich glaube fünften Mal spiele, da spüre ich diese Vibes, ich weiß kein deutsches Wort dafür, diese ganz besondere Schwingung.
Etwas Besonderes klemmt da ja auch auf Ihrem Notenständer, ein Heft ist es nicht.
Hope: Nein, das ist ein iPad. Unten habe ich Fußpedale, mit denen ich die Noten weiterblättern kann. Eine wirklich tolle Sache, eine App für zweifünfzig, aber da stecken ganze Partituren drin.



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Daniel Hope spielt Filmmusik

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Escape to Paradise

Concert reviews

2014


Entspannte Virtuosität ohne Attitüde
schwäbische.de, 17.02.2014

Entspannte Virtuosität ohne Attitüde

Weingarten  Wie zu erwarten war das KuKo in Weingarten bis auf den letzten Platz gefüllt – Vivaldi zieht immer und wenn der Solist Daniel Hope heißt, dann ist schon die Vorfreude beachtlich. Das international zusammen gesetzte Kammerensemble (acht Violinen, zwei Bratschen, zwei Celli, ein Kontrabass, Cembalo und Laute/Theorbe) unter dem Konzertmeister Werner Ehrhardt begann mit Vivaldis Ouvertüre zur Oper L’Olimpiade, die sicher weniger bekannt ist, aber durch ihren musikalischen Schwung und ihre typische Tonfärbung sogleich in Vivaldis Welt entführte. Schon nach den ersten Takten musste man keine Sorge mehr haben, dass dieser Abend mit Barockmusik zu wenig Spannung haben könnte.

Danach zwei Zeitgenossen des Venezianers: das „Concerto a Quattro“ Nr. 1 f-moll des Neapolitaners Francesco Durante, das mit einem sehr getragenen Andante begann und auch sonst mit einer besonderen Tempi-Führung überraschte. Zum Vergleich dazu war das „Concerto a Quattro“ in D-Dur op. 5 Nr. 6 des aus Verona stammenden Evaristo Felice Dall’Abaco wieder sehr schwungvoll und tänzerisch angelegt; eine schöne Musik eines Komponisten, der durch den ihn fördernden Fürsten zunächst nach München und dann über Brüssel nach Frankreich kam.

Fröhliche Ausstrahlung
Nun – endlich! – der Star des Abends: Daniel Hope, zunächst mit Vivaldis „Konzert für Violine a-moll” op. 4, Nr. 4, zum Eingewöhnen vor der Pause. Hope, 1973 in Durban geboren, war bereits als Kind von Musik umgeben; seine Mutter arbeitete als Sekretärin von Yehudi Menuhin. Mit seinem rötlichen Haar und der athletischen Figur wirkt Hope jugendlich kraftvoll, dazu hat er eine konzentrierte und fröhliche Ausstrahlung. Kurzum ein natürliches Auftreten ohne Show und Attitüde. Höchst dynamisch und eindrucksvoll war schon das erste Konzert.

Hope hält Fäden in der Hand
Zu einem Klangerlebnis gerieten jedoch „Le quattro stagioni“ im zweiten Teil. Ob im Zwiegespräch zwischen Hope und Erstem Geiger (Werner Ehrhardt), mit dem kraftvollen Cembalo oder der sehr präsenten Laute, mal sehr gedehnt in „L’autunno“, mal fast dissonant zu Beginn von „L’Inverno“ – immer behielt Hope die musikalischen Fäden in der Hand und verknüpfte sie virtuos und beseelt.

Eine Überraschung
Die Zugaben wurden dann noch zu einer richtigen Überraschung. Daniel Hope, auf dessen ‘Notenständer’ ein Tablet stand, kündigte zwei Teile –Presto aus dem „Sommer“ und das Allegro non molto aus dem „Winter“ – aus der vor zwei Jahren entstandenen Komposition „Vivaldi recomposed“ des britischen Komponisten Max Richter (1966 in Deutschland geboren) an. Richter, der unter anderem bei Luciano Berio studierte und Kammermusik, Orchesterwerke sowie Filmmusik schreibt, bewahrt den Drive der Barockmusik, verschiebt nur leicht die Akzente, verdoppelt manches, hebt die oberen Töne heraus, klingt mal ein wenig nach Phil Glass, verändert aber nur wenig die Strukturen. Ein schöner musikalischer Joke, intelligent gemacht.

Elegant und heiter verabschiedete sich der Solist mit „Guten Abend, gute Nacht“, das er besonders einer alten anwesenden Freundin widmete, vom glücklichen Publikum.

Von Dorothee L. Schaefer

Schnörkellos durch das Vivaldi Jahr
BT (de), 20.02.2014

Herz aus Gold
BNN (de), 21.08.2014

Destination America @ Chamber Music Society
Oberon's Grove (en), 01.04.2014

by Philip Gardner

Sunday April 6th, 2014 – Works by 20th century composers who were American either by birth or by embrace provided an intriguing programme at Alice Tully Hall today in this Chamber Music Society of Lincoln Center presentation. With a level of artistry seemingly beyond compare, seven unique musicians joined forces to the delight of the Society’s dedicated audience.

I’m still on a Bartók high from Peter Serkin’s playing of the composer’s third piano concerto with the NY Philharmonic last week, so today’s CMS concert presented an welcome opportunity to experience the composer’s CONTRASTS.  This was followed by works of Ives, Prokofiev and Korngold. The violinist Daniel Hope played in all four works this evening, and what a gift to music this British gentleman is.

The celebrated clarinetist Benny Goodman and violinist Joseph Szigeti commissioned Bela Bartók for a work, asking for a two-movement piece. It eventually evolved into the currently-known three-movement setting, entitled CONTRASTS, which Szigeti, Goodman and Bartók first performed together at Carnegie Hall on April 21st, 1940. The work opens with a Verbunkos, which was a recruiting dance executed by a members of the Hussar regiments to entice young Hungarian boys into joining the military. The Sebes (the last movement) is a fast dance that the boys improvise before signing up. Sandwiched between these dances is the Lento middle movement, mysterious and somewhat nightmarish.

Mr. Hope’s playing, which ranged from frantic virtuosity to moments of spine-tingling pianissimo subtlety, was matched by the superb ‘singing’ of Romie DeGuise-Langlois’s clarinet. Their musical rapport was instantaneous, and the pianist Gloria Chien’s rhythmic and coloristic vitality made for a very exciting presentation of this trio.

Charles Ives’ LARGO began its musical life as a violin/piano duet; the composer later made another arrangement, adding a clarinet. Mr. Hope and Ms. DeGuise-Langlois returned for this rarity, joined by Wu Han at the piano. Here the violinist displayed ravishing control, his final note suspended on the air for what seemed an eternity: just remarkable! Ms. DeGuise-Langlois’s playing is mellow and true, and Wu Han’s gift for sustained delicacy combined with her colleagues to hold the audience in rapt attention.

Prokofiev’s violin sonata in D-Major – the most familiar work on today’s programme – plays in four movements:
I.    Moderato
II.    Scherzo. Presto
III.    Andante
IV.    Allegro con brio

Mr. Hope and Wu Han gave a performance nothing short of ideal. In this sonata we experience a sonic panorama of everything that makes Prokofiev such a fascinating composer: evocative lyricism with a modern nuance, dazzling and often jagged stretches of virtuosity, infectious dance rhythms, moments of pensive calm and – most delicious of all – a dash of wit. This is music that can give you a smile one moment and move your soul the next. Mr. Hope and Wu Han established such a lovely and mutually cordial dialogue, alert to every colour in the composer’s dazzling palette.  Their spontaneous embrace as the audience lavished them with sustained applause marked the special unity of their very impressive collaboration.

The concert ended with Korngold’s luminous piano quintet in E-major, the earliest-written work on the programme. No other composer I know of can evoke the sense of sehnsucht (‘longing’) like Erich Korngold, even when we are not sure exactly what we are longing for. The gorgeous, yearning melodies pass from voice to voice, with a kind of fragmented sentimentality one might experience while leafing thru an album of pictures from some nearly-forgotten time of past happiness and regret.

In the 1920s, Erich Korngold was the most-performed operatic composer in German-speaking countries after Richard Strauss, thanks in part to the great success of DIE TOTE STADT which he completed in August 1920. The Piano Quintet in E major was composed a year later, and its richly romantic melodic style is redolent of the same perfume which intoxicates us when we hear Marietta’s lied from DIE TOTE STADT. After coming to America, Korngold became a beloved composer of film scores (winning two Academy Awards) and his music has a cinematic quality.

This evening’s playing of the quintet was – in a word – magical. Mr. Hope’s shining expressiveness set the tone, with those deluxe violists Yura Lee and Paul Neubauer at their most communicative and the wonderfully resonant sound of David Finckel’s cello giving the ensemble its emotional center. Gloria Chein’s playing had a luxuriant pliancy and again the rapport between these artists is just so moving to behold. I must mention one solo passage by Paul Neubauer which literally pierced my heart. As this melodious work drew to its end, the audience embraced the players with waves of warm applause.

I sometimes think I should go backstage to meet the artists after these concerts but really, what could I say except: “Thank you!…thank you for your uplifting artistry in these troubled times…a beacon of light in a darkening landscape.”

Today’s programme:
•    Bartók Contrasts for Violin, Clarinet, and Piano, Sz. 111, BB 116 (1938)
•    Ives Largo for Clarinet, Violin, and Piano (1934)
•    Prokofiev Sonata in D major for Violin and Piano, Op. 94a (1943, arr. 1944)
•    Korngold Quintet in E major for Piano, Two Violins, Viola, and Cello, Op. 15 (1921)

The evening’s participating artists:
•    Gloria Chien, piano
•    Wu Han, piano
•    Daniel Hope, violin
•    Yura Lee, violin
•    Paul Neubauer, viola
•    David Finckel, cello
•    Romie de Guise-Langlois, clarinet

Korngold Piano Quintet gleams in Chamber Music Society program
New York Classical Review (en), 02.04.2014

Strict chronological programming, as the Chamber Music Society of Lincoln Center have done in their 45th season, is a tricky business. There is a risk of concerts becoming “one-note,” and the restriction leaves artists in something of a bind as far as coming up with creative, intelligent and challengingly contrasted programs.

“Destination America,” the title of CMS’s Sunday evening program imposed a didactic tone on a concert that needed none. The works presented, quite apart from making any revealing statement about America’s musical culture or influence, showcased four remarkable composers who, despite having close biographical dates, brought from their differing backgrounds and experiences a startlingly diverse range of musical expression.

Violinist Daniel Hope curated the program, and picked a virtuosic piece to close out the first half with Prokofiev’s Violin Sonata in D-major. Originally for flute and piano, the composer prepared this arrangement for the legendary David Oistrakh, and it has been cherished by violinists since. We hear both the lyricism and the chirping of a flute, but with the hard, gritty edge that Prokofiev often brought to his writing for the violin, as in the two concerti and the solo sonata. Hope played the sonata brightly, but not gently, while Wu Han kept an aptly heavy foot on the sustaining pedal, giving a fleshy, stewing feel to the music.

Charles Ives had a bite-sized role in the program, in his ephemeral Largo for violin, clarinet and piano. It is an intimate piece, but despite its brevity and small scale there is a charge running through its searching lines, underlined with tender grace by Hope, Han, and clarinetist Romie de Guise-Langlois.

De Guise-Langlois provided some sensational playing in the performance in Bartók’s Contrasts. The composer wrote the piece with Benny Goodman in mind, and the result is a spectacularly taxing, occasionally jazz-infused clarinet part. De Guise-Langlois tackled the piece with confidence, virtuosity, and sensitivity. She brought charming humor to the first movement’s limping theme every time it resurfaced, and was matched with tugging sorrow from Hope.

Eyes glued to each other, the trio were completely open to each other in the wandering, empty Pihenő, which featured limpid, spacious playing from pianist Gloria Chien. Hope switched violins for the scordatura opening of Sebes, the ferocious, spirited finale. Even in the midst of the movement’s fury, the players managed to find fierce joy in the music.

Korngold’s Piano Quintet in E major anchored the program, with the additions of violinist Yura Lee and violist Paul Neubauer. Anyone curmudgeonly enough to write off Korngold as a “mere” film scorer would surely have been convinced by this piece, rich and big-hearted in its writing, but complex and truthful in its expression.

The first movement opens with a grand sweep but quickly morphs into discrete individual lines, no less warm for their searching loneliness. The five musicians dug into the stomping finale with heft that transformed into shining energy, forcing rapt attention to the movement’s skittering figures.

The highlight, though, both of the quintet and of the whole program, was the second movement. Based on the composer’s own song Mond, so gehst du weider auf, it is a smoky, summery adagio, and the group’s rapt and focused playing conveyed the intense, aching emotion in Korngold’s lyricism. The music has at once the souped-up texture of Hollywood writing and the sincere individuality of Korngold’s contemporaries, combining free, modernist tonality with a romantic sonority. The strings pined their way through the emotive lines while Chien seemed to pluck the piano like a harp.

Eric C. Simpson



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Press Reviews

2015


In the Shadow of Giants – Daniel Hope explores the Golden Age of Hollywood strings
Strings, 23.01.2015



2014


Escape to Paradise: The Hollywood Album. Music by Rózsa, Korngold, Castelnuovo-Tedesco, Eisler, Zeisl, Waxman, Jurmann, Weill, Morricone, Heymann, Williams, Hupfeld & Newman
The Strad, 20.11.2014

An over-abundance of riches in an exploration of the Hollywood sound

Musicians
Daniel Hope (violin) Sting, Max Raabe (vocals), Jacques Ammon (piano), Maria Todtenhaupt (harp), Royal Stockholm Philharmonic Orchestra/Alexander Shelley, Deutsche Kammerorchester Quintet Berlin

Composer
Rózsa, Korngold, Waxman, Morricone

The centrepiece of Daniel Hope’s latest album is a commanding performance of the Korngold Concerto that exchanges the swashbuckling, rapier-precision authenticity of Heifetz’s premiere recording for a more heart-on-sleeve, portamento-inflected espressivo that makes it sound more than ever like the concerto Richard Strauss might have composed during his tone-poem heyday. Some may feel that for music already so saturated with bravado machismo and cantabile intensity, less is sometimes more. Yet for a full Technicolor exposé, supported to the hilt by rising conducting star Alexander Shelley, and captured  in gloriously lucid sound, there is no doubting its thrilling impact.

On this kind of form, the dream coupling might have been Castelnuovo-Tedesco’s ‘I profeti’ Concerto (another of Heifetz’s ‘west coast’ specialities), with perhaps the Waxman ‘Carmen’ Fantasy thrown in for good measure, but Hope opts for a selection of filmic miniatures by (mostly) European composers working in Hollywood during the 1930s and 40s. Miklós Rózsa (whose stirring Concerto is another masterwork that might have been included here) is represented by love themes from Ben Hur, El Cid and Spellbound, and there’s the rub: all three are magnificent scores heard in context, but excerpted and placed alongside other miniature sweetmeats – no matter how seductively eloquent the playing – makes this an album best dipped into rather than listened to at a single stretch.
by Julian Haylock

Escape To Paradise – The Hollywood Album
all-access-lounge.de, 19.09.2014

von: Sebastian Hiedels

Von Korngold über »Cinema Paradiso« bis zu Sting: Auf seinem neuen Album findet Daniel Hope einen verblüffenden Schlüssel zur Filmmusik. Sie ist Echo der europäischen Exil-Komponisten. Eine Breitbild-Spurensuche in Klängen. Das Album ist seit dem 29. August erhältlich.

Hollywood ist der Ort unserer Träume. Doch wenn Daniel Hope ihn nun mit seiner Geige bereist und erforscht, verändert sich unsere Wahrnehmung. Hope beweist, dass der »Hollywood Sound« ein Klang mit Geschichte und aus Geschichten ist. Die Traumfabrik von Los Angeles war ein Ort, an dem Gestrandete ihre Hoffnungen aus den Koffern kramten und ihre Träume in Klänge verpackten. Großes, menschliches Kino mit fatalen Schicksalsschlägen und amerikanischen Erfolgsgeschichten.

Auf seinem neuen Album begibt sich der Star-Geiger auf eine sinnlich-historische Spurensuche im Breitbildformat. Und wieder gelingt Hope über die Musik ein faszinierender Blick auf die Geschichte: Nachdem er sich bereits mit den verbotenen Kompositionen des Dritten Reiches beschäftigt hat und mit den von den Nazis ermordeten Tonsetzern, nimmt er dieses Mal die Spuren jener Musiker auf, denen die Flucht in die USA gelang. Eindrücklich lässt Hope hören, dass der Schmerz der Flucht, das Zurücklassen der alten Kulturen und die Sehnsucht nach einer besseren Zukunft die Grundlagen des »Hollywood Sound« sind. Mit seiner klugen Auswahl zieht der Geiger einen Bogen von Erich Wolfgang Korngold bis zu Filmklassikern wie Schindlers Liste und Cinema Paradiso.

Keimzelle ist für Hope das Violinkonzert von Korngold, das er in der Interpretation vom »König der Geiger«, von Jascha Heifetz, der seinerseits nach Hollywood emigriert war, kennengelernt hat. Korngold emigrierte 1934 nach Hollywood, arbeitete für die Warner Bros.-Studios und erhielt zwei Oscars für seine Filmmusiken, 1937 für Anthony Adverse und 1939 für The Adventures of Robin Hood. Sein leidenschaftlich träumerisches Violinkonzert steht für Hope stellvertretend für alle Hoffnungen und Sehnsüchte, die das Kino seit jeher bedient. Ein kluger Gedanke, der auch musikalisch greifbar wird, denn letztlich ist der Film für Hope nichts anderes als eine opulente Welt der Flucht aus unserer Wirklichkeit.

Hope horcht dem europäischen Echo der 1930er-Jahre nach, wenn er sich den Berliner und Wiener Shows und Revues annähert. Mit von der Partie ist Sting mit »The Secret Marriage«, seiner eigenen Version des Hanns Eisler Liedes »An den kleinen Radioapparat«. Der Popstar hatte den Brecht-Text des Liedes schon 1987 umgedichtet und nun singt er den Song noch einmal gemeinsam mit Hope ein. Außerdem singt Max Raabe »Speak Low« von Kurt Weill.

Hope stellt auch die Oper Hiob von Eric Zeisl nach dem gleichnamigen Roman von Joseph Roth vor, die sich ebenfalls mit der Flucht aus Europa in die USA beschäftigt. Und plötzlich wird ganz selbstverständlich klar, dass die Entwicklung der Musik von Wagner und Mahler über die Wiener Schule von Schönberg, Korngold und Zemlinsky seine Fortsetzung in den Filmstudios von Hollywood fand. Hier mussten die Exil-Komponisten allerdings ihr Gedanken-Gepäck aus 12-Ton-Musik gegen die neue US-Mode des Pathos eintauschen und von der Walzerwelt in die Welten von Romanzen und »Wild West« eintauchen. Flucht bedeutet eben immer auch das Zurücklassen alter Traditionen. Ein Thema, das Daniel Hope persönlich verfolgt: Seine Großeltern sind vor Hitler nach Südafrika geflohen, und seine Eltern vor dem Apartheidsregime nach England.

Mit seinem neuen Album reist Hope bis in die Gegenwart. Neben den Klassikern Ben-Hur und El Cid von Miklós Rózsa hat er sich drei Filme und Komponisten ausgesucht, die ebenfalls das Thema Flucht aufgreifen: John Williams als Korngold-Erbe in Schindlers Liste, Thomas Newmans American Beauty und natürlich Ennio Morricone mit seiner Ode an den Fluchtraum Kino in Cinema Paradiso.

Am Ende dieser CD über den »Hollywood Sound« erklingt ein angedeuteter Nachhall: Hope spielt Herman Hupfelds »As Time Goes By« aus dem Filmklassiker Casablanca – ebenfalls eine große Ode an die existenziellen Momente von Menschen auf der Flucht.

Das war meine Rettung
Zeit Magazin, 01.10.2014

Einen Traum erfüllt: Daniel Hope und sein Hollywood-Album
hr2-Kultur, 02.10.2014

Was macht man, wenn die Tage wieder kürzer werden und es draußen ungemütlich wird? “Weg von hier”, mag sich der eine oder andere da denken. Da kommt das neue Album von Daniel Hope gerade richtig: “Escape to Paradise” heißt es, ein Hollywood-Album, für das der Stargeiger Musik aufgenommen hat, die beispielhaft ist für den Sound, der die Bilder aus der Traumfabrik seit Jahrzehnten so eindrucksvoll ergänzt.

 

Erschienen ist die CD bei der Deutschen Grammophon, mit Werken von Erich Wolfgang Korngold, Hanns Eisler und Kurt Weill bis hin zu Filmmusik aus Casablanca, Ben Hur, Schindlers Liste oder American Beauty.

Wer Daniel Hope kennt, der weiß, dass er für fantasievolle, ja fantastische Projekte steht, in die er viel Kreativität und Herzblut steckt. Diesmal hat er Musik von Exil-Komponisten aufgenommen, die in der Traumfabrik von Los Angeles gestrandet waren und dort den “Hollywood-Sound” kreierten – ein Klang mit Geschichte und vor allem aus Geschichten. Einzelschicksale, Träume, in Klänge verpackt, und großes, menschliches Kino.

2 Jahre Recherche

Zwei Jahre hat Daniel Hope für sein Album recherchiert. Er stöberte in den Archiven der Paramount Studios und dabei wurde klar, dass in vielen Kompositionen der Gedanke der Flucht mitspielte, das Zurücklassen alter Kulturen und die Sehnsucht nach einer besseren Zukunft. Auf seiner CD spannt Daniel Hope einen Bogen von dem jungen Erich Wolfgang Korngold bis hin zu Komponisten, die zwar keine Flüchtlinge mehr waren, deren Musik sich aber auf eigene Weise mit dem Thema Flucht beschäftigt: So ist z.B. John Williams‘ Musik zu Schindlers Liste dabei, oder auch das Love Theme aus Cinema Paradiso von Ennio Morricone.

Hollywood schreibt auch Musikgeschichte

Der Hollywood-Sound vom Echo der europäischen Exil-Komponisten bis heute – mit “Escape to Paradise” ist es Daniel Hope gelungen, den Fokus auf das zu richten, was sonst eher hinter opulenten Bildern verschwindet: denn die Filmindustrie der Traumfabrik hat auch musikalisch Geschichte geschrieben.

Wie waren die Hörgewohnheiten der Komponisten, die aus Europa nach L.A. kamen? Und welchen Einfluss hatten sie auf die Soundtracks von heute? Überflüssig zu sagen, dass es Daniel Hope bei aller Leidenschaft zu vermeiden weiß, sich der Gefühlsduselei hinzugeben. Mit seinem Album verwandelt er sich in einen Regisseur, der zeigt, dass Hollywood mehr ist als eine wunderschöne Kulisse. Mit seiner wandlungsfähigen Geige führt Hope die unterschiedlichsten Bilder vor Augen. Dazu tragen auch Sting, Max Raabe und all die anderen Musiker bei, die bei “Escape to Paradise” mitgewirkt haben, außerdem reizvolle Arrangements, die manchen bekannten Titel in einem ganz neuen Gewand präsentieren, und ein biegsames Royal Stockholm Philharmonic Orchestra. Mit diesem Album dürfte sich Daniel Hope einen Traum erfüllt haben – und nicht nur sich!

Von Adelheid Kleine

Escape to Paradise
Gramophone, 15.10.2014

Als den Eltern auf der Flucht das Geld ausging
Sonntagszeitung, 28.09.2014

von Christian Hubschmid

 «Yehudi Menuhin war praktisch ein Mitglied meiner Familie»: Daniel Hope, 41
Der blaue Siegelring an seinem rechten kleinen Finger leuchtet wie das Meer. Bald muss Daniel Hope auf die Bühne, doch hat er noch schnell Zeit für ein Interview. «Es entspannt mich», sagt der 41-jährige Geiger. Und bittet in seine Künstlergarderobe in der Alten Oper Frankfurt.

«Das Siegel zeigt das Familienwappen meiner Grossmutter», sagt der Brite Hope in perfektem Deutsch. Die Geschichte seiner Familie ist die Geschichte einer mehrmaligen Flucht. Zwar trat die Familie schon im 19. Jahrhundert vom Judentum zum Christentum über, trotzdem wurde Hopes Grossvater 1934 in seiner Heimatstadt Berlin auf offener Strasse ­zusammengeschlagen. Sofort entschied sich der Grossvater, fortzugehen. Nach Südafrika. Von wo später auch Hopes Vater fliehen musste. Als Apartheid-Gegner in den Siebzigerjahren.

Es ist deshalb kein Zufall, dass Daniel Hope nach dem Interview das Violinkonzert des jüdischen Exilanten Erich Wolfgang Korngold (1897–1957) spielen wird. Wobei «spielen» eine Untertreibung ist. Hope lässt das Stück knallen, bringt es zur Explosion wie ein Feuerwerk. Und danach wird man sich fragen: Korngold? Warum kennt man diesen fantastischen Komponisten nicht?

 Musik von Komponisten,  die vor den Nazis flüchteten

«Weil Korngold nach seiner Flucht Filmmusik für Hollywood geschrieben hat», sagt Daniel Hope. Zwei Oscars hat er bekommen, nachdem er in den Dreissigerjahren nach Hollywood emigriert war. Erst nach Hitlers Tod konnte er die Orchestermusik schreiben, die er eigentlich schreiben wollte. So erging es ihm wie vielen Flüchtlingen, deren Musik Daniel Hope auf seiner neuen CD «Escape to Paradise» wiederaufleben lässt.

Es ist Musik von Komponisten, die vor den Nazis in die USA flüchteten. Und es ist «nur» Filmmusik. Doch Daniel Hope macht keinen Unterschied zur zweckfreien Kunst. Die Komponisten hätten ein neues Medium mitgeschaffen, sagt Hope: den Soundtrack zum Tonfilm, den es erst seit wenigen Jahren gab. Die Filmfabrik Hollywood engagierte die europäischen Flüchtlinge mit Handkuss. Wenn sie auch nicht alle glücklich machte. Denn Musik am Fliessband zu schreiben, ist nicht jedermanns Ding. Doch sie komponierten «meisterhaft», schwärmt Hope.

Daniel Hope ist einer der wichtigsten Geiger der Gegenwart. Heute Sonntag wird er in Zürich auf der Bühne stehen, am Eröffnungskonzert des Zürcher Kammerorchesters (ZKO). Hope ist in der Saison 2014/15 Artist-in-Residence dieses renommierten Orchesters. Er sei mit dem ZKO seit seiner frühesten Kindheit verbunden, erzählt er. Jeden Sommer habe er als Kind in Gstaad verbracht, wo das ZKO jeweils am Menuhin Festival auftrat. «Yehudi Menuhin war praktisch ein Mitglied meiner Familie», sagt Hope. Und das kam so.

Daniel Hopes Vater, der Schriftsteller Christopher Hope, wurde vom Apartheid-Regime in Südafrika beschattet, weil er sich gegen die Rassentrennung engagierte. Als auch das Telefon abgehört und er bedroht wurde, floh die Familie Hals über Kopf. Erst nach Frankreich, dann nach London.

Mit 27 jüngstes Mitglied des legendären Beaux Arts Trio

«Hier ging uns das Geld aus», erzählt Daniel Hope lachend. Es war vielleicht sein grosses Glück. Denn nun suchte die Mutter einen Job und wurde Sekretärin des grossen Geigers Menuhin. 26 Jahre lang blieb sie an dessen Seite, die meiste Zeit als seine Managerin. Und Daniel Hope verbrachte seine Sommerferien am Menuhin Festival in Gstaad, dem berühmten Virtuosen lauschend, der oft mit dem Zürcher Kammerorchester spielte. Das letzte Konzert, das Menuhin als Geiger gab, erlebte Hope in der Kirche von Saanen mit.

Und er wurde selber Geiger. Einer der besten der Welt. Mit 27 war er jüngstes Mitglied des legendären Beaux Arts Trio. Heute kann er sich aussuchen, mit welchen Orchestern und Dirigenten er auftreten will. Er arbeitet auch mit Popkünstlern wie Sting zusammen und veröffentlicht Bücher, von denen jenes über seine Familiengeschichte, «Familienstücke», ein Bestseller wurde.

Was kein Wunder ist, wenn man diese Geschichte kennt. Denn auch Hopes Urgrossmutter war seinerzeit 1939 aus Berlin nach Südafrika geflohen. Nur der Urgrossvater schaffte es nicht. Er nahm sich in Berlin das Leben. Als deutscher Patriot ertrug er den Gedanken, aus seiner Heimat fliehen zu müssen, nicht.

Daniel Hope steht auf und nimmt seine Geige zur Hand. Er sagt, Musik könne die Welt nicht verändern. «Aber sie ist eine Chance, ein Gespräch anzufangen. Und wir können die Katastrophen dieser Welt nur mit Gesprächen aufhalten.»

Dann geht er auf die Bühne.

Daniel Hope spielt heute mit dem Zürcher Kammerorchester Werke von Mozart.  Zürich, Tonhalle, 19 Uhr

Der Sound von Hollywood
Crescendo, 22.09.2014

Escape to Paradise
BR-Klassik, 22.09.2014

Der Geiger Daniel Hope, geboren 1973 in Südafrika, spricht nicht nur fließend Deutsch. Er ist auch bekannt für seine Vielseitigkeit und seine ausgefallenen Programm, die niemals nur unterhaltsam sein wollen sondern meist eine inhaltliche Botschaft haben.

Schon beim CD-Cover fällt auf: Alles ist hier irgendwie nostalgisch geraten. Und eigentlich müsste der Schriftzug im Hintergrund noch “HollywoodLand” heißen – wie zu jenen Zeiten, von denen diese CD erzählt. Es ist die große Ära der europäischen Emigranten. Die Ära des Holocaust. Und der Focus dieses Filmmusik-Album liegt auf jenen jüdisch-europäischen Exilanten, ohne die es den später so genannten “Hollywood Sound” vermutlich nie gegeben hätte: Miklos Rozsa, Franz Waxman und erst recht Erich Wolfgang Korngold.

Schwelgerischer als Heifetz

Korngolds Violinkonzert op.35 ist das ausladendste und sicherlich prominenteste Werk dieser CD; ein Werk, das einerseits eng verknüpft ist mit den Soundtracks großer Errol Flynn-Streifen wie “Another Dawn” oder “Der Prinz und der Bettelknabe”, das andererseits aber längst ins feste Repertoire großer Geiger gehört, seit Jascha Heifetz das Werk auf der Konzertbühne uraufführte. Daniel Hopes Interpretation ist deutlich schwelgerischer als diejenige von Heifetz, und sie ist – wie fast alle Darbietungen dieser CD – durchdrungen von Hopes Sendungsbewusstsein. Ihm geht es um jene Botschaft abseits des glamourösen Hollywood-Emblems und um die Aufdeckung durchaus tragischer Begleitumstände, die zu dieser Musik geführt haben.

Begnadeter Geigeninterpret und verbaler Mittler

Der scheinbar beschwingte Walzer aus “Come back, little Sheba” beispielsweise wurde von dem Mann komponiert, den 1934 die Nazis in Berlin auf offener Straße zusammenschlugen und der dann über Paris in die USA emigrierte: Franz Wachsmann, der sich später “Waxman” nannte. Und wenn an anderer Stelle Max Raabes wohlvertraute Nostalgiestimme erklingt, nämlich in Kurt Weills “Speak Low”, dann erhält auch das plötzlich ein ganz anderes Gewicht – dank der Person Daniel Hopes, der hier wieder einmal in einer Doppelrolle agiert: als begnadeter Geigeninterpret und im Begleitheft als verbaler Mittler.
Ein durchaus nachdenklich stimmendes Hollywood-Album!

Von: Matthias Keller



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2014


Daniel Hope liebt die ganz besondere Schwingung
Westfälische Nachrichten, 21.02.2014

Steinfurt – Violinvirtuose Daniel Hope hat jetzt zweimal die Bearbeitung von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ von Max Richter in der Bagno-Konzertgalerie gespielt. Mit unserem Redaktionsmitglied Hans Lüttmann sprach er darüber.

Mr. Hope, Sie haben Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ einmal „eines der heiligsten Stücke der Musikgeschichte“ genannt. Was bedeutet das nun für einen Violinisten?
Daniel Hope: Dass er es wie kaum ein anderes Stück in- und auswendig kennt, ja, dass es sich sozusagen in sein Gehirn eingebrannt hat. Ich selber spiele es seit meinem achten Lebensjahr. Und eben hier im Bagno bei der Zugabe, wo wir das original Vivaldi-Presto aus dem Sommer gespielt haben, puh, da hatte ich echte Probleme, nicht wieder in die Richter-Komposition zu rutschen.

 

Als Max Richter Sie gefragt hat, ob Sie seine recomposed, also neu komponierte Fassung aufnehmen wollten, was bedeutete das?
Hope: Vor allem ganz viel üben. Was Richter da komponiert hat, ist zwar annähernd 90 Prozent Richter, aber oft liegt seine Komposition doch nur einen Hauch neben dem Original.
Eröffnet so ein Stück modern interpretierter Klassik eigentlich auch jungen Leuten den Zugang zu einer Musik, die sie oft als altbacken und verstaubt abtun?
Hope: Oh ja, wenn ich an eines unserer Konzerte neulich in London denke, da waren viele 25-, 30- und 35-Jährige, die diesen Vivaldi total toll fanden. Man muss dazu auch wissen, das Max Richter in England sehr populär ist.

Anders ist doch sicher auch dieser kleine Saal, der gerade mal 250 Zuhörern Platz bietet?
Hope: Aber das macht überhaupt keinen Unterschied; ich liebe diese kleinen Säle. Ich möchte natürlich die Carnegie Hall nicht missen, aber hier, wo ich schon zum ich glaube fünften Mal spiele, da spüre ich diese Vibes, ich weiß kein deutsches Wort dafür, diese ganz besondere Schwingung.
Etwas Besonderes klemmt da ja auch auf Ihrem Notenständer, ein Heft ist es nicht.
Hope: Nein, das ist ein iPad. Unten habe ich Fußpedale, mit denen ich die Noten weiterblättern kann. Eine wirklich tolle Sache, eine App für zweifünfzig, aber da stecken ganze Partituren drin.

Distant Drum
Classic Feel (en), 01.05.2014

While Daniel Hope was recently on a short visit to Cape Town, Lore Watterson caught up with this multifaceted artist and talked to him about the many different projects he is involved with, including A Distant Drum, which he is preparing together with his father (the South African author Christopher Hope). This portrays the musical history of a dark time for South Africa, but one lit by defiance, music, wit and style.

“I think any musician can learn an enormous amount from a great actor through the way they deliver a phrase, and he really manipulates his voice in the most extraordinary way”

Lore Watterson: You are celebrated in the media as a British violinist, looking at your history, how do you see yourself?

Daniel Hope: That’s a very good question actually. I see myself as European. Of course I’m South African born, so my soul is here, it always has been. But I spend so little time here, you know we left when I was a baby, I grew up in England so I sound English and I went to school there, so my earliest influences and musical abilities are all associated with London. But I’ve lived out of the UK for so many years. When I was 18 or 19 I went to Lübeck to study, and then to Hamburg. Then I went to Amsterdam, and now I live in Vienna so I’ve always had this peripatetic existence, but Europe is where I really feel at home. I don’t tend to differentiate between where that is, I just love Europe. I love travelling, I love coming back here and I love travelling to other places but my old soul is Europe. And certainly German-speaking Europe because, on my mother’s side, there is such a strong German connection.

LW: You have published books in German about a Jewish family living in Germany. Is it about your mother’s family?

DH: Yes, it was a very strong Jewish family going back to the 15th century in Potsdam and Berlin, and they converted to Christianity in the 19th century, as many did, and were fiercely patriotic Germans until the Nuremburg Gazette where they were no longer Germans. As a result they lost everything and had to flee, so most of them came to South Africa, some to America, but my grandmother came here.

LW: How important is the ‘Jewishness’ in your family?

DH: For me personally, it is very important because it’s at least half of my identity. On the other hand I’m an extremely unusual mixture; my father is Roman Catholic, my mother is Protestant, although she has this very strong Jewish background. On the Jewish side, in particular my mother’s family, and the first book I’ve written is about the family and the house in Berlin, which is a fascinating house and the story of what happened to this house. It took me on a journey to discover more of my Jewish roots and they go back so far, back to the first rabbi of Potsdam. We were actually related, so there’s no escape from my Jewish roots. I don’t identify myself as Jewish although I have great empathy towards the Jewish religion and to that genetic makeup in me.

LW: There are lovely traditions that are part of celebrations…

DH: Absolutely, and the music of course: the violin is one of the ultimate instruments. The whole idea of children singing with their mothers, the accompanying violin is always present. It’s something very close to the Jewish soul and I identify greatly with that.

LW: Besides writing, I see you’ve done some very interesting projects with Klaus Maria Brandauer, for example, you performed Dietrich Bonhoeffer’s letters together.

DH: They’re amazing, they are the letters from Aus der Haft as he was in the prison in Tegel and awaiting his execution. They are the most extraordinary documents, because on the one hand, they are the letters home to his family where he maintains this angelic reverence; and then there are his diaries where he speaks his feelings and his mind, which are of course terrifying. The juxtaposition of course with Brandauer, who is such a great actor, is that we do performances together where he will read and I will play, and the emotions within the letters and the diaries, I try to match in the music that I play. We have music and text, and we try to bring these genres together. There are moments where I will improvise to his voice, as his voice has the most amazing colours, and then there are moments of pure music and pure text. He is one of my closest friends, we’ve worked together for the last 15 years, and for me he’s one of the greatest actors in the world. I think any musician can learn an enormous amount from a great actor through the way they deliver a phrase, and he really manipulates his voice in the most extraordinary way.

LW: You did Goethe’s Faust as well? Of course Brandauer being such a famous Mephisto.

DH: Yes, we did, and the Soldier’s Tale of Stravinsky. We also did a wonderful evening called Böhmen liegt am Meer, which is a story of the Czech Republic from the middle ages up to present day, with texts by Czech poets and music by Dvořák and Janáček. We’ve also done a Don Juan evening together. We usually meet four or five times a year to do one or two projects. I admire him enormously and he was one of the first great actors I worked with, and the first one to try new forms of presentation and trying to find a hybrid. That’s actually why I’m here in Cape Town for this new project I’m doing with my father, which is also going to be a totally new form of music and visual presentation.

It’s a project for Carnegie Hall, they’re doing a big South African festival in October this year, which will be 18 or 19 days with an amazing collection of South African artists, musicians, dancers etc. They’re all being shipped over to Carnegie Hall. Carnegie came to me about a year ago and asked me to come up with something, whatever I wanted, as long as it was big. So the first person I called was my dad, and I told him it was time we did something together. I’ve always admired his writing and I’ve always wondered if there was a way for us to get together. He was thrilled at the idea, so I told him to come up with the story and then we’d piece it together from there. He came back and told me there was someone he wanted to write about, and that was Nat Nakaza. He was one of the great literary voices of the 60s. He was with Drum magazine, and was forced out of this country and went to New York, but he became disillusioned with America and killed himself. So my dad had always been fascinated by Nakaza’s story and wanted to find a way to tell the story. I was only too pleased and said I’d get the music together. I went to Carnegie Hall, they loved it. I told them I’d love to, in a sense, create a modern day South African soldier’s tale. You take the idea of a piece to be sung, danced, semi-staged, so it’s not music theatre, or an opera or a concert – it’s a tale that’s told and somehow illustrated with music. All of this based on Nat Nakaza. Carnegie took it like a shot, so I called Andrew Tracey and asked him to be a musical guide, as I needed help to get the sounds of that time. We decided we needed two actors, so we chose John Kani’s son, Atandwa Kani, who is very talented – he will play Nat Nakaza. The second actor is a fantastic young Afrikaans actor named Christiaan Schoombie and he will be the counterpart, almost like the devil quality. We have a wonderful theatre producer, Mannie Manim, and it will be played in Bloemfontein on the 13th and 14th of October this year, and the Carnegie Hall performance will be the 28th of October. After that I’d like it to go around the world as I think it has the potential to be something very special. I believe Nakaza is not as well known as he should be, perhaps even forgotten about, and yet his wit, energy, rhythm and take on life and apartheid was so singular. His humour and his restraint, was yet so biting. My father has written this beautiful, poignant, dramatic play, and it’s my job to bring these people together. I have some fantastic musicians as well, such as Jason Marsalis, brother of Wynton Marsalis, as well as a young French cellist, François Sarhan, who works a lot with Sting. So that’s the reason I’m here; My father turned 70 yesterday, and I’m meeting up with Mannie.

LW: Why did you choose Bloemfontein?

DH: We have an excellent director, Jerry Mofokeng, and one of his main gigs is at the theatre in Bloemfontein. Tom Morris, who also did War Horse, is very interested in taking it.

LW: I’ve interviewed a lot of musicians, and what I found very interesting about you is that you manage to do it with your music and you are breaking out doing other things as well. Is that something you feel, that you need different outlets other than playing the violin?

DH: Yes I do, and we were raised that way by my father, to always have an opinion. He encouraged us to write, and I started at the age of 14 or 15 (writing for school papers), and I quickly realised writing was an extension of music for me. When I made my first few CDs I interviewed the composers and wrote the booklet text, which at the time was very unusual. Early in my 20s I started the Theresienstadt Project (also known by its Czech name as Terezín), a garrison town 60 km north of Prague, the central collection point or ghetto for between 50 000 and 60 000 Czech Jews) and interviewing survivors. This all led to what I do now, I am now writing my fourth book, which is about composers who fled Europe and went to Hollywood. I’ve just completed a new album which is coming out at the end of the year, featuring those composers from the 1930s and 40s. I’m going to LA next month to interview some surviving composers from that time.

LW: When you were young, was it your desire to play an instrument, or your parents?

DH: Yes it was me. My parents didn’t know much about music other than that they loved it. We left South Africa because my father’s books were banned here, so we went to England. My father took teaching jobs to make ends meet, but we ran out of money. My mother had trained as a secretary in SA, and she went to an agency who had two job offers, one being the secretary to Yehudi Menuhin. It was meant to be just for six months but six months became 26 years, and so in a split second our lives changed. Had that not happened we’d be living in South Africa and things would be very different. So my mom would take me with her to work everyday, which was Yehudi’s house, and I would listen to the music all day, and not just Menuhin’s – it was the people who came there, like Ravi Shankar. At the age of four, it was probably not a great surprise when I said I’d like to be a violinist. My mom found a lady nearby who specialised in teaching young kids and I started with her and that’s what ignited that spark. Then when I was about 15, Menuhin took an interest as he realised I was actually serious about this. Then when I was 18, I realised I didn’t just want to be a violinist, I wanted to be a musician.

LW: …and so much more than ‘the British violinist Daniel Hope’. CF

So many strings to his bow…
www.stgeorgesbristol.co.uk/so-many-strings-to-his-bow/ (en), 18.08.2014

From bestselling albums and intoxicating live performances, to books, films and charitable projects, Daniel Hope is so much more than a violinist. His appearances at the Bristol Proms have left audiences breathless and charmed in equal measure, for Daniel’s exquisite skill with the violin is matched by his warm stage presence and ability to really connect with an audience. It is some twelve years since Daniel was last on stage at St George’s, so his return is long overdue; and it is in these interim years that the musician, writer, producer and activist has truly made his name.

In October St George’s becomes the focus of four nights of live broadcasts by BBC Radio 3 as the Brahms Experience unfolds. With concerts by Skampa Quartet, the BBC Singers and pianist Stephen Kovacevich, not to mention a sojourn to Colston Hall with the BBC National Orchestra of Wales, it’s a week-long celebration of one of classical music’s more misunderstood and underestimated composers. Brahms is so much more than a magnificent beard, or that lullaby…

Daniel’s contribution takes in one of Brahms’ closest friends and greatest muses, the violinist Joseph Joachim; with music by both, alongside works by Mendelssohn and Schumann.

We caught up with Daniel last month to discuss who Joseph Joachim was, why he’s so important to Brahms’ music and what audiences can expect from the concert in October.

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Daniel, we’re so looking forward to having you with us in October; when was the last time you performed at St George’s?

It was quite a while ago; it was with Paul Watkins and Philip Dukes, we did a Theresienstadt programme. This was probably twelve years ago… at least.

What can you tell us about this long awaited next visit?

It’s an homage to Joseph Joachim, who was the most instrumental and important violinist I think of the nineteenth century. He was somebody that, in so many ways, defined what the violin meant. Firstly he taught over five hundred students, he created the Royal Conservatory in Berlin; he famously introduced the young Brahms to the Schumann family and he was the one who rediscovered the Beethoven Violin Concerto. He made a very conscious decision, having studied Mendelssohn, when Mendelssohn died he moved in a sense to the other side, to Liszt – he became his concert master – and broke very famously with Liszt and crossed again to the other side and that was Schumann, Brahms and Dvořák, all of whom wrote violin concertos for him, including Max Bruch, and that’s why we have those concertos and we don’t have a violin concerto by Wagner, by Liszt. So he was really a forerunner in so many ways, his programming was exceptional; it was what we call ‘cutting edge’ nowadays, mixing genres, putting in symphonies next to chamber music, next to solo stuff, two hundred years before anybody else was doing it and he was a composer in his own right. So the concert looks at all these different influences; it looks at his composition, it looks at pieces that were written for him and it looks at his friends, so Mendelssohn, Brahms, Edvard Grieg…

But despite all of that, it’s a name that not many people would actually recognise? Is Joachim overlooked or forgotten?

I think, you know, at the end of the day it is composers whose names go down in history not interpreters, and that’s the way it is; and I think that’s the right thing because, you know, the composers write things that stay and we’re there to interpret them and share them. There was a time where everybody knew Joachim, but times have changed and his style of playing, his way of doing things I think fell out of fashion at the beginning of the twentieth century – even though he was the first violinist to actually record. There are rolls from 1904 of him, wax rolls, you can actually hear him, it’s amazing. So he was actually pretty advanced, but he belonged to the old guard and he was superseded by glittering violinists like Jascha Heifetz, Yehudi Menuhin, Mischa Elman… It became more about the personality and the brilliance and the perfection, and less about the communication and the feeling of the music. So I think it was just time that took its toll on his name really. And yet there are so many hundreds of pieces that we have because of him, thanks to him.

And this concert is of course part of a five night celebration of Brahms… Is he a composer you enjoy performing?

I absolutely adore Brahms, I just couldn’t live without Brahms… I mean, his chamber music is just incredible; the piano quartets, the piano trios, the piano quintets, the sextets… where do you start and where do you stop? I just can’t get enough of it and I play a lot of his music; I’m touring two piano quartets next year. It’s got something which is so personal and so emotional, and yet it’s controlled as well; that’s the thing about Brahms, he’s a master of control and there’s just nothing quite like it. And, you know, Joachim was – for the most part of his life – his closest musical friend and they broke, split, and then at the end of their lives got back together and the present he gave Joachim was the Double Concerto. I mean what a present! So Joachim really accompanied his whole life and when Brahms thought of the violin, he was thinking of Joachim.

Do you think that Brahms is underestimated as a composer?

I think maybe he’s not everybody’s cup of tea, although he never was, funnily enough. Menahem Pressler, of the Beaux Art Trio, the pianist, he told me he went to play for Darius Milhaud back in the early forties and Mihaud asked him what he’d like to play. He said ‘I have some Debussy’ and Milhaud said ‘Great’, and then he said ‘I have some Brahms…’ and Mihaud said ‘Brahms?! Ha, that Beerhouse composer?!’ I’d never heard Brahms referred to as a Beerhouse composer, but there were people who thought he was unsophisticated and I think some of his works are overlooked; and yet look at the symphonies, look at the violin concerto, look at the piano concertos, to name a few.. incredible. He was such a perfectionist; it was once said that he threw a number of his works into the fire, apparently another four of five violin sonatas, cello sonatas, all the rest of it… he was never happy. But for me, if I had to really choose a genre it’s the chamber music; the chamber music is so incredibly broad, from the sonatas – violin, piano, cello sonatas – the clarinet trio, the horn trio, piano quartets, piano quintets… it’s one piece after the next, every single one is a masterpiece, every one, and that’s amazing.

You’re doing this concert with Sebastian Knauer, with whom you’ve worked a lot – are those kinds of ongoing collaborations important to you?

Very. I’ve worked with Sebastian for twenty years now, we’re very close friends and we travel a lot around the world and he’s a phenomenal pianist and a great musician, great partner. We devise these programmes ourselves, we sit down and work out what we want to do and how we want to do it. Particularly for Brahms you need to have a fine pianist, because these sonatas really the emphasis is on the piano; Brahms was a master pianist himself and so the piano in a sense controls the pieces. So you need to have somebody who has weight and who has real knowledge and also an empathy to it. Brahms was born in Hamburg and Sebastian comes from Hamburg as well; it’s a particular place and he feels very close to him, so I wouldn’t want to do this programme with anyone else.

St George’s of course has a fantastic acoustic; how important is a venue to your performance? Can it inspire you?

Absolutely, I mean there’s nothing nicer than when it all connects; the venue, the audience, the programme and the connection between the audience and what you get back from them – it’s a two-way conversation that’s going on. I do remember the concert we did at St George’s and I remember this magnificent acoustic, and it being very flattering for string players; you have this resonance there, but not too much, so the instruments can really sing and I think for this programme it will be just ideal.

You’re well known for a kind of ‘Musical Activism’… what other issues are out there which would benefit from a bit of musical activisim?

A lot, I mean where do you start? One thing that I think is fascinating and which is extremely important is music therapy, and what music can actually do… That’s not activism, that’s just helping, in a sense; disabled people, autistic children, senile people, alzheimers. It’s incredible the effect that music can have. People who literally don’t know anything anymore – who they are, who their loved ones are – will suddenly recite a song for you with perfect lyrics. There’s something about the connection between the brain and music which I think is amazing; the same with Autistic children, it’s had an incredibly beneficial effect on their peace of mind and on their development. So I think that’s something which needs to be pushed, actually; we need more soloists to get in on it and help and use their names to do things like that. I would link that to music education, as the next biggest problem around the world because it’s just been cut from most curriculums. So that’s a major thing that I spend a lot of time on, working for other children’s charities at children’s concerts or a number of different organisations within Europe that give instruments to kids, or give them the chance to come into contact with music – and not just classical music, music in general, music, dance, singing. Those sorts of things I’m involved with and I do a lot for the music of the composers that were murdered by the Nazis; for example, I made a film about Theresienstadt that came out last year and just this week I did a concert in Munich – a benefit concert – fundraising for families of these composers, to support them. The list is long and there are a lot of very worthy causes and I think it doesn’t take all that much actually to give a bit of help here and there.

And away from that, what’s coming next for you?

I’m about to launch a big new album for Deutsche Gramophon, it’s called Escape to Paradise and it’s about the composers who fled Europe and went to Hollywood and created the ‘Hollywood Sound’. It starts in fact before they were forced out, so it starts with the eleven year old Korngold, with bits of his Pantomime and then it goes into his Violin Concerto and then it goes into the film music of the thirties and forties, so there’s things like Ben-Hur, there’s Suspicion the Hitchcock film, then it also looks at Hanns Eisler and Kurt Weill and Franz Waxman, and I have a couple of very special guests on the album. Sting is singing a song by Hans Eisler and there’s a German chanson singer called Max Raabe who is singing a Kurt Weill song. So it’s a very broad mosaic of, in a sense, a search for the Hollywood Sound – where did it come from, and this whole European tradition which was forced out and created something very special. So that comes out in September and there’s lots of projects linked to that, touring, recording, writing, producing, filming… all sorts.

We understand you also play the Saxophone… are we likely to see you at St George’s doing a Sax recital any time soon?

(laughs) I did at some point, when I was about thirteen or fourteen. You wouldn’t want to hear it, put it that way!

Exil „Beide Urgroßväter haben im Ersten Weltkrieg für Deutschland gekämpft.“
Süddeutsche Zeitung (de), 25.08.2014

DANIEL HOPE ÜBER
Exil „Beide Urgroßväter haben im Ersten Weltkrieg für Deutschland gekämpft.“ „Das Letzte, was ich wollte, war Champagner trinken. Aber es gab kein Entrinnen…“ „Ich habe mir eine Zeitmaschine verschafft, damit ich die Musik besser verstehe.“ Zur Person

Interview: Gabriela Herpell

SZ: Sie sind in Südafrika geboren, in London aufgewachsen, leben in Wien. Wo gehören Sie hin?

Daniel Hope: Wenn ich meine Zugehörigkeit wirklich definieren müsste, würde ich mich wohl als Europäer bezeichnen. Aber meine ersten 20 Jahre habe ich in London verbracht, habe also die klassische englische Erziehung genossen. Ich spreche wie ein Brite, ich verfolge die englischen Nachrichten, gucke BBC, obwohl ich lange schon nicht mehr in London lebe.

In der deutschen Sprache gibt es das Wort Heimat, das sich auf ein reales Zuhause genauso beziehen kann wie auf ein geistiges.

In diesem Sinn wäre eben Europa und nicht England meine Heimat. Ich fühle mich genauso wohl in Deutschland, England oder Österreich – wo ich jetzt wohne – wie in Spanien oder Frankreich. Obwohl man natürlich auf große Unterschiede zwischen den Ländern trifft. Gerade das finde ich schön. Das fehlt mir in Amerika, so gern ich auch dort bin.

Das klingt fast zu vernünftig. Spüren Sie keine Zugehörigkeit durch die frühen Prägungen? Sie haben dieselben Fernsehserien geschaut, die gleichen Kinderbücher gelesen wie andere Engländer, nicht wie die Franzosen.

Ich habe in vielen Ländern gelebt und die jeweiligen Eigenarten schnell adaptiert. Ich habe in Lübeck studiert, das Norddeutsche ist mir sehr vertraut. Durch das erste Buch, das ich geschrieben habe, „Familienstücke“, habe ich die Verbindung zu Deutschland erst richtig wahrgenommen.

In dem Buch beschreiben Sie die Suche nach Ihren Urgroßeltern in Berlin. Was ist passiert?

Mein Großvater wurde Anfang 1934 von der SS in Berlin zusammengeschlagen. Er arbeitete am Deutschen Theater als Lichtregieassistent bei Max Reinhardt. Er hat sofort gewusst, was los war, hat seinen Koffer gepackt und Deutschland verlassen. Max Reinhardt sagte noch zu ihm, kommen Sie nach Hollywood, ich werde einen schönen Film machen. Den „Sommernachtstraum“. Mein Großvater sagte, dass er sich geehrt fühlte, aber so weit wie möglich weg wollte von Hitler. Hollywood hat ihm nicht gereicht, darum ging er nach Südafrika.

Ging er allein?

Seine Eltern haben nicht geglaubt, dass es so schlimm kommen würde. Seine Mutter ist 1939 in letzter Minute aus Deutschland weg. Mein Urgroßvater konnte sich nicht vorstellen, Deutschland zu verlassen, und nahm sich lieber das Leben, als das aufzugeben. Das Buch ist vor sechs Jahren erschienen. Seitdem vergeht kaum ein Tag, an dem mein Leben nicht in irgendeiner Weise zu diesem Buch in Beziehung gesetzt wird.

Wie meinen Sie das?

Neulich, nach einem Konzert in Düsseldorf, stand mir ein Mann gegenüber, dessen Vater der Anwalt meiner Urgroßmutter war. Er ist im Buch erwähnt, aber ich kannte ihn nicht. Das stärkt natürlich meine deutschen Wurzeln sehr.

Haben Sie durch die Arbeit an dem Buch Heimat dazu gewonnen?

Eine seelische Heimat, genau. Ich kann die schmerzhaften Erfahrungen, die meine Familie gemacht hat, spüren. Seit 1930 sind in unserer Familie alle Exilanten. Ich verstehe jetzt, was das heißt. Und habe Frieden damit geschlossen. Ich freue mich, in Deutschland zu sein, in Deutschland zu spielen, in Deutschland Musik zu machen. Meine Urgroßeltern waren ja auch ungeheuer patriotisch.

Das macht die Geschichte besonders tragisch.

Beide Urgroßväter haben im Ersten Weltkrieg für Deutschland gekämpft, beide waren hochdekoriert und liebten die deutsche Musik, die Literatur. Sie haben sich mit dem Judentum gar nicht identifizieren können. Ihre Familien sind Mitte des 19.Jahrhunderts konvertiert. Allerdings geht unser Stammbaum zurück bis zum ersten Rabbiner von Potsdam. Dazu kommen irisch- römisch-katholische Vorfahren. Sie sehen, ich kann mich nur als Europäer fühlen.

Wenn man so viel unterwegs ist wie Sie, hat man nicht das Bedürfnis nach einem Platz, der so etwas wie eine Heimat ist?

Das ist im Prinzip Wien. Die Musikstadt. Ich liebe es, an den Häusern vorbeizugehen, in denen Mozart oder Dvořák oder sogar Vivaldi gelebt haben. Ständig an die Musik erinnert zu werden, die ich täglich spiele. Obwohl – seit wir ein Kind haben, seit acht Monaten also, ist meine Heimat bei ihm. Wir sind sehr viel zusammen gereist. Und er hat das sehr gut weggesteckt. Das wird nicht immer so bleiben.

Die Österreicher können auch ganz schön abweisend sein, oder erleben Sie das nicht?

Oh ja. Die Wiener sind speziell. Aber ich bin genauso direkt wie sie. Man darf sich nicht einschüchtern lassen.

Darf man in London auch nicht, oder?

Absolut nicht. Aber dort beruht die Distanz auf Zurückhaltung, nicht auf Konfrontation. In der U-Bahn in London sagt niemand etwas. Doch wenn man den Menschen näherkommt, stößt man auf eine sehr freundliche Welt. Die Engländer gehören zu den höflichsten Menschen überhaupt.

Glauben Sie eigentlich, dass man das Exilantentum in der DNA hat? Und dass Sie sich deshalb leicht anpassen können?

Ich glaube, dass der Krieg die Nachkommen derer, die geflohen sind, genauso nachhaltig geprägt hat und immer noch prägt wie die Nachkommen derer, die umgekommen sind oder die sich schuldig gemacht haben. Meine Mutter ist in Südafrika aufgewachsen, mit Englisch als Muttersprache. Deutsch wurde nie mehr gesprochen in der Familie. Über Deutschland wurde auch nicht mehr gesprochen. Dieser Teil der Vergangenheit existierte nicht.

In letzter Zeit haben Sie viele Konzerte mit Musik aus Theresienstadt gegeben.

Ich bin, zusammen mit den Sängern Anne Sofie von Otter und Christian Gerhaher, auch nach Theresienstadt gefahren, wir haben Zeitzeugen getroffen und einen Film dort gedreht. Wenn man sich nur vorstellt, was aus der Musik geworden wäre, wenn diese vielen jüdischen Musiker damals überlebt hätten… Es fehlt einfach eine ganze Musikrichtung im 20. Jahrhundert.

Sie selbst leben ja, weil Ihre Vorfahren geflohen sind und überlebt haben.

Genau. Nach den vielen Jahren, in denen ich die Musik der Menschen gespielt habe, denen die Flucht nicht geglückt ist, wollte ich mich mit der Kehrseite beschäftigen. Also fing ich an zu lesen, ich habe Klaus Manns Exilliteratur gelesen, besonders wichtig war natürlich „Escape to Life“. Ich habe Thomas Mann gelesen, Hanns Eisler, und ich flog nach Los Angeles, um mich mit der Schönberg-Familie zu treffen, die immer noch in Arnold Schönbergs Haus lebt. Ich habe sie besucht, es wurde Wiener Schnitzel serviert, Sachertorte und Kaffee mit Schlag. Da stand immer noch der Stuhl von Arnold Schönberg, auf dem er saß, wenn er unterrichtete. Ich hatte das Gefühl, im Los Angeles von 1940 zu sitzen. Und wieder spürte ich, was es heißt, sich im Exil zu befinden.

Wie lang recherchieren Sie für ein solches Album?

Zwei, drei Jahre. Es war eine sehr intensive Zeit. Ich habe mich durch die Archive der Paramount Studios gewühlt. Und mit Leuten aus der Zeit gesprochen, mit 95-Jährigen, die erzählt haben, was Los Angeles bedeutet hat damals.

Wer war dabei?

Walter Arlen. Er ist 94, Komponist, floh 1939 aus Wien nach Los Angeles und wurde dann Kritiker der Los Angeles Times. Er war in jedem Konzert, er kannte all die Komponisten, die auf dieser Platte sind, persönlich. Der Pianist Menahem Pressler wiederum kannte noch Franz Waxman, der 1934 aus Deutschland geflohen war und in Hollywood Filmmusiken komponierte. Ohne diese persönlichen Informationen hätte ich mich nicht getraut, die Musik aus der Zeit nachzuspielen. Ich habe mir eine Zeitmaschine verschafft, damit ich die Musik besser verstehe.

Was ist an der Musik schwer zu verstehen?

Es gibt so viele Vorurteile der Filmmusik gegenüber. Man hält sie für banal. Aber das könnte nicht weiter entfernt von der Wahrheit sein. Ich habe ja nicht „Fluch der Karibik“ oder „Transformers“ aufgenommen. Sondern wirklich die Musik aus jener Zeit. Und die Komponisten mussten diese Musik schreiben, um zu überleben. Dabei waren gerade sie damals musikalisch auf einem ganz anderen Weg.

Auf welchem Weg?

Weg von der großen Symphonie. Denken Sie nur an Schönberg. Oder Korngold. Sie empfanden sich als Vertreter der musikalischen Moderne. Aber die Studiobosse wollten die große Symphonie von ihnen, und so wurden sie festgehalten in ihrer Entwicklung. Der Tonfilm war neu. Man brauchte einen Soundtrack. Der Hollywoodklang der Dreißiger- und Vierzigerjahre kam im Grunde aus Europa, das finde ich so spannend. Korngold hat komponiert, um Geld zu verdienen, mit dem er seine Verwandten aus Europa nachholen konnte.

Waren die meisten der Filmkomponisten jüdische Emigranten aus Europa?

Nicht nur die. Die Instrumentalisten auch. Das vervollständigte natürlich den europäischen Klang. Die Studioorchester damals in Hollywood waren mit den besten Musikern besetzt, viele von ihnen europäische Juden. Wenn man ein Violinsolo von 1935, 36, 38 hört, ist das oft Toscha Seidel. Oder Louis Kaufman. Kaufman allerdings wurde in Amerika als Sohn rumänischer Juden geboren. Ein schlauer Hund. Er hat die „Vier Jahreszeiten“ wiederentdeckt und populär gemacht. Vivaldi war vollkommen in Vergessenheit geraten. Louis Kaufman spielte die „Vier Jahreszeiten“ mit dem Klavier ein und machte daraus einen Riesen-Schallplattenhit. Da ging das Vivaldi-Fieber los, in Hollywood.

Aber das ist eine andere Geschichte. Einer der bekannteren Komponisten auf Ihrem Album ist Erich Wolfgang Korngold, geboren in Wien. Er galt schon mit elf Jahren als Wunderkind.

Und er ist für mich die Schlüsselfigur hier. Ohne ihn sind viele Filmkomponisten gar nicht denkbar. Und sein Violinkonzert ist eine alte, große Liebe von mir, weil Jascha Heifetz das so unglaublich gespielt hat, für mich der größte Geiger. Auch er hat Hollywood ja sehr geprägt.

Perfektes Zusammenspiel, wie bei Glenn Gould und den Goldberg-Variationen?

So ähnlich, ja. Ich habe das Stück schon gespielt, weil ich es so liebte, aber nur für mich, privat. 25 Jahre lang. Jetzt bin ich älter geworden und etwas mutiger. Da dachte ich, ich fange mal an, es auf Konzerten zu spielen. Und habe gemerkt, wie genial dieses Stück ist. Wie es spiegelt, was in Korngolds Leben los war: die Zerrissenheit. Ihm war immer klar, dass er Musik für Filme genauso lang komponieren würde, wie Hitler an der Macht sein würde. Dann würde er anknüpfen an die Musik, die er vorher komponiert hatte. Das Violinkonzert sollte sein Comeback werden.

Sie spielen auf dem Album auch eine Filmmusik von Ennio Morricone, die Musik von „Schindlers Liste“ und die von „American Beauty“. Wie passt das zu Ihrem Konzept?

Mich hat interessiert, wie groß der Einfluss der emigrierten Musiker auf den Hollywood-Sound war. Da kam ich auf Alfred Newman, amerikanischer Jude aus Brooklyn, der als der Pate der Hollywoodmusik gilt. Er komponierte die Musik für „Der Glöckner von Notre Dame“ und „Sturmhöhen“. Von ihm war es nicht weit zu seinem Sohn, Thomas Newman, der die Musik für „American Beauty“ komponiert hat, für mich eine der besten Filmmusiken überhaupt. So ging ich weiter, zu Ennio Morricone. Er war auch nach Amerika gegangen, zwar nicht im Krieg, sondern später. Aber er kam als unbekannter Orchestermusiker aus allerärmsten Verhältnissen. Und hat den Hollywoodklang ganz neu definiert.

Haben Sie ihn auch kennengelernt?

Ja, aber in einem anderen Zusammenhang. Das war hier, im Palace Hotel, ganz zufällig. Ist schon ein paar Jahre her. Hier steigen ja traditionell viele Musiker ab. Ich kam todmüde hier an, sah nur, dass nebenan der Raum voll mit Champagner trinkenden Menschen war. Das Letzte, was ich wollte, war Champagner trinken. Da stand auch schon Mstislaw Rostropowitsch vor mir, der russische Cellist, und sagte: „Mein Freund, komm rüber.“ Da gab es kein Entrinnen.

Sie haben doch Champagner getrunken.

Klar! Und er hat mich seinem Freund Ennio Morricone vorgestellt. Ich dachte, mein Gott, so was kann nur hier im Palace Hotel in München passieren. Dann hielt Rostropowitsch eine Rede, wie nur er sie halten kann, mit tausendmal zuprosten und anstoßen. Und sagte, mein großer Freund Morricone, ich freue mich jetzt schon darauf, dass du mir ein Cello-Konzert schreibst. Alle applaudierten. Es war klar, dass es nur eine Frage der Zeit sein würde, bis er das bekam. Denn er hat immer alles bekommen, was er wollte. Daniel Hope wurde am 17. August 1973 in Durban, Südafrika, geboren. Bald schon zog seine Familie nach Paris, dann nach London. Dort arbeitete seine Mutter bei Yehudi Menuhin. Der vierjährige Sohn begann, Violine zu spielen, und wurde später von Yehudi Menuhin unterrichtet. Mit elf führte Hope zusammen mit Menuhin Bartók-Duos für das Deutsche Fernsehen auf. Heute arbeitet er mit den großen internationalen Orchestern und Dirigenten, dirigiert viele Ensembles von der Geige aus und ist berühmt für seine Vielseitigkeit. So verbindet er oft Text und Musik, wie bei den Konzerten mit Musik aus Theresienstadt. In seinem Buch „Familienstücke“ (2007) ergründete er die Geschichte seiner Urgroßeltern in Berlin. Am 29. August erscheint sein neues Album: „Escape to Paradise – The Hollywood Album“.

Musik hat überlebt
Augsburger Allgemeine Zeitung, 30.08.2014

Daniel Hope, explorateur de la mémoire
ResMusica, 29.09.2014

Le violoniste Daniel Hope peut s’enorgueillir d’un parcours impressionnant : membre du légendaire Beaux-Arts Trio, il a partagé la scène avec Yehudi Menuhin.

Ce musicien, virtuose de l’archet et des réseaux sociaux ne se contente pas des chevaux de bataille. Il recherche et il explore à l’image de l’indispensable DVD consacré aux musiques composées au camp de concentration de Terezín auquel un International Classical Music Awards (ICMA) 2014 a été décerné.

 

Le violoniste Daniel Hope peut s’enorgueillir d’un parcours impressionnant : membre du légendaire Beaux-Arts Trio, il a partagé la scène avec Yehudi Menuhin.

Ce musicien, virtuose de l’archet et des réseaux sociaux ne se contente pas des chevaux de bataille. Il recherche et il explore à l’image de l’indispensable DVD consacré aux musiques composées au camp de concentration de Terezín auquel un International Classical Music Awards (ICMA) 2014 a été décerné.

Interview par Pierre-Jean Tribot
ResMusica : Vous êtes à l’aise dans tous les répertoires du baroque au contemporain. Cette flexibilité stylistique est-elle l’ADN des musiciens du XXIe siècle ?
Daniel Hope : Chaque musicien est différent. J’aime envelopper tous les styles car j’aime la belle musique et les compositeurs composent de la belle musique depuis plus de 500 ans ! J’apprécie de jouer les musiques avec les meilleurs spécialistes de chaque époque. Cet aspect est très important pour moi car j’apprends d’eux. Je ne peux pas faire de généralisation, mais pour moi jouer des musiques baroques, classiques, romantiques, modernes ou contemporaines est important car je les aime !

RM : Vous avez remporté  un ICMA pour ce superbe documentaire consacré aux musiques composées à Terezín. Pouvez-vous nous expliquer l’origine de ce documentaire ?
DH : Je mène des recherches sur les musiques composées à Terezín depuis 15 ans. Je les ai déjà jouées à maintes reprises et même parfois déjà enregistrées. Lors de ces recherches, j’ai rencontré des survivants du camp de concentration. L’idée du film s’est développée tout naturellement comme une suite logique de ce travail de découverte et de recherche. Avec l’aide d’une fondation allemande, nous avons trouvé des fonds pour financer le documentaire. J’ai décidé de centrer la narration du film autour de deux musiciens qui ont survécu à Terezín : Alice Herz-Sommer et Coco Schuman. Cependant, mon souhait était de raconter l’histoire du camp à travers les yeux et la vie de ces musiciens. Il y avait déjà de nombreux et excellents documentaires sur le sujet, mais toujours centrées sur l’aspect purement historique. Je ne voulais pas refaire un documentaire historique, mais faire un documentaire musical. Je suis très heureux d’avoir pu mener à bien ce documentaire.

RM : Quel est votre lien personnel avec ces musiques ?
DH : J’ai découvert les musiques composées à Terezín par chance ! Je conduisais après un concert tout en écoutant la radio. J’entendis alors une musique absolument incroyable. J’ai naturellement attendu la désannonce : c’était un trio de Gideon Klein. Une pièce magistrale ! Ce fut le début d’un cheminement de 15 ans à travers ces musiques. J’ai aussi un lien personnel avec cette époque, ma famille maternelle, de confession juive, a du s’enfuir de l’Allemagne nazie pour se réfugier en Amérique ou en Afrique du Sud. Cependant, je ne connaissais pas l’histoire de cette musique avant de la découvrir par chance.

« J’ai découvert les musiques composées à Terezín par chance ! »

RM : Vous avez également conçu un concert mémoriel à Berlin autour de la Nuit de Cristal (8 novembre 2008). Ce travail de mémoire est-il un devoir pour un musicien ?
DH : Oui, mais je pense surtout que la mémoire est un devoir pour chacun d’entre nous en tant que citoyen. Pour un musicien, le devoir de mémoire est facilement réalisable car il nous suffit de jouer la musique de ces compositeurs pour la garder vivante. Il n’y a pas besoin non plus d’un concert commémoratif spécialement dédié, il nous suffit de programmer l’une ou l’autre pièce lors de nos concerts. Ce que je fais autant que possible car j’aime de tout cœur ces musiques. Cependant, le concert berlinois auquel vous faîtes allusion était une volonté politique de ma part car j’ai été profondément choqué que le gouvernement allemand ne propose aucune action pour commémorer la Nuit de Cristal.

RM : Vous avez enregistré une version recomposée des Quatre saisons de Vivaldi. Pourquoi ?
DH : Max Richter me disait qu’il était décontenancé par l’utilisation systématique de cette musique absolument n‘importe où ! Des messageries téléphoniques aux centres commerciaux en passant par les parkings et les ascenseurs ! Au fur et à mesure, il lui était impossible d’entendre la musique de Vivaldi, d’où cette idée de recomposer l’œuvre. Quand j’ai reçu son manuscrit j’ai été séduit par son respect et son amour pour Vivaldi. Il a su garder l’essence de l’esprit du compositeur pour la réintroduire dans sa recomposition. Vous savez, j’aime particulièrement jouer les deux versions lors d’un même concert.

RM : Vous êtes aussi un auteur de livre et l’un d’eux est même dédié aux catastrophes musicales [Toi, toi, toi!, Hambourg, 2011-non traduit à l’heure actuelle en français]. Quelle est la concept de ce projet ?
DH : J’ai écrit 3 livres et je travaille actuellement sur un quatrième. Cependant, pour ce livre, l’idée m’est venue suite à des conversations avec mes amis musiciens toujours prompts à raconter l’aventure ou l’évènement extraordinaire, inattendu et catastrophique qui venait de leur arriver sur scène. Le livre raconte, à travers l’histoire et les styles, de la renaissance au contemporain, tout ce qui est arrivé en termes de catastrophe(s) dans le monde de la musique et toutes ces histoires sont totalement véridiques !

RM : Quelles sont les personnalités qui ont marqué votre carrière artistique ?
DH : Tout d’abord Yehudi Menuhin ! J’ai joué à de nombreuses reprises avec lui. Ce fut une chance extraordinaire de le rencontrer et de partager avec lui des moments musicaux. Ensuite, il y a eu Menahem Pressler, à mon sens le plus grand musicien vivant. J’ai joué avec lui au sein du Beaux-Arts Trio de 2002 à 2008, ce fut une expérience magique. Enfin, je dois mentionner Zakhar Bron, mon professeur, un maître absolu du violon.

RM : Suite au succès du documentaire sur Terezín primé aux ICMA, avez-vous d’autres projets films ?
DH : Oui tout à fait, je publie cette rentrée un nouveau disque intitulé « Escape to Paradise » chez DGG. Il est centré sur des compositeurs européens exilés aux USA suite aux tensions en Europe dans les années 1930  et aux musiques cinématographiques qu’ils ont ensuite composées. Pour réaliser ce programme de cet enregistrement, je me suis rendu dans archives des studios de cinéma à Hollywood. J’ai rencontré Ronald Schoenberg, le fils d’Arnold Schoenberg et Walter Arlen, un compositeur d’origine autrichienne, qui a fuit l’Europe en 1939. J’ai déjà de la matière pour un nouveau documentaire, et je recherche actuellement des financements.

Russian magazine Music Life № 9. 2014
Music Life, 13.11.2014

Geigenforscher
Letzebuerger Journal, 12.12.2014



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