Concert Reviews

2016


RMF: Große Sprech- und Schauspielkunst – „Don Juan“-Abend mit Klaus Maria Brandauer
Wiesbadener-Tagblatt, 28.06.2016

Von Dietrich Stern
WIESBADEN – Trotz Deutschlandspiel gelingt es Klaus Maria Brandauer, den großen Saal des Kurhauses solo, nur mit Unterstützung des prominenten Geigers Daniel Hope, zu füllen und nicht nur das, auch in den Bann zu schlagen.

Einen Streifzug zum Thema „Don Juan“ durch die Literatur von fast 400 Jahren hat er versprochen. Das klingt bildungslastig. Aber angesichts draußen tobenden Autokorsos ist man doppelt froh, wenn drinnen die Kultur buchstäblich zum Sprechen gebracht wird. Es ist europäische Kultur, „Don Juan“ ein europäisches Thema und einer der geistreichsten Beiträge kommt natürlich von einem Briten! G. B. Shaw stellt den Mythos vom unwiderstehlichen Verführer, dem alle Frauen verfallen müssten, völlig auf den Kopf, indem er behauptet, die Männer seien eine reine Erfindung der Frauen, um die Fortpflanzung der Gattung interessanter zu gestalten. Manch heutige genetisch-anthropologische Forschung bewegt sich übrigens in die gleiche Richtung. Es ist klar, dass man beim Thema des omnipotenten Verführers, Betrügers und „Ketzers“ bei den Widersprüchen im Verhältnis der Geschlechter zueinander landet.

Brandauer hat die Texte sehr intelligent und vergnüglich ausgewählt. Er lässt mit Hermann Broch die Magd Zerlina aus Mozarts „Don Giovanni“ erzählen, was sie so an diesem Edelmann verführt hat; er lässt mit Heinrich Heine die Frau in lautes Gelächter über das männliche Potenzgebaren ausbrechen; er lässt Goethes Mephisto den Lebensgenuss geradezu hysterisch-kreischend anpreisen, um dann umso schärfer und bitterer die Feststellung Goethes zu zitieren, dass gerade Don Juan wohl nie die Liebe kennengelernt hat.

Die Unersättlichkeit der Lust
Hinter der Unersättlichkeit der „Lust“, die alle Konventionen sprengt – genüsslich schickt Brandauer das Wort mehrfach in den wohlanständigen Saal –, lauert das Nichts, die Leere, der Tod, wie es schon in der Urfassung des Stoffs bei Tirso de Molina und weiter bei Mozart/da Ponte, bei Lenau, Rimbaud, Horvath, Kästner usw. zu lesen ist.
Klaus Maria Brandauer verkörpert seine Texte. Das ist große Sprech- und Schauspielkunst, wie er den Rhythmus eines Versmaßes spüren und doch jedes Wort wie in Prosa zum Ereignis werden lässt. Der Klang der Sprache wird bis in jeden Konsonanten sinnlich ausgekostet und damit auch bei den leisesten Stellen noch Verständlichkeit und Sinnhaftigkeit erreicht. In der Musik hebt sich der unauflösliche Gegensatz der Geschlechter auf. Don Juan wird Venus, Venus wird Don Juan. Daniel Hope begleitet nicht nur, sondern gliedert den Abend mit Geigensoli zwischen Mozart, Mahler, Bartók, Strawinsky. Viel Beifall für ein großes Kunsterlebnis.

Ein liebestoller Spitzbube mit diabolischen Zügen
Frankfurter Neue Presse, 28.06.2016

Der Schauspieler Klaus Maria Brandauer und der Geiger Daniel Hope beschäftigten sich beim Rheingau-Musik-Festival im Wiesbadener Kurhaus mit dem Mythos „Don Juan“.
Glücklicherweise kommen die meisten Männer nicht in die Verlegenheit einer solch überbordenden Potenz – alleine mehr als tausend Frauen in Spanien und noch einige hundert in anderen südeuropäischen Ländern: Dieser Liebes-Stress wirft den stärksten Kerl um. Gleichwohl oder gerade deshalb blieb „Don Juan“ über Jahrhunderte hinweg für Dichter wie Tonsetzer ein Mythos. Man verdankt dem liebestollen Spitzbuben mit „Don Giovanni“ eine der schönsten Opern Mozarts. Zahlreiche Kunstlieder gehen mit Lyrik zum Thema einher.

Beim Abend mit Klaus Maria Brandauer (Rezitation) und Daniel Hope (Violine) ging es mehr um „Lieder ohne Worte“. Hope musizierte allein, so dass die von Brandauer mit diabolischer Schläue gewürzten Texte mit dem kraftvollen Ton der Solo-Geige einen künstlerischen Organismus bildeten – nicht zuletzt überlappten sich Text und Musik zu einem großen Ganzen.

Brandauer schritt quer durch die Weltliteratur, erwähnte einen Vorstadt-Don-Juan aus dem Werk Ödön von Horváths, zeigte die Sicht eines Charakteranalytikers Molière, und auch Sigmund Freud und Heinrich Heine durften in den ihnen eigenen Blickwinkeln nicht fehlen. Gerade die Wiedergabe der Texte der österreichischen Literaten ging Brandauer naturgemäß besonders authentisch über die Lippen. Seine großen darstellerischen Qualitäten übertragen sich auch auf das von ihm am Pult gesprochene Wort. Dazu kam mit Hope ein adäquater Musiker mit Sinn und Gefühl für Außergewöhnliches. Schon früher arbeiteten die beiden Künstler zusammen. „Don Juan“ wird hoffentlich nicht das letzte Projekt beider gewesen sein. Man würde ihnen jedenfalls gerne wieder beim Rheingauer Festival begegnen. Ge

Ein direkter Ausdruck der Leidenschaft
KULTUR Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft, 20.05.2016

Ein direkter Ausdruck der Leidenschaft – Daniel Hope und Anders Kjellberg Nilsson sowie das Kammerorchester Basel boten einen faszinierend farbenreichen Saisonsabschluss
Wenn der Geiger Daniel Hope und das Kammerorchester Basel gemeinsam auf der Bühne musizieren, ist ein besonderer Musikgenuss garantiert. Das Konzert im Rahmen von „DornbirnKlassik“ bildete in mehrerlei Hinsicht den großartigen Abschluss eines sehr erfolgreichen Abonnementjahres. Präsentiert wurde als „Tribute an Jehudi Menuhin“ ein variantenreich zusammengestelltes Programm, das einen Bogen von der Barockzeit bis in die Gegenwart spannte. Das Orchester trat als Barock-Consort gleichermaßen souverän auf wie als Kammerorchester mit aktuellen Kompositionen. Jede und jeder war sich seiner Eigenverantwortung bewusst, und so entwickelte sich eine mitreißend farbenreiche Musizierart.
Die Leitung des Konzertabends teilten sich der Konzertmeister des Kammerorchester Basel, Anders Kjellberg Nilsson, und Daniel Hope. Gemeinsam musizierten sie als Solisten Antonio Vivaldis Concerto für zwei Violinen, Nr. 8, a-Moll, RV 522 und zogen sogleich das Publikum in ihren Bann. Die Themen erklangen mit federnder Leichtigkeit artikuliert, dabei setzten die Musiker voll auf Kontraste zwischen Themen, Tonartencharakteristika und dynamischen Gegensätzen. Feinsinnig stellten sie den schwebenden Klang im Larghetto in den Raum. Die ätherische Stimmung wurde sodann in einem Funken sprühenden Allegro mit straff ausgeführten Phrasierungsbögen wieder aufgelöst.

 

Historisches und modernes Instrumentarium

Nach dieser inspirierenden Eröffnung stiegen die Erwartungshaltung und die Spannung, denn es stellte sich die Frage, wie das in Vivaldis Werk als Barock-Consort musizierende Orchester nun Philip Glass’ „Echorus“ für 2 Soloviolinen und Streichorchester, entstanden im Jahr 1995, interpretieren würde. Der international renommierte Geiger Daniel Hope ist für seine außergewöhnliche Wandlungsfähigkeit bekannt. Bei jedem Werk klingt seine Geige dem musikalischen Ausdruck entsprechend anders, wunderbar farbenreich und feinsinnig. Und genau so spielten auch Anders Kjellberg Nilsson und das Kammerorchester Basel. Der gemeinsame Atem implizierte in „Echorus“ eine große musikalische Weite. Gemeinsam spannten die Musiker einen breit angelegten Crescendobogen.

 

Sehnsucht und Trauer in Musik gefasst

Den Höhepunkt des Abends stellte die Interpretation des Divertimentos für Streichorchester von Béla Bartok dar. Vom Konzertmeisterpult aus leitete Anders Kjellberg Nilsson das Orchester. Die eigentümliche Diskrepanz zwischen dem Werktitel, der auf ein vergnügliches Werk schließen ließ, und der unterschwellig bedrohlichen Stimmung, die Béla Bartok 1939 in Musik gefasst hat, kam voll zur Geltung. Verzweiflung, Aufbegehren, Angst, wehmütige Erinnerung, Ironie und vieles andere fanden in dieser Musik einen Ausdruck. Energie geladen und mit kräftigen Strichen wurden die Zielpunkte der Phrasierungsbögen anvisiert. Die Musikerinnen und Musiker reagierten sehr flexibel und präsent aufeinander, erzeugten mit insistierenden Tonrepetitionen Flächen und aufbrausende harmonische Abschattierungen. Am deutlichsten nachvollziehbar war die Zerrissenheit in einer tänzerischen Passage, zu der die harmonischen Farben in einem absurden Verhältnis standen.

Das Molto adagio spielten die Musiker in großer Einigkeit. Es war miterlebbar, wie sie auf den eigenen Klang hörten und so die Tonqualitäten mit einem intensiven Vibrato steigerten. Darüber hinaus bewirkten die Tonschichtungen aufgewühlte Reibungsflächen. Teilweise kontrapunktisch wurden die Themen im Finalsatz geführt, Einblendungen erinnerten an die vorangegangenen Sätze, ein lyrisches Thema mit jüdischem Touch und die Anspielungen auf die Pizzicato-Polka, wurden mit wirbelnden Gesten hinweggefegt.

 

Veilseitige Werkauswahl

Ähnlich faszinierend verlief auch die zweite Konzerthälfte mit Bachs Konzert für 2 Violinen, Streicher und Continuo (BWV 1043). „The unfinished journey“ von Bechara El-Khoury ist im Auftrag von Daniel Hope im Jahr 2009 entstanden. Es ist Jehudi Menuhin gewidmet und wurde im Dornbirner Kulturhaus auch als Tribut an den Mentor, Lehrer, Kollegen und großen Humanisten, der vor 100 Jahren geboren wurde, dargeboten. Intensiv in der Tongebung und mit ganzer Hingabe spielte Daniel Hope das meditative Werk, das musikalisch den Orient mit dem Okzident verbindet.

Abschließend präsentierten das Orchester und Daniel Hope das Violinkonzert in d-Moll, das Felix Mendelssohn-Bartholdy im Alter von dreizehn Jahren komponiert hat. Jehudi Menuhin hatte das Werk wieder entdeckt und bekannt gemacht. Auch in Dornbirn versetzte die Musik das Publikum in Staunen, zahlreiche außergewöhnliche Ideen zogen die Aufmerksamkeit auf sich. Selbstverständlich erklang auch diese Komposition in einer bewundernswert vielgestaltigen Werkdeutung.

 

Amüsante und sympathische Schlusspunkte

Als Zugabe lenkte Daniel Hope schließlich die Aufmerksamkeit auf das amüsante Werk „Vivaldi recomposed“ seines Freundes Max Richter. Und weil das Publikum die sympathischen Musiker gar nicht gerne gehen ließ, stimmte Daniel Hope noch „Guten Abend, gut’ Nacht“ an und prompt summten und sangen die beglückten Konzertbesucherinnen und –besucher mit. Einen erfüllteren Abschluss einer erfolgreichen Abosaison kann man sich nicht wünschen.

Silvia Thurner

Tanzender Geiger auf der Bühne
Schwarzwälder Bote, 19.05.2016

Konzert – Daniel Hope und das Kammerorchester Basel im Festpielhaus Baden-Baden

Baden-Baden. Dass er einen digitalen Notenständer hat, ist symptomatisch für Daniel Hope, der bei seinen Auftritten die starre Konzertatmosphäre aufbricht. Weg vom Angestaubten – hinein in das Heute und Hier. So auch im Festspielhaus in Baden-Baden. Das geschah jedoch nicht durch Effekthascherei und Andienen, sondern in einer wohltuend frischen, angenehm entspannten Form, die diesen Konzertabend mit dem Kammerorchester Basel und Anders Kjellberg Nilsson zu einem Wohlfühlabend werden ließ.

Daniel Hope steht keine Sekunde still: ein Schritt vor, einer zurück. Wenn er den Bogen nach oben führt, dann geht auch Daniel Hope auf die Zehenspitzen wie seine hohen Töne. Der Brite mit südafrikanischen Wurzeln tanzt mit seiner Violine. Die Ohren den Saiten zugewandt, lauscht er den Tönen nach, die er selbst erzeugt, als wolle er sich vergewissern, dass sich sein Instrument nicht verselbstständigt. Oder erwartet er gerade das, lässt er seiner Violine bis zu einem gewissen Grad freien Lauf.

Mit dem Konzertabend erinnerte Daniel Hope an Sir Yehudi Menuhin, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Johann Sebastian Bachs “Konzert für zwei Violinen d-Moll”, Béla Bartók (“Divertimento für Streichorchester”), Felix Mendelssohn-Bartholdy (“Konzert für Violine und Orchester d-Moll”) und Vivaldi als Zugabe begeisterten das Baden-Badener Publikum.

“Für diejenigen, die mit moderner Musik nicht so viel anfangen können ein Trost, die nächsten drei Stücke aus diesem Bereich sind kurz”, sagt Hope augenzwinkernd, wohl wissend, dass manche damit Probleme haben, aber viele der Besucher gerade auch deshalb ins Festspielhaus gekommen waren. Und so gab es für Bechara El-Khourys “Unfinished Journey”, Philip Glass” “Echorus” und Arvo Pärts “Darf ich…” wie erwartet lang anhaltenden Applaus.

Daniel Hope alleine ist schon ein Genuss – er war auch der Anziehungspunkt für viele, überhaupt nach Baden-Baden zu kommen. Im Zusammenspiel mit den Baslern Musikern und Konzertmeister Anders Kjellberg Nilsson und der aufs Publikum überspringenden Spielfreude dieses wahrhaft traumhaften musikalischen Ensembles wurde es ein unvergesslicher Abend. Das Menuhin-Zitat “Können Sie sich einen Vogel vorstellen, der sagt: Heute bin ich zu müde zum Fliegen?” rief Hope dem Publikum und den Streichern zu. “Wir versuchen heute auch zu fliegen”, und alle legten sich mächtig ins Zeug, spielten miteinander und spielerisch gegeneinander im musikalischen Dialog, Wettstreit oder als Echo des jeweils anderen.

Die Überraschung des Abends war aber Konzertmeister Anders Kjellberg Nilsson. Im Duett mit Daniel Hope sich eher zurücknehmend, führte er als Solist bei Béla Bartók – ohne Hope auf der Bühne – sichtbar selbstbewusster und aus sich herausgehend seinen Bogen. Im Spiel mit seinen Musikkollegen und allein begeisterte der Konzertmeister ob leise, laut, ob bedrohlich oder munter durch sein Spiel und ließ die Zuhörer Daniel Hope nicht vermissen. So galt auch ihm zum Schluss der nicht endend wollende Beifall. “Wir können noch”, rief Daniel Hope gut gelaunt, und die Truppe gab zur Freude der Zuschauer noch drei Zugaben.

Daniel Hope and L’Arte del Mondo at Birmingham Town Hall
Birmingham Post, 19.05.2016

Daniel Hope bobs, he bounces, he bends almost double – all the while spinning a rich, glittering stream of notes.

Daniel Hope plays the violin in a business suit and tie. But there’s nothing strait-laced about his platform manner. He bobs, he bounces, he bends almost double – turning round to face the members of the L’Arte del Mondo orchestra, nodding, and all the while spinning a rich, glittering stream of notes. He reminded me of someone and when, as an encore, he launched into a funkily re-composed version of Vivaldi’s Four Seasons it clicked: Nigel Kennedy. Since both were once protégés of Yehudi Menuhin, maybe that’s not entirely coincidental.

In fact, the whole programme was chosen as a 100th birthday tribute to the late Lord Menuhin. L’Arte del Mondo are a spirited bunch who play standing up and make a beefy, buoyant sound despite their sparing use of vibrato. No ‘historically informed’ self-denial here, despite the token harpsichord. Two of Mozart’s early Salzburg divertimentos, directed by L’Arte del Mondo’s leader Werner Ehrhardt, sang and danced as boisterously as if they’d been played by a full symphonic string section rather than just 14 players.

Hope upped the ante further: though with all his brilliance and physicality, he couldn’t help but upstage his colleague Andrea Keller in Vivaldi’s A minor double concerto – or quite convince you that the 13-year old Mendelssohn’s D minor violin concerto (rediscovered by Menuhin) is much more than a youthful finger exercise. Arvo Pärt’s Darf Ich… and Bechara El-Khoury’s shimmering, rhapsodic Unfinished Journey served as further homages to Menuhin.

But best of all was a wonderfully open and lilting account of Bach’s Double Concerto, in which Hope, Keller and the band gave the impression that they were playing for each other’s pleasure and ours, and enthusiastically following where the music led them. There’s no greater compliment to Menuhin than that.

Mit Hang zum Ausreizen der Tempi
Basler Zeitung, 18.05.2016

Das Kammerorchester Basel orchestriert den britischen Geiger Daniel Hope

Basel. Nach einer Südamerika-Tournee präsentierte das Kammerorchester Basel am Pfingstmontag in der Martinskirche sein Programm “Best of Hope”. Gemeint war der phänomenale britische Geiger Daniel Hope, der sein Können mit dem Kammerorchester als beredtem Partner zum Besten gab. Gewidmet war das von Hope zusammengestellte Programm Yehudi Menuhin, dessen 100. Geburtstag dieser Tage zu feiern war. Daniel Hope wuchs mit Menuhin als “musikalischem Grossvater” auf, so steht es auf dem Cover einer hörenswerten CD, die bei der DGG unter Mitwirkung derselben Interpreten erschienen ist. Hier wie da ist ein Potpourri von Werken enthalten, das von Bach bis in die Moderne reicht und in irgendeiner Form mit Menuhin in Beziehung steht. Eine breite stilistische Palette, die zeigt, wie flexibel Hope und das Kammerorchester zu interpretieren wissen. Allerdings ist “Moderne” ein irreführendes Wort, waren doch alle drei Werke von neoromantischem Idiom und ohne Ecken und Kanten. Dies gilt insbesondere für Bechara El Khourys (Jahrgang 1957) süsslich-melancholisches Werk “The Unfinished Journey”, das einzig vom unglaublich farbigen und warmen Klang Hopes lebt, der das Stück 2009 in Auftrag gegeben hatte. Arvo Pärt hat da in “Darf ich ” für Solovioline, Glocke und Streicher in seinem unverkennbaren Stil schon mehr zu bieten.

Zwei Ausnahmegeiger
Am besten gefiel “Echorus” von Philip Glass mit seinem lichten, tänzerischen Anfang und dem Einschwingen in den Unisono-Sound, wobei das Kammerorchester die Solisten Daniel Hope und Anders Kjellberg Nilsson perfekt “orchestrierte”. Nach der Pause interpretierten die beiden Ausnahmegeiger das Konzert für zwei Violinen, Streicher und Continuo d-Moll von Bach in einer Virtuosität, die staunen machte. Man fragt sich allerdings, was dieser Hang zum Ausreizen der Tempi bringt, bei dem die Details eingeebnet werden und die Durchhörbarkeit empfindlich leidet. Dies galt auch für Mendelssohns staunenswertes Konzert für Violine und Streicher d-Moll (1822), bei dem der erste Satz in neobarockem, Ritornell-betonendem Stil und der dritte im Gavotte-Rhythmus von Hope mit halsbrecherischem Tempo “heruntergerasselt” wurde.

So wurde das 1940 in Basel uraufgeführte Divertimento von Béla Bartók in der perfekten Interpretation des Kammerorchesters zum unbestrittenen Höhepunkt des Abends. Die Verschmelzung von volksmusikalischen Elementen mit der Concerto-grosso-Form gelang perfekt, Soli und Ripieno harmonierten in dichtester Spannung, und das Nachtstück in der Mitte wurde zum eindringlichen Klagegesang.

Mit jedem Ton eine Explosion
Aargauer Zeitung / Basellandschaftliche Zeitung, 18.05.2016

Konzert Zurück von der Süd-Amerika-Tournee spielt das Kammerorchester Basel ein wuchtiges Gedenkkonzert für Yehudi Menuhin mit dem Geiger Daniel Hope.

Daniel Hope ist ein Bandleader. Stampfend und hüpfend steht er inmitten des Kammerorchesters Basel, dreht sein Ohr zu den Musikern, gibt mit seinem ganzen Körper den Einsatz. Und dann lässt er sich tragen von ihrem Klang, singt auf seiner Geige ganz leise und zart seine Melodie.

Ja, Daniel Hope ist ein Entertainer par excellence. Charmant kündigt er mit seiner sonoren Stimme die Konzertstücke an. Schon dabei ist er so bezwingend, dass ihm jeder in der nahezu voll besetzten Martinskirche glauben will, was er sagt: Dass er mit all diesen Stücken an seine innige Verbindung zu seinem einstigen Mentor Yehudi Menuhin erinnert.

Musikalischer Ziehvater
Yehudi Menuhin, der grosse Geiger, hätte in diesem Jahr seinen 100.Geburtstag feiern können. Daniel Hope feiert umso kräftiger denn Menuhin ist sein musikalischer Ziehvater. Bereits als Zweijähriger hat er ihn kennen gelernt, als Daniel Hopes Mutter ihre Stelle als Menuhins Privatsekretärin antrat.

Bald wollte der kleine Daniel werden wie der grosse Menuhin: ein Geiger. Das ist er nun, und belegt einmal mehr sein Können mit einer Hommage-CD und einer Tournee, beides gemeinsam mit dem Kammerorchester Basel. Bechara el Khourys «Unfinished Journey», Philip Glass «Echorus» für zwei Soloviolinen und Streichorchester sowie Arvo Pärts «Darf ich…» für Solovioline, Glocke und Streicher stehen auf dem Konzertprogramm. Alle drei so unterschiedlichen Werke wurden einst für Menuhin komponiert. Nun spielt sie Daniel Hope und peitscht sich und das Orchester durch die Stücke, steht unter Strom und kann dabei immer wieder unfassbar zart singen, innehalten, dem grossen Ton seiner Geige Raum geben.

Das Orchester zeigt mit dem starken Divertimento für Streichorchester von Béla Bartók, dass es den gleichen Aggregatzustand hat wie Hope: energiegeladen bis in die Bogenspitzen. Die Streicher spielen so drängend in einem nie versiegenden Strom, dass man sich fast wünscht, es möge Bläser in diesem Stück haben einfach jemanden, der einmal Luft und Atem holt.

Bei den Solokonzerten umhüllt das Orchester Daniel Hope wie eine zweite Haut kein Wunder, haben sie doch bereits eine lange Tournee mit dieser Musik absolviert.

Meerschweinchen, grilliert
Vier Konzerte fanden in Südamerika statt. Ein Abenteuer, wie der Cellist Martin Zeller berichtet nein: vier. In São Paulo bestürzten sie die vielen armen Menschen, die an jeder Strassenecke herumliegen, in ecuadorianischen Quito ging ihnen auf 2800 Metern schon ganz schön die Puste aus, in Bogota musste ein Bratscher unverzüglich wieder abreisen, weil er unwissend mit einem ungültigen Pass unterwegs war (was bei der Visa-Vergabe keine Behörde gemerkt hatte), und in Lima genossen sie die exotischen Speisen zum Beispiel Meerschweinchen. Das überwiegend weisse Expat-Publikum spendete nach jedem Satz kurz und aufbrausend Applaus, nahm das zeitgenössische Werk von Stefan Wirth noch offener an als das europäische Publikum, und freute sich allgemein über das Ereignis, dass ein europäisches Orchester zu Gast ist.

«Man fühlt sich anders, wenn man gemeinsam durch diese Abenteuer geht», sagt Martin Zeller. Ob er dabei die Abenteuer auf oder neben der Bühne meinte? Das Orchester ist jedenfalls hörbar zusammengewachsen und hat der gewohnt hohen Intensität noch einen draufgesetzt.

CD-Tipp My Tribute To Yehudi Menuhin. Daniel Hope, Kammerorchester Basel. Deutsche Grammophon.
Jenny Berg

Ein Konzert als Bekenntnis
Dresdner Neueste Nachrichten , 18.05.2016

Daniel Hope und das Kammerorchester Basel

Dresden – Musik macht Menschen zu Mitmenschen. Mit Musik wird der Nächste erlebbar, egal welche Sprache er spricht, und in seiner Sonderheit wahrgenommen. Das heißt aber auch: Musik ist nie nur ein Berieseln, das durch leere Köpfe tönt, sondern Erlebnis, das die Hirne und Herzen füllt.

Ein Künstler, der diesen Anspruch sein Leben lang umzusetzen und anderen Menschen weiterzugeben versuchte, war Yehudi Menuhin, an den EndeApril zum 100. Geburtstag weltweiterinnert worden ist. Nicht nur wegen dieses Jubiläums passte eine Hommage an diesen Ausnahmegeiger und Dirigenten, der sein gesamtes Tun und Wirken stets mit gelebtem Humanismus verband, bestens ins allseits offene Zeit-Thema der Musikfestspiele. Auch der jüdische Hintergrund Menuhins und sein beständiges Streben nach einer Aussöhnung der Kulturen (wofür er wiederholt derb angefeindet wurde) lassen sich mit dem Nebenthema Israel ideell verbinden.

Die dramaturgischen Ansätze des Konzertes von Daniel Hope und dem Kammerorchester Basel in der Lutherkirche sind jedenfalls vielseitig deutbar. Von Johann Sebastian Bach, dem Anfang und Ende aller Musik, schlug sich der Bogen hin zu Felix Mendelssohn Bartholdy, seinem späteren Wiederentdecker, der nichtsdestotrotz als (reformierter!) Jude in Nazideutschland verfemt und hier mit einem Jugendstreich, dem d-Moll-Violinkonzert des 13-Jährigen präsent war.

Dazwischen lagen Kompositionen, die in engem Bezug zu Menuhin standen oder ihm persönlich gewidmet waren. Da reichte der Klangkosmos vom Ungarn Béla Bartók, dessen Divertimento für Streichorchester 1939 für die Vorgänger des Basler Ensembles entstand, bis hinein in die Gegenwart. Wie sehr Bartók unter den ideologischen Entartungen des 20. Jahrhunderts zu leiden hatte, steht auf einem anderen Blatt, schwang in dieser Interpretation aber ganz offenkundig mit, die zugleich als Brücke zwischen magyarischen Traditionen und musikalischer Moderne fungierte. Über den Ozean hin zum Minimalisten Philip Glass mit einem vom Widerhall lebenden “Echorus” und wieder zurück in die geistige Welt des Esten Arvo Pärt und dessen kurzweiligen “Darf ich …” bestand das Konzert sehr sinnstiftend aus einer weiteren Hommage an Sir Menuhin, der “Unvollendeten Reise” (“Unfinished Journey”) des libanesischen Komponisten Bechara El-Khoury. Als Vorteil dieser moderneren Stücke pries der Geiger Daniel Hope deren Kürze – was den gefeierten Interpreten Zeit zu diversen Zugaben ließ. Es wäre auch undenkbar gewesen, dass man dieses Vorzeigeorchester und insbesondere den smart-sympathischen Briten, der dank seiner Mutter schon in sehr jungen Jahren in engen Kontakt zu Menuhin kam, nach ihrem seelenvoll präzisen Musizieren so ohne weiteres entlassen hätte. In kongenialer Verbindung mit dem Kammerorchester Basel und insbesondere mit dessen aus Norwegen stammenden Konzertmeister Anders Kjellberg Nilsson faszinierten die musikalische Vitalität Daniel Hopes, die sich aus einer tiefen Demut vor dem jeweiligen Werk speiste, sowie die technische Brillanz, die er nie vordergründig herausstechen ließ.

So herzhaft menschlich agierte auch Yehudi Menuhin, so menschlich herzhaft ist auch die Musik von Johann Sebastian Bach. Diese Hommage mit dem Doppelkonzert d-Moll BWV 1043 einzuleiten, zeugte vom hohen Anspruch eines jeden an sich selbst. Ein Konzert als Bekenntnis.

Michael Ernst

Menuhins musikalischer Enkel
Der Tagesspiegel, 23.04.2016

Hommage an einen großen Geiger

Daniel Hope und das Konzerthausorchester mit einer Hommage an Yehudi Menuhin, zum 100. Geburtstag des großen Geigers.

Kein anderes Werk hätte es sein können: Der 16-jährige Yehudi Menuhin spielte es noch mit dem Komponisten selbst ein, eine Aufnahme von hinreißender Intensität. Und auch kein anderer Interpret hätte es sein dürfen: Die Hommage an Yehudi Menuhin zum 100. Geburtstag im Konzerthaus wird durch das Violinkonzert von Edward Elgar eröffnet, gespielt von Daniel Hope, der sich als „musikalischen Enkel“ des großen Geigers bezeichnet. Mit Recht; rührt ihre menschlich-musikalische Beziehung doch von Hopes frühester Kindheit her. So umweht eine besondere Aura diese Interpretation.

Iván Fischer am Pult des Konzerthausorchesters stellt von den ersten Tönen an unmissverständlich klar: hier wird Erinnerungskultur betrieben mit einem Werk, das selbst nostalgisch Abschied von seiner Epoche nimmt. So liegt ein kostbarer Wehmutsschimmer selbst über dem scharf geschnittenen Anfangsthema, etwas „Tristanisches“ in zumeist abwärts geschwungener Melodik. Transparent bietet Fischer die opulent besetzte Einleitung; bedächtig nimmt Hope sein erstes Solo, lädt es durch starkes Vibrato sofort emotional auf. Doch wie sehr sich die Geige auch durch das auf- und abschäumende Geschehen klagt, fleht, schmeichelt: Hier geht es nicht um Überredung, um kitschverdächtige Herz-Schmerz-Effekte. Viel zu intelligent baut Hope seine Kantilenen dafür auf, steuert zielbewusst leidenschaftlich-virtuose Ausbrüche an, vollzieht klare Phrasierung innerhalb der großen Bögen des Dirigenten.

Daniel Hopes Kadenz: eine Insel der Meditation

Besonders berührt die Kadenz im thematisch weniger konsistenten Finalsatz: eine Insel der Meditation inmitten halsbrecherischer Läufe, in der Daniel Hope betörend süße Flageoletts aufflattern lässt, kleine Melodiefetzen, Vogelrufen gleich, bis nach rasanten Trillerketten die wilde Jagd wieder beginnt. Mit Maurice Ravels nachdenklichem „Kaddish“ beantwortet Hope den Publikumsjubel, „in memoriam Yehudi Menuhin“.

Kann das noch übertroffen werden? Bartóks „Konzert für Orchester“ zeigt sich anders auf der Höhe der Zeit. Schmerzlichen Erinnerungen trotzt der Komponist, der im USA-Exil elend zugrunde ging und zu dessen letzten Unterstützern noch Menuhin zählte, mit Ironie. Fischer stellt die Ausdrucksextreme mitsamt ihren Brechungen, immer von klarer Struktur getragen, virtuos heraus: Eindringlich die Flötenrufe mit anschließenden Streicherausbrüchen in der „Elegie“, köstlich das „Spiel der Paare“ mit Fagotten, Klarinetten, Trompeten. Schön auch, das Programm mit George Enescus „Prélude à l’unisson“ einer faszinierenden Unisono-Studie, die ahnen lässt, wie sich Menuhins Klangsinn unter diesem großen Lehrer entwickelte.

von Isabel Herzfeld

Daniel Hope et Béchara el-Khoury pour Yehudi Menuhin…
L'Orient - Le Jour, 24.03.2016

Au théâtre des Champs-Élysées, dans le cadre de sa tournée mondiale, le violoniste britannique a présenté avec émotion « Unfinished Journey » du compositeur libanais…

Dans sa tournée mondiale qui compte une centaine de dates et de lieux différents, le grand violoniste britannique Daniel Hope rend hommage à Yehudi Menuhin qui aurait eu cent ans en avril 2016. Le programme n’est pas forcément le même d’une ville à l’autre, mais systématiquement, invariablement et fidèlement, Daniel Hope joue Unfinished Journey de Béhara el-Khoury. Cette pièce avait été commandée en 2009, à l’occasion du dixième anniversaire de la disparition de Yehudi Menuhin. L’autre soir, au théâtre des Champs-Élysées à Paris, c’est la voix nouée par l’émotion que Daniel Hope annonçait la présence dans la salle de Béchara el-Khoury, «compositeur libanais vivant à Paris», et confiait au public, touché et amusé que cela «le rendait nerveux»!

Placée en première partie du concert, entre le bondissant Concerto pour deux violons et orchestre à cordes en la mineur d’Antonio Vivaldi et l’époustouflante Symphonie de chambre d’après le quatuor en ut mineur de Dimitri Chostakovitch, la pièce de Béchara el-Khoury est admirablement interprétée. L’archet de Daniel Hope vibre et frémit tandis que l’Orchestre de chambre de Paris, au meilleur de sa forme, offre au soliste un riche et opulent tapis de cordes. Quand la dernière note meurt, le public retient son souffle. Pas un bruit, un silence absolu se fait dans la salle comme si le temps avait suspendu son vol, avant que n’éclate une incroyable salve d’applaudissements qui porte Béchara el-Khoury sur scène afin de saluer. Pour l’interprète qui maintenant la connaît si bien, cette œuvre du compositeur libanais est «merveilleuse, chaleureuse, un vrai hommage au lyrisme de Menuhin, un voyage de l’Est vers l’Ouest». Quant au compositeur, il dit que «la musique décrit le temps passé à travers une méditation sur le souvenir, sur les images, sur la voix de Menuhin et sur le silence…».

Joyeusement baroque
La deuxième partie du concert s’ouvre avec le Concerto pour violon et orchestre à cordes en ré mineur de Félix Mendelssohn (composé alors qu’il n’avait que treize ans!), œuvre puissante et virtuose où Hope peut donner libre court à son extraordinaire vélocité. Puis c’est Nostalghia pour violon et orchestre à cordes de Toru Takemitsu, compositeur japonais du XXe siècle s’étant fait connaître du grand public par les musiques écrites pour les films d’Akira Korosawa. Le bouquet final consiste en une interprétation extraordinairement contrastée et rafraîchissante de l’Été, extrait des Quatre saisons d’Antonio Vivaldi. Ainsi se termine le concert sur la même note joyeuse et baroque qui en avait fait l’ouverture. Pas facile de diriger et d’être soliste en même temps. Pourtant Daniel Hope réussit à obtenir une homogénéité et une précision grâce à la qualité de communication qu’il entretient avec l’orchestre. Entouré de Deborah Nemtanu, remarquable violon solo qui lui donne la réplique notamment dans Vivaldi, et des membres de l’Orchestre de chambre de Paris, le défi est parfaitement relevé. Quant à Béchara el-Khoury, si apprécié et fêté à l’étranger, souhaitons qu’un jour le Liban lui rende hommage à la hauteur de son immense talent…

 

Zeina SALEH KAYALI

 

Telemann-Festtage – Virtuoser Dialog auf prächtigem Klangteppich
Volksstimme.de, 16.03.2016

Daniel Hope und die Berliner Barock Solisten zogen die Zuhörer bei den 23. Magdeburger Telemann-Festtagen in ihren Bann.
Von Renate Bojanowski
Magdeburg l Als Geburtsstadt von Georg Philipp Telemann ist Magdeburg ein Zentrum für zahlreiche Aktivitäten des großen Barock-Musikers. Die Telemann-Feststage ziehen seit vergangenem Freitag renommierte Künstler in die Stadt. So auch den seit 25 Jahren international gefragten Violinisten Daniel Hope und die Berliner Barock Solisten. Sie versetzten ihr Publikum am Sonntagabend in der ausverkauften Magdeburger Johanniskirche in zwei Stunden andauernden Freudentaumel.

Bereits der Einstieg mit Telemanns Concerto e-Moll für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo ließ das Zuhörerherz höher schlagen. Daniel Hope und Bernhard Forck malten mit fein austariertem Ton lebendige Klangfiguren in das Kirchenschiff, plastisch, exzellent durchhörbar und klar.

Mit Vivaldis Concerto a-Moll zogen beide Solisten das Tempo an, begaben sich in einen virtuosen Dialog, während das Ensemble ihnen einen farbenprächtigen Klangteppich dazu webte.

In Telemanns Concerto a-Moll entfaltete Daniel Hope eine betörende Kantilene über die zauberhafte Begleitung. Die Melodie drängte sich zärtlich ins Ohr des Zuhörers und blühte mit der Begleitung auf.

Auch nach der Pause konnten sich die Zuschauer am majestätisch homogenen Streicherklang erfreuen: so, wie er in dem bekannten Doppelkonzert für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo von Johann Sebastian Bach erstrahlte. Welche feinfühlige Interpretation, welches grazile Klangbild! Hope, Forck und die Berliner Barock Solisten zogen ihre Zuhörer in den Bann ihrer magischen Virtuosität und Ausdruckskraft. Auch die Farben des Sommers konnten einprägsamer nicht abgebildet werden. Die Berliner Barock Solisten sorgten während der Interpretation des „Sommers“ von Antonio Vivaldi für ein dichtes treibendes Klangfundament, auf dem Daniel Hope jede kleinste Schattierung abbilden konnte: flirrende Hitze, herannahendes Donnergrollen bis hin zum ausbrechenden Unwetter … Hier bündelten sich noch einmal Aussagekraft, Virtuosität und grandiose Spielfreude.

Die Zuschauer jubelten, es gab Bravo-Rufe und Standing Ovations. Dankbar waren sie für die beiden Zugaben, die Daniel Hope, Bernhard Forck und die Berliner Barock Solisten ihnen schenkten.

Music by Holocaust victims grips Linton audience
Cincinnati.com / US Today Net Work, 07.03.2016

They were composers who were murdered by the Nazis. But their music lives on, thanks to artists such as the Grammy-nominated violinist Daniel Hope, who is helping to bring it to life once more.

On Sunday afternoon, Hope and several musical colleagues presented a gripping and moving program of chamber music written by victims of the Holocaust for the Linton Music Series. The intimate concert was held in the First Unitarian Church, Avondale. It was an inspiring afternoon of discovery. Had these artists lived, one could only imagine what their contributions might have been.

This music “was conceived in circumstances that to us was completely unimaginable,” said Hope, a South African-born musician of German-Jewish descent who has championed the otherwise forgotten composers for 15 years.

His program, “Voices Remembered with Hope,” included music by Hans Krása and Gideon Klein, both interned at the infamous Terezin (Theresienstadt), a “model” camp where artists and musicians were sent before being shipped off to die at Auschwitz. There was also music by Erwin Schulhoff, a composer who died in a concentration camp in Bavaria in 1942, including his stunning Sextet for Strings.

The violinist brought together five exceptional artists who played in various groupings: violinist Sigurbjorn Bernhardsson, the Cincinnati Symphony’s former principal cellist Eric Kim, his brother Benny Kim (violin and viola), violist Philip Dukes and cellist Keith Robinson.

You could only marvel at the craftsmanship of a work such as Krása’s “Tanec” (Dance) for string trio, written a few days before his death, performed by violinist Hope, violist Dukes and cellist Eric Kim. Lyrical themes came and went over a driving rhythm, and the reading was both energized and intense. Even without knowing the circumstances, the music had a sad, unsettled undercurrent running through it.

This was also evident in Klein’s String Trio (with the same players). Its slow movement, a set of variations on a Moravian folk tune, was both sophisticated and somber, as if a memorial to the composer’s homeland. The concluding variation in the style of a mournful hymn, had a powerful impact.

Schulhoff’s music (which has also been championed by the May Festival’s James Conlon) formed the rest of the program.

Schulhoff’s Duo, performed by violinist Benny Kim and cellist Robinson, was a remarkable find, with folk-inflected themes and many passages that demanded immense technical virtuosity. The second movement, a “Zingaresca,” featured some Gypsy fiddling, left-hand pizzicatos and other feats. In the third, they traded a haunting melody seamlessly between instruments, to pizzicato accompaniment.

It’s too bad that U.S. Immigration denied pianist Simon Crawford-Phillips’ visa at the last minute. (He was traveling from Sweden.) As a consequence, Hope replaced two planned works for violin and piano with Schulhoff’s Sonata for solo violin. Hope’s performance of the work was mesmerizing, and he communicated with a big, muscular sound. The piece opened with a driving perpetual motion, followed by a soaring slow movement. Its rhapsodic theme unfolded in one long arc to a meditative close in the stratosphere of his instrument. The earthy finale, with a driving, heavy rhythm, was reminiscent of Bela Bartok.

The program concluded with Schulhoff’s Sextet of 1924, with all six string players. (Bernhardsson stepped in for the announced Timothy Lees, who is recovering from a hand injury.) An expansive, four-movement work, it was fascinating for its wide-ranging musical styles, from moments influenced by Debussy to post-romantic Vienna.

A highlight was the “Tranquillo,” which included a low theme in the cellos against fluttering high figures in violins and violas for a magical effect. The “Burlesca” was driving and bold. Its explosive ending, with bows flung high, was a surprise, coming just before the lush and somewhat mournful final movement.

Presented in collaboration with Cincinnati’s Center for Holocaust and Humanity Education, the concert was part of a mini-festival that included a documentary film that Hope helped to produce, as well as a lecture.

Daniel Hope and Chamber Music Society mark Menuhin centennial with thoughtful panache
New York Classical Review, 05.03.2016

Daniel Hope knows how to throw a party.

For the Chamber Music Society of Lincoln Center–and to mark what would have been Yehudi Menuhin’s 100th birthday next month–Hope assembled a slate of works by composers connected to the late artist, who died in 1999.

There’s a strong link between the two violinists: Menuhin taught Hope when he was just nine years old. The program had symmetry: each half began with a Baroque gem (Bach and Vivaldi) and ended with a classic (Mendelssohn and Bartók), with short works from the 20th century in between.

Though Bach’s Concerto in D minor for Two Violins is one of his most popular works, on this occasion it seemed to reach even more vivid heights than usual. With the ensemble standing (except for cellos, lute, and guitar), Hope and Alexander Sitkovetsky led the group in bright, primary colors, encouraging lightness, even though modern instruments were used. The two violinists’ tone in the second movement was a wonder, with finely shaded dynamic levels. The final Allegro—bold and bristling, with vigorous accents—was notable for its detail, enhancing the illusion of an echo between the two instruments.

The four contemporary works were originally dedicated to Menuhin. Arvo Pärt’s Darf ich… (“May I…,” 1995) is a beautiful miniature for violin solo, strings, and a lone bell, the latter played by Ian David Rosenbaum. Benny Kim masterfully handled the robust solo line, which ends with some whistling harmonics sailing over his colleagues’ ethereal tapestry.

Written the same year, Philip Glass’s Echorus for Two Violins and Strings is a loving example of the composer’s typical arpeggiated style. Soloists Jessica Lee and Danbi Um offered gentle, persuasive pulses, gracefully intertwined with the ensemble.

An arresting unison opens Mendelssohn’s Concerto in D minor for Violin and Strings, completed when the composer was just 13 years old. Unlike his later, celebrated fiddle concerto in E minor, this early work is virtually unknown, and it is a marvel. Hope tackled the challenging solo line, and the first movement’s cadenza with daunting bravura.  After the serene middle movement, the exhilarating gypsy dance that follows was arguably the night’s most viscerally exciting sequence, with Hope navigating a perilously fast tempo.

To mark another birthday—Vivaldi would have been 338 the day of the concert—Hope and Kim led an effervescent romp through the Concerto in A minor for Two Violins, RV 522. The ensemble’s sheer exuberance won the day, along with carefully considered phrasing. Daniel Swenberg on guitar (also on lute in the Bach) added both texture and delicate rhythmic trussing.

Also composed in 1995, Shulamit Ran’s Yearning is scored for violin and strings with cello obbligato (the latter masterfully done by Keith Robinson), in a 2015 arrangement made for these forces. Opening tremolos in the cellos and basses were soon picked up by the rest of the group, as the solo violin—here the superb Bella Hristova—began a haunting line that underlined the work’s title. At the conclusion, as Hristova waved the composer onstage, it was heartening to see the composer receive some of the night’s loudest ovations.

In 2009 Hope commissioned Bechara El-Khoury  to write Unfinished Journey, inspired by the title of Menuhin’s 1977 memoir. The Lebanese-French composer’s gorgeous result is a sequence of slow-moving chords for the massed strings, over which Hope spun a series of repeated mournful utterances. Its reflective, sober cast made a fine preface for the evening’s close, a dashing flight through Bartok’s Romanian Dances. One wishes most birthday parties could be this festive.

By Bruce Hodges



2015


Daniel Hope, invité de l’Orchestre Philharmonique de Strasbourg
Bachtrack, 21.12.2015

Samuel Aznar

Pour ce concert en forme d’hommage à Walter Weller, le chef d’orchestre autrichien décédé cette année et qui devait initialement diriger l’Orchestre Philharmonique de Strasbourg (OPS) vendredi soir, Marko Letonja, son chef permanent, a souhaité maintenir malgré tout le programme prévu et à en assurer lui-même la direction. Un choix judicieux qui allait donner lieu à un concert de grande qualité, notamment par la présence et le jeu littéralement captivants du soliste de la soirée : le violoniste Daniel Hope.

Le concert commence avec l’élégance et la légèreté souriante de la Symphonie n°66 en Sib Majeur de Joseph Haydn, véritable archétype de la symphonie classique en quatre mouvements (Allegro con brio – Adagio – Menuet – Finale), et qui donne dans son architecture sonore un rôle de tout premier plan aux cordes de l’orchestre. Une fois n’est pas coutume, celles de l’OPS n’en demandaient pas tant pour démontrer la beauté de leur son ainsi que leur parfaite synchronisation, comme si cet ensemble composé d’une quarantaine d’instrumentistes n’en comptait finalement qu’un seul. À voir les regards de complicité entre Charlotte Juillard et Philippe Lindecker, les premiers violons solos de l’orchestre, ainsi que la direction de Marko Letonja, toute en confiance et tranquillité, on se dit qu’il ne peut rien arriver à l’OPS et qu’il est chez Haydn comme s’il était chez lui, dans la douceur du foyer familial.

Puis Daniel Hope fait son entrée pour nous donner sa version du Concerto pour violon n°1 de Max Bruch. Dès le premier arpège de cette œuvre grandiose, on ne peut plus lyrique, le violoniste se distingue par son extrême concentration ainsi que par l’intense expressivité de son jeu : pas une note qui ne soit investie musicalement, pas un geste qui ne soit laissé au hasard, tout concoure à nous laisser captifs de ce musicien au talent exceptionnel. Doué d’une forte présence scénique, à la fois athlétique et généreuse, et d’une technique digitale irréprochable, Daniel Hope séduit aussi par la subtilité de ses nuances piano alors qu’on aurait pu craindre au début que son interprétation, à force d’intensité dramatique, n’en devienne paradoxalement trop démonstrative, trop brute de décoffrage. À ce titre la réexposition du thème principal de l’Allegro Moderato, que le violoniste entame pianissimo subito, comme sortie de nulle part, restera comme le moment de grâce du concert, sorte d’apogée expressive à la limite du silence. Directement enchaîné à l’Allegro suivra l’Adagio, avec sa touchante intériorité, sa beauté triste et consolante en même temps, puis enfin l’Allegro energico, finale détonant et festival de difficultés techniques que Daniel Hope n’aura aucun mal à surmonter, et ce de la plus brillante des manières.

Après la pause, les cordes de l’OPS sont une nouvelle fois mises à l’honneur dans la Méditation sur le choral de Saint Wenceslas du compositeur tchèque Joseph Suk, composée en 1914 sur la base d’un thème populaire datant du XIIème siècle. Une œuvre sublime, profonde, intemporelle, dont l’orchestre parvient sans fioritures à traduire l’émotion pure.

Pour ce qui est des célèbres Variations sur un thème de Haydn de Johannes Brahms, on reste en revanche sur notre faim ; peut-être est-ce la longueur redondante de l’œuvre, avec ses multiples reprises, ou bien les changements de tempi d’une variation à l’autre qui déstabilisent l’orchestre et lui font perdre en énergie comme en précision (particulièrement dans les variations II et V)… Une subite baisse de régime que Les Préludes de Franz Liszt en clôture de programme viendront contrebalancer d’une fraîcheur nouvelle, due à l’engagement sonore des cuivres de l’OPS mais surtout à la puissance évocatrice d’une œuvre en forme de « poème symphonique », à la fois plus libre et inventive qu’une symphonie traditionnelle.

Daniel Hope spielt Vivaldis „Jahreszeiten“ – inklusiver neuer Version
kreiszeitung.de, 13.12.2015

Bremen – Von Ute Schalz-Laurenze. Der 42-jährige britische Geiger Daniel Hope ist zu Recht weltberühmt: Mit grenzenloser Klangvariabilität kann er in emotionale Bereiche vorstoßen, die ihresgleichen suchen und die nicht vielen Geigern zugänglich sind. Gleichzeitig ist er unermüdlich tätig in der Vermittlung der Gleichwertigkeit unterschiedlicher Musikstile. Sechsmal der Echo-Klassik, der europäische Kulturpreis 2015 und die Nachfolge von Roger Norrington als Leiter des Zürcher Kammerorchesters sind nur einige der verdienten Folgen seiner Persönlichkeit. In seinem gut besuchten Konzert in der Bremer Glocke lieferte er nun einen erneuten Beweis seines beglückenden Könnens. Kaum zu glauben, dass es ihm gelang, Antonio Vivaldis oft abgenudelte Violinkonzerte „Die Jahreszeiten“ in einer Frische und Spontaneität zu spielen, als höre man das berühmte Werk zum ersten Mal. Die Bilder der dazugehörigen Sonette, die er vorher rezitierte, erstanden in fast greifbarer Realität: so die glühende Hitze des Sommers, das Ausrutschen auf dem Eis, die bellenden Hunde, das fliehende Wild und vieles mehr. Das kann man kaum besser machen, mit welcher tastenden Suche sich Hope auf den Weg in die Klangfarben aufmacht. Oder wie besessen er den erregten und wilden Zugriff spielt: die exlosive Freude des Frühlings oder die aggressiven Attacken der Jäger. Manchmal ist seine Intonation gefährdet, aber das klingt fast absichtlich, weil er es versteht, die Musik sozusagen im Spielen zu suchen.

Tango, Blues und Teufelstanz
Reutlinger Nachrichten, 31.10.2015

Schräg und wild, zart und richtig bluesig: Das Top-Solisten-Trio Sabine Meyer, Daniel Hope und Sebastian Knauer markiert vor 700 Besuchern einen Höhepunkt im Kammermusik-Zyklus. Riesenbeifall, zwei Zugaben.

von OTTO PAUL BURKHARDT

Kleiner Rückblick gefällig? Es war im November 2012, als Daniel Hope schon einmal hier konzertierte – damals noch in der Listhalle. Jetzt am Donnerstag beehrte der Ausnahme-Geiger wieder den Kammermusik-Zyklus, nun sogar mit der Weltklasse-Klarinettistin Sabine Meyer und erneut mit dem damaligen Pianisten Sebastian Knauer, allesamt mehrfach grammy- und echo-preisgekrönt. Eine Wiederbegegnung also: Kein Wunder, dass Daniel Hope nun den “wunderschönen Saal” der neuen Stadthalle ausdrücklich lobte.

Wer Hope & Meyer bucht, bekommt kein Allerwelts-Programm, sondern eine bedacht konzipierte Werkauswahl. So auch jetzt beim Konzert vor knapp 700 Besuchern. In wechselnden Besetzungen spielte das Trio Werke aus der Zeit von 1918 bis 1940. Kompositionen, die zumindest einen Impuls gemeinsam haben: weg von der üppig wabernden Spätromantik, weg vom sphärischen Impressionismus, weg von Wagner, weg von Debussy. Und zurück zu kleinen Besetzungen, zu klaren Konturen, zu einer musikantischen Wiederbelebung der überladenen Klassik durch Einflüsse aus Volksmusik und Jazz, Unterhaltungs-, Varieté- und Zirkusmusik.

So trug das Programm eher antiromantische Züge und enthielt statt dessen viel rhythmische Energie, tänzerische Heiterkeit und folkloristische Farbe. Strawinskys “L’Histoire du Soldat” (1918) passt da gut rein: Schon von der sparsamen Originalbesetzung her (sieben Musiker, vier Akteure) ist es ein Gegenpol zu exuberantem spätomantischen Orchestersound. Doch die “Geschichte vom Soldaten” ist auch Musiktheater und Jahrmarkts-Spiel. Und ganz ohne Text und Schauspiel (Hope & Meyer spielten eine reduzierte Trio-Fassung) büßt das Werk doch an Ausstrahlung ein – auch wenn sich Hope mit schroff gerockten Doppelgriffen und einer perkussiven Kadenz bemühte, um die konvulsivischen Zuckungen des Soldaten beim Teufelstanz zu illustrieren.

Ganz anders Ravels Sonate für Violine und Klavier G-Dur (1923/27): Hier zeigte Hope seine ganze Klasse, feinfühlig, wenn auch etwas pedallastig begleitet von Sebastian Knauer am Flügel.

Allein Hopes Intonationskunst ist ein Hörwunderland: delikat bis vital, zart bis herb, fragil bis kraftvoll. Und Hand aufs Herz: Im Vergleich zur oft pauschalen, auf dauerromantisch oder dauervirtuos getrimmten Attitüde mancher fernsehbekannter “Star”-Violinisten eröffnet Hopes Nuancenreichtum – edler, schlanker Ton, intelligente, expressive Phrasierung – ganz andere, weitere Horizonte. Wobei Hope auch mit geschlenzten blue notes loslegen kann, so, dass selbst Branchen-Profis wie Stéphane Grappelli schwer aufgehorcht hätten.

Schließlich Milhauds “Scaramouche” (1937), ein Paradebeispiel für schräges, polytonal geschärftes Latin-Kolorit. Großartig, wie hier das Trio mit swingendem Esprit und pointierter Ironie zur Sache ging. Hope in rhythmisch akzentuierter Spiellust, und Sabine Meyer mit hingehauchten Kantilenen, aber auch mit virtuoser, mitreißender Fulminanz – exzellent. Toll zudem, wie Sabine Meyer es versteht, Musik auch körperlich umzusetzen: Ihr Spiel ist immer auch ein bisschen Tanz, und immer wieder lässt sie, symbolisiert durch eine kleine Handbewegung, Klänge und Töne gleichsam in den Raum hinein fliegen. . .

Neben Saties “Gnossiennes” (meditativ: Sebastian Knauer) und Milhauds Suite (Hope als temperamentvoller Kaffeehaus-Stehgeiger) standen vor allem Bartóks “Kontraste” (1940), in Auftrag gegeben vom legendären Jazzklarinettisten Benny Goodman, im Zentrum des zweiten Konzertteils. Ein Werk “mit magyarisiert jazzoiden Elementen”, wie es der Musikwissenschaftler Heinrich Lindlar einmal beschrieben hat.

Beeindruckend, wie das Trio hier – in Distanz zum oft spröden, kantigen Bartók-Idiom – einen ganzen Kosmos an “weicheren” Tonfällen entdeckte: folkloristische Vitalität, klangsinnliche Raffinesse und jazzig aufgemischte Turbulenz. Hauchzart bis ungestüm, kurz: mitreißend. Riesenbeifall und zwei Zugaben – beide von Schostakowitsch.

Ein Abend, der hielt, was er versprach
Rheinische Post, 30.10.2015

Stadt Kempen

Stadt Kempen.  Sie waren schon häufiger in Kempen und kommen nach eigener Aussage auch immer gern wieder: Sabine Meyer (Klarinette), Daniel Hope (Violine), und Sebastian Knauer (Klavier). Aber als Trio traten sie in der Paterskirche erstmals gemeinsam auf. Da sie alle drei nicht nur hervorragende Solisten, sondern auch exzellente Kammermusiker sind, durfte man dem Abend mit Spannung entgegensehen. Und die Erwartungen wurden nicht enttäuscht: das ausverkaufte Konzert fand ein begeistertes Publikum. Von Gert Holtmeyer

Zuvor war ein großes Problem entstanden. Als Pianist hatte Alexandre Tharaud zugesagt, der dann leider ernsthaft erkrankte. Fast hätte die geplante Tournee abgesagt werden müssen. Aber Zufall, Freundschaft und guter Wille brachten eine Lösung: Sebastian Knauer, langjähriger Klavierpartner und Freund von Daniel Hope, opferte seinen Jahresurlaub und sprang ein.

Mit Strawinskys eigener Bearbeitung seiner “L’histoire du soldat” wurde schon zu Beginn klar, das der Abend hielt, was er versprach. Teils heiter, teils motorisch stampfend, teils Furcht erregend teuflisch im “Danse du diable” ließ das Trio immer neue Klangfacetten erklingen. Davon, dass “der Mann am Klavier” (O-Ton Hope) ausgetauscht worden war, war nichts zu spüren. Hier hörten drei erfahrene Kammermusiker aufeinander und wussten genau, wer wann in den Vorder- und wann in den Hintergrund zu treten hatte.

Alle drei blieben auch als Solisten ihrem guten Ruf nichts schuldig. Hope bot zusammen mit Knauer eine fein durchdachte Interpretation der G-Dur-Violinsonate von Maurice Ravel. Großartig, wie im Blues der Geigenton modifiziert wurde, wechselnd zwischen bewusst spröde und farbig intensiv. Das abschließende Perpetuum mobile wurde zu einem packenden Feuerwerk. Ein virtuoses, zugleich ein witzig-originelles Stück schuf Darius Milhaud mit “Scaramouche”. Der Titel bezieht sich auf einen Widerling in der venezianischen “Commedia dell’arte”, einen Angeber und Intriganten. Ursprünglich für zwei Klaviere geschrieben, klingt auch die Fassung für Klarinette und Klavier sehr reizvoll.

Wie Hope versteht sich auch Sabine Meyer darauf, die Ausdrucksskala ihres Instruments voll auszuloten. Zwischen sinnlich verführerischen Klängen über witzig skurrile Passagen bis zu bewusst abschreckend schrillen Höhen wurde keine Nuance ausgelassen. Ebenso fabelhaft gelang die Wiedergabe von Milhauds Suite op. 157 b. Dass Knauer als “Nur-Begleiter” unterfordert sei, wie Hope scherzhaft kommentierte, stimmte natürlich nicht. Aber auch seine solistischen Beiträge waren ausgesprochen beachtlich, er begeisterte das Publikum mit zwei sehr sensibel interpretierten schwermütigen “Gnossiennes” (Nr. 1 und 4) von Erik Satie. Nach der furiosen Wiedergabe von Béla Bartóks “Kontrasten” (Sz 111) war als Zugabe noch eine witzige Polka von Dmitrij Schostakowitsch zu hören.

Diese Frau hat mehr als drei Gesichter
Frankfurt Neue Presse , 31.07.2015

Beim Rheingau-Musik-Festival auf Schloss Johannisberg spielte der Geiger Daniel Hope Werke der  Komponistin Lera Auerbach. Sie selbst saß am Klavier.

Musik ist ein Spiegel, in dem wir uns selbst erkennen können, glaubt die Komponistin Lera Auerbach. Als “artist & composer in residence” wird der Künstlerin in diesem Jahr beim Rheingau-Musik-Festival doppelte Aufmerksamkeit geschenkt. Nun hat sie sich bei einem Konzert auf Schloss Johannisberg vorgestellt.
Die 41-Jährige ist ein künstlerischer Tausendsassa: Sie komponiert, ist ausgebildete Pianistin mit Abschluss in Hannover, hat sich als Literatin einen Namen gemacht, außerdem malt sie und formt Skulpturen. Was Lera Auerbach in Tönen auszudrücken versucht, davon bekam man bei diesem beeindruckenden Konzert eine gute Vorstellung. Sie hat als Pianistin nicht nur drei ihrer Werke gespielt, sondern auch in russisch gefärbtem Englisch ihre Musik auf sympathische Art erläutert.
Schon seit über 20 Jahren ist sie inzwischen in New York zu Hause, ihre Wurzeln im Ural kann sie trotzdem nicht verbergen. Mit dem britischen Geiger Daniel Hope und dem deutschen Cellisten Alban Gerhardt hatte Lera Auerbach zwei hervorragende Musiker an ihrer Seite. Und die braucht es auch, denn sie verlangt den Instrumentalisten einiges an Virtuosität und Ausdrucksvermögen ab. Längst vorbei sind die Zeiten, als Komponisten mit komplexen Operationen die Musik in Sphären geführt haben, wohin ihnen kaum noch ein Zuhörer folgen konnte. Auerbach gelingt es, ihr Publikum direkt anzusprechen und mitzureißen.
Zwar bricht sie die Tonalität mit einigen Dissonanzen auf, aber immer wieder packt sie die Hörer mit markanten Rhythmen und weit ausholenden Melodiebögen. Das ist ihr mit Alban Gerhardt bei der Sonate für Violoncello und Klavier op. 60 wie auch bei der 3. Violinsonate mit Daniel Hope gelungen. Besonders beeindruckend war das 2. Klaviertrio, ein Triptychon mit dem Titel “The Mirror With Three Faces”. In dieser Musik spiegelt sich eine faszinierende Künstlerin, die mehr als drei Gesichter hat.

mgr

Im Eduard-Söring-Saal hing der Himmel voller Geigen
Hamburger Abendblatt, 02.06.2015

Ahrensburg

Weltstar Daniel Hope verzückte bei seinem Debüt das Publikum in der Stormarn-Schule. Und er kündigte an, dass er gern wiederkomme.

Es war ein wahrhaft magischer Abend, mit dem der Ahrensburger Verein Theater und Musik seine Konzertsaison 2014/15 beschloss. Mit Daniel Hope hatte der Veranstalter einen international gefragten Geiger gewonnen – und einen Künstler bekommen, der nicht nur ein großer Virtuose ist, sondern auch ein fesselnder Erzähler, der sein Publikum mitnimmt auf die Reise in verschiedenste musikalische Landschaften. 332 Besucher (123 Prozent Platzauslastung) im übervollen Eduard-Söring-Saal der Stormarnschule erlebten ein beglückendes, zugleich lehrreiches Konzert.
“Zwischen Himmel und Hölle” heißt das Programm des “Violinrecitals mit Conference”, also des vom Künstler moderierten Solos, dessen Titel nicht nur thematisch einen großen Bogen spannt. Hope hat dafür raffiniert Werke aus verschiedenen Epochen nebeneinander gestellt, an denen sich Ausdrucksreichtum und Vielstimmigkeit der Violine demonstrieren lassen. Darüber hinaus hat er aber auch die kalkulierte Irritation eingebaut, dass barocke Werke zuweilen extremer klingen als zeitgenössische, wie das Nebeneinander der Suite Nr. 5 d-moll von Johann Paul von Westhoff (1656-1705) und Kompositionen wie “A Paganini” von Alfred Schnittke (1934-1998) oder der “Cadenza für Viola” (transkribiert für Violine) von Krzysztof Penderecki (Jahrgang 1933) bewiesen.
Die Geige im Spannungsfeld zwischen Teufelswerkzeug und himmlischen Klängen
Daniel Hope verband die Stücke mit kurzen Zwischenmoderationen, die darum kreisten, dass sein Instrument von den einen als Teufelswerkzeug angesehen wurde, für die anderen paradiesische Klangqualitäten hat, die den Himmel voller Geigen hängen lassen wie in Ignaz Franz von Bibers (1644-1705) “Passacaglia aus den Mysteriensonaten”. So streifte Hope in seinen Erläuterungen auch die Hölle der Konzentrationslager, um an den dort ermordeten Neue-Musik-Pionier Erwin Schulhoff (1894-1942) zu erinnern und dessen Solosonate von 1927 einzuleiten.
Zum Abschluss “das Maß aller Dinge für Geiger” (Hope), Bachs “Chaconne aus der Partita II d-moll”, über die Brahms sagte, sie enthalte eine ganze Welt von tiefsten Gedanken und gewaltigsten Empfindungen. “Ich werde das jetzt versuchen zu spielen”, kündigte Daniel Hope ohne Koketterie an.
Danach ein überraschender Reigen von Zugaben, die ebenso Hopes musikalische Offenheit wie seinen Humor demonstrierten. Er präsentierte zunächst einen Raga von Ravi Shankar, dann, vorlesend und Geige spielend, als Hommage an die vielen jungen Zuhörer auf dem Podium, “Ferdinand, der Stier” nach dem Disney-Kurzfilm von 1938. Und er verabschiedete sich mit einem sanften Rausschmeißer, dem von Brahms bearbeiteten Volkslied “Guten Abend, gut’ Nacht”.
Daniel Hope spielt als Leihgabe die “ex-Lipinski”, eine Guarneri del Gesú von 1742
Hope begeisterte als Musiker – und als Mensch, der keine Frage offenließ, auch nicht die aus dem Publikum nach seiner Geige, der “ex-Lipinski” von 1742, eine der noch vorhandenen 200 Violinen aus der Werkstatt von Guarneri del Gesú aus Cremona. Organisator Hinrich Tramm war begeistert vom Weltstar, der noch am Vorabend bis in die Nacht in einer Jury in Brüssel gesessen hatte. “Und danach spielt er hier dieses Programm – mit einer unglaublichen Souveränität, Gelassenheit, persönlicher Freundlichkeit und großer Ausstrahlung.” Auch Hope soll glücklich über sein Debüt in Ahrensburg gewesen sein, über die Nähe zum Publikum und die Klangqualität des Saals. Hinrich Tramm: “Er hat angekündigt, dass er gerne wiederkommt.”

von Lutz Wendler

The Encore’s the Star at MSO Concert
Greg Hettmansberger's review for Classically Speaking, 07.03.2015

By William R. Wineke

Special to Channel 3000

The Madison Symphony Orchestra provided a fascinating and educational program of music composed by German exiles Friday night but, before getting into the concert, we need to take a look at the encore.

Violinist Daniel Hope played brilliantly Erich Wolfgang Korngold’s “Concerto for Violin in Orchestra in D Major” and then proceeded to offer the audience an encore of Johann Paul von Westhoff’s “Imitation of Bells,” a 17th century piece that involves bowing the violin at blinding speed, using the left hand to finger chords and using the third hand to pluck the strings so that they sound like bells.

Now, this is difficult but not impossible so long as you have three hands. If you have just two hands, it is a bit more difficult.

Hope has just two hands and I still don’t know how he did what he did. But what he did was impressive.

Actually, his entire performance was impressive. Madison audiences like to give their soloists standing ovations – but that usually happens after the soloist completes his program. Hope got a spontaneous standing ovation even as he completed the Violin Concerto and before he played the love themes from “Ben Hur” and from “Spellbound.” This audience really liked him.

The program itself had a more overtly educational tone than usual.

The theme is this: Prior to and during World War II the fascists in Germany started their campaign against the Jews, putting many of Europe’s most brilliant musicians at risk. Many of them emigrated to the United States and made their livings composing music for Hollywood movies.

Hope and MSO music director John DeMain collaborated on a concert bill that featured the music of three of them, Franz Waxman, Miklos Rozsa and Korngold, featuring both their movie scores and their traditional classical compositions.

It was a stirring and fascinating combination.

The drums and tympani bulled through most of the movie scores in a way we don’t see too often – not on such a sustained basis, at least.

It would be inaccurate to say the brass and percussion sections overpowered the strings. They didn’t, but they did keep the strings in their place.

There were some quiet and lyrical interludes in the concert – which repeats tonight (Saturday) and Sunday afternoon – but the general tenor is bold and fearless defiance of evil and cowardice.

And, yet, this is Madison and you never know quite what’s going to happen. The audience seemed a bit different than is usual for a Friday evening performance. For one thing, there were quite a few more elderly people with walkers and canes. These are music lovers we more often see at Sunday matinees. Turns out there will be a lot of basketball on television Sunday.

Madison Symphony mixes movies with more musical magic
Madison Magazine, 07.03.2015

In hearing a program Friday night in Overture Hall in which John DeMain and the
Madison Symphony Orchestra offered a frothy and intriguing mixture of music for the concert hall and for Hollywood of the 1930s-1950s, it is tempting to trot out all the Academy Award metaphors. After all, the Oscars were handed out just a couple of weeks ago. DeMain wins one for best director, violinist Daniel Hope for best performance in a leading role, and the members of the MSO should each take home a statuette as well. For that matter, there is an actual connection: The featured composers—Franz Waxman, Miklos Rozsa and Erich Wolfgang Korngold—had each won at least one Oscar in their careers.

But the conceit of the program’s structure runs a little deeper; these were men who fled the Nazis and in some cases, unexpectedly found a home and a career in Hollywood. In part because of their success, they have too often been considered second-class citizens of the concert hall, even though they wrote enduring works before and after their film careers.

DeMain opened the evening with just the MSO strings and timpanist, and presented the least well-known work on the program, Waxman’s “Sinfonietta for String Orchestra and Timpani.” Written before he emigrated, the work boosted his reputation internationally, and it holds up today as a vigorous, touching and tuneful set of three movements. One of the great touches was the use of the principal string players as an ad hoc quartet within the finale.

The full orchestra took the stage for Rozsa’s “Theme, Variations and Finale,” and here DeMain unleashed the brass to tremendous effect. The players seemed to relish the robust interplay of sections, much in the way a child would feel when their 16-crayon box is replaced with 64: Colors galore emanated from the stage.

The guest star of the production was violinist Daniel Hope, who already has done a great deal of exploration of these and other composers in similar circumstances. His comments from the stage were welcome, along with  J. Michael Allsen’s always impeccable program notes are. But all the more compelling was the relating of his conversations with Waxman’s son, and Korngold’s granddaughter, on the creative evolution of this piece.

The work has really been standard repertoire—Jascha Heifetz after all was the first to champion the work—but there are still too many concertgoers who have yet to fall under its spell. Hope certainly converted most if not all of the audience. His tone can be hypnotically beautiful, and his technique (tons are required in this piece) is first-rate. Better still, it is clear how much he loves the work, and that is what put his performance on the top shelf.

One did not expect an encore, as Hope was scheduled for more on the second half, but he rewarded the (for once) lickety-split standing ovation with a most surprising and stunning piece. He introduced it as a 1683 sonata by Westhoff, a forerunner of J.S. Bach. Titled “Imitation of Bells,” it was a major additional bonus to the evening.

Post-intermission was devoted to film score excerpts. Rozsa was first with the “Parade of the Charioteers” from Ben-Hur, with the brass suitably barely in check again. Hope returned for two arrangements of the Love Theme from the same film, and an extended Love Theme from Spellbound. It practically conjured a vision of Gregory Peck and Ingrid Bergman, and if the transcription (by Paul Bateman) was a bit overblown, well, anything that gives us a few more minutes of Daniel Hope’s artistry is more than welcome.

Korngold was represented by a suite of his score from Captain Blood, the film that put Errol Flynn on the map, and would result in more collaborations from Korngold. In fact, one wished to have heard excerpts from his Oscar-winning score for The Adventures of Robin Hood, but the offering at hand had its fill of colorful and pleasant music.

The night ended with Waxman’s “The Ride of the Cossacks” from Taras Bulba. The film was more famous for being a disaster, but by all accounts the score was one of Waxman’s finest. This sample gave us some touches of spicy dissonance and overflowed with fun percussion. When all was said and done, and played, it almost felt like there was a red carpet leading away from the Overture Center: Everyone left a winner.

By Greg Hettmansberger

‘Hollywood Sound’ a great addition to Madison Symphony season
Capital Times, 06.03.2015

“Composers in Exile: Creating the Hollywood Sound,” the latest offering from the Madison Symphony Orchestra and Music Director John DeMain, is a great addition to a season already filled with strong programming choices and performances.

The concert takes as its subject three composers who fled Adolf Hitler’s Germany, each of whom was classically trained and, by necessity, took up film music composition upon arriving in the United States. Franz Waxman (1906-1967), Miklós Rózsa (1907-1995), and Erich Korngold (1897-1957) each contributed significantly to what has come to be known as the “Hollywood Sound” — the musical style that typifies the instrumental soundtracks of major films. Each composer is represented twice in the program, once during the first half, which focuses on concert music, and once in the second half, which presents excerpts of film scores.

The argument DeMain and guest artist Daniel Hope (violin) make with the program is twofold: first, these exiles had a tremendous influence on American film music aesthetics and second, that these composers’ output disrupts the supposed divide between film music (in the popular consumerist sphere) and concert music.

The concert began with what I thought was the strongest piece on the program —Waxman’s Sinfonietta for String Orchestra and Timpani. It’s a tough piece, filled with harmonic and orchestral tension that resolves only at the last moment of the last movement.

Its opening sounds are terse, dissonant chords. When these give way to melody, it’s material that is simultaneously bright and unsettling, a quality Waxman achieved through both harmony and orchestral contrasts.

The second movement is defined by the unrelenting repetition of single note on the timpani. The melody unfurls over it as, one at a time, solo string instruments enter — first one cello, then a second, then violas — with material that is aching, tender, introspective, and mournful. Karl Lavine (cello) led this group with gorgeous playing.

The third movement uses a more familiar idiom, though it is still fierce and strident. Overall, DeMain led the orchestra in a deeply moving performance.

Rózsa’s Theme, Variations and Finale and Korngold’s Concert for Violin and Orchestra in D Major were the other pieces in the first part of the program.

The Rózsa was rich and dramatic, ranging from the theme’s pastoral first presentation (performed beautifully by Mark Fink, oboe) to several variations that were nearly terrifying, such as the third one, loaded with sonic bombs.

Guest artist Daniel Hope’s performance of the Korngold concerto was emotionally convincing and often lush and romantic. As has happened at other performances this year, the orchestra at times had trouble matching the soloist’s flexible sense of meter, so that there wasn’t always perfect alignment between Hope and the ensemble. Virtuosic playing aside, the concerto offered a welcome rest from the intensity of the first two pieces.

The excerpts in the second half of the concert came from Ben-Hur and Spellbound (Rózsa), Captain Blood (Korngold), and Taras Bulba (Waxman). These pieces were good reminders of the very different work that concert and film music do. While they reflected great technical control — especially through the use of orchestration — the film music rarely reflected the intellectual and expressive complexity of the concert music, which is fine — they inhabit different worlds.

Across the board, these compositions shared a tendency toward compelling orchestration, throwing the spotlight on parts of the orchestra that are sometimes left in supporting roles. The percussionists deserve particular attention here, as do the brass and, really, all of the section leaders.

I noticed several faces I don’t usually see at the orchestra, a fact I attribute to the smart framework of this program. The theme provided a sense of cohesion that knit together the pieces sonically, musically, and intellectually and also connected to the research work of university faculty. I hope DeMain will pursue similar collaborations in the future.

by Jessica Courtier

Voyage romantique de qualité
classiquenews.com, 27.02.2015

Compte rendu, concert. Paris. Théâtre des Champs Elysées, le 18 février 2015. Beethoven, Bruch, Mendelssohn. Daniel Hope, violon. Maîtrise de Paris. Patrick Marco, direction. Orchestre de Chambre de Paris. Thomas Dausgaard, direction.

Le Théâtre des Champs Élysées accueille à nouveau l’Orchestre de Chambre de Paris pour un concert extraordinaire où l’on découvre les différents visages du romantisme classique, de Beethoven à Bruch, passant par Mendelssohn, avec un certain focus sur la théâtralité de la période. La Maîtrise de Paris et le violoniste Daniel Hope se joignent à l’ensemble dirigé par Thomas Dausgaard, en chef invité. Une soirée riche en émotion avec un programme et des interprètes de qualité, visiblement impliqués.

 

Le concert débute avec l’ouverture Coriolan de Beethoven, composée en 1807 pour la pièce de théâtre éponyme de Heinrich Joseph von Collin. Comme dans toute la musique du compositeur, nous sommes en permanence interpellés par la tension créée par deux thèmes contrastants, conflictuels. Une mise en musique habile qui dévoile l’état d’esprit ambigu du général Romain exilé : Coriolan. L’Orchestre de Chambre de Paris montre ici un art du chiaroscuro plein de brio, avec des contrastes tonaux très marqués. Une atmosphère héroïque s’installe mais pas sans l’hésitation inhérente au sujet dramatique. Place ensuite, à l’un des bijoux pour violon et orchestre de l’ère romantique, le Concerto en sol mineur de Max Bruch, composé en 1866. Le violoniste britannique Daniel Hope (élève de Yehudi Menuhin) est le soliste invité. Dès la première mesure, il fait preuve d’une grande musicalité. Dans son jeu sincère et agile, le violoniste montre sa dextérité tactile et une compréhension presque spirituelle de l’oeuvre, sans jamais tomber dans le piège de la démonstration gratuite ni de la virtuosité mondaine. La complicité avec l’orchestre est aussi saisissante, quand les cordes rayonnent de brio, le soliste affirme son chant mi-méditatif mi-mélancolique et l’effet est impressionnant. Ainsi le deuxième mouvement est un véritable sommet de beauté bouleversante, inspirant à l’auditoire des larmes qui édifient l’âme. Le dernier mouvement déborde d’énergie ; il clôt la première partie du programme jusqu’aux hauteurs heureuses où nous emmènent un soliste et un orchestre bien tempérés. Et puisque le bonheur est toujours payant, le public enflammé inspire Daniel Hope à offrir un bis plein d’humanité, le Kaddish de Ravel, l’une de ses 2 mélodies hébraïques composées pour violon et piano.

Après l’entracte, la Maîtrise de Paris paraît sur scène pour jouer avec l’orchestre Le Songe d’une Nuit d’été de Félix Mendelssohn. Une musique à la célébrité indéniable fraîchement interprétée par le chœur de jeunes filles et l’Orchestre sous la baguette très affûtée de Dausgaard. Si d’un premier regard, le choix des tempi dans l’ouverture, étonne, nous constatons rapidement un brio évolutif qui finit de façon brillante. Dans le scherzo qui suit, les cuivres presque dissonants représentent une malheureuse distraction par rapport aux cordes, elles, délicieuses. En effet, les cuivres ce soir laissent beaucoup à désirer, la prestation des bois est au contraire (et comme c’est souvent le cas pour cet orchestre), magnifique. Remarquons la flûte en particulier. Dans le fantastique lied qui suit, deux jeunes filles de la Maîtrise de Paris sont solistes ; leur performance a une candeur et une légèreté touchante à souhait. Puis les bois continuent à rayonner, les beaux bassons dans l’andante s’accordant superbement aux cordes bien équilibrées. Dans l’archicélèbre Marche Nuptiale, les cuivres semblent n’être plus désaccordés et se marient de façon éloquente aux bois charmants, surtout la clarinette et le hautbois. Le concert se termine en beauté avec le finale avec choeur et solistes, riche et généreux de fantaisie.

Encore une fois l’Orchestre de Chambre de Paris régale l’audience avec un concert de qualité, avec la fraîcheur et ce je ne sais quoi d’intimiste qui lui est propre, dans un programme riche et intéressant où le protagoniste reste la beauté. Enthousiasmant.

Compte rendu, concert. Paris. Théâtre des Champs Elysées, le 18 février 2015. Beethoven, Bruch, Mendelssohn. Daniel Hope, violon. Maîtrise de Paris. Patrick Marco, direction. Orchestre de Chambre de Paris. Thomas Dausgaard, direction.

par Sabino Pena Arcia

 

Vivaldi nicht für das Warenhaus, sondern ganz aufregend und geistreich
Landbote, 26.02.2015

Es war ein phänomenaler Abend. Der britische Geiger Daniel Hope, Artist-in-Residence beim ­Zürcher Kammerorchester, ­begeisterte im Tonhalle-Saal mit seiner radikal inspirierten Lesart der «Vier Jahreszeiten» von Antonio Vivaldi.

Einen ganzen Abend lang Vivaldi, das ist mutig. Denn Vivaldis Musik, vor allem seine «Vier Jahreszeiten», hört man oft in Wunschkonzerten, Warenhäusern und anderen öffentlich beschallten Orten, sodass man wenig Lust mehr dar­auf hat. Auch das Gefühl, Vivaldi klinge immer irgendwie gleich, egal, welches Stück man wählt, ist mit dieser Überproduktion verknüpft.

Daniel Hope kümmert das echt. Vivaldis konzertante Musik für Violine(n) gehört für ihn, wie er das in seiner pointierten Moderation erklärte, zum aufregendsten und geistreichsten in der Barockmusik. Er widmete dieses Programm seinem Mentor Yehudi Menuhin, mit welchem er als junger aufstrebender Geiger die an diesem Abend ebenfalls aufgeführten Doppelkonzerte für zwei Violinen öfter gespielt hatte: «L’ Estro armonico» und dasjenige in d-Moll op. 3 Nr. 11 von Vivaldi, und, in diesem Vivaldi-Kontext etwas vereinsamt, Johann Sebastian Bachs Doppelkonzert d-Moll BWV 1043.

Sturm der Begeisterung

Daniel Hope leitete das auf historischen Instrumenten spielende Barock-Ensemble des ZKO von der Violine aus, ZKO-Konzertmeister Willi Zimmermann gestaltete mit ihm den konzertanten Part. Schon der solistisch exponierte Anfang des d-Moll-Doppelkonzerts von Vivaldi machte deutlich, dass hier einer von ­innen heraus Vivaldi offenbart: herb, ja schroff war dieser Einstieg, und das Begleitensemble war hellwach.

Zimmermann und Hope duettierten mit spürbarer Lust an Vivaldis Einfällen, dafür bedienten sie sich überraschend oft des in der historischen Musizierpraxis eigentlich verpönten Vibratos. Die Phrasierung war sehr plastisch und agil, und der Ton von Hopes Guarneri-del-Gesù-Violine blühte vor allem bei Bach singend und weich artikuliert auf.

Sturm als packendstes Element

Und dann die «Vier Jahreszeiten». Willi Zimmermann übernahm wieder den Part des Konzertmeisters, das ZKO spielte den ganzen Abend stehend. Grossartig, wie das ZKO Hopes hochmusikalischen Intentionen folgte: dieser setzte weniger auf rhythmisch motorische Akzente, sondern breitete nuancenreich ausformulierte Phrasen aus. Mit ­zupackenden Ausbrüchen und mit in aller Ruhe sich ausbreitenden statischen Klängen tauchten Stimmungen und Landschaften auf.

Einer der packendsten Momente war der Sturm, da hörte man nicht mehr einzelne Stimmen und Läufe, sondern einen suggestiven glissandoartigen Sog des ganzen En­sem­bles. So präzise, agil und inspiriert hat man das ZKO noch nie erlebt, das Publikum war hell begeistert und gab dem in seiner Bravo-Ovation Ausdruck.
Sibylle Ehrismann



2014


Vivaldi remixed
Potsdammer Neuste Nachrichten, 29.12.2014

Vier Jahreszeiten für den Klub im Nikolaisaal

Wohl kaum ein Stück der klassischen Musik ist so bekannt wie die Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi. Tausendfach wurden und werden die Violinkonzerte von Virtuosen gespielt und erklingen oft genug auch außerhalb der Konzertsäle in Restaurants, Supermärkten und als Handy-Klingelton. Diesen barocken Blockbustern eine zeitgemäße Fassung zu geben, muss eine besonders große Herausforderung für den Komponisten Max Richter gewesen sein. Doch dem englischen Komponisten, der vielfach prämierte Filmmusik schuf, gelang mit seiner Klub-Version ein neuer Hit. Nicht unerheblichen Anteil daran hatte der Geiger Daniel Hope, dem die Neufassung auf den kostbaren Violinleib der Ex-Lipinski von Guarneri del Gesú geschrieben wurde.

Im Nikolaisaal Potsdam erklangen am Samstag sowohl die 300 Jahre alte Version als auch die aus dem 21. Jahrhundert. Ein didaktischer Fingerzeig war dabei nicht zu übersehen – mittels Ohrphon konnte man zugleich Erläuterungen anhören – aber auch ohne das Ding ergab das einen anregenden Ausflug in 300 Jahre Musikgeschichte. Der fantastische Solist Daniel Hope und das Orchester l’arte del mondo unter der Leitung von Werner Ehrhardt lieferten eine volle Dröhnung Vivaldi ab, um in der Klubsprache zu bleiben. Nicht zufällig erlebte die elektronische Version ihre Premiere vor zwei Jahren im Berliner Kult-Klub Berghain.

Was hätte Antonio Vivaldi gesagt, wenn er gewusst hätte, dass seine Vier Jahreszeiten noch drei Jahrhunderte nach ihrer Entstehungszeit landauf landab gehört und gespielt werden? Diese Musik fasziniert, weil sie eingängig und überraschend, populär und experimentell, rational und phantasievoll und leidenschaftlich ist. Dem trägt das Kammerorchester temperamentvoll Rechnung und erzeugt kantige, expressionistische Tonbilder, die von den feinen, goldenen Linien der Violine von Daniel Hope durchzogen werden. Der Geiger stürzt sich in die Klangwogen, glitzernd spritzt Gischt auf bei den Springbogen-Kunststücken, gläsern klirren und schlingern die Saiten am Steg auf dem kalten Eis.

Nach der Pause erklingt die Max-Richter-Version, die für die recomposed-Serie der Deutschen Grammophon entstanden ist. Bei den kurzen Stücken scheint Vivaldi stets durch, doch zugleich ist der Charakter zeitgenössischer Klub- und Filmmusik unüberhörbar. Zu Beginn noch deutlich, später immer raffinierter verweben sich elektronische Einspielungen mit den analogen Instrumenten, die von einer Harfe verstärkt werden. Richters Version ist basslastig, bisweilen wummernd im Techno-Stil, reduzierter, fokussiert auf kleine Szenen, die mit viel Sinn für Steigerung aufgebaut werden und häufig abrupt wie ein Bildwechsel enden. Die Solovioline erhält mehr Raum als im Original und spielt mit markiger Verve gegen die elektronisch verstärkten Klangstürme an. Dem Breitwand-Technicolor-Sound trägt Daniel Hope jetzt mit breitem Strich, viel Vibrato und allerlei Tonverfremdungen Rechnungen, weit mehr als schon bei Vivaldi vorhanden. Für den Ton war extra Chris Ekers, „einer der besten Sound Engineers“, aus London gekommen, wie Hope dem staunenden Publikum erklärt. Als Zugabe gibt es für die aufgerauten Ohren reinen Vivaldi, der letzte Satz aus dem Doppelkonzert a-Moll, und mit der Air ein reiner Johann Sebastian Bach, so unverfremdet wie es heute, 300 Jahre später, noch geht. Begeisterter Beifall belohnt das gelungene Klangexperiment aus alt und neu.

von Babette Kaiserkern

Bundeswettbewerb Gesang – Der Klang der Zukunft
Tagesspiegel, 03.12.2014

von Udo Badelt

Parade toller Stimmen: Das Finale des Bundeswettbewerbs Gesang in der Deutschen Oper zeigt, wie hoch das Niveau beim Sängernachwuchs ist.

Wenn fast 2000 Augenpaare auf dich blicken und die Aufregung dich fast auffrisst – dann ist es gut, einen coolen Moderator zu haben, der mit britischem Witz in die Blase sticht, auf dass ein wenig Luft entweiche. Daniel Hope spielt diese Rolle beim Finale des Bundeswettbewerbs Gesang in der Deutschen Oper Berlin mit Bravour, als Geigensolist dürfte er selbst schon alle Höllenkreise des Lampenfiebers durchschritten haben. Eine Finalistin singt Rossini? Bitte sehr, Hope hat für alles eine Anekdote parat: Warum er denn Wagners „Tannhäuser“ mit umgedrehten Noten spiele, soll ein Schüler den Meister aus Pesaro gefragt haben, das klinge ja grauenvoll.

„Ich hab es schon andersrum versucht“, antwortet der wütend, „klingt auch nicht besser.“

Gleich die erste Teilnehmerin legt stark vor: Athanasia Zöhrer singt Gounods „Ah! Je veux vivre dans le rêve“ aus „Romeo und Julia“ mit sattem Sopranschmelz und kindlich-überschwänglichem Minenspiel – zu überschwänglich vielleicht, am Ende bekommt sie nur den vierten Preis. Von völlig anderem Temperament: Henriette Gödde, die sich in Saint-Saëns’ „Mon cœur s’ouvre à ta voix“ eher mütterlich gibt. Sylvia Rena Ziegler – die Siegerin? – verleiht „Una voce poco va“ aus Rossinis „Barbiere“ mit mysteriös eingedunkeltem Mezzo eine schwarze Note – und steigt später mit zwei herrlich gesungenen, in jeder Facette ausgeleuchteten Liedern von Aribert Reimann für Alt solo noch tiefer hinab. Eine Menge traut sich Raffaela Lintl. Mit der Felsenarie hat sie sich eines der schwersten Stücke aus Mozarts „Così“ ausgesucht. Was sie technisch bewältigt (wohl auch wegen des langsamen Tempos von Axel Kober am Pult des Orchesters der Deutschen Oper), bezahlt sie mit mangelndem Ausdruck. Wenig ist zu spüren von Fiordiligis trotzigem Zorn und dem schwankenden, eben gerade nicht felsenfesten Grund, auf dem ihre Selbstsicherheit steht.

Die Jury beurteilt die zehn Finalteilnehmer, acht Damen, zwei Herren, auch nach den Leistungen aus den Vorrunden. Den Sieger, Sebastian Wartig, dürften trotzdem nur wenige auf dem Schirm gehabt haben. Der Bariton, ehemaliges Kreuzchor-Mitglied, singt solide und mit stiller Inbrunst, introvertiert. Kein Feuer, eher die glimmende Glut danach. Was, zum Glück, Mäkeln von der Höhe hinab ist. Der Abend ist eine Parade toller Stimmen. Und Daniel Hope absolut beizupflichten, wenn er den Wettbewerb „auch“ eine Castingshow nennt – die aber gerade im direkten Vergleich mit „DSDS“ & Co. klarstellt, wie bestürzend niedrig dort das Niveau ist.

Reporter’s Life Under Apartheid, in Music, Dance and Typewriter
New York Times, 29.10.2014

‘A Distant Drum’ Recalls the Life of Nathaniel Nakasa

By JON PARELES

The brief, vivid, apartheid-warped life of a South African journalist, Nathaniel Nakasa, was commemorated in “A Distant Drum,” a music-theater piece presented at Zankel Hall on Tuesday night. It was part of Carnegie Hall’s Ubuntu Festival marking 20 years of democracy in South Africa.

With no songs, “A Distant Drum” was not an opera, but it wasn’t exactly a play either. Two actors, speaking in rhyme and sometimes dancing, performed within the semicircle formed by a jazz-tinged chamber group; the music shared the foreground and, at times, provided rhythm to turn the dialogue into something like rap. A violinist — the work’s artistic director, Daniel Hope — played sweet-tone melodies, dressed as a blind fiddler. The script is by Christopher Hope, Daniel’s father, a novelist and poet who left South Africa in 1975 to escape censorship. Ralf Schmid, the pianist onstage, composed the music.

During the clampdown of 1960s apartheid, Mr. Nakasa wrote influential reports for Drum magazine, finding grim humor in apartheid and envisioning the white power structure as human beings rather than faceless enemies. “What I do see through the cracks of our button-down state/Is a comedy of terror run by the inmates,” the Nakasa character, played by Nat Ramabulana, said onstage. Later, he vowed, “Life may be killing us, but we’ll die laughing.”

Mr. Nakasa was under police scrutiny and eventually faced a banning order that would have severely restricted his activities. An American professor, Jack Thompson of the Farfield Foundation (which was later revealed to be a front for C.I.A. sponsorship of cultural programs), helped Mr. Nakasa get a Nieman journalism fellowship to Harvard in 1965. The South African government refused him a passport; to visit the United States, he had to accept a permanent exit permit from South Africa. But Mr. Nakasa found the United States, with its own racial tensions and its misconceptions about Africa, disappointing and depressing. In July 1965, he was found dead in New York City; he had fallen from Mr. Thompson’s high-rise apartment. Mr. Nakasa’s name is now attached to a South African award for journalistic integrity.

“A Distant Drum” mingles the dreamlike and the didactic. It sketches Mr. Nakasa’s story by pairing him with a composite white South African policeman assigned to his surveillance, played by Christiaan Schoombie, who declares, “The Lord created the races/To live in separate spaces.” Switching to an American accent, Mr. Schoombie also plays Mr. Thompson. Mr. Nakasa and his white interlocutors usually appear side by side, their movements balancing, at one point dancing in tandem.

The music echoed South African jazz, with a handful of recurring themes and the recorded voices of South African choirs. Upbeat township dance music, modal vamps and waltzes, pizzicato riffs for cello and bass — constantly enlivened by Jason Marsalis on drums — made way for pensive, sustained violin melodies. Mr. Nakasa’s typewriter often joined the rhythm section. Mr. Schmid’s music went a good way toward animating the dialectical dryness of the script. What came through most strongly is that 20 years have not dimmed the harsh memories of apartheid.

Ni ange ni bête – Concert «War and Pieces» à la Philharmonie
Luxemburger Wort, 24.10.2014

Concevoir la Grande Guerre, un siècle plus tard

Le moins que l’on puisse dire c’est que, pour la grande occasion, la Philharmonie n’a pas lésiné sur les moyens: l’OPL en grande formation sous l’égide de Sascha Goetzel, le grand violoniste Daniel Hope comme soliste invité, l’étendue chorale conjuguée du «Robert- Schuman-Chor» et de «Les enfants qui chantent du CMNord» (Martin Folz), les approches compositionnelles de Catherine Kontz et de Gabriel Prokofiev grandement mises à contribution, le Grand Auditoire bien sûr pour loger l’ampleur cataclysmique, m ais la petite salle aussi pour que Michael Schade y illumine de son humour les recoins humains que les grands ensembles laissent à l’ombre.

S’il y eut quelque chose de totalisant dans les moyens mis en oeuvre, cette abondance, bien loin de se décliner sur le mode de l’accumulation à l’image d’une guerre de matériels, servit à diversifier les angles d’attaque, à multiplier les points d’ancrage historique volontairement anachroniques, à préserver les capacités réflexives individuelles enfin.

Aucune continuité signifiante par conséquent entre Beethoven et la fierté de ses accents rebelles («Egmont»), la psalmodiante musicalité de voix jeunes, presque timorées, récitant les écrits prosaïques d’une famille broyée par les tranchées (C. Kontz) et, en guise de contrepoint, la fresque hallucinante que Gabriel Prokofiev a imaginée pour un violon solo littéralement éclaboussé par la terrifiante mécanique de l’agitation orchestrale.

La création de la compositrice luxembourgeoise Catherine Kontz se détacha avec bonheur de l’emprise du discours musical, et cela dans la mesure où elle accorda un important droit de cité à la parole et aux contingences qui l’ont engendrée. La famille Papillon, symbolique pour toute une génération, fut ainsi disséminée en grappes chorales à travers la salle tout comme elle fut déchirée par une guerre dévoreuse d’hommes. Les textes épistolaires semblèrent primer sur un traitement musical réduit à la plus grande sobriété, à la neutralité du recto tono, par endroits même à la douceur d’une consonance harmonique bien suspecte. Ce qui ne les empêcha pas de se noyer dans l’incommunicabilité: les rôles se chevauchèrent dans un décalage surréel, les textes se tuilèrent et la récitante, débordée dans sa tâche fédératrice, eut bien du mal à coordonner la cellule familiale dans sa cohésion même.

Tragédie répétée à l’infini Catherine Kontz renonça à tout subterfuge expressionniste, elle escamota toute vision historisante pour nous faire assister à une tragédie répétée à l’infini dans le microcosme familial. Née de bruitages indistincts plus suggestifs que naturalistes, la scène se résorba dans le néant comme un courant d’air qui en balayait jusqu’à la mémoire.

On sait que la musique ne peut rien «dire», sauf à s’inféoder grossièrement aux penchants les plus inavouables de la nature humaine. Elle n’a pas non plus à angéliquement dénoncer la guerre, ni à la singer, à s’y substituer métaphoriquement, au risque de lui rendre un hommage qu’elle ne mérite pas.

Le petit-fils du grand Prokofiev a réussi à contourner tant de pièges et à composer une oeuvre concertante, baptisée «1914», qui n’oublie pas son indéfectible essence musicale, au-delà d’une interminable liste d’ingrédients référentiels indubitables: «meccanico aggressivo», «brutto», «andante nauseato»…

Ce n’est pas que le chaos (coups de boutoir qui font craquer l’ancien monde) revête une beauté bien à lui. Nous dirions plutôt que tous ces craquements ne nous furent jamais racontés à la vilaine façon du spectacle, empêchant du coup toute complaisance admirative, toute stupéfaction béate face à la fureur déchaînée. La délicatesse de Daniel Hope figura ce monde en déperdition, la civilisation sacrifiée sur l’autel de la masse mécanisée, désincarnée.

Peut-on traiter pareil sujet sur le mode mineur, celui de la légèreté du café-concert ou de l’amusement cabaretier? Le ténor germano-canadien Michael Schade, porté par une poignée de musiciens aux petits soins, répondit par l’affirmative.

Aussi se laissa-t-on conquérir par ses humeurs malicieuses, du moins quand il parvint à troquer la puissance perçante de sa voix opératique, peu adaptée à la confidentialité de ces modestes pièces, contre des inflexions plus propices à l’espièglerie, au clin d’oeil taquin, au second degré persifleur. Quitte à se retirer de la scène avec une décence non feinte, dans un lied de Strauss («Morgen») ébauché comme une lueur d’espoir, sur un registre qui fusionna l’aspiration musicale la plus ténue et un silence terriblement éloquent.

PAR PIERRE GERGES

Zwischen Euphorie und Galgenhumor
Volksfreund, 23.10.2014

Autor: Martin Möller

(Luxemburg) So hat sich der Erste Weltkrieg selten dargestellt – euphorisch, befreiend, teilweise beschwingt und mit Galgenhumor. Das Konzert “War and Pieces” in der Luxemburger Philharmonie schildert die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts aus der Sicht Betroffener. Und zeichnet die Grundstimmung nach, die zu Kriegsbeginn die Menschen erfasste.

Luxemburg.
Man verlässt die Philharmonie mit einer Mischung aus Amüsement und Beklemmung. So neu und so anders hat sich der Erste Weltkrieg nur selten dargestellt. Der Start mit Beethovens “Egmont”-Ouvertüre, gespielt vom Orchestre Philharmonique unter Sascha Goetzel, einem martialischen Zitat aus dem ersten Akt von Goethes gleichnamigem Drama und einem Propagandagedicht über “das deutsche Geschütz” mochte dem aktuellen Bild des Kriegs noch am nächsten kommen. Auch Gabriel Prokofjews Violinkonzert mit dem moderierenden Solisten Daniel Hope sprach in futuristisch beeinflussten Klangbildern vor allem von Tod, Zerstörung und dem Ende der alten Welt. Und das gleichfalls uraufgeführte Chorwerk “Papillon” von Catherine Kontz wirkte in der blitzsauberen Ausführung durch den Robert-Schuman-Chor (Leitung: Martin Folz) und seinen historischen, auf das Mittelalter zurückgreifenden Stilelementen wie ein stilles Requiem.

Doch in der Pause wechselte die Veranstaltung mit etwa 300 Zuhörern vom großen Auditorium in den Kammermusiksaal, und inhaltlich erschloss sich eine andere Welt. Da beleuchteten Tenor Michael Schade und eine sechsköpfige Combo mit Daniel Hope an der Spitze mit Songs von Patrick Gilmore bis Norbert Schultze den Krieg aus einer ganz anderen Perspektive.

Ja, es waren auch mahnende und warnende Stimmen dabei – ein Gedicht von Wilfred Owen (1893-1918) beispielsweise, Dichter von Brittens “War Requiem”. Aber in den meisten Songs und Gedichten spiegelte sich die enorme Euphorie bei Kriegsbeginn, eine Aufbruchsstimmung, als hätte sich mit dem Waffengang alles Enge, Verschrobene, Unehrliche der alten Zivilisation erledigt. Michael Schade, der weltberühmte Tenor, der noch vier Tage zuvor an der Wiener Staatsoper den “Idomeneo” gesungen hatte, ging die meist britischen Songs mit Vehemenz an und offenbarte auch auf diesem für ihn neuen Terrain ein beeindruckend reiches Klang- und Ausdrucksspektrum.

Mag sein, dass mit zunehmender Kriegsdauer die Hochstimmung Schritt für Schritt von Galgenhumor abgelöst wurde. Aber etwas von der Anfangsbegeisterung überdauerte bekanntlich Krieg und Friedensschluss: die Rede vom “Stahlbad” etwa oder Ernst Jüngers “Stahlgewitter”. Auch das, und nicht nur das Elend in den Schützengräben gehört zur Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts mit ihren vorhersehbaren Folgen. “War and Pieces” hat diese Aspekte eindringlich in Worte und Töne gefasst.

Daniel Hope and Sebastian Knauer review – bewitching Brahms
The Guardian, 08.10.2014

St George’s, Bristol
The passion and muscularity was unmistakable in Hope and Knauer’s exploration, part of Radio 3’s Brahms Experience

by Rian Evans
This week, Johannes Brahms is the subject of BBC Radio 3’s up-close-and-personal focus. The Brahms Experience is proceeding on the basis that if he is the love-him-or-hate-him, Marmite composer of the 19th century, he is also a taste that can be acquired. And, if conversion is the exercise, it’s live experience of his music in an acoustic like St George’s that ought to make all the difference. The passion of Daniel Hope and Sebastian Knauer’s violin and piano duo recital was unmistakable, with the fire of the lone FAE Scherzo setting the agenda in uncompromising fashion.

Frei aber Einsam (Free but Lonely) was the motto adopted by Joseph Joachim, the violin virtuoso who inspired Brahms. Hope’s own crusade on the violinist’s behalf has shed light on Joachim’s deep commitment to performing Brahms’s then quite new work across Europe. Playing lyrical Romanzes written by Joachim himself and by Clara Schumann added to the picture of a close circle of friends, as did Joachim’s arrangement of Mendelssohn songs, Auf Flügeln des Gesanges, and Hexenlied, the latter delivered with suitably bewitching force.

Central to the evening were the two Brahms sonatas, in D Minor, Op 108, and in G Major, Op 78. In both instances, Hope began in a gently understated way, disarming and immediate, but, over the course of the movements, the luscious tone he drew from his instrument gave a visceral quality to the expansive melodies. Knauer’s muscular sound is also fundamental to the partnership: together they brought atmosphere and drama to the D Minor, as well as lightness in its Scherzo, while realising their most expressive and heartfelt playing in the G Major Sonata.

Soundstreams opens with an enchanting season themed euphoria
Musical Toronto, 02.10.2014

By Michael Vincent

There were some big draws to the September 30, Soundstreams’ season opening concert at Koerner Hall. For one, famed British violinist Daniel Hope was in town to present the Canadian premiere of contemporary music superstar Max Richter’s The Four Seasons Recomposed. There was also a rare performance of 2014 Pulitzer Prize winner John Luther Adams’ piece, Dream in White on White. Montreal-born composer Paul Frehner, was also there to premiere his new work, Mojave Dreaming – a piece inspired by nature, weather, the seasons and atmospheric phenomena.

The occasion started with a slow passage through “a treeless windswept landscape of Western Alaska.” Composed in the early 1990’s by US-based composer John Luther Adams, Dream in White on White is essentially an early sketch for an idea that was later realized in 1998 as In the White Silence. It was curious that Soundstreams chose to program the early draft over its more mature form, but it certainly has it charms.

Adams’ music is always a commitment to process, and the Soundstreams Virtuoso String Orchestra – conducted by Joaquin Valdepeñas, seemed to be at a loss as how to interpret its austere, glacially slow temperament. Valdepeñas conducted it with a dry mechanical distance, and focused on exploring the vast background string clusters, leaving the foreground material to fend for itself against the Yukon timber-wolves.

Despite the disappointing start, Paul Frehner’s Mojave Dreaming was the redemption we were looking for. The piece was totally vibrant and alive with imagination. Scored for string orchestra and tape, it was loosely inspired by Vivaldi’s Seasons. Instead of focusing on depicting all four seasons, Frehner fixated on an endless desert summer, with melting trees, hypnotizing mirages, and swirling sand storms.

This was a psychedelic affair, akin to trying to find the time of day on Dalí’s melting clock. Valdepeñas seemed to have great fun exploring the various programmatic elements which came in-and-out of focus. First violinist, Stephen Sitarski was particularly impressive with his near-flawless high register intonation and fancy fretwork.

After an intermission, the evening was just getting started with Max Richter’s Recomposed Vivaldi: The Four Seasons (2012), under the bow of the great British violinist, Daniel Hope. The piece is a kind of avant-garde classical remix of Vivaldi’s iconic masterpiece.

Let me start by saying a lot of people confuse Max Richter’s Recomposed project as being about updating the Four Seasons for a contemporary audience. There is a kind of intellectual hurdle to overcome when first hearing the premise of the piece. Daniel Hope told the story before the Koerner Hall crowd of how he first responded to the idea of the piece saying “what’s wrong with the original?”

Nothing is wrong with it. The Seasons is so much more than a mere piece of music. It has become an idea, a musical symbol that has richly benefited from the early music world’s constant redefinition of period sound and style. Richter’s reworking is in fact a baroque idea – an exploration of repetitive sequences and variations. Not minimalist per se, but close. Richter shares a similar spirit of baroque passion and sensibility, with a twist of late-romantic Korngold film music. If you allow yourself to hear the work through the filter, it works. Richter’s remix plays with your musical expectations and acts like a cut-up collage, composed of recognizable clips and cuts of an image being assembled in real-time.

Hope makes it entirely his own, and plays the achingly lush lines – that sound very much like Purcell at times, with an extraordinary poise and depth. This is at once a celebration of spring’s rejuvenation. It’s endless summer days give way to the smell of burning leaves and dim-lit autumn mornings. The season ends with a whimper – a winter’s sigh that brings to a close what was once alive with boundless energy.

Richter is a polymath, who rides the cleavage between classical music’s future and past. Vivaldi is lovingly remembered not through another endless re-re-interpretation, but from the point of creative genesis. The composition itself. Why not?

*A special mention regarding the superb sounding harpsichord, performed by Gregory Oh.  It sounded unusually wonderful.

A well deserved standing ovation – bravo.

Gentleman der Geige erklärt den Leuten Beethoven
Frankfurt Neue Presse, 23.09.2014

Gentleman der Geige erklärt den Leuten Beethoven

Der englische Geiger versteht es fabelhaft, seinem Publikum die klassische Musik nahezubringen. Bei seinem Gesprächskonzert in der Alten Oper Frankfurt öffneten sich bereitwillig alle Ohren.
Die Anweisungen des Arztes für den kränkelnden Beethoven waren eindeutig: “Kein Tee, kein Kaffee, kein Alkohol und nur ungewürzte Suppe”. In einer solchen Situation schließlich war der Meister in der Stimmung, ein Werk zu komponieren, das die musikalische Welt von damals für immer verändern, ja revolutionieren würde. Daniel Hope, langjähriger Geiger des renommierten “Beaux-Arts-Trio”, hatte bei seinem Gesprächskonzert zahlreiche solcher Details auf Lager. Auch, dass Beethoven um den Lohn seiner Arbeit zu fürchten hatte. Ein ursprünglich schwerreicher Mogul aus Russland, der die späten Quartette in Auftrag gegeben hatte, meldete plötzlich Konkurs an. Schließlich lagen über 600 Seiten Entwürfe und Skizzen auf dem überbordenden Schreibtisch des Komponisten.

Es wurde aber auch reichlich musiziert bei diesem Gesprächskonzert im Mozart-Saal. Vier Stimmführer des Opern- und Museumsorchesters hatten sich zusammengetan und in feiner, durchgeistigter Weise Auszüge aus dem cis-Moll-Quartett vorgestellt: Dimiter Ivanov und Sebastian Deutscher (Violinen), Philipp Nickel (Viola) und Rüdiger Clauss (Cello). Einen Abstecher gab es zum nicht minder eigenwilligen Beethoven der Frühzeit, zu den beiden Klaviertrios op. 1 (1 und 3), bei denen sich neben Hope auch der Pianist Walter Delahunt klangvoll hervortat. Ein Auszug aus der “Kreutzer”-Sonate und schließlich der Einstieg zu Schuberts Klaviersonate G-Dur als Ausklang vervollständigten den aufschlussreichen Nachmittag.

Von Matthias Gerhart

Die Violine windet sich im Schmerz der Verfolgung
Frankfurter Neue Presse, 22.09.2014

Das erste Museumskonzert der Saison eröffnete das Musikfest „Opus 131“ in der Alten Oper Frankfurt. Mit dem englischen Geiger David Hope.

Zum Festbeginn mit dem Leitthema „Aufbrüche in der Musik“ beigetragen haben natürlich das klangstarke, klangvielfältige Museumsorchester unter Sebastian Weigle, vor allem aber der fabelhafte britische Geiger Daniel Hope, der auf seiner Guarneri del Gesù (1742) ein Geschenk an Musik bescherte, intim, intensiv, höchst emotional. Das eine Geschenk: Erich Wolfgang Korngolds Violinkonzert, das dieser 1945 für den legendären Jascha Heifetz komponierte. In Los Angeles und eben nach einem großen Aufbruch in die amerikanische Sicherheit. Man muss bei solchen Lebensdaten immer die Lebensumstände mitbedenken.

Der Österreicher Korngold (seine Oper „Die tote Stadt“, 1923–27, war in Frankfurt zu erleben), schon als junger Mann höchst produktiv, wurde von den Nazis mit Aufführungsverbot belegt und total enteignet. Dass er sich in Amerika geldeshalber mit Filmmusik abgab, sicher nicht einmal ungern, merkte man diesem jetzigen Konzert an. Es sind viele Anleihen darin, manchmal fast ein 3D-Sound, doch der Geiger Daniel Hope bindet das alles zu einem geradzu duftenden Bukett: die Sentimentalität, ja das Schluchzen, die sich anschleichende Pfiffigkeit und Süffisanz, dann noch den keck-kessen Tonfall und manchmal sehr schöne schräge Klänge.

Ein Memento war Hopes Zugabe, der zweite Satz aus Erwin Schulhoffs Violinsolosonate. Schulhoff (1894 Prag–1942 KZ Wülzburg) ist den Nazis nicht davongekommen. Dieses Werk kann zu Tränen rühren, auch in seinem sanften Entschwinden. Hope hat dafür eine starke Ader.

Die weite und wunderbare Welt der Weill-Werke
Hamburger Abendblatt, 01.09.2014

Schleswig-Holstein Musik Festival

Von Heike Linde-Lembke

Daniel Hope entfachte auf seiner Guarneri del Gesú Ex-Lipinski von 1742 Klang-Kaskaden mit Kompositonen von Erich Wolfgang Korngold und Kurt Weill
Der Geiger Daniel Hope und die NDR Radiophilharmonie machten das letzte SHMF-Konzert in der Norderstedter “TriBühne” zu einem Triumph. Das Publikum war hellauf begeistert.

Norderstedt. Sie kannten sich, die Musiker der Filmfabrik Hollywood. Und sie rückten zusammen, weil sie ihre Heimat verloren hatten, weil sie in NS-Deutschland verfolgt wurden wegen ihrer Religion, politischen Einstellung, ihrer Musik. Erich Wolfgang Korngold beispielsweise. Der 1897 in Österreich geborene Korngold galt als Wunderkind. 1934 folgte er einer Einladung Max Reinhardts nach Hollywood und blieb.

So ganz glücklich war Korngold aber nicht in der Glamourwelt, denn er sah in der Filmmusik zwar ein Mittel zum Geldverdienen, aber keine ernsthafte Musik. Doch solange die Nazis ihr Unwesen treiben, solange wollte er kein seriöses Stück schreiben. Sein Konzert für Violine und Orchester in D-Dur, Opus 35, entstand erst 1947. Jetzt spielte es der Geiger Daniel Hope mit der NDR Radiophilharmonie Hannover beim letzten von drei Konzerten des Schleswig-Holstein Musik Festivals in Norderstedt, in der “TriBühne”, und das Publikum, darunter Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote, Kulturpreisträgerin Christa Heise-Batt und Kulturdezernentin Anette Reinders, war hellauf begeistert.

Daniel Hope, mit vielen Preisen ausgezeichnet, erwies sich einmal mehr als Hexenmeister auf der Violine, einer Guarneri del Gesú Ex-Lipinski von 1742. Mit hoher Intensität arbeitete der britische Geiger im ersten Satz die Kanten in Korngolds Konzert scharf aus, um sogleich in der Romanze die Idylle zu betonen, bevor das Orchester den vollen Sound über alle Pulte fließen ließ. Schwebend verklang das Andante, doch nur für Sekunden, denn das Finale folgte mit hohen Tempi, und Hope entfachte gnadenlose Klangkaskaden.

Eröffnet wurde das SHMF-Konzert mit einigen Sätzen aus Ernst von Dohnányis vierstündigen Symphonischen Minuten, Opus 36, von der Radiophilharmonie souverän, aber auch sehr glatt gespielt.

Einer, der sich in Hollywoods Filmwelt rundum wohl fühlte, war Miklós Rósza, Komponist der Musik für “Ben Hur”, “Frau ohne Gewissen” und 70 weiteren Filmen. Für “Spellbound” von Alfred Hitchcock erhielt der ungarische Komponist einen Oscar. Das Orchester zelebrierte mit Prélude und Love Theme aus “Spellbound” den ganz großen Klang, doch meistens konnte sich Hope mit festem Bogenstrich und Leidenschaft gegen die 85 Kollegen durchsetzen. Die hätte Dirigent Andrew Manze gern an einigen Stellen, auch in der Kurt-Weill-Suite, zügeln können.

Trotzdem gelang die Suite zum Höhepunkt, auch weil Arrangeur Paul Bateman die Musiken aus Weills Opern miteinander verwoben hat. Daniel Hope brachte die weite wunderbare Welt der Weill-Werke zum Singen. Er entfaltete ein derart dramatisches Spiel, dass Seeräuber-Jenny, Mackie Messer und Konsorten leibhaftig wurden.

Lautmalerisch ging das Orchester die Feuervogel-Suite von Igor Strawinsky an. Opulenz folgte Idylle, Romantik der Triumph – wie im ganzen Konzert.

the Borusan Istanbul Philharmonic make waves Royal Albert Hall
The Observer (en), 25.08.2014

When the 2014 Proms season was announced, a few eyebrows rose at the news that several unfamiliar orchestras from far afield would feature. One reason given was that the countries represented may hold the key to the future of classical music. Thirty million children learning the piano in China remains a jaw-dropping statistic even if you’re also stifling a yawn at hearing it yet again. These orchestras also come cheaply compared to the world’s leading US or European ensembles. So global philanthropy, or harsh economics?

Banish all doubts. The presence of these emerging orchestras is proving addictive, opening our ears to other traditions and offering surprise and pleasure. First came the China Philharmonic, charming, idiosyncratic, a little stiff musically yet bursting with personality. Then this week the exciting Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra arrived, with their charismatic chief conductor, Sascha Goetzel (Prom 16).

This bendy, baton-twirling Austrian, with his twists, thrusts, flops, pirouettes, gyrations and genuflections, turns the podium into his own personal dancefloor. That description may sound hideous, but this wonderful showman is mesmerising and achieves first-rate results. He managed to transform Respighi’s otiose ballet suite, Belkis, Queen of Sheba, with its “warlike and savage dance” and full-blown orgy, into a captivating boogie-woogie. It was a first for the Proms, and for me too. While I hope never to hear it again, it will not be for want of a thrilling performance.

Goetzel evidently trains as well as inspires his players, over 90% of whom are Turkish. Their average age is around 40, and the orchestra itself, growing out of an existing chamber orchestra, only gave its first concert in 1999, supported by the Turkish steel pipe manufacturers Borusan Holding. (Wake up, Centrica.) Already the strings are warm-toned and secure, the woodwind and brass outstanding, as their recently released disc of Rimsky-Korsakov’s Scheherezade demonstrates.

Mixing occident and orient as you might expect, the Prom included Holst, Balakirev and Handel (a breezy, fleet account of The Arrival of the Queen of Sheba in Beecham’s arrangement), with a world premiere, Violin Concerto No 1, “1914” by Gabriel Prokofiev (b 1975), as the centrepiece. A BBC commission, it was written for Daniel Hope, who suggested the piece be linked to the centenary of the first world war.

The four-movement work springs few surprises in terms of orchestral or solo textures, which are clear, easy to hear and always generous to the lyrical qualities of the violin. The fascination comes in the vivid use of percussion, beginning with hushed snare drums and ghostly woodwind blowing into their instruments without making notes. The first instruction in the score is “One hundred years away. We can barely hear those distant souls.” Whip, thunder sheet, hammer and various bells and tam-tams create the sound of war, often as if through a veil.

The violin’s broad, opening theme is a distant echo of the march in Stravinsky’s The Soldier’s Tale (1918). With its gunshots and explosions, the work may feel programmatic but it tugs at bigger ideas, especially with Hope as the eloquent soloist, making his 1742 Guarneri del Gesù sing out. This violinist, now among the best in the world as well as the most thoughtful, is as brilliant at Bach as Birtwistle and even Einaudi.

Prokofiev, London-born grandson of Sergei, is equally versatile. He had a classical training then switched to electronic, dance, house and hip-hop, founding the independent Nonclassical label and club in 2004. His Concerto for Turntables went down a storm at the National Youth Orchestra’s Prom in 2011. This latest concerto, perhaps overlong but with several “optional cuts” marked in the score, is yet another new departure. Watch this uplifting concert on BBC4 on Sunday 31 August.

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Fiona Maddocks

Edinburgh’s Festival – Queen’s Hall, Review
Edinburgh Guide, 25.08.2014

Show details
Venue: Queen’s Hall
Running time: 120mins
Performers: Anne Sofie von Otter (mezzo soprano), Daniel Hope (violin), Bengt Forsberg (piano), Bebe Risenfors (accordion/double bass/guitar)

The ensemble this morning consisted of the Swedish mezzo soprano Anne Sofie von Otter, the violinist Daniel Hope, the pianist Bengt Forsberg and Bebe Risenfors who played accordion, double bass and guitar.

The concert centred around and simulated the type of cabaret musical events which were performed and composed by talented musicians who were incarcerated in the Czechoslovakian Terezin concentration camp where the bulk of the Jewish ‘cultural elite’ were interned. Music has the ability to transcend barriers and pain and many of the compositions played this morning were written inside the camp and as such have a certain poignancy.

The choice of programme, with its range of musical genres, afforded the audience an opportunity to hear the virtuosity of the players.

Anne Sofie von Otter’s versatile voice comfortably oscillated from the tenderness of Erika Taube’s ‘Ein judisches Kind’ (A Jewish Child) to Manfred Greiffenhagen’s jazzy piece ‘Das Lied von den zwei Ochsen’ (The Song of the Two Oxen).

Bengt Forsberg played accomplished, sensitive piano in Karel Berman’s selection of eight pieces entitled ‘Reminiscences, in which some of the pieces were technically extremely challenging.

Daniel Hope was superb on violin – particularly in the second movement of Erwin Schulhoff’s Sonata for Solo violin – and Bengt Forsberg provided funky bass in ‘Das Lief von den zwei Ochsen.’

It was a moving concert and a reminder of the power of music which even when one is in the depths of despair still has the ability to move emotions and even, at times, create joy.

Hope ließ Hexen tanzen
Uetersener Nachrichten, 24.08.2014

Rinderstall: SHMF-Krönung mit Star-Geiger, Intendant und Dampfnudeln
Haseldorf. Der krönende Abschluss einer überaus erfolgreichen, sechs Konzerte umfassenden Reihe des Schleswig-Holstein Musik Festivals im Haseldorfer Rinderstall: Der Star-Geiger Daniel Hope fesselte mit seinem virtuosen Spiel zusammen mit dem Pianisten Sebastian Knauer sein Publikum im ausverkauften Haus.

Mit ausgesuchter Sensibilität zog der Mann, der zum ersten Mal mit seinem Lehrer, Sir Yehudi Menhuin, im Alter von zwölf Jahren nach Schleswig-Holstein zum Festival gekommen war, die Menschen in seinen Bann. Mal ganz fein, mal kraftvoll dramatisch, dazu der volle, wohl einmalige Klang seiner Geige, einer Guarneri del Gesú „ex Lipinski“ aus dem Jahr 1742, die ihm von einer deutschen Familie zur Verfügung gestellt wird.

Hope, der Violinist mit der gewellten roten Künstlermähne und den warmen, nussbraunen Augen spielt schon seit vielen Jahren mit dem Hamburger Pianisten Sebastian Knauer zusammen, die beiden sind wie Brüder, eine verschworene Gemeinschaft, die sich auf Augenhöhe begegnet. Und sich absolut einig sind in der Interpretation der Hommage an den berühmtem Geiger und Komponisten Joseph Joachim (1831 bis 1907), der mehrere Komponisten – so Brahms und Schumann – zusammenbrachte und Mendelssohn als Wunderkind begeisterte.

Johannes Brahms spielten sie, das Scherzo in C-Moll aus der Sonate für Violine und Klavier, ebenso die Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 in G-Dur, Clara Schumanns Romanze für Violine und Klavier in Des-Dur op. 22 sowie Felix Mendelssohns berühmtes Lied „Auf den Flügeln des Gesanges“ und das Hexenlied. Der Zaubermeister Hope ließ hier die Hexen tanzen, kreischen und auf ihren Besen durch den riesigen Giebel des Rinderstalls huschen. Ganz romantisch ging es mit Joseph Joachims Romanze für Violine und Klavier zu, dramatisch und leidenschaftlich mit Edvard Griegs Sonate für Violine und Klavier in c-Moll op. 45.

Die beiden hochkonzentrierten Musiker packten ihr Publikum, ließen es nicht mehr los, konnten aber trotzdem noch zwischendurch scheinbar ganz locker moderieren und spannende Geschichten aus der Welt der berühmten Geiger und Komponisten erzählen. Ganz besonders bemerkenswert: Daniel Hope spielte ohne Noten, nur ein aufgestelltes iPad statt Notenständer gab ihm jederzeit Orientierung in dem umfangreichen Programm.
von: Heinke Ballin

Schleswig-Holstein Musik Festival : Ein guter Ausklang für den Konzertsommer auf Gut Altenhof
Eckernförder Zeitung, 23.08.2014

Geiger Daniel Hope und der Pianist Sebastian Knauer beenden Festival-Reihe im Kuhhaus für dieses Jahr
Altenhof | Der Sommer neigt sich seinem Ende zu, und auch die diesjährige Altenhof-Saison des Schleswig-Holsteinischen Musik Festivals (SHMF) fand am Donnerstag mit einem letzten Konzert ihren Abschluss. Als Künstler waren der Geiger Daniel Hope und der Pianist Sebastian Knauer in die Konzertscheune am Gut gekommen. Sie hatten ihr Programm unter das Motto „Hommage à Joseph Joachim“ gestellt.

Joseph Joachim war zu seiner Zeit ein begnadeter Geiger (1831 – 1907). Als er 1853 Beethovens bis dahin nicht sehr hoch geachtetes Violinkonzert mit großem Erfolg gespielt hatte, flog ihm Clara Schuhmanns ganze Sympathie zu: „dass ich nie solch Violinspiel gehört…“ Es entstehen tiefe Musikerfreundschaften zwischen dem Hause Schumann, Joseph Joachim und dem damals 20-jährigen Komponisten Johannes Brahms aus Hamburg. Die große gegenseitige Wertschätzung hatte gemeinsames Musizieren und Komponieren zur Folge.

Hope und Knauer spielten Kompositionen aus dieser beseelten Zeit: zu Beginn das Scherzo c-Moll von Johannes Brahms aus der „F.A.E“-Sonate, komponiert für Joachim und dessen Lebensmotto „Frei Aber Einsam“. Clara Schumanns Romanze in Des-Dur folgte – zart, fein und hoch emotional. Brahms’ „Regenliedsonate“ nach Texten von Klaus Groth wurde mit so viel innerer Anteilnahme gespielt, dass sich wohl kaum einer der starken Wirkung dieser Komposition entziehen konnte. Musik wie atmen. Atmen und leise lächeln. Melancholisch – und durch regengraue Tropfenschleier Erinnerungen aus Kindertagen sehen. Diese Musik malte Bilder. Und Daniel Hope betörte mit seiner Kunst des lang gehaltenen, bis zur Stille ausgehauchten Abschiedstons. Wunderbar und tief ergreifend.

Bevor Joseph Joachim selbst mit seiner Romanze B-Dur op.2 Nr.1 „zu Worte“ kam, gab es zwei Kompositionen von Felix Mendelssohn, Fassungen für Violine und Klavier. Noch viel mehr als dort im „Hexenlied“ konnte Hope allerdings in Joachims Werk sein Können kredenzen. So differenziert zwischen sanftem und kraftvoll furiosem Spiel, so farben – und facettenreich in seinem Ausdruck, dazu diese kostbare Guarneri del Gesù (1742) mit ihrem besonderen Klang – das war für alle, die sensibel hören können, ein kaum zu vergleichender Hochgenuss. Stets an seiner Seite der international bewunderte Pianist Sebastian Knauer, ein Großmeister seines Fachs, ohne dessen Kunst die glänzende Gesamtwirkung des Konzertes undenkbar wäre.

Als krönender Abschluss erklang die Sonate für Violine und Klavier c-Moll op.45 von Edvard Grieg (1843-1907) – ein seltsam zerrissenes Stück, teils sehr modern, fast expressionistisch und dann doch schönste Strecken norwegischer Folklore. Nach diesem kongenialen Spiel von Violine und Klavier applaudierte das Publikum, jubelte und trommelte mit den Füßen, so dass Hope und Knauer drei Zugaben spendierten. Ein guter Ausklang für diesen Konzert-Sommer.

Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Herz aus Gold
BNN (de), 21.08.2014

performance of Gabriel Prokofiev’s new Violin Concerto ‘1914’, premièred at the BBC Proms
various (en), 01.08.2014

The British Press is unanimous about Daniel’s performance of Gabriel Prokofiev’s new Violin Concerto ‘1914’, premièred at the BBC Proms earlier this week with the Borusan Istanbul Philharmonic under conductor Sascha Goetzel.

THE TIMES (4 Stars): “…the sheer dislocating bitterness of the writing, both for Daniel Hope, the superb soloist, and for the orchestra…it’s the best thing Gabriel Prokofiev has written”.

THE INDEPENDENT (4 Stars): “the programme for this work is indeed specific, including savagery, shell-shock, and sardonic imperial marches: the rationale is pure Shostakovich, though more literal. Daniel Hope, the instigator of this work, played its stratospherically high solo part with flawless accuracy.”

THE GUARDIAN (4 Stars): “One work, however, stood apart. Daniel Hope was the soloist in the world premiere of Gabriel Prokofiev’s Violin Concerto No 1 “1914” – an ambitious depiction of Europe’s descent into war. It contained some startling effects. The BIPO sounded good in it, and Hope impressed by playing atrociously difficult music from memory.”

THE DAILY TELEGRAPH (4 Stars) calls the whole concert “Superbly rich”, writing of the Prokofiev, that “it created an extraordinary atmosphere, at once sombre, tender and surreal”.

Daniel Hope at Hahn Hall
Independent Santa Barbara (en), 01.07.2014

Versatile English Violinist Led Academy Fellows on Saturday, July 5

English violinist Daniel Hope’s debut recital Saturday night was an exemplary Summer Festival guest performance: virtuosic in expression, fresh in programming, and winning in the guidance of an Academy ensemble. The unforgettable first half of this concert consisted of a variety of works for unaccompanied violin, all played with power, presence, and astonishing control of sound, tone, and tuning. The second half brought to the stage an ensemble of 15 fellows and three faculty members for a performance of contemporary composer Max Richter’s “recomposition” of Vivaldi’s The Four Seasons violin concertos, a work premiered by Hope in 2012.
The evening began with an unprogrammed segue to Passacaglia by Heinrich Ignaz Franz von Biber, composed by his late-17th-century contemporary Johann Paul von Westhoff. Imitation of Bells was a mesmerizing experience, a melody-less sequence of rhythmic arpeggios affected by the steady rocking of the bow over all strings. The resulting block of sound was at once static and dynamic, undulating on the surface while gradually transforming harmonically. Von Biber’s Passacaglia, which followed without pause, is another work at once simple and complex. A slow-walking descent of four repeated notes (think “Sing Christmas Bells”) forms the unvarying backbone of this solo violin showpiece, with all the interest invested in imaginative variation, ornamentation, and fill-ins. Hope captured the improvisational character of Passacaglia, and proved that our favorite rock and jazz solos, inventions often built over just such simple vamps, are at root nothing new.
The jaw-dropping event of the evening, however, followed next, with two modern masterpieces that combined broad tonal language with advanced techniques. Hope joked that Alfred Schnittke’s A Paganini pays homage to the legendary violinist and composer by running his Caprices through a blender. The Soviet and Russian composer, who made his living writing film scores, was fascinated by electronic effects, and Hope’s rendition was tastefully enhanced by the live manipulations of English sound artist Chris Ekers. Erwin Schulhoff’s Sonata for Solo Violin unfolds in four short movements, and evinces folk fiddle influences. Hope gave a touching introduction that honored the Czech composer whose life was cut tragically short during World War II.
Max Richter allegedly wrote Recomposed: Vivaldi’s ‘The Four Seasons’ not merely in homage to the composer, but also in revolt to nauseating habituation that employs the original as elevator and dental office muzak. The meta-dimension is extremely effective for awakening the listener: hooking the ear with familiar fragments of melody or orchestral ostinato, only to launch into the unknown (and frequently unresolved), as if a familiar highway had been magically rerouted overnight. The fine ensemble was augmented with harpsichordist Chien-Lin Lu and harpist Ruriko Terada, as well as faculty members Jorja Fleezanis (violin), Alan Stepansky (cello), and Nico Abondolo (double bass).

By Joseph Miller

Sanfte Töne in der Festspielscheune
Nordkurier (de), 01.06.2014

Katja Riemanns Trick mit der sonoren Stimme
Ulrichshusen

Schauspielerin Katja Riemann kennen die Zuschauer aus unzähligen deutschen Filmen. Sie gilt oft als die kühle Norddeutsche. In der Festspielscheune Ulrichshusen zeigte sie sich ziemlich locker und brachte rund 1000 Gästen Johann Wolfgang von Goethe nahe. Die 50-Jährige mag Experimente. Deshalb stellte sie sich mit Violinist Daniel Hope auf eine Bühne. Der Abend im Überblick:

Katja Riemanns Rolle

In einem orientalischen roten Kleid mit goldenen Ornamenten tritt die Schauspielerin auf und macht gleich das Motto klar: Der Osten trifft den Westen. Dazu hat sie die Haare zu Dreadlocks gedreht und mit einem Tuch hochgesteckt. Diese Äußerlichkeiten bleiben die einzigen Rollen, Fassaden, Schauspielereien, die sie an den Tag legt. Ansonsten ist sie einfach Katja Riemann pur mit einer unglaublich verführerischen, leicht rauchigen, sonoren Stimme. Ganz reduziert liest sie Auszüge aus Johann Wolfgang von Goethes Gedichtsammlungen „West-östlicher Divan“ und „Chinesisch-deutsche Jahres- und Tageszeiten“. Dazu mischt sie Zeilen aus „Wilhelm Meisters Lehrjahre“, die von Mignon, einem knabenhaften und zugleich erotisch anziehenden Mädchen, vom „Land, wo die Zitronen blühen“ erzählen. Katja Riemanns Töne und Betonungen sitzen auf den Punkt.

Daniel Hopes Rolle

Hopes Klänge schmiegen sich an die Zeilen von Katja Riemann wie Karamell- oder Vanillesoße, die auf der Zunge zergeht. Diese weichen Noten verführen einen, sie rauben einem die Sinne. Man muss die Augen schließen, alles um sich herum ausschalten und nur noch die Ohren spitzen. Jeder Ton ist ganz sanft und teils behutsam in die Länge gezogen, um den Genießer ja nicht zu erschrecken. Wie Daniel Hope das schafft? Er hat eine ganz spezielle Art, seine Geige zu spielen. Er zupft sie, während er sie zugleich mit dem Bogen streichelt. Faszinierend, welche schönen, nachdenklichen Melodien er fabriziert.

Thema des Abends

Wie sich Literatur mit Musik verbindet, bildet der Osten mit dem Westen eine Einheit. Doch das Programm von Riemann und Hope ist viel tiefgründiger angelegt. Es geht auch um den Blick über den Tellerrand. Darum, dass sich Völker und Menschen ohne Hass vereinen. Das Thema könnte also kaum aktueller gewählt sein.

Zelebriert wird die Vereinigung verschiedener Kulturen auf der Bühne: Katja Riemann, im niedersächsischen Kirchweyhe geboren. Daniel Hope, im südafrikanischen Durban auf die Welt gekommen. Und es kommen Sitar-Spieler Gaurav Mazumdar und Tambura-Spieler Shahbaz Hussain Khan aus Indien und Pakistan dazu. Welch bunter Schmelztiegel, der zeigt, dass Herkunft, Religion, Weltanschauung, Alter völlig egal sind.

Schönster Satz des Abends

Zwar spricht ihn Katja Riemann, aber er stammt von Goethe: „Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein, die alsbald zur Anerkennung führt. Denn nur Dulden heißt beleidigen.“

von Marcel Auermann

Hommage à Daniel Hope
Badische Zeitung (de), 01.05.2014

Freiburger Albert-Konzert mit dem britischen Geiger.

Einer wie er darf das. Bei vielen anderen würde man die Nase rümpfen, wenn sie nach Mendelssohn und Grieg als Zugabe mit Gershwin daherkämen. Und dann noch einmal mit Schubert – “An die Musik”. Doch wenn Daniel Hope “I got Rhythm” und “Summertime” sinnlich macht, wenn er mit den Versen des Schubert-Freundes Franz von Schober “Du holde Kunst” auf der Geige anstimmt, so schlicht, so ergeben, fühlt man sich tatsächlich “in eine bessre Welt entrückt”.

Daniel Hope ist ein Nonkonformist unter den Stargeigern der Gegenwart. Das Programm, die “Hommage à Joseph Joachim”, mit der er und sein Klavierpartner Sebastian Knauer beim Freiburger Albert-Konzert im Konzertsaal der Musikhochschule aufwarten, kündet von solcher Eigenwilligkeit. Und einer schier grenzenlosen Lust am Musizieren um des Spielens willen. Der südafrikanisch-britische Geiger mit irisch-deutsch-jüdischen Wurzeln ist das Musterbeispiel eines Kosmopoliten, den seine Begabung, Vielseitigkeit und Neugier immer wieder durch die Musikgeschichte und -gegenwart mäandern lassen; ohne dass dabei der Eindruck lästiger Crossover-Moden entstünde.

Mit feuriger Leidenschaft

Natürlich, das Programm um den nach Paganini zweitberühmtesten Violinvirtuosen des 19. Jahrhunderts wäre in seiner gewollten Kleinteiligkeit besser im Ambiente eines musikalischen Salons im Stil dieser Epoche aufgehoben. Hope und Knauer fangen das Manko aber nach der Pause mit dem Duktus eines Gesprächskonzerts ab, und so begreift der Zuhörer die Aura dieses großen Geigers Joachim, die nahezu alle gefangen nahm – von Mendelssohn, Clara Schumann über Brahms bis etwa Grieg. Mit dessen c-Moll-Sonate op. 45 steuern das Duo Hope/Knauer einen emotionalen Höhepunkt zum Ende seines Abends an. Die feurige Leidenschaftlichkeit ihres Spiels ist von solcher Unmittelbarkeit, dass man von Griegs folkloristischer Natur-Naivität (mit Anklängen an das Finale von “Peer Gynt” im langsamen Satz) einfach gefesselt werden muss.

Die Miniaturen an diesem Abend, Clara Schumanns Des-Dur Romanze, die Hope-Bearbeitungen von Mendelssohn-Liedern (im Stil der Zeit) oder Joachims sich zur freien Fantasie emporschwingende B-Dur-Romanze wirken im Vergleich dazu wie intime Hausmusik-Piècen. Und bei aller Spannungsgeladenheit in Brahms’ Scherzo der “F.A.E.-Sonate” – Höhepunkt ist sicher dessen G-Dur-Sonate. Von den Pianissimo-Momenten (Ende erster Satz), überhaupt von den dynamischen Kontrasten dieser herb-süßen Interpretation wird man noch lange träumen. Hopes sensibler, in warmem Vibrato aufblühender, aber nie steriler Ton, der auch selbstlos hinter das Klavier zurücktritt, verbindet sich mit diesem zu höchster kammermusikalischer Einheit. Da lässt sich sogar das erfahrene Albert-Publikum mal zum Zwischenapplaus hinreißen. Eine Hommage à Hope…

von Alexander Dick

Ein Konzert-Abend der Extraklasse mit Star-Geiger Daniel Hope in Erfurt
Thüringer Allgemeine (de), 04.04.2014

Erfurt. Der Geiger Daniel Hope verzauberte das Publikum am Ostersonntag im Theater in Erfurt.

Zwei musikalische Sternstunden bescherten die Thüringer Bachwochen am Ostersonntag dem Publikum in der Erfurter Oper. Zu Gast waren der britische Geigenvirtuose Daniel Hope und das Orchester L’arte del mondo. Daniel Hope, Brite mit südafrikanischen Wurzeln, begnadeter Musiker, ist dekoriert mit zahllosen Preisen und weltweit als Solist gefragt.

“Wir haben über viele Jahre versucht, ihn hierher zu holen, es hat terminlich nie geklappt”, sagte Christoph Drescher, einer der Organisatoren des Thüringer Musikfestivals. Umso schöner, dass es nun ein Ostergeschenk wurde. Mit einem Programm der Meisterklasse, das mit Bachs Doppelkonzert für zwei Violinen in d-Moll, gespielt von Daniel Hope und Andrea Keller, begann und hundertfach Emotionen weckte. Ebenso wie Hopes Interpretation von “Fratres”, der Komposition des estnischen Komponisten Arvo Pärt.

Hopes Spiel ist eine Entdeckungsreise und eine Offenbarung, ebenso sein Mienenspiel. Schmunzeln, Trotz, Fragen, Verzückung und Vergnügen spiegeln sich, während er die Geige spielt, mit seinen Musikerkollegen kommuniziert und die Noten auf seinem iPade-Pult im Blick hat.

Es sei, sagte Daniel Hope, eine große Freude und Ehre für ihn und seine Freunde, bei einem so tollen Festival spielen zu dürfen.

Ein Werk, das inzwischen international Furore machte, war im zweiten Teil des Abends zu erleben: “Vivaldi recomposed”. “Die vier Jahreszeiten” in heutigem Gewand stammen aus der Feder des deutsch-britischen Komponisten Max Richter, er schuf sie eigens für Daniel Hope.

Inzwischen hat Hope die neue Fassung mit L’arte del mondo auf der ganzen Welt gespielt und damit eine völlig neue Welt für sich geöffnet. Auch den Musikpreis Echo gab es dafür.

Hopes Vergnügen an seinem Erfurt-Auftritt war auch das des Publikums, es war ein Abend mit angehaltenem Atem und Beifallsstürmen, der in minutenlangen stehenden Ovationen endete. Ein Abend aus einem Guss. Und mit einem Orchester, das dem berühmten Solisten in nichts nachstand.

Birgit Kummer

Daniel Hope in Erfurt: Der Homo ludens mit der Teufelsgeige
Ostthüringer Zeitung (de), 03.04.2014

Erfurt. Ein Teufelsgeiger, der dem Homo ludens in sich einen breiten Raum gibt – das ist der Brite Daniel Hope: ausgestattet mit ins Artistische weisenden spieltechnischen Voraussetzungen, kann er seine Interpretationen allein auf formidablem Temperament aufbauen und das Tempo derart exakt forcieren, dass dem Hörer der Atem stehen bleibt.

Dieser Daniel Hope war mit seinem ganz auf ihn fixierten Kammerorchester “L’arte del mondo” bei den Thüringer Bachwochen im Erfurter Theater zu Gast und begeisterte mit seinem unkonventionellen Zugang zur Musik. Im Zentrum stand “Recomposed: Vivaldi’s Four seasons” von Max Richter. Wie ein Koreferat ist es zu erleben – ohne die Absicht, irgendwie in Konkurrenz zu treten mit dem weitverbreiteten Original.

Die altbekannten Themen wurden durcheinander gewirbelt, in neue Zusammenhänge gestellt, doch blieb der Charakter der originalen Sätze erhalten. Die Kunst des Zusammenspiels erreichte hier einsame Spitze, besser kann gemeinsames, vom Stil her empfundenes Musizieren nicht abgestimmt sein.

Und dann der große, alte Meister Bach: mit dem Doppelkonzert für zwei Violinen d-Moll (die Solisten Daniel Hope und Andrea Keller) und dem Violinkonzert a-Moll (Daniel Hope) stand er auf einmal mitten unter uns. Unser Zeitgenosse schien er geworden zu sein, mit all seinen Ecken und Kanten dem Tempo der Neuzeit verpflichtet und dem kurzen Atem heutiger Lebensweise. Nicht wir wurden zu ihm geführt, er kam zu uns und der Effekt durch die an unserer Zeit orientierte Spielpraxis war ungleich stärker als sonst.

Irritationen gab es dann mit “Fratres” von Arvo Pärt und “Imitazione della campana” für Solovioline von Johann Paul von Westhoff (sensibel bearbeitet für Streicher von Christian Badzura). Ohne Pause in einander übergehend, war die Übersicht bald verloren, da sich die beiden koloristisch durchdrungenen Werke in Machart, solistischer Spieltechnik und Orchesterfarben wie ein Ei dem anderen glichen.

Hans-Jürgen Thiers

Korngold Piano Quintet gleams in Chamber Music Society program
New York Classical Review (en), 02.04.2014

Strict chronological programming, as the Chamber Music Society of Lincoln Center have done in their 45th season, is a tricky business. There is a risk of concerts becoming “one-note,” and the restriction leaves artists in something of a bind as far as coming up with creative, intelligent and challengingly contrasted programs.

“Destination America,” the title of CMS’s Sunday evening program imposed a didactic tone on a concert that needed none. The works presented, quite apart from making any revealing statement about America’s musical culture or influence, showcased four remarkable composers who, despite having close biographical dates, brought from their differing backgrounds and experiences a startlingly diverse range of musical expression.

Violinist Daniel Hope curated the program, and picked a virtuosic piece to close out the first half with Prokofiev’s Violin Sonata in D-major. Originally for flute and piano, the composer prepared this arrangement for the legendary David Oistrakh, and it has been cherished by violinists since. We hear both the lyricism and the chirping of a flute, but with the hard, gritty edge that Prokofiev often brought to his writing for the violin, as in the two concerti and the solo sonata. Hope played the sonata brightly, but not gently, while Wu Han kept an aptly heavy foot on the sustaining pedal, giving a fleshy, stewing feel to the music.

Charles Ives had a bite-sized role in the program, in his ephemeral Largo for violin, clarinet and piano. It is an intimate piece, but despite its brevity and small scale there is a charge running through its searching lines, underlined with tender grace by Hope, Han, and clarinetist Romie de Guise-Langlois.

De Guise-Langlois provided some sensational playing in the performance in Bartók’s Contrasts. The composer wrote the piece with Benny Goodman in mind, and the result is a spectacularly taxing, occasionally jazz-infused clarinet part. De Guise-Langlois tackled the piece with confidence, virtuosity, and sensitivity. She brought charming humor to the first movement’s limping theme every time it resurfaced, and was matched with tugging sorrow from Hope.

Eyes glued to each other, the trio were completely open to each other in the wandering, empty Pihenő, which featured limpid, spacious playing from pianist Gloria Chien. Hope switched violins for the scordatura opening of Sebes, the ferocious, spirited finale. Even in the midst of the movement’s fury, the players managed to find fierce joy in the music.

Korngold’s Piano Quintet in E major anchored the program, with the additions of violinist Yura Lee and violist Paul Neubauer. Anyone curmudgeonly enough to write off Korngold as a “mere” film scorer would surely have been convinced by this piece, rich and big-hearted in its writing, but complex and truthful in its expression.

The first movement opens with a grand sweep but quickly morphs into discrete individual lines, no less warm for their searching loneliness. The five musicians dug into the stomping finale with heft that transformed into shining energy, forcing rapt attention to the movement’s skittering figures.

The highlight, though, both of the quintet and of the whole program, was the second movement. Based on the composer’s own song Mond, so gehst du weider auf, it is a smoky, summery adagio, and the group’s rapt and focused playing conveyed the intense, aching emotion in Korngold’s lyricism. The music has at once the souped-up texture of Hollywood writing and the sincere individuality of Korngold’s contemporaries, combining free, modernist tonality with a romantic sonority. The strings pined their way through the emotive lines while Chien seemed to pluck the piano like a harp.

Eric C. Simpson

Destination America @ Chamber Music Society
Oberon's Grove (en), 01.04.2014

by Philip Gardner

Sunday April 6th, 2014 – Works by 20th century composers who were American either by birth or by embrace provided an intriguing programme at Alice Tully Hall today in this Chamber Music Society of Lincoln Center presentation. With a level of artistry seemingly beyond compare, seven unique musicians joined forces to the delight of the Society’s dedicated audience.

I’m still on a Bartók high from Peter Serkin’s playing of the composer’s third piano concerto with the NY Philharmonic last week, so today’s CMS concert presented an welcome opportunity to experience the composer’s CONTRASTS.  This was followed by works of Ives, Prokofiev and Korngold. The violinist Daniel Hope played in all four works this evening, and what a gift to music this British gentleman is.

The celebrated clarinetist Benny Goodman and violinist Joseph Szigeti commissioned Bela Bartók for a work, asking for a two-movement piece. It eventually evolved into the currently-known three-movement setting, entitled CONTRASTS, which Szigeti, Goodman and Bartók first performed together at Carnegie Hall on April 21st, 1940. The work opens with a Verbunkos, which was a recruiting dance executed by a members of the Hussar regiments to entice young Hungarian boys into joining the military. The Sebes (the last movement) is a fast dance that the boys improvise before signing up. Sandwiched between these dances is the Lento middle movement, mysterious and somewhat nightmarish.

Mr. Hope’s playing, which ranged from frantic virtuosity to moments of spine-tingling pianissimo subtlety, was matched by the superb ‘singing’ of Romie DeGuise-Langlois’s clarinet. Their musical rapport was instantaneous, and the pianist Gloria Chien’s rhythmic and coloristic vitality made for a very exciting presentation of this trio.

Charles Ives’ LARGO began its musical life as a violin/piano duet; the composer later made another arrangement, adding a clarinet. Mr. Hope and Ms. DeGuise-Langlois returned for this rarity, joined by Wu Han at the piano. Here the violinist displayed ravishing control, his final note suspended on the air for what seemed an eternity: just remarkable! Ms. DeGuise-Langlois’s playing is mellow and true, and Wu Han’s gift for sustained delicacy combined with her colleagues to hold the audience in rapt attention.

Prokofiev’s violin sonata in D-Major – the most familiar work on today’s programme – plays in four movements:
I.    Moderato
II.    Scherzo. Presto
III.    Andante
IV.    Allegro con brio

Mr. Hope and Wu Han gave a performance nothing short of ideal. In this sonata we experience a sonic panorama of everything that makes Prokofiev such a fascinating composer: evocative lyricism with a modern nuance, dazzling and often jagged stretches of virtuosity, infectious dance rhythms, moments of pensive calm and – most delicious of all – a dash of wit. This is music that can give you a smile one moment and move your soul the next. Mr. Hope and Wu Han established such a lovely and mutually cordial dialogue, alert to every colour in the composer’s dazzling palette.  Their spontaneous embrace as the audience lavished them with sustained applause marked the special unity of their very impressive collaboration.

The concert ended with Korngold’s luminous piano quintet in E-major, the earliest-written work on the programme. No other composer I know of can evoke the sense of sehnsucht (‘longing’) like Erich Korngold, even when we are not sure exactly what we are longing for. The gorgeous, yearning melodies pass from voice to voice, with a kind of fragmented sentimentality one might experience while leafing thru an album of pictures from some nearly-forgotten time of past happiness and regret.

In the 1920s, Erich Korngold was the most-performed operatic composer in German-speaking countries after Richard Strauss, thanks in part to the great success of DIE TOTE STADT which he completed in August 1920. The Piano Quintet in E major was composed a year later, and its richly romantic melodic style is redolent of the same perfume which intoxicates us when we hear Marietta’s lied from DIE TOTE STADT. After coming to America, Korngold became a beloved composer of film scores (winning two Academy Awards) and his music has a cinematic quality.

This evening’s playing of the quintet was – in a word – magical. Mr. Hope’s shining expressiveness set the tone, with those deluxe violists Yura Lee and Paul Neubauer at their most communicative and the wonderfully resonant sound of David Finckel’s cello giving the ensemble its emotional center. Gloria Chein’s playing had a luxuriant pliancy and again the rapport between these artists is just so moving to behold. I must mention one solo passage by Paul Neubauer which literally pierced my heart. As this melodious work drew to its end, the audience embraced the players with waves of warm applause.

I sometimes think I should go backstage to meet the artists after these concerts but really, what could I say except: “Thank you!…thank you for your uplifting artistry in these troubled times…a beacon of light in a darkening landscape.”

Today’s programme:
•    Bartók Contrasts for Violin, Clarinet, and Piano, Sz. 111, BB 116 (1938)
•    Ives Largo for Clarinet, Violin, and Piano (1934)
•    Prokofiev Sonata in D major for Violin and Piano, Op. 94a (1943, arr. 1944)
•    Korngold Quintet in E major for Piano, Two Violins, Viola, and Cello, Op. 15 (1921)

The evening’s participating artists:
•    Gloria Chien, piano
•    Wu Han, piano
•    Daniel Hope, violin
•    Yura Lee, violin
•    Paul Neubauer, viola
•    David Finckel, cello
•    Romie de Guise-Langlois, clarinet

Schnörkellos durch das Vivaldi Jahr
BT (de), 20.02.2014

Entspannte Virtuosität ohne Attitüde
schwäbische.de, 17.02.2014

Entspannte Virtuosität ohne Attitüde

Weingarten  Wie zu erwarten war das KuKo in Weingarten bis auf den letzten Platz gefüllt – Vivaldi zieht immer und wenn der Solist Daniel Hope heißt, dann ist schon die Vorfreude beachtlich. Das international zusammen gesetzte Kammerensemble (acht Violinen, zwei Bratschen, zwei Celli, ein Kontrabass, Cembalo und Laute/Theorbe) unter dem Konzertmeister Werner Ehrhardt begann mit Vivaldis Ouvertüre zur Oper L’Olimpiade, die sicher weniger bekannt ist, aber durch ihren musikalischen Schwung und ihre typische Tonfärbung sogleich in Vivaldis Welt entführte. Schon nach den ersten Takten musste man keine Sorge mehr haben, dass dieser Abend mit Barockmusik zu wenig Spannung haben könnte.

Danach zwei Zeitgenossen des Venezianers: das „Concerto a Quattro“ Nr. 1 f-moll des Neapolitaners Francesco Durante, das mit einem sehr getragenen Andante begann und auch sonst mit einer besonderen Tempi-Führung überraschte. Zum Vergleich dazu war das „Concerto a Quattro“ in D-Dur op. 5 Nr. 6 des aus Verona stammenden Evaristo Felice Dall’Abaco wieder sehr schwungvoll und tänzerisch angelegt; eine schöne Musik eines Komponisten, der durch den ihn fördernden Fürsten zunächst nach München und dann über Brüssel nach Frankreich kam.

Fröhliche Ausstrahlung
Nun – endlich! – der Star des Abends: Daniel Hope, zunächst mit Vivaldis „Konzert für Violine a-moll” op. 4, Nr. 4, zum Eingewöhnen vor der Pause. Hope, 1973 in Durban geboren, war bereits als Kind von Musik umgeben; seine Mutter arbeitete als Sekretärin von Yehudi Menuhin. Mit seinem rötlichen Haar und der athletischen Figur wirkt Hope jugendlich kraftvoll, dazu hat er eine konzentrierte und fröhliche Ausstrahlung. Kurzum ein natürliches Auftreten ohne Show und Attitüde. Höchst dynamisch und eindrucksvoll war schon das erste Konzert.

Hope hält Fäden in der Hand
Zu einem Klangerlebnis gerieten jedoch „Le quattro stagioni“ im zweiten Teil. Ob im Zwiegespräch zwischen Hope und Erstem Geiger (Werner Ehrhardt), mit dem kraftvollen Cembalo oder der sehr präsenten Laute, mal sehr gedehnt in „L’autunno“, mal fast dissonant zu Beginn von „L’Inverno“ – immer behielt Hope die musikalischen Fäden in der Hand und verknüpfte sie virtuos und beseelt.

Eine Überraschung
Die Zugaben wurden dann noch zu einer richtigen Überraschung. Daniel Hope, auf dessen ‘Notenständer’ ein Tablet stand, kündigte zwei Teile –Presto aus dem „Sommer“ und das Allegro non molto aus dem „Winter“ – aus der vor zwei Jahren entstandenen Komposition „Vivaldi recomposed“ des britischen Komponisten Max Richter (1966 in Deutschland geboren) an. Richter, der unter anderem bei Luciano Berio studierte und Kammermusik, Orchesterwerke sowie Filmmusik schreibt, bewahrt den Drive der Barockmusik, verschiebt nur leicht die Akzente, verdoppelt manches, hebt die oberen Töne heraus, klingt mal ein wenig nach Phil Glass, verändert aber nur wenig die Strukturen. Ein schöner musikalischer Joke, intelligent gemacht.

Elegant und heiter verabschiedete sich der Solist mit „Guten Abend, gute Nacht“, das er besonders einer alten anwesenden Freundin widmete, vom glücklichen Publikum.

Von Dorothee L. Schaefer



2013


Eine Lektion in Sachen Zeitgeschichte
Kurier (Österreich), 09.11.2013

Pogromnacht – Brandauer und Hope gedenken
Vor 75 Jahren brannten Synagogen, Geschäfte, Wohnungen, wurden Juden verhaftet, in den Selbstmord getrieben oder gleich ermordet. Der Beginn des Holocaust.

Viele Veranstaltungen beschäftigen sich dieser Tage mit den Novemberpogromen des Jahres 1938; eine besonders stimmige fand im Wiener Konzerthaus statt. Denn der Top-Geiger Daniel Hope und Schauspiel-Gigant Klaus Maria Brandauer waren angetreten, um unter dem Titel “Ich möchte glauben lernen” an die NS-Gräueltaten von 1938 zu erinnern.

Brandauer rezitierte Briefe und Texte des 1945 im Konzentrationslager ermordeten Theologen Dietrich Bonhoeffer; Daniel Hope spielte Werke von Ravel, Bach, Debussy, Penderecki und Schulhoff. Eine musikalisch-literarische Geschichtsstunde, die aufgrund ihrer Intimität und Intensität unter die Haut ging. Und so die Erinnerung wachhält.
Peter Jarolin

Daniel Hope als Wundertüte
Berner Zeitung, 24.10.2013

Eine Hommage an Mozart und ein Schattenwerk von Mendelssohn Bartholdy: Gestern Abend gastierte der Geiger Daniel Hope zum Saisonauftakt des Meisterzyklus im Kultur-Casino Bern.

Daniel Hope (40) ist nicht nur ein grosser Geiger, er hat auch ein grosses Herz für Leute, die den Klassikbetrieb mit seinen Ritualen etwas seltsam finden. Seine Bücher, die in schöner Regelmässigkeit erscheinen, tragen Titel wie «Wann darf ich klatschen?» oder «Toi, toi, toi! Pannen und Katastrophen in der Musik». Pannen, gar eine Katastrophe gabs gestern im Kultur-Casino nicht. Oder doch? Ausgerechnet im göttlich-fragilen Adagio von Mozarts 3. Violinkonzert KV 216 gab es den grössten Huster des Abends. Aber sonst lief alles in geordneten Bahnen. Mächtig viel Applaus gabs für den Geiger, der mit dem Zürcher Kammerorchester die Konzertreihe Meisterzyklus eröffnete. Hope, der Brite mit südafrikanischen Wurzeln, tat es als Solist und Orchesterleiter in Personalunion. Und er tat es als Interpret, der die Erwartungen unterläuft: Nicht das grosse e-Moll-Konzert von Felix Mendelssohn Bartholdy stand auf dem Programm – jenes Populärwerk also, mit dem Hope zuletzt Furore machte. Hope spielte vielmehr das d-Moll-Konzert, das Mendelssohn 13-jährig komponiert und später verworfen hatte.

Eleganz und Leichtigkeit
Zupackend, dialogisch verspielt klang das Werk in den Ecksätzen, und Hope bewies dabei seinen kommunikativen Geist. Aber der Brite zeigte auch, dass er zu Recht gerühmt wird für seine Eleganz und Leichtigkeit, für sein vibratoarmes Spiel. Feinste Seidentöne prägten den Mittelsatz. Und das nicht nur bei Mendelssohn Bartholdy, auch bei Mozarts Violinkonzert nach der Pause. Wenn da – eben – bloss der Huster nicht gewesen wäre. Was kann man überhaupt noch spielen nach Mozart? Dem Publikum, das die obligate Zugabe fordert, setzt Daniel Hope erstmal ein breites «Grüessech» entgegen – um danach das einzig plausible Angebot zu machen: Johann Sebastian Bach. Mit dem Finale aus dem Doppelkonzert für zwei Violinen endet das Konzert. Stargeiger Hope überlässt dem Konzertmeister des solid aufspielenden Zürcher Kammerorchesters den Part der 1. Geige. Das ist cool. Das Resultat, nun ja, ist aber nicht über alle Zweifel erhaben. Zwei Violinisten, zwei Temperamente. Der Zugaben-Bach wackelt gehörig. Eine Panne? Gar eine Katastrophe? Nein, vielmehr so charmant unperfekt wie der seltsame Klassikbetrieb viel zu selten daherkommt.
Oliver Meier

Wolferls Harmlosigkeiten, kräftig durchgeschüttelt
Tagesanzeiger, 24.10.2013

Zürich, Tonhalle – Mozart, das Wunderkind. Mozart, das Genie. Mozart, der Götterliebling. Fast alles, was er anfasste, wurde zu Gold – ästhetisch betrachtet. Aber eben nur fast. Denn nicht jeder einzelne Tropfen Tinte, den der Meister auf das edle Notenpapier goss, war ein Tropfen für die musikalische Ewigkeit. Mozart entliess nämlich manche seiner über 600 vermerkten Kompositionen gewissermassen en passant und für naheliegende Gelegenheiten aus seinem
Kopfe.

Auch die Sinfonie KV 114, die der damals 15-jährige «Wolferl» schrieb, gehört nicht unbedingt zu jenen Kompositionen, die den Weltruhm seines Schöpfers begründen halfen. Musikalische Artigkeiten voll Charme sind es meist, die hier erklingen. Für die Musiker des Zürcher Kammerorchesters jedoch kein Problem, sie schütteln die Harmlosigkeiten so lange aus, bis sie sich richtig frech zeigen. Die Temposchrauben sind durchwegs etwas stärker angezogen als gewöhnlich, die Artikulation ist gespannt und der Tonfall zupackend. Eine Musizierweise, die die Adrettheit der Sinfonie vergessen macht.

Flexible Artikulation ist eine Eigenheit, die unbedingt auch dem Violinisten Daniel Hope zuzuschreiben ist. In Felix Mendelssohns selten gespieltem dMoll-Violinkonzert (das dieser als 13-Jähriger schrieb) ist die Musik stets unter Höchstdruck, zugleich aber träumt sich Hope in Verzögerungen und Verspieltheiten, lässt die Töne blühen, nimmt mitunter deftigen Bogendruck und unterschlägt dabei doch kein Detail. Und auch Mozarts Violinkonzert KV 216 lässt der Brite mit seiner erfrischenden Spiellaune aufglühen: Erstaunlich aufmüpfig kommt etwa das Kopfthema daher, glasklar in der Linienführung und hinsichtlich der Satzstruktur wie ein offenes Buch, das mit immer neuen Wendungen überrascht. Da möchte man vor Mozart wieder in die Knie sinken.
Tom Hellat

Auf den Gipfeln des Brahms-Gebirges
Westfälische Nachrichten, 05.10.2013

Münster – Mit einer Besteigung des Mount Everest verglich Geigenvirtuose Daniel Hope sein Konzertprogramm der drei Violinsonaten von Johannes Brahms. Aber zum Glück musste Hope im H 1 nicht alleine klettern: Sein Partner im Hochgebirge romantischer Kammermusik war der famose Pianist Sebastian Knauer. Und dieses perfekt harmonierende Duo schaffte etwas Erstaunliches: eine Bergtour, bei der zumindest das Publikum nicht schwitzen musste.

Von Harald Suerland

Klug eröffneten sie den Abend, der trotz Giro-Verkehrsproblemen pünktlich begann, mit der „kleinen“ zweiten Sonate, bei der sich die Violinstimme fast unauffällig in den Klavierpart hineinschleicht. Das Motto ihrer Interpretation war damit vorgegeben: kein pathetisches Auftrumpfen, sondern britisch-hanseatisches Understatement. So durfte nach dem fabelhaft schlicht gesungenen Andante, dessen eingestreute Vivace-Wirbel perfekt abgestimmt waren, die Geige im Finalsatz geheimnisvoll raunen, während der Pianist bei geöffnetem Flügeldeckel die komplexen Strukturen des Brahms-Satzes durchleuchtete.

Den Gipfelpunkt des Schoneberg-Konzertes schien das Duo dann in den Rahmensätzen der viersätzigen d-Moll-Sonate erreicht zu haben. Hier spielten Hope und Knauer wie ein großes Orchester, das aber auch mit schattenhaften Passagen oder einem koboldigen Scherzo brillieren kann. Da konnte man sogar eine stärkere Portion satten Vibratos im Adagio-Satz goutieren.

Doch erst nach der Pause folgte der schönste freie Blick auf die Brahmsschen Gipfel. Im Kopfsatz der „Regenlied“-Sonate hört man bei Sebastian Knauer eben auch, was sich in den tieferen Regionen des Klavierparts abspielt, während Hope dazu versonnen und dezent seine Akzente setzt. Und von der spätsommerlichen Melancholie des Schlusssatzes mochte mancher Zuhörer gar nicht genug bekommen. Aber wie das eben so ist bei einer großen Bergtour und wie Hope es auch ankündigte: Bis auf ein kleines Schubert-Häppchen (passenderweise eine Lied-Transkription) passte da keine Zugabe mehr.

Daniel Hope durchdringt gotische Bögen
"Dolomiten", 07.09.2013

28. Meraner Musikwochen: Das Projekt „spheres“ an drei Abenden mit dem „artist in residence“ Daniel Hope voller Klangfarben und Dynamik

Ferruccio delle Cave

Meran . Mit seinem Projekt „spheres“ hat der britische Stargeiger Daniel Hope von Dienstagabend bis zur Matinee am heutigen Samstag Meran einen Tisch voller Überraschungen angerichtet, um am Ende in ganz eigene, unbekannte und unbegangene Musikwelten vorzudringen.

Ja, Daniel Hope ist beseelt von Musik und er verfügt über eine so beeindruckende Technik, dass ihm Denken und Spielen in einer Symbiose gleichsam aus seiner „Guarneri“ quillt, so um Mitternacht in Merans ältester, der gotischen Heilig-Geist-Kirche , die in fahles blaues Licht getüncht einem Geigen-Soloabend Hopes den Klangraum bot, in einem Programm, das fast ausschließlich hochvirtuose Solstücke bot aus der Feder von Erwin Schulhoff, Heinrich Ignaz Franz Biber, Krzysztof Penderecki, Alfred Schnittke und eben Bachs erstaunliche „Chaconne“ aus der zweiten Partita, selbst vollendete Architektur der Töne und Klänge.

Dienstagabend begann es mit vorbildlich interpretierter Kammermusik von Dvorák und Brahms und Mittwochabend im sog. „Nachtkonzert“ mit dem Deutschen Kammerorchester Berlin mit Musik von Max Richter , der 1966 in Deutschland geboren ist. Nach seinen Studien u. A. bei Luciano Berio in Florenz gründete Richter das „Ensemble Piano Circus“, das zeitgenössische Musik von Arvo Pärt, Brian Eno, Philip Glass und Steve Reich aufführt. Und eben die Harmonik der „Minimal-Music“ beflügelte Max Richter zu eigenen, vornehmlich Filmmusikkompositionen. In Meran wurde seine Ballettmusik „Infra“ aus dem Jahr 2010 von Mitgliedern des „Deutschen Kammerorchesters Berlin“ in Szene gesetzt. Am Klavier und am Laptop saß nicht Max Richter, der leider verhindert war, sondern seine Assistentin Kirsteen Davidson-Kelly. Max Richters „Infra“ zeichnet die Verbindung von Ambient-Samples, Minimal mit kammermusikalischer Instrumentierung aus. Der Komponist tritt da wahrlich als Meister des Zusammenspiels aus bewegten Bildern, Farben, Klängen und Gefühlen auf. Zwei Personen dargestellt wie auf einer Leuchtreklame entfernen einander. Den Kopf leicht gesenkt, gehen Mann und Frau getrennte Wege. Unter diesem Bild, so könnte behauptet werden, liegt weit mehr als das, was wir offensichtlich sehen. Die lateinische Präposition „Infra“ „unterhalb“ gab die musikalische Bewegung vor.

Am Anfang stand eine Ballettaufführung des „Royal Balletts“ in London. Richter sollte dazus den Soundtrack schreiben. Das Ergebnis waren acht Stücke, die ein kleines Orchester mit zwei Celli, Bratsche, zwei Geigen und Klavier vorsehen. Verrauschte Elektronikanleihen weben im Hintergrund den Klangteppich. Sie alle tragen den Namen „Infra“ und sind lediglich in ihrem Klang, ihrer Atmosphäre und der Durchnummerierung von „1“ – „8“ voneinander unterschiedlich. Die Videoinstallation von Julian Opie wurde im Hintergrund auf Leinwand projiziert, eine Bewegung, ja eine Reise durch mehrere Bewusstseinssphären, die alltägliche Szenen vom Leben auf den Straßen unserer Städte zeigen. Wir erlebten eine Folge anmutiger Klangcollagen auf rauschenden und wabernden Synthesizern, die das bewegliche Figurenband im Minimal-Ductus kommentierte.

Nach der Pause ergriff Daniel Hope selbst die Leitung und spielte den Solopart in Max Richters „Rekomposition“ von Vivaldis berühmten „Vier Jahreszeiten“. Die 20 Streicher, alle elektrisch verstärkt, gaben den Hintergrund. Neu komponiert sind die bekannte Themen und Motive aus Vivaldis Vierteiler, deren Kennmelodien freilich von der Solovioline wie an einem roten Faden festgezurrt gleichsam als Erkennungsmarke dem „Concertino“ vorangestellt sind. An Transkriptionen der „Vier Jahreszeiten“ haben die „Meraner Musikwochen“ schon manche erlebt, etwa die vordergründige Bearbeitung Nigel Kennedys oder die Originalversion mit Piazzola-Klängen von Gidon Kremer mit der „Kremerata Baltica“. Richters Versuch, dem überstrapazierten Werk neues Leben einzuhauchen, ist der gewagteste. In einem Mix aus Postmoderne, elektronischer Musik und experimenteller Tonsetzung hat Richter die Original-Partitur genau studiert und mit Reihen von Sechzehntel-Noten und Arpeggien angereichert, voller Klangfarben und Dynamik, die Daniel Hope seinen Soloeinlagen entlockte.

Dann Donnerstagabend im Kurhaus wieder mit dem Deutschen Kammerorchester Berlin und dem Rundfunkchor Berlin unter der Leitung von Simon Halsey ein Programm, das neben dem qualitativen Höhepunkt, Arvo Pärts „Fratres“ für Sologeige, Streicher und Schlagwerk, eine ganze Reihe sehr divergenter Stücke von Ludovico Einaudi, Philipp Glass, Morten Lauridsen, Michael Nyman und dem Enkel Sergej Prokofjevs, Gabriel Prokofjev in einem nie enden wollenden Sphärenklang vorsah, die zuweilen fast zu klangschön daherkamen, aber die Suggestion himmlischer Töne nachvollziehbar werden ließ.

Violinist Daniel Hope beim Rheingau Musik Festival in der Basilika von Kloster Eberbach
Wiesbadener Kurier, 29.08.2013

Mit der spritzigen Interpretation von Mozarts Divertimento in D-Dur (KV 136) eröffneten die Instrumentalisten des Streicherensembles „l’arte del mondo“ beim Rheingau Musik Festival in der Basilika von Kloster Eberbach einen Abend mit populären barocken Violinkonzerten. Solist des Abends war der international renommierte Geiger Daniel Hope, der sich auch als Fernsehmoderator und Buchautor einen Namen gemacht hat.
Dieser umtriebige Künstler ist unter seinesgleichen ein Ausnahmefall – schon der erste Auftritt verrät Spontaneität, Musikantentum und hinreißende Laune und Freude am Spiel. Kaum auf dem Podium angekommen, ergreift er seine kostbare Geige aus der Werkstatt Guarneri del Gesús und entlockt dem Instrument in Antonio Vivaldis Konzert für zwei Violinen in a-Moll seidige, in den Höhenlagen blühende Töne.

In gleicher exzellenter Form präsentiert sich auch die zweite Geigerin Andrea Keller, deren Namen das Programm leider verschweigt. Die kleinen Figuren der Ecksätze erklingen in makelloser Tonreinheit, erlesenen Wohllaut atmet das Larghetto.

Überzeugende Kontur

Von gleicher überzeugender Kontur auch die Interpretation beider Künstler bei Bachs Konzert für zwei Violinen in d-Moll (BWV 1043), temperamentvoll und straff strukturiert im Vivace, besinnlicher zugreifend im Largo, wird das beschließende Allegro zu einem intensiv und drängend ausformulierten Finale. In Bachs Violinkonzert in a-Moll (BWV 1041) und Vivaldis Konzert in g-Moll „Der Sommer“ hatte Daniel Hope die Möglichkeit, sein meisterliches Können zu demonstrieren. Überzeugte bei Bach die feingliedrige, sich zwischen kraftvollem Strich und wunderschön modelliertem Klang ergehende Interpretation, so konnte man an der stimmungsvoll ausgebreiteten Szenerie des „Sommers“ seine Freude haben. Die Akzente der „Stimmen der Natur“ wurden sensibel gesetzt.

Nach dem von überbordendem Temperament bestimmten, hinreißend gespielten Prestosatz erhob sich in der sehr gut besuchten Basilika ein Sturm der Begeisterung.

Bristol Proms: The Four Seasons Recomposed
classical-music.com, 01.08.2013

Violinist Daniel Hope performs Vivaldi with a Twist When Paganini performed at Bristol Old Vic back in 1831, he hot-footed it out of the theatre to nearby Bath straight afterwards, so the story goes. Fast-forward to 2013, and visiting violin virtuosos act somewhat differently. After his appearance on the Old Vic stage last night, Daniel Hope headed straight for the theatre bar. The audience was invited to join him to chat – just one of many warm and friendly gestures throughout the evening’s concert.

The centrepiece of Hope’s Bristol Prom, the third in this new summer concert series, was Max Richter’s The Four Seasons Recomposed. It’s a reworking of Vivaldi’s famous violin concerto original, written as a way of re-engaging with this over-familiar music, heard now so often in lifts, as phone on-hold music and in TV adverts. Richter plays with Vivaldi’s music in all sorts of ear-opening ways: changing rhythmic accents, looping tiny fragments, placing melodies in strange new landscapes. And for this exhilarating and gutsy performance from Hope and the Royal Philharmonic Concert Orchestra – which left one or two people quite literally gasping at the end of movements, not to mention cheering and clapping – there was a twist.

A video animation controlled by the players appeared on screen behind the orchestra. Various musicians were miked up, with the computer software translating the sounds they made into the events we saw. In the slow movement, for instance, Hope’s solo violin line seemed to breathe life into a fire burning in the ruins of a house. This animated world drew on the images described in the sonnets that inspired and were published with Vivaldi’s Concertos – watching it was rather like stepping into a particularly uneventful video game, in which the rippling of cornfields became a major occurrence. But in its hypnotic way, Play Nicely’s visual experiment provided an interesting foil to the music.

Vivaldi also opened the concert, with a heartfelt performance of the Concerto for two violins in A minor, RV 522 from Hope and Patrick Savage. With an acoustic designed for speech rather than music, the sound in the Bristol Old Vic auditorium is very dry. But, although it must be hard work for the musicians, it somehow increased the intimacy and honesty of the performance, drawing us into the inner workings of the sound. An atmospheric arrangement by Christian Badzura (Daniel Hope’s producer at Deutsche Grammophon) of Westhoff’s Imitazione delle Campane followed, a work full of string-crossing brilliance.

And then a wild-card item, Alan Ridout’s Ferdinand the Bull. Chosen because Vivaldi himself might have included a more theatrical item at this point in the evening, explained Hope, this charming piece for narrator and solo violin is in fact full of the same pictorial brilliance as Vivaldi – we hear a nagging mother cow, fighting bulls, an angry bee. Hope performed both parts with aplomb. There were giggles at the start on hearing a musician acting, but soon the laughter was for the gentle good humour of the story of Ferdinand, a serene bull who just wants to sit under a tree and smell the flowers.

By Rebecca Franks

Britten Violin Concerto performed at Aspen Music Festival
Aspen Times, 16.07.2013

http://www.aspentimes.com/news/7329056-113/denk-music-piano-aspen

“Violinist Daniel Hope delivered a soulful, musically complex and vivid performance, referencing the cries from the gut of flamenco that are in the heart of the music. Especially in the soft, sobbing final pages, he drew magnificently expressive sounds from his instrument.”

Daniel Hope gives new life to composer’s updated Vivaldi
Chicago Classical Review, 24.06.2013

Sunday evening at Ravinia featured several new faces, with violinist Daniel Hope, conductor Tito Muñoz, and the Chicago Philharmonic all making their festival debuts in Highland Park.

The program featured three pieces by J.S. Bach, Arvo Pärt and Max Richter that illuminated one another by offering different views: the past, the present, and a contemporary fusion of the two.

The Four Seasons Recomposed was the clear high point of the evening. Composer Max Richter chose to retool Vivaldi’s masterwork in an attempt, said the British composer, “to rediscover it for myself and fall in love with it again, and to do that by charting a new route through Vivaldi’s landscape.”

Richter maintained the soul of Vivaldi’s pieces, while reworking them in a contemporary minimalist style. From the first measure of Spring it was clear that this was going to be a unique musical journey. The well-known, jubilant opening theme from Spring, familiar from cartoons to grocery stores, was stripped down to its basic motives and thrown into a seemingly timeless loop—still recognizable, but viewed from a completely new angle.

The slow movement in Winter was particularly striking. Richter took the gentle, comfortable central movement and put it in another cosmos with harmonics and cluster chords in the orchestra as the backdrop to the rhythmically free arrangement of the singing line.

In the final stormy movement of Summer, Richter maintained a great deal of the original material, his most prominent adjustment being a rhythmic one. By adding offbeat accents he created a more modern dance feel, breathing new life into the familiar.

Richter composed the piece for Hope, which was clear through the violinist’s rock-solid performance. He had clearly spent much time thinking about the material and was having fun with the music. Hope displayed dazzling virtuosity with a brilliant tone that had no difficulty projecting through the large space. There were passing moments when it felt like the Philharmonic was coming unraveled in the burst of fractured rhythms, but Muñoz kept them together and overall they performed well.

Hope was also heard in Arvo Pärt’s Fratres. The Estonian composer wrote the work in 1977, and throughout his career arranged Fratres. for different instrumental combinations. The incarnation performed Sunday was for violin, strings and percussion.

The wild introduction for solo violin consists of arpeggiated four-note chords over the four strings in a monumental crescendo that lasts almost a minute. The remainder of the piece offers repetitions of a solemn hymn theme representing the eight Office Hours devoted to prayers and psalm singing.

Hope performed with conviction, musicality, and understanding. His interpretation unfolded as a grand arch that linked the piece together, with each repetition building off the one preceding it in a clear direction. The conclusion with the violin playing in false harmonics, proved the highlight of Hope’s reading. Muñoz and the Philharmonic provided sensitive support, creating a pensive haze for the solo violin to ruminate within. The low strings provided a solid, consistent open-fifth drone and the rest of the ensemble played the slowly shifting harmonies with great balance and varied colors.

The evening got off to an uneven start with the Bach’s Brandenburg Concerto No. 3. The playing of the Chicago Philharmonic under Muñoz was mostly accurate and precise, with harpsichordist David Schrader performing the second movement solo with great sensitivity.

Still, the performance felt cautious, lacking the driving forward motion that is inherent to Bach. The Brandenburg rendering was also bound by acoustical issues, with the small baroque ensemble not projecting sufficiently in the large outdoor venue.

By Tim Christiansen

Musik – von Natur und Film angeregt
SVZ Schweriner Volkszeitung , 22.06.2013

Festspielpreisträger um Daniel Hope musizieren mit Absolventen der Carnegie Hall Academy

SCHWERIN Die meisten Menschen sind „Augenmenschen“. Sie nehmen ihre Umwelt mit dem Gesichtssinn intensiver und nachdrücklicher wahr als mit dem Gehör. Sehen sie einen Film an, prägen sich die Bilder tiefer ins Gedächtnis ein als die Musik dazu. Dennoch gelangt Filmmusik gelegentlich bis in den Konzertsaal, um dort befreit von allen Bildern nur mit den Ohren genossen zu werden.

Auch beim Carnegie Hall Projekt der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern am Donnerstagabend in der Schweriner Schelfkirche gab es eine solche Aufführung. Der amerikanische Komponist Nico Muhly (*1981) hat Teile seiner Musik zu dem Film „Der Vorleser“ nach dem Roman von Bernhard Schlink zu einer Suite für Kammerensemble verarbeitet.

Eine Gruppe junger Musiker, Absolventen von Carnegie Hall, Juilliard School und Weill Music Institute New York, führte die vierteilige Suite auf. Elegische Stücke, musikalische Stimmungsbeschreibungen ohne eigene Entwicklungen, losgelöst von szenischen Vorgängen, zu denen sie ursprünglich geschaffen wurden. Ihre fein strukturierten Klänge nahmen die Zuhörer gefangen, und wer den Film kannte, dem stiegen in der Erinnerung einzelne Bilder wieder vor das innere Auge.

Wie ein Gegenstück dazu stellten sich „Zwei Insektenstücke für Oboe und Klavier“ von Benjamin Britten aus dem Jahr 1935 dar. Der Oboist James Austin Smith und Jonathan Gilad am Flügel spielten „Grashüpfer“ und „Wespe“ mit herrlich zugespitztem Ausdruck. Doch nicht nur der bildhaft instrumentale Klang ließ die Insekten durch die Kirche hüpfen oder summen. Man sah sie den Musikern förmlich an: dem Oboisten mit den langen, abgeknickten Grashüpferbeinen und den weit aufgerissenen Augen, und dem mit Wespenbuckel vorgebeugten Pianisten, die Lippen wie zum saugenden Blutmahl gespitzt. Eine köstliche Übereinstimmung von Gestik und Klang auch ohne Filmbild.

Neben dem Solistenpreisträger der Festspiele Jonathan Gilad bereicherten noch die beiden Preisträger Josephine Knight und Daniel Hope das Ensemble. Die beiden Streicher spielten gemeinsam das Duo für Violine und Cello von Erwin Schulhoff, das verschiedene Möglichkeiten des Mit- und Gegeneinander der beiden Instrumente vorstellt und dabei die virtuosen Spielfertigkeiten der Musiker enorm herausfordert.

Daniel Hopes Violinpart hatte in der Zingaresca, einem Zigeunertanz, die
Qualitäten einer Paganini-Caprice. Ungeachtet dieses virtuosen Anspruchs spürte man die Innigkeit des Zusammenspiels der beiden Duopartner, die seit vielen Jahren regelmäßig miteinander arbeiten. Der gestische Zug, der aufeinander abgestimmte Klang, der aus gemeinsamer Empfindung sich entwickelnde Ausdruck formten eine fesselnde Aufführung. Abgerundet wurde das Programm durch die charaktervollen Sätze der Serenade für Streichtrio von Ernst von Dohnányi, aus dem als Zugabe das rasante Scherzo sogleich wiederholt werden musste.

Michael Baumgartl

Kammermusikalische Perlen bei Festspielen MV
OZ - Ostsee Zeitung, 22.06.2013

Konzerte des Carnegie-Hall-Projekts in Ahlbeck und Schwerin

Von Heinz-Jürgen Staszak und Ekkehard Ochs

Ahlbeck/Schwerin – Zum vierten Mal präsentiert Daniel Hope (38), künstlerischer Direktor der FestspieleMV, sein Carnegie-Brückenschlag-Projekt, indemer erfahrene und junge Kammermusiker aus NewYork mit solchen aus der Festspiel-Familie konzertieren lässt.

Diesmal schlugen Mittwoch in Ahlbeck, Donnerstag in Schwerin und Freitag in Parchim die New Yorker James Austin Smith (Oboe), Yonah Zur (Violine), Margaret Dyer (Viola) und Hamilton Berry (Cello) mit Daniel Hope (Violine), der Cellistin Josephine Knight und dem Pianisten Jonathan Gilad die Brücke zwischen New York und MV – mit einem jeweils variierten Programmgrundstock.

Dabei zeigte sich erneut, dass die Differenzen zwischen der amerikanischen Ostküstenkultur und der alteuropäischen Kultur auf dem Gebiet der klassischen Kammermusik kaum gravierend sind. Sokonnten beideGruppen, nach einer Einstudierungszeit im Grand Hotel Heiligendamm, Konzerte von eindrucksvoller Homogenität vorführen. Bereits in Ahlbecks Kirche war der künstlerische Gewinn des Projekts ablesbar: nicht eben gängige Besetzungen, Programme mit Neuigkeitswert und junge Interpreten von hohem Rang. So traten James Austin Smith mit Yonah Zur, Margaret Dyer und Hamilton Berry als Streichtrio den Beweis an, dass jenseits etablierter Gattungen Schätze zu entdecken sind. Etwa Beethovens frühes Streichtrio op. 9/2 oder Benjamin Brittens klangaparte „Phantasy“ op. 2.

Als ausdrucksstark erwies sich diese Besetzung im Quartetto Nr. 2 des Argentiniers Mario Davidovsky: atonal und bemerkenswert klangschön, geprägt von stringenter Dynamik und unüberhörbarer Musizierlust. Ernst von Dohnányis spätromantische, aber nie epigonal wirkende Serenade für Streichtrio op. 10 beschloss einen Abend, der mehr hielt als zu erwarten war.

In Schwerin trat an die Stelle von Davidovsky eine viersätzige Suite des New Yorkers Nico Muhly (32), zusammengestellt aus seiner Musik zum Film „Der Vorleser“, eine handzahme, neoromantische Musik. Gewichtiger war die Ersetzung des Beethoven-Trios durch das Duo für Violine und Violoncello von Erwin Schulhoff, den die Nazis, nachdem sie ihn als „entartet“ diskriminiert hatten, in einem ihrer Straflager umkommen ließen. DanielHopeundJosephine Knight gabendenkomplexen Strukturen dieses bedeutungsvollen Werkes eine disziplinierte Intensität und eine fassbare Durchsichtigkeit, und Hope bewies erneut, dass er alles, was ihm auf die Geige kommt, in unnachahmlicher Weise adelt.

Kammermusik im schönsten Sinne des Wortes!

Vivaldi totalement revisité
DNA – Culture , 20.06.2013

Xavier De Maistre et Daniel Hope

Autour de la virtuosité du harpiste Xavier de de Maistre et du violoniste Daniel Hope, le Festival de musique de Strasbourg a revisité le génie de Vivaldi.

Si le Conseil Général du Bas-Rhin est un partenaire habituel du festival de Strasbourg, le projet qui a abouti au concert de mardi revêt une dimension supplémentaire par la présence de jeunes apprentis musiciens dans le public.
De plus, le programme, centré autour de Vivaldi et de la harpe s’est révélé très pédagogique. L’ensemble baroque allemand Arte del Mondo débute le concert avec l’ouverture de l’0Iímpiade de Vivaldi. Dès les premières scansions, on perçoit les caractéristiques de l’ensemble : archets bondissants, sons piques, contrastes saisissants, engagement physique impressionnant pour une expressivité exacerbée.
Le harpiste Xavier de Maistre, premier harpiste français à avoir intégré le Philharmonique de Vienne, est tout aussi expressif. Qu’il entre en scène ou qu’il virevolte sur sa harpe, sa prestance a toujours quelque chose de chorégraphique. Il interprète des concertos de Vivaldi, dont « L’Hiver », et un concerto de Marcello. La délicatesse de la harpe n’est jamais couverte par l’orchestre qui, tantôt soutient, tantôt dialogue. Le tout révèle une entente musicale aboutie. Les mouvements lents sont splendides : suspendus, évanescents ou mystérieux, les musiciens explorent les limites entre sons et silence, pour des moments vraiment magiques.
Le harpiste interprète aussi en solo La Mandoline d’Elias Parish Alvars, surnommé “Le Liszt de la harpe” par Berlioz. ll est vrai que la pièce transcende les possibilités de la harpe dans un feu d’artifice et de virtuosité bluffant.

Programme postmoderne
En deuxième partie, les Quatre Saisons de Vivaldi recomposées par le’ compositeur post-minimaliste Max Richter étaient au programme. La musique de Vivaldi est donc traitée selon les procédés de la musique répétitive. À l’écoute, on pense à Philippe Glass, mais aussi Michael Nyman, musicien de film comme Richter…
De fait, les figuralismes de chants d’oiseau, de tonnerre, de vent d’hiver intéressent beaucoup cette recomposition. Ils sont ici répétés jusqu’à l’ivresse ou la frénésie selon la sensibilité.
Ailleurs, le compositeur joue avec des décalages rythmiques, des harmonies nouvelles ou des changements d’ambiance sans jamais perdre la référence à Vivaldi. Le public est donc placé dans une situation paradoxale : tout est nouveau et en même temps, tout est déjà connu. Un double bénéfice en quelque sorte ! Le plaisir est accru par l’interprétation magistrale du violoniste Daniel Hope et de l’orchestre.
Maîtrise technique, énergie rythmique haletante et poésie des couleurs instrumentales répondent avec brio aux exigences de la partition. Alors que traditionnellement, on applaudit après chaque Saison, le public fasciné laissera l’œuvre se dérouler intégralement (plus d’une une demi-heure de musique !), avant de saluer chaleureusement les artistes. En bis, exclusivement répétitive et pourtant baroque, la sonate de Westhoff achèvera de semer le trouble dans ce beau programme postmoderne.

GILLES TOUSSAINT

Besuch aus der ersten instrumentalen Liga
Rheinische Post Nr. 100 - Ausgabe Viersen, 30.04.2013

In der Viersener Festhalle war mit Daniel Hope ein weltbekannter Geiger zu Gast.

Viersen Das dürfte nicht oft vorkommen: Der Dirigent eines Kammerorchesters, der vom Konzertmeisterpult aus leitet, ist ein gefragter Sologeiger, und der Solist des Konzertes führt besagtes Orchester auch gelegentlich als
Konzertmeister.

So geschehen beim 4. Sinfoniekonzert in der wieder ausverkauften Festhalle. Der berühmte Geiger Daniel Hope, sein Kollege am ersten Pult, Gregory Ahss, und die „Camerata Salzburg” sind angesichts der geschilderten Konstellation eine im besten Sinne verschworene Musiziergemeinschaft – und das auf höchstem Niveau. Das von Bernhard Paumgartner 1952 gegründete Ensemble, dem Sándor Végh und Roger Norrington die entscheidenden Impulse gaben, spielt in der ersten instrumentalen Liga. Die exzellenten Streicher und die handverlesenen Bläser sind vermutlich für jeden Solisten wahre Traumpartner. Daniel Hope, sich wie immer werkdienlich und zurückhaltend integrierend, genoss die ihn vorbildlich tragenden, anschmiegsamen Klänge zunächst bei Felix Mendelssohn Bartholdy. Dessen im zarten Alter von 13 Jahren komponiertes d-Moll-Violinkonzert interpretierte der Künstler auf seiner traumhaft klingenden Guarneri del Gesù von 1742 mit festem, in den Ecksätzen sogar manchmal harschem Zugriff recht entromantisiert. Der letzte Satz, hoch virtuos und makellos gemeistert, erschien im Tempo gar ein wenig überzogen.
Der Höhepunkt des Abends erwartete die Zuhörer am Schluss: Wolfgang Amadeus Mozarts G-Dur-Violinkonzert KV 216. Hope verstand es, den unerschöpflichen Melodienreichtum und die kompositorische Vielfalt des 1775 in Salzburg entstandenen Werkes mit glutvoller Tonschönheit darzustellen und in nahtlosem Miteinander mit dem Orchester zu teilen. Im „Adagio”, das Mozart-Biograph Albert Einstein als „wie vom Himmel gefallen” beschrieb, gelang das Duett der Solovioline mit der 1. Oboe vollendet. Auch ohne Solist bestach die „Camerata”: Zum Auftakt des Programms in der fantasievoll gestalteten 6. Sinfonie F-Dur des 11-jährigen Mozart und nach der Pause in einer „Fantasia concertante nach einem Thema von Arcangelo Corelli” aus der Feder des Engländers Michael Tippett (1905-1998). Konzertmeister Gregory Ahss, eine weitere Geigerin und ein Cellist übernahmen hier kompetent die Soloparts, während die übrigen Streicher in ein „Concerto grosso” und ein „Concerto terzo” aufgeteilt waren.
Für den überwältigenden Jubel nach jedem Programmpunkt und vor allem nach dem abschließenden Mozart-Konzert dankten Hope, Ahss und die Streicher der Salzburger mit dem Finalsatz des Doppelkonzertes von Johann Sebastian Bach.
von Heide Oehmen

Camerata Salzburg und Daniel Hope in der Kölner Philharmonie
General-Anzeiger, 24.04.2013

Köln.  Die Kontrabassistin schrammelte im Trio virtuos über die Saiten, die Hörner johlten dazu, und plötzlich startete ein kleines Flötenkonzert im Finale von “Le Midi”.

In den Sinfonien des jungen Haydn sind Überraschungen und Täuschungen eingeplant. Wie beim gesamten Konzert der Meisterkonzerte mit der Camerata Salzburg und ihrem noblen Gast Daniel Hope: Das Team veredelte ein harmlos anmutendes Programm, neben Haydn mit Jugendwerken von Mozart und Mendelssohn, zu einem spannenden Konzertabend.

Sándor Végh wäre heute 100 Jahre alt. Der Geiger mit seiner Stradivari “Paganini” prägte über Jahrzehnte dieses Kleinod unter den Salzburger Ensembles. Mit Daniel Hope hatte sich das international besetzte Kammerorchester einen viel gepriesenen, weil charismatischen Geigensolisten zur aktuellen Tournee geladen.

Der Brite, der in Wien lebt, verkörpert geradezu den Leitgedanken Véghs, wahrhafte Musik beginne erst jenseits des Notenblattes. Das vermittelte Hope an Mendelssohns d-Moll Violinkonzert, das sein Lehrer Yehudi Menuhin einst wiederentdeckte. “Ein unglaubliches Stück” nennt Hope dieses Jugendwerk des 13-jährigen Mendelssohn.

Und tatsächlich bietet dieses Konzert alles, worin sich ein Geiger sonnen kann. Neben virtuosem Laufwerk im Allegro laden Kadenzeinschübe zu individuellen Kommentaren ein, die die Musiker der Camerata mit Grinsen goutierten.

Eine traumhafte Kantilene schmückte den Mittelsatz, und schulmäßig im Zaubergeiger-Galopp ging Hopes Guarneri-“Ex-Lipinski” geschmeidig ins Ziel. Der begeisterten Gemeinde schenkte Hope gemeinsam mit Konzertmeister Gregory Ahss den Mittelsatz aus Bachs Doppelkonzert als Zugabe vor der Pause: Die Wege Daniel Hopes sind unberechenbar wundervoll.

 

Von Olaf Weiden

 

Der Geiger als Straßenplaner
Dresdner Neueste Nachrichten, 22.04.2013

Daniel Hope und Camerata Salzburg in der Frauenkirche

Man muss gar kein regelmäßiger Konzertgänger sein, ein bisschen Anstand tut es auch, um einzusehen: Spätestens dann, wenn das Orchester vorn begonnen hat zu musizieren, könnte das raschelnde Sortieren der Einkaufstüten unter der Kirchenbank fehl am Platze sein. Den Musikern der Camerata Salzburg wie Arvo Pärts “Trisagion” für Streichorchester war am Sonnabend in der Frauenkirche erst nach rund drei Minuten endlich die nötige
Aufmerksamkeit vergönnt. Pärts Klänge schreien nicht mit Paukenschlägen “Hört her!”, man muss sich ihnen bewusst öffnen, ihnen Raum geben, ihren Puls annehmen, ihre Stille mitleben – und zulassen. Dann sind sie ungemein
faszinierend, und zumindest gen Ende hin durfte man das dann auch erfahren.

Pärts auf einen alten orthodoxen Hymnus auf die Heilige Dreifaltigkeit zurückgehender, in sich ruhender Musik folgte impulsive jugendliche Frische mit Felix Mendelssohn Bartoldys erstem Violinkonzert. Jenes d-Moll-Konzert ist Werk eines 13-Jährigen und längst nicht so präsent in den Konzertsälen wie das reichlich zwei Jahrzehnte später entstandene Schwesterwerk in e-Moll. Doch scheint die Meisterschaft des Komponisten allenthalben durch, und dank der Musizierlust und Ernsthaftigkeit, mit der sich sowohl Daniel Hope als auch die Camerata Salzburg des Werkes annahmen, entfaltete es all seine Reize. Die lagen nicht nur in den sprühenden Ecksätzen, sondern ebenso im langsamen Mittelsatz, in dem Orchester und Solist – die ohne vermittelnden Dirigenten musizierten – mit ausgesprochen sorgsamen, subtilen Phrasierungen glänzten.

Mit Mozarts Violinkonzert G-Dur KV 216 legte der brillante Daniel Hope nach der Pause gleich noch einmal nach. Seine Guaneri mit ihrem großen, blumigen Ton wurde quasi eins mit dem Kirchenraum, den sie spielend leicht erfüllte und erfühlte. Ein charmantes Allegro mit einer vom Solisten in tiefer, überlegener Ruhe vorgetragenen Kadenz, ein fast entrückt wirkendes Adagio und ein Schloss-Rondo voller Esprit rundeten sich zu einer stimmigen, begeistert aufgenommenen Interpretation. Das forderte eine Zugabe, in der der britische Geiger eine Lanze für den 1656 in Dresden geborenen Johann Paul von Westhoff brach. Der Geiger und Komponist, u.a. auch Mitglied der Dresdner Hofkapelle, sei Wegbereiter für Bachs berühmte Violin-Sonaten und -Partiten gewesen – “Es sollte in Dresden eine Von-Westhoff-Straße geben”, meinte Hope, bevor er gemeinsam mit dem Orchester die wirkungsvolle “Imitazione delle campane” in einer Bearbeitung von Christian Badzura zum Besten gab.

Joseph Haydns Sinfonie Nr. 7 C-Dur – “Le Midi” – wurde am Ende noch einmal Spielwiese für ein hervorragendes Orchester, das mit Lust und Hochspannung und im besten Sinne gemeinsam ein großes Ganzes formt. Hatte schon in den Violinkonzerten jeder einzelne Tuttist förmlich so musiziert, als wäre er mindestens Trio-Partner des Solisten, so zeichnete die gleiche Aufmerksamkeit auch das reine Orchesterspiel aus. Angeführt von Konzertmeister Gregory Ahss zauberte das Ensemble eine technisch wie gestisch genau ausgefeilte Aufführung, was allein noch nicht zwingend reichen muss, um den Hörer tatsächlich zu fesseln, hier aber dank Stringenz, Energie und Tiefenschärfe höchste Güte erlangte.

Sybille Graf

Biedersinn und die Brandstifter
Echo Online, 18.03.2013

Festival – Heidelberger Frühling beginnt mit Daniel Hope und dem NDR-Orchester

HEIDELBERG. Aus der konventionellen Aneinanderreihung von Stücken ein starkes Stück zu machen – das ist beim Sinfoniekonzert zum Auftakt des Festivals  „Heidelberger Frühling“ am Samstag gelungen.

 

Draußen lässt der strenge Vorfrühling sein eisblaues Band durch die Lüfte flattern, drinnen in der Heidelberger Stadthalle bringen Geiger Daniel Hope und das NDR-Sinfonieorchester das Publikum mit Felix Mendelssohns e-Moll-Violinkonzert in Hitzewallungen. Nicht der einzige überbrückbare Gegensatz beim Auftaktkonzert des Heidelberger Frühlings, der für einen Monat Brennpunkt klassischer und neuer Musik in der Region sein will.

Der in Wien lebende britische Geiger nimmt den romantischen Gestus beim Wort, überführt den Notentext mit Vibrato, Rubato und dem Portamento genannten stufenlosen Erklimmen der Töne in eine persönliche An- und Aussprache. Atemberaubend selbstverständlich hat darin die Raserei der Kopfsatz-Kadenz und des Finales ihren Platz.

Thomas Hengelbrock wiederum, seit 2011 Leiter des Hamburger Orchesters, ist ein in der Wolle gefärbter Spezialist für Alte Musik, der freilich längst zum musikalischen Vollsortimenter geworden ist. Das Gute der Klang-Quellenforschung hat er hörbar bewahrt: den tänzerischen Impuls, wo es passt, Leichtigkeit und Transparenz, alles gebunden durch den Sinn für Verläufe und Zielpunkte.

Beide, Geiger und Dirigent, haben natürlich Recht, und so wird für die Urfassung von Mendelssohns Konzert sogleich der gemeinsame Nenner gefunden. Nur selten ist Hengelbrock als Animateur seines Orchesters gefragt, das meiste entrollt sich von selbst, der langsame Satz wirkt als Zaubergarten der Zartheit gar wie eine Schöpfung, nicht wie ein gemachtes Kunstwerk.

Dass Hope nach dieser sensationellen Vorstellung seine Bearbeitung eines Stücks des im Dezember gestorbenen indischen Meisters Ravi Shankar vorstellt, schafft einen weiteren Gegensatz, auf den sogar im Programmheft entschuldigend hingewiesen wird: Ausgerechnet zum Auftakt haben die Macher des Heidelberger Frühlings, der doch ein Musik-Labor sein soll, ein geradezu bieder den Gewohnheiten folgendes Programm konzipiert.

Schon den ersten aufflammenden Tutti-Einsatz von Gustav Mahlers Fünfter übersteht dieser Einwand nicht, so schwerelos in aller Gewichtigkeit teilen sich die Vorzüge dieser Konstellation mit. Prachtvolle Orchesterfarben nutzt Hengelbrock, um Mahlers Geschichte vom ewigen Werden und Vergehen so nahezubringen, wie es geht. Einen der vorgeschriebenen Zusammenbrüche illustriert er durch ein Zusammensinken am Pult mit hörbaren musikalischen Folgen, und wehe, wenn die zweiten Geigen in einem solchen Moment nicht untergehen wollen – sogleich trifft sie ein indignierter Blick.

Dabei kann der Dirigent auch laufen lassen, das Ziel wurde schließlich vorher verbindlich vereinbart. Mozarts Mini-Sinfonie KV 318 hat es der straffen Tempi wegen schleunigst erreicht, ohne dass Wesentliches am Wegesrand zurückbleibt. Runde Schlagfiguren Hengelbrocks wirken der von ständigen Akzenten drohenden Eckigkeit entgegen. In diesem Geiste geben sich 60 Instrumentalisten, als spielten sie in kleiner Gruppe im Kämmerlein. Dem Publikum wird es frühlingswarm ums Herz.

Von Christian Knatz

Handgranate eines Anarchisten
kreiszeitung.de , 09.03.2013

Bremen – Von Ute Schalz-Laurenze

„D-Es-C-H“ ist das selbstbewusst herausgeschleuderte Viertonmotiv von Dimitri Schostakowitschs Kammersinfonie c-Moll, op. 110 a. An einen Freund hatte er geschrieben, dass wahrscheinlich nach seinem Tod niemand mehr an ihn denken wird und deswegen wolle er das nun selber tun: die Noten sind die Anfangsbuchstaben seines Namens.

Die Deutsche Kammerphilharmonie trug im letzten Konzert ihren Teil dazu bei, dass das gelingen könnte: ohne Dirigent, mit extremer, auch bruitistischer Wucht und unbeschreiblicher Zartheit, mit bewundernswert gehaltener Spannung und ebenso bewundernswerter Homogenität gelang den Streichern ein interpretatorisches Meisterstück. Doch nicht nur da: Auch die Wiedergabe des frühen Oktettes für acht Streicher op. 11, gelang als „Handgranate eines Anarchisten“, wie ein Uraufführungskritiker 1925 schrieb. Dass die „sozialitische“ Musikkultur unter Stalin nicht nur die berühmte „Lady Macbeth“ nicht vertrug, sondern schon dieses kraftvolle Werk des Neunzehnjährigen, machten die MusikerInnen geradezu beglückend klar.

Schon viele Jahre war ein Konzert mit dem britischen Geiger Daniel Hope gewünscht. Hope ergänzte das beispielhaft gute Programm mit der führenden ersten Geige im Oktett Es-Dur op. 20, dem Geniestreich eines Wunderkindes: Felix Mendelssohn Bartholdy war 16 Jahre alt, als er es schrieb. „Dies Oktett muss im Style einer Sinfonie in allen Stimmen gespielt werden, die Pianos und Fortes müssen sehr genau und deutlich gesondert und schärfer hervorgehoben werden, als es sonst bei Stücken dieser Gattung geschieht.“ Genau das vollzogen die Streicher perfekt. Unnachahmlich schnell und zart zog die feehnafte Geisterwelt des Scherzos an uns vorüber, riss uns die wilde Schlussfuge in einen überwältigenden Bann und blühte im ersten Satz reine Streicherlust auf.

Höhepunkt allerdings des ohnehin schon an Höhepunkten reichen Konzertes war dann zum Schluss die Wiedergabe des Violinkonzertes in e-Moll, op. 64 von Mendelssohn Bartholdy. Hier erfüllte Daniel Hope natürlich alle hochvirtuosen Forderungen, darüberhinaus aber gelang ihm eine Wiedergabe von bewegender Tiefenchärfe. Besonders in der Kadenze des ersten Satzes entdeckte und spielte er tragische Akzente, die dann wieder landeten in einem unbescheiblichen Schmelz schöner Klanggebung. Das kann man vielleicht anders machen, strenger, klassizistischer, aber nicht besser. Überraschend dann Hopes Ansage für die geforderte Zugabe: mit einem solchen Orchester im Hintergrund spielt man nicht alleine! Und so setzte er sich als Konzertmeister ans Pult: die Orchesterbearbeitung des „Geister“-Scherzos aus dem Mendelssohn’schen Oktett war dann der wirkliche Schluss eines Sternstundenkonzertes.

Bewegende Intensität
Bremer Nachrichten/Weser-Zeitung, 08.03.2013

Es war ein ungewöhnliches, aber gerade deshalb umso faszinierenderes Programm, das der Geiger Daniel Hope und die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen in der Glocke anboten. Zwei Werke für Streichoktett von Felix Mendelssohn und Dmitrij Schostakowitsch wurden von der Kammersinfonie op.110a von Schostakowitsch und dem Violinkonzert von Mendelssohn umrahmt(…)

Das “Schlagerstück” des Abends, das Violinkonzert von Mendelssohn, brachte dann neuartige Akzente (…) vieles klang dramatischer, ja feuriger and “kantiger” als die heute bekannte Version. Daniel Hope bot eine meisterhafte Leistung; das Orchester war für dieses exzellente Aufführung ein optimaler Partner.

 

von Éva Pintér

Ein Dream-Team für die Strings
Neue Luzerner Nachrichten, 21.01.2013

Mit Gastsolist Danie Hope gehen die Festival Strings neue Wege und halten doch an Altem fest. Das zeigt das erste Konzert mit dem Stargeiger.

Artikel



2012


The Violinist Moved in the Deep Waters
Aamulehti, 09.12.2012

“The sound of the violin at the end of Alban Berg’s violin concerto rises to heavenly heights and twitters somewhere far away. It has already vanished from this world. All the pain, battle and sorrow before it are now wiped away.

The master violinist Daniel Hope managed to charge that last sound full of magical light and serenity – and it felt like the time has stopped. At the same time the whole story of the concerto culminated in an unforgettable way.”

Hommage an einen großen Geiger
Reutlinger General-Anzeiger, 14.11.2012

Konzert – Daniel Hope (Violine) und Sebastian Knauer (Klavier) glänzen beim Kammermusikzyklus in der Listhalle
REUTLINGEN. Mit den herrlich groovenden Titeln »I Got Rhythm« und »Summertime« von George Gershwin als Zugaben für ein begeistert applaudierendes Publikum haben sich Stargeiger Daniel Hope und Pianist Sebastian Knauer am Montag aus der Listhalle verabschiedet. Den »Hommage à Joseph Joachim« überschriebenen Abend hatten sie freilich »einer der größten und schillernsten Figuren der Musikwelt des 19. Jahrhunderts« gewidmet, wie Hope erklärte.

Joseph Joachim (1831-1907) war nicht nur als Wunderkind und begnadeter Geiger eine Ausnahmeerscheinung, er inspirierte auch zahlreiche Komponisten zu Werken, die bis heute zum Standardrepertoire gehören. Hope, 1974 in Südafrika geboren, gefeierter Solist, Kammermusiker (mit dem legendären Beaux Arts Trio) und bekannt nicht zuletzt durch Crossover-Projekte mit Popmusiker Sting, hatte neben einigen der Joseph Joachim zugedachten Stücke auch eine von diesem selbst komponierte Romanze mitgebracht, ein lyrisches Charakterstück, dem Hope zarte Innerlichkeit und einen wunderbar seelenvollen Ton angedeihen ließ. Auch Clara Schumanns versonnenes Stück gleicher Gattung hätte man sich nicht wärmer und anmutiger musiziert wünschen können. Der 1971 in Hamburg geborene Pianist Sebastian Knauer hatte maßgeblichen Anteil daran. Als klanglich und interpretatorisch perfekt harmonierendes Duo passte kein Blatt zwischen die beiden Musiker.

Große Farbigkeit und Intensität erreichte ihr Spiel in Johannes Brahms’ Sonate G-Dur Opus 78, die auch »Regensonate« genannt wird, weil Brahms darin mit »Walle, Regen, walle« eines seiner eigenen Lieder als Thema verwendete. Im Klavier konnte man das Regentropfengeprassel erkennen, das das lyrische Ich der Violine zum Schwelgen in zartbitterer Erinnerung veranlasste – wie in dem zugrunde liegenden Gedicht von Klaus Groth.

Schön, dass mit dem Ungarischem Tanz Nr. 5 (in der Bearbeitung von Joseph Joachim) und dem Scherzo c-Moll zwei weitere Stücke von Brahms erklangen, in denen Hope und Knauer ihre temperamentvoll-feurige Seite zeigten. »Wir haben uns entschlossen, sie nicht zu singen, das ist auch gut so«, sagte Hope über zwei Lieder von Felix Mendelssohn-Bartholdy, die das Duo in einer bearbeiteten Fassung für Violine und Klavier spielte, darunter »Andres Maienlied«, in dem die Hexen sich zur Walpurgisnacht auf dem Brocken versammeln. Eine äußerst fesselnd dargebotene, von rasender Energie getriebene Musik, die ihre Dynamik aus blitzartig wiederkehrenden Arpeggien, betonten Vorschlagsnoten, Oktavsprüngen und hartnäckig hämmernden Passagen bezog.

Mit dem stupenden tonlichen Potenzial, das Hope in Edvard Griegs Sonate c-Moll Opus 45 entfaltete, erreichte die Dramaturgie des Abends einen abschließenden Höhepunkt. Hier traf betörende Klangschönheit auf scharfe Kontraste und vorwärts stürmende Tonkaskaden. Das Klavier fand zum beredten Dialog mit dem Streichinstrument. Vermutlich hätte auch Joseph Joachim seine Freude an dieser technisch brillanten, beherzten Darbietung gehabt, die leidenschaftliche Dramatik und kühne Stimmungswechsel virtuos verlebendigte.

Im Geiger-Himmel
Erlanger Nachrichten, 30.10.2012

Seite 6

„uner HÖRT!“-Start mit Violinrecital von Daniel Hope
Es gibt Hoffnung, große Hoffnung! Nomen est omen: Es gab den Stargeiger Daniel Hope, der mit seinem genialen Soloabend die neu konzipierte GVE-Konzertreihe „uner HÖRT“ fulminant eröffnete.
Bereits die packende Werbung von Plakatierung und Handzetteln verlockte. Kompliment! Das hat zeitgemäßes, hochansprechendes Niveau im Design, ist klar in der Aussage, macht neugierig auf die avantgardistische Reihe. Magnet war aber wohl vor allem der prominente Künstler, bereits zum wiederholten Male gern gehörter Gast in Erlangen. Sein spannendes Motto „Zwischen Himmel und Hölle“ versammelte ein — nicht nur altersmäßig — heterogenes Publikum aus der ganzen Region im gut ausgelasteten Redoutensaal.
„Musik muss die Leidenschaften des menschlichen Herzens erfassen“, fordert der amerikanische Komponist George Rochberg. Und die zeigt der rothaarige britische Geiger Daniel Hope, wenn er im schwarz glänzenden Anzug mit verblüffender Kondition in seinem fast drei Stunden dauernden, überbordenden Violinrezital überwältigt, dieses zusätzlich sympathisch und aufschlussreich moderiert.
Im ersten Teil standen sich barocke Violinmusik von Westhoff, Biber im Wechsel mit den modernen Werken von Schulhoff und Penderecki gegenüber. Der zweite Teil beleuchtet den Einfluss Paganinis auf die Musik des 20. Jahrhunderts. Als geschickte Eckpfeiler dienen Westhoffs „Partita“ in d-Moll und Bachs in eben dieser Tonart stehende „Chaconne“. Das ist raffiniert und stellt die Kongenialität, die Wurzeln, das zeitlos Gültige, die Ewigkeit ihrer Faktur heraus.

 

Mit Ewigkeitstendenz

Hope ist einer, der gleich im Geigerhimmel drinnen ist, der mit seiner betörenden Guarneri „Ex Lipinski“ virtuos und mystisch umgeht, mit dem Instrument verwachsen ist. Das Verklingen seiner Abschlusstöne hat Ewigkeitstendenz. Als Beispiel sei Bibers „Passacaglia“ genannt, die sich spannungsreich den „Himmel“ in ihrer hypnotischen Skordatura sucht. Der Dur-Schluss erlöst.
Staunen erfasste aber auch gleich die eingangs gespielte Westhoff-Partita. Stupend ist Hopes Virtuosität und zwar immer wieder. Sein musikantischer Umgang damit, wie lustvoll er sie einsetzt, zeigt sich in Schulhoffs Sonate, die – bei aller Intellektfülle — teils wie ein Bauerntanz, ein Rausschmeißer daherkommt. Höllisch schwer ist Pendereckis „Cadenza“ – auch in der Violinfassung. Hope reizte deren fahle Reibungen und intonatorische Extreme stupend, energiegeladen aus.
Gespenstisch und himmlisch

Paganinis teuflisches „Capriccio“ stammt zweifelsohne aus der geigerischen Hölle. Hope bekennt: „Ich liebe, fürchte und hasse es gleichermaßen.“ Die Liebe überwiegt bei Hope eindeutig und macht ein himmlisches Stück Musik in technischer Vollendung daraus. Das Flirren und Spielen, das instrumentale Ausreizen mit allen zur Verfügung stehenden geigerischen Mitteln zeichnete sowohl die Paganini- Hommagen der beiden Kompositionen von Schnittke und Rochberg aus. Das war gespenstisch und himmlisch in einem.
Der Dirigent Kent Nagano bezeichnete Bachs Musik als „zeitgenössisch, also zeitgemäß“. Das gilt für die „Chaconne“ aus der d-Moll-Partita, einem der vollendetsten Werke der Musikliteratur, allemal. Warum — um Himmels willen — belässt es Hope nicht bei diesem „Maß aller Dinge“, das dramaturgisch wohlweislich als kluger Schlusspunkt, explizit „in memoriam“ seinem Lehrer Yehudi Menuhin, gesetzt war? Hope spielt die „Chaconne“ als erschütternde Grabmusik zwischen verzweifeltem Aufschrei, üppiger Fülle, frappanter Souveränität und sinnfälligem Changieren der Übergänge.

Der andächtig-begeisterte Applaus zollte dem großartigen Geiger und seiner beeindruckenden Werkauswahl Respekt. Wozu noch programmferne Zugaben? Nach Himmel und Hölle und Bach war alles gesagt.

Zwei wie Pech und Schwefel
Augsburger Zeitung, 03.09.2012

Festivaleröffnung Daniel Hope (Geige) und Sebastian Knauer (Klavier) bei Mozart@augsburg

Von Manfred Engelhardt

„Wir sind alle froh, dass es jetzt losgeht. Er hat ja monatelang von nichts anderem gesprochen“.

Freundlich cool kommentierte Daniel Hope nach den ersten beiden Stücken die Befindlichkeit seines Duo-Partners Sebastian Knauer, Pianist und künstlerischer Leiter des neuen Festivals Mozart@augsburg. Ein wunderbar britisches Understatement; gerade hatten die beiden mit Mozart und vor allem Beethoven einen Begeisterungssturm entfacht. Und Knauer, vitaler Musiker ebenso wie mit umtriebigem Charme ausgestatteter Festivalmacher, freute sich bei seinen Begrüßungsworten über die volle evangelische St. Ulrichskirche mit viel Augsburger Polit-und Kulturprominenz.

Ein roter Teppich, flankiert am historischen Ulrichsplatz von einem aktuellen fahrbaren Produkt des sponsernden Autohauses, hatte die Konzertbesucher vom Regen in das in wenigen Monaten quasi aus dem Boden gezauberte Festival geleitet. Dort herrschte dann reine Kunstseligkeit. Das Programm von Daniel Hope, derzeit einer der aufregendsten Geiger, und seinem kongenialen Hamburger Klavierpartner hatte oberstes Festivalniveau. Es war einem der einflussreichsten Geiger des 19. Jahrhunderts gewidmet: Joseph Joachim, enger Freund der Schumanns, von Brahms, Grieg und etlicher weiterer romantischer Großmeister.

In den Stürmen der Kreutzer-Sonate
Fest steht, dass Joseph Joachim immer wieder mit Beethovens „KreutzerSonate“ auf Tour war. Ob er das gigantische Werk besser oder so gut wie jetzt Hope gespielt hat – wir wissen es nicht. Und glauben es nicht. Was der Brite darin an Sturm und Ausdrucksvielfalt entfesselte,kann man sich intensiver nicht vorchangierend wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Sebastian Knauers genau gesteuerte pianistische Peilung begleitete ihn auf diesem Ritt durch eine imaginäre Walpurgisnacht – da hielten die beiden Freunde, um im märchenhaft romantischen Bild zu bleiben, zusammen wie Pech und Schwefel.

Beachtung findet auch das scheinbar Nebensächliche
Was bei Hope auch fasziniert, ist sein Umgang mit scheinbar eher nebensächlichem kompositorischen Beiwerk wie kleine Nachschläge, Arabesken, lang gezogene rasante Skalen wie in den wunderbar farbigen „Kreutzer“-Variationen, Pizzicato-Einwürfe – alles perfekt eingebaut in die musikalische Bewegung. So genoss Hope in der einleitenden, von erstaunlich romantischem Gestus geprägten und mit seidiger Schönheit gespielten Mozart-Sonate KV 379 auch die kargen Pizzicato-Tupfer. Hier knipste nicht jemand relativ uninteressiert an den Saiten, sondern spürte den sanften Puls des Werks auf.

Nach Brahms’ energischem c-Moll-Scherzo folgten zwei romantische Romanzen: Mit einem noblen Stück huldigten Hope/Knauer auch Joseph Joachim als Komponisten, ebenso seiner Verehrerin Clara Schumann. Edvard Griegs Sonate Nr. 3 beschloss den Abend. Dieses mit nordischen Troll-Tänzen, stürmisch wehenden Tremolo-Fetzen vorangepeitschte, auch in melancholische Zwischenreiche und kindhaft selige Träume versinkende Panorama realisierten Daniel Hope und Sebastian Knauer als pralles Stück musikalischer Bildhaftigkeit. Wieder jubelte das Publikum. Und als Zugabe gab es swingenden Gershwin: das hitzige „I Got Rhythm“ aus „Girl Crazy“ und, rechtzeitig zum stürmisch-regnerischen Herbstbeginn draußen, ein virtuos flimmerndes „Summertime“.

Daniel Hope, la prouesse et la performance d’un artiste
L'Alcase, 06.07.2012

Durant plus de deux heures, dirigeant ou accompagnant en soliste l’Orchestre de Chambre de Stuttgart, Daniel Hope a offert au public du festival international de musique de Colmar, mercredi soir, une prestation inégale mais passionnante.
C’est un programme riche mais composite, et alternant réussites et déceptions que le bouillant violoniste Daniel Hope a proposé à l’église Saint-Matthieu pour le deuxième concert du Festival international de Colmar. Il s’est ouvert sur le Concerto pour 2 violons de Bach, qui possède ce charme puissant d’une pulsation dynamique dans ses mouvements extrêmes, dans lesquels les solistes rivalisent de traits virtuoses. Daniel Hope et Ionel Adrian Iliescu, premier violon solo de l’Orchestre de Chambre de Stuttgart, leur ont assurément rendu tout leur éclat dans une interprétation fougueuse et enflammée.

Orchestre caressant
C’est cependant dans le Largo que leur tempérament d’artiste s’est le mieux exprimé, en un chant dialogué avec finesse et articulé en phrasés caressants. L’orchestre, réduit à ses cordes, a enrichi ce mouvement de ses harmonies profondes et chaudes. Et la même douceur s’est retrouvée dans l’Andante du Concerto n° 1 de Mendelssohn, où la pureté du son de Daniel Hope a été magnifiée par les drapés somptueux de l’orchestre. Les mouvements rapides, à l’écriture exigeante, ont parfois manqué de clarté ; mais le soliste, leur imprimant ses phrasés, ses nuances, ses surprenants rubatos, en a souligné le lyrisme et l’exubérance joviale.

En deuxième partie, on a retrouvé Bach, dans les 4e et 5e concertos pour clavier. Mais ici également, l’équilibre général s’est souvent révélé problématique, réduisant la partition à une confrontation du piano de Nicholas Angelich avec le pupitre de premier violon, tenu par Daniel Hope.

Irrésistibles Folies d’Espagne
Les interprètes, sans doute, n’ont pas démérité : mais, surtout dans ces pages très célèbres, les « baroqueux » ont accoutumé l’oreille de l’auditeur à une plus grande transparence. Le Largo du 5e, où le clavier étire sa mélopée sous les pizzicati des cordes, alourdi par un legato immuable, s’est peu à peu englué dans une monotonie sirupeuse.

Fort heureusement, Daniel Hope a conclu le concert avec Vivaldi : d’abord dans ses variations sur le « tube » baroque de la Follia, enlevées avec une époustouflante virtuosité. Une rythmique fortement accentuée, des passages lents admirablement chantants, mais surtout des prestissimos saisissants et irrésistibles ont fait une forte impression. Enfin, dans l’Été des Quatre Saisons, Daniel Hope s’est montré un coloriste inventif, respectueux de la poésie vivaldienne, mais aussi habile à traduire son tempérament bouillonnant dans des déferlements  tempétueux, salués avec chaleur par le public.

par Jacques Weil

Bach mit klarer Handschrift: Daniel Hope in Echternach
volksfreund.de, 21.06.2012

Schon seit längerem sind die Solistes Européens Luxembourg (SEL) gern gesehener Gast beim Echternacher Festival. Akustisch nicht unproblematisch gestalteten sie einen Abend in der Basilika.

Echternach. Man kann ausgiebig darüber spekulieren, warum es zum Abend der SEL nur eine knapp halbvolle Basilika in Echternach gab. War es das erste Viertelfinalspiel der EM oder das schlechte Wetter? Oder war es das Programm? Oder war es doch die Örtlichkeit, denn für die Streichersinfonik, die Chefdirigent Christoph König aufs Programm gesetzt hatte, wäre das Trifolion schon die bessere Wahl gewesen. Wie auch immer; was die rund 350 Zuhörer geboten bekamen, war Musik in bewährter Qualität der SEL.
Gediegen in den technischen Qualitäten und mit Witz und Charme in der Musikalität. Als farbige Landschaftsbilder gestaltete das reine Streichorchester die “Tres postals illuminades” des kaum bekannten Spaniers Xavier Montsalvatge aus dem Jahre 1991. Zu einer wahren Sinfonie machten sie Franz Schuberts Streichquartett “Der Tod und das Mädchen” in der Orchesterfassung von Gustav Mahler.
Kein Sinfoniekonzert ohne Solist. Hier hatte König den britischen Geiger Daniel Hope gewonnen, der gleich mit zwei Violinkonzerten aufwartete. Er stellte Johann Sebastian Bachs Konzert a-Moll, BWV 1041, dem Frühwerk Felix Mendelssohn Bartholdys in d-Moll gegenüber. Hope gehört zu den Großen seiner Zunft und hatte es auch in Echternach nicht nötig, irgendetwas zu imitieren. Sowohl Bach als auch Mendelssohn trugen ganz klar seine Handschrift. Fragiles Pianissimo, kräftiges Forte, nicht bemüht barock, aber auch nicht schmalzig romantisch. Es war Hope, der spielte, und seine Spielweise schien dem SEL sehr zu liegen, denn sie stiegen auf ganzer Linie auf diesen Kurs ein. Schlüssig und nachvollziehbar. Was will man mehr? gkl

“Auf Augenhöhe”
Dresdner Neueste Nachrichten, 04.06.2012

Herr Knauer ist beruhigt. Sie war aber auch erfreulich, die Zahl der erhobenen Kinderhände auf die Frage hin, wer denn Geige und wer Klavier spiele. “Ich bin beruhigt”, lautete darum der Kommentar von Pianist Sebastian Knauer, der zusammen mit dem Geiger Daniel Hope am Sonntagvormittag das Kinderkonzert der Musikfestspiele im Palais im Großen Garten gestaltete.

Die beiden famosen Musiker, die am Nachmittag auch noch ein spannungsvolles Programm “für die Großen” im Hygienemuseum bestritten, zeigten ein glückliches Händchen für das junge Publikum. Da gab es keine Barriere zwischen den Künstlern von Weltrang und der Kinderschar – hier machten zwei auf Augenhöhe klassische Musik für Kleine, nicht entrückt, aber auch nicht verniedlichend. In den zahlreichen Nachwuchsmusikern vor dem Podium fanden sie auf ihre Fragen z.B. zu den Instrumenten ein ziemlich sattelfestes Publikum. Dass auch Kinder da waren, die noch nicht zu den Stammgästen solcherart Veranstaltungen gehören, kann man nur hoffen – die fairen Angebote, die die Musikfestspiele hinsichtlich der Kartenpreise für Familien machen, sind jedenfalls eine Einladung.

Hope und Knauer also erzählten in Ping-Pong-Manier nicht nur einiges zu ihren Instrumenten – etwa, dass dem Geiger das seine nicht alt genug sein kann, während ein Flügel dann am besten klingt, wenn er noch nicht so viele Jahre auf dem Buckel hat – , sie unternahmen auch einen kurzen Exkurs zu Funktion und Macht des Dirigenten und gaben ihrerseits den Kindern Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Und natürlich musizierten sie, spielten mit wunderbar natürlicher Virtuosität abwechlsungsreiche Musik von de Falla, Mendelssohn, Mozart und Gershwin (teils in eigenen Bearbeitungen). Während etwa “Morgen kommt der Weihnachtsmann”, das eben eigentlich vom französischen Lied “Ah! vous dirai-je, Maman” abstammt und von Mozart für das Klavier zwölf Mal variiert wurde, für Aha-Effekte sorgte, war Munro Leafs Geschichte von Ferdinand dem Stier, der kein bisschen in der Arena kämpfen will, sondern lieber den Blumenduft genießt, sehr spannend und am Ende sehr beruhigend anzuhören.

Sebastian Knauer agierte hier als Sprecher, während Daniel Hope in teils atemberaubender Manier mit der Musik von Alan Ridout die Bilder dazu lieferte. Danke, die Herren, für ein kurzweiliges, sympathisches Kinderkonzert!

Sybille Graf

Klagelied: Daniel Hope und das Konzerthausorchester
Tagesspiegel, 04.06.2012

Daniel Hope, der Geigenstar und Kommunikator, agiert gewieft wie immer. Bevor im mäßig verkauften Konzerthaus das „War Concerto“ von Bechara El-Khoury anhebt, mit dem Konzerthausorchester unter Cornelius Meister, spricht Hope einige Worte zu dem Stück, in dem er selbst die Geigenpartie übernehmen wird. Beide, Komponist und Solist, haben die Folgen von Flucht und Entwurzelung selbst erfahren, dieser als libanesischer Christ, er als junger Mann nach Frankreich emigrierte, jener als Abkömmling einer Familie, die Verschleppung und Ermordung erleiden musste. Hope beglaubigt den Kern des Violinkonzerts aber auch durch sein Spiel. Ein Klagelied, das er nun mit schwerblütigem Vibrato vorträgt; dunkle Streicherflächen umgeben ihn, drohende Trommelschläge, ein Kreischen in Holz und Blech. Als Zugabe spielt Hope das meditativ versponnene Springbogenstück eines Bach-Zeitgenossen, eine kluge Wahl.

Bei der Programmwahl des jungen, bereits hoch dekorierten Cornelius Meister dagegen, der das Konzerthausorchester danach durch Bruckners vierte Symphonie führt, muss man abwechselnd an Christian Thielemann denken, der die Vierte neulich so beeindruckend in Berlin dirigierte, und an einen Einspringer, der vor einiger Zeit Zuflucht zu Tschaikowsky nahm, weil er sich an die eigentlich vorgesehene „Eroica“ von Beethoven nicht herantraute. Jedenfalls dirigiert Meister sehr beachtlich, mit einer durchlässigen linken Hand, präzise schlagend und mimisch und körpersprachlich ganz den Eindruck eines Seniors am Pult gebend. Die Vierte bäckt unter seinen Händen hoch wie ein romantisches Soufflé, es klingt alles sehr schön. Nur Gewalt bekommt die Symphonie nicht, zwingend wird es nirgends.

Christiane Tewinkel

Freiheit grandios zelebriert
Sächsische Zeitung, 04.06.2012

Von Karsten Blüthgen

Der Geiger Daniel Hope spielte Werke, die vor gut 70 Jahren ein Berufsverbot bedeutet hätten.

So war das damals nicht gedacht: Die Nazi-Ausstellung “Entartete Musik” 1938 in Düsseldorf war mit Hörproben angereichert, und die Leute standen an der Station Kurt Weill Schlange. Nicht, weil sie das Werk des jüdischen Komponisten, der bereits in die USA emigriert war, als abschreckendes Beispiel annahmen. Sie liebten diese Musik, aber sie war in Deutschland längst verboten und verstummt.

Als der britische Geiger Daniel Hope gestern Nachmittag im Hygiene-Museum auftrat, klang ihm das Konzert der fröhlichen, ahnungslosen Kinder noch in den Ohren. Vormittags im Großen Garten musizierten er und sein Klavierpartner Sebastian Knauer schon Gershwin und Mendelssohn. Beide waren Juden.

Im Nachmittagskonzert erinnerte Hope an nationalsozialistische Propaganda. Ein Huster an der falschen Stelle oder ein Handyklingeln sind lächerlich gegen die Zwänge einer Diktatur. “Wären wir zwei Generationen früher geboren und mit diesem Programm hier aufgetreten, wäre dies ein Kamikaze-Akt gewesen”, sagte Hope. “Danach hätte man uns Spielverbot erteilt, bestenfalls.” Wie absurd allein der Gedanke ist, wurde sogleich mit Mendelssohns Violinsonate F-Dur klar. Es war der reinste Quell der Spiellust, ein Fest der klaren Gedanken. Im berührenden Adagio grüßte Vorbild Bach, für den formale Strenge und intensiver Ausdruck kein Widerspruch waren.

Auch der Deutsch-Tscheche Erwin Schulhoff war verfemt. Seine kapriziöse Sonate aus dem Jahre 1927 verglich Hope mit dem Spiel von Katz und Maus – zu Recht: Violine und Klavier jagten sich wendig in trickreichen Manövern.

Hope und Knauer bewiesen ebenso Gespür für zarte Töne bei Strawinskys “Chanson russe” sowie bei “Kaddisch” des Franzosen Ravel, den man wegen seines Interesses für hebräische Musik angeprangert hatte. Auch Musik aus dem Konzentrationslager war zu hören, etwa Olivier Messiaen, der im “Quartett für das Ende der Zeit” die Unsterblichkeit lobpreiste. Der Schlusssatz seiner berühmtesten Kammermusik zählte zu den ganz magischen Momenten dieses Konzerts. Der Kreis schloss sich mit Weill und Gershwin: Mit Jazz angehauchte Musik aus den USA, auch das war einst ein Ding der Unmöglichkeit.

Mit dieser erlesenen Werkschau wollten Hope und Knauer “die Freiheit zelebrieren”. Das ist ihnen spielerisch und mit grandioser Selbstverständlichkeit gelungen.



2011


On Stage: Daniel Hope and the Berliner Barock Solisten
Strings, 19.12.2011

At the Berlin Philharmonie Kammermusiksaal – 18th December 2011
By Mai Kawabata

British violinist Daniel Hope (b. 1974) resists pigeonholing. Yes, he studied with legendary teacher Zakhar Bron (who also trained the likes of Maxim Vengerov and Vadim Repin). Not one to coast on pedigree, however, Hope has carved out a wide-ranging and eclectic career as a soloist and director motivated by pursuing projects that genuinely seem to inspire and energize him.

His collaboration with the Berlin Baroque Soloists, for the fourth Sunday of Advent, is a case in point.

This was not your usual Baroque Christmas concert. Sure, there was astonishing virtuosity (Hope’s technique is formidable). Sure, there was “Winter” from Vivaldi’s Four Seasons (almost a must for such a concert). But the concert went way beyond those two certainties with its adventurous programming, freshness of approach, and sheer joy in ensemble teamwork.

The first surprise: no Bach! Instead, we had Telemann: his A-minor Violin Concerto (TWV 51:a1) and Double Violin Concerto in E-minor (TWV 52:e4), for which Hope was joined by principal second violinist Bernhard Forck. Here, spiccato bows came off with maximum vitality, so energetic and percussive that it didn’t seem to matter which direction the bows were going in (up-bow or down-bow) so much as they seemed to be moving along a vertical axis.

Dynamic playing, and especially energetic bowing, was also evident in Vivaldi’s Double Violin Concerto in A-minor (RV 522), again with Forck. The two soloists smiled at each other as they played, supported by a small orchestra of a dozen members (many of them drawn from the ranks of the Berlin Philharmonic), who were just as engaged in making phrases come alive.

Speaking through a microphone (in fluent German), Hope addressed the audience, comparing Vivaldi’s dramatic music to the European economic situation and the interaction of the soloists to that of Merkel and Sarkozy.

Germans may not exactly be known for their sense of humor, yet Hope had the audience laughing out loud. His ease on the stage, his ability to connect with his audience, and the relaxed ambiance that he creates are all remarkable. Hope’s natural charm is the polar opposite of those awkward attempts to “make classical music accessible” by crowd-shy ivory-tower musicians who are made to talk to the audience by administrators.

In the middle part of the program, the forces were pared down to an ensemble consisting of two violins and continuo (cello, harpsichord, and theorbo/lute). The change of texture was a nice touch, asking for a different kind of listening. The reduced ensemble played a series of short pieces, from the very famous “La Folia” by Vivaldi, to the very obscure “Imitations” by Johann Paul von Westhoff (a seventeenth-century German violinist) in which the violin imitates the sound of bells (using bariolage), the sound of a lute (using pizzicato), and the sound of “war” (lots of aggressive string-crossing accompanied by drums).

Because of all the personnel changes, no single musician played in every number of the program – with the exception of Hope himself. He played tirelessly (using, I should add, a beautiful unnamed Baroque bow), and even came back to play the last movement of Summer as an encore.

It was a fitting close to a concert in which Hope had blasted us with warmth as an oasis from the chilly Berlin winter.

 

Im Wartesaal zum Tod
Volksfreund.de, 05.10.2011

Ein Konzert-Abend in der Philharmonie, der sich jeglichen normalen Maßstäben entzieht: Musik, die im Konzentrationslager Theresienstadt entstand, geschrieben von Komponisten, die den Holocaust nicht überlebten. Dem Vergessen entrissen dank des Engagements von Weltstars wie Anne Sofie von Otter und Daniel Hope.

Luxemburg. Manchmal hat man das Gefühl, es nicht mehr aushalten zu können. Etwa wenn Anne Sofie von Otter die Lieder von Ilse Weber singt. Ganz einfache Lieder, von einer todberührten Traurigkeit, die die Situation eines Menschen in Theresienstadt beschreiben, diesem “Wartesaal zum Tod”, wo Zigtausende eingepfercht sind, teilweise über Jahre, bis zum Abtransport in die Gaskammern von Auschwitz.
Theresienstadt war kein Vernichtungslager, die Nazis nutzten es als Propaganda-Instrument. Man erinnert sich an den grotesken “Dokumentar”-Film “Der Führer schenkt den Juden eine Stadt”. Vielleicht gestatteten sie deshalb so etwas wie ein Kulturleben, das – unglaublich angesichts der Umstände – erstaunlich blühte. Komponisten wie Pavel Haas und Viktor Ullmann schrieben hier im Angesicht des Todes ihre letzten Werke. Aber es gab auch Kabarett-Lieder, mit bitterer Ironie gegen den Zynismus der Umstände geschrieben.
2007 hat sich von Otter aufgemacht, dieses zu Unrecht vergessene musikalische Erbe aufzuarbeiten, unterstützt von großen Virtuosen wie dem Geiger Daniel Hope, dem Pianisten Bengt Forsberg und dem Kontrabassisten Bo Nordenfeldt

Was das Quartett in Luxemburg zeigt, geht weit über Kategorien hinaus, die einer normalen Besprechung zur Verfügung stehen. Man schafft es, sich ganz zurückzunehmen gegenüber der Musik. Dass auf allerhöchstem Niveau musiziert wird, versteht sich fast von selbst. Aber es ist nicht die Begegnung mit den ausführenden Künstlern, die hier angestrebt wird, sondern die mit den Komponisten. Ohne Pathos, ohne Missionierung. Mit kurzen, prägnanten Einführungen, für ein Publikum, das den Atem anhält.
Und man begreift. Zum Beispiel, was für ein großer Komponist an Erwin Schulhoff verloren gegangen ist, der in einem Internierungslager an Elend und Auszehrung starb. Seine Geigen-Sonaten sind grandiose Dokumente einer aus den Fugen geratenen Welt und schreien ebenso wie seine “Stimmungsbilder”-Lieder nach Wiederentdeckung.
Bewegend die Piano-Suite von Karel Berman, dem einzigen Überlebenden unter den Komponisten dieses Abends, der sich nach der Befreiung ein musikalisches Tagebuch des Grauens von der Seele schrieb. Unerträglich schön und traurig das Wiegenlied, das Ilse Weber für ihre Kinder in der Gaskammer sang.
Am Ende heftig bewegter Beifall und dann ein unglaublich schweigsamer Weg aus der Philharmonie. Noch im Parkhaus sprechen alle unwillkürlich im Flüsterton, so als sei die Rückkehr zur Normalität eine Respektlosigkeit. Welch ein Abend.

Grandioses Gespür
Leipziger-Volkszeitung, 05.09.2011

Ein bisschen ist es Ironie des Schicksals, wenn gerade der Autor eines der originellsten Musikbücher der Gegenwart, das erklärt, wie das mit dem Klatschen im Konzertsaal funktioniert, mit dem ersten Satz von Brahms’ “Regenlied-Sonate” im Gewandhaus Beifall provoziert. Er nimmt’s mit Humor. Sollte er auch, muss er die despektierliche Bekundung spontanen Gefallens doch als Lob seiner einzigartigen Kunst verstehen.

Es ist eines der absoluten Bonbons der diesjährigen Mendelssohn-Tage: Daniel Hope und Sebastian Knauer huldigen im Mendelssohn-Saal Joseph Joachim.

Ein Programm aus Originalliteratur und Bearbeitungen haben sie zusammengetragen, das eine vom ersten bis zum letzten Ton faszinierende Auseinandersetzung mit dem Phänomen Joachim ermöglicht. Die bleibt bei einem Geiger wie Hope nicht bei der historiographischen Reflexion stehen, sondern ist musikalischer Diskurs und Genuss gleichermaßen. Joachim, der Bearbeiter, Joachim der Interpret, und Joachim der Komponist – unaufdringlich blitzen diese Figuren und ihre inspirative Kraft in dem Programm auf. Das ist trotzdem angenehm heutig. Es ist ein stimmiger Vormittag, getragen von einer bestechenden Mischung aus Intellektualität und Musikantentum.

Keine vordergründige Virtuosenliteratur ist es, die das Wechselspiel zwischen zwei Ausnahmemusikern trägt. Diese Kunst lebt von einem grandiosen Gespür für Dramaturgie und klangliche Feinheiten. Durchdacht und dennoch unmittelbar ziehen Hope und Knauer die großen Linien zwischen Formspiel und genialischen melodischen Einfällen. Ihre in das eigenwillig schöne Programm integrierten eigenen Bearbeitungen von Mendelssohn-Liedern sind eine Entdeckung mit Suchtpotenzial. “Felix macht glücklich!” – Ohne Zweifel, aber nicht allein er.

Tatjana Böhme-Mehner

Daniel Hope electrifies Brahms and the Romantics – Palo Alto
mercurynews.com, 02.08.2011

Daniel Hope is one of those infallible violinists. Every note is speared through the heart, purified. But somehow, along with the perfection, comes rich expression. His Sunday recital in Palo Alto — part of the Music@Menlo chamber music festival — raised certain Romantic works to a 103 degree fever-pitch, then turned cozy and meditative, drifting through delicate reveries toward a state of wonder. Everyone was content, even the birds outside; their songs grew perkier during the recital, which happened at twilight.

Performing at St. Mark’s Episcopal Church with the pianist Wu Han, Hope curated his own “Carte Blanche” concert for the festival, cherry-picking favorites. And as this year’s festival centers around Brahms, Hope built his recital around a figure central to the life of Brahms: the Hungarian violinist Joseph Joachim. A towering player of the 19th century, he was a sort of Zelig figure in musical culture — a friend and musical counselor to Brahms, Dvorak, Schumann, Bruch and other composers, connecting and inspiring them to create a slew of the Romantic era’s landmark works.

Fearing that Joachim’s legacy is being forgotten, Hope earlier this year issued a CD on the Deutsche Grammophon label titled “The Romantic Violinist: A Celebration of Joseph Joachim.” Picking up this thread Sunday, he opened with Dvorak’s Four Romantic Pieces for Violin and Piano, Op. 75, setting parameters: the stomping Bohemian folk theme of the second movement, the gorgeous double-stopped melodic fragments of the fourth, gently nuzzled and grazed.

Hope explained to the audience that it was Joachim who introduced young Brahms to Robert and Clara Schumann, setting in motion one of the 19th century’s most complicated (and creatively fertile) triangular relationships. Extending his thread, Hope played Clara Schumann’s Romance, Op. 22, No.1, a work that she (a legendary pianist) and Joachim performed on tour. Their fans included King George V, who “went into ecstasy” over the Romance, Hope explained. “So I thought I’d just warn you.”

Sunday’s performance was sturdy and sweet, but the ecstasy began with Brahms’ Violin Sonata No. 1 in G Major, Op. 78, a work dedicated to Joachim. You can hear this piece countless times and still be stunned by its depths — and its accessibility, like some amazing pop ballad. That opening melody, those startling chords! Where in the depths of imagination does a composer even conceive of such things?

Hope grew up in England and lives in Hamburg, Germany — Brahms’ hometown. And he has access to a certain brand of Romantic feeling; there’s unbridled passion in his playing, balanced by old-fashioned dignity and even reserve. In the final movement, he and Wu Han played with an airy, rippling delicacy — a fragility, even. One could imagine Debussy hearing this music and finding inspiration in it.

The concert’s second half was more consistently extroverted. It included the controlled fever of “Hexenlied” (“Witches Song”), Op. 8, by Felix Mendelssohn, an important mentor to Joachim. (Mendelssohn composed the piece for voice and piano; Hope arranged it for violin and piano.) It also included a work composed by Joachim, his Romance, Op. 2, No. 1, heavy with nostalgia, here given a swaying and aching performance by Hope and his accompanist.

Then something unusual happened as Hope’s recital approached its end: The violinist stepped back into the ranks of a festival all-star quartet.

Out came violist Paul Neubauer and cellist David Finckel, who founded the festival in 2003 with Wu Han, his wife. (She and Finckel are Menlo’s artistic directors.) With Wu Han still at the piano, and the audience cheering, the group settled in for Brahms’ Piano Quartet in G minor, Op. 25.

Finckel has a way of galvanizing performances, and this one was electric.

The members of the group played like old friends, bending with one another, growing ferocious or seeming to ask some big metaphysical question with each repetition of the four-note theme that sighs through much of the opening Allegro. Each movment of this vast piece is a latticework; there’s always something new to take in.

This time, the otherworldy textures at the close of the Intermezzo were especially precise and eerie. While the closing Rondo alla zingarese (Rondo in the Gypsy Style) took off like a Lamborghini on a mountain pass: accelerations and decelerations, stops and starts and whiplash turns — a wild ride, brilliantly executed. When it was over, some teenagers at the back of the hall — young musicians from the festival’s summer institute — broke into laughter and sang another chorus of Brahms’ Gypsy song.

By Richard Scheinin

 

Außergewöhnliche Reise
Schweriner Volkszeitung , 04.07.2011

Redefin
Picknick und Musik im Dauerregen? Die äußeren Umstände zu Beginn des Picknick-Pferde-Sinfoniekonzerts an dem seit Jahren beliebten Spielort der Festspiele MV sind diesmal leider mehr als ungünstig. Trotzdem strömen die Pferde- und Klassik-Fans am Samstagnachmittag in Scharen. “Wir haben unsere Karten schon seit Wochen. Redefin ist immer eine Reise wert, egal bei welchem Wetter. Und so schnell lassen wir uns als Norddeutsche von ein bisschen Dauerregen nicht abschrecken”, betont Hedwig Meyer aus der Nähe von Kiel. “Aber unsere Picknick-Körbe werden wir heute nicht auf der grünen Wiese, sondern wohl eher unter der Tribüne auspacken. Das Konzert findet ja zum Glück in der Halle statt”, ergänzt Frau Meyer, die mit ihrer zwölfköpfigen Familie inklusive Kindern und Enkelkindern angereist ist.

Pünktlich um 16 Uhr startet dann die angekündigte Pferdeshow: Landstallmeisterin Antje Kerber lässt es sich als Leiterin des Landgestüts nicht nehmen, höchstpersönlich zu moderieren. Klug und unterhaltsam versteht sie es, trotz nasskalten Wetters ihr Publikum zu fesseln. Leider sind einige der geplanten Pferde-Schaubilder nicht realisierbar, da der nasse Boden dies nicht zulässt. Trotz dieser Einschränkung bieten die gezeigten Präsentationen einen feinen Einblick in die vielschichtige, zukunftsweisende Arbeit des Landgestüts.

Während draußen die dreijährigen Hengste ihr Können zeigen, bereitet sich das Orchester der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland Pfalz unter der Leitung von Gastdirigent Otto Tausk in der Reithalle auf den sinfonischen Teil der Veranstaltung vor. Daniel Hope, seit diesem Jahr Künstlerischer Direktor der Festspiele MV, hat sich ein spannendes Konzertprogramm einfallen lassen, in dem nicht nur die klassische Musik als solche, sondern auch das Gespräch über Musik gepflegt wird.
Der Geiger bringt mit typisch britischem Humor eine alte Streitfrage zur Diskusssion: “Wann darf ich klatschen?” fragt er und weiß als welterfahrener Klassik-Star natürlich, dass es keine einheitliche Antwort darauf gibt. Umso herzlicher fällt der Begrüßungsapplaus für die eingeladenen Künstler aus. Mit dem gefeierten Pianisten Sebastian Knauer und Albrecht Mayer, der mit seinem unvergleichlichen Oboe-Spiel sogar die Pop-Charts eroberte, hat Hopezwei enge musikalische Freunde nach Redefin eingeladen. Sie erweisen sich als zwei Virtuosen, das das Publikum in der bis auf wenige Plätze voll besetzten Reithalle sofort in den Bann ziehen. Das musikalische Programm ist vom Feinsten, ein Klassik-Hit jagt den anderen: Bizet, Tschaikowski, Bach, Mendelssohn Bartholdy, Mozart und Beethoven bringen die Klassik-Fans in Feststimmung. Vor der Pause bringt ein Damen-Quartett aus Hamburg die Massen so richtig in Schwung: Mit zwei Geigen, Cello und Klavier agieren die Musikerinnen von Salut Salon an der Schnittstelle von Klassik, Chanson und Pop. Sie gewinnen mit ihrer schlichtweg hinreißenden Bühnenshow die Herzen der Klassik-Fans im Fluge. Nun darf auch mitten im Stück kräftig geklatscht werden!

Im zweiten Teil des Gesprächskonzerts steht dann die virtuose Meisterschaft des diesjährigen Festival-Preisträgers in Residence. Li Wei Qin am Violoncello beeindruckt im atemberaubenden und charismatischen Zusammenspiel mit dem Orchester und seinem Leiter Otto Tausk. Das ist der musikalische Höhepunkt eines langen und auch informativen musikalischen Abends. Natürlich greift auch Daniel Hope am Ende noch zur Geige, ehe das Publikum mit frenetischem Klatschen das Orchester bei der finalen Interpretation des Ungarischen Tanzes von Johannes Brahms unterstützt. Nach der Zugabe ist aber noch lange nicht Schluss. Unter dem schützenden Vordach der Reithalle gibt Daniel Hope zu vorgerückter Stunde Autogramme und sucht das Gespräch mit dem Publikum. Stimmiger Schlusspunkt einer wohl außergewöhnlichen musikalischen Reise. Und was sagt Familie Meyer aus Kiel zum Schluss? “Redefin 2011 war trotz widriger Wetterumstände eine Reise wert. Wir kommen wieder.”

Bechara El-Khoury: “War Concerto” – “Großes Kopfkino”
Nordkurier.de, 20.06.2011

Daniel Hope ist Geiger und Künstlerischer Direktor der Festspiele. Seine schicksalhafte Familiengeschichte hat den Komponisten Bechara El-Khoury zu dem Violinkonzert “War Concerto” inspiriert.

Neubrandenburg. Uraufführungen als Auftragswerke sind für ein Musikfestival die Nagelprobe, ob es sich als Plattform für musikalische Innovationen erweist oder lediglich Komponistenförderung betreibt. Das Konzert Nr. 2 für Violine und Orchester “War Concerto” von Bechara El-Khoury, mit dem die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern am Sonnabend die Saison in der Neubrandenburger Konzertkirche eröffneten, schreibt sich vermutlich in das emotionale Gedächtnis der Zuhörer ein. Das dreisätzige Werk (Uprooting. Tragico; The Song oft he Old House. Drammatico und The War. Tempestoso) des in Paris lebenden libanesischen Komponisten offenbart zunächst einmal eine große Erzählpartitur, der das musikalische Material samt Strukturfragmenten weitgehend untergeordnet ist. Thematisiert sind die Geschichten der Entwurzelung von Menschen in den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts.

Zum einen wird uns von dem Christen El-Khoury berichtet, der 1979 vor dem Krieg im Libanon ins Exil nach Frankreich flüchtet. Zum anderen erfahren wir von der Familiengeschichte des Solisten Daniel Hope, dessen Urgroßeltern als zum Christentum konvertierte Juden während des Holocaust ermordet wurden, wie das der britische Geiger in seinem Buch “Familienstücke” beschreibt.

Dass bei diesem Konzert das erzählerische Moment so im Vordergrund steht, mag an El-Khourys zweiter, literarischer Profession und an Hopes Leidenschaft für dramaturgisch-konzeptuell aufgeladene Musikereignisse liegen. Musikalisch agieren in dem Violinkonzert simplerweise zwei Stimmen. Ein melodisch angelegtes lyrisches Ich, das hier nicht unbedingt die leidende Opferrolle einnimmt, sondern im Raum der Kunst sensibel, unbeugsam und träumend aufgehoben scheint. Wobei diese Rolle nicht allein der Violine zugeschrieben ist. Auch das Orchester leiht den entwurzelten Menschen eine singende Stimme, hat aber hauptsächlich die Vorstellung von Krieg und Gewalt schlechthin auszufüllen.

Mit den martialischen, blechbläsergetriebenen Ausbrüchen bedient sich El-Khoury des großen Kopfkinos. Zahlreiche Passagen assoziieren beim Zuhörer Filmmusiken zu antiken Hollywood-Stoffen. Der Komponist versteht es schon, mit Zitaten die emotionale Beteiligung des Publikums über die gesamte Dauer dieser Als-ob-Sinfonie aufrecht zu erhalten. Das eigentliche musikalische Ereignis spielt sich in den kompositorischen Parcours voller raffinierter Arabestken ab, die der Interpretation gestatten, unglaubliche Tiefen auszuloten – besonders wenn barocke Fülle und minimalistische Klanglinien gegen einander wirken.

In der in diesem Jahr erstmals aufgelegten Reihe junger Dirigenten hat man hier mit Cornelius Meister eine gute Besetzung am Pult des NDR Sinfonieorchesters gefunden. Der 31-Jährige, der bereits als Pianist bei den Festspielen zu Gast war, versteht es, den vollen orchestralen Klang anzuschmecken, Energien wachzurütteln, die Dynamik zu konturieren, ohne im Raunen von Größe und Geheimnis die Kontrolle zu verlieren. Als hätte er jeden Ton auf seine Präzision hin abgeprüft.

Hope zeigte als Solist seine innere Beteiligung an dem ihm gewidmeten Werk. Er gibt den poetischen Figuren viel Raum und lässt sich auf das musikalische Gespräch mit dem Orchester ein, in dem die Phrasenenden der Geige in das Miteinander der Orchesterstimmen münden. So erhalten die von El-Khoury platzierten lyrischen Motive maximale Strahlkraft.

Auch das Beethoven-Sandwich ist weniger musikalisch motiviert. Vorweg gab es die Coriolan-Ouvertüre, die moralische Schuld und Zweifel des zu den Feinden übergelaufenen römischen Feldherrn auslotet. Am Schluss stand Beethovens fünfte, die “Schicksalsinfonie”, die als Statement zum Verrat Napoleons an den Idealen der Revolution gedeutet wird.

Das ganze Konzert verschränkt moralisches mit politischem Handeln. Cornelius Meister lässt Beethovens eingängigen Klang hier nicht als leichteres Erleben gegenüber der zeitgenössischen Musik erklingen. Er folgt der Dramaturgie, dass gleichsam überall die Regung des Gewissens verhandelt wird. Das Publikum in der ausverkauften Konzertkirche verstand die Größe der Musik und dankte freigiebig.

Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider wollte es nicht bei der moralischen Wirkung der Musik belassen. Sie begrüßte am Rande des Konzertes Daniel Hope als Unterstützer der überparteilichen Initiative “WIR. Erfolg braucht Vielfalt”, die für ein demokratisches, freiheitliches und weltoffenes Mecklenburg-Vorpommern wirbt.

Von Detlef Stapf

Spannende Begegnungen mit bekannten und noch nicht bekannten…
Neue Vorarlberger Tageszeitung, 24.05.2011

Auch der Sonntagnachmittag brachte die beglückende Begegnung mit einem eher unbekannten Pianisten, diesmal Sebastian Knauer. Im wesentlichen war er bei diesem Konzert Partner des Geigers Daniel Hope, doch er spielte zu Beginn so zauberhaft, wie nur ganz wenige es können, zwei Impromptus von Schubert, und war auch in der Folge ein überaus sensibler Begleiter. Daniel Hope selbst, den wir bei Thomas Hengelbrocks Feldkirch Festival als Wanderer zwischen musikalischen Welten kennengelernt haben, gab sich diesmal klassisch korrekt, aber vor allem meisterlich. Atemberaubend spannend die “Kreutzersonate” von Beethoven, und mit aller gebotenen Gesanglichkeit die Sonate von Johannes Brahms. Dazwischen ein fabelhafter Schubert und immer wieder Brahms, und als Zugabe Mendelssohn und Mozart.

von Anna Mika

“un interprète inspiré, en parfaite entente avec la direction de Conlon et un Orchestre national d’une remarquable intensité contenue”
altamusica.com, 18.05.2011

Beau concert de l’Orchestre national de France dans un programme de musique du vingtième siècle consacré aux amis Benjamin Britten et Dimitri Chostakovitch et sous la baguette de celui qui fut directeur musical de l’Opéra pendant une décennie : un James Conlon impressionnant d’autorité. Forte présence aussi du violoniste Daniel Hope.

Théâtre des Champs-Élysées, Paris
Le 12/05/2011

Plongée dans quelques grandes pages du XXesiècle pour ce concert marquant le passage par Paris de l’ancien directeur musical de l’Opéra. De 1995 à 2004, James Conlon marqua en effet fortement de sa personnalité cette formation, la maintenant à un très haut niveau international.

Il n’a, depuis, cessé d’accumuler les réussites, notamment à Los Angeles où il a implanté Wagner, avec entre autres une première Tétralogie intégrale. Depuis le début de l’année, il a aussi entrepris un cycle Britten qui s’achèvera en 2013.

C’est pourquoi, en première partie de ce concert au Théâtre des Champs-Élysées figure le Concerto pour violon que le compositeur britannique écrivit pour le violoniste Antonio Brossa en 1939.

Marquée à la fois par les souvenirs d’un voyage que Britten fit en Espagne juste avant la guerre civile et par le sombre horizon des événements politiques de 1939, la partition, malgré quelques touches de couleurs hispaniques, est d’une impressionnante intériorité, dans un langage où la musicalité prime sur toute inutile démonstration technique.

L’excellent violoniste Daniel Hope, sonorité onctueuse, tenue d’archet rigoureuse et fluide, phrasé souple et maîtrise absolue de dynamiques modérées, en est un interprète inspiré, en parfaite entente avec la direction de Conlon et un Orchestre national d’une remarquable intensité contenue.

Juste avant, et dans la continuité, on avait entenduUnfinished Journey pour violon et orchestre à cordes op. 77 du compositeur et poète franco-libanais Bechara El-Khoury, belle pièce d’une dizaine de minutes d’une écriture subtile, raffinée, sorte d’hommage à Yehudi Menuhin en forme de méditation sur le temps écoulé depuis sa disparition. Un moment attachant de musique pure, s’intégrant parfaitement comme introduction à l’univers tout aussi méditatif du concerto de Britten.

Et puis, en contraste total au moins quant à l’importance des déploiements orchestraux, Conlon dirige, par cœur, bel exemple de maîtrise technique et de concentration cérébrale, la Cinquième Symphonie de Chostakovitch, compositeur décidément bien présent à l’affiche parisienne cette semaine.

Très brillante, avec une présence impressionnante des cuivres et de l’harmonie en général, cette symphonie, créée en 1937, est encore un exemple de ces contorsions artistiques engendrées par la stupidité affolante des dirigeants soviétiques de l’époque en quête d’une musique collant à leur doctrine.

Présentée comme une tentative pour écrire une musique proche du peuple et plus conforme à l’idéal de dirigeants ignares et incultes que Lady Macbeth qui avait scandalisé Staline, la partition est en fait tout aussi moderne et non conformiste sous une fausse apparence de sagesse.

C’est une somptueuse page orchestrale passionnée, aux mille couleurs, aux grands élans, mettant en valeur l’engagement de quasiment tous les pupitres, malgré une prédominance des vents. L’ultime mouvement est-il une trop clinquante fête sonore ?

Certainement pas sous la baguette de Conlon qui sait y mettre en relief ce qu’il y a de plus original et de plus novateur dans la répartition et l’utilisation contrastée des timbres, avec une formation aussi brillante que l’est ce soir l’Orchestre national, montrant ici sa malléabilité après le climat tout autre de Britten.

Gérard MANNONI

 

Künstlerischer Spagat mit viel Energie
Stuttgarter Zeitung, 10.05.2011

Ohne Zweifel gilt er als einer der interessantesten Musiker unserer Zeit. Der britische Geiger Daniel Hope ist nicht nur in der Klassikszene ein gern gesehener Gast, sondern hat auch einen offenen Sinn für Grenzgänge und spannende musikalische Experimente. Ein bisschen etwas davon hatte auch sein Gastspiel beim Stuttgarter Kammerorchester. Im dicht besetzten Hegelsaal mutete sich Hope ein geigerisches Mammutprogramm zu und übernahm auch die Rolle des Dirigenten. Interessant war die geigerische Ausdruckspalette, die von Hope gefordert war. Vom streng polyfonen Bach-Stil über die klassizistische Ebenmäßigkeit von Mozarts G-Dur-Konzert bis hin zum Esprit und den zahlreichen Überraschungen von Mendelssohns selten zu hörendem d-Moll-Konzert reichte das Spektrum dieses begeistert gefeierten Abends………der Brite überzeugt durch seinen genialischen Zugriff, der ihm ein im positivsten Wortsinn musikantisches Spiel ermöglicht. Dies zeigt sich beispielsweise an seinen lustvollen Verzierungen bei Bach und Mozart, seinem energetischen Stil…….

Den stärksten Eindruck aber hinterließ Hope mit dem großen Konzert d-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy. Souverän bewegt sich der Teenager-Komponist durch den Mix aus barocker Konzertpraxis, galantem Stil und romantischer Ausdruckstiefe. Hope realisiert diese überschwängliche Partitur mit sattem Tonfall, bestechender Technik und einer artikulatorischen Finesse, die dieses Stück zum umjubelten Höhepunkt macht. Da wusste man, warum Hope als einer der größten Geiger gilt, dessen künstlerisches Bewusstsein bei solchen Repertoire-Raritäten Höchstleistungen produziert.

Von Markus Dippold

Alleskönner: Daniel Hope im Kammermusiksaal
Der Tagesspiegel, 04.05.2011

……Neben seinem Engagement in aller Welt engagiert sich Daniel Hope gesellschaftlich, fungiert als künstlerischer Leiter der ländlichen Musikfestspiele Mecklenburg-Vorpommern und schreibt Bücher im Akkord (zuletzt: „Toi, toi, toi. Pannen und Katastrophen in der Musik“). Am Dienstag gastiert er mit dem Stuttgarter Kammerorchester in Berlin und tritt in sämtlichen Stücken solistisch auf – lasst ihn den Löwen auch noch spielen…

Doch Hope kann das Mammutprogramm meistern. Weil er als Interpret immer genau weiß, wo er hin will, weil ihm sein schöner singender Ton die Aufmerksamkeit des Publikums im vollbesetzten Kammermusiksaal sichert.

Berührend, wie er für Mendelssohns frühes D-Moll-Violinkonzert wirbt, beruhigend seine Stilsicherheit bei Mozart. Im Bach’schen Doppelkonzert (mit Benjamin Hudson) kann er sich von den mit barocker Rhetorik wohlvertrauten Stuttgartern tragen lassen……….Wer befürchtet hatte, der gut warmgespielte Künstler würde womöglich spontan noch Tschaikowskys Violinkonzert zugeben wollen, sah sich angesichts eines reschen Vivaldi- wie eines lieblichen Bach-Schmankerls angenehm enttäuscht.

Frederik Hanssen

Stauen und Loslassen
Basler Zeitung, 30.04.2011

Belgiens Nationalorchester spielte unter Walter Weller im Basler Musiksaal

Walter Weller dürfte sich im Musiksaal wie zu Hause gefühlt haben, war er doch 1994 -1996 Chef der Basler AMG. Jetzt gastierte er mit seinem Orchester aus Brüssel, das er seit 2007 leitet.

Max Bruch gehört zu jenen bedauernswerten Komponisten, die im Musikleben mit einem einzigen Werk vertreten sind, obwohl sie noch viel mehr geschrieben haben: mit dem Violinkonzert in g-Moll. Und der Solist des Abends, der britische Geiger Daniel Hope (36), legte wie auf seiner neuen CD (siehe S. 49) eine souveräne, blitzblanke Interpretation dieses in seiner Melodienseligkeit packenden  Werks vor.

Hope, als Sohn der früheren Menuhin-Assistentin Eleanor Hope ein halber Gstaader, spielte mit starkem, vibratogesättigtem, blühendem und intonatorisch makellosem Ton. Als er als Zugabe Ravels “Kaddish” im Gedenken an den vor 95 Jahren geborenen Yehudi Menuhin spielte, erinnerte man sich gern daran, dass auch Meister Menuhin das Bruch-Konzert pflegte, es aber mit mehr Schlichtheit und Anmut erfüllte.

Sigfried Schibli

Eine Welt ohne Klassik wäre tödlich
Aargauer Zeitung, 28.04.2011

Intervew anlässlich des Konzetes in Zürich am 26. Aprl 2011

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Die Kunst der Kantilenen
Neue Zürcher Zeitung, 28.04.2011

“Mit Max Bruchs Violinkonzert in g-Moll kam dann das virtuose Element machtvoll zum Zug. Der britische Geiger Daniel Hope beherrscht sie allerdings mit einer solchen Selbstverständlichkeit, dass sie in seinem Spiel gar nicht auffällt. Auch will Hope nicht in erster Linie aufrütteln und an die Grenzen gehen, sondern er betört mit seinen Kantilenen im Lyrischen. Dass folglich der Mittelsatz des Konzerts den stärksten Eindruck hinterlässt, braucht nicht betont zu werden.”

Bruch Violinkonzert
Die Welt, 15.04.2011

…….Blendend saubere Legatobögen und eine gute Abstimmung in der Klangbalance zeigten die Belgier auch im Violinkonzert von Bruch, für das sie sich Daniel Hope, den stets sympathischen Geiger und Künstlerischen Direktor der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, als Solisten ausgewählt hatten. Mit klarem Ton und intensivem Vibrato, aber unaufdringlich und nobel, gestaltete er den vorspielartigen ersten Satz. Wirkungsvoll waren auch seine Mini-Zäsuren im Adagio, kurze Absetzer etwa vor einem Intervallsprung, die nahtlos in die großen Melodiebögen integriert wurden. Wie dem Orchester ging es Hope um Deutlichkeit und reduziertes Schmachten. Das auflodernde Feuer sparte er sich besonders fürs berühmte Finale auf. Galant moderierte Hope daraufhin eine Zugabe an, die aus einer Improvisation über indische Folklore bestand.

Tonhalle Düsseldorf: Geiger Hope schwelgt
Rheinische Post, 14.04.2011

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Stargeiger Daniel Hope mit dem berühmten Bruch-Konzert in der Tonhalle – da lautet die erste Frage, ob er’s schöner spielt als auf Platte. Nun, Hope schwelgt auch live im Klangrausch wie auf der CD, allerdings darf man nun schwärmen, mit welcher Spielkultur er auf seiner Geige zaubert. Lasziv langsam und pianissimo geht er die Einleitung an, attackiert heftig die vollmundigen Akkorde. Hope drängt stets und auf sämtlichen Saiten zur hohen Lage, mit einem Vibrato, das singt, als ginge es um alles. Selbst die brillanten Oktav- und Dezim-Passagen zaubert er mit großem Können, immergroßer Emotion…………

Nachdem Hope im Finale auch flinke Finger gezeigt hatte, widmete er zunächst einer Dame in Reihe eins seine Blumen, hernach seinem Entdecker Yehudi Menuhin die Zugabe: einen Kaddisch (Totengebet) von Ravel, im Gedenken an Hopes und Menuhins letztes gemeinsames Konzert vor zwölf Jahren in der Tonhalle………

ARMIN KAUMANNS

Daniel Hope glänzt im Bruch-Konzert
Westdeutsche Zeitung Ausgabe Düsseldorf, 14.04.2011

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Mit dem innigen, melodisch sanft verschlungenen Kaddisch von Maurice Ravel bedankte sich der britische Geiger Daniel Hope für den Beifall beim Konzert in der Tonhalle. Er habe das Stück schon einmal 1999 in Düsseldorf als Zugabe gespielt, sagt Hope. “Das war beim letzten Konzert, das Yehudi Menuhin dirigierte.” Menuhin hätte sich während der Zugabe zu den Orchestermitgliedern gesetzt. “Kaum einer wusste, dass er so krank war, vier Tage später war er tot.” Nun gastierte Hope (Foto) als Solist beim Konzert des Belgischen Nationalorchesters unter der Leitung von Walter Weller. Er spielte das Solo des 1. Violinkonzerts von Max Bruch, jenem Opus Magnum, mit dem der deutsche Romantiker ein einziges Mal in die Liga der Violinkonzert-Komponisten wie Beethoven, Mendelssohn, Brahms und Tschaikowsky aufstieg.

 

Hope musizierte auffallend ernsthaft, bügelte nichts glatt, sondern betonte die Ecken und Kanten des Werks. In den Ecksätzen klang sein Bogenstrich herb und expressiv, um im langsamen Mittelsatz zu einer nicht minder ausdrucksvollen Sanftheit überzugehen. Unterdessen entfaltete das Orchester einen zugleich kraftvollen und noblen Klang.

Romantiker der alten Schule
Neue Rhein-Zeitung, 14.04.2011

Daniel Hope mit Orchester in der Tonhalle

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Tonhalle: Geiger Hope schwelgt
Rheinische Post, 14.04.2011

Stargeiger Daniel Hope mit dem berühmten Bruch-Konzert…

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Daniel Hope glänzt im Bruch-Konzert
Düsseldorfer WZ, 14.04.2011

Mit dem innigen, melodisch sanft verschlungenen Kaddish…

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Mensch auf der Bühne
Stuttgarter Nachrichten, 13.04.2011

Belgisches Nationalorchester und Daniel Hope in Stuttgart

Nichts wirkt gekünstelt an seinem Spiel: Der Geiger Daniel Hope besitzt jenen intensiven Ton, der von der ersten Sekunde an fesselt. Im Meisterkonzert am Montag im gut gefüllten Beethovensaal der Stuttgarter Liederhalle zeigte der Brite in Max Bruchs erstem Violinkonzert, dass ihm nichts ferner liegt als eine nur auf Schönklang und Präzisionsfingerwerk getrimmte Virtuosität.

Hope stürzt sich risikofreudig in die rasend schnellen Läufe, reißt die Saiten mit dem Bogen rau an, schleift den Ton gerne in den nächsten hinein. Er überspielt auch nie, dass das alles sehr viel Arbeit ist, wischt sich gelegentlich den Schweiß von der Stirn. Um dann im Adagio zu jenem dunkel-verträumten und schmerzerfüllten Nachdenken zu gelangen, welches das Herz lauschender Gefühlsmenschen höher schlagen lässt. Hope bleibt Mensch auf der Bühne, steht nicht für abgehobenes Virtuosentum. So wirft er sein Blumenbouquet am Ende so schnell ins Publikum, als sei’s eine lästige Last…….

Von Verena Großkreutz

Geiger Daniel Hopes rasante Läufe beim GVE-Konzert in der Ladeshalle
Erlanger Nachrichten, 12.04.2011

 

Geiger Daniel Hopes rasante Läufe beim GVE-Konzert in der Ladeshalle — Gut disponiertes „Orchestre National”

„Bruch, wo haben Sie denn das schöne Notenpapier her?”, soll Johannes Brahms einst süffisant gefragt haben, als der ihm ehrfurchtsvoll eine eigene Komposition vorlegte. Auf dem Notenpapier fand sich mit Sicherheit nicht Bruchs geniales Paradestück, nämlich sein Violinkonzert in g-Moll op. 26, das seinem Schöpfer später zu Weltruhm verhalf, von dem er allerdings finanziell nicht profitierte – ein Künstlerschicksal! Dieses höchst virtuose, grandiose und einfallsreich gestaltete Wunderwerk, dramatisch, melodiös und sentimental zugleich, kredenzte beim GVE-Konzert in unnachahmlicher Weise der in Südafrika geborene Weltklasse- Geiger Daniel Hope. Begleitet wurde er von dem gut disponierten „Orchestre National de Belgique” unter der umsichtigen Leitung seines österreichischen Chef-Dirigenten Walter Weller. Mit der sehr populären, eingängigen „Akademischen Festouvertüre” von Johannes Brahms – wie das Bruch’sche Violinkonzert ein Klassik- Hit – begann ein genussreicher Abend, an dem die Belgier herausragende Werke der spätromantischen Phase präsentierten, die von den Zuhörern in der fast ausverkauften Ladeshalle heftig umjubelt wurden. Aus Dankbarkeit für die Verleihung der Ehrendoktorwürde hatte Brahms in seiner Konzert-Ouvertüre drei bekannte Burschenschafts-Lieder kunstvoll miteinander verknüpft, raffiniert instrumentalisiert und sie mit großem Orchesterapparat effektvoll ausgestattet. Bereits hier demonstrierte die belgische Musik-Crew ihre eminenten spielerischen Qualitäten, als sie – konzentriert und temperamentvoll – dieses Bravourstück mit seiner jubelnden „Gaudeamus igitur”-Coda darbot.

 

Pannen und Katastrophen Daniel Hope, auch als Literat erfolgreich, der sich in seinem jüngst erschienenen Buch höchst unterhaltsam über Pannen und Katastrophen in der Musik ausließ, trat anschließend aufs Podium. Er, der als Primarius des legendären „Beaux Arts”-Trios seinen internationalen Erfolg begründete, spielte auf seiner Galiano-Geige das zum Favoriten aller Musikfreunde avancierte g-Moll-Violin-Konzert von Max Bruch so aufregend-prickelnd, technisch und musikalisch in gleicher Weise absolut perfekt, dass einem schier der Atem stockte. Mit seinem vollen, kraftvollen und modulationsfähigen Geigenton gelang es diesem Ausnahmekünstler, sowohl den innig-melodiösen Charakter im romantisierenden, wunderschönen Adagio des zwei-ten Satzes als auch die „ungarische” Leidenschaftlichkeit im Finale äußerst wirkungsvoll zu vermitteln. Scheinbar mühelos bewältigte er komplizierte Doppelgriffe, rasante Läufe und das diffizile Spiel in hohen Lagen: Ein unvergessliches Erlebnis für alle Freunde dieses Instruments! Eine deutsch-französische Synthese am Ende dieses ereignisreichen Abends: César Francks einzige Symphonie, die, abweichend von der deutschen Tradition, auf drei Sätze reduziert, den Klangreichtum französischer Instrumentalmusik am Ende des 19. Jahrhunderts gekonnt widerspiegelt. In dem monumentalen, kontrastreichen, systematisch aufgebauten Werk mit seiner feingliedrigen Struktur, vor allem im furiosen Finalsatz, unterstrich das belgische Nationalorchester seine beträchtlichen musikalischen Fähigkeiten. Walter Wellers souveräne, eindringliche und situations-gerechte Dirigierweise trug wesentlich dazu bei, dass dieser höchst komplexe symphonische, auch am späten Beethoven sich orientierende Musik-Koloss vom Erlanger Publikum mit großem Applaus bedacht wurde.

Die verschiedenen klanglichen Facetten spätromantischer Musik wurden von dem herausragenden, glänzend disponierten Interpreten Daniel Hope und einem vortrefflichen, von Walter Weller gut geleiteten Orchester an diesem Abend plastisch und auf überzeugende Weise dargeboten: Viel Beifall und mehrere Zugaben. Alles in allem: Genuss pur! DIETHARD HENNIG

Virtuosenfutter – Glocke in Bremen
Weser Kurier, 28.02.2011

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Vancouver Recital Society, Erwin Schulhoff, Daniel Hope, Jeffrey Kahane
The Vancouver Sun, 16.02.2011

By David Gordon

It might seem a bit pedantic to make a distinction between a violin recital and a violin/piano program of chamber music.  But the differences were made abundantly clear by the program presented by violinist Daniel Hope and pianist Jeffrey Kahane at the Chan last night: three big sonatas (by Erwin Schulhoff, Brahms, and Franck), with the early Theme and Variations by Messiaen added for good measure.

Hope has been here in a previous incarnation, as violinist of the late (great) Beaux Arts Trio. Kahane was a regular in the early days of the Vancouver Chamber Music Festival.  He was a favourite musician then, and has become an even more responsive and persuasive artist these decades later.

Beyond exceptional playing, the program had another important raison d’etre: two works that I don’t think have ever featured on Vancouver programs. The tragedy of Schulhoff and the great service done by musicians who are allowing us to rediscover his fine music is a compelling story all on its own. His Second Violin Sonata, written in the late 1920s, is a bit discursive for my tastes, but what a reading it got from the duo!

Messiaen’s Theme and Variations, written in the early 30s when the composer was in his early 20s, is something of a miracle: every second of the work shows a composer who knew exactly what he wanted and exactly who he was. Remarkable.

And remarkable chamber playing from a spectacular duo.

Daniel Hope, Jeffrey Kahane review
San Francisco Chronicle, 12.02.2011

by Joshua Kosman, Chronicle Music Critic

In a world where classical concert programs spend so much time cycling endlessly through the same familiar repertoire, a program like Thursday’s exciting duo recital by violinist Daniel Hope and pianist Jeffrey Kahane comes as a welcome – and also infuriating – reminder of how much great music audiences are routinely missing.

Appearing in Herbst Theatre under the auspices of San Francisco Performances, the two musicians salted their program with recognized masterpieces by Brahms and César Franck. But the real meat of the evening was in the novelties, a pair of beautiful and dramatic pieces by Erwin Schulhoff and Olivier Messiaen that should by rights be staples of the recital world.

Schulhoff’s brilliant four-movement Violin Sonata No. 2, written in 1927, is buoyant and abrasive and full of surprises, a mixture of Debussyan harmonies and an aggressive rhythmic palette. The slow movement is, of all things, a tender jazz ballad, with the violin intoning a lugubrious and haunting songlike melody that occasionally breaks into double-stops to devastating effect. Hope and Kahane gave it a marvelous performance.

Just as beautiful was Messiaen’s “Theme and Variations,” composed in 1932. The theme itself is a long-breathed, arcing affair whose sweetness runs like an undercurrent through even the most vivacious of the ensuing variations. Brahms’ First Sonata sounded ripe and rich-toned, especially in the slow movement, and the Franck Sonata in A Major moved with assurance from vigorous brilliance to delicacy and back again. The encore was a plangent account of Ravel’s “Kaddish.”

Daniel Hope triumphs in Lucerne, playing and directing the Festival Strings
Neue Luzerner Zeitung, 24.01.2011

by Fritz Schaub

Daniel Hope directed the renowned Lucerne Festival Strings with a performance at the KKL which paid tribute to Yehudi Menuhin and featured works associated with the great violinist, such as Mendelssohn’s D minor Violin Concerto, Bach’s Double Concerto and Arvo Pärt’s “Darf ich?”.

The “Neue Luzerner” Newspaper writes: Hope is one of the most sought-after violinists of today, as comfortable and experienced in the field of baroque music and historical performance as he is versatile and convincing in classical and romantic repertoire. In this concert all sides of his talent could be heard……Hope and the Ensemble delighted the audience with great sensitivity, charm and joyful music making resulting in frenetic standing ovations”.

The full German text of the review is printed as separate review in german “In sprühender Musizierlaune”.

In sprühender Musizierlaune
Neue Luzerner Zeitung, 24.01.2011

von Fritz Schaub

Die Festival Strings boten eine Hommage an Menuhin. Sie zeigte das Orchester und den Geiger Daniel Hope auf ebenbürtigem Niveau.

Im zweiten Konzert der laufenden Saison traten die Festival Strings Lucerne mit dem aus Südafrika stammenden, in England gross gewordenen Geiger Daniel Hope auf, dessen Konterfei in Grossaufnahme seit Monaten von den Plakaten prangte. Er gilt heute als einer der gefragtesten Geiger, so vertraut mit der Alten Musik und der historischen Aufführungspraxis wie erfindungsreich in der Musik der Klassik und der Romantik. Beide Stärken kamen in dem Matineeprogramm, welches die Festival Strings gestern Vormittag im KKL-Konzertsaal boten, zum Ausdruck.

Dass heute das Orchester Barockwerke ganz anders angeht als früher, nämlich artikulierter, geschärfter im Klang, war bei der Wiedergabe der beiden sehr bekannten Doppelkonzerte, des d-Moll-Konzerts von J. S. Bach und des a-Moll-Konzerts von Vivaldi, deutlich zu spüren. Die Festival Strings verzichteten zwar nicht auf das ihnen vertraute Instrumentarium, aber die Verwendung einer Theorbe (in Finalsatz des Vivaldi-Konzerts durch eine Laute ersetzt) zur Verstärkung des Generalbasses war ein äusseres Zeichen dafür, dass die Musiker nicht unberührt sind von der historisch richtigen Spielweise. Und Daniel Hope verwendete bei beiden Werken einen alten Bogen.

Natürliche Autorität
Zum Engländer gesellte sich in den Solopartien mit Daniel Dodds der Konzertmeister des Kammerorchesters. Hope gebärdete sich keineswegs als Starsolist, ja nicht einmal als Dirigent. Es waren die natürliche Autorität und der von ihm ausgehende musikantische Zug, welche das Spiel der Festival Strings zusammenhielten und prägten.

Daniel Dodds stand seinem berühmten Kollegen, was geigerischen Elan, Akzentuierung und Präzision betrifft, kaum nach, einzig, dass sich die angriffige Spielweise, besonders in den beiden deutlich zugespitzten, auch klangliche Reibungen nicht scheuenden Finalsätzen in einer übertriebenen Gestik breitmachte und bisweilen ins Markige umschlug. Es war nicht zu überhören, dass Hopes Geige auch in extremen Schärfungen weicher klang als jene des Luzerners.

Das Konzert war als Hommage an Yehudi Menuhin gedacht, mit dem Hope jahrelang eng zusammenarbeitete und der auch in der Geschichte der Festival Strings eine bedeutende Rolle spielte. Bei den Werken von Mendelssohn und Arno Pärt ergab sich sogar ein direkter Bezug zu dem legendären Geiger. Arno Pärts «Darf ich …» (1995/99) für Violine solo, Röhrenglocke in Cis und Streicher ist ihm gewidmet. Das Werk ist in seinem Habitus eher traditionell geschrieben und klingt mit seinem meditativen Charakter äusserst angenehm im Ohr.

Bei Mendelssohn im Element
Den eigentlichen Schwerpunkt bildeten zwei geniale Werke des frühreifen Felix Mendelssohn Bartholdy, die auch zu Menuhins bevorzugten Stücken gehörten, das d-Moll-Violinkonzert des 13-jährigen (das Menuhin mit entdeckte) und das Oktett für vier Violinen, zwei Violen und zwei Violoncelli des 16-jährigen Mendelssohn.

In beiden zeigten sich die Festival Strings und Daniel Hope von ihrer besten Seite und begeisterten das Publikum durch hohe Empfindsamkeit, Charme und Musizierfreude derart, dass sich dieses zu  Standing Ovations erhob.

So klingt das All von Marc Chagall – Daniel Hope im Bucerius Kunst Forum
Die Welt, 12.01.2011

Autor: Peter Krause

In seinen Bildern singen die Farben. Da versteht sich selbst ein sonst nur krähender Hahn aufs Geigen, und eine Kuh muht nicht, sie musiziert. Marc Chagall liebte die Musik und bannte die flüchtige Zeitkunst auf die Leinwand, schenkte ihr jene Augenblicke von Ewigkeit, nach der Geiger und Pianisten sich im Konzert sehr sehnen. Wie die Pendeluhr aus dem Wohnzimmer seiner Eltern sich einem Leitmotiv gleich durch seine Bilder zieht, so sind Chagalls Meisterwerke immer Studien von Zeit und Raum zugleich. Sah sich der russische Kosmopolit als “zwischen Himmel und Erde geboren”, überwand der malende Komponist auch die Begrenzungen der Einzelkünste auf tief träumerische Weise.

Er wäre ja so gern Dichter oder Musiker geworden, am liebsten wohl ein Geiger. Irgendwie ist der Maler, dem die Musik ein Geschenk des Himmels war, dann ja alles geworden: ein universaler Künstler, von der Idee eines den ganzen Kosmos durchdringenden Glücks genauso erfüllt wie von der nicht minder umfassenden Erfahrung des Leidens in der Welt berührt: So zieht sich auch der gekreuzigte, bei ihm dezidiert jüdische Christus durch seine Bilder, die noch bis zum 16. Januar im Bucerius Kunst Forum zu sehen sind. Im Duo-Abend von Daniel Hope und Sebastian Knauer waren am Montag ebenda Chagalls “gemalte Klänge” nachzuhören. Vor dem Konzert ließen sich die Bilder bestaunen, hernach in jener Musik wiederentdecken, die Chagall bewegte: Allen voran Bach und Mozart, aber auch die komponierenden Kollegen der 20er-Jahre, die er während seines ersten Aufenthaltes in Paris zum Teil persönlich kennenlernte.

Stargeiger Hope und Pianist Knauer vermochten es als leidenschaftliche Vermittler ihrer Kunst, die Musik in ihren Beziehungen ganz neu zu beleuchten. Das Largo aus Bachs “Sonate für Violine und Klavier c-Moll” mit seinen motivischen Verweisen auf die Altarie “Erbarme Dich” weiteten die beiden Überzeugungskünstler zum Klangsymbol jüdischer Passion. Mozarts “Sonate für Violine und Klavier G-Dur KV 379″ hingegen verströmte jene kontemplative Freude, von der nur ein Mensch singen kann, der die Schattenseiten des Lebens abgeschritten hat. Von denen wusste Daniel Hope in seiner zu Herzen gehenden Interpretation des “Kaddish für Violine und Klavier” von Maurice Ravel zu berichten. Das zentrale Gebet der Juden, das in seiner Bedeutung dem christlichen Vaterunser ähnelt, stattete der Geiger mit seinem satten Vibrato aus, verlieh ihm eine tränenreiche Melancholie.

Die rhythmische Gewitztheit von Strawinskys “Duo concertant” ließ sich dann ebenso auf Chagalls Malerei mit ihrer bildnerischen Synchronisierung des Unzeitgleichen beziehen wie César Francks “Sonate für Klavier und Violine A-Dur”: Die romantischen Vorhalte und tristanesken Harmonien spielten Hope und sein kongenial kraftvoller Kollege Knauer mit so tollkühner Emphase aus, als hätte Chagall sie höchstselbst zu solch flammender Farbkraft inspiriert.



2010


Daniel Hope rounds up an extraordinary 2010 with four spectacular New York concerts
New York Times, 31.12.2010

In a year that began with Daniel Hope performing to and addressing the German parliament in January 2010, December saw his return to New York for performances at Lincoln Center, the People’s Symphony and Carnegie Hall. He was joined by celebrated lute-player Paul O’Dette and a group of superb young musicians from the Chamber Music Society of Lincoln Center for his “AIR” programme of baroque music, a recital with young Israeli pianist Roman Rabinovich, and a performance of the Brahms Double Concerto at Carnegie Hall with cellist Paul Watkins, conducted by Jaime Laredo.

Vivien Schweitzer of the New York Times wrote: “…..Mr. Hope’s bow blurred over his instrument in a feat of impressive virtuosity…… a rendition notable for its rhythmic buoyancy, depth and improvisatory flair. ……. playing with lithe, soulful élan and a cleanly articulated sound. Mr. Hope and his colleagues also brought imaginative panache to their rocking rendition of Vivaldi’s Sonata for Two Violins…..Telemann’s Violin Concerto in A minor (was) given a brooding and fiery performance……..The encore was a lovely performance of Bach’s familiar “Air on the G String.”

Allan Kozinn of the New York Times said of the Carnegie Hall performance: “The violinist Daniel Hope and the cellist Paul Watkins each produced a rich, seductive tone and found a nuanced balance between the virtuosity and warmth that the Brahms Double Concerto demands. The orchestra’s contribution — solid, powerful and sharply articulated — kept the work’s inherent drama fully in focus.”

No Musicians Harmed in Playing This Concert
The New York Times, 13.12.2010

By VIVIEN SCHWEITZER

Life has often been precarious for musicians, and it continues to be so. But at least the financial and psychological battles endured by musicians today tend to be less deadly than those waged by some of their predecessors.

The violinist Daniel Hope — an engaging speaker during a concert of the Chamber Music Society of Lincoln Center at Alice Tully Hall on Friday evening — said that during wars in the Baroque era, trumpeters would be sent first into the fray. The enemy would try to shoot them to knock out their musical signal.

Mr. Hope offered the anecdote while introducing “La Guerra Così Nominata di Sua Maestà” (“War, so Named by His Majesty”), a piece by Johann Paul von Westhoff, a 17th-century German composer and favorite of Louis XIV. Westhoff’s music was featured in a program of Baroque music that explored the roots of the modern violin and featured excerpts from “Air: A Baroque Journey,” Mr. Hope’s recent Deutsche Grammophon CD.

In “La Guerra” Westhoff used bariolage, a fast alternation between static and changing notes. Over the steady beat of a drum, Mr. Hope’s bow blurred over his instrument in a feat of impressive virtuosity. Mr. Hope also played Westhoff’s evocative “Imitation of Bells” and “Imitation of the Lute.” For this he sat beside the lutenist Paul O’Dette and played the strings of his violin like those of a guitar.

Alongside these rarities were staples of the repertory, including Bach’s Concerto for Two Violins in D minor, which opened the program in a rendition notable for its rhythmic buoyancy, depth and improvisatory flair. The violinists who played here — Mr. Hope, Bella Hristova, Kristin Lee and Yura Lee — were excellent throughout the evening, playing with lithe, soulful élan and a cleanly articulated sound.

Mr. Hope and his colleagues also brought imaginative panache to their rocking rendition of Vivaldi’s Sonata for Two Violins in D minor (“La Follia”), which, with a tambourine, sounded like a Baroque jam session in its rowdier moments.

Also on the program were Telemann’s Violin Concerto in A minor, given a brooding and fiery performance, and a little-known work by Nicola Matteis, a set of variations on a repeating, four-measure harmonic pattern.

The mandolin, like the violin, was modernized in the Baroque era, and composers took advantage of its more penetrating sound. Avi Avital, a gifted young performer, was the soloist in Scarlatti’s Mandolin Sonata in D minor. He also performed in a vivacious interpretation of Vivaldi’s Concerto for Violin and Mandolin in A minor.

The program ended on a vivid note with Andrea Falconieri’s Ciaccona for Two Violins and Percussion. The encore was a lovely performance of Bach’s familiar “Air on the G String.”

Brillante Dialoge in souveräner Vitalität
Rheinische Post, 27.11.2010

Von Angela Wilms-Adrians

Kempen Daniel Hope spielt in den bedeutenden Konzertsälen der Welt – und trat bereits mehrfach in Kempen auf. In der Reihe der Klosterkonzerte “Musica antica e viva” begeisterten der britische Violinvirtuose und das Ensemble “l’arte del mondo” in der Paterskirche.

Die Chemie zwischen Solisten und Orchester war kongenial in einer nahezu greifbaren Begeisterung für eine lebendig atmende Musik. Auf dem Programm standen Werke der drei großen Komponisten Mozart, Vivaldi und Bach. Zu Mozarts “Divertimento D-Dur” gelang dem Streichorchester in einer lebendig entfalteten Instrumentierung ein hinreißend schöner Auftakt.

Der künstlerische Leiter und Konzertmeister Werner Ehrhardt strahlte eine sympathische Hingabe aus und riss als erster Geiger seine Mitstreiter zu Höchstleistungen mit.

Die Instrumentalisten begeisterten mit intensiver Spielfreude und packender Dynamik bei selbstverständlich anmutender Sicherheit. Jedes Werk, jeder Satz besaß klangmalerisch ein ganz eigenes Gewand und war zugleich Teil eines Ganzen, das geprägt war von einer leidenschaftlichen, ungemein lebendigen Interpretation. Zu Vivaldis “Konzert für zwei Violinen, Streicher und Basso Continuo a-moll” und Bachs “Konzert für zwei Violinen und Streicher dmoll” stand Geigerin und Ensemblemitglied Andrea Keller dem prominenten Gast als Solistin zur Seite.

Ausdrucksstarkes Spiel

Die international gefragte Violinistin und Konzertmeisterin glänzte im virtuosen und ausdrucksstarken Spiel. Mit dem Stargast entfaltete sie brillante Dialoge in souveräner Vitalität. Daniel Hope schließlich ist ein Magier seines Instruments. Der in jungen Jahren von Yehudi Menuhin entdeckte Virtuose scheint keine Starallüren zu kennen. Die Solovioline Doppelkonzerte waren Begegnungen mit der Solopartnerin. Ebenso nahm der britische Geiger Blickkontakt zu Orchestermitgliedern auf und schien sich dann wieder ganz in sein Spiel zu versenken.

Daniel Hope verbindet das Virtuosentum mit einem intensiv leuchtendem Feuer von großer Strahlkraft. Zu Vivaldis “Sommer” aus den “Vier Jahreszeiten” beendeten Daniel Hope und das Ensemble “l’arte del mondo” in einer reich pulsierenden Interpretation von glühender Intensität das Konzert. Schon vor der Pause hatten die Musiker langen Beifall geerntet. Es war, als hätten die Besucher in der ausverkauften Paterskirche gefürchtet, die Interpreten könnten ansonsten nicht wieder kommen. Das Finale schließlich wurde mit stehenden Ovationen gefeiert, die natürlich auch mit einer Zugabe bedacht wurden.

 

 

Rave reviews for Hope’s Britten Violin Concerto performances in Copenhagen
Tidende Berlingske & Politiken, 20.09.2010

September 2010: Daniel Hope has just given two critically acclaimed performances of Benjamin Britten’s Violin Concerto at the new Copenhagen Concert Hall, with the Danish National Symphony Orchestra and conductor Thomas Dausgaard.

Søren Schauser of the “Tidende Berlingske” newspaper writes:
“Just play, or save the world at the same time? Daniel Hope wants to do both.
The British virtuoso with a clear vision ranks among the hottest names in classical music. Fortunately, the man stops by from time to time – like this week in the Danish Radio Concert Hall.

Fortunately? Yes. Because he produces a sound which is out of this world. His sky high notes float like honey into one’s ears, almost branding themselves there forever……..the air stands still under the sound of Hope’s violin. And, of course, Hope played a Schulhoff-piece as an encore – a composer who died in a Bavarian concentration camp. And for the second time; the air stands still. Brilliantly done……..”

Henrik Friis of the “Politiken” newspaper writes:

”Violin-magician Daniel Hope proved to be exactly the happening, impressively  versatile violinist that his steady stream of successful cd’s from all corners of classical music history have demonstrated. He appeared in Thursday’s concert with a playful yet poetic version of his compatriot Benjamin Britten’s Violin Concerto……..Hope did everything to keep a sense of danger in the material, and the combination of Britten’s surprising ways of reinventing old and worn out formulas, together with Hope’s lively expression, made the piece sound like a classic that you didn’t know you had missed. Few composers –  and few artists like Hope and Dausgaard – can spellbind a whole auditorium with a simple scale …….At the same time they succeeded in making the instruments dance together……..it was profoundly musical.—“

Konzerthaus Berlin
Der Tagesspiegel, 01.06.2010

“…….im Konzerthaus präsentiert Metzmacher mit dem DSO den edlen Solistenwettstreit in der Philharmonie, und – neben Nobuko Imai – heißt seine Trumpfkarte Daniel Hope. Zu dem sonoren Gesang der Bratschistin gesellt der Geiger seinen Zauberton, seine Phrasierungskunst, die auf ein beredtes Decrescendo baut. Ein liebenswürdig-romantischer Manierismus ist dabei und, wo die Musik dafür keinen Raum lässt, eine gewisse Beiläufigkeit.”

Entwaffnend zart
Süddeutsche Zeitung, 16.03.2010

Daniel Hope und das Zürcher Kammerorchester

Ein Solokonzert je von Telemann, Bach, Geminiani, dazu Doppelkonzerte von Bach und Händel und als Abschluss noch den “Sommer” aus den “Vier Jahreszeiten”? Andere Geiger würden damit drei Abende bestreiten. Aber Daniel Hope ist nun mal ein Unermüdlicher, spielt Musik aus allen Epochen, schreibt Bücher, organisiert Festivals und moderiert – wie hier im Prinzregententheater – nebenher noch gerne und charmant.

Wie das alles geht, wird spätestens in Bachs a-moll-Konzert klar: Hope nimmt sich einfach nicht so wichtig. Statt wie üblich die Virtuosität der Ecksätze vorzuzeigen, kaschiert er Passagenwerk geradezu hinter großer Linie; seine Fähigkeit zu blitzschnellem An- und Abschwellen lässt die langsamen Sätze zu den eigentlichen Höhepunkten werden. Hier triumphiert sein zart angestrichener Silberglöckchenklang, der durch Feinstabstufungen in jedem Moment changiert und bewegt bleibt. Kann Hopes höchst eigener Ton in Aufnahmen bisweilen etwas schmal wirken, so schillert er live durchaus aufgeraut und mehrkörnig bis an die Hörbarkeitsgrenze. Dass ihn das Zürcher Kammerorchester am sowieso etwas unruhigen Beginn mit seiner großbesetzten Continuo-Gruppe manchmal verschluckt, scheint da fast Programm.

Als ehemaliger Violinist des Beaux Arts Trio hat Hope das Kammermusikalische verinnerlicht. Auch hier spielt nur ein Primus inter Pares das Bach-Doppelkonzert und kleinere Stücke gemeinsam mit einzelnen Orchestermusikern. Die Zürcher, ohne eigenen Dirigenten, schaffen begeistert Drive und Terrassendynamik, agieren nicht nur in “La Battalia”, dem Schlachtengemälde von Heinrich Ignaz Franz von Biber, fast kämpferisch. Daniel Hope aber im Zentrum entwaffnet damit, dass er sich voller Risiko verletzlich zeigt: langer, stürmischer Beifall. MICHAEL STALLKNECHT
 

Daniel Hope and Friends
The Guardian, January 2010, 21.01.2010

Royal Albert Hall, London

By Guy Dammann, 21st January 2010

Billed as a “ba-rock” concert, this spin-off concert from Daniel Hope’s latest Deutsche Grammophon album brought the trappings of an informal gig – standing only in the Royal Albert Hall’s Elgar Room, chatting, and texting allowed, if not encouraged – to a period performance exploring the history of baroque virtuoso violin technique……..knowing it instead from Handel’s D minor keyboard suite didn’t prevent my appreciating artistry of breathtaking vitality, the violins of Hope and Daniel Deuter not so much passing the melody between them, as taking turns to savour something circling above them. The performers’ faces crumpling under the accumulation of Handel’s expertly intertwined sighs, a tenderness of extraordinary richness took hold of the room.

This was a memorable evening’s music-making…….



2009


Theresienstadt
theartsdesk, 01.10.2009

…One amazing aspect of the Theresienstadt saga is that music banned by the National Socialists was cynically given free reign in the camp. Erwin Schulhoff, here enjoying the passionate advocacy of Daniel Hope, was always going to threaten the emotional pygmies with its Bartokian defiance and decadent hothouse lyricism. Hope gave movements from two of his sonatas and his smouldering G-string ascents were gloriously and dangerously uninhibited…

Edward Seckerson for theartsdesk

The Fiddler on the Shore
The Independent, 14.09.2009

Then it was time, with Daniel Hope as the soloist, for his new violin concerto, subtitled “The Fiddler on the Shore” in homage to Orcadian fiddling, and to the fact that much of his inspiration comes from coastal walks. It opened with flurry of abrupt and emphatic low dissonances, out of which the violin soared with lyrical grace: this was the contrast on which the whole work proved to turn. Time and again, thick orchestral fogs were dispelled by solo excursions that seemed to take place in a well of silence, so cleverly muted was the ambient sound.

Hope’s playing was both expressive and immaculate as he moved between Bartokian peasantmode and Orkney heel-and-toe, before ending on a plaintively interrogative note…

Committed, confident, complete…
The Daily Telegraph, 09.09.2009

This concerto – it’s his second for the violin: there’s a previous one written for Isaac Stern a quarter-century ago – is a substantial and impressive score that does admittedly indulge the odd Scotch snap; and at its cllimax, after fifteen minutes of implied as opposed to explicit melody, the violin does emerge spotlit and solo to play an Orcadian lament to the distant drone of pp double-basses.

But when that happens it’s like a frozen block of time, as haunting and effective as any comparable gesture I can think of in a modern concerto. Neither cheap nor kitsch, and puncturing the expectations of that title.

Cast in a relatively conventional format that hides structural discipline behind the appearance of free-flowing spontaneity, it’s a score whose contours, climaxes and textures have been masterfully organised: it plays like sculpted sound. And though the RPO who played it here in London aren’t as classy an ensemble as the Leipzig Gewandhaus who gave the world premiere in Germany a few weeks ago, there was the same soloist, Daniel Hope, whose performance was nothing short of radiant. Committed, confident, complete…

Menuhin Festival Gstaad
The Daily Telegraph, 21.07.2009

For this commemoration concert the artists were Camerata Salzburg and Daniel Hope, the still-young British violin virtuoso who quite literally grew up in the shadow of Menuhin…Hope spent his teenage years playing concerts under Menuhin’s baton. He played at Menuhin’s funeral. And if anyone can be called a custodian of the legacy, I guess he’s it.

But when it comes to playing, Hope is an entirely different personality. Brilliantly fluent, effortless, unquestionably virtuosic, he tends to fire from the hip…Mendelssohn’s other violin concerto (the very early one for string orchestra that Menuhin rediscovered) (which) showed the quality Hope delivers when he puts his mind to it . And there were some wonderful little gems that Menuhin had commissioned / inspired from unlikely sources like Phillip Glass: a composer I never thought I’d find myself commending, but his Echorus for two violins and string orchestra has real virtue. At 5 minutes it’s the sort of length all Glass’s work should be.

Daniel Hope has a special, probing talent for new music – he’s playing the brand new Maxwell Davies concerto in the Proms on 8 September – but you only have to hear his recordings of the better-known Mendelssohn, the Berg, the Britten to know what he can do with core rep.

To my ear he’s poised on the brink of greatness and a musician we should be making more of here in the UK. That he lives in Hamburg makes him easy to forget as one of our own – which he certainly is…

Charmeur und Genie in einem…
Berner Zeitung, 20.07.2009

Wenn Daniel Hope auf der Konzertbühne spricht, meint er nicht alles bierernst. Ernsthaft begeistert hat der Violinvirtuose jedoch das versammelte Publikum am Menuhin Festival Gstaad in der Kirche Saanen.

Geboren in Südafrika, ein kupferroter Haarschopf und ein charmanter britischer Akzent: Daniel Hope hat die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer auf sicher, noch weit bevor die Saiten seiner Violine anklingen. Und er weiss das auch. „Wir haben das Programm geändert“, vernehmen die Zuhörer in der Dorfkirche Saanen von ihm. Leichte Bestürzung macht sich breit. Schliesslich ist in der Woche zuvor am selben Ort schon eine Starsopranistin ausgefallen. Doch gleich darauf die Entwarnung: „Keine Angst, sie bekommen alles zu hören, was bei Ihnen im Heft steht. Einfach nicht in der gedruckten Reihenfolge“.

Memento mori für Meister

Das Programm an diesem Abend: Eine ausgeklügelte Mischung aus moderner Musik, Felix Mendelssohn und zwei barocken Meisterwerken von Antonio Vivaldi und Johann Sebastian Bach. Gemeinsam war allen Stücken, dass sie entweder für die Violinlegende Yehudi Menuhin komponiert wurden oder dem Meister zeitlebens besonders am Herzen lagen. Ein Erbe, das man heute mit Samthandschuhen anfassen muss? Mitnichten. „Es folgen jetzt ein paar moderne Werke“, moderierte Daniel Hope mit sichtlicher Freude an der Aufmerksamkeit. Und fuhr fort: „Für jene Leute hier, die mit moderner Musik nicht besonders viel anfangen können – die Stücke sind zum Ihrem Glück alle enorm kurz“. Ob soviel Nonchalance mochten einige Liebhaber beleidigt die Nase rümpfen. Als Hope seinen Bogen ansetzte, konnten jedoch auch sie bloss noch verzückt und selig die Bühne fixieren. Besonders das uraufgeführte „Unfinished Journey“- geschrieben vom libanesischen Komponisten Bechara El Khoury- würde als Filmmusik eines wehmütigen Liebesdramas selbst international die Massen begeistern.

Spielfreude, die abstrahlt

So anmassend das klingen mag: Daniel Hope an der Violine erinnert an ein Kind mit seinem Lieblingsspielzeug. Neben der technischen Herausforderung ist ihm die emotionale Komponente mindestens ebenso wichtig. Seine Gestik und Mimik sprechen Bände, wenn er in einem „vivace“-Satz das Leben feiert oder während eines „largo“ sichtlich mitleidet. Dramatische Vorhalte, gewagte Dissonanzen, beinahe derbe Attacken zu Beginn eines „allegro“…an Showeinlagen mangelt es dem Künstler mit dem Ganzkörpereinsatz garantiert nicht. Die Impulse des Orchesters (Camerata Salzburg) nahm Hope jedoch ebenso professionell auf, wie er sich selbst zu inszenieren wusste. Und bewies damit: Noch lieber als sich selbst, sieht er die ungezähmte Musik im Mittelpunkt. Es sei denn, er hat noch einen Witz in petto: „Es gibt ein Stück aus Vivaldis Vier Jahreszeiten, das ist weltbekannt“, kündigte Daniel Hope zu guter Letzt die Zugabe an. „Und genau dieses Stück werden wir Ihnen heute nicht spielen“. Statt Vivaldis Frühling folgte also ein melancholisches „Larghetto“. Die Zuhörer quittierten es mit frenetischem Schlussapplaus.



2008


Hope & the LSO
The Times, 21.12.2008

It was left to Mendelssohn and Daniel Hope to spread universal joy. Equipped with the score’s original version of 1844, slightly shorter and spicier than the norm, Hope pumped life back into the old dear. He surged with urgency, but never trampled; he was tender, but never simpered; when he capered, he was light as air.

Harding and the LSO seemed reborn, too, dappling Hope’s dance with a lightness and a manicured glow in short supply elsewhere. Love Mendelssohn? Certainly.

Romantics Who Said No to Revolutions
New York Times, 20.12.2008

The neglect of Hermann Suter’s Violin Concerto (1924) most likely has to do with his obscurity outside of his native Switzerland: the work, written for the violinist Adolf Busch. Gracious lyricism is the predominant mode. Even the middle movement, meant to evoke a wanderer in a storm, fluctuates between turbulence and mellow repose.

Daniel Hope, a violinist of probing intellect and commanding style, was a persuasive advocate here…his poise and focus never flagged. He brought a winning bravura to the cadenza preceding the gamboling finale.

Hope & “L’arte Del Mondo”
ksta.de, 21.11.2008

Ein wirklich wunderbar klingendes Resultat

Der Violinist Daniel Hope und das Ensemble „L’arte Del Mondo” überzeugen im Forum bei der Präsentation eines Violinkonzertes von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Musikgeschichte schlägt manch seltsame Kapriolen, zum Beispiel wenn Komponisten ihre Skizzen zu einem Werk in einer abgelegenen Schublade vergessen. Dann kann es passieren, dass solche Vorarbeiteverschellen, der autorisierten Endfassung erst Jahrzehnte später einverleibt werden und dort ihr neues Eigenleben fahren. Wie kürzlich, als der Geiger Daniel Hope aus solchen Materialien eine eigene Version des e-Moll-Violinkonzerts von Felix Mendelssohn Bartholdy erstellte, auf Tonträger bannte und im Forum jetzt auch erstmals vor Leverkusener Publikum spielte.

Das neue Werk wird allerdings nur Experten als neu erscheinen, und auch dies nur in Details. Hope hat an die hundert kleine Eingriffe geleistet…über die philologische Notwendigkeit mag man streiten, doch nicht über den Kunst-Ernst von Hope. Und schon gar nicht über das wirklich wunderbar klingende Resultat. Darauf kommt es letzten Endes ja immer zu allererst an.

Daniel Hope spielte aber auch in bestechender Form: virtuos, klangsatt, beseelt. Die e-moll-Emphasen des Kopfsatzes kamen so deutlich zum Tragen wie die betörenden Lyrismen des Andante und die sprudelnde Heiterkeit des Finales. Und die Korrespondenz mit dem Orchester & dem in Leverkusen ansässigen Ensemble „L’arte Del Mondo” funktionierte fabelhaft.

Daniel live in Berlin
klassik.com, 21.10.2008

Daniel Hope bringt Glanz ins Berliner Konzerthaus

Geiger Daniel Hope ist an diesem Morgen der Stargast. Er bringt mit Mozarts G-Dur-Violinkonzert KV 216 nicht nur Bewegung ins Orchester, er sorgt auch für Glanz im Konzerthaus. Wach und intelligent artikuliert er den ersten Satz. Im Adagio schwingt er sich zu betörenden Kantilenen in die Höhe. Hopes Spiel verbinden auf natürliche Weise historische Informiertheit und moderne Klangkultur, fundierte Rhetorik und geschmeidige Emphase. Als Nachschlag gibt es Mozarts Adagio in E-Dur KV 261. Hope ruht in sich, dringt zärtlich ins Ohr der Zuhörer. Das Orchester, lange Zeit etwas matt im Klang, beginnt zaghaft zu blühen…

Daniel Hope, so scheint es, hat das Konzerthausorchester an diesem Morgen wachgeküsst.

Umringt von einer großen Zuschauertraube gibt der sympathische Brite mit irischen und deutschen Wurzeln nach dem Konzert Autogramme. Entspannt und interessiert plaudert er mit seinen Bewunderern. Hope ist ein Star zum Anfassen, ein Interpret, der gerne engen Kontakt zum Publikum hat. Sein medialer Erfolg beruht nicht allein auf musikalischer Größe, sondern auch auf seinen rein menschlichen Qualitäten. Hope verkörpert Gentleman, Kumpeltyp und Wunschschwiegersohn in einer Person. Und er nutzt seinen immer stärker werdenden Einfluss für gute Zwecke. Am 9. November beispielsweise, so ist auf einem Plakat neben dem Signiertisch zu lesen, findet in Berlin ein von Hope initiiertes Benefizkonzert zum Gedenken an die „Reichskristallnacht“ vor 70 Jahren statt – mit Sol Gabetta, Hélène Grimaud, Thomas Quasthoff und vielen anderen hochkarätigen Musikerfreunden des Geigers.

Intense colors amid the ethereal melodies
New York Times, 20.10.2008

Listening to a committed performance of Messiaen’s “Quartet for the End of Time” is such an emotionally shattering experience that the warm and well-fed listener can only imagine the effect it had on the inmates of a German prisoner of war camp who crowded into chilly barracks to hear its premiere in 1941.

Messiaen, who served in the French army during World War II, wrote most of the work (scored for piano, violin, cello and clarinet) after being taken prisoner by the Germans in 1940. Some of its many hauntingly beautiful moments are in the fifth movement, titled “In Praise of the Eternity of Jesus”. On Sunday at the New York Society for Ethical Culture, the cellist Paul Watkins performed that movement’s ethereal melody with delirious intensity over the insistent piano chords played by Gilbert Kalish.

The quartet concluded a Chamber Music Society of Lincoln Center concert.

Mr. Watkins’ dedication was matched by the violinist Daniel Hope and the clarinetist David Shifrin, who played his solo in “Abyss of the Birds” with piercing fervor…

Mr. Hope also gave an impassioned and virtuosic performance of Ravel’s “Tzigane”, his gypsy rhapsodizing spiraling into a frenzied whirl at the work’s conclusion. He was accompanied with panache by the pianist Wu Han.

Hope live in New York
Westfälische Nachrichten, 21.09.2008

Ein Mann wie ein Erdbeben

Daniel Hope hat nun mal einen so proppevollen Terminkalender (gestern stand er in New York auf der Bühne), dass er schon in der Konzertpause wieder fahren musste. Die Dreiviertelstunde davor aber gehört zum Besten, was man je im Bagno gehört hat. Die Sprachlosigkeit der Zuhörer im ausverkauften Saal brach sich schließlich in derart euphorischen Ovationen Bahn, dass der sympathische Weltstar noch vier Zugaben verschenkte, bevor er die Bühne dem Orchester „L’Arte del Mondo“ allein überließ…

Schon in dem Moment, als Hope auf die Bühne trat, war er der Chef, der Richtungweisende, dem es nicht um die Oberfläche spieltechnischer Perfektion geht, sondern um den Blick ins Innere der Musik. Die ihn dann ganz gefangen nimmt, als wäre sie eine Achterbahnfahrt, wo Momente großer Intensität, Schönheit und Zartheit vorbeifliegen, am Ende aber Strahlkraft und Tiefe zeigen.

Daniel Hope interpretiert auch die schwierigsten Passagen ohne protzige Muskelspielereien – ein Weltstar ohne Getue, ein Musiker, dem es scheinbar mühelos gelingt, Vivaldis Dramatik und bisweilen düstere Leidenschaft explodieren zu lassen – um gleich darauf dessen Zartheit in zerbrechlichen Melodiebögen zu zelebrieren. Und dass es am Ende als Zugabe dann doch wieder der „Sommer“ sein musste – geschenkt; der war damals schon ein Hit, als Vivaldi selbst gefeiert wurde wie ein Rockstar.

Daniel Hope, playing Britten’s Violin Concerto
Dagbladet, 20.09.2008

Violin soloist who soars – Daniel Hope is one of the strongest emerging names of new soloists on the music scene. A violinist with viguor and style.

Daniel Hope, playing Britten’s Violin Concerto. This is a work of a young Britten…and Daniel Hope knew how to explore the potential to the last shred. He has an elasticity of phrasing almost from another world, which he combines with a feather-light tone. And he also knows how to play the most breakneck passages without losing one bit of his superb sound-production…yes, Daniel Hope really stood out as a soloist who soared. And Kasushi Ono and the Oslo Philharmonic Orchestra followed suit, with exquisite strokes…Hope also has a sure sense for the musical points. When Britten moves out on thinner ice, Hope follows him even further, stretching his flageolettes so far that it seemed like a miracle that they didn’t falter. At the same time he had the ability to attack with emphasis, when the music allowed him to.

Seldom has Britten been played with a bigger scope, and it is seldom we experience a soloist with such presence.



2007


Second welcome debut
The Boston Globe, 25.07.2007

LENOX — The weekend also brought a second welcome debut with the Boston Symphony Orchestra: that of the young British violinist Daniel Hope, who played Beethoven’s Triple Concerto on Saturday night with his colleagues from the Beaux Arts Trio, and returned on Sunday with Beethoven’s Romance No. 2.

The latter work presents unusual challenges for a soloist — it overflows with gorgeous melody yet it contains not one bar of the pyrotechnics that typically bring a crowd to its feet. But Hope is a complete violinist who does not depend on knuckle-busting display. He possesses a wise, sweet, and mellow tone, and he used his lyrical gifts on Sunday to maximum effect, unspooling long spacious lines and high-cresting phrases. It was playing of uncommon eloquence.

By Jeremy Eichler, Globe Staff

Boldly conquered its challenges
The Sunday Telegraph, 13.05.2007

Elgar formed the centerpiece of the City of Birmingham Symphony’s latest programme, with the Violin Concerto… the Finnish conductor Sakari Oramo is one of those non-British interpreters who, unencumbered by ‘tradition’, finds fresh ways of getting to the heart of Elgar.

This 50-minute concerto, one of the longest in the repertoire, is hugely demanding, and the soloist, Daniel Hope, boldly conquered its challenges. More than that, he unlocked volcanic emotion here. Is there a more passionate piece in all English music? The surging swagger of the opening never remained only that: it soared poetically as the violinist harnessed his big tone and set off boldly along Elgar’s journey of the soul. The finale, with its ethereal, not to say spooky, cadenza, was despatched with a virtuosity that reminded us of how this work treads where no violin concerto had gone before.

Even in Britain, performances of it remain rare, and on this level, they are rarer still.

By John Allison

150th anniversary weekend
The Guardian, 05.05.2007

The City of Birmingham Symphony Orchestra, whose first concert ever was conducted by Edward Elgar, is gearing itself for a major contribution to the composer’s 150th anniversary weekend next month.

But the celebrations are already well under way, and this performance of his violin concerto will surely count as one of the most significant.

Soloist Daniel Hope was a protege of Yehudi Menuhin, whose historic recording of the concerto with Elgar himself was made 75 years ago. If these circumstances conspired to put acute pressure on Hope, he bore it well, bringing a wonderful depth of tone and nobility to the work.

This concerto is most revealing of the composer’s complex character, his melancholy as well as his deeply romantic heart. Hope’s interpretation had a profound intensity of feeling that also honoured Elgar’s affinity for the violin, perhaps his most longstanding love affair.

Hope’s commitment was matched by that of conductor Sakari Oramo, who elicited a silken sound from the CBSO strings, and their common purpose was stirringly realised in the allegro molto finale. After its mercurial opening, they underlined the symphonic nature of Elgar’s concept, which culminated in the extraordinary soul-searching of the accompanied cadenza and brought a redemptive quality to its resolution.

By Rian Evans

Natural virtuosity and an instinctive
The Birmingham Mail, 04.05.2007

TOWARDS the end of Elgar’s violin concerto, when the soloist’s agonisingly beautiful playing was contrasted against the murmur of strummed orchestral strings, time seemed to stand still. Such was the power of this performance.

There was little flamboyance about the playing of soloist Daniel Hope, a protege of Yehudi Menuhin. Instead we heard a seemingly natural virtuosity and an instinctive, intelligent understanding of Elgar’s most personal work.

The orchestra, under the baton of its music director Sakari Oramo, proved his equal, providing the colour and texture for Hope’s playing to shine.

The concerto’s brief, lively conclusion roused us from our reveries, but it was the meandering cadenza immediately before that won Hope thunderous applause.

VERDICT: FIVE STARS

By Paul Fulford



2006


The Britten
musicalamerica.com, 28.09.2006

Here in Berlin we got a partially British program, with Yehudi Menuhin’s brilliant protégé Daniel Hope and Jonathan Nott launching the evening with Benjamin Britten’s 1950 revision of his 1939 Violin Concerto, followed by “The Shadow of Night,“ a kind of tone poem by Sir Harrison Birtwistle.

Daniel Hope gave us a masterful reading of the Britten, which brought him an ovation that demanded an encore – and then came a real surprise, the lyrical slow movement from the solo sonata by Erwin Schulhof, an outsider in more than one sense: a jazz-loving Czech-born Communist so dedicated politically that he became a naturalized Soviet citizen, eventually turned over to the Nazis by the treacherous Stalinists after the infamous Hitler-Stalin pact, imprisoned then in the Theresienstadt concentration camp, who perished in an internment camp back in Germany – a bit of musical esoterica of no substantial consequence, but it did tell us a bit about this fine young violinist’s character.

Hope/MacGregor/Britten Sinfonia, Assembly Rooms/Pavilion, Bath
The Independent, 28.06.2006

The violinist Daniel Hope spent his infancy in Yehudi Menuhin’s house, and East Meets West, his new CD, echoes Menuhin’s collaboration with Ravi Shankar, West Meets East, of four decades ago.

Hope now commissions new works, and rescues undervalued old ones, so it was no surprise to find him doing both at the Bath Festival. With piano accompaniment, he started his first concert, also called “East Meets West”, with the lusty rhythms of De Falla, then moved eastwards via Ravel and Bartok to Takemitsu, before new-minted musical tributes to Menuhin and Shankar with a North Indian ensemble.

With Ravel’s Tzigane as the bridge, the journey made musical sense, and since the violin is integral to classical Indian music, Hope’s centrality throughout was appropriate. When he joined the sitar-player Gaurav Mazumdar and tabla-player Shahbaz Hussain sitting cross-legged on the floor, tossing melodies and rhythms companionably to and fro, the fusion was impressively organic.

Next morning, partnered by the formidable pianist Sebastian Knauer, Hope showed what he could do in conventional recital mode. Schnittke’s first violin sonata burst volcanically into life, Copland’s Nocturne became an exquisite rumination, and Brahms’s third violin sonata emerged shorn of excess sentiment.

But the abiding memory after both concerts is of Hope himself: an almost self-effacing virtuoso, a wonderfully soft, singing tone, razor-sharp harmonics and infinite gradations of pianissimo.

By Michael Church

Daniel Hope at the Bath Festival
The Guardian, 28.06.2006

Daniel Hope is certainly living up to his reputation as a very fine violinist; it seems he is also living up to his name. Promoting global understanding through music can sow seeds of hope, and, in its own way, the East Meets West project embraces exactly that principle.

Inspired by the collaboration of Yehudi Menuhin with the sitar player Ravi Shankar in the 1960s, Hope got together with Shankar’s brilliant pupil Gaurav Mazumdar to reconstruct their mentors’ groundbreaking duets. In this Bath festival concert, the exploration continued with the premieres of two Mazumdar compositions: Homages to Ravi Shankar and Yehudi Menuhin, respectively. In each, the subtle interweaving of sitar and violin – developing significant parts of the raga, and responding to the dynamic tabla of Shahbaz Hussein – was worked into a wonderfully explosive surge of energy.

Hope’s thesis was that travellers through the ages had made just such global connections as Menuhin and Shankar, and that 20th-century composers who consciously absorbed the rhythms and inflections of folk music, such as Ravel, Bartok and De Falla, were similarly tapping into ancient sources. Initially, he balanced his violin, bow and microphone, looking a little awkward, but he grew more persuasive. By the time he had traced the violin’s possible origin to India, it was as if he had puckishly thrown a girdle round the world. His playing was eloquent: Arab-Andalusian melodies, Gypsy styles and his own arrangement of Ravel’s Jewish Kadish felt as old as time, but had a vital freshness and spontaneity, too.

With the ear thus attuned, Mazumdar’s Homages spoke their own magic all the more clearly. The legacy of Menuhin the humanitarian is arguably greater than that of the musician, and the image of Hope playing cross-legged on the floor was a reminder of that.

By Rian Evans

Britain’s Hope
San Francisco Classical Voice, 28.04.2006

Although I suspect the general public is unaware of it, we’re living in a Golden Age of violin virtuosi. After being impressed by the imposing musicianship of the young Sergey Khachatryan last week, I heard English violinist Daniel Hope for the first time on Tuesday in Herbst Theatre, in a performance that was, if anything, more stirring. Hope and his first-rate pianist Sebastian Knauer left nothing behind in a brilliant display of insight and versatility.

As often happens with San Francisco Performances programs, the repertory celebrated variety. Hope’s program opened with Alfred Schnittke’s Sonata No. 1 (1963) and Brahms’ dramatic Sonata No. 3 in D Minor, Op. 108. Following intermission, we heard Messiaen’s early Theme and Variations (1932) and Grieg’s Sonata No. 3 in C Minor, Op. 45. As encores, Hope played the heels off the “Polo“ from Falla’s Seven Popular Spanish Songs and then, as delightful surprise, Copland’s Nocturne for violin and piano, written during his student days in Paris. I’d never heard it — nor heard of it — before this performance…

As long as there are violinists like Hope, there’s hope…

Brahms’ Third is, of course, a major repertory item, easily the most dramatic of his three… I especially admired the way Hope took a meditatively soft approach to the very opening… its woe can be palpable when played as knowingly as it was by Hope.

As a boy, Hope became a protégé of Yehudi Menuhin (the two even performed duos while Hope was in his teens). Some of Menuhin’s intellectual and technical skills were apparent during Hope’s performance, especially beauty of timbre and sturdy intonation. Little wonder that critics are hailing him as England’s finest violinist, even comparing him the late cellist Jacqueline du Pré in terms of talent. Strange, that his local recital debut has taken so long to materialize, especially considering his numerous international awards and his widely praised recordings of the Berg and Britten concertos. Hope belongs among today’s top violinists, right up there with Gil Shaham.

… These two musicians [Hope and Knauer] formed an exceptional partnership.

by Heuwell Tircuit

The programming was considerably more exciting
The San Francisco Chronicle, 28.04.2006

… The programming was considerably more exciting than the run-of-the-mill fare, with rarely heard early works by two 20th century masters, Alfred Schnittke and Olivier Messiaen, nestled among the Romantic standbys. And Hope approached all of it with zesty intelligence… Tuesday’s recital, sponsored by San Francisco Performances, provided its share of rewards — especially in Hope’s repertoire choices and the fearless directness with which he approached them.

Schnittke’s Violin Sonata No. 1… most striking is the finale, a madcap, fractal rewrite of “La Cucaracha“ in which you can hear Schnittke’s corrosive sense of humor coming into full flower. Both performers tackled the piece with gusto. Even more revelatory, though, was Messiaen’s gorgeous “Theme and Variations,“ written at 24 as a wedding gift for the composer’s first wife. The theme is long-breathed and lyrical, and it spools out over tolling piano chords that are reminiscent of the “Quartet for the End of Time.“

Modern pieces upstage the real thing in Mozart program
Los Angeles Times, 13.03.2006

Kahane was fortunate to have the services of the splendid young British violinist Daniel Hope (in his Southern California concert debut), who had consulted with Schnittke in the last years of his life and played the piece from memory with a biting attack and, in the introspective passages, fervent soul.

For the benefit of lucky early birds who attended the preconcert talk, Kahane took further advantage of Hope’s Schnittke connection by accompanying Hope in the original violin-piano version of the Sonata’s Largo movement — which makes the piece’s Shostakovich influence more starkly explicit — and Schnittke’s “Congratulatory Rondo,“ a real Mozart pastiche.

And Hope was not through after the sonata. But instead of essaying one of the five familiar Mozart violin concertos, he and Kahane constructed an imaginary Mozart concerto of sorts by stringing together the Rondo in C, K. 373, the Adagio in E, K. 261, and the Rondo in B flat, K. 269.

It wasn’t exactly a unified sequence — the distinctly different keys of each piece work against that — but the Adagio gave Hope a chance to show off his full, rich vibrato, and the final Rondo was played with incisive rhythm.

By Richard S. Ginell



2005


Voller Sehnsucht und Melancholie
Hamburger Abendblatt, 26.05.2005

Hamburg – Fast hätte man denken können, Daniel Hope befinde sich nicht auf der Bühne der Laeiszhalle, sondern spiele in schwindelerregender Höhe, den Abgrund immer vor Augen. Der Geiger machte aus Brittens Violinkonzert nämlich das, was es ist: reine Bekenntnis-Musik, die erschüttert… Hope interpretierte das technisch enorm schwierige Stück ohne protzige Muskelspielereien. Er legte das frei, was zwischen den Zeilen steht: den Subtext. Verstörend und expressiv.

Voller Sehnsucht und Melancholie geriet der erste Satz. Sarkastisch: das Vivace. Sprachlos: das Finale… Hope bedankte sich für die euphorischen Ovationen mit einer Zugabenversion von Pendereckis Solostück “Cadenza”, die ihm der polnische Komponist auf die Finger geschrieben hat. Schön, wenn Neue Musik so unprätentiös vorgetragen wird, daß sie nicht mehr fremd erscheint.

Atemberaubende technische Demonstration
Hamburger Morgenpost, 25.05.2005

Brittens üppiges Violinkonzert: eine atemberaubende technische Demonstration für Daniel Hope. Und eine ebensolche Leistung der Symphoniker. Den englischen Geiger wird man hoffentlich in Hamburg noch oft hören.



2004


Auf Spurensuche durch die Goldene Stadt
Bonner Rundschau, 27.09.2004

Beethovenfest zu Gast in Bad Honnef: Musikalisch-literarische Reise mit Klaus Maria Brandauer
von Felicitas Zink

BAD HONNEF: Auf literarische und musikalische Spurensuche nach „Bohemia“ begaben sich Klaus Maria Brandauer und ein hochkarätiges Kammerensemble um Daniel Hope im Kursaal von Bad Honnef. Ganz unterschiedliche Texte, Lyrik und Prosa, von bekannten und weniger geläufigen Dichtern und Zeitzeugen aus Böhmen und Mähren kreisten um den Titel „Wohin und zurück…“. Eingebettet waren die sich zu einem facettenreichen Bild ergänzenden Texte in Kammermusik. Dvorák, Schulhoff oder Krása fingen die Stimmung der Texte nicht nur auf oder bereiteten sie vor, ja sie untermalten gelegentlich, ohne als Staffage zu wirken. Dank der geschickten Dramaturgie entstand eine regelrechte Collage aus Wort und Musik.

Zu hören waren beliebte Werke von Antonin Dvorák wie sein Klavierquartett op. 87 sowie die Streich- und Klavierquintette op. 77 und 81 und die Streicherserenade op. 22. Mit Erwin Schulhoffs Duo für Violine und Violoncello, Gideon Kleins Streichtrio und Hans Krásas „Tanec“ waren Komposition drei der bekanntesten Musiksetzer vertreten, die verhaftet und ermordet worden sind.

Brandauer enthüllte das Absurde in Kafkas „Kaiserlichen Botschaften“ vortrefflich, ja durch seine Rezitationen kamen Akzente noch deutlicher zum Vorschein, so dass das Gedruckte begann Gestalt anzunehmen. Persönlich und vertraut brachte er einem das in detaillierten Ortsbeschreibungen schwelgende Pragbild Meyrinks nahe, Brechts kritisches “Lied von der Moldau” oder Skácels politisches Philosophieren über die schönste aller Hymnen.

Darüber hinaus wird die Katastrophe zum Thema. Von Ilse Weber in Theresienstadt in Kinderreime gefasst. Die Erinnerungen von Kafkas Freundin Milena Jesenká über den Einmarsch der deutschen Truppen in Prag standen neben der unvergessenen Rezitation von Ingeborg Bachmanns „Böhmen liegt am Meer“.

Es waren die Zwischentöne, die Übergänge attacca und Brandauers Perfektion, die nichts dem Zufall überließ, mit der er die Neugier an so unterschiedlichen Blickwinkeln schürte. Dazwischen Handfestes: Man denke an seinen Appetit anregenden Vortrag des Originalrezeptes für die berühmten böhmischen Knedliky und das Lob auf das Bier, wie es Karel Sabina in seiner „Verkauften Braut“. aufgeschrieben hat. Das Wasser ist einem im Mund zusammengelaufen.

Texte und Musik gingen Hand in Hand, dank des hervorragenden Ensembles. Neben dem engagiert musizierenden Daniel Hope, den die Bonner bereits in diesem Jahr als Primarius des Beaux Arts Trios im Kammermusiksaal erleben konnten, waren begeisterungsfähige und virtuose Musikerinnen und Musiker, wie Patrick Kiernan (Violine), Philip Dukes (Viola), Josephine Knight (Violoncello), Annika Pigorsch (Kontrabass) und Sebastian Knauer (Klavier) zu hören. Ein reicher Abend.



2003


Concerto Grosso
Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 25.12.2003

Daniel Hope, violinist and conductor in Sunday’s concert is quite rightly regarded as one of the most celebrated musicians of today.  The audience was mesmerized by the young Englishman – under his direction the orchestra played Händel’s D minor Concerto Grosso with temperament and great élan.

Most fascinating here, as in all the other works, was the musical form, the clarity of line – Hope’s knowledge of period performance seemed complete. And also the two more modern works, Vaughan-Williams’ Fantasia on a theme by Thomas Tallis and  Nostalghia for Violin and Strings by Toru Takemitsu were beautifully placed in between the baroque masterpieces. Fitting the cold weather, “Winter“ from Vivaldi’s Four Seasons was performed in a very novel way, Hope reading Vivaldi’s own poems as a staged musical introduction… it was a delight to hear this alert and spontaneous performance. The long, stormy applause provided the evidence.

Dazzled the audience
Süddeutsche Zeitung, 25.11.2003

The young star violinist, Daniel Hope, dazzled the audience with his intelligent, stylistically assured playing, whether in Beethoven, Ravel or Dvorak – superbly refined.

Cultivated eloquence
The New York Times, 25.10.2003

…a large part of this character was set by Mr. Hope, who played with a sweet… tone and a cultivated eloquence that owes something to the violinist Jacques Thibaud.

Every note was perfection
Die Welt, 25.09.2003

Daniel Hope, the outstanding soloist was on top form in his performance of Prokofiev’s Second Concerto. Fiendish octave passages and jumps were dazzlingly executed, every note was perfection… a real treat! Today Hope’s Schnittke recordings belong to the finest in the world. His tone is large, with great beauty in the highest registers – certainly one reason why the world famous Beaux Arts Trio has recruited him!

Most beautiful performances
Le Temps, 25.07.2003

Daniel Hope gave one of the most beautiful performances of the Beethoven Violin Concerto that has ever been heard…



2002


World-class soloist
The Berliner Morgenpost, 25.09.2002

Following Yuri Bashmet two days later, Daniel Hope was the next world-class soloist to grace the Konzerthaus in less than a week.



2001


Concerto Köln
Westdeutsche Zeitung, 25.06.2001

With two further discoveries, the supreme orchestra Concerto Köln opened its new music festival in Kempen. The highlight, however, was the Beethoven Violin Concerto with Daniel Hope, surrounded by the orchestra, all standing. What Hope managed to do with this warhorse was quite simply, unbelievable.

The tension was breathtaking… with his mane of red hair Hope fired on his colleagues during the tutti passages. At the same time his elegance and restraint did this oft maligned work so much good. Then came the sensation: a cadenza combining Beethoven’s own cadenza from his version for piano, with elements of Kreisler, Schnittke, and a host of Beethoven quotations. But all done in a relaxed, and logical way — simply amazing. At high speed Hope danced into the Finale. Never has this last movement been played in such an energetic or à la sicilienne manner. With his use of piano, one feels as if one is in seventh heaven.

Hope, as his name suggests, if the hope for the future of the Violin Elite.

Back to Beethoven
Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 25.05.2001

A breathtaking musical journey: “Back to Beethoven“ was presented on Thursday by Daniel Hope and the pianist Sebastian Knauer, as part of the series “The Next Generation“. The young British violinist has a very large and at the same time, very soft, silky tone. His Gagliano violin both laughs and cries: Hope searches for musical impulses and paints dozens of colours. A stupendous technique completes the picture of this exceptional violinist, for whom Yehudi Menuhin was a mentor.

The German pianist Sebastian Knauer is an equal partner. Constantly listening to Hope, he never once covered the violin, tossing of solo passagework all the more brilliantly. The duo presented Alfred Schnittke’s First Sonata full of colours, Hope using his special vibrato with expertise. A similarly finely-constructed interpretation of Prokofiev’s Second Sonata followed: the most delicate shading in the opening movement, a magnificent Presto, an impressionist Andante and the passionate Finale – brilliant. In Pärt’s “Fratres“ Hope demonstrated one of his passions: pushing the boundaries. For example, the dynamic boundaries; he loves pianissimo. The riveting harmonics were as fragile as glass. No-one dared breathe!

The destination of this musical journey was Beethoven’s Kreutzer Sonata. Here too we heard an organic build-up, elegant singing and a melodic sweetness which was out of this world. A concert, which one could only hope, would never end.



1999


Extraordinary virtuosity
The Sunday Telegraph, 24.02.1999

The young English violinist Daniel Hope is a persuasive advocate…

Hope’s playing here is of extraordinary virtuosity and expressiveness and he gives an intense performance of Takemitsu’s moving Nostalghia.

Young violinist makes his mark
The Times, 24.01.1999

The 24-year-old British violinist Daniel Hope is undoubtedly a rising star in the musical firmament. Indeed, he has already appeared with an impressive roster of partners…

The Schnittke Sonata for Violin and Chamber Orchestra and the same composer’s Concert Grosso No 6 each bring high-voltage virtuoso playing from Hope. Chantal Juillet and Frank Peter Zimmermann have both recorded Weill’s Concerto, but the account by the young Brition is in no way inferior to theirs.

Indeed…Weill’s hard-edged sonorities are rendered more mordant than ever. But Hope also has a sweet tone at his command…



1997


Technically brilliant
Wiener Zeitung, 25.07.1997

It is rare to be able to talk about perfection, but here this word is justly used, technically brilliant. Every phrase was savoured to the full, the finest interpretation, whose magic was inescapable to the listener. The audience honoured this performance with ovations.

The sparkling power
Der Bund, 24.07.1997

Bashmet, the Partner: In Mozart’s Sinfonia Concertante, his singing tone contrasted perfectly with the sparkling power, vitality and musical freshness of the young violinist, Daniel Hope.



1996


Beautiful sound
Die Presse, 25.04.1996

Highlight of the evening: Schnittke’s fascinating Sonata No 1 for Violin and Orchestra, played by Hope with dazzling virtuosity, powerful attack and beautiful sound.

One has to say it
Neue Zürcher Zeitung, 24.04.1996

He encouraged the young soloist, Daniel Hope, gave him the stage and one has to say it the direction of the orchestra. The result was an excellent performance with refined phrasing and an unbelievably beautiful, singing violin tone.



1995


A great star
El Pais, 24.01.1995

The young soloist possesses all the musical qualities needed to become a great star of the violin. In intonation, phrasing, expressive shading and qualitay of sound, Hope shone in his own light.



1994


Prokofiev Violin Concerto
The Strad, 24.05.1994

Hope played a mature and sparkling Prokofiev Violin Concerto. The sound quality was exactly right for the work – a platinum gleam running through the skittish passagework.

Huge applause!
Berliner Morgenpost, 24.02.1994

Daniel Hope had more than just one masterstroke at his disposal, an exceptionally generous, beautiful tone, well articulated and with virtuosity demanding somersaults on the violin to which he brought unparalleled wit. Huge applause!



Concert Reviews

2016


RMF: Große Sprech- und Schauspielkunst – „Don Juan“-Abend mit Klaus Maria Brandauer
Wiesbadener-Tagblatt, 28.06.2016

Von Dietrich Stern
WIESBADEN – Trotz Deutschlandspiel gelingt es Klaus Maria Brandauer, den großen Saal des Kurhauses solo, nur mit Unterstützung des prominenten Geigers Daniel Hope, zu füllen und nicht nur das, auch in den Bann zu schlagen.

Einen Streifzug zum Thema „Don Juan“ durch die Literatur von fast 400 Jahren hat er versprochen. Das klingt bildungslastig. Aber angesichts draußen tobenden Autokorsos ist man doppelt froh, wenn drinnen die Kultur buchstäblich zum Sprechen gebracht wird. Es ist europäische Kultur, „Don Juan“ ein europäisches Thema und einer der geistreichsten Beiträge kommt natürlich von einem Briten! G. B. Shaw stellt den Mythos vom unwiderstehlichen Verführer, dem alle Frauen verfallen müssten, völlig auf den Kopf, indem er behauptet, die Männer seien eine reine Erfindung der Frauen, um die Fortpflanzung der Gattung interessanter zu gestalten. Manch heutige genetisch-anthropologische Forschung bewegt sich übrigens in die gleiche Richtung. Es ist klar, dass man beim Thema des omnipotenten Verführers, Betrügers und „Ketzers“ bei den Widersprüchen im Verhältnis der Geschlechter zueinander landet.

Brandauer hat die Texte sehr intelligent und vergnüglich ausgewählt. Er lässt mit Hermann Broch die Magd Zerlina aus Mozarts „Don Giovanni“ erzählen, was sie so an diesem Edelmann verführt hat; er lässt mit Heinrich Heine die Frau in lautes Gelächter über das männliche Potenzgebaren ausbrechen; er lässt Goethes Mephisto den Lebensgenuss geradezu hysterisch-kreischend anpreisen, um dann umso schärfer und bitterer die Feststellung Goethes zu zitieren, dass gerade Don Juan wohl nie die Liebe kennengelernt hat.

Die Unersättlichkeit der Lust
Hinter der Unersättlichkeit der „Lust“, die alle Konventionen sprengt – genüsslich schickt Brandauer das Wort mehrfach in den wohlanständigen Saal –, lauert das Nichts, die Leere, der Tod, wie es schon in der Urfassung des Stoffs bei Tirso de Molina und weiter bei Mozart/da Ponte, bei Lenau, Rimbaud, Horvath, Kästner usw. zu lesen ist.
Klaus Maria Brandauer verkörpert seine Texte. Das ist große Sprech- und Schauspielkunst, wie er den Rhythmus eines Versmaßes spüren und doch jedes Wort wie in Prosa zum Ereignis werden lässt. Der Klang der Sprache wird bis in jeden Konsonanten sinnlich ausgekostet und damit auch bei den leisesten Stellen noch Verständlichkeit und Sinnhaftigkeit erreicht. In der Musik hebt sich der unauflösliche Gegensatz der Geschlechter auf. Don Juan wird Venus, Venus wird Don Juan. Daniel Hope begleitet nicht nur, sondern gliedert den Abend mit Geigensoli zwischen Mozart, Mahler, Bartók, Strawinsky. Viel Beifall für ein großes Kunsterlebnis.

Ein liebestoller Spitzbube mit diabolischen Zügen
Frankfurter Neue Presse, 28.06.2016

Der Schauspieler Klaus Maria Brandauer und der Geiger Daniel Hope beschäftigten sich beim Rheingau-Musik-Festival im Wiesbadener Kurhaus mit dem Mythos „Don Juan“.
Glücklicherweise kommen die meisten Männer nicht in die Verlegenheit einer solch überbordenden Potenz – alleine mehr als tausend Frauen in Spanien und noch einige hundert in anderen südeuropäischen Ländern: Dieser Liebes-Stress wirft den stärksten Kerl um. Gleichwohl oder gerade deshalb blieb „Don Juan“ über Jahrhunderte hinweg für Dichter wie Tonsetzer ein Mythos. Man verdankt dem liebestollen Spitzbuben mit „Don Giovanni“ eine der schönsten Opern Mozarts. Zahlreiche Kunstlieder gehen mit Lyrik zum Thema einher.

Beim Abend mit Klaus Maria Brandauer (Rezitation) und Daniel Hope (Violine) ging es mehr um „Lieder ohne Worte“. Hope musizierte allein, so dass die von Brandauer mit diabolischer Schläue gewürzten Texte mit dem kraftvollen Ton der Solo-Geige einen künstlerischen Organismus bildeten – nicht zuletzt überlappten sich Text und Musik zu einem großen Ganzen.

Brandauer schritt quer durch die Weltliteratur, erwähnte einen Vorstadt-Don-Juan aus dem Werk Ödön von Horváths, zeigte die Sicht eines Charakteranalytikers Molière, und auch Sigmund Freud und Heinrich Heine durften in den ihnen eigenen Blickwinkeln nicht fehlen. Gerade die Wiedergabe der Texte der österreichischen Literaten ging Brandauer naturgemäß besonders authentisch über die Lippen. Seine großen darstellerischen Qualitäten übertragen sich auch auf das von ihm am Pult gesprochene Wort. Dazu kam mit Hope ein adäquater Musiker mit Sinn und Gefühl für Außergewöhnliches. Schon früher arbeiteten die beiden Künstler zusammen. „Don Juan“ wird hoffentlich nicht das letzte Projekt beider gewesen sein. Man würde ihnen jedenfalls gerne wieder beim Rheingauer Festival begegnen. Ge

Ein direkter Ausdruck der Leidenschaft
KULTUR Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft, 20.05.2016

Ein direkter Ausdruck der Leidenschaft – Daniel Hope und Anders Kjellberg Nilsson sowie das Kammerorchester Basel boten einen faszinierend farbenreichen Saisonsabschluss
Wenn der Geiger Daniel Hope und das Kammerorchester Basel gemeinsam auf der Bühne musizieren, ist ein besonderer Musikgenuss garantiert. Das Konzert im Rahmen von „DornbirnKlassik“ bildete in mehrerlei Hinsicht den großartigen Abschluss eines sehr erfolgreichen Abonnementjahres. Präsentiert wurde als „Tribute an Jehudi Menuhin“ ein variantenreich zusammengestelltes Programm, das einen Bogen von der Barockzeit bis in die Gegenwart spannte. Das Orchester trat als Barock-Consort gleichermaßen souverän auf wie als Kammerorchester mit aktuellen Kompositionen. Jede und jeder war sich seiner Eigenverantwortung bewusst, und so entwickelte sich eine mitreißend farbenreiche Musizierart.
Die Leitung des Konzertabends teilten sich der Konzertmeister des Kammerorchester Basel, Anders Kjellberg Nilsson, und Daniel Hope. Gemeinsam musizierten sie als Solisten Antonio Vivaldis Concerto für zwei Violinen, Nr. 8, a-Moll, RV 522 und zogen sogleich das Publikum in ihren Bann. Die Themen erklangen mit federnder Leichtigkeit artikuliert, dabei setzten die Musiker voll auf Kontraste zwischen Themen, Tonartencharakteristika und dynamischen Gegensätzen. Feinsinnig stellten sie den schwebenden Klang im Larghetto in den Raum. Die ätherische Stimmung wurde sodann in einem Funken sprühenden Allegro mit straff ausgeführten Phrasierungsbögen wieder aufgelöst.

 

Historisches und modernes Instrumentarium

Nach dieser inspirierenden Eröffnung stiegen die Erwartungshaltung und die Spannung, denn es stellte sich die Frage, wie das in Vivaldis Werk als Barock-Consort musizierende Orchester nun Philip Glass’ „Echorus“ für 2 Soloviolinen und Streichorchester, entstanden im Jahr 1995, interpretieren würde. Der international renommierte Geiger Daniel Hope ist für seine außergewöhnliche Wandlungsfähigkeit bekannt. Bei jedem Werk klingt seine Geige dem musikalischen Ausdruck entsprechend anders, wunderbar farbenreich und feinsinnig. Und genau so spielten auch Anders Kjellberg Nilsson und das Kammerorchester Basel. Der gemeinsame Atem implizierte in „Echorus“ eine große musikalische Weite. Gemeinsam spannten die Musiker einen breit angelegten Crescendobogen.

 

Sehnsucht und Trauer in Musik gefasst

Den Höhepunkt des Abends stellte die Interpretation des Divertimentos für Streichorchester von Béla Bartok dar. Vom Konzertmeisterpult aus leitete Anders Kjellberg Nilsson das Orchester. Die eigentümliche Diskrepanz zwischen dem Werktitel, der auf ein vergnügliches Werk schließen ließ, und der unterschwellig bedrohlichen Stimmung, die Béla Bartok 1939 in Musik gefasst hat, kam voll zur Geltung. Verzweiflung, Aufbegehren, Angst, wehmütige Erinnerung, Ironie und vieles andere fanden in dieser Musik einen Ausdruck. Energie geladen und mit kräftigen Strichen wurden die Zielpunkte der Phrasierungsbögen anvisiert. Die Musikerinnen und Musiker reagierten sehr flexibel und präsent aufeinander, erzeugten mit insistierenden Tonrepetitionen Flächen und aufbrausende harmonische Abschattierungen. Am deutlichsten nachvollziehbar war die Zerrissenheit in einer tänzerischen Passage, zu der die harmonischen Farben in einem absurden Verhältnis standen.

Das Molto adagio spielten die Musiker in großer Einigkeit. Es war miterlebbar, wie sie auf den eigenen Klang hörten und so die Tonqualitäten mit einem intensiven Vibrato steigerten. Darüber hinaus bewirkten die Tonschichtungen aufgewühlte Reibungsflächen. Teilweise kontrapunktisch wurden die Themen im Finalsatz geführt, Einblendungen erinnerten an die vorangegangenen Sätze, ein lyrisches Thema mit jüdischem Touch und die Anspielungen auf die Pizzicato-Polka, wurden mit wirbelnden Gesten hinweggefegt.

 

Veilseitige Werkauswahl

Ähnlich faszinierend verlief auch die zweite Konzerthälfte mit Bachs Konzert für 2 Violinen, Streicher und Continuo (BWV 1043). „The unfinished journey“ von Bechara El-Khoury ist im Auftrag von Daniel Hope im Jahr 2009 entstanden. Es ist Jehudi Menuhin gewidmet und wurde im Dornbirner Kulturhaus auch als Tribut an den Mentor, Lehrer, Kollegen und großen Humanisten, der vor 100 Jahren geboren wurde, dargeboten. Intensiv in der Tongebung und mit ganzer Hingabe spielte Daniel Hope das meditative Werk, das musikalisch den Orient mit dem Okzident verbindet.

Abschließend präsentierten das Orchester und Daniel Hope das Violinkonzert in d-Moll, das Felix Mendelssohn-Bartholdy im Alter von dreizehn Jahren komponiert hat. Jehudi Menuhin hatte das Werk wieder entdeckt und bekannt gemacht. Auch in Dornbirn versetzte die Musik das Publikum in Staunen, zahlreiche außergewöhnliche Ideen zogen die Aufmerksamkeit auf sich. Selbstverständlich erklang auch diese Komposition in einer bewundernswert vielgestaltigen Werkdeutung.

 

Amüsante und sympathische Schlusspunkte

Als Zugabe lenkte Daniel Hope schließlich die Aufmerksamkeit auf das amüsante Werk „Vivaldi recomposed“ seines Freundes Max Richter. Und weil das Publikum die sympathischen Musiker gar nicht gerne gehen ließ, stimmte Daniel Hope noch „Guten Abend, gut’ Nacht“ an und prompt summten und sangen die beglückten Konzertbesucherinnen und –besucher mit. Einen erfüllteren Abschluss einer erfolgreichen Abosaison kann man sich nicht wünschen.

Silvia Thurner

Tanzender Geiger auf der Bühne
Schwarzwälder Bote, 19.05.2016

Konzert – Daniel Hope und das Kammerorchester Basel im Festpielhaus Baden-Baden

Baden-Baden. Dass er einen digitalen Notenständer hat, ist symptomatisch für Daniel Hope, der bei seinen Auftritten die starre Konzertatmosphäre aufbricht. Weg vom Angestaubten – hinein in das Heute und Hier. So auch im Festspielhaus in Baden-Baden. Das geschah jedoch nicht durch Effekthascherei und Andienen, sondern in einer wohltuend frischen, angenehm entspannten Form, die diesen Konzertabend mit dem Kammerorchester Basel und Anders Kjellberg Nilsson zu einem Wohlfühlabend werden ließ.

Daniel Hope steht keine Sekunde still: ein Schritt vor, einer zurück. Wenn er den Bogen nach oben führt, dann geht auch Daniel Hope auf die Zehenspitzen wie seine hohen Töne. Der Brite mit südafrikanischen Wurzeln tanzt mit seiner Violine. Die Ohren den Saiten zugewandt, lauscht er den Tönen nach, die er selbst erzeugt, als wolle er sich vergewissern, dass sich sein Instrument nicht verselbstständigt. Oder erwartet er gerade das, lässt er seiner Violine bis zu einem gewissen Grad freien Lauf.

Mit dem Konzertabend erinnerte Daniel Hope an Sir Yehudi Menuhin, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Johann Sebastian Bachs “Konzert für zwei Violinen d-Moll”, Béla Bartók (“Divertimento für Streichorchester”), Felix Mendelssohn-Bartholdy (“Konzert für Violine und Orchester d-Moll”) und Vivaldi als Zugabe begeisterten das Baden-Badener Publikum.

“Für diejenigen, die mit moderner Musik nicht so viel anfangen können ein Trost, die nächsten drei Stücke aus diesem Bereich sind kurz”, sagt Hope augenzwinkernd, wohl wissend, dass manche damit Probleme haben, aber viele der Besucher gerade auch deshalb ins Festspielhaus gekommen waren. Und so gab es für Bechara El-Khourys “Unfinished Journey”, Philip Glass” “Echorus” und Arvo Pärts “Darf ich…” wie erwartet lang anhaltenden Applaus.

Daniel Hope alleine ist schon ein Genuss – er war auch der Anziehungspunkt für viele, überhaupt nach Baden-Baden zu kommen. Im Zusammenspiel mit den Baslern Musikern und Konzertmeister Anders Kjellberg Nilsson und der aufs Publikum überspringenden Spielfreude dieses wahrhaft traumhaften musikalischen Ensembles wurde es ein unvergesslicher Abend. Das Menuhin-Zitat “Können Sie sich einen Vogel vorstellen, der sagt: Heute bin ich zu müde zum Fliegen?” rief Hope dem Publikum und den Streichern zu. “Wir versuchen heute auch zu fliegen”, und alle legten sich mächtig ins Zeug, spielten miteinander und spielerisch gegeneinander im musikalischen Dialog, Wettstreit oder als Echo des jeweils anderen.

Die Überraschung des Abends war aber Konzertmeister Anders Kjellberg Nilsson. Im Duett mit Daniel Hope sich eher zurücknehmend, führte er als Solist bei Béla Bartók – ohne Hope auf der Bühne – sichtbar selbstbewusster und aus sich herausgehend seinen Bogen. Im Spiel mit seinen Musikkollegen und allein begeisterte der Konzertmeister ob leise, laut, ob bedrohlich oder munter durch sein Spiel und ließ die Zuhörer Daniel Hope nicht vermissen. So galt auch ihm zum Schluss der nicht endend wollende Beifall. “Wir können noch”, rief Daniel Hope gut gelaunt, und die Truppe gab zur Freude der Zuschauer noch drei Zugaben.

Daniel Hope and L’Arte del Mondo at Birmingham Town Hall
Birmingham Post, 19.05.2016

Daniel Hope bobs, he bounces, he bends almost double – all the while spinning a rich, glittering stream of notes.

Daniel Hope plays the violin in a business suit and tie. But there’s nothing strait-laced about his platform manner. He bobs, he bounces, he bends almost double – turning round to face the members of the L’Arte del Mondo orchestra, nodding, and all the while spinning a rich, glittering stream of notes. He reminded me of someone and when, as an encore, he launched into a funkily re-composed version of Vivaldi’s Four Seasons it clicked: Nigel Kennedy. Since both were once protégés of Yehudi Menuhin, maybe that’s not entirely coincidental.

In fact, the whole programme was chosen as a 100th birthday tribute to the late Lord Menuhin. L’Arte del Mondo are a spirited bunch who play standing up and make a beefy, buoyant sound despite their sparing use of vibrato. No ‘historically informed’ self-denial here, despite the token harpsichord. Two of Mozart’s early Salzburg divertimentos, directed by L’Arte del Mondo’s leader Werner Ehrhardt, sang and danced as boisterously as if they’d been played by a full symphonic string section rather than just 14 players.

Hope upped the ante further: though with all his brilliance and physicality, he couldn’t help but upstage his colleague Andrea Keller in Vivaldi’s A minor double concerto – or quite convince you that the 13-year old Mendelssohn’s D minor violin concerto (rediscovered by Menuhin) is much more than a youthful finger exercise. Arvo Pärt’s Darf Ich… and Bechara El-Khoury’s shimmering, rhapsodic Unfinished Journey served as further homages to Menuhin.

But best of all was a wonderfully open and lilting account of Bach’s Double Concerto, in which Hope, Keller and the band gave the impression that they were playing for each other’s pleasure and ours, and enthusiastically following where the music led them. There’s no greater compliment to Menuhin than that.

Mit Hang zum Ausreizen der Tempi
Basler Zeitung, 18.05.2016

Das Kammerorchester Basel orchestriert den britischen Geiger Daniel Hope

Basel. Nach einer Südamerika-Tournee präsentierte das Kammerorchester Basel am Pfingstmontag in der Martinskirche sein Programm “Best of Hope”. Gemeint war der phänomenale britische Geiger Daniel Hope, der sein Können mit dem Kammerorchester als beredtem Partner zum Besten gab. Gewidmet war das von Hope zusammengestellte Programm Yehudi Menuhin, dessen 100. Geburtstag dieser Tage zu feiern war. Daniel Hope wuchs mit Menuhin als “musikalischem Grossvater” auf, so steht es auf dem Cover einer hörenswerten CD, die bei der DGG unter Mitwirkung derselben Interpreten erschienen ist. Hier wie da ist ein Potpourri von Werken enthalten, das von Bach bis in die Moderne reicht und in irgendeiner Form mit Menuhin in Beziehung steht. Eine breite stilistische Palette, die zeigt, wie flexibel Hope und das Kammerorchester zu interpretieren wissen. Allerdings ist “Moderne” ein irreführendes Wort, waren doch alle drei Werke von neoromantischem Idiom und ohne Ecken und Kanten. Dies gilt insbesondere für Bechara El Khourys (Jahrgang 1957) süsslich-melancholisches Werk “The Unfinished Journey”, das einzig vom unglaublich farbigen und warmen Klang Hopes lebt, der das Stück 2009 in Auftrag gegeben hatte. Arvo Pärt hat da in “Darf ich ” für Solovioline, Glocke und Streicher in seinem unverkennbaren Stil schon mehr zu bieten.

Zwei Ausnahmegeiger
Am besten gefiel “Echorus” von Philip Glass mit seinem lichten, tänzerischen Anfang und dem Einschwingen in den Unisono-Sound, wobei das Kammerorchester die Solisten Daniel Hope und Anders Kjellberg Nilsson perfekt “orchestrierte”. Nach der Pause interpretierten die beiden Ausnahmegeiger das Konzert für zwei Violinen, Streicher und Continuo d-Moll von Bach in einer Virtuosität, die staunen machte. Man fragt sich allerdings, was dieser Hang zum Ausreizen der Tempi bringt, bei dem die Details eingeebnet werden und die Durchhörbarkeit empfindlich leidet. Dies galt auch für Mendelssohns staunenswertes Konzert für Violine und Streicher d-Moll (1822), bei dem der erste Satz in neobarockem, Ritornell-betonendem Stil und der dritte im Gavotte-Rhythmus von Hope mit halsbrecherischem Tempo “heruntergerasselt” wurde.

So wurde das 1940 in Basel uraufgeführte Divertimento von Béla Bartók in der perfekten Interpretation des Kammerorchesters zum unbestrittenen Höhepunkt des Abends. Die Verschmelzung von volksmusikalischen Elementen mit der Concerto-grosso-Form gelang perfekt, Soli und Ripieno harmonierten in dichtester Spannung, und das Nachtstück in der Mitte wurde zum eindringlichen Klagegesang.

Mit jedem Ton eine Explosion
Aargauer Zeitung / Basellandschaftliche Zeitung, 18.05.2016

Konzert Zurück von der Süd-Amerika-Tournee spielt das Kammerorchester Basel ein wuchtiges Gedenkkonzert für Yehudi Menuhin mit dem Geiger Daniel Hope.

Daniel Hope ist ein Bandleader. Stampfend und hüpfend steht er inmitten des Kammerorchesters Basel, dreht sein Ohr zu den Musikern, gibt mit seinem ganzen Körper den Einsatz. Und dann lässt er sich tragen von ihrem Klang, singt auf seiner Geige ganz leise und zart seine Melodie.

Ja, Daniel Hope ist ein Entertainer par excellence. Charmant kündigt er mit seiner sonoren Stimme die Konzertstücke an. Schon dabei ist er so bezwingend, dass ihm jeder in der nahezu voll besetzten Martinskirche glauben will, was er sagt: Dass er mit all diesen Stücken an seine innige Verbindung zu seinem einstigen Mentor Yehudi Menuhin erinnert.

Musikalischer Ziehvater
Yehudi Menuhin, der grosse Geiger, hätte in diesem Jahr seinen 100.Geburtstag feiern können. Daniel Hope feiert umso kräftiger denn Menuhin ist sein musikalischer Ziehvater. Bereits als Zweijähriger hat er ihn kennen gelernt, als Daniel Hopes Mutter ihre Stelle als Menuhins Privatsekretärin antrat.

Bald wollte der kleine Daniel werden wie der grosse Menuhin: ein Geiger. Das ist er nun, und belegt einmal mehr sein Können mit einer Hommage-CD und einer Tournee, beides gemeinsam mit dem Kammerorchester Basel. Bechara el Khourys «Unfinished Journey», Philip Glass «Echorus» für zwei Soloviolinen und Streichorchester sowie Arvo Pärts «Darf ich…» für Solovioline, Glocke und Streicher stehen auf dem Konzertprogramm. Alle drei so unterschiedlichen Werke wurden einst für Menuhin komponiert. Nun spielt sie Daniel Hope und peitscht sich und das Orchester durch die Stücke, steht unter Strom und kann dabei immer wieder unfassbar zart singen, innehalten, dem grossen Ton seiner Geige Raum geben.

Das Orchester zeigt mit dem starken Divertimento für Streichorchester von Béla Bartók, dass es den gleichen Aggregatzustand hat wie Hope: energiegeladen bis in die Bogenspitzen. Die Streicher spielen so drängend in einem nie versiegenden Strom, dass man sich fast wünscht, es möge Bläser in diesem Stück haben einfach jemanden, der einmal Luft und Atem holt.

Bei den Solokonzerten umhüllt das Orchester Daniel Hope wie eine zweite Haut kein Wunder, haben sie doch bereits eine lange Tournee mit dieser Musik absolviert.

Meerschweinchen, grilliert
Vier Konzerte fanden in Südamerika statt. Ein Abenteuer, wie der Cellist Martin Zeller berichtet nein: vier. In São Paulo bestürzten sie die vielen armen Menschen, die an jeder Strassenecke herumliegen, in ecuadorianischen Quito ging ihnen auf 2800 Metern schon ganz schön die Puste aus, in Bogota musste ein Bratscher unverzüglich wieder abreisen, weil er unwissend mit einem ungültigen Pass unterwegs war (was bei der Visa-Vergabe keine Behörde gemerkt hatte), und in Lima genossen sie die exotischen Speisen zum Beispiel Meerschweinchen. Das überwiegend weisse Expat-Publikum spendete nach jedem Satz kurz und aufbrausend Applaus, nahm das zeitgenössische Werk von Stefan Wirth noch offener an als das europäische Publikum, und freute sich allgemein über das Ereignis, dass ein europäisches Orchester zu Gast ist.

«Man fühlt sich anders, wenn man gemeinsam durch diese Abenteuer geht», sagt Martin Zeller. Ob er dabei die Abenteuer auf oder neben der Bühne meinte? Das Orchester ist jedenfalls hörbar zusammengewachsen und hat der gewohnt hohen Intensität noch einen draufgesetzt.

CD-Tipp My Tribute To Yehudi Menuhin. Daniel Hope, Kammerorchester Basel. Deutsche Grammophon.
Jenny Berg

Ein Konzert als Bekenntnis
Dresdner Neueste Nachrichten , 18.05.2016

Daniel Hope und das Kammerorchester Basel

Dresden – Musik macht Menschen zu Mitmenschen. Mit Musik wird der Nächste erlebbar, egal welche Sprache er spricht, und in seiner Sonderheit wahrgenommen. Das heißt aber auch: Musik ist nie nur ein Berieseln, das durch leere Köpfe tönt, sondern Erlebnis, das die Hirne und Herzen füllt.

Ein Künstler, der diesen Anspruch sein Leben lang umzusetzen und anderen Menschen weiterzugeben versuchte, war Yehudi Menuhin, an den EndeApril zum 100. Geburtstag weltweiterinnert worden ist. Nicht nur wegen dieses Jubiläums passte eine Hommage an diesen Ausnahmegeiger und Dirigenten, der sein gesamtes Tun und Wirken stets mit gelebtem Humanismus verband, bestens ins allseits offene Zeit-Thema der Musikfestspiele. Auch der jüdische Hintergrund Menuhins und sein beständiges Streben nach einer Aussöhnung der Kulturen (wofür er wiederholt derb angefeindet wurde) lassen sich mit dem Nebenthema Israel ideell verbinden.

Die dramaturgischen Ansätze des Konzertes von Daniel Hope und dem Kammerorchester Basel in der Lutherkirche sind jedenfalls vielseitig deutbar. Von Johann Sebastian Bach, dem Anfang und Ende aller Musik, schlug sich der Bogen hin zu Felix Mendelssohn Bartholdy, seinem späteren Wiederentdecker, der nichtsdestotrotz als (reformierter!) Jude in Nazideutschland verfemt und hier mit einem Jugendstreich, dem d-Moll-Violinkonzert des 13-Jährigen präsent war.

Dazwischen lagen Kompositionen, die in engem Bezug zu Menuhin standen oder ihm persönlich gewidmet waren. Da reichte der Klangkosmos vom Ungarn Béla Bartók, dessen Divertimento für Streichorchester 1939 für die Vorgänger des Basler Ensembles entstand, bis hinein in die Gegenwart. Wie sehr Bartók unter den ideologischen Entartungen des 20. Jahrhunderts zu leiden hatte, steht auf einem anderen Blatt, schwang in dieser Interpretation aber ganz offenkundig mit, die zugleich als Brücke zwischen magyarischen Traditionen und musikalischer Moderne fungierte. Über den Ozean hin zum Minimalisten Philip Glass mit einem vom Widerhall lebenden “Echorus” und wieder zurück in die geistige Welt des Esten Arvo Pärt und dessen kurzweiligen “Darf ich …” bestand das Konzert sehr sinnstiftend aus einer weiteren Hommage an Sir Menuhin, der “Unvollendeten Reise” (“Unfinished Journey”) des libanesischen Komponisten Bechara El-Khoury. Als Vorteil dieser moderneren Stücke pries der Geiger Daniel Hope deren Kürze – was den gefeierten Interpreten Zeit zu diversen Zugaben ließ. Es wäre auch undenkbar gewesen, dass man dieses Vorzeigeorchester und insbesondere den smart-sympathischen Briten, der dank seiner Mutter schon in sehr jungen Jahren in engen Kontakt zu Menuhin kam, nach ihrem seelenvoll präzisen Musizieren so ohne weiteres entlassen hätte. In kongenialer Verbindung mit dem Kammerorchester Basel und insbesondere mit dessen aus Norwegen stammenden Konzertmeister Anders Kjellberg Nilsson faszinierten die musikalische Vitalität Daniel Hopes, die sich aus einer tiefen Demut vor dem jeweiligen Werk speiste, sowie die technische Brillanz, die er nie vordergründig herausstechen ließ.

So herzhaft menschlich agierte auch Yehudi Menuhin, so menschlich herzhaft ist auch die Musik von Johann Sebastian Bach. Diese Hommage mit dem Doppelkonzert d-Moll BWV 1043 einzuleiten, zeugte vom hohen Anspruch eines jeden an sich selbst. Ein Konzert als Bekenntnis.

Michael Ernst

Menuhins musikalischer Enkel
Der Tagesspiegel, 23.04.2016

Hommage an einen großen Geiger

Daniel Hope und das Konzerthausorchester mit einer Hommage an Yehudi Menuhin, zum 100. Geburtstag des großen Geigers.

Kein anderes Werk hätte es sein können: Der 16-jährige Yehudi Menuhin spielte es noch mit dem Komponisten selbst ein, eine Aufnahme von hinreißender Intensität. Und auch kein anderer Interpret hätte es sein dürfen: Die Hommage an Yehudi Menuhin zum 100. Geburtstag im Konzerthaus wird durch das Violinkonzert von Edward Elgar eröffnet, gespielt von Daniel Hope, der sich als „musikalischen Enkel“ des großen Geigers bezeichnet. Mit Recht; rührt ihre menschlich-musikalische Beziehung doch von Hopes frühester Kindheit her. So umweht eine besondere Aura diese Interpretation.

Iván Fischer am Pult des Konzerthausorchesters stellt von den ersten Tönen an unmissverständlich klar: hier wird Erinnerungskultur betrieben mit einem Werk, das selbst nostalgisch Abschied von seiner Epoche nimmt. So liegt ein kostbarer Wehmutsschimmer selbst über dem scharf geschnittenen Anfangsthema, etwas „Tristanisches“ in zumeist abwärts geschwungener Melodik. Transparent bietet Fischer die opulent besetzte Einleitung; bedächtig nimmt Hope sein erstes Solo, lädt es durch starkes Vibrato sofort emotional auf. Doch wie sehr sich die Geige auch durch das auf- und abschäumende Geschehen klagt, fleht, schmeichelt: Hier geht es nicht um Überredung, um kitschverdächtige Herz-Schmerz-Effekte. Viel zu intelligent baut Hope seine Kantilenen dafür auf, steuert zielbewusst leidenschaftlich-virtuose Ausbrüche an, vollzieht klare Phrasierung innerhalb der großen Bögen des Dirigenten.

Daniel Hopes Kadenz: eine Insel der Meditation

Besonders berührt die Kadenz im thematisch weniger konsistenten Finalsatz: eine Insel der Meditation inmitten halsbrecherischer Läufe, in der Daniel Hope betörend süße Flageoletts aufflattern lässt, kleine Melodiefetzen, Vogelrufen gleich, bis nach rasanten Trillerketten die wilde Jagd wieder beginnt. Mit Maurice Ravels nachdenklichem „Kaddish“ beantwortet Hope den Publikumsjubel, „in memoriam Yehudi Menuhin“.

Kann das noch übertroffen werden? Bartóks „Konzert für Orchester“ zeigt sich anders auf der Höhe der Zeit. Schmerzlichen Erinnerungen trotzt der Komponist, der im USA-Exil elend zugrunde ging und zu dessen letzten Unterstützern noch Menuhin zählte, mit Ironie. Fischer stellt die Ausdrucksextreme mitsamt ihren Brechungen, immer von klarer Struktur getragen, virtuos heraus: Eindringlich die Flötenrufe mit anschließenden Streicherausbrüchen in der „Elegie“, köstlich das „Spiel der Paare“ mit Fagotten, Klarinetten, Trompeten. Schön auch, das Programm mit George Enescus „Prélude à l’unisson“ einer faszinierenden Unisono-Studie, die ahnen lässt, wie sich Menuhins Klangsinn unter diesem großen Lehrer entwickelte.

von Isabel Herzfeld

Daniel Hope et Béchara el-Khoury pour Yehudi Menuhin…
L'Orient - Le Jour, 24.03.2016

Au théâtre des Champs-Élysées, dans le cadre de sa tournée mondiale, le violoniste britannique a présenté avec émotion « Unfinished Journey » du compositeur libanais…

Dans sa tournée mondiale qui compte une centaine de dates et de lieux différents, le grand violoniste britannique Daniel Hope rend hommage à Yehudi Menuhin qui aurait eu cent ans en avril 2016. Le programme n’est pas forcément le même d’une ville à l’autre, mais systématiquement, invariablement et fidèlement, Daniel Hope joue Unfinished Journey de Béhara el-Khoury. Cette pièce avait été commandée en 2009, à l’occasion du dixième anniversaire de la disparition de Yehudi Menuhin. L’autre soir, au théâtre des Champs-Élysées à Paris, c’est la voix nouée par l’émotion que Daniel Hope annonçait la présence dans la salle de Béchara el-Khoury, «compositeur libanais vivant à Paris», et confiait au public, touché et amusé que cela «le rendait nerveux»!

Placée en première partie du concert, entre le bondissant Concerto pour deux violons et orchestre à cordes en la mineur d’Antonio Vivaldi et l’époustouflante Symphonie de chambre d’après le quatuor en ut mineur de Dimitri Chostakovitch, la pièce de Béchara el-Khoury est admirablement interprétée. L’archet de Daniel Hope vibre et frémit tandis que l’Orchestre de chambre de Paris, au meilleur de sa forme, offre au soliste un riche et opulent tapis de cordes. Quand la dernière note meurt, le public retient son souffle. Pas un bruit, un silence absolu se fait dans la salle comme si le temps avait suspendu son vol, avant que n’éclate une incroyable salve d’applaudissements qui porte Béchara el-Khoury sur scène afin de saluer. Pour l’interprète qui maintenant la connaît si bien, cette œuvre du compositeur libanais est «merveilleuse, chaleureuse, un vrai hommage au lyrisme de Menuhin, un voyage de l’Est vers l’Ouest». Quant au compositeur, il dit que «la musique décrit le temps passé à travers une méditation sur le souvenir, sur les images, sur la voix de Menuhin et sur le silence…».

Joyeusement baroque
La deuxième partie du concert s’ouvre avec le Concerto pour violon et orchestre à cordes en ré mineur de Félix Mendelssohn (composé alors qu’il n’avait que treize ans!), œuvre puissante et virtuose où Hope peut donner libre court à son extraordinaire vélocité. Puis c’est Nostalghia pour violon et orchestre à cordes de Toru Takemitsu, compositeur japonais du XXe siècle s’étant fait connaître du grand public par les musiques écrites pour les films d’Akira Korosawa. Le bouquet final consiste en une interprétation extraordinairement contrastée et rafraîchissante de l’Été, extrait des Quatre saisons d’Antonio Vivaldi. Ainsi se termine le concert sur la même note joyeuse et baroque qui en avait fait l’ouverture. Pas facile de diriger et d’être soliste en même temps. Pourtant Daniel Hope réussit à obtenir une homogénéité et une précision grâce à la qualité de communication qu’il entretient avec l’orchestre. Entouré de Deborah Nemtanu, remarquable violon solo qui lui donne la réplique notamment dans Vivaldi, et des membres de l’Orchestre de chambre de Paris, le défi est parfaitement relevé. Quant à Béchara el-Khoury, si apprécié et fêté à l’étranger, souhaitons qu’un jour le Liban lui rende hommage à la hauteur de son immense talent…

 

Zeina SALEH KAYALI

 

Telemann-Festtage – Virtuoser Dialog auf prächtigem Klangteppich
Volksstimme.de, 16.03.2016

Daniel Hope und die Berliner Barock Solisten zogen die Zuhörer bei den 23. Magdeburger Telemann-Festtagen in ihren Bann.
Von Renate Bojanowski
Magdeburg l Als Geburtsstadt von Georg Philipp Telemann ist Magdeburg ein Zentrum für zahlreiche Aktivitäten des großen Barock-Musikers. Die Telemann-Feststage ziehen seit vergangenem Freitag renommierte Künstler in die Stadt. So auch den seit 25 Jahren international gefragten Violinisten Daniel Hope und die Berliner Barock Solisten. Sie versetzten ihr Publikum am Sonntagabend in der ausverkauften Magdeburger Johanniskirche in zwei Stunden andauernden Freudentaumel.

Bereits der Einstieg mit Telemanns Concerto e-Moll für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo ließ das Zuhörerherz höher schlagen. Daniel Hope und Bernhard Forck malten mit fein austariertem Ton lebendige Klangfiguren in das Kirchenschiff, plastisch, exzellent durchhörbar und klar.

Mit Vivaldis Concerto a-Moll zogen beide Solisten das Tempo an, begaben sich in einen virtuosen Dialog, während das Ensemble ihnen einen farbenprächtigen Klangteppich dazu webte.

In Telemanns Concerto a-Moll entfaltete Daniel Hope eine betörende Kantilene über die zauberhafte Begleitung. Die Melodie drängte sich zärtlich ins Ohr des Zuhörers und blühte mit der Begleitung auf.

Auch nach der Pause konnten sich die Zuschauer am majestätisch homogenen Streicherklang erfreuen: so, wie er in dem bekannten Doppelkonzert für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo von Johann Sebastian Bach erstrahlte. Welche feinfühlige Interpretation, welches grazile Klangbild! Hope, Forck und die Berliner Barock Solisten zogen ihre Zuhörer in den Bann ihrer magischen Virtuosität und Ausdruckskraft. Auch die Farben des Sommers konnten einprägsamer nicht abgebildet werden. Die Berliner Barock Solisten sorgten während der Interpretation des „Sommers“ von Antonio Vivaldi für ein dichtes treibendes Klangfundament, auf dem Daniel Hope jede kleinste Schattierung abbilden konnte: flirrende Hitze, herannahendes Donnergrollen bis hin zum ausbrechenden Unwetter … Hier bündelten sich noch einmal Aussagekraft, Virtuosität und grandiose Spielfreude.

Die Zuschauer jubelten, es gab Bravo-Rufe und Standing Ovations. Dankbar waren sie für die beiden Zugaben, die Daniel Hope, Bernhard Forck und die Berliner Barock Solisten ihnen schenkten.

Music by Holocaust victims grips Linton audience
Cincinnati.com / US Today Net Work, 07.03.2016

They were composers who were murdered by the Nazis. But their music lives on, thanks to artists such as the Grammy-nominated violinist Daniel Hope, who is helping to bring it to life once more.

On Sunday afternoon, Hope and several musical colleagues presented a gripping and moving program of chamber music written by victims of the Holocaust for the Linton Music Series. The intimate concert was held in the First Unitarian Church, Avondale. It was an inspiring afternoon of discovery. Had these artists lived, one could only imagine what their contributions might have been.

This music “was conceived in circumstances that to us was completely unimaginable,” said Hope, a South African-born musician of German-Jewish descent who has championed the otherwise forgotten composers for 15 years.

His program, “Voices Remembered with Hope,” included music by Hans Krása and Gideon Klein, both interned at the infamous Terezin (Theresienstadt), a “model” camp where artists and musicians were sent before being shipped off to die at Auschwitz. There was also music by Erwin Schulhoff, a composer who died in a concentration camp in Bavaria in 1942, including his stunning Sextet for Strings.

The violinist brought together five exceptional artists who played in various groupings: violinist Sigurbjorn Bernhardsson, the Cincinnati Symphony’s former principal cellist Eric Kim, his brother Benny Kim (violin and viola), violist Philip Dukes and cellist Keith Robinson.

You could only marvel at the craftsmanship of a work such as Krása’s “Tanec” (Dance) for string trio, written a few days before his death, performed by violinist Hope, violist Dukes and cellist Eric Kim. Lyrical themes came and went over a driving rhythm, and the reading was both energized and intense. Even without knowing the circumstances, the music had a sad, unsettled undercurrent running through it.

This was also evident in Klein’s String Trio (with the same players). Its slow movement, a set of variations on a Moravian folk tune, was both sophisticated and somber, as if a memorial to the composer’s homeland. The concluding variation in the style of a mournful hymn, had a powerful impact.

Schulhoff’s music (which has also been championed by the May Festival’s James Conlon) formed the rest of the program.

Schulhoff’s Duo, performed by violinist Benny Kim and cellist Robinson, was a remarkable find, with folk-inflected themes and many passages that demanded immense technical virtuosity. The second movement, a “Zingaresca,” featured some Gypsy fiddling, left-hand pizzicatos and other feats. In the third, they traded a haunting melody seamlessly between instruments, to pizzicato accompaniment.

It’s too bad that U.S. Immigration denied pianist Simon Crawford-Phillips’ visa at the last minute. (He was traveling from Sweden.) As a consequence, Hope replaced two planned works for violin and piano with Schulhoff’s Sonata for solo violin. Hope’s performance of the work was mesmerizing, and he communicated with a big, muscular sound. The piece opened with a driving perpetual motion, followed by a soaring slow movement. Its rhapsodic theme unfolded in one long arc to a meditative close in the stratosphere of his instrument. The earthy finale, with a driving, heavy rhythm, was reminiscent of Bela Bartok.

The program concluded with Schulhoff’s Sextet of 1924, with all six string players. (Bernhardsson stepped in for the announced Timothy Lees, who is recovering from a hand injury.) An expansive, four-movement work, it was fascinating for its wide-ranging musical styles, from moments influenced by Debussy to post-romantic Vienna.

A highlight was the “Tranquillo,” which included a low theme in the cellos against fluttering high figures in violins and violas for a magical effect. The “Burlesca” was driving and bold. Its explosive ending, with bows flung high, was a surprise, coming just before the lush and somewhat mournful final movement.

Presented in collaboration with Cincinnati’s Center for Holocaust and Humanity Education, the concert was part of a mini-festival that included a documentary film that Hope helped to produce, as well as a lecture.

Daniel Hope and Chamber Music Society mark Menuhin centennial with thoughtful panache
New York Classical Review, 05.03.2016

Daniel Hope knows how to throw a party.

For the Chamber Music Society of Lincoln Center–and to mark what would have been Yehudi Menuhin’s 100th birthday next month–Hope assembled a slate of works by composers connected to the late artist, who died in 1999.

There’s a strong link between the two violinists: Menuhin taught Hope when he was just nine years old. The program had symmetry: each half began with a Baroque gem (Bach and Vivaldi) and ended with a classic (Mendelssohn and Bartók), with short works from the 20th century in between.

Though Bach’s Concerto in D minor for Two Violins is one of his most popular works, on this occasion it seemed to reach even more vivid heights than usual. With the ensemble standing (except for cellos, lute, and guitar), Hope and Alexander Sitkovetsky led the group in bright, primary colors, encouraging lightness, even though modern instruments were used. The two violinists’ tone in the second movement was a wonder, with finely shaded dynamic levels. The final Allegro—bold and bristling, with vigorous accents—was notable for its detail, enhancing the illusion of an echo between the two instruments.

The four contemporary works were originally dedicated to Menuhin. Arvo Pärt’s Darf ich… (“May I…,” 1995) is a beautiful miniature for violin solo, strings, and a lone bell, the latter played by Ian David Rosenbaum. Benny Kim masterfully handled the robust solo line, which ends with some whistling harmonics sailing over his colleagues’ ethereal tapestry.

Written the same year, Philip Glass’s Echorus for Two Violins and Strings is a loving example of the composer’s typical arpeggiated style. Soloists Jessica Lee and Danbi Um offered gentle, persuasive pulses, gracefully intertwined with the ensemble.

An arresting unison opens Mendelssohn’s Concerto in D minor for Violin and Strings, completed when the composer was just 13 years old. Unlike his later, celebrated fiddle concerto in E minor, this early work is virtually unknown, and it is a marvel. Hope tackled the challenging solo line, and the first movement’s cadenza with daunting bravura.  After the serene middle movement, the exhilarating gypsy dance that follows was arguably the night’s most viscerally exciting sequence, with Hope navigating a perilously fast tempo.

To mark another birthday—Vivaldi would have been 338 the day of the concert—Hope and Kim led an effervescent romp through the Concerto in A minor for Two Violins, RV 522. The ensemble’s sheer exuberance won the day, along with carefully considered phrasing. Daniel Swenberg on guitar (also on lute in the Bach) added both texture and delicate rhythmic trussing.

Also composed in 1995, Shulamit Ran’s Yearning is scored for violin and strings with cello obbligato (the latter masterfully done by Keith Robinson), in a 2015 arrangement made for these forces. Opening tremolos in the cellos and basses were soon picked up by the rest of the group, as the solo violin—here the superb Bella Hristova—began a haunting line that underlined the work’s title. At the conclusion, as Hristova waved the composer onstage, it was heartening to see the composer receive some of the night’s loudest ovations.

In 2009 Hope commissioned Bechara El-Khoury  to write Unfinished Journey, inspired by the title of Menuhin’s 1977 memoir. The Lebanese-French composer’s gorgeous result is a sequence of slow-moving chords for the massed strings, over which Hope spun a series of repeated mournful utterances. Its reflective, sober cast made a fine preface for the evening’s close, a dashing flight through Bartok’s Romanian Dances. One wishes most birthday parties could be this festive.

By Bruce Hodges



2015


Daniel Hope, invité de l’Orchestre Philharmonique de Strasbourg
Bachtrack, 21.12.2015

Samuel Aznar

Pour ce concert en forme d’hommage à Walter Weller, le chef d’orchestre autrichien décédé cette année et qui devait initialement diriger l’Orchestre Philharmonique de Strasbourg (OPS) vendredi soir, Marko Letonja, son chef permanent, a souhaité maintenir malgré tout le programme prévu et à en assurer lui-même la direction. Un choix judicieux qui allait donner lieu à un concert de grande qualité, notamment par la présence et le jeu littéralement captivants du soliste de la soirée : le violoniste Daniel Hope.

Le concert commence avec l’élégance et la légèreté souriante de la Symphonie n°66 en Sib Majeur de Joseph Haydn, véritable archétype de la symphonie classique en quatre mouvements (Allegro con brio – Adagio – Menuet – Finale), et qui donne dans son architecture sonore un rôle de tout premier plan aux cordes de l’orchestre. Une fois n’est pas coutume, celles de l’OPS n’en demandaient pas tant pour démontrer la beauté de leur son ainsi que leur parfaite synchronisation, comme si cet ensemble composé d’une quarantaine d’instrumentistes n’en comptait finalement qu’un seul. À voir les regards de complicité entre Charlotte Juillard et Philippe Lindecker, les premiers violons solos de l’orchestre, ainsi que la direction de Marko Letonja, toute en confiance et tranquillité, on se dit qu’il ne peut rien arriver à l’OPS et qu’il est chez Haydn comme s’il était chez lui, dans la douceur du foyer familial.

Puis Daniel Hope fait son entrée pour nous donner sa version du Concerto pour violon n°1 de Max Bruch. Dès le premier arpège de cette œuvre grandiose, on ne peut plus lyrique, le violoniste se distingue par son extrême concentration ainsi que par l’intense expressivité de son jeu : pas une note qui ne soit investie musicalement, pas un geste qui ne soit laissé au hasard, tout concoure à nous laisser captifs de ce musicien au talent exceptionnel. Doué d’une forte présence scénique, à la fois athlétique et généreuse, et d’une technique digitale irréprochable, Daniel Hope séduit aussi par la subtilité de ses nuances piano alors qu’on aurait pu craindre au début que son interprétation, à force d’intensité dramatique, n’en devienne paradoxalement trop démonstrative, trop brute de décoffrage. À ce titre la réexposition du thème principal de l’Allegro Moderato, que le violoniste entame pianissimo subito, comme sortie de nulle part, restera comme le moment de grâce du concert, sorte d’apogée expressive à la limite du silence. Directement enchaîné à l’Allegro suivra l’Adagio, avec sa touchante intériorité, sa beauté triste et consolante en même temps, puis enfin l’Allegro energico, finale détonant et festival de difficultés techniques que Daniel Hope n’aura aucun mal à surmonter, et ce de la plus brillante des manières.

Après la pause, les cordes de l’OPS sont une nouvelle fois mises à l’honneur dans la Méditation sur le choral de Saint Wenceslas du compositeur tchèque Joseph Suk, composée en 1914 sur la base d’un thème populaire datant du XIIème siècle. Une œuvre sublime, profonde, intemporelle, dont l’orchestre parvient sans fioritures à traduire l’émotion pure.

Pour ce qui est des célèbres Variations sur un thème de Haydn de Johannes Brahms, on reste en revanche sur notre faim ; peut-être est-ce la longueur redondante de l’œuvre, avec ses multiples reprises, ou bien les changements de tempi d’une variation à l’autre qui déstabilisent l’orchestre et lui font perdre en énergie comme en précision (particulièrement dans les variations II et V)… Une subite baisse de régime que Les Préludes de Franz Liszt en clôture de programme viendront contrebalancer d’une fraîcheur nouvelle, due à l’engagement sonore des cuivres de l’OPS mais surtout à la puissance évocatrice d’une œuvre en forme de « poème symphonique », à la fois plus libre et inventive qu’une symphonie traditionnelle.

Daniel Hope spielt Vivaldis „Jahreszeiten“ – inklusiver neuer Version
kreiszeitung.de, 13.12.2015

Bremen – Von Ute Schalz-Laurenze. Der 42-jährige britische Geiger Daniel Hope ist zu Recht weltberühmt: Mit grenzenloser Klangvariabilität kann er in emotionale Bereiche vorstoßen, die ihresgleichen suchen und die nicht vielen Geigern zugänglich sind. Gleichzeitig ist er unermüdlich tätig in der Vermittlung der Gleichwertigkeit unterschiedlicher Musikstile. Sechsmal der Echo-Klassik, der europäische Kulturpreis 2015 und die Nachfolge von Roger Norrington als Leiter des Zürcher Kammerorchesters sind nur einige der verdienten Folgen seiner Persönlichkeit. In seinem gut besuchten Konzert in der Bremer Glocke lieferte er nun einen erneuten Beweis seines beglückenden Könnens. Kaum zu glauben, dass es ihm gelang, Antonio Vivaldis oft abgenudelte Violinkonzerte „Die Jahreszeiten“ in einer Frische und Spontaneität zu spielen, als höre man das berühmte Werk zum ersten Mal. Die Bilder der dazugehörigen Sonette, die er vorher rezitierte, erstanden in fast greifbarer Realität: so die glühende Hitze des Sommers, das Ausrutschen auf dem Eis, die bellenden Hunde, das fliehende Wild und vieles mehr. Das kann man kaum besser machen, mit welcher tastenden Suche sich Hope auf den Weg in die Klangfarben aufmacht. Oder wie besessen er den erregten und wilden Zugriff spielt: die exlosive Freude des Frühlings oder die aggressiven Attacken der Jäger. Manchmal ist seine Intonation gefährdet, aber das klingt fast absichtlich, weil er es versteht, die Musik sozusagen im Spielen zu suchen.

Tango, Blues und Teufelstanz
Reutlinger Nachrichten, 31.10.2015

Schräg und wild, zart und richtig bluesig: Das Top-Solisten-Trio Sabine Meyer, Daniel Hope und Sebastian Knauer markiert vor 700 Besuchern einen Höhepunkt im Kammermusik-Zyklus. Riesenbeifall, zwei Zugaben.

von OTTO PAUL BURKHARDT

Kleiner Rückblick gefällig? Es war im November 2012, als Daniel Hope schon einmal hier konzertierte – damals noch in der Listhalle. Jetzt am Donnerstag beehrte der Ausnahme-Geiger wieder den Kammermusik-Zyklus, nun sogar mit der Weltklasse-Klarinettistin Sabine Meyer und erneut mit dem damaligen Pianisten Sebastian Knauer, allesamt mehrfach grammy- und echo-preisgekrönt. Eine Wiederbegegnung also: Kein Wunder, dass Daniel Hope nun den “wunderschönen Saal” der neuen Stadthalle ausdrücklich lobte.

Wer Hope & Meyer bucht, bekommt kein Allerwelts-Programm, sondern eine bedacht konzipierte Werkauswahl. So auch jetzt beim Konzert vor knapp 700 Besuchern. In wechselnden Besetzungen spielte das Trio Werke aus der Zeit von 1918 bis 1940. Kompositionen, die zumindest einen Impuls gemeinsam haben: weg von der üppig wabernden Spätromantik, weg vom sphärischen Impressionismus, weg von Wagner, weg von Debussy. Und zurück zu kleinen Besetzungen, zu klaren Konturen, zu einer musikantischen Wiederbelebung der überladenen Klassik durch Einflüsse aus Volksmusik und Jazz, Unterhaltungs-, Varieté- und Zirkusmusik.

So trug das Programm eher antiromantische Züge und enthielt statt dessen viel rhythmische Energie, tänzerische Heiterkeit und folkloristische Farbe. Strawinskys “L’Histoire du Soldat” (1918) passt da gut rein: Schon von der sparsamen Originalbesetzung her (sieben Musiker, vier Akteure) ist es ein Gegenpol zu exuberantem spätomantischen Orchestersound. Doch die “Geschichte vom Soldaten” ist auch Musiktheater und Jahrmarkts-Spiel. Und ganz ohne Text und Schauspiel (Hope & Meyer spielten eine reduzierte Trio-Fassung) büßt das Werk doch an Ausstrahlung ein – auch wenn sich Hope mit schroff gerockten Doppelgriffen und einer perkussiven Kadenz bemühte, um die konvulsivischen Zuckungen des Soldaten beim Teufelstanz zu illustrieren.

Ganz anders Ravels Sonate für Violine und Klavier G-Dur (1923/27): Hier zeigte Hope seine ganze Klasse, feinfühlig, wenn auch etwas pedallastig begleitet von Sebastian Knauer am Flügel.

Allein Hopes Intonationskunst ist ein Hörwunderland: delikat bis vital, zart bis herb, fragil bis kraftvoll. Und Hand aufs Herz: Im Vergleich zur oft pauschalen, auf dauerromantisch oder dauervirtuos getrimmten Attitüde mancher fernsehbekannter “Star”-Violinisten eröffnet Hopes Nuancenreichtum – edler, schlanker Ton, intelligente, expressive Phrasierung – ganz andere, weitere Horizonte. Wobei Hope auch mit geschlenzten blue notes loslegen kann, so, dass selbst Branchen-Profis wie Stéphane Grappelli schwer aufgehorcht hätten.

Schließlich Milhauds “Scaramouche” (1937), ein Paradebeispiel für schräges, polytonal geschärftes Latin-Kolorit. Großartig, wie hier das Trio mit swingendem Esprit und pointierter Ironie zur Sache ging. Hope in rhythmisch akzentuierter Spiellust, und Sabine Meyer mit hingehauchten Kantilenen, aber auch mit virtuoser, mitreißender Fulminanz – exzellent. Toll zudem, wie Sabine Meyer es versteht, Musik auch körperlich umzusetzen: Ihr Spiel ist immer auch ein bisschen Tanz, und immer wieder lässt sie, symbolisiert durch eine kleine Handbewegung, Klänge und Töne gleichsam in den Raum hinein fliegen. . .

Neben Saties “Gnossiennes” (meditativ: Sebastian Knauer) und Milhauds Suite (Hope als temperamentvoller Kaffeehaus-Stehgeiger) standen vor allem Bartóks “Kontraste” (1940), in Auftrag gegeben vom legendären Jazzklarinettisten Benny Goodman, im Zentrum des zweiten Konzertteils. Ein Werk “mit magyarisiert jazzoiden Elementen”, wie es der Musikwissenschaftler Heinrich Lindlar einmal beschrieben hat.

Beeindruckend, wie das Trio hier – in Distanz zum oft spröden, kantigen Bartók-Idiom – einen ganzen Kosmos an “weicheren” Tonfällen entdeckte: folkloristische Vitalität, klangsinnliche Raffinesse und jazzig aufgemischte Turbulenz. Hauchzart bis ungestüm, kurz: mitreißend. Riesenbeifall und zwei Zugaben – beide von Schostakowitsch.

Ein Abend, der hielt, was er versprach
Rheinische Post, 30.10.2015

Stadt Kempen

Stadt Kempen.  Sie waren schon häufiger in Kempen und kommen nach eigener Aussage auch immer gern wieder: Sabine Meyer (Klarinette), Daniel Hope (Violine), und Sebastian Knauer (Klavier). Aber als Trio traten sie in der Paterskirche erstmals gemeinsam auf. Da sie alle drei nicht nur hervorragende Solisten, sondern auch exzellente Kammermusiker sind, durfte man dem Abend mit Spannung entgegensehen. Und die Erwartungen wurden nicht enttäuscht: das ausverkaufte Konzert fand ein begeistertes Publikum. Von Gert Holtmeyer

Zuvor war ein großes Problem entstanden. Als Pianist hatte Alexandre Tharaud zugesagt, der dann leider ernsthaft erkrankte. Fast hätte die geplante Tournee abgesagt werden müssen. Aber Zufall, Freundschaft und guter Wille brachten eine Lösung: Sebastian Knauer, langjähriger Klavierpartner und Freund von Daniel Hope, opferte seinen Jahresurlaub und sprang ein.

Mit Strawinskys eigener Bearbeitung seiner “L’histoire du soldat” wurde schon zu Beginn klar, das der Abend hielt, was er versprach. Teils heiter, teils motorisch stampfend, teils Furcht erregend teuflisch im “Danse du diable” ließ das Trio immer neue Klangfacetten erklingen. Davon, dass “der Mann am Klavier” (O-Ton Hope) ausgetauscht worden war, war nichts zu spüren. Hier hörten drei erfahrene Kammermusiker aufeinander und wussten genau, wer wann in den Vorder- und wann in den Hintergrund zu treten hatte.

Alle drei blieben auch als Solisten ihrem guten Ruf nichts schuldig. Hope bot zusammen mit Knauer eine fein durchdachte Interpretation der G-Dur-Violinsonate von Maurice Ravel. Großartig, wie im Blues der Geigenton modifiziert wurde, wechselnd zwischen bewusst spröde und farbig intensiv. Das abschließende Perpetuum mobile wurde zu einem packenden Feuerwerk. Ein virtuoses, zugleich ein witzig-originelles Stück schuf Darius Milhaud mit “Scaramouche”. Der Titel bezieht sich auf einen Widerling in der venezianischen “Commedia dell’arte”, einen Angeber und Intriganten. Ursprünglich für zwei Klaviere geschrieben, klingt auch die Fassung für Klarinette und Klavier sehr reizvoll.

Wie Hope versteht sich auch Sabine Meyer darauf, die Ausdrucksskala ihres Instruments voll auszuloten. Zwischen sinnlich verführerischen Klängen über witzig skurrile Passagen bis zu bewusst abschreckend schrillen Höhen wurde keine Nuance ausgelassen. Ebenso fabelhaft gelang die Wiedergabe von Milhauds Suite op. 157 b. Dass Knauer als “Nur-Begleiter” unterfordert sei, wie Hope scherzhaft kommentierte, stimmte natürlich nicht. Aber auch seine solistischen Beiträge waren ausgesprochen beachtlich, er begeisterte das Publikum mit zwei sehr sensibel interpretierten schwermütigen “Gnossiennes” (Nr. 1 und 4) von Erik Satie. Nach der furiosen Wiedergabe von Béla Bartóks “Kontrasten” (Sz 111) war als Zugabe noch eine witzige Polka von Dmitrij Schostakowitsch zu hören.

Diese Frau hat mehr als drei Gesichter
Frankfurt Neue Presse , 31.07.2015

Beim Rheingau-Musik-Festival auf Schloss Johannisberg spielte der Geiger Daniel Hope Werke der  Komponistin Lera Auerbach. Sie selbst saß am Klavier.

Musik ist ein Spiegel, in dem wir uns selbst erkennen können, glaubt die Komponistin Lera Auerbach. Als “artist & composer in residence” wird der Künstlerin in diesem Jahr beim Rheingau-Musik-Festival doppelte Aufmerksamkeit geschenkt. Nun hat sie sich bei einem Konzert auf Schloss Johannisberg vorgestellt.
Die 41-Jährige ist ein künstlerischer Tausendsassa: Sie komponiert, ist ausgebildete Pianistin mit Abschluss in Hannover, hat sich als Literatin einen Namen gemacht, außerdem malt sie und formt Skulpturen. Was Lera Auerbach in Tönen auszudrücken versucht, davon bekam man bei diesem beeindruckenden Konzert eine gute Vorstellung. Sie hat als Pianistin nicht nur drei ihrer Werke gespielt, sondern auch in russisch gefärbtem Englisch ihre Musik auf sympathische Art erläutert.
Schon seit über 20 Jahren ist sie inzwischen in New York zu Hause, ihre Wurzeln im Ural kann sie trotzdem nicht verbergen. Mit dem britischen Geiger Daniel Hope und dem deutschen Cellisten Alban Gerhardt hatte Lera Auerbach zwei hervorragende Musiker an ihrer Seite. Und die braucht es auch, denn sie verlangt den Instrumentalisten einiges an Virtuosität und Ausdrucksvermögen ab. Längst vorbei sind die Zeiten, als Komponisten mit komplexen Operationen die Musik in Sphären geführt haben, wohin ihnen kaum noch ein Zuhörer folgen konnte. Auerbach gelingt es, ihr Publikum direkt anzusprechen und mitzureißen.
Zwar bricht sie die Tonalität mit einigen Dissonanzen auf, aber immer wieder packt sie die Hörer mit markanten Rhythmen und weit ausholenden Melodiebögen. Das ist ihr mit Alban Gerhardt bei der Sonate für Violoncello und Klavier op. 60 wie auch bei der 3. Violinsonate mit Daniel Hope gelungen. Besonders beeindruckend war das 2. Klaviertrio, ein Triptychon mit dem Titel “The Mirror With Three Faces”. In dieser Musik spiegelt sich eine faszinierende Künstlerin, die mehr als drei Gesichter hat.

mgr

Im Eduard-Söring-Saal hing der Himmel voller Geigen
Hamburger Abendblatt, 02.06.2015

Ahrensburg

Weltstar Daniel Hope verzückte bei seinem Debüt das Publikum in der Stormarn-Schule. Und er kündigte an, dass er gern wiederkomme.

Es war ein wahrhaft magischer Abend, mit dem der Ahrensburger Verein Theater und Musik seine Konzertsaison 2014/15 beschloss. Mit Daniel Hope hatte der Veranstalter einen international gefragten Geiger gewonnen – und einen Künstler bekommen, der nicht nur ein großer Virtuose ist, sondern auch ein fesselnder Erzähler, der sein Publikum mitnimmt auf die Reise in verschiedenste musikalische Landschaften. 332 Besucher (123 Prozent Platzauslastung) im übervollen Eduard-Söring-Saal der Stormarnschule erlebten ein beglückendes, zugleich lehrreiches Konzert.
“Zwischen Himmel und Hölle” heißt das Programm des “Violinrecitals mit Conference”, also des vom Künstler moderierten Solos, dessen Titel nicht nur thematisch einen großen Bogen spannt. Hope hat dafür raffiniert Werke aus verschiedenen Epochen nebeneinander gestellt, an denen sich Ausdrucksreichtum und Vielstimmigkeit der Violine demonstrieren lassen. Darüber hinaus hat er aber auch die kalkulierte Irritation eingebaut, dass barocke Werke zuweilen extremer klingen als zeitgenössische, wie das Nebeneinander der Suite Nr. 5 d-moll von Johann Paul von Westhoff (1656-1705) und Kompositionen wie “A Paganini” von Alfred Schnittke (1934-1998) oder der “Cadenza für Viola” (transkribiert für Violine) von Krzysztof Penderecki (Jahrgang 1933) bewiesen.
Die Geige im Spannungsfeld zwischen Teufelswerkzeug und himmlischen Klängen
Daniel Hope verband die Stücke mit kurzen Zwischenmoderationen, die darum kreisten, dass sein Instrument von den einen als Teufelswerkzeug angesehen wurde, für die anderen paradiesische Klangqualitäten hat, die den Himmel voller Geigen hängen lassen wie in Ignaz Franz von Bibers (1644-1705) “Passacaglia aus den Mysteriensonaten”. So streifte Hope in seinen Erläuterungen auch die Hölle der Konzentrationslager, um an den dort ermordeten Neue-Musik-Pionier Erwin Schulhoff (1894-1942) zu erinnern und dessen Solosonate von 1927 einzuleiten.
Zum Abschluss “das Maß aller Dinge für Geiger” (Hope), Bachs “Chaconne aus der Partita II d-moll”, über die Brahms sagte, sie enthalte eine ganze Welt von tiefsten Gedanken und gewaltigsten Empfindungen. “Ich werde das jetzt versuchen zu spielen”, kündigte Daniel Hope ohne Koketterie an.
Danach ein überraschender Reigen von Zugaben, die ebenso Hopes musikalische Offenheit wie seinen Humor demonstrierten. Er präsentierte zunächst einen Raga von Ravi Shankar, dann, vorlesend und Geige spielend, als Hommage an die vielen jungen Zuhörer auf dem Podium, “Ferdinand, der Stier” nach dem Disney-Kurzfilm von 1938. Und er verabschiedete sich mit einem sanften Rausschmeißer, dem von Brahms bearbeiteten Volkslied “Guten Abend, gut’ Nacht”.
Daniel Hope spielt als Leihgabe die “ex-Lipinski”, eine Guarneri del Gesú von 1742
Hope begeisterte als Musiker – und als Mensch, der keine Frage offenließ, auch nicht die aus dem Publikum nach seiner Geige, der “ex-Lipinski” von 1742, eine der noch vorhandenen 200 Violinen aus der Werkstatt von Guarneri del Gesú aus Cremona. Organisator Hinrich Tramm war begeistert vom Weltstar, der noch am Vorabend bis in die Nacht in einer Jury in Brüssel gesessen hatte. “Und danach spielt er hier dieses Programm – mit einer unglaublichen Souveränität, Gelassenheit, persönlicher Freundlichkeit und großer Ausstrahlung.” Auch Hope soll glücklich über sein Debüt in Ahrensburg gewesen sein, über die Nähe zum Publikum und die Klangqualität des Saals. Hinrich Tramm: “Er hat angekündigt, dass er gerne wiederkommt.”

von Lutz Wendler

The Encore’s the Star at MSO Concert
Greg Hettmansberger's review for Classically Speaking, 07.03.2015

By William R. Wineke

Special to Channel 3000

The Madison Symphony Orchestra provided a fascinating and educational program of music composed by German exiles Friday night but, before getting into the concert, we need to take a look at the encore.

Violinist Daniel Hope played brilliantly Erich Wolfgang Korngold’s “Concerto for Violin in Orchestra in D Major” and then proceeded to offer the audience an encore of Johann Paul von Westhoff’s “Imitation of Bells,” a 17th century piece that involves bowing the violin at blinding speed, using the left hand to finger chords and using the third hand to pluck the strings so that they sound like bells.

Now, this is difficult but not impossible so long as you have three hands. If you have just two hands, it is a bit more difficult.

Hope has just two hands and I still don’t know how he did what he did. But what he did was impressive.

Actually, his entire performance was impressive. Madison audiences like to give their soloists standing ovations – but that usually happens after the soloist completes his program. Hope got a spontaneous standing ovation even as he completed the Violin Concerto and before he played the love themes from “Ben Hur” and from “Spellbound.” This audience really liked him.

The program itself had a more overtly educational tone than usual.

The theme is this: Prior to and during World War II the fascists in Germany started their campaign against the Jews, putting many of Europe’s most brilliant musicians at risk. Many of them emigrated to the United States and made their livings composing music for Hollywood movies.

Hope and MSO music director John DeMain collaborated on a concert bill that featured the music of three of them, Franz Waxman, Miklos Rozsa and Korngold, featuring both their movie scores and their traditional classical compositions.

It was a stirring and fascinating combination.

The drums and tympani bulled through most of the movie scores in a way we don’t see too often – not on such a sustained basis, at least.

It would be inaccurate to say the brass and percussion sections overpowered the strings. They didn’t, but they did keep the strings in their place.

There were some quiet and lyrical interludes in the concert – which repeats tonight (Saturday) and Sunday afternoon – but the general tenor is bold and fearless defiance of evil and cowardice.

And, yet, this is Madison and you never know quite what’s going to happen. The audience seemed a bit different than is usual for a Friday evening performance. For one thing, there were quite a few more elderly people with walkers and canes. These are music lovers we more often see at Sunday matinees. Turns out there will be a lot of basketball on television Sunday.

Madison Symphony mixes movies with more musical magic
Madison Magazine, 07.03.2015

In hearing a program Friday night in Overture Hall in which John DeMain and the
Madison Symphony Orchestra offered a frothy and intriguing mixture of music for the concert hall and for Hollywood of the 1930s-1950s, it is tempting to trot out all the Academy Award metaphors. After all, the Oscars were handed out just a couple of weeks ago. DeMain wins one for best director, violinist Daniel Hope for best performance in a leading role, and the members of the MSO should each take home a statuette as well. For that matter, there is an actual connection: The featured composers—Franz Waxman, Miklos Rozsa and Erich Wolfgang Korngold—had each won at least one Oscar in their careers.

But the conceit of the program’s structure runs a little deeper; these were men who fled the Nazis and in some cases, unexpectedly found a home and a career in Hollywood. In part because of their success, they have too often been considered second-class citizens of the concert hall, even though they wrote enduring works before and after their film careers.

DeMain opened the evening with just the MSO strings and timpanist, and presented the least well-known work on the program, Waxman’s “Sinfonietta for String Orchestra and Timpani.” Written before he emigrated, the work boosted his reputation internationally, and it holds up today as a vigorous, touching and tuneful set of three movements. One of the great touches was the use of the principal string players as an ad hoc quartet within the finale.

The full orchestra took the stage for Rozsa’s “Theme, Variations and Finale,” and here DeMain unleashed the brass to tremendous effect. The players seemed to relish the robust interplay of sections, much in the way a child would feel when their 16-crayon box is replaced with 64: Colors galore emanated from the stage.

The guest star of the production was violinist Daniel Hope, who already has done a great deal of exploration of these and other composers in similar circumstances. His comments from the stage were welcome, along with  J. Michael Allsen’s always impeccable program notes are. But all the more compelling was the relating of his conversations with Waxman’s son, and Korngold’s granddaughter, on the creative evolution of this piece.

The work has really been standard repertoire—Jascha Heifetz after all was the first to champion the work—but there are still too many concertgoers who have yet to fall under its spell. Hope certainly converted most if not all of the audience. His tone can be hypnotically beautiful, and his technique (tons are required in this piece) is first-rate. Better still, it is clear how much he loves the work, and that is what put his performance on the top shelf.

One did not expect an encore, as Hope was scheduled for more on the second half, but he rewarded the (for once) lickety-split standing ovation with a most surprising and stunning piece. He introduced it as a 1683 sonata by Westhoff, a forerunner of J.S. Bach. Titled “Imitation of Bells,” it was a major additional bonus to the evening.

Post-intermission was devoted to film score excerpts. Rozsa was first with the “Parade of the Charioteers” from Ben-Hur, with the brass suitably barely in check again. Hope returned for two arrangements of the Love Theme from the same film, and an extended Love Theme from Spellbound. It practically conjured a vision of Gregory Peck and Ingrid Bergman, and if the transcription (by Paul Bateman) was a bit overblown, well, anything that gives us a few more minutes of Daniel Hope’s artistry is more than welcome.

Korngold was represented by a suite of his score from Captain Blood, the film that put Errol Flynn on the map, and would result in more collaborations from Korngold. In fact, one wished to have heard excerpts from his Oscar-winning score for The Adventures of Robin Hood, but the offering at hand had its fill of colorful and pleasant music.

The night ended with Waxman’s “The Ride of the Cossacks” from Taras Bulba. The film was more famous for being a disaster, but by all accounts the score was one of Waxman’s finest. This sample gave us some touches of spicy dissonance and overflowed with fun percussion. When all was said and done, and played, it almost felt like there was a red carpet leading away from the Overture Center: Everyone left a winner.

By Greg Hettmansberger

‘Hollywood Sound’ a great addition to Madison Symphony season
Capital Times, 06.03.2015

“Composers in Exile: Creating the Hollywood Sound,” the latest offering from the Madison Symphony Orchestra and Music Director John DeMain, is a great addition to a season already filled with strong programming choices and performances.

The concert takes as its subject three composers who fled Adolf Hitler’s Germany, each of whom was classically trained and, by necessity, took up film music composition upon arriving in the United States. Franz Waxman (1906-1967), Miklós Rózsa (1907-1995), and Erich Korngold (1897-1957) each contributed significantly to what has come to be known as the “Hollywood Sound” — the musical style that typifies the instrumental soundtracks of major films. Each composer is represented twice in the program, once during the first half, which focuses on concert music, and once in the second half, which presents excerpts of film scores.

The argument DeMain and guest artist Daniel Hope (violin) make with the program is twofold: first, these exiles had a tremendous influence on American film music aesthetics and second, that these composers’ output disrupts the supposed divide between film music (in the popular consumerist sphere) and concert music.

The concert began with what I thought was the strongest piece on the program —Waxman’s Sinfonietta for String Orchestra and Timpani. It’s a tough piece, filled with harmonic and orchestral tension that resolves only at the last moment of the last movement.

Its opening sounds are terse, dissonant chords. When these give way to melody, it’s material that is simultaneously bright and unsettling, a quality Waxman achieved through both harmony and orchestral contrasts.

The second movement is defined by the unrelenting repetition of single note on the timpani. The melody unfurls over it as, one at a time, solo string instruments enter — first one cello, then a second, then violas — with material that is aching, tender, introspective, and mournful. Karl Lavine (cello) led this group with gorgeous playing.

The third movement uses a more familiar idiom, though it is still fierce and strident. Overall, DeMain led the orchestra in a deeply moving performance.

Rózsa’s Theme, Variations and Finale and Korngold’s Concert for Violin and Orchestra in D Major were the other pieces in the first part of the program.

The Rózsa was rich and dramatic, ranging from the theme’s pastoral first presentation (performed beautifully by Mark Fink, oboe) to several variations that were nearly terrifying, such as the third one, loaded with sonic bombs.

Guest artist Daniel Hope’s performance of the Korngold concerto was emotionally convincing and often lush and romantic. As has happened at other performances this year, the orchestra at times had trouble matching the soloist’s flexible sense of meter, so that there wasn’t always perfect alignment between Hope and the ensemble. Virtuosic playing aside, the concerto offered a welcome rest from the intensity of the first two pieces.

The excerpts in the second half of the concert came from Ben-Hur and Spellbound (Rózsa), Captain Blood (Korngold), and Taras Bulba (Waxman). These pieces were good reminders of the very different work that concert and film music do. While they reflected great technical control — especially through the use of orchestration — the film music rarely reflected the intellectual and expressive complexity of the concert music, which is fine — they inhabit different worlds.

Across the board, these compositions shared a tendency toward compelling orchestration, throwing the spotlight on parts of the orchestra that are sometimes left in supporting roles. The percussionists deserve particular attention here, as do the brass and, really, all of the section leaders.

I noticed several faces I don’t usually see at the orchestra, a fact I attribute to the smart framework of this program. The theme provided a sense of cohesion that knit together the pieces sonically, musically, and intellectually and also connected to the research work of university faculty. I hope DeMain will pursue similar collaborations in the future.

by Jessica Courtier

Voyage romantique de qualité
classiquenews.com, 27.02.2015

Compte rendu, concert. Paris. Théâtre des Champs Elysées, le 18 février 2015. Beethoven, Bruch, Mendelssohn. Daniel Hope, violon. Maîtrise de Paris. Patrick Marco, direction. Orchestre de Chambre de Paris. Thomas Dausgaard, direction.

Le Théâtre des Champs Élysées accueille à nouveau l’Orchestre de Chambre de Paris pour un concert extraordinaire où l’on découvre les différents visages du romantisme classique, de Beethoven à Bruch, passant par Mendelssohn, avec un certain focus sur la théâtralité de la période. La Maîtrise de Paris et le violoniste Daniel Hope se joignent à l’ensemble dirigé par Thomas Dausgaard, en chef invité. Une soirée riche en émotion avec un programme et des interprètes de qualité, visiblement impliqués.

 

Le concert débute avec l’ouverture Coriolan de Beethoven, composée en 1807 pour la pièce de théâtre éponyme de Heinrich Joseph von Collin. Comme dans toute la musique du compositeur, nous sommes en permanence interpellés par la tension créée par deux thèmes contrastants, conflictuels. Une mise en musique habile qui dévoile l’état d’esprit ambigu du général Romain exilé : Coriolan. L’Orchestre de Chambre de Paris montre ici un art du chiaroscuro plein de brio, avec des contrastes tonaux très marqués. Une atmosphère héroïque s’installe mais pas sans l’hésitation inhérente au sujet dramatique. Place ensuite, à l’un des bijoux pour violon et orchestre de l’ère romantique, le Concerto en sol mineur de Max Bruch, composé en 1866. Le violoniste britannique Daniel Hope (élève de Yehudi Menuhin) est le soliste invité. Dès la première mesure, il fait preuve d’une grande musicalité. Dans son jeu sincère et agile, le violoniste montre sa dextérité tactile et une compréhension presque spirituelle de l’oeuvre, sans jamais tomber dans le piège de la démonstration gratuite ni de la virtuosité mondaine. La complicité avec l’orchestre est aussi saisissante, quand les cordes rayonnent de brio, le soliste affirme son chant mi-méditatif mi-mélancolique et l’effet est impressionnant. Ainsi le deuxième mouvement est un véritable sommet de beauté bouleversante, inspirant à l’auditoire des larmes qui édifient l’âme. Le dernier mouvement déborde d’énergie ; il clôt la première partie du programme jusqu’aux hauteurs heureuses où nous emmènent un soliste et un orchestre bien tempérés. Et puisque le bonheur est toujours payant, le public enflammé inspire Daniel Hope à offrir un bis plein d’humanité, le Kaddish de Ravel, l’une de ses 2 mélodies hébraïques composées pour violon et piano.

Après l’entracte, la Maîtrise de Paris paraît sur scène pour jouer avec l’orchestre Le Songe d’une Nuit d’été de Félix Mendelssohn. Une musique à la célébrité indéniable fraîchement interprétée par le chœur de jeunes filles et l’Orchestre sous la baguette très affûtée de Dausgaard. Si d’un premier regard, le choix des tempi dans l’ouverture, étonne, nous constatons rapidement un brio évolutif qui finit de façon brillante. Dans le scherzo qui suit, les cuivres presque dissonants représentent une malheureuse distraction par rapport aux cordes, elles, délicieuses. En effet, les cuivres ce soir laissent beaucoup à désirer, la prestation des bois est au contraire (et comme c’est souvent le cas pour cet orchestre), magnifique. Remarquons la flûte en particulier. Dans le fantastique lied qui suit, deux jeunes filles de la Maîtrise de Paris sont solistes ; leur performance a une candeur et une légèreté touchante à souhait. Puis les bois continuent à rayonner, les beaux bassons dans l’andante s’accordant superbement aux cordes bien équilibrées. Dans l’archicélèbre Marche Nuptiale, les cuivres semblent n’être plus désaccordés et se marient de façon éloquente aux bois charmants, surtout la clarinette et le hautbois. Le concert se termine en beauté avec le finale avec choeur et solistes, riche et généreux de fantaisie.

Encore une fois l’Orchestre de Chambre de Paris régale l’audience avec un concert de qualité, avec la fraîcheur et ce je ne sais quoi d’intimiste qui lui est propre, dans un programme riche et intéressant où le protagoniste reste la beauté. Enthousiasmant.

Compte rendu, concert. Paris. Théâtre des Champs Elysées, le 18 février 2015. Beethoven, Bruch, Mendelssohn. Daniel Hope, violon. Maîtrise de Paris. Patrick Marco, direction. Orchestre de Chambre de Paris. Thomas Dausgaard, direction.

par Sabino Pena Arcia

 

Vivaldi nicht für das Warenhaus, sondern ganz aufregend und geistreich
Landbote, 26.02.2015

Es war ein phänomenaler Abend. Der britische Geiger Daniel Hope, Artist-in-Residence beim ­Zürcher Kammerorchester, ­begeisterte im Tonhalle-Saal mit seiner radikal inspirierten Lesart der «Vier Jahreszeiten» von Antonio Vivaldi.

Einen ganzen Abend lang Vivaldi, das ist mutig. Denn Vivaldis Musik, vor allem seine «Vier Jahreszeiten», hört man oft in Wunschkonzerten, Warenhäusern und anderen öffentlich beschallten Orten, sodass man wenig Lust mehr dar­auf hat. Auch das Gefühl, Vivaldi klinge immer irgendwie gleich, egal, welches Stück man wählt, ist mit dieser Überproduktion verknüpft.

Daniel Hope kümmert das echt. Vivaldis konzertante Musik für Violine(n) gehört für ihn, wie er das in seiner pointierten Moderation erklärte, zum aufregendsten und geistreichsten in der Barockmusik. Er widmete dieses Programm seinem Mentor Yehudi Menuhin, mit welchem er als junger aufstrebender Geiger die an diesem Abend ebenfalls aufgeführten Doppelkonzerte für zwei Violinen öfter gespielt hatte: «L’ Estro armonico» und dasjenige in d-Moll op. 3 Nr. 11 von Vivaldi, und, in diesem Vivaldi-Kontext etwas vereinsamt, Johann Sebastian Bachs Doppelkonzert d-Moll BWV 1043.

Sturm der Begeisterung

Daniel Hope leitete das auf historischen Instrumenten spielende Barock-Ensemble des ZKO von der Violine aus, ZKO-Konzertmeister Willi Zimmermann gestaltete mit ihm den konzertanten Part. Schon der solistisch exponierte Anfang des d-Moll-Doppelkonzerts von Vivaldi machte deutlich, dass hier einer von ­innen heraus Vivaldi offenbart: herb, ja schroff war dieser Einstieg, und das Begleitensemble war hellwach.

Zimmermann und Hope duettierten mit spürbarer Lust an Vivaldis Einfällen, dafür bedienten sie sich überraschend oft des in der historischen Musizierpraxis eigentlich verpönten Vibratos. Die Phrasierung war sehr plastisch und agil, und der Ton von Hopes Guarneri-del-Gesù-Violine blühte vor allem bei Bach singend und weich artikuliert auf.

Sturm als packendstes Element

Und dann die «Vier Jahreszeiten». Willi Zimmermann übernahm wieder den Part des Konzertmeisters, das ZKO spielte den ganzen Abend stehend. Grossartig, wie das ZKO Hopes hochmusikalischen Intentionen folgte: dieser setzte weniger auf rhythmisch motorische Akzente, sondern breitete nuancenreich ausformulierte Phrasen aus. Mit ­zupackenden Ausbrüchen und mit in aller Ruhe sich ausbreitenden statischen Klängen tauchten Stimmungen und Landschaften auf.

Einer der packendsten Momente war der Sturm, da hörte man nicht mehr einzelne Stimmen und Läufe, sondern einen suggestiven glissandoartigen Sog des ganzen En­sem­bles. So präzise, agil und inspiriert hat man das ZKO noch nie erlebt, das Publikum war hell begeistert und gab dem in seiner Bravo-Ovation Ausdruck.
Sibylle Ehrismann



2014


Vivaldi remixed
Potsdammer Neuste Nachrichten, 29.12.2014

Vier Jahreszeiten für den Klub im Nikolaisaal

Wohl kaum ein Stück der klassischen Musik ist so bekannt wie die Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi. Tausendfach wurden und werden die Violinkonzerte von Virtuosen gespielt und erklingen oft genug auch außerhalb der Konzertsäle in Restaurants, Supermärkten und als Handy-Klingelton. Diesen barocken Blockbustern eine zeitgemäße Fassung zu geben, muss eine besonders große Herausforderung für den Komponisten Max Richter gewesen sein. Doch dem englischen Komponisten, der vielfach prämierte Filmmusik schuf, gelang mit seiner Klub-Version ein neuer Hit. Nicht unerheblichen Anteil daran hatte der Geiger Daniel Hope, dem die Neufassung auf den kostbaren Violinleib der Ex-Lipinski von Guarneri del Gesú geschrieben wurde.

Im Nikolaisaal Potsdam erklangen am Samstag sowohl die 300 Jahre alte Version als auch die aus dem 21. Jahrhundert. Ein didaktischer Fingerzeig war dabei nicht zu übersehen – mittels Ohrphon konnte man zugleich Erläuterungen anhören – aber auch ohne das Ding ergab das einen anregenden Ausflug in 300 Jahre Musikgeschichte. Der fantastische Solist Daniel Hope und das Orchester l’arte del mondo unter der Leitung von Werner Ehrhardt lieferten eine volle Dröhnung Vivaldi ab, um in der Klubsprache zu bleiben. Nicht zufällig erlebte die elektronische Version ihre Premiere vor zwei Jahren im Berliner Kult-Klub Berghain.

Was hätte Antonio Vivaldi gesagt, wenn er gewusst hätte, dass seine Vier Jahreszeiten noch drei Jahrhunderte nach ihrer Entstehungszeit landauf landab gehört und gespielt werden? Diese Musik fasziniert, weil sie eingängig und überraschend, populär und experimentell, rational und phantasievoll und leidenschaftlich ist. Dem trägt das Kammerorchester temperamentvoll Rechnung und erzeugt kantige, expressionistische Tonbilder, die von den feinen, goldenen Linien der Violine von Daniel Hope durchzogen werden. Der Geiger stürzt sich in die Klangwogen, glitzernd spritzt Gischt auf bei den Springbogen-Kunststücken, gläsern klirren und schlingern die Saiten am Steg auf dem kalten Eis.

Nach der Pause erklingt die Max-Richter-Version, die für die recomposed-Serie der Deutschen Grammophon entstanden ist. Bei den kurzen Stücken scheint Vivaldi stets durch, doch zugleich ist der Charakter zeitgenössischer Klub- und Filmmusik unüberhörbar. Zu Beginn noch deutlich, später immer raffinierter verweben sich elektronische Einspielungen mit den analogen Instrumenten, die von einer Harfe verstärkt werden. Richters Version ist basslastig, bisweilen wummernd im Techno-Stil, reduzierter, fokussiert auf kleine Szenen, die mit viel Sinn für Steigerung aufgebaut werden und häufig abrupt wie ein Bildwechsel enden. Die Solovioline erhält mehr Raum als im Original und spielt mit markiger Verve gegen die elektronisch verstärkten Klangstürme an. Dem Breitwand-Technicolor-Sound trägt Daniel Hope jetzt mit breitem Strich, viel Vibrato und allerlei Tonverfremdungen Rechnungen, weit mehr als schon bei Vivaldi vorhanden. Für den Ton war extra Chris Ekers, „einer der besten Sound Engineers“, aus London gekommen, wie Hope dem staunenden Publikum erklärt. Als Zugabe gibt es für die aufgerauten Ohren reinen Vivaldi, der letzte Satz aus dem Doppelkonzert a-Moll, und mit der Air ein reiner Johann Sebastian Bach, so unverfremdet wie es heute, 300 Jahre später, noch geht. Begeisterter Beifall belohnt das gelungene Klangexperiment aus alt und neu.

von Babette Kaiserkern

Bundeswettbewerb Gesang – Der Klang der Zukunft
Tagesspiegel, 03.12.2014

von Udo Badelt

Parade toller Stimmen: Das Finale des Bundeswettbewerbs Gesang in der Deutschen Oper zeigt, wie hoch das Niveau beim Sängernachwuchs ist.

Wenn fast 2000 Augenpaare auf dich blicken und die Aufregung dich fast auffrisst – dann ist es gut, einen coolen Moderator zu haben, der mit britischem Witz in die Blase sticht, auf dass ein wenig Luft entweiche. Daniel Hope spielt diese Rolle beim Finale des Bundeswettbewerbs Gesang in der Deutschen Oper Berlin mit Bravour, als Geigensolist dürfte er selbst schon alle Höllenkreise des Lampenfiebers durchschritten haben. Eine Finalistin singt Rossini? Bitte sehr, Hope hat für alles eine Anekdote parat: Warum er denn Wagners „Tannhäuser“ mit umgedrehten Noten spiele, soll ein Schüler den Meister aus Pesaro gefragt haben, das klinge ja grauenvoll.

„Ich hab es schon andersrum versucht“, antwortet der wütend, „klingt auch nicht besser.“

Gleich die erste Teilnehmerin legt stark vor: Athanasia Zöhrer singt Gounods „Ah! Je veux vivre dans le rêve“ aus „Romeo und Julia“ mit sattem Sopranschmelz und kindlich-überschwänglichem Minenspiel – zu überschwänglich vielleicht, am Ende bekommt sie nur den vierten Preis. Von völlig anderem Temperament: Henriette Gödde, die sich in Saint-Saëns’ „Mon cœur s’ouvre à ta voix“ eher mütterlich gibt. Sylvia Rena Ziegler – die Siegerin? – verleiht „Una voce poco va“ aus Rossinis „Barbiere“ mit mysteriös eingedunkeltem Mezzo eine schwarze Note – und steigt später mit zwei herrlich gesungenen, in jeder Facette ausgeleuchteten Liedern von Aribert Reimann für Alt solo noch tiefer hinab. Eine Menge traut sich Raffaela Lintl. Mit der Felsenarie hat sie sich eines der schwersten Stücke aus Mozarts „Così“ ausgesucht. Was sie technisch bewältigt (wohl auch wegen des langsamen Tempos von Axel Kober am Pult des Orchesters der Deutschen Oper), bezahlt sie mit mangelndem Ausdruck. Wenig ist zu spüren von Fiordiligis trotzigem Zorn und dem schwankenden, eben gerade nicht felsenfesten Grund, auf dem ihre Selbstsicherheit steht.

Die Jury beurteilt die zehn Finalteilnehmer, acht Damen, zwei Herren, auch nach den Leistungen aus den Vorrunden. Den Sieger, Sebastian Wartig, dürften trotzdem nur wenige auf dem Schirm gehabt haben. Der Bariton, ehemaliges Kreuzchor-Mitglied, singt solide und mit stiller Inbrunst, introvertiert. Kein Feuer, eher die glimmende Glut danach. Was, zum Glück, Mäkeln von der Höhe hinab ist. Der Abend ist eine Parade toller Stimmen. Und Daniel Hope absolut beizupflichten, wenn er den Wettbewerb „auch“ eine Castingshow nennt – die aber gerade im direkten Vergleich mit „DSDS“ & Co. klarstellt, wie bestürzend niedrig dort das Niveau ist.

Reporter’s Life Under Apartheid, in Music, Dance and Typewriter
New York Times, 29.10.2014

‘A Distant Drum’ Recalls the Life of Nathaniel Nakasa

By JON PARELES

The brief, vivid, apartheid-warped life of a South African journalist, Nathaniel Nakasa, was commemorated in “A Distant Drum,” a music-theater piece presented at Zankel Hall on Tuesday night. It was part of Carnegie Hall’s Ubuntu Festival marking 20 years of democracy in South Africa.

With no songs, “A Distant Drum” was not an opera, but it wasn’t exactly a play either. Two actors, speaking in rhyme and sometimes dancing, performed within the semicircle formed by a jazz-tinged chamber group; the music shared the foreground and, at times, provided rhythm to turn the dialogue into something like rap. A violinist — the work’s artistic director, Daniel Hope — played sweet-tone melodies, dressed as a blind fiddler. The script is by Christopher Hope, Daniel’s father, a novelist and poet who left South Africa in 1975 to escape censorship. Ralf Schmid, the pianist onstage, composed the music.

During the clampdown of 1960s apartheid, Mr. Nakasa wrote influential reports for Drum magazine, finding grim humor in apartheid and envisioning the white power structure as human beings rather than faceless enemies. “What I do see through the cracks of our button-down state/Is a comedy of terror run by the inmates,” the Nakasa character, played by Nat Ramabulana, said onstage. Later, he vowed, “Life may be killing us, but we’ll die laughing.”

Mr. Nakasa was under police scrutiny and eventually faced a banning order that would have severely restricted his activities. An American professor, Jack Thompson of the Farfield Foundation (which was later revealed to be a front for C.I.A. sponsorship of cultural programs), helped Mr. Nakasa get a Nieman journalism fellowship to Harvard in 1965. The South African government refused him a passport; to visit the United States, he had to accept a permanent exit permit from South Africa. But Mr. Nakasa found the United States, with its own racial tensions and its misconceptions about Africa, disappointing and depressing. In July 1965, he was found dead in New York City; he had fallen from Mr. Thompson’s high-rise apartment. Mr. Nakasa’s name is now attached to a South African award for journalistic integrity.

“A Distant Drum” mingles the dreamlike and the didactic. It sketches Mr. Nakasa’s story by pairing him with a composite white South African policeman assigned to his surveillance, played by Christiaan Schoombie, who declares, “The Lord created the races/To live in separate spaces.” Switching to an American accent, Mr. Schoombie also plays Mr. Thompson. Mr. Nakasa and his white interlocutors usually appear side by side, their movements balancing, at one point dancing in tandem.

The music echoed South African jazz, with a handful of recurring themes and the recorded voices of South African choirs. Upbeat township dance music, modal vamps and waltzes, pizzicato riffs for cello and bass — constantly enlivened by Jason Marsalis on drums — made way for pensive, sustained violin melodies. Mr. Nakasa’s typewriter often joined the rhythm section. Mr. Schmid’s music went a good way toward animating the dialectical dryness of the script. What came through most strongly is that 20 years have not dimmed the harsh memories of apartheid.

Ni ange ni bête – Concert «War and Pieces» à la Philharmonie
Luxemburger Wort, 24.10.2014

Concevoir la Grande Guerre, un siècle plus tard

Le moins que l’on puisse dire c’est que, pour la grande occasion, la Philharmonie n’a pas lésiné sur les moyens: l’OPL en grande formation sous l’égide de Sascha Goetzel, le grand violoniste Daniel Hope comme soliste invité, l’étendue chorale conjuguée du «Robert- Schuman-Chor» et de «Les enfants qui chantent du CMNord» (Martin Folz), les approches compositionnelles de Catherine Kontz et de Gabriel Prokofiev grandement mises à contribution, le Grand Auditoire bien sûr pour loger l’ampleur cataclysmique, m ais la petite salle aussi pour que Michael Schade y illumine de son humour les recoins humains que les grands ensembles laissent à l’ombre.

S’il y eut quelque chose de totalisant dans les moyens mis en oeuvre, cette abondance, bien loin de se décliner sur le mode de l’accumulation à l’image d’une guerre de matériels, servit à diversifier les angles d’attaque, à multiplier les points d’ancrage historique volontairement anachroniques, à préserver les capacités réflexives individuelles enfin.

Aucune continuité signifiante par conséquent entre Beethoven et la fierté de ses accents rebelles («Egmont»), la psalmodiante musicalité de voix jeunes, presque timorées, récitant les écrits prosaïques d’une famille broyée par les tranchées (C. Kontz) et, en guise de contrepoint, la fresque hallucinante que Gabriel Prokofiev a imaginée pour un violon solo littéralement éclaboussé par la terrifiante mécanique de l’agitation orchestrale.

La création de la compositrice luxembourgeoise Catherine Kontz se détacha avec bonheur de l’emprise du discours musical, et cela dans la mesure où elle accorda un important droit de cité à la parole et aux contingences qui l’ont engendrée. La famille Papillon, symbolique pour toute une génération, fut ainsi disséminée en grappes chorales à travers la salle tout comme elle fut déchirée par une guerre dévoreuse d’hommes. Les textes épistolaires semblèrent primer sur un traitement musical réduit à la plus grande sobriété, à la neutralité du recto tono, par endroits même à la douceur d’une consonance harmonique bien suspecte. Ce qui ne les empêcha pas de se noyer dans l’incommunicabilité: les rôles se chevauchèrent dans un décalage surréel, les textes se tuilèrent et la récitante, débordée dans sa tâche fédératrice, eut bien du mal à coordonner la cellule familiale dans sa cohésion même.

Tragédie répétée à l’infini Catherine Kontz renonça à tout subterfuge expressionniste, elle escamota toute vision historisante pour nous faire assister à une tragédie répétée à l’infini dans le microcosme familial. Née de bruitages indistincts plus suggestifs que naturalistes, la scène se résorba dans le néant comme un courant d’air qui en balayait jusqu’à la mémoire.

On sait que la musique ne peut rien «dire», sauf à s’inféoder grossièrement aux penchants les plus inavouables de la nature humaine. Elle n’a pas non plus à angéliquement dénoncer la guerre, ni à la singer, à s’y substituer métaphoriquement, au risque de lui rendre un hommage qu’elle ne mérite pas.

Le petit-fils du grand Prokofiev a réussi à contourner tant de pièges et à composer une oeuvre concertante, baptisée «1914», qui n’oublie pas son indéfectible essence musicale, au-delà d’une interminable liste d’ingrédients référentiels indubitables: «meccanico aggressivo», «brutto», «andante nauseato»…

Ce n’est pas que le chaos (coups de boutoir qui font craquer l’ancien monde) revête une beauté bien à lui. Nous dirions plutôt que tous ces craquements ne nous furent jamais racontés à la vilaine façon du spectacle, empêchant du coup toute complaisance admirative, toute stupéfaction béate face à la fureur déchaînée. La délicatesse de Daniel Hope figura ce monde en déperdition, la civilisation sacrifiée sur l’autel de la masse mécanisée, désincarnée.

Peut-on traiter pareil sujet sur le mode mineur, celui de la légèreté du café-concert ou de l’amusement cabaretier? Le ténor germano-canadien Michael Schade, porté par une poignée de musiciens aux petits soins, répondit par l’affirmative.

Aussi se laissa-t-on conquérir par ses humeurs malicieuses, du moins quand il parvint à troquer la puissance perçante de sa voix opératique, peu adaptée à la confidentialité de ces modestes pièces, contre des inflexions plus propices à l’espièglerie, au clin d’oeil taquin, au second degré persifleur. Quitte à se retirer de la scène avec une décence non feinte, dans un lied de Strauss («Morgen») ébauché comme une lueur d’espoir, sur un registre qui fusionna l’aspiration musicale la plus ténue et un silence terriblement éloquent.

PAR PIERRE GERGES

Zwischen Euphorie und Galgenhumor
Volksfreund, 23.10.2014

Autor: Martin Möller

(Luxemburg) So hat sich der Erste Weltkrieg selten dargestellt – euphorisch, befreiend, teilweise beschwingt und mit Galgenhumor. Das Konzert “War and Pieces” in der Luxemburger Philharmonie schildert die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts aus der Sicht Betroffener. Und zeichnet die Grundstimmung nach, die zu Kriegsbeginn die Menschen erfasste.

Luxemburg.
Man verlässt die Philharmonie mit einer Mischung aus Amüsement und Beklemmung. So neu und so anders hat sich der Erste Weltkrieg nur selten dargestellt. Der Start mit Beethovens “Egmont”-Ouvertüre, gespielt vom Orchestre Philharmonique unter Sascha Goetzel, einem martialischen Zitat aus dem ersten Akt von Goethes gleichnamigem Drama und einem Propagandagedicht über “das deutsche Geschütz” mochte dem aktuellen Bild des Kriegs noch am nächsten kommen. Auch Gabriel Prokofjews Violinkonzert mit dem moderierenden Solisten Daniel Hope sprach in futuristisch beeinflussten Klangbildern vor allem von Tod, Zerstörung und dem Ende der alten Welt. Und das gleichfalls uraufgeführte Chorwerk “Papillon” von Catherine Kontz wirkte in der blitzsauberen Ausführung durch den Robert-Schuman-Chor (Leitung: Martin Folz) und seinen historischen, auf das Mittelalter zurückgreifenden Stilelementen wie ein stilles Requiem.

Doch in der Pause wechselte die Veranstaltung mit etwa 300 Zuhörern vom großen Auditorium in den Kammermusiksaal, und inhaltlich erschloss sich eine andere Welt. Da beleuchteten Tenor Michael Schade und eine sechsköpfige Combo mit Daniel Hope an der Spitze mit Songs von Patrick Gilmore bis Norbert Schultze den Krieg aus einer ganz anderen Perspektive.

Ja, es waren auch mahnende und warnende Stimmen dabei – ein Gedicht von Wilfred Owen (1893-1918) beispielsweise, Dichter von Brittens “War Requiem”. Aber in den meisten Songs und Gedichten spiegelte sich die enorme Euphorie bei Kriegsbeginn, eine Aufbruchsstimmung, als hätte sich mit dem Waffengang alles Enge, Verschrobene, Unehrliche der alten Zivilisation erledigt. Michael Schade, der weltberühmte Tenor, der noch vier Tage zuvor an der Wiener Staatsoper den “Idomeneo” gesungen hatte, ging die meist britischen Songs mit Vehemenz an und offenbarte auch auf diesem für ihn neuen Terrain ein beeindruckend reiches Klang- und Ausdrucksspektrum.

Mag sein, dass mit zunehmender Kriegsdauer die Hochstimmung Schritt für Schritt von Galgenhumor abgelöst wurde. Aber etwas von der Anfangsbegeisterung überdauerte bekanntlich Krieg und Friedensschluss: die Rede vom “Stahlbad” etwa oder Ernst Jüngers “Stahlgewitter”. Auch das, und nicht nur das Elend in den Schützengräben gehört zur Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts mit ihren vorhersehbaren Folgen. “War and Pieces” hat diese Aspekte eindringlich in Worte und Töne gefasst.

Daniel Hope and Sebastian Knauer review – bewitching Brahms
The Guardian, 08.10.2014

St George’s, Bristol
The passion and muscularity was unmistakable in Hope and Knauer’s exploration, part of Radio 3’s Brahms Experience

by Rian Evans
This week, Johannes Brahms is the subject of BBC Radio 3’s up-close-and-personal focus. The Brahms Experience is proceeding on the basis that if he is the love-him-or-hate-him, Marmite composer of the 19th century, he is also a taste that can be acquired. And, if conversion is the exercise, it’s live experience of his music in an acoustic like St George’s that ought to make all the difference. The passion of Daniel Hope and Sebastian Knauer’s violin and piano duo recital was unmistakable, with the fire of the lone FAE Scherzo setting the agenda in uncompromising fashion.

Frei aber Einsam (Free but Lonely) was the motto adopted by Joseph Joachim, the violin virtuoso who inspired Brahms. Hope’s own crusade on the violinist’s behalf has shed light on Joachim’s deep commitment to performing Brahms’s then quite new work across Europe. Playing lyrical Romanzes written by Joachim himself and by Clara Schumann added to the picture of a close circle of friends, as did Joachim’s arrangement of Mendelssohn songs, Auf Flügeln des Gesanges, and Hexenlied, the latter delivered with suitably bewitching force.

Central to the evening were the two Brahms sonatas, in D Minor, Op 108, and in G Major, Op 78. In both instances, Hope began in a gently understated way, disarming and immediate, but, over the course of the movements, the luscious tone he drew from his instrument gave a visceral quality to the expansive melodies. Knauer’s muscular sound is also fundamental to the partnership: together they brought atmosphere and drama to the D Minor, as well as lightness in its Scherzo, while realising their most expressive and heartfelt playing in the G Major Sonata.

Soundstreams opens with an enchanting season themed euphoria
Musical Toronto, 02.10.2014

By Michael Vincent

There were some big draws to the September 30, Soundstreams’ season opening concert at Koerner Hall. For one, famed British violinist Daniel Hope was in town to present the Canadian premiere of contemporary music superstar Max Richter’s The Four Seasons Recomposed. There was also a rare performance of 2014 Pulitzer Prize winner John Luther Adams’ piece, Dream in White on White. Montreal-born composer Paul Frehner, was also there to premiere his new work, Mojave Dreaming – a piece inspired by nature, weather, the seasons and atmospheric phenomena.

The occasion started with a slow passage through “a treeless windswept landscape of Western Alaska.” Composed in the early 1990’s by US-based composer John Luther Adams, Dream in White on White is essentially an early sketch for an idea that was later realized in 1998 as In the White Silence. It was curious that Soundstreams chose to program the early draft over its more mature form, but it certainly has it charms.

Adams’ music is always a commitment to process, and the Soundstreams Virtuoso String Orchestra – conducted by Joaquin Valdepeñas, seemed to be at a loss as how to interpret its austere, glacially slow temperament. Valdepeñas conducted it with a dry mechanical distance, and focused on exploring the vast background string clusters, leaving the foreground material to fend for itself against the Yukon timber-wolves.

Despite the disappointing start, Paul Frehner’s Mojave Dreaming was the redemption we were looking for. The piece was totally vibrant and alive with imagination. Scored for string orchestra and tape, it was loosely inspired by Vivaldi’s Seasons. Instead of focusing on depicting all four seasons, Frehner fixated on an endless desert summer, with melting trees, hypnotizing mirages, and swirling sand storms.

This was a psychedelic affair, akin to trying to find the time of day on Dalí’s melting clock. Valdepeñas seemed to have great fun exploring the various programmatic elements which came in-and-out of focus. First violinist, Stephen Sitarski was particularly impressive with his near-flawless high register intonation and fancy fretwork.

After an intermission, the evening was just getting started with Max Richter’s Recomposed Vivaldi: The Four Seasons (2012), under the bow of the great British violinist, Daniel Hope. The piece is a kind of avant-garde classical remix of Vivaldi’s iconic masterpiece.

Let me start by saying a lot of people confuse Max Richter’s Recomposed project as being about updating the Four Seasons for a contemporary audience. There is a kind of intellectual hurdle to overcome when first hearing the premise of the piece. Daniel Hope told the story before the Koerner Hall crowd of how he first responded to the idea of the piece saying “what’s wrong with the original?”

Nothing is wrong with it. The Seasons is so much more than a mere piece of music. It has become an idea, a musical symbol that has richly benefited from the early music world’s constant redefinition of period sound and style. Richter’s reworking is in fact a baroque idea – an exploration of repetitive sequences and variations. Not minimalist per se, but close. Richter shares a similar spirit of baroque passion and sensibility, with a twist of late-romantic Korngold film music. If you allow yourself to hear the work through the filter, it works. Richter’s remix plays with your musical expectations and acts like a cut-up collage, composed of recognizable clips and cuts of an image being assembled in real-time.

Hope makes it entirely his own, and plays the achingly lush lines – that sound very much like Purcell at times, with an extraordinary poise and depth. This is at once a celebration of spring’s rejuvenation. It’s endless summer days give way to the smell of burning leaves and dim-lit autumn mornings. The season ends with a whimper – a winter’s sigh that brings to a close what was once alive with boundless energy.

Richter is a polymath, who rides the cleavage between classical music’s future and past. Vivaldi is lovingly remembered not through another endless re-re-interpretation, but from the point of creative genesis. The composition itself. Why not?

*A special mention regarding the superb sounding harpsichord, performed by Gregory Oh.  It sounded unusually wonderful.

A well deserved standing ovation – bravo.

Gentleman der Geige erklärt den Leuten Beethoven
Frankfurt Neue Presse, 23.09.2014

Gentleman der Geige erklärt den Leuten Beethoven

Der englische Geiger versteht es fabelhaft, seinem Publikum die klassische Musik nahezubringen. Bei seinem Gesprächskonzert in der Alten Oper Frankfurt öffneten sich bereitwillig alle Ohren.
Die Anweisungen des Arztes für den kränkelnden Beethoven waren eindeutig: “Kein Tee, kein Kaffee, kein Alkohol und nur ungewürzte Suppe”. In einer solchen Situation schließlich war der Meister in der Stimmung, ein Werk zu komponieren, das die musikalische Welt von damals für immer verändern, ja revolutionieren würde. Daniel Hope, langjähriger Geiger des renommierten “Beaux-Arts-Trio”, hatte bei seinem Gesprächskonzert zahlreiche solcher Details auf Lager. Auch, dass Beethoven um den Lohn seiner Arbeit zu fürchten hatte. Ein ursprünglich schwerreicher Mogul aus Russland, der die späten Quartette in Auftrag gegeben hatte, meldete plötzlich Konkurs an. Schließlich lagen über 600 Seiten Entwürfe und Skizzen auf dem überbordenden Schreibtisch des Komponisten.

Es wurde aber auch reichlich musiziert bei diesem Gesprächskonzert im Mozart-Saal. Vier Stimmführer des Opern- und Museumsorchesters hatten sich zusammengetan und in feiner, durchgeistigter Weise Auszüge aus dem cis-Moll-Quartett vorgestellt: Dimiter Ivanov und Sebastian Deutscher (Violinen), Philipp Nickel (Viola) und Rüdiger Clauss (Cello). Einen Abstecher gab es zum nicht minder eigenwilligen Beethoven der Frühzeit, zu den beiden Klaviertrios op. 1 (1 und 3), bei denen sich neben Hope auch der Pianist Walter Delahunt klangvoll hervortat. Ein Auszug aus der “Kreutzer”-Sonate und schließlich der Einstieg zu Schuberts Klaviersonate G-Dur als Ausklang vervollständigten den aufschlussreichen Nachmittag.

Von Matthias Gerhart

Die Violine windet sich im Schmerz der Verfolgung
Frankfurter Neue Presse, 22.09.2014

Das erste Museumskonzert der Saison eröffnete das Musikfest „Opus 131“ in der Alten Oper Frankfurt. Mit dem englischen Geiger David Hope.

Zum Festbeginn mit dem Leitthema „Aufbrüche in der Musik“ beigetragen haben natürlich das klangstarke, klangvielfältige Museumsorchester unter Sebastian Weigle, vor allem aber der fabelhafte britische Geiger Daniel Hope, der auf seiner Guarneri del Gesù (1742) ein Geschenk an Musik bescherte, intim, intensiv, höchst emotional. Das eine Geschenk: Erich Wolfgang Korngolds Violinkonzert, das dieser 1945 für den legendären Jascha Heifetz komponierte. In Los Angeles und eben nach einem großen Aufbruch in die amerikanische Sicherheit. Man muss bei solchen Lebensdaten immer die Lebensumstände mitbedenken.

Der Österreicher Korngold (seine Oper „Die tote Stadt“, 1923–27, war in Frankfurt zu erleben), schon als junger Mann höchst produktiv, wurde von den Nazis mit Aufführungsverbot belegt und total enteignet. Dass er sich in Amerika geldeshalber mit Filmmusik abgab, sicher nicht einmal ungern, merkte man diesem jetzigen Konzert an. Es sind viele Anleihen darin, manchmal fast ein 3D-Sound, doch der Geiger Daniel Hope bindet das alles zu einem geradzu duftenden Bukett: die Sentimentalität, ja das Schluchzen, die sich anschleichende Pfiffigkeit und Süffisanz, dann noch den keck-kessen Tonfall und manchmal sehr schöne schräge Klänge.

Ein Memento war Hopes Zugabe, der zweite Satz aus Erwin Schulhoffs Violinsolosonate. Schulhoff (1894 Prag–1942 KZ Wülzburg) ist den Nazis nicht davongekommen. Dieses Werk kann zu Tränen rühren, auch in seinem sanften Entschwinden. Hope hat dafür eine starke Ader.

Die weite und wunderbare Welt der Weill-Werke
Hamburger Abendblatt, 01.09.2014

Schleswig-Holstein Musik Festival

Von Heike Linde-Lembke

Daniel Hope entfachte auf seiner Guarneri del Gesú Ex-Lipinski von 1742 Klang-Kaskaden mit Kompositonen von Erich Wolfgang Korngold und Kurt Weill
Der Geiger Daniel Hope und die NDR Radiophilharmonie machten das letzte SHMF-Konzert in der Norderstedter “TriBühne” zu einem Triumph. Das Publikum war hellauf begeistert.

Norderstedt. Sie kannten sich, die Musiker der Filmfabrik Hollywood. Und sie rückten zusammen, weil sie ihre Heimat verloren hatten, weil sie in NS-Deutschland verfolgt wurden wegen ihrer Religion, politischen Einstellung, ihrer Musik. Erich Wolfgang Korngold beispielsweise. Der 1897 in Österreich geborene Korngold galt als Wunderkind. 1934 folgte er einer Einladung Max Reinhardts nach Hollywood und blieb.

So ganz glücklich war Korngold aber nicht in der Glamourwelt, denn er sah in der Filmmusik zwar ein Mittel zum Geldverdienen, aber keine ernsthafte Musik. Doch solange die Nazis ihr Unwesen treiben, solange wollte er kein seriöses Stück schreiben. Sein Konzert für Violine und Orchester in D-Dur, Opus 35, entstand erst 1947. Jetzt spielte es der Geiger Daniel Hope mit der NDR Radiophilharmonie Hannover beim letzten von drei Konzerten des Schleswig-Holstein Musik Festivals in Norderstedt, in der “TriBühne”, und das Publikum, darunter Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote, Kulturpreisträgerin Christa Heise-Batt und Kulturdezernentin Anette Reinders, war hellauf begeistert.

Daniel Hope, mit vielen Preisen ausgezeichnet, erwies sich einmal mehr als Hexenmeister auf der Violine, einer Guarneri del Gesú Ex-Lipinski von 1742. Mit hoher Intensität arbeitete der britische Geiger im ersten Satz die Kanten in Korngolds Konzert scharf aus, um sogleich in der Romanze die Idylle zu betonen, bevor das Orchester den vollen Sound über alle Pulte fließen ließ. Schwebend verklang das Andante, doch nur für Sekunden, denn das Finale folgte mit hohen Tempi, und Hope entfachte gnadenlose Klangkaskaden.

Eröffnet wurde das SHMF-Konzert mit einigen Sätzen aus Ernst von Dohnányis vierstündigen Symphonischen Minuten, Opus 36, von der Radiophilharmonie souverän, aber auch sehr glatt gespielt.

Einer, der sich in Hollywoods Filmwelt rundum wohl fühlte, war Miklós Rósza, Komponist der Musik für “Ben Hur”, “Frau ohne Gewissen” und 70 weiteren Filmen. Für “Spellbound” von Alfred Hitchcock erhielt der ungarische Komponist einen Oscar. Das Orchester zelebrierte mit Prélude und Love Theme aus “Spellbound” den ganz großen Klang, doch meistens konnte sich Hope mit festem Bogenstrich und Leidenschaft gegen die 85 Kollegen durchsetzen. Die hätte Dirigent Andrew Manze gern an einigen Stellen, auch in der Kurt-Weill-Suite, zügeln können.

Trotzdem gelang die Suite zum Höhepunkt, auch weil Arrangeur Paul Bateman die Musiken aus Weills Opern miteinander verwoben hat. Daniel Hope brachte die weite wunderbare Welt der Weill-Werke zum Singen. Er entfaltete ein derart dramatisches Spiel, dass Seeräuber-Jenny, Mackie Messer und Konsorten leibhaftig wurden.

Lautmalerisch ging das Orchester die Feuervogel-Suite von Igor Strawinsky an. Opulenz folgte Idylle, Romantik der Triumph – wie im ganzen Konzert.

the Borusan Istanbul Philharmonic make waves Royal Albert Hall
The Observer (en), 25.08.2014

When the 2014 Proms season was announced, a few eyebrows rose at the news that several unfamiliar orchestras from far afield would feature. One reason given was that the countries represented may hold the key to the future of classical music. Thirty million children learning the piano in China remains a jaw-dropping statistic even if you’re also stifling a yawn at hearing it yet again. These orchestras also come cheaply compared to the world’s leading US or European ensembles. So global philanthropy, or harsh economics?

Banish all doubts. The presence of these emerging orchestras is proving addictive, opening our ears to other traditions and offering surprise and pleasure. First came the China Philharmonic, charming, idiosyncratic, a little stiff musically yet bursting with personality. Then this week the exciting Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra arrived, with their charismatic chief conductor, Sascha Goetzel (Prom 16).

This bendy, baton-twirling Austrian, with his twists, thrusts, flops, pirouettes, gyrations and genuflections, turns the podium into his own personal dancefloor. That description may sound hideous, but this wonderful showman is mesmerising and achieves first-rate results. He managed to transform Respighi’s otiose ballet suite, Belkis, Queen of Sheba, with its “warlike and savage dance” and full-blown orgy, into a captivating boogie-woogie. It was a first for the Proms, and for me too. While I hope never to hear it again, it will not be for want of a thrilling performance.

Goetzel evidently trains as well as inspires his players, over 90% of whom are Turkish. Their average age is around 40, and the orchestra itself, growing out of an existing chamber orchestra, only gave its first concert in 1999, supported by the Turkish steel pipe manufacturers Borusan Holding. (Wake up, Centrica.) Already the strings are warm-toned and secure, the woodwind and brass outstanding, as their recently released disc of Rimsky-Korsakov’s Scheherezade demonstrates.

Mixing occident and orient as you might expect, the Prom included Holst, Balakirev and Handel (a breezy, fleet account of The Arrival of the Queen of Sheba in Beecham’s arrangement), with a world premiere, Violin Concerto No 1, “1914” by Gabriel Prokofiev (b 1975), as the centrepiece. A BBC commission, it was written for Daniel Hope, who suggested the piece be linked to the centenary of the first world war.

The four-movement work springs few surprises in terms of orchestral or solo textures, which are clear, easy to hear and always generous to the lyrical qualities of the violin. The fascination comes in the vivid use of percussion, beginning with hushed snare drums and ghostly woodwind blowing into their instruments without making notes. The first instruction in the score is “One hundred years away. We can barely hear those distant souls.” Whip, thunder sheet, hammer and various bells and tam-tams create the sound of war, often as if through a veil.

The violin’s broad, opening theme is a distant echo of the march in Stravinsky’s The Soldier’s Tale (1918). With its gunshots and explosions, the work may feel programmatic but it tugs at bigger ideas, especially with Hope as the eloquent soloist, making his 1742 Guarneri del Gesù sing out. This violinist, now among the best in the world as well as the most thoughtful, is as brilliant at Bach as Birtwistle and even Einaudi.

Prokofiev, London-born grandson of Sergei, is equally versatile. He had a classical training then switched to electronic, dance, house and hip-hop, founding the independent Nonclassical label and club in 2004. His Concerto for Turntables went down a storm at the National Youth Orchestra’s Prom in 2011. This latest concerto, perhaps overlong but with several “optional cuts” marked in the score, is yet another new departure. Watch this uplifting concert on BBC4 on Sunday 31 August.

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Fiona Maddocks

Edinburgh’s Festival – Queen’s Hall, Review
Edinburgh Guide, 25.08.2014

Show details
Venue: Queen’s Hall
Running time: 120mins
Performers: Anne Sofie von Otter (mezzo soprano), Daniel Hope (violin), Bengt Forsberg (piano), Bebe Risenfors (accordion/double bass/guitar)

The ensemble this morning consisted of the Swedish mezzo soprano Anne Sofie von Otter, the violinist Daniel Hope, the pianist Bengt Forsberg and Bebe Risenfors who played accordion, double bass and guitar.

The concert centred around and simulated the type of cabaret musical events which were performed and composed by talented musicians who were incarcerated in the Czechoslovakian Terezin concentration camp where the bulk of the Jewish ‘cultural elite’ were interned. Music has the ability to transcend barriers and pain and many of the compositions played this morning were written inside the camp and as such have a certain poignancy.

The choice of programme, with its range of musical genres, afforded the audience an opportunity to hear the virtuosity of the players.

Anne Sofie von Otter’s versatile voice comfortably oscillated from the tenderness of Erika Taube’s ‘Ein judisches Kind’ (A Jewish Child) to Manfred Greiffenhagen’s jazzy piece ‘Das Lied von den zwei Ochsen’ (The Song of the Two Oxen).

Bengt Forsberg played accomplished, sensitive piano in Karel Berman’s selection of eight pieces entitled ‘Reminiscences, in which some of the pieces were technically extremely challenging.

Daniel Hope was superb on violin – particularly in the second movement of Erwin Schulhoff’s Sonata for Solo violin – and Bengt Forsberg provided funky bass in ‘Das Lief von den zwei Ochsen.’

It was a moving concert and a reminder of the power of music which even when one is in the depths of despair still has the ability to move emotions and even, at times, create joy.

Hope ließ Hexen tanzen
Uetersener Nachrichten, 24.08.2014

Rinderstall: SHMF-Krönung mit Star-Geiger, Intendant und Dampfnudeln
Haseldorf. Der krönende Abschluss einer überaus erfolgreichen, sechs Konzerte umfassenden Reihe des Schleswig-Holstein Musik Festivals im Haseldorfer Rinderstall: Der Star-Geiger Daniel Hope fesselte mit seinem virtuosen Spiel zusammen mit dem Pianisten Sebastian Knauer sein Publikum im ausverkauften Haus.

Mit ausgesuchter Sensibilität zog der Mann, der zum ersten Mal mit seinem Lehrer, Sir Yehudi Menhuin, im Alter von zwölf Jahren nach Schleswig-Holstein zum Festival gekommen war, die Menschen in seinen Bann. Mal ganz fein, mal kraftvoll dramatisch, dazu der volle, wohl einmalige Klang seiner Geige, einer Guarneri del Gesú „ex Lipinski“ aus dem Jahr 1742, die ihm von einer deutschen Familie zur Verfügung gestellt wird.

Hope, der Violinist mit der gewellten roten Künstlermähne und den warmen, nussbraunen Augen spielt schon seit vielen Jahren mit dem Hamburger Pianisten Sebastian Knauer zusammen, die beiden sind wie Brüder, eine verschworene Gemeinschaft, die sich auf Augenhöhe begegnet. Und sich absolut einig sind in der Interpretation der Hommage an den berühmtem Geiger und Komponisten Joseph Joachim (1831 bis 1907), der mehrere Komponisten – so Brahms und Schumann – zusammenbrachte und Mendelssohn als Wunderkind begeisterte.

Johannes Brahms spielten sie, das Scherzo in C-Moll aus der Sonate für Violine und Klavier, ebenso die Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 in G-Dur, Clara Schumanns Romanze für Violine und Klavier in Des-Dur op. 22 sowie Felix Mendelssohns berühmtes Lied „Auf den Flügeln des Gesanges“ und das Hexenlied. Der Zaubermeister Hope ließ hier die Hexen tanzen, kreischen und auf ihren Besen durch den riesigen Giebel des Rinderstalls huschen. Ganz romantisch ging es mit Joseph Joachims Romanze für Violine und Klavier zu, dramatisch und leidenschaftlich mit Edvard Griegs Sonate für Violine und Klavier in c-Moll op. 45.

Die beiden hochkonzentrierten Musiker packten ihr Publikum, ließen es nicht mehr los, konnten aber trotzdem noch zwischendurch scheinbar ganz locker moderieren und spannende Geschichten aus der Welt der berühmten Geiger und Komponisten erzählen. Ganz besonders bemerkenswert: Daniel Hope spielte ohne Noten, nur ein aufgestelltes iPad statt Notenständer gab ihm jederzeit Orientierung in dem umfangreichen Programm.
von: Heinke Ballin

Schleswig-Holstein Musik Festival : Ein guter Ausklang für den Konzertsommer auf Gut Altenhof
Eckernförder Zeitung, 23.08.2014

Geiger Daniel Hope und der Pianist Sebastian Knauer beenden Festival-Reihe im Kuhhaus für dieses Jahr
Altenhof | Der Sommer neigt sich seinem Ende zu, und auch die diesjährige Altenhof-Saison des Schleswig-Holsteinischen Musik Festivals (SHMF) fand am Donnerstag mit einem letzten Konzert ihren Abschluss. Als Künstler waren der Geiger Daniel Hope und der Pianist Sebastian Knauer in die Konzertscheune am Gut gekommen. Sie hatten ihr Programm unter das Motto „Hommage à Joseph Joachim“ gestellt.

Joseph Joachim war zu seiner Zeit ein begnadeter Geiger (1831 – 1907). Als er 1853 Beethovens bis dahin nicht sehr hoch geachtetes Violinkonzert mit großem Erfolg gespielt hatte, flog ihm Clara Schuhmanns ganze Sympathie zu: „dass ich nie solch Violinspiel gehört…“ Es entstehen tiefe Musikerfreundschaften zwischen dem Hause Schumann, Joseph Joachim und dem damals 20-jährigen Komponisten Johannes Brahms aus Hamburg. Die große gegenseitige Wertschätzung hatte gemeinsames Musizieren und Komponieren zur Folge.

Hope und Knauer spielten Kompositionen aus dieser beseelten Zeit: zu Beginn das Scherzo c-Moll von Johannes Brahms aus der „F.A.E“-Sonate, komponiert für Joachim und dessen Lebensmotto „Frei Aber Einsam“. Clara Schumanns Romanze in Des-Dur folgte – zart, fein und hoch emotional. Brahms’ „Regenliedsonate“ nach Texten von Klaus Groth wurde mit so viel innerer Anteilnahme gespielt, dass sich wohl kaum einer der starken Wirkung dieser Komposition entziehen konnte. Musik wie atmen. Atmen und leise lächeln. Melancholisch – und durch regengraue Tropfenschleier Erinnerungen aus Kindertagen sehen. Diese Musik malte Bilder. Und Daniel Hope betörte mit seiner Kunst des lang gehaltenen, bis zur Stille ausgehauchten Abschiedstons. Wunderbar und tief ergreifend.

Bevor Joseph Joachim selbst mit seiner Romanze B-Dur op.2 Nr.1 „zu Worte“ kam, gab es zwei Kompositionen von Felix Mendelssohn, Fassungen für Violine und Klavier. Noch viel mehr als dort im „Hexenlied“ konnte Hope allerdings in Joachims Werk sein Können kredenzen. So differenziert zwischen sanftem und kraftvoll furiosem Spiel, so farben – und facettenreich in seinem Ausdruck, dazu diese kostbare Guarneri del Gesù (1742) mit ihrem besonderen Klang – das war für alle, die sensibel hören können, ein kaum zu vergleichender Hochgenuss. Stets an seiner Seite der international bewunderte Pianist Sebastian Knauer, ein Großmeister seines Fachs, ohne dessen Kunst die glänzende Gesamtwirkung des Konzertes undenkbar wäre.

Als krönender Abschluss erklang die Sonate für Violine und Klavier c-Moll op.45 von Edvard Grieg (1843-1907) – ein seltsam zerrissenes Stück, teils sehr modern, fast expressionistisch und dann doch schönste Strecken norwegischer Folklore. Nach diesem kongenialen Spiel von Violine und Klavier applaudierte das Publikum, jubelte und trommelte mit den Füßen, so dass Hope und Knauer drei Zugaben spendierten. Ein guter Ausklang für diesen Konzert-Sommer.

Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Herz aus Gold
BNN (de), 21.08.2014

performance of Gabriel Prokofiev’s new Violin Concerto ‘1914’, premièred at the BBC Proms
various (en), 01.08.2014

The British Press is unanimous about Daniel’s performance of Gabriel Prokofiev’s new Violin Concerto ‘1914’, premièred at the BBC Proms earlier this week with the Borusan Istanbul Philharmonic under conductor Sascha Goetzel.

THE TIMES (4 Stars): “…the sheer dislocating bitterness of the writing, both for Daniel Hope, the superb soloist, and for the orchestra…it’s the best thing Gabriel Prokofiev has written”.

THE INDEPENDENT (4 Stars): “the programme for this work is indeed specific, including savagery, shell-shock, and sardonic imperial marches: the rationale is pure Shostakovich, though more literal. Daniel Hope, the instigator of this work, played its stratospherically high solo part with flawless accuracy.”

THE GUARDIAN (4 Stars): “One work, however, stood apart. Daniel Hope was the soloist in the world premiere of Gabriel Prokofiev’s Violin Concerto No 1 “1914” – an ambitious depiction of Europe’s descent into war. It contained some startling effects. The BIPO sounded good in it, and Hope impressed by playing atrociously difficult music from memory.”

THE DAILY TELEGRAPH (4 Stars) calls the whole concert “Superbly rich”, writing of the Prokofiev, that “it created an extraordinary atmosphere, at once sombre, tender and surreal”.

Daniel Hope at Hahn Hall
Independent Santa Barbara (en), 01.07.2014

Versatile English Violinist Led Academy Fellows on Saturday, July 5

English violinist Daniel Hope’s debut recital Saturday night was an exemplary Summer Festival guest performance: virtuosic in expression, fresh in programming, and winning in the guidance of an Academy ensemble. The unforgettable first half of this concert consisted of a variety of works for unaccompanied violin, all played with power, presence, and astonishing control of sound, tone, and tuning. The second half brought to the stage an ensemble of 15 fellows and three faculty members for a performance of contemporary composer Max Richter’s “recomposition” of Vivaldi’s The Four Seasons violin concertos, a work premiered by Hope in 2012.
The evening began with an unprogrammed segue to Passacaglia by Heinrich Ignaz Franz von Biber, composed by his late-17th-century contemporary Johann Paul von Westhoff. Imitation of Bells was a mesmerizing experience, a melody-less sequence of rhythmic arpeggios affected by the steady rocking of the bow over all strings. The resulting block of sound was at once static and dynamic, undulating on the surface while gradually transforming harmonically. Von Biber’s Passacaglia, which followed without pause, is another work at once simple and complex. A slow-walking descent of four repeated notes (think “Sing Christmas Bells”) forms the unvarying backbone of this solo violin showpiece, with all the interest invested in imaginative variation, ornamentation, and fill-ins. Hope captured the improvisational character of Passacaglia, and proved that our favorite rock and jazz solos, inventions often built over just such simple vamps, are at root nothing new.
The jaw-dropping event of the evening, however, followed next, with two modern masterpieces that combined broad tonal language with advanced techniques. Hope joked that Alfred Schnittke’s A Paganini pays homage to the legendary violinist and composer by running his Caprices through a blender. The Soviet and Russian composer, who made his living writing film scores, was fascinated by electronic effects, and Hope’s rendition was tastefully enhanced by the live manipulations of English sound artist Chris Ekers. Erwin Schulhoff’s Sonata for Solo Violin unfolds in four short movements, and evinces folk fiddle influences. Hope gave a touching introduction that honored the Czech composer whose life was cut tragically short during World War II.
Max Richter allegedly wrote Recomposed: Vivaldi’s ‘The Four Seasons’ not merely in homage to the composer, but also in revolt to nauseating habituation that employs the original as elevator and dental office muzak. The meta-dimension is extremely effective for awakening the listener: hooking the ear with familiar fragments of melody or orchestral ostinato, only to launch into the unknown (and frequently unresolved), as if a familiar highway had been magically rerouted overnight. The fine ensemble was augmented with harpsichordist Chien-Lin Lu and harpist Ruriko Terada, as well as faculty members Jorja Fleezanis (violin), Alan Stepansky (cello), and Nico Abondolo (double bass).

By Joseph Miller

Sanfte Töne in der Festspielscheune
Nordkurier (de), 01.06.2014

Katja Riemanns Trick mit der sonoren Stimme
Ulrichshusen

Schauspielerin Katja Riemann kennen die Zuschauer aus unzähligen deutschen Filmen. Sie gilt oft als die kühle Norddeutsche. In der Festspielscheune Ulrichshusen zeigte sie sich ziemlich locker und brachte rund 1000 Gästen Johann Wolfgang von Goethe nahe. Die 50-Jährige mag Experimente. Deshalb stellte sie sich mit Violinist Daniel Hope auf eine Bühne. Der Abend im Überblick:

Katja Riemanns Rolle

In einem orientalischen roten Kleid mit goldenen Ornamenten tritt die Schauspielerin auf und macht gleich das Motto klar: Der Osten trifft den Westen. Dazu hat sie die Haare zu Dreadlocks gedreht und mit einem Tuch hochgesteckt. Diese Äußerlichkeiten bleiben die einzigen Rollen, Fassaden, Schauspielereien, die sie an den Tag legt. Ansonsten ist sie einfach Katja Riemann pur mit einer unglaublich verführerischen, leicht rauchigen, sonoren Stimme. Ganz reduziert liest sie Auszüge aus Johann Wolfgang von Goethes Gedichtsammlungen „West-östlicher Divan“ und „Chinesisch-deutsche Jahres- und Tageszeiten“. Dazu mischt sie Zeilen aus „Wilhelm Meisters Lehrjahre“, die von Mignon, einem knabenhaften und zugleich erotisch anziehenden Mädchen, vom „Land, wo die Zitronen blühen“ erzählen. Katja Riemanns Töne und Betonungen sitzen auf den Punkt.

Daniel Hopes Rolle

Hopes Klänge schmiegen sich an die Zeilen von Katja Riemann wie Karamell- oder Vanillesoße, die auf der Zunge zergeht. Diese weichen Noten verführen einen, sie rauben einem die Sinne. Man muss die Augen schließen, alles um sich herum ausschalten und nur noch die Ohren spitzen. Jeder Ton ist ganz sanft und teils behutsam in die Länge gezogen, um den Genießer ja nicht zu erschrecken. Wie Daniel Hope das schafft? Er hat eine ganz spezielle Art, seine Geige zu spielen. Er zupft sie, während er sie zugleich mit dem Bogen streichelt. Faszinierend, welche schönen, nachdenklichen Melodien er fabriziert.

Thema des Abends

Wie sich Literatur mit Musik verbindet, bildet der Osten mit dem Westen eine Einheit. Doch das Programm von Riemann und Hope ist viel tiefgründiger angelegt. Es geht auch um den Blick über den Tellerrand. Darum, dass sich Völker und Menschen ohne Hass vereinen. Das Thema könnte also kaum aktueller gewählt sein.

Zelebriert wird die Vereinigung verschiedener Kulturen auf der Bühne: Katja Riemann, im niedersächsischen Kirchweyhe geboren. Daniel Hope, im südafrikanischen Durban auf die Welt gekommen. Und es kommen Sitar-Spieler Gaurav Mazumdar und Tambura-Spieler Shahbaz Hussain Khan aus Indien und Pakistan dazu. Welch bunter Schmelztiegel, der zeigt, dass Herkunft, Religion, Weltanschauung, Alter völlig egal sind.

Schönster Satz des Abends

Zwar spricht ihn Katja Riemann, aber er stammt von Goethe: „Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein, die alsbald zur Anerkennung führt. Denn nur Dulden heißt beleidigen.“

von Marcel Auermann

Hommage à Daniel Hope
Badische Zeitung (de), 01.05.2014

Freiburger Albert-Konzert mit dem britischen Geiger.

Einer wie er darf das. Bei vielen anderen würde man die Nase rümpfen, wenn sie nach Mendelssohn und Grieg als Zugabe mit Gershwin daherkämen. Und dann noch einmal mit Schubert – “An die Musik”. Doch wenn Daniel Hope “I got Rhythm” und “Summertime” sinnlich macht, wenn er mit den Versen des Schubert-Freundes Franz von Schober “Du holde Kunst” auf der Geige anstimmt, so schlicht, so ergeben, fühlt man sich tatsächlich “in eine bessre Welt entrückt”.

Daniel Hope ist ein Nonkonformist unter den Stargeigern der Gegenwart. Das Programm, die “Hommage à Joseph Joachim”, mit der er und sein Klavierpartner Sebastian Knauer beim Freiburger Albert-Konzert im Konzertsaal der Musikhochschule aufwarten, kündet von solcher Eigenwilligkeit. Und einer schier grenzenlosen Lust am Musizieren um des Spielens willen. Der südafrikanisch-britische Geiger mit irisch-deutsch-jüdischen Wurzeln ist das Musterbeispiel eines Kosmopoliten, den seine Begabung, Vielseitigkeit und Neugier immer wieder durch die Musikgeschichte und -gegenwart mäandern lassen; ohne dass dabei der Eindruck lästiger Crossover-Moden entstünde.

Mit feuriger Leidenschaft

Natürlich, das Programm um den nach Paganini zweitberühmtesten Violinvirtuosen des 19. Jahrhunderts wäre in seiner gewollten Kleinteiligkeit besser im Ambiente eines musikalischen Salons im Stil dieser Epoche aufgehoben. Hope und Knauer fangen das Manko aber nach der Pause mit dem Duktus eines Gesprächskonzerts ab, und so begreift der Zuhörer die Aura dieses großen Geigers Joachim, die nahezu alle gefangen nahm – von Mendelssohn, Clara Schumann über Brahms bis etwa Grieg. Mit dessen c-Moll-Sonate op. 45 steuern das Duo Hope/Knauer einen emotionalen Höhepunkt zum Ende seines Abends an. Die feurige Leidenschaftlichkeit ihres Spiels ist von solcher Unmittelbarkeit, dass man von Griegs folkloristischer Natur-Naivität (mit Anklängen an das Finale von “Peer Gynt” im langsamen Satz) einfach gefesselt werden muss.

Die Miniaturen an diesem Abend, Clara Schumanns Des-Dur Romanze, die Hope-Bearbeitungen von Mendelssohn-Liedern (im Stil der Zeit) oder Joachims sich zur freien Fantasie emporschwingende B-Dur-Romanze wirken im Vergleich dazu wie intime Hausmusik-Piècen. Und bei aller Spannungsgeladenheit in Brahms’ Scherzo der “F.A.E.-Sonate” – Höhepunkt ist sicher dessen G-Dur-Sonate. Von den Pianissimo-Momenten (Ende erster Satz), überhaupt von den dynamischen Kontrasten dieser herb-süßen Interpretation wird man noch lange träumen. Hopes sensibler, in warmem Vibrato aufblühender, aber nie steriler Ton, der auch selbstlos hinter das Klavier zurücktritt, verbindet sich mit diesem zu höchster kammermusikalischer Einheit. Da lässt sich sogar das erfahrene Albert-Publikum mal zum Zwischenapplaus hinreißen. Eine Hommage à Hope…

von Alexander Dick

Ein Konzert-Abend der Extraklasse mit Star-Geiger Daniel Hope in Erfurt
Thüringer Allgemeine (de), 04.04.2014

Erfurt. Der Geiger Daniel Hope verzauberte das Publikum am Ostersonntag im Theater in Erfurt.

Zwei musikalische Sternstunden bescherten die Thüringer Bachwochen am Ostersonntag dem Publikum in der Erfurter Oper. Zu Gast waren der britische Geigenvirtuose Daniel Hope und das Orchester L’arte del mondo. Daniel Hope, Brite mit südafrikanischen Wurzeln, begnadeter Musiker, ist dekoriert mit zahllosen Preisen und weltweit als Solist gefragt.

“Wir haben über viele Jahre versucht, ihn hierher zu holen, es hat terminlich nie geklappt”, sagte Christoph Drescher, einer der Organisatoren des Thüringer Musikfestivals. Umso schöner, dass es nun ein Ostergeschenk wurde. Mit einem Programm der Meisterklasse, das mit Bachs Doppelkonzert für zwei Violinen in d-Moll, gespielt von Daniel Hope und Andrea Keller, begann und hundertfach Emotionen weckte. Ebenso wie Hopes Interpretation von “Fratres”, der Komposition des estnischen Komponisten Arvo Pärt.

Hopes Spiel ist eine Entdeckungsreise und eine Offenbarung, ebenso sein Mienenspiel. Schmunzeln, Trotz, Fragen, Verzückung und Vergnügen spiegeln sich, während er die Geige spielt, mit seinen Musikerkollegen kommuniziert und die Noten auf seinem iPade-Pult im Blick hat.

Es sei, sagte Daniel Hope, eine große Freude und Ehre für ihn und seine Freunde, bei einem so tollen Festival spielen zu dürfen.

Ein Werk, das inzwischen international Furore machte, war im zweiten Teil des Abends zu erleben: “Vivaldi recomposed”. “Die vier Jahreszeiten” in heutigem Gewand stammen aus der Feder des deutsch-britischen Komponisten Max Richter, er schuf sie eigens für Daniel Hope.

Inzwischen hat Hope die neue Fassung mit L’arte del mondo auf der ganzen Welt gespielt und damit eine völlig neue Welt für sich geöffnet. Auch den Musikpreis Echo gab es dafür.

Hopes Vergnügen an seinem Erfurt-Auftritt war auch das des Publikums, es war ein Abend mit angehaltenem Atem und Beifallsstürmen, der in minutenlangen stehenden Ovationen endete. Ein Abend aus einem Guss. Und mit einem Orchester, das dem berühmten Solisten in nichts nachstand.

Birgit Kummer

Daniel Hope in Erfurt: Der Homo ludens mit der Teufelsgeige
Ostthüringer Zeitung (de), 03.04.2014

Erfurt. Ein Teufelsgeiger, der dem Homo ludens in sich einen breiten Raum gibt – das ist der Brite Daniel Hope: ausgestattet mit ins Artistische weisenden spieltechnischen Voraussetzungen, kann er seine Interpretationen allein auf formidablem Temperament aufbauen und das Tempo derart exakt forcieren, dass dem Hörer der Atem stehen bleibt.

Dieser Daniel Hope war mit seinem ganz auf ihn fixierten Kammerorchester “L’arte del mondo” bei den Thüringer Bachwochen im Erfurter Theater zu Gast und begeisterte mit seinem unkonventionellen Zugang zur Musik. Im Zentrum stand “Recomposed: Vivaldi’s Four seasons” von Max Richter. Wie ein Koreferat ist es zu erleben – ohne die Absicht, irgendwie in Konkurrenz zu treten mit dem weitverbreiteten Original.

Die altbekannten Themen wurden durcheinander gewirbelt, in neue Zusammenhänge gestellt, doch blieb der Charakter der originalen Sätze erhalten. Die Kunst des Zusammenspiels erreichte hier einsame Spitze, besser kann gemeinsames, vom Stil her empfundenes Musizieren nicht abgestimmt sein.

Und dann der große, alte Meister Bach: mit dem Doppelkonzert für zwei Violinen d-Moll (die Solisten Daniel Hope und Andrea Keller) und dem Violinkonzert a-Moll (Daniel Hope) stand er auf einmal mitten unter uns. Unser Zeitgenosse schien er geworden zu sein, mit all seinen Ecken und Kanten dem Tempo der Neuzeit verpflichtet und dem kurzen Atem heutiger Lebensweise. Nicht wir wurden zu ihm geführt, er kam zu uns und der Effekt durch die an unserer Zeit orientierte Spielpraxis war ungleich stärker als sonst.

Irritationen gab es dann mit “Fratres” von Arvo Pärt und “Imitazione della campana” für Solovioline von Johann Paul von Westhoff (sensibel bearbeitet für Streicher von Christian Badzura). Ohne Pause in einander übergehend, war die Übersicht bald verloren, da sich die beiden koloristisch durchdrungenen Werke in Machart, solistischer Spieltechnik und Orchesterfarben wie ein Ei dem anderen glichen.

Hans-Jürgen Thiers

Korngold Piano Quintet gleams in Chamber Music Society program
New York Classical Review (en), 02.04.2014

Strict chronological programming, as the Chamber Music Society of Lincoln Center have done in their 45th season, is a tricky business. There is a risk of concerts becoming “one-note,” and the restriction leaves artists in something of a bind as far as coming up with creative, intelligent and challengingly contrasted programs.

“Destination America,” the title of CMS’s Sunday evening program imposed a didactic tone on a concert that needed none. The works presented, quite apart from making any revealing statement about America’s musical culture or influence, showcased four remarkable composers who, despite having close biographical dates, brought from their differing backgrounds and experiences a startlingly diverse range of musical expression.

Violinist Daniel Hope curated the program, and picked a virtuosic piece to close out the first half with Prokofiev’s Violin Sonata in D-major. Originally for flute and piano, the composer prepared this arrangement for the legendary David Oistrakh, and it has been cherished by violinists since. We hear both the lyricism and the chirping of a flute, but with the hard, gritty edge that Prokofiev often brought to his writing for the violin, as in the two concerti and the solo sonata. Hope played the sonata brightly, but not gently, while Wu Han kept an aptly heavy foot on the sustaining pedal, giving a fleshy, stewing feel to the music.

Charles Ives had a bite-sized role in the program, in his ephemeral Largo for violin, clarinet and piano. It is an intimate piece, but despite its brevity and small scale there is a charge running through its searching lines, underlined with tender grace by Hope, Han, and clarinetist Romie de Guise-Langlois.

De Guise-Langlois provided some sensational playing in the performance in Bartók’s Contrasts. The composer wrote the piece with Benny Goodman in mind, and the result is a spectacularly taxing, occasionally jazz-infused clarinet part. De Guise-Langlois tackled the piece with confidence, virtuosity, and sensitivity. She brought charming humor to the first movement’s limping theme every time it resurfaced, and was matched with tugging sorrow from Hope.

Eyes glued to each other, the trio were completely open to each other in the wandering, empty Pihenő, which featured limpid, spacious playing from pianist Gloria Chien. Hope switched violins for the scordatura opening of Sebes, the ferocious, spirited finale. Even in the midst of the movement’s fury, the players managed to find fierce joy in the music.

Korngold’s Piano Quintet in E major anchored the program, with the additions of violinist Yura Lee and violist Paul Neubauer. Anyone curmudgeonly enough to write off Korngold as a “mere” film scorer would surely have been convinced by this piece, rich and big-hearted in its writing, but complex and truthful in its expression.

The first movement opens with a grand sweep but quickly morphs into discrete individual lines, no less warm for their searching loneliness. The five musicians dug into the stomping finale with heft that transformed into shining energy, forcing rapt attention to the movement’s skittering figures.

The highlight, though, both of the quintet and of the whole program, was the second movement. Based on the composer’s own song Mond, so gehst du weider auf, it is a smoky, summery adagio, and the group’s rapt and focused playing conveyed the intense, aching emotion in Korngold’s lyricism. The music has at once the souped-up texture of Hollywood writing and the sincere individuality of Korngold’s contemporaries, combining free, modernist tonality with a romantic sonority. The strings pined their way through the emotive lines while Chien seemed to pluck the piano like a harp.

Eric C. Simpson

Destination America @ Chamber Music Society
Oberon's Grove (en), 01.04.2014

by Philip Gardner

Sunday April 6th, 2014 – Works by 20th century composers who were American either by birth or by embrace provided an intriguing programme at Alice Tully Hall today in this Chamber Music Society of Lincoln Center presentation. With a level of artistry seemingly beyond compare, seven unique musicians joined forces to the delight of the Society’s dedicated audience.

I’m still on a Bartók high from Peter Serkin’s playing of the composer’s third piano concerto with the NY Philharmonic last week, so today’s CMS concert presented an welcome opportunity to experience the composer’s CONTRASTS.  This was followed by works of Ives, Prokofiev and Korngold. The violinist Daniel Hope played in all four works this evening, and what a gift to music this British gentleman is.

The celebrated clarinetist Benny Goodman and violinist Joseph Szigeti commissioned Bela Bartók for a work, asking for a two-movement piece. It eventually evolved into the currently-known three-movement setting, entitled CONTRASTS, which Szigeti, Goodman and Bartók first performed together at Carnegie Hall on April 21st, 1940. The work opens with a Verbunkos, which was a recruiting dance executed by a members of the Hussar regiments to entice young Hungarian boys into joining the military. The Sebes (the last movement) is a fast dance that the boys improvise before signing up. Sandwiched between these dances is the Lento middle movement, mysterious and somewhat nightmarish.

Mr. Hope’s playing, which ranged from frantic virtuosity to moments of spine-tingling pianissimo subtlety, was matched by the superb ‘singing’ of Romie DeGuise-Langlois’s clarinet. Their musical rapport was instantaneous, and the pianist Gloria Chien’s rhythmic and coloristic vitality made for a very exciting presentation of this trio.

Charles Ives’ LARGO began its musical life as a violin/piano duet; the composer later made another arrangement, adding a clarinet. Mr. Hope and Ms. DeGuise-Langlois returned for this rarity, joined by Wu Han at the piano. Here the violinist displayed ravishing control, his final note suspended on the air for what seemed an eternity: just remarkable! Ms. DeGuise-Langlois’s playing is mellow and true, and Wu Han’s gift for sustained delicacy combined with her colleagues to hold the audience in rapt attention.

Prokofiev’s violin sonata in D-Major – the most familiar work on today’s programme – plays in four movements:
I.    Moderato
II.    Scherzo. Presto
III.    Andante
IV.    Allegro con brio

Mr. Hope and Wu Han gave a performance nothing short of ideal. In this sonata we experience a sonic panorama of everything that makes Prokofiev such a fascinating composer: evocative lyricism with a modern nuance, dazzling and often jagged stretches of virtuosity, infectious dance rhythms, moments of pensive calm and – most delicious of all – a dash of wit. This is music that can give you a smile one moment and move your soul the next. Mr. Hope and Wu Han established such a lovely and mutually cordial dialogue, alert to every colour in the composer’s dazzling palette.  Their spontaneous embrace as the audience lavished them with sustained applause marked the special unity of their very impressive collaboration.

The concert ended with Korngold’s luminous piano quintet in E-major, the earliest-written work on the programme. No other composer I know of can evoke the sense of sehnsucht (‘longing’) like Erich Korngold, even when we are not sure exactly what we are longing for. The gorgeous, yearning melodies pass from voice to voice, with a kind of fragmented sentimentality one might experience while leafing thru an album of pictures from some nearly-forgotten time of past happiness and regret.

In the 1920s, Erich Korngold was the most-performed operatic composer in German-speaking countries after Richard Strauss, thanks in part to the great success of DIE TOTE STADT which he completed in August 1920. The Piano Quintet in E major was composed a year later, and its richly romantic melodic style is redolent of the same perfume which intoxicates us when we hear Marietta’s lied from DIE TOTE STADT. After coming to America, Korngold became a beloved composer of film scores (winning two Academy Awards) and his music has a cinematic quality.

This evening’s playing of the quintet was – in a word – magical. Mr. Hope’s shining expressiveness set the tone, with those deluxe violists Yura Lee and Paul Neubauer at their most communicative and the wonderfully resonant sound of David Finckel’s cello giving the ensemble its emotional center. Gloria Chein’s playing had a luxuriant pliancy and again the rapport between these artists is just so moving to behold. I must mention one solo passage by Paul Neubauer which literally pierced my heart. As this melodious work drew to its end, the audience embraced the players with waves of warm applause.

I sometimes think I should go backstage to meet the artists after these concerts but really, what could I say except: “Thank you!…thank you for your uplifting artistry in these troubled times…a beacon of light in a darkening landscape.”

Today’s programme:
•    Bartók Contrasts for Violin, Clarinet, and Piano, Sz. 111, BB 116 (1938)
•    Ives Largo for Clarinet, Violin, and Piano (1934)
•    Prokofiev Sonata in D major for Violin and Piano, Op. 94a (1943, arr. 1944)
•    Korngold Quintet in E major for Piano, Two Violins, Viola, and Cello, Op. 15 (1921)

The evening’s participating artists:
•    Gloria Chien, piano
•    Wu Han, piano
•    Daniel Hope, violin
•    Yura Lee, violin
•    Paul Neubauer, viola
•    David Finckel, cello
•    Romie de Guise-Langlois, clarinet

Schnörkellos durch das Vivaldi Jahr
BT (de), 20.02.2014

Entspannte Virtuosität ohne Attitüde
schwäbische.de, 17.02.2014

Entspannte Virtuosität ohne Attitüde

Weingarten  Wie zu erwarten war das KuKo in Weingarten bis auf den letzten Platz gefüllt – Vivaldi zieht immer und wenn der Solist Daniel Hope heißt, dann ist schon die Vorfreude beachtlich. Das international zusammen gesetzte Kammerensemble (acht Violinen, zwei Bratschen, zwei Celli, ein Kontrabass, Cembalo und Laute/Theorbe) unter dem Konzertmeister Werner Ehrhardt begann mit Vivaldis Ouvertüre zur Oper L’Olimpiade, die sicher weniger bekannt ist, aber durch ihren musikalischen Schwung und ihre typische Tonfärbung sogleich in Vivaldis Welt entführte. Schon nach den ersten Takten musste man keine Sorge mehr haben, dass dieser Abend mit Barockmusik zu wenig Spannung haben könnte.

Danach zwei Zeitgenossen des Venezianers: das „Concerto a Quattro“ Nr. 1 f-moll des Neapolitaners Francesco Durante, das mit einem sehr getragenen Andante begann und auch sonst mit einer besonderen Tempi-Führung überraschte. Zum Vergleich dazu war das „Concerto a Quattro“ in D-Dur op. 5 Nr. 6 des aus Verona stammenden Evaristo Felice Dall’Abaco wieder sehr schwungvoll und tänzerisch angelegt; eine schöne Musik eines Komponisten, der durch den ihn fördernden Fürsten zunächst nach München und dann über Brüssel nach Frankreich kam.

Fröhliche Ausstrahlung
Nun – endlich! – der Star des Abends: Daniel Hope, zunächst mit Vivaldis „Konzert für Violine a-moll” op. 4, Nr. 4, zum Eingewöhnen vor der Pause. Hope, 1973 in Durban geboren, war bereits als Kind von Musik umgeben; seine Mutter arbeitete als Sekretärin von Yehudi Menuhin. Mit seinem rötlichen Haar und der athletischen Figur wirkt Hope jugendlich kraftvoll, dazu hat er eine konzentrierte und fröhliche Ausstrahlung. Kurzum ein natürliches Auftreten ohne Show und Attitüde. Höchst dynamisch und eindrucksvoll war schon das erste Konzert.

Hope hält Fäden in der Hand
Zu einem Klangerlebnis gerieten jedoch „Le quattro stagioni“ im zweiten Teil. Ob im Zwiegespräch zwischen Hope und Erstem Geiger (Werner Ehrhardt), mit dem kraftvollen Cembalo oder der sehr präsenten Laute, mal sehr gedehnt in „L’autunno“, mal fast dissonant zu Beginn von „L’Inverno“ – immer behielt Hope die musikalischen Fäden in der Hand und verknüpfte sie virtuos und beseelt.

Eine Überraschung
Die Zugaben wurden dann noch zu einer richtigen Überraschung. Daniel Hope, auf dessen ‘Notenständer’ ein Tablet stand, kündigte zwei Teile –Presto aus dem „Sommer“ und das Allegro non molto aus dem „Winter“ – aus der vor zwei Jahren entstandenen Komposition „Vivaldi recomposed“ des britischen Komponisten Max Richter (1966 in Deutschland geboren) an. Richter, der unter anderem bei Luciano Berio studierte und Kammermusik, Orchesterwerke sowie Filmmusik schreibt, bewahrt den Drive der Barockmusik, verschiebt nur leicht die Akzente, verdoppelt manches, hebt die oberen Töne heraus, klingt mal ein wenig nach Phil Glass, verändert aber nur wenig die Strukturen. Ein schöner musikalischer Joke, intelligent gemacht.

Elegant und heiter verabschiedete sich der Solist mit „Guten Abend, gute Nacht“, das er besonders einer alten anwesenden Freundin widmete, vom glücklichen Publikum.

Von Dorothee L. Schaefer



2013


Eine Lektion in Sachen Zeitgeschichte
Kurier (Österreich), 09.11.2013

Pogromnacht – Brandauer und Hope gedenken
Vor 75 Jahren brannten Synagogen, Geschäfte, Wohnungen, wurden Juden verhaftet, in den Selbstmord getrieben oder gleich ermordet. Der Beginn des Holocaust.

Viele Veranstaltungen beschäftigen sich dieser Tage mit den Novemberpogromen des Jahres 1938; eine besonders stimmige fand im Wiener Konzerthaus statt. Denn der Top-Geiger Daniel Hope und Schauspiel-Gigant Klaus Maria Brandauer waren angetreten, um unter dem Titel “Ich möchte glauben lernen” an die NS-Gräueltaten von 1938 zu erinnern.

Brandauer rezitierte Briefe und Texte des 1945 im Konzentrationslager ermordeten Theologen Dietrich Bonhoeffer; Daniel Hope spielte Werke von Ravel, Bach, Debussy, Penderecki und Schulhoff. Eine musikalisch-literarische Geschichtsstunde, die aufgrund ihrer Intimität und Intensität unter die Haut ging. Und so die Erinnerung wachhält.
Peter Jarolin

Daniel Hope als Wundertüte
Berner Zeitung, 24.10.2013

Eine Hommage an Mozart und ein Schattenwerk von Mendelssohn Bartholdy: Gestern Abend gastierte der Geiger Daniel Hope zum Saisonauftakt des Meisterzyklus im Kultur-Casino Bern.

Daniel Hope (40) ist nicht nur ein grosser Geiger, er hat auch ein grosses Herz für Leute, die den Klassikbetrieb mit seinen Ritualen etwas seltsam finden. Seine Bücher, die in schöner Regelmässigkeit erscheinen, tragen Titel wie «Wann darf ich klatschen?» oder «Toi, toi, toi! Pannen und Katastrophen in der Musik». Pannen, gar eine Katastrophe gabs gestern im Kultur-Casino nicht. Oder doch? Ausgerechnet im göttlich-fragilen Adagio von Mozarts 3. Violinkonzert KV 216 gab es den grössten Huster des Abends. Aber sonst lief alles in geordneten Bahnen. Mächtig viel Applaus gabs für den Geiger, der mit dem Zürcher Kammerorchester die Konzertreihe Meisterzyklus eröffnete. Hope, der Brite mit südafrikanischen Wurzeln, tat es als Solist und Orchesterleiter in Personalunion. Und er tat es als Interpret, der die Erwartungen unterläuft: Nicht das grosse e-Moll-Konzert von Felix Mendelssohn Bartholdy stand auf dem Programm – jenes Populärwerk also, mit dem Hope zuletzt Furore machte. Hope spielte vielmehr das d-Moll-Konzert, das Mendelssohn 13-jährig komponiert und später verworfen hatte.

Eleganz und Leichtigkeit
Zupackend, dialogisch verspielt klang das Werk in den Ecksätzen, und Hope bewies dabei seinen kommunikativen Geist. Aber der Brite zeigte auch, dass er zu Recht gerühmt wird für seine Eleganz und Leichtigkeit, für sein vibratoarmes Spiel. Feinste Seidentöne prägten den Mittelsatz. Und das nicht nur bei Mendelssohn Bartholdy, auch bei Mozarts Violinkonzert nach der Pause. Wenn da – eben – bloss der Huster nicht gewesen wäre. Was kann man überhaupt noch spielen nach Mozart? Dem Publikum, das die obligate Zugabe fordert, setzt Daniel Hope erstmal ein breites «Grüessech» entgegen – um danach das einzig plausible Angebot zu machen: Johann Sebastian Bach. Mit dem Finale aus dem Doppelkonzert für zwei Violinen endet das Konzert. Stargeiger Hope überlässt dem Konzertmeister des solid aufspielenden Zürcher Kammerorchesters den Part der 1. Geige. Das ist cool. Das Resultat, nun ja, ist aber nicht über alle Zweifel erhaben. Zwei Violinisten, zwei Temperamente. Der Zugaben-Bach wackelt gehörig. Eine Panne? Gar eine Katastrophe? Nein, vielmehr so charmant unperfekt wie der seltsame Klassikbetrieb viel zu selten daherkommt.
Oliver Meier

Wolferls Harmlosigkeiten, kräftig durchgeschüttelt
Tagesanzeiger, 24.10.2013

Zürich, Tonhalle – Mozart, das Wunderkind. Mozart, das Genie. Mozart, der Götterliebling. Fast alles, was er anfasste, wurde zu Gold – ästhetisch betrachtet. Aber eben nur fast. Denn nicht jeder einzelne Tropfen Tinte, den der Meister auf das edle Notenpapier goss, war ein Tropfen für die musikalische Ewigkeit. Mozart entliess nämlich manche seiner über 600 vermerkten Kompositionen gewissermassen en passant und für naheliegende Gelegenheiten aus seinem
Kopfe.

Auch die Sinfonie KV 114, die der damals 15-jährige «Wolferl» schrieb, gehört nicht unbedingt zu jenen Kompositionen, die den Weltruhm seines Schöpfers begründen halfen. Musikalische Artigkeiten voll Charme sind es meist, die hier erklingen. Für die Musiker des Zürcher Kammerorchesters jedoch kein Problem, sie schütteln die Harmlosigkeiten so lange aus, bis sie sich richtig frech zeigen. Die Temposchrauben sind durchwegs etwas stärker angezogen als gewöhnlich, die Artikulation ist gespannt und der Tonfall zupackend. Eine Musizierweise, die die Adrettheit der Sinfonie vergessen macht.

Flexible Artikulation ist eine Eigenheit, die unbedingt auch dem Violinisten Daniel Hope zuzuschreiben ist. In Felix Mendelssohns selten gespieltem dMoll-Violinkonzert (das dieser als 13-Jähriger schrieb) ist die Musik stets unter Höchstdruck, zugleich aber träumt sich Hope in Verzögerungen und Verspieltheiten, lässt die Töne blühen, nimmt mitunter deftigen Bogendruck und unterschlägt dabei doch kein Detail. Und auch Mozarts Violinkonzert KV 216 lässt der Brite mit seiner erfrischenden Spiellaune aufglühen: Erstaunlich aufmüpfig kommt etwa das Kopfthema daher, glasklar in der Linienführung und hinsichtlich der Satzstruktur wie ein offenes Buch, das mit immer neuen Wendungen überrascht. Da möchte man vor Mozart wieder in die Knie sinken.
Tom Hellat

Auf den Gipfeln des Brahms-Gebirges
Westfälische Nachrichten, 05.10.2013

Münster – Mit einer Besteigung des Mount Everest verglich Geigenvirtuose Daniel Hope sein Konzertprogramm der drei Violinsonaten von Johannes Brahms. Aber zum Glück musste Hope im H 1 nicht alleine klettern: Sein Partner im Hochgebirge romantischer Kammermusik war der famose Pianist Sebastian Knauer. Und dieses perfekt harmonierende Duo schaffte etwas Erstaunliches: eine Bergtour, bei der zumindest das Publikum nicht schwitzen musste.

Von Harald Suerland

Klug eröffneten sie den Abend, der trotz Giro-Verkehrsproblemen pünktlich begann, mit der „kleinen“ zweiten Sonate, bei der sich die Violinstimme fast unauffällig in den Klavierpart hineinschleicht. Das Motto ihrer Interpretation war damit vorgegeben: kein pathetisches Auftrumpfen, sondern britisch-hanseatisches Understatement. So durfte nach dem fabelhaft schlicht gesungenen Andante, dessen eingestreute Vivace-Wirbel perfekt abgestimmt waren, die Geige im Finalsatz geheimnisvoll raunen, während der Pianist bei geöffnetem Flügeldeckel die komplexen Strukturen des Brahms-Satzes durchleuchtete.

Den Gipfelpunkt des Schoneberg-Konzertes schien das Duo dann in den Rahmensätzen der viersätzigen d-Moll-Sonate erreicht zu haben. Hier spielten Hope und Knauer wie ein großes Orchester, das aber auch mit schattenhaften Passagen oder einem koboldigen Scherzo brillieren kann. Da konnte man sogar eine stärkere Portion satten Vibratos im Adagio-Satz goutieren.

Doch erst nach der Pause folgte der schönste freie Blick auf die Brahmsschen Gipfel. Im Kopfsatz der „Regenlied“-Sonate hört man bei Sebastian Knauer eben auch, was sich in den tieferen Regionen des Klavierparts abspielt, während Hope dazu versonnen und dezent seine Akzente setzt. Und von der spätsommerlichen Melancholie des Schlusssatzes mochte mancher Zuhörer gar nicht genug bekommen. Aber wie das eben so ist bei einer großen Bergtour und wie Hope es auch ankündigte: Bis auf ein kleines Schubert-Häppchen (passenderweise eine Lied-Transkription) passte da keine Zugabe mehr.

Daniel Hope durchdringt gotische Bögen
"Dolomiten", 07.09.2013

28. Meraner Musikwochen: Das Projekt „spheres“ an drei Abenden mit dem „artist in residence“ Daniel Hope voller Klangfarben und Dynamik

Ferruccio delle Cave

Meran . Mit seinem Projekt „spheres“ hat der britische Stargeiger Daniel Hope von Dienstagabend bis zur Matinee am heutigen Samstag Meran einen Tisch voller Überraschungen angerichtet, um am Ende in ganz eigene, unbekannte und unbegangene Musikwelten vorzudringen.

Ja, Daniel Hope ist beseelt von Musik und er verfügt über eine so beeindruckende Technik, dass ihm Denken und Spielen in einer Symbiose gleichsam aus seiner „Guarneri“ quillt, so um Mitternacht in Merans ältester, der gotischen Heilig-Geist-Kirche , die in fahles blaues Licht getüncht einem Geigen-Soloabend Hopes den Klangraum bot, in einem Programm, das fast ausschließlich hochvirtuose Solstücke bot aus der Feder von Erwin Schulhoff, Heinrich Ignaz Franz Biber, Krzysztof Penderecki, Alfred Schnittke und eben Bachs erstaunliche „Chaconne“ aus der zweiten Partita, selbst vollendete Architektur der Töne und Klänge.

Dienstagabend begann es mit vorbildlich interpretierter Kammermusik von Dvorák und Brahms und Mittwochabend im sog. „Nachtkonzert“ mit dem Deutschen Kammerorchester Berlin mit Musik von Max Richter , der 1966 in Deutschland geboren ist. Nach seinen Studien u. A. bei Luciano Berio in Florenz gründete Richter das „Ensemble Piano Circus“, das zeitgenössische Musik von Arvo Pärt, Brian Eno, Philip Glass und Steve Reich aufführt. Und eben die Harmonik der „Minimal-Music“ beflügelte Max Richter zu eigenen, vornehmlich Filmmusikkompositionen. In Meran wurde seine Ballettmusik „Infra“ aus dem Jahr 2010 von Mitgliedern des „Deutschen Kammerorchesters Berlin“ in Szene gesetzt. Am Klavier und am Laptop saß nicht Max Richter, der leider verhindert war, sondern seine Assistentin Kirsteen Davidson-Kelly. Max Richters „Infra“ zeichnet die Verbindung von Ambient-Samples, Minimal mit kammermusikalischer Instrumentierung aus. Der Komponist tritt da wahrlich als Meister des Zusammenspiels aus bewegten Bildern, Farben, Klängen und Gefühlen auf. Zwei Personen dargestellt wie auf einer Leuchtreklame entfernen einander. Den Kopf leicht gesenkt, gehen Mann und Frau getrennte Wege. Unter diesem Bild, so könnte behauptet werden, liegt weit mehr als das, was wir offensichtlich sehen. Die lateinische Präposition „Infra“ „unterhalb“ gab die musikalische Bewegung vor.

Am Anfang stand eine Ballettaufführung des „Royal Balletts“ in London. Richter sollte dazus den Soundtrack schreiben. Das Ergebnis waren acht Stücke, die ein kleines Orchester mit zwei Celli, Bratsche, zwei Geigen und Klavier vorsehen. Verrauschte Elektronikanleihen weben im Hintergrund den Klangteppich. Sie alle tragen den Namen „Infra“ und sind lediglich in ihrem Klang, ihrer Atmosphäre und der Durchnummerierung von „1“ – „8“ voneinander unterschiedlich. Die Videoinstallation von Julian Opie wurde im Hintergrund auf Leinwand projiziert, eine Bewegung, ja eine Reise durch mehrere Bewusstseinssphären, die alltägliche Szenen vom Leben auf den Straßen unserer Städte zeigen. Wir erlebten eine Folge anmutiger Klangcollagen auf rauschenden und wabernden Synthesizern, die das bewegliche Figurenband im Minimal-Ductus kommentierte.

Nach der Pause ergriff Daniel Hope selbst die Leitung und spielte den Solopart in Max Richters „Rekomposition“ von Vivaldis berühmten „Vier Jahreszeiten“. Die 20 Streicher, alle elektrisch verstärkt, gaben den Hintergrund. Neu komponiert sind die bekannte Themen und Motive aus Vivaldis Vierteiler, deren Kennmelodien freilich von der Solovioline wie an einem roten Faden festgezurrt gleichsam als Erkennungsmarke dem „Concertino“ vorangestellt sind. An Transkriptionen der „Vier Jahreszeiten“ haben die „Meraner Musikwochen“ schon manche erlebt, etwa die vordergründige Bearbeitung Nigel Kennedys oder die Originalversion mit Piazzola-Klängen von Gidon Kremer mit der „Kremerata Baltica“. Richters Versuch, dem überstrapazierten Werk neues Leben einzuhauchen, ist der gewagteste. In einem Mix aus Postmoderne, elektronischer Musik und experimenteller Tonsetzung hat Richter die Original-Partitur genau studiert und mit Reihen von Sechzehntel-Noten und Arpeggien angereichert, voller Klangfarben und Dynamik, die Daniel Hope seinen Soloeinlagen entlockte.

Dann Donnerstagabend im Kurhaus wieder mit dem Deutschen Kammerorchester Berlin und dem Rundfunkchor Berlin unter der Leitung von Simon Halsey ein Programm, das neben dem qualitativen Höhepunkt, Arvo Pärts „Fratres“ für Sologeige, Streicher und Schlagwerk, eine ganze Reihe sehr divergenter Stücke von Ludovico Einaudi, Philipp Glass, Morten Lauridsen, Michael Nyman und dem Enkel Sergej Prokofjevs, Gabriel Prokofjev in einem nie enden wollenden Sphärenklang vorsah, die zuweilen fast zu klangschön daherkamen, aber die Suggestion himmlischer Töne nachvollziehbar werden ließ.

Violinist Daniel Hope beim Rheingau Musik Festival in der Basilika von Kloster Eberbach
Wiesbadener Kurier, 29.08.2013

Mit der spritzigen Interpretation von Mozarts Divertimento in D-Dur (KV 136) eröffneten die Instrumentalisten des Streicherensembles „l’arte del mondo“ beim Rheingau Musik Festival in der Basilika von Kloster Eberbach einen Abend mit populären barocken Violinkonzerten. Solist des Abends war der international renommierte Geiger Daniel Hope, der sich auch als Fernsehmoderator und Buchautor einen Namen gemacht hat.
Dieser umtriebige Künstler ist unter seinesgleichen ein Ausnahmefall – schon der erste Auftritt verrät Spontaneität, Musikantentum und hinreißende Laune und Freude am Spiel. Kaum auf dem Podium angekommen, ergreift er seine kostbare Geige aus der Werkstatt Guarneri del Gesús und entlockt dem Instrument in Antonio Vivaldis Konzert für zwei Violinen in a-Moll seidige, in den Höhenlagen blühende Töne.

In gleicher exzellenter Form präsentiert sich auch die zweite Geigerin Andrea Keller, deren Namen das Programm leider verschweigt. Die kleinen Figuren der Ecksätze erklingen in makelloser Tonreinheit, erlesenen Wohllaut atmet das Larghetto.

Überzeugende Kontur

Von gleicher überzeugender Kontur auch die Interpretation beider Künstler bei Bachs Konzert für zwei Violinen in d-Moll (BWV 1043), temperamentvoll und straff strukturiert im Vivace, besinnlicher zugreifend im Largo, wird das beschließende Allegro zu einem intensiv und drängend ausformulierten Finale. In Bachs Violinkonzert in a-Moll (BWV 1041) und Vivaldis Konzert in g-Moll „Der Sommer“ hatte Daniel Hope die Möglichkeit, sein meisterliches Können zu demonstrieren. Überzeugte bei Bach die feingliedrige, sich zwischen kraftvollem Strich und wunderschön modelliertem Klang ergehende Interpretation, so konnte man an der stimmungsvoll ausgebreiteten Szenerie des „Sommers“ seine Freude haben. Die Akzente der „Stimmen der Natur“ wurden sensibel gesetzt.

Nach dem von überbordendem Temperament bestimmten, hinreißend gespielten Prestosatz erhob sich in der sehr gut besuchten Basilika ein Sturm der Begeisterung.

Bristol Proms: The Four Seasons Recomposed
classical-music.com, 01.08.2013

Violinist Daniel Hope performs Vivaldi with a Twist When Paganini performed at Bristol Old Vic back in 1831, he hot-footed it out of the theatre to nearby Bath straight afterwards, so the story goes. Fast-forward to 2013, and visiting violin virtuosos act somewhat differently. After his appearance on the Old Vic stage last night, Daniel Hope headed straight for the theatre bar. The audience was invited to join him to chat – just one of many warm and friendly gestures throughout the evening’s concert.

The centrepiece of Hope’s Bristol Prom, the third in this new summer concert series, was Max Richter’s The Four Seasons Recomposed. It’s a reworking of Vivaldi’s famous violin concerto original, written as a way of re-engaging with this over-familiar music, heard now so often in lifts, as phone on-hold music and in TV adverts. Richter plays with Vivaldi’s music in all sorts of ear-opening ways: changing rhythmic accents, looping tiny fragments, placing melodies in strange new landscapes. And for this exhilarating and gutsy performance from Hope and the Royal Philharmonic Concert Orchestra – which left one or two people quite literally gasping at the end of movements, not to mention cheering and clapping – there was a twist.

A video animation controlled by the players appeared on screen behind the orchestra. Various musicians were miked up, with the computer software translating the sounds they made into the events we saw. In the slow movement, for instance, Hope’s solo violin line seemed to breathe life into a fire burning in the ruins of a house. This animated world drew on the images described in the sonnets that inspired and were published with Vivaldi’s Concertos – watching it was rather like stepping into a particularly uneventful video game, in which the rippling of cornfields became a major occurrence. But in its hypnotic way, Play Nicely’s visual experiment provided an interesting foil to the music.

Vivaldi also opened the concert, with a heartfelt performance of the Concerto for two violins in A minor, RV 522 from Hope and Patrick Savage. With an acoustic designed for speech rather than music, the sound in the Bristol Old Vic auditorium is very dry. But, although it must be hard work for the musicians, it somehow increased the intimacy and honesty of the performance, drawing us into the inner workings of the sound. An atmospheric arrangement by Christian Badzura (Daniel Hope’s producer at Deutsche Grammophon) of Westhoff’s Imitazione delle Campane followed, a work full of string-crossing brilliance.

And then a wild-card item, Alan Ridout’s Ferdinand the Bull. Chosen because Vivaldi himself might have included a more theatrical item at this point in the evening, explained Hope, this charming piece for narrator and solo violin is in fact full of the same pictorial brilliance as Vivaldi – we hear a nagging mother cow, fighting bulls, an angry bee. Hope performed both parts with aplomb. There were giggles at the start on hearing a musician acting, but soon the laughter was for the gentle good humour of the story of Ferdinand, a serene bull who just wants to sit under a tree and smell the flowers.

By Rebecca Franks

Britten Violin Concerto performed at Aspen Music Festival
Aspen Times, 16.07.2013

http://www.aspentimes.com/news/7329056-113/denk-music-piano-aspen

“Violinist Daniel Hope delivered a soulful, musically complex and vivid performance, referencing the cries from the gut of flamenco that are in the heart of the music. Especially in the soft, sobbing final pages, he drew magnificently expressive sounds from his instrument.”

Daniel Hope gives new life to composer’s updated Vivaldi
Chicago Classical Review, 24.06.2013

Sunday evening at Ravinia featured several new faces, with violinist Daniel Hope, conductor Tito Muñoz, and the Chicago Philharmonic all making their festival debuts in Highland Park.

The program featured three pieces by J.S. Bach, Arvo Pärt and Max Richter that illuminated one another by offering different views: the past, the present, and a contemporary fusion of the two.

The Four Seasons Recomposed was the clear high point of the evening. Composer Max Richter chose to retool Vivaldi’s masterwork in an attempt, said the British composer, “to rediscover it for myself and fall in love with it again, and to do that by charting a new route through Vivaldi’s landscape.”

Richter maintained the soul of Vivaldi’s pieces, while reworking them in a contemporary minimalist style. From the first measure of Spring it was clear that this was going to be a unique musical journey. The well-known, jubilant opening theme from Spring, familiar from cartoons to grocery stores, was stripped down to its basic motives and thrown into a seemingly timeless loop—still recognizable, but viewed from a completely new angle.

The slow movement in Winter was particularly striking. Richter took the gentle, comfortable central movement and put it in another cosmos with harmonics and cluster chords in the orchestra as the backdrop to the rhythmically free arrangement of the singing line.

In the final stormy movement of Summer, Richter maintained a great deal of the original material, his most prominent adjustment being a rhythmic one. By adding offbeat accents he created a more modern dance feel, breathing new life into the familiar.

Richter composed the piece for Hope, which was clear through the violinist’s rock-solid performance. He had clearly spent much time thinking about the material and was having fun with the music. Hope displayed dazzling virtuosity with a brilliant tone that had no difficulty projecting through the large space. There were passing moments when it felt like the Philharmonic was coming unraveled in the burst of fractured rhythms, but Muñoz kept them together and overall they performed well.

Hope was also heard in Arvo Pärt’s Fratres. The Estonian composer wrote the work in 1977, and throughout his career arranged Fratres. for different instrumental combinations. The incarnation performed Sunday was for violin, strings and percussion.

The wild introduction for solo violin consists of arpeggiated four-note chords over the four strings in a monumental crescendo that lasts almost a minute. The remainder of the piece offers repetitions of a solemn hymn theme representing the eight Office Hours devoted to prayers and psalm singing.

Hope performed with conviction, musicality, and understanding. His interpretation unfolded as a grand arch that linked the piece together, with each repetition building off the one preceding it in a clear direction. The conclusion with the violin playing in false harmonics, proved the highlight of Hope’s reading. Muñoz and the Philharmonic provided sensitive support, creating a pensive haze for the solo violin to ruminate within. The low strings provided a solid, consistent open-fifth drone and the rest of the ensemble played the slowly shifting harmonies with great balance and varied colors.

The evening got off to an uneven start with the Bach’s Brandenburg Concerto No. 3. The playing of the Chicago Philharmonic under Muñoz was mostly accurate and precise, with harpsichordist David Schrader performing the second movement solo with great sensitivity.

Still, the performance felt cautious, lacking the driving forward motion that is inherent to Bach. The Brandenburg rendering was also bound by acoustical issues, with the small baroque ensemble not projecting sufficiently in the large outdoor venue.

By Tim Christiansen

Musik – von Natur und Film angeregt
SVZ Schweriner Volkszeitung , 22.06.2013

Festspielpreisträger um Daniel Hope musizieren mit Absolventen der Carnegie Hall Academy

SCHWERIN Die meisten Menschen sind „Augenmenschen“. Sie nehmen ihre Umwelt mit dem Gesichtssinn intensiver und nachdrücklicher wahr als mit dem Gehör. Sehen sie einen Film an, prägen sich die Bilder tiefer ins Gedächtnis ein als die Musik dazu. Dennoch gelangt Filmmusik gelegentlich bis in den Konzertsaal, um dort befreit von allen Bildern nur mit den Ohren genossen zu werden.

Auch beim Carnegie Hall Projekt der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern am Donnerstagabend in der Schweriner Schelfkirche gab es eine solche Aufführung. Der amerikanische Komponist Nico Muhly (*1981) hat Teile seiner Musik zu dem Film „Der Vorleser“ nach dem Roman von Bernhard Schlink zu einer Suite für Kammerensemble verarbeitet.

Eine Gruppe junger Musiker, Absolventen von Carnegie Hall, Juilliard School und Weill Music Institute New York, führte die vierteilige Suite auf. Elegische Stücke, musikalische Stimmungsbeschreibungen ohne eigene Entwicklungen, losgelöst von szenischen Vorgängen, zu denen sie ursprünglich geschaffen wurden. Ihre fein strukturierten Klänge nahmen die Zuhörer gefangen, und wer den Film kannte, dem stiegen in der Erinnerung einzelne Bilder wieder vor das innere Auge.

Wie ein Gegenstück dazu stellten sich „Zwei Insektenstücke für Oboe und Klavier“ von Benjamin Britten aus dem Jahr 1935 dar. Der Oboist James Austin Smith und Jonathan Gilad am Flügel spielten „Grashüpfer“ und „Wespe“ mit herrlich zugespitztem Ausdruck. Doch nicht nur der bildhaft instrumentale Klang ließ die Insekten durch die Kirche hüpfen oder summen. Man sah sie den Musikern förmlich an: dem Oboisten mit den langen, abgeknickten Grashüpferbeinen und den weit aufgerissenen Augen, und dem mit Wespenbuckel vorgebeugten Pianisten, die Lippen wie zum saugenden Blutmahl gespitzt. Eine köstliche Übereinstimmung von Gestik und Klang auch ohne Filmbild.

Neben dem Solistenpreisträger der Festspiele Jonathan Gilad bereicherten noch die beiden Preisträger Josephine Knight und Daniel Hope das Ensemble. Die beiden Streicher spielten gemeinsam das Duo für Violine und Cello von Erwin Schulhoff, das verschiedene Möglichkeiten des Mit- und Gegeneinander der beiden Instrumente vorstellt und dabei die virtuosen Spielfertigkeiten der Musiker enorm herausfordert.

Daniel Hopes Violinpart hatte in der Zingaresca, einem Zigeunertanz, die
Qualitäten einer Paganini-Caprice. Ungeachtet dieses virtuosen Anspruchs spürte man die Innigkeit des Zusammenspiels der beiden Duopartner, die seit vielen Jahren regelmäßig miteinander arbeiten. Der gestische Zug, der aufeinander abgestimmte Klang, der aus gemeinsamer Empfindung sich entwickelnde Ausdruck formten eine fesselnde Aufführung. Abgerundet wurde das Programm durch die charaktervollen Sätze der Serenade für Streichtrio von Ernst von Dohnányi, aus dem als Zugabe das rasante Scherzo sogleich wiederholt werden musste.

Michael Baumgartl

Kammermusikalische Perlen bei Festspielen MV
OZ - Ostsee Zeitung, 22.06.2013

Konzerte des Carnegie-Hall-Projekts in Ahlbeck und Schwerin

Von Heinz-Jürgen Staszak und Ekkehard Ochs

Ahlbeck/Schwerin – Zum vierten Mal präsentiert Daniel Hope (38), künstlerischer Direktor der FestspieleMV, sein Carnegie-Brückenschlag-Projekt, indemer erfahrene und junge Kammermusiker aus NewYork mit solchen aus der Festspiel-Familie konzertieren lässt.

Diesmal schlugen Mittwoch in Ahlbeck, Donnerstag in Schwerin und Freitag in Parchim die New Yorker James Austin Smith (Oboe), Yonah Zur (Violine), Margaret Dyer (Viola) und Hamilton Berry (Cello) mit Daniel Hope (Violine), der Cellistin Josephine Knight und dem Pianisten Jonathan Gilad die Brücke zwischen New York und MV – mit einem jeweils variierten Programmgrundstock.

Dabei zeigte sich erneut, dass die Differenzen zwischen der amerikanischen Ostküstenkultur und der alteuropäischen Kultur auf dem Gebiet der klassischen Kammermusik kaum gravierend sind. Sokonnten beideGruppen, nach einer Einstudierungszeit im Grand Hotel Heiligendamm, Konzerte von eindrucksvoller Homogenität vorführen. Bereits in Ahlbecks Kirche war der künstlerische Gewinn des Projekts ablesbar: nicht eben gängige Besetzungen, Programme mit Neuigkeitswert und junge Interpreten von hohem Rang. So traten James Austin Smith mit Yonah Zur, Margaret Dyer und Hamilton Berry als Streichtrio den Beweis an, dass jenseits etablierter Gattungen Schätze zu entdecken sind. Etwa Beethovens frühes Streichtrio op. 9/2 oder Benjamin Brittens klangaparte „Phantasy“ op. 2.

Als ausdrucksstark erwies sich diese Besetzung im Quartetto Nr. 2 des Argentiniers Mario Davidovsky: atonal und bemerkenswert klangschön, geprägt von stringenter Dynamik und unüberhörbarer Musizierlust. Ernst von Dohnányis spätromantische, aber nie epigonal wirkende Serenade für Streichtrio op. 10 beschloss einen Abend, der mehr hielt als zu erwarten war.

In Schwerin trat an die Stelle von Davidovsky eine viersätzige Suite des New Yorkers Nico Muhly (32), zusammengestellt aus seiner Musik zum Film „Der Vorleser“, eine handzahme, neoromantische Musik. Gewichtiger war die Ersetzung des Beethoven-Trios durch das Duo für Violine und Violoncello von Erwin Schulhoff, den die Nazis, nachdem sie ihn als „entartet“ diskriminiert hatten, in einem ihrer Straflager umkommen ließen. DanielHopeundJosephine Knight gabendenkomplexen Strukturen dieses bedeutungsvollen Werkes eine disziplinierte Intensität und eine fassbare Durchsichtigkeit, und Hope bewies erneut, dass er alles, was ihm auf die Geige kommt, in unnachahmlicher Weise adelt.

Kammermusik im schönsten Sinne des Wortes!

Vivaldi totalement revisité
DNA – Culture , 20.06.2013

Xavier De Maistre et Daniel Hope

Autour de la virtuosité du harpiste Xavier de de Maistre et du violoniste Daniel Hope, le Festival de musique de Strasbourg a revisité le génie de Vivaldi.

Si le Conseil Général du Bas-Rhin est un partenaire habituel du festival de Strasbourg, le projet qui a abouti au concert de mardi revêt une dimension supplémentaire par la présence de jeunes apprentis musiciens dans le public.
De plus, le programme, centré autour de Vivaldi et de la harpe s’est révélé très pédagogique. L’ensemble baroque allemand Arte del Mondo débute le concert avec l’ouverture de l’0Iímpiade de Vivaldi. Dès les premières scansions, on perçoit les caractéristiques de l’ensemble : archets bondissants, sons piques, contrastes saisissants, engagement physique impressionnant pour une expressivité exacerbée.
Le harpiste Xavier de Maistre, premier harpiste français à avoir intégré le Philharmonique de Vienne, est tout aussi expressif. Qu’il entre en scène ou qu’il virevolte sur sa harpe, sa prestance a toujours quelque chose de chorégraphique. Il interprète des concertos de Vivaldi, dont « L’Hiver », et un concerto de Marcello. La délicatesse de la harpe n’est jamais couverte par l’orchestre qui, tantôt soutient, tantôt dialogue. Le tout révèle une entente musicale aboutie. Les mouvements lents sont splendides : suspendus, évanescents ou mystérieux, les musiciens explorent les limites entre sons et silence, pour des moments vraiment magiques.
Le harpiste interprète aussi en solo La Mandoline d’Elias Parish Alvars, surnommé “Le Liszt de la harpe” par Berlioz. ll est vrai que la pièce transcende les possibilités de la harpe dans un feu d’artifice et de virtuosité bluffant.

Programme postmoderne
En deuxième partie, les Quatre Saisons de Vivaldi recomposées par le’ compositeur post-minimaliste Max Richter étaient au programme. La musique de Vivaldi est donc traitée selon les procédés de la musique répétitive. À l’écoute, on pense à Philippe Glass, mais aussi Michael Nyman, musicien de film comme Richter…
De fait, les figuralismes de chants d’oiseau, de tonnerre, de vent d’hiver intéressent beaucoup cette recomposition. Ils sont ici répétés jusqu’à l’ivresse ou la frénésie selon la sensibilité.
Ailleurs, le compositeur joue avec des décalages rythmiques, des harmonies nouvelles ou des changements d’ambiance sans jamais perdre la référence à Vivaldi. Le public est donc placé dans une situation paradoxale : tout est nouveau et en même temps, tout est déjà connu. Un double bénéfice en quelque sorte ! Le plaisir est accru par l’interprétation magistrale du violoniste Daniel Hope et de l’orchestre.
Maîtrise technique, énergie rythmique haletante et poésie des couleurs instrumentales répondent avec brio aux exigences de la partition. Alors que traditionnellement, on applaudit après chaque Saison, le public fasciné laissera l’œuvre se dérouler intégralement (plus d’une une demi-heure de musique !), avant de saluer chaleureusement les artistes. En bis, exclusivement répétitive et pourtant baroque, la sonate de Westhoff achèvera de semer le trouble dans ce beau programme postmoderne.

GILLES TOUSSAINT

Besuch aus der ersten instrumentalen Liga
Rheinische Post Nr. 100 - Ausgabe Viersen, 30.04.2013

In der Viersener Festhalle war mit Daniel Hope ein weltbekannter Geiger zu Gast.

Viersen Das dürfte nicht oft vorkommen: Der Dirigent eines Kammerorchesters, der vom Konzertmeisterpult aus leitet, ist ein gefragter Sologeiger, und der Solist des Konzertes führt besagtes Orchester auch gelegentlich als
Konzertmeister.

So geschehen beim 4. Sinfoniekonzert in der wieder ausverkauften Festhalle. Der berühmte Geiger Daniel Hope, sein Kollege am ersten Pult, Gregory Ahss, und die „Camerata Salzburg” sind angesichts der geschilderten Konstellation eine im besten Sinne verschworene Musiziergemeinschaft – und das auf höchstem Niveau. Das von Bernhard Paumgartner 1952 gegründete Ensemble, dem Sándor Végh und Roger Norrington die entscheidenden Impulse gaben, spielt in der ersten instrumentalen Liga. Die exzellenten Streicher und die handverlesenen Bläser sind vermutlich für jeden Solisten wahre Traumpartner. Daniel Hope, sich wie immer werkdienlich und zurückhaltend integrierend, genoss die ihn vorbildlich tragenden, anschmiegsamen Klänge zunächst bei Felix Mendelssohn Bartholdy. Dessen im zarten Alter von 13 Jahren komponiertes d-Moll-Violinkonzert interpretierte der Künstler auf seiner traumhaft klingenden Guarneri del Gesù von 1742 mit festem, in den Ecksätzen sogar manchmal harschem Zugriff recht entromantisiert. Der letzte Satz, hoch virtuos und makellos gemeistert, erschien im Tempo gar ein wenig überzogen.
Der Höhepunkt des Abends erwartete die Zuhörer am Schluss: Wolfgang Amadeus Mozarts G-Dur-Violinkonzert KV 216. Hope verstand es, den unerschöpflichen Melodienreichtum und die kompositorische Vielfalt des 1775 in Salzburg entstandenen Werkes mit glutvoller Tonschönheit darzustellen und in nahtlosem Miteinander mit dem Orchester zu teilen. Im „Adagio”, das Mozart-Biograph Albert Einstein als „wie vom Himmel gefallen” beschrieb, gelang das Duett der Solovioline mit der 1. Oboe vollendet. Auch ohne Solist bestach die „Camerata”: Zum Auftakt des Programms in der fantasievoll gestalteten 6. Sinfonie F-Dur des 11-jährigen Mozart und nach der Pause in einer „Fantasia concertante nach einem Thema von Arcangelo Corelli” aus der Feder des Engländers Michael Tippett (1905-1998). Konzertmeister Gregory Ahss, eine weitere Geigerin und ein Cellist übernahmen hier kompetent die Soloparts, während die übrigen Streicher in ein „Concerto grosso” und ein „Concerto terzo” aufgeteilt waren.
Für den überwältigenden Jubel nach jedem Programmpunkt und vor allem nach dem abschließenden Mozart-Konzert dankten Hope, Ahss und die Streicher der Salzburger mit dem Finalsatz des Doppelkonzertes von Johann Sebastian Bach.
von Heide Oehmen

Camerata Salzburg und Daniel Hope in der Kölner Philharmonie
General-Anzeiger, 24.04.2013

Köln.  Die Kontrabassistin schrammelte im Trio virtuos über die Saiten, die Hörner johlten dazu, und plötzlich startete ein kleines Flötenkonzert im Finale von “Le Midi”.

In den Sinfonien des jungen Haydn sind Überraschungen und Täuschungen eingeplant. Wie beim gesamten Konzert der Meisterkonzerte mit der Camerata Salzburg und ihrem noblen Gast Daniel Hope: Das Team veredelte ein harmlos anmutendes Programm, neben Haydn mit Jugendwerken von Mozart und Mendelssohn, zu einem spannenden Konzertabend.

Sándor Végh wäre heute 100 Jahre alt. Der Geiger mit seiner Stradivari “Paganini” prägte über Jahrzehnte dieses Kleinod unter den Salzburger Ensembles. Mit Daniel Hope hatte sich das international besetzte Kammerorchester einen viel gepriesenen, weil charismatischen Geigensolisten zur aktuellen Tournee geladen.

Der Brite, der in Wien lebt, verkörpert geradezu den Leitgedanken Véghs, wahrhafte Musik beginne erst jenseits des Notenblattes. Das vermittelte Hope an Mendelssohns d-Moll Violinkonzert, das sein Lehrer Yehudi Menuhin einst wiederentdeckte. “Ein unglaubliches Stück” nennt Hope dieses Jugendwerk des 13-jährigen Mendelssohn.

Und tatsächlich bietet dieses Konzert alles, worin sich ein Geiger sonnen kann. Neben virtuosem Laufwerk im Allegro laden Kadenzeinschübe zu individuellen Kommentaren ein, die die Musiker der Camerata mit Grinsen goutierten.

Eine traumhafte Kantilene schmückte den Mittelsatz, und schulmäßig im Zaubergeiger-Galopp ging Hopes Guarneri-“Ex-Lipinski” geschmeidig ins Ziel. Der begeisterten Gemeinde schenkte Hope gemeinsam mit Konzertmeister Gregory Ahss den Mittelsatz aus Bachs Doppelkonzert als Zugabe vor der Pause: Die Wege Daniel Hopes sind unberechenbar wundervoll.

 

Von Olaf Weiden

 

Der Geiger als Straßenplaner
Dresdner Neueste Nachrichten, 22.04.2013

Daniel Hope und Camerata Salzburg in der Frauenkirche

Man muss gar kein regelmäßiger Konzertgänger sein, ein bisschen Anstand tut es auch, um einzusehen: Spätestens dann, wenn das Orchester vorn begonnen hat zu musizieren, könnte das raschelnde Sortieren der Einkaufstüten unter der Kirchenbank fehl am Platze sein. Den Musikern der Camerata Salzburg wie Arvo Pärts “Trisagion” für Streichorchester war am Sonnabend in der Frauenkirche erst nach rund drei Minuten endlich die nötige
Aufmerksamkeit vergönnt. Pärts Klänge schreien nicht mit Paukenschlägen “Hört her!”, man muss sich ihnen bewusst öffnen, ihnen Raum geben, ihren Puls annehmen, ihre Stille mitleben – und zulassen. Dann sind sie ungemein
faszinierend, und zumindest gen Ende hin durfte man das dann auch erfahren.

Pärts auf einen alten orthodoxen Hymnus auf die Heilige Dreifaltigkeit zurückgehender, in sich ruhender Musik folgte impulsive jugendliche Frische mit Felix Mendelssohn Bartoldys erstem Violinkonzert. Jenes d-Moll-Konzert ist Werk eines 13-Jährigen und längst nicht so präsent in den Konzertsälen wie das reichlich zwei Jahrzehnte später entstandene Schwesterwerk in e-Moll. Doch scheint die Meisterschaft des Komponisten allenthalben durch, und dank der Musizierlust und Ernsthaftigkeit, mit der sich sowohl Daniel Hope als auch die Camerata Salzburg des Werkes annahmen, entfaltete es all seine Reize. Die lagen nicht nur in den sprühenden Ecksätzen, sondern ebenso im langsamen Mittelsatz, in dem Orchester und Solist – die ohne vermittelnden Dirigenten musizierten – mit ausgesprochen sorgsamen, subtilen Phrasierungen glänzten.

Mit Mozarts Violinkonzert G-Dur KV 216 legte der brillante Daniel Hope nach der Pause gleich noch einmal nach. Seine Guaneri mit ihrem großen, blumigen Ton wurde quasi eins mit dem Kirchenraum, den sie spielend leicht erfüllte und erfühlte. Ein charmantes Allegro mit einer vom Solisten in tiefer, überlegener Ruhe vorgetragenen Kadenz, ein fast entrückt wirkendes Adagio und ein Schloss-Rondo voller Esprit rundeten sich zu einer stimmigen, begeistert aufgenommenen Interpretation. Das forderte eine Zugabe, in der der britische Geiger eine Lanze für den 1656 in Dresden geborenen Johann Paul von Westhoff brach. Der Geiger und Komponist, u.a. auch Mitglied der Dresdner Hofkapelle, sei Wegbereiter für Bachs berühmte Violin-Sonaten und -Partiten gewesen – “Es sollte in Dresden eine Von-Westhoff-Straße geben”, meinte Hope, bevor er gemeinsam mit dem Orchester die wirkungsvolle “Imitazione delle campane” in einer Bearbeitung von Christian Badzura zum Besten gab.

Joseph Haydns Sinfonie Nr. 7 C-Dur – “Le Midi” – wurde am Ende noch einmal Spielwiese für ein hervorragendes Orchester, das mit Lust und Hochspannung und im besten Sinne gemeinsam ein großes Ganzes formt. Hatte schon in den Violinkonzerten jeder einzelne Tuttist förmlich so musiziert, als wäre er mindestens Trio-Partner des Solisten, so zeichnete die gleiche Aufmerksamkeit auch das reine Orchesterspiel aus. Angeführt von Konzertmeister Gregory Ahss zauberte das Ensemble eine technisch wie gestisch genau ausgefeilte Aufführung, was allein noch nicht zwingend reichen muss, um den Hörer tatsächlich zu fesseln, hier aber dank Stringenz, Energie und Tiefenschärfe höchste Güte erlangte.

Sybille Graf

Biedersinn und die Brandstifter
Echo Online, 18.03.2013

Festival – Heidelberger Frühling beginnt mit Daniel Hope und dem NDR-Orchester

HEIDELBERG. Aus der konventionellen Aneinanderreihung von Stücken ein starkes Stück zu machen – das ist beim Sinfoniekonzert zum Auftakt des Festivals  „Heidelberger Frühling“ am Samstag gelungen.

 

Draußen lässt der strenge Vorfrühling sein eisblaues Band durch die Lüfte flattern, drinnen in der Heidelberger Stadthalle bringen Geiger Daniel Hope und das NDR-Sinfonieorchester das Publikum mit Felix Mendelssohns e-Moll-Violinkonzert in Hitzewallungen. Nicht der einzige überbrückbare Gegensatz beim Auftaktkonzert des Heidelberger Frühlings, der für einen Monat Brennpunkt klassischer und neuer Musik in der Region sein will.

Der in Wien lebende britische Geiger nimmt den romantischen Gestus beim Wort, überführt den Notentext mit Vibrato, Rubato und dem Portamento genannten stufenlosen Erklimmen der Töne in eine persönliche An- und Aussprache. Atemberaubend selbstverständlich hat darin die Raserei der Kopfsatz-Kadenz und des Finales ihren Platz.

Thomas Hengelbrock wiederum, seit 2011 Leiter des Hamburger Orchesters, ist ein in der Wolle gefärbter Spezialist für Alte Musik, der freilich längst zum musikalischen Vollsortimenter geworden ist. Das Gute der Klang-Quellenforschung hat er hörbar bewahrt: den tänzerischen Impuls, wo es passt, Leichtigkeit und Transparenz, alles gebunden durch den Sinn für Verläufe und Zielpunkte.

Beide, Geiger und Dirigent, haben natürlich Recht, und so wird für die Urfassung von Mendelssohns Konzert sogleich der gemeinsame Nenner gefunden. Nur selten ist Hengelbrock als Animateur seines Orchesters gefragt, das meiste entrollt sich von selbst, der langsame Satz wirkt als Zaubergarten der Zartheit gar wie eine Schöpfung, nicht wie ein gemachtes Kunstwerk.

Dass Hope nach dieser sensationellen Vorstellung seine Bearbeitung eines Stücks des im Dezember gestorbenen indischen Meisters Ravi Shankar vorstellt, schafft einen weiteren Gegensatz, auf den sogar im Programmheft entschuldigend hingewiesen wird: Ausgerechnet zum Auftakt haben die Macher des Heidelberger Frühlings, der doch ein Musik-Labor sein soll, ein geradezu bieder den Gewohnheiten folgendes Programm konzipiert.

Schon den ersten aufflammenden Tutti-Einsatz von Gustav Mahlers Fünfter übersteht dieser Einwand nicht, so schwerelos in aller Gewichtigkeit teilen sich die Vorzüge dieser Konstellation mit. Prachtvolle Orchesterfarben nutzt Hengelbrock, um Mahlers Geschichte vom ewigen Werden und Vergehen so nahezubringen, wie es geht. Einen der vorgeschriebenen Zusammenbrüche illustriert er durch ein Zusammensinken am Pult mit hörbaren musikalischen Folgen, und wehe, wenn die zweiten Geigen in einem solchen Moment nicht untergehen wollen – sogleich trifft sie ein indignierter Blick.

Dabei kann der Dirigent auch laufen lassen, das Ziel wurde schließlich vorher verbindlich vereinbart. Mozarts Mini-Sinfonie KV 318 hat es der straffen Tempi wegen schleunigst erreicht, ohne dass Wesentliches am Wegesrand zurückbleibt. Runde Schlagfiguren Hengelbrocks wirken der von ständigen Akzenten drohenden Eckigkeit entgegen. In diesem Geiste geben sich 60 Instrumentalisten, als spielten sie in kleiner Gruppe im Kämmerlein. Dem Publikum wird es frühlingswarm ums Herz.

Von Christian Knatz

Handgranate eines Anarchisten
kreiszeitung.de , 09.03.2013

Bremen – Von Ute Schalz-Laurenze

„D-Es-C-H“ ist das selbstbewusst herausgeschleuderte Viertonmotiv von Dimitri Schostakowitschs Kammersinfonie c-Moll, op. 110 a. An einen Freund hatte er geschrieben, dass wahrscheinlich nach seinem Tod niemand mehr an ihn denken wird und deswegen wolle er das nun selber tun: die Noten sind die Anfangsbuchstaben seines Namens.

Die Deutsche Kammerphilharmonie trug im letzten Konzert ihren Teil dazu bei, dass das gelingen könnte: ohne Dirigent, mit extremer, auch bruitistischer Wucht und unbeschreiblicher Zartheit, mit bewundernswert gehaltener Spannung und ebenso bewundernswerter Homogenität gelang den Streichern ein interpretatorisches Meisterstück. Doch nicht nur da: Auch die Wiedergabe des frühen Oktettes für acht Streicher op. 11, gelang als „Handgranate eines Anarchisten“, wie ein Uraufführungskritiker 1925 schrieb. Dass die „sozialitische“ Musikkultur unter Stalin nicht nur die berühmte „Lady Macbeth“ nicht vertrug, sondern schon dieses kraftvolle Werk des Neunzehnjährigen, machten die MusikerInnen geradezu beglückend klar.

Schon viele Jahre war ein Konzert mit dem britischen Geiger Daniel Hope gewünscht. Hope ergänzte das beispielhaft gute Programm mit der führenden ersten Geige im Oktett Es-Dur op. 20, dem Geniestreich eines Wunderkindes: Felix Mendelssohn Bartholdy war 16 Jahre alt, als er es schrieb. „Dies Oktett muss im Style einer Sinfonie in allen Stimmen gespielt werden, die Pianos und Fortes müssen sehr genau und deutlich gesondert und schärfer hervorgehoben werden, als es sonst bei Stücken dieser Gattung geschieht.“ Genau das vollzogen die Streicher perfekt. Unnachahmlich schnell und zart zog die feehnafte Geisterwelt des Scherzos an uns vorüber, riss uns die wilde Schlussfuge in einen überwältigenden Bann und blühte im ersten Satz reine Streicherlust auf.

Höhepunkt allerdings des ohnehin schon an Höhepunkten reichen Konzertes war dann zum Schluss die Wiedergabe des Violinkonzertes in e-Moll, op. 64 von Mendelssohn Bartholdy. Hier erfüllte Daniel Hope natürlich alle hochvirtuosen Forderungen, darüberhinaus aber gelang ihm eine Wiedergabe von bewegender Tiefenchärfe. Besonders in der Kadenze des ersten Satzes entdeckte und spielte er tragische Akzente, die dann wieder landeten in einem unbescheiblichen Schmelz schöner Klanggebung. Das kann man vielleicht anders machen, strenger, klassizistischer, aber nicht besser. Überraschend dann Hopes Ansage für die geforderte Zugabe: mit einem solchen Orchester im Hintergrund spielt man nicht alleine! Und so setzte er sich als Konzertmeister ans Pult: die Orchesterbearbeitung des „Geister“-Scherzos aus dem Mendelssohn’schen Oktett war dann der wirkliche Schluss eines Sternstundenkonzertes.

Bewegende Intensität
Bremer Nachrichten/Weser-Zeitung, 08.03.2013

Es war ein ungewöhnliches, aber gerade deshalb umso faszinierenderes Programm, das der Geiger Daniel Hope und die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen in der Glocke anboten. Zwei Werke für Streichoktett von Felix Mendelssohn und Dmitrij Schostakowitsch wurden von der Kammersinfonie op.110a von Schostakowitsch und dem Violinkonzert von Mendelssohn umrahmt(…)

Das “Schlagerstück” des Abends, das Violinkonzert von Mendelssohn, brachte dann neuartige Akzente (…) vieles klang dramatischer, ja feuriger and “kantiger” als die heute bekannte Version. Daniel Hope bot eine meisterhafte Leistung; das Orchester war für dieses exzellente Aufführung ein optimaler Partner.

 

von Éva Pintér

Ein Dream-Team für die Strings
Neue Luzerner Nachrichten, 21.01.2013

Mit Gastsolist Danie Hope gehen die Festival Strings neue Wege und halten doch an Altem fest. Das zeigt das erste Konzert mit dem Stargeiger.

Artikel



2012


The Violinist Moved in the Deep Waters
Aamulehti, 09.12.2012

“The sound of the violin at the end of Alban Berg’s violin concerto rises to heavenly heights and twitters somewhere far away. It has already vanished from this world. All the pain, battle and sorrow before it are now wiped away.

The master violinist Daniel Hope managed to charge that last sound full of magical light and serenity – and it felt like the time has stopped. At the same time the whole story of the concerto culminated in an unforgettable way.”

Hommage an einen großen Geiger
Reutlinger General-Anzeiger, 14.11.2012

Konzert – Daniel Hope (Violine) und Sebastian Knauer (Klavier) glänzen beim Kammermusikzyklus in der Listhalle
REUTLINGEN. Mit den herrlich groovenden Titeln »I Got Rhythm« und »Summertime« von George Gershwin als Zugaben für ein begeistert applaudierendes Publikum haben sich Stargeiger Daniel Hope und Pianist Sebastian Knauer am Montag aus der Listhalle verabschiedet. Den »Hommage à Joseph Joachim« überschriebenen Abend hatten sie freilich »einer der größten und schillernsten Figuren der Musikwelt des 19. Jahrhunderts« gewidmet, wie Hope erklärte.

Joseph Joachim (1831-1907) war nicht nur als Wunderkind und begnadeter Geiger eine Ausnahmeerscheinung, er inspirierte auch zahlreiche Komponisten zu Werken, die bis heute zum Standardrepertoire gehören. Hope, 1974 in Südafrika geboren, gefeierter Solist, Kammermusiker (mit dem legendären Beaux Arts Trio) und bekannt nicht zuletzt durch Crossover-Projekte mit Popmusiker Sting, hatte neben einigen der Joseph Joachim zugedachten Stücke auch eine von diesem selbst komponierte Romanze mitgebracht, ein lyrisches Charakterstück, dem Hope zarte Innerlichkeit und einen wunderbar seelenvollen Ton angedeihen ließ. Auch Clara Schumanns versonnenes Stück gleicher Gattung hätte man sich nicht wärmer und anmutiger musiziert wünschen können. Der 1971 in Hamburg geborene Pianist Sebastian Knauer hatte maßgeblichen Anteil daran. Als klanglich und interpretatorisch perfekt harmonierendes Duo passte kein Blatt zwischen die beiden Musiker.

Große Farbigkeit und Intensität erreichte ihr Spiel in Johannes Brahms’ Sonate G-Dur Opus 78, die auch »Regensonate« genannt wird, weil Brahms darin mit »Walle, Regen, walle« eines seiner eigenen Lieder als Thema verwendete. Im Klavier konnte man das Regentropfengeprassel erkennen, das das lyrische Ich der Violine zum Schwelgen in zartbitterer Erinnerung veranlasste – wie in dem zugrunde liegenden Gedicht von Klaus Groth.

Schön, dass mit dem Ungarischem Tanz Nr. 5 (in der Bearbeitung von Joseph Joachim) und dem Scherzo c-Moll zwei weitere Stücke von Brahms erklangen, in denen Hope und Knauer ihre temperamentvoll-feurige Seite zeigten. »Wir haben uns entschlossen, sie nicht zu singen, das ist auch gut so«, sagte Hope über zwei Lieder von Felix Mendelssohn-Bartholdy, die das Duo in einer bearbeiteten Fassung für Violine und Klavier spielte, darunter »Andres Maienlied«, in dem die Hexen sich zur Walpurgisnacht auf dem Brocken versammeln. Eine äußerst fesselnd dargebotene, von rasender Energie getriebene Musik, die ihre Dynamik aus blitzartig wiederkehrenden Arpeggien, betonten Vorschlagsnoten, Oktavsprüngen und hartnäckig hämmernden Passagen bezog.

Mit dem stupenden tonlichen Potenzial, das Hope in Edvard Griegs Sonate c-Moll Opus 45 entfaltete, erreichte die Dramaturgie des Abends einen abschließenden Höhepunkt. Hier traf betörende Klangschönheit auf scharfe Kontraste und vorwärts stürmende Tonkaskaden. Das Klavier fand zum beredten Dialog mit dem Streichinstrument. Vermutlich hätte auch Joseph Joachim seine Freude an dieser technisch brillanten, beherzten Darbietung gehabt, die leidenschaftliche Dramatik und kühne Stimmungswechsel virtuos verlebendigte.

Im Geiger-Himmel
Erlanger Nachrichten, 30.10.2012

Seite 6

„uner HÖRT!“-Start mit Violinrecital von Daniel Hope
Es gibt Hoffnung, große Hoffnung! Nomen est omen: Es gab den Stargeiger Daniel Hope, der mit seinem genialen Soloabend die neu konzipierte GVE-Konzertreihe „uner HÖRT“ fulminant eröffnete.
Bereits die packende Werbung von Plakatierung und Handzetteln verlockte. Kompliment! Das hat zeitgemäßes, hochansprechendes Niveau im Design, ist klar in der Aussage, macht neugierig auf die avantgardistische Reihe. Magnet war aber wohl vor allem der prominente Künstler, bereits zum wiederholten Male gern gehörter Gast in Erlangen. Sein spannendes Motto „Zwischen Himmel und Hölle“ versammelte ein — nicht nur altersmäßig — heterogenes Publikum aus der ganzen Region im gut ausgelasteten Redoutensaal.
„Musik muss die Leidenschaften des menschlichen Herzens erfassen“, fordert der amerikanische Komponist George Rochberg. Und die zeigt der rothaarige britische Geiger Daniel Hope, wenn er im schwarz glänzenden Anzug mit verblüffender Kondition in seinem fast drei Stunden dauernden, überbordenden Violinrezital überwältigt, dieses zusätzlich sympathisch und aufschlussreich moderiert.
Im ersten Teil standen sich barocke Violinmusik von Westhoff, Biber im Wechsel mit den modernen Werken von Schulhoff und Penderecki gegenüber. Der zweite Teil beleuchtet den Einfluss Paganinis auf die Musik des 20. Jahrhunderts. Als geschickte Eckpfeiler dienen Westhoffs „Partita“ in d-Moll und Bachs in eben dieser Tonart stehende „Chaconne“. Das ist raffiniert und stellt die Kongenialität, die Wurzeln, das zeitlos Gültige, die Ewigkeit ihrer Faktur heraus.

 

Mit Ewigkeitstendenz

Hope ist einer, der gleich im Geigerhimmel drinnen ist, der mit seiner betörenden Guarneri „Ex Lipinski“ virtuos und mystisch umgeht, mit dem Instrument verwachsen ist. Das Verklingen seiner Abschlusstöne hat Ewigkeitstendenz. Als Beispiel sei Bibers „Passacaglia“ genannt, die sich spannungsreich den „Himmel“ in ihrer hypnotischen Skordatura sucht. Der Dur-Schluss erlöst.
Staunen erfasste aber auch gleich die eingangs gespielte Westhoff-Partita. Stupend ist Hopes Virtuosität und zwar immer wieder. Sein musikantischer Umgang damit, wie lustvoll er sie einsetzt, zeigt sich in Schulhoffs Sonate, die – bei aller Intellektfülle — teils wie ein Bauerntanz, ein Rausschmeißer daherkommt. Höllisch schwer ist Pendereckis „Cadenza“ – auch in der Violinfassung. Hope reizte deren fahle Reibungen und intonatorische Extreme stupend, energiegeladen aus.
Gespenstisch und himmlisch

Paganinis teuflisches „Capriccio“ stammt zweifelsohne aus der geigerischen Hölle. Hope bekennt: „Ich liebe, fürchte und hasse es gleichermaßen.“ Die Liebe überwiegt bei Hope eindeutig und macht ein himmlisches Stück Musik in technischer Vollendung daraus. Das Flirren und Spielen, das instrumentale Ausreizen mit allen zur Verfügung stehenden geigerischen Mitteln zeichnete sowohl die Paganini- Hommagen der beiden Kompositionen von Schnittke und Rochberg aus. Das war gespenstisch und himmlisch in einem.
Der Dirigent Kent Nagano bezeichnete Bachs Musik als „zeitgenössisch, also zeitgemäß“. Das gilt für die „Chaconne“ aus der d-Moll-Partita, einem der vollendetsten Werke der Musikliteratur, allemal. Warum — um Himmels willen — belässt es Hope nicht bei diesem „Maß aller Dinge“, das dramaturgisch wohlweislich als kluger Schlusspunkt, explizit „in memoriam“ seinem Lehrer Yehudi Menuhin, gesetzt war? Hope spielt die „Chaconne“ als erschütternde Grabmusik zwischen verzweifeltem Aufschrei, üppiger Fülle, frappanter Souveränität und sinnfälligem Changieren der Übergänge.

Der andächtig-begeisterte Applaus zollte dem großartigen Geiger und seiner beeindruckenden Werkauswahl Respekt. Wozu noch programmferne Zugaben? Nach Himmel und Hölle und Bach war alles gesagt.

Zwei wie Pech und Schwefel
Augsburger Zeitung, 03.09.2012

Festivaleröffnung Daniel Hope (Geige) und Sebastian Knauer (Klavier) bei Mozart@augsburg

Von Manfred Engelhardt

„Wir sind alle froh, dass es jetzt losgeht. Er hat ja monatelang von nichts anderem gesprochen“.

Freundlich cool kommentierte Daniel Hope nach den ersten beiden Stücken die Befindlichkeit seines Duo-Partners Sebastian Knauer, Pianist und künstlerischer Leiter des neuen Festivals Mozart@augsburg. Ein wunderbar britisches Understatement; gerade hatten die beiden mit Mozart und vor allem Beethoven einen Begeisterungssturm entfacht. Und Knauer, vitaler Musiker ebenso wie mit umtriebigem Charme ausgestatteter Festivalmacher, freute sich bei seinen Begrüßungsworten über die volle evangelische St. Ulrichskirche mit viel Augsburger Polit-und Kulturprominenz.

Ein roter Teppich, flankiert am historischen Ulrichsplatz von einem aktuellen fahrbaren Produkt des sponsernden Autohauses, hatte die Konzertbesucher vom Regen in das in wenigen Monaten quasi aus dem Boden gezauberte Festival geleitet. Dort herrschte dann reine Kunstseligkeit. Das Programm von Daniel Hope, derzeit einer der aufregendsten Geiger, und seinem kongenialen Hamburger Klavierpartner hatte oberstes Festivalniveau. Es war einem der einflussreichsten Geiger des 19. Jahrhunderts gewidmet: Joseph Joachim, enger Freund der Schumanns, von Brahms, Grieg und etlicher weiterer romantischer Großmeister.

In den Stürmen der Kreutzer-Sonate
Fest steht, dass Joseph Joachim immer wieder mit Beethovens „KreutzerSonate“ auf Tour war. Ob er das gigantische Werk besser oder so gut wie jetzt Hope gespielt hat – wir wissen es nicht. Und glauben es nicht. Was der Brite darin an Sturm und Ausdrucksvielfalt entfesselte,kann man sich intensiver nicht vorchangierend wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Sebastian Knauers genau gesteuerte pianistische Peilung begleitete ihn auf diesem Ritt durch eine imaginäre Walpurgisnacht – da hielten die beiden Freunde, um im märchenhaft romantischen Bild zu bleiben, zusammen wie Pech und Schwefel.

Beachtung findet auch das scheinbar Nebensächliche
Was bei Hope auch fasziniert, ist sein Umgang mit scheinbar eher nebensächlichem kompositorischen Beiwerk wie kleine Nachschläge, Arabesken, lang gezogene rasante Skalen wie in den wunderbar farbigen „Kreutzer“-Variationen, Pizzicato-Einwürfe – alles perfekt eingebaut in die musikalische Bewegung. So genoss Hope in der einleitenden, von erstaunlich romantischem Gestus geprägten und mit seidiger Schönheit gespielten Mozart-Sonate KV 379 auch die kargen Pizzicato-Tupfer. Hier knipste nicht jemand relativ uninteressiert an den Saiten, sondern spürte den sanften Puls des Werks auf.

Nach Brahms’ energischem c-Moll-Scherzo folgten zwei romantische Romanzen: Mit einem noblen Stück huldigten Hope/Knauer auch Joseph Joachim als Komponisten, ebenso seiner Verehrerin Clara Schumann. Edvard Griegs Sonate Nr. 3 beschloss den Abend. Dieses mit nordischen Troll-Tänzen, stürmisch wehenden Tremolo-Fetzen vorangepeitschte, auch in melancholische Zwischenreiche und kindhaft selige Träume versinkende Panorama realisierten Daniel Hope und Sebastian Knauer als pralles Stück musikalischer Bildhaftigkeit. Wieder jubelte das Publikum. Und als Zugabe gab es swingenden Gershwin: das hitzige „I Got Rhythm“ aus „Girl Crazy“ und, rechtzeitig zum stürmisch-regnerischen Herbstbeginn draußen, ein virtuos flimmerndes „Summertime“.

Daniel Hope, la prouesse et la performance d’un artiste
L'Alcase, 06.07.2012

Durant plus de deux heures, dirigeant ou accompagnant en soliste l’Orchestre de Chambre de Stuttgart, Daniel Hope a offert au public du festival international de musique de Colmar, mercredi soir, une prestation inégale mais passionnante.
C’est un programme riche mais composite, et alternant réussites et déceptions que le bouillant violoniste Daniel Hope a proposé à l’église Saint-Matthieu pour le deuxième concert du Festival international de Colmar. Il s’est ouvert sur le Concerto pour 2 violons de Bach, qui possède ce charme puissant d’une pulsation dynamique dans ses mouvements extrêmes, dans lesquels les solistes rivalisent de traits virtuoses. Daniel Hope et Ionel Adrian Iliescu, premier violon solo de l’Orchestre de Chambre de Stuttgart, leur ont assurément rendu tout leur éclat dans une interprétation fougueuse et enflammée.

Orchestre caressant
C’est cependant dans le Largo que leur tempérament d’artiste s’est le mieux exprimé, en un chant dialogué avec finesse et articulé en phrasés caressants. L’orchestre, réduit à ses cordes, a enrichi ce mouvement de ses harmonies profondes et chaudes. Et la même douceur s’est retrouvée dans l’Andante du Concerto n° 1 de Mendelssohn, où la pureté du son de Daniel Hope a été magnifiée par les drapés somptueux de l’orchestre. Les mouvements rapides, à l’écriture exigeante, ont parfois manqué de clarté ; mais le soliste, leur imprimant ses phrasés, ses nuances, ses surprenants rubatos, en a souligné le lyrisme et l’exubérance joviale.

En deuxième partie, on a retrouvé Bach, dans les 4e et 5e concertos pour clavier. Mais ici également, l’équilibre général s’est souvent révélé problématique, réduisant la partition à une confrontation du piano de Nicholas Angelich avec le pupitre de premier violon, tenu par Daniel Hope.

Irrésistibles Folies d’Espagne
Les interprètes, sans doute, n’ont pas démérité : mais, surtout dans ces pages très célèbres, les « baroqueux » ont accoutumé l’oreille de l’auditeur à une plus grande transparence. Le Largo du 5e, où le clavier étire sa mélopée sous les pizzicati des cordes, alourdi par un legato immuable, s’est peu à peu englué dans une monotonie sirupeuse.

Fort heureusement, Daniel Hope a conclu le concert avec Vivaldi : d’abord dans ses variations sur le « tube » baroque de la Follia, enlevées avec une époustouflante virtuosité. Une rythmique fortement accentuée, des passages lents admirablement chantants, mais surtout des prestissimos saisissants et irrésistibles ont fait une forte impression. Enfin, dans l’Été des Quatre Saisons, Daniel Hope s’est montré un coloriste inventif, respectueux de la poésie vivaldienne, mais aussi habile à traduire son tempérament bouillonnant dans des déferlements  tempétueux, salués avec chaleur par le public.

par Jacques Weil

Bach mit klarer Handschrift: Daniel Hope in Echternach
volksfreund.de, 21.06.2012

Schon seit längerem sind die Solistes Européens Luxembourg (SEL) gern gesehener Gast beim Echternacher Festival. Akustisch nicht unproblematisch gestalteten sie einen Abend in der Basilika.

Echternach. Man kann ausgiebig darüber spekulieren, warum es zum Abend der SEL nur eine knapp halbvolle Basilika in Echternach gab. War es das erste Viertelfinalspiel der EM oder das schlechte Wetter? Oder war es das Programm? Oder war es doch die Örtlichkeit, denn für die Streichersinfonik, die Chefdirigent Christoph König aufs Programm gesetzt hatte, wäre das Trifolion schon die bessere Wahl gewesen. Wie auch immer; was die rund 350 Zuhörer geboten bekamen, war Musik in bewährter Qualität der SEL.
Gediegen in den technischen Qualitäten und mit Witz und Charme in der Musikalität. Als farbige Landschaftsbilder gestaltete das reine Streichorchester die “Tres postals illuminades” des kaum bekannten Spaniers Xavier Montsalvatge aus dem Jahre 1991. Zu einer wahren Sinfonie machten sie Franz Schuberts Streichquartett “Der Tod und das Mädchen” in der Orchesterfassung von Gustav Mahler.
Kein Sinfoniekonzert ohne Solist. Hier hatte König den britischen Geiger Daniel Hope gewonnen, der gleich mit zwei Violinkonzerten aufwartete. Er stellte Johann Sebastian Bachs Konzert a-Moll, BWV 1041, dem Frühwerk Felix Mendelssohn Bartholdys in d-Moll gegenüber. Hope gehört zu den Großen seiner Zunft und hatte es auch in Echternach nicht nötig, irgendetwas zu imitieren. Sowohl Bach als auch Mendelssohn trugen ganz klar seine Handschrift. Fragiles Pianissimo, kräftiges Forte, nicht bemüht barock, aber auch nicht schmalzig romantisch. Es war Hope, der spielte, und seine Spielweise schien dem SEL sehr zu liegen, denn sie stiegen auf ganzer Linie auf diesen Kurs ein. Schlüssig und nachvollziehbar. Was will man mehr? gkl

“Auf Augenhöhe”
Dresdner Neueste Nachrichten, 04.06.2012

Herr Knauer ist beruhigt. Sie war aber auch erfreulich, die Zahl der erhobenen Kinderhände auf die Frage hin, wer denn Geige und wer Klavier spiele. “Ich bin beruhigt”, lautete darum der Kommentar von Pianist Sebastian Knauer, der zusammen mit dem Geiger Daniel Hope am Sonntagvormittag das Kinderkonzert der Musikfestspiele im Palais im Großen Garten gestaltete.

Die beiden famosen Musiker, die am Nachmittag auch noch ein spannungsvolles Programm “für die Großen” im Hygienemuseum bestritten, zeigten ein glückliches Händchen für das junge Publikum. Da gab es keine Barriere zwischen den Künstlern von Weltrang und der Kinderschar – hier machten zwei auf Augenhöhe klassische Musik für Kleine, nicht entrückt, aber auch nicht verniedlichend. In den zahlreichen Nachwuchsmusikern vor dem Podium fanden sie auf ihre Fragen z.B. zu den Instrumenten ein ziemlich sattelfestes Publikum. Dass auch Kinder da waren, die noch nicht zu den Stammgästen solcherart Veranstaltungen gehören, kann man nur hoffen – die fairen Angebote, die die Musikfestspiele hinsichtlich der Kartenpreise für Familien machen, sind jedenfalls eine Einladung.

Hope und Knauer also erzählten in Ping-Pong-Manier nicht nur einiges zu ihren Instrumenten – etwa, dass dem Geiger das seine nicht alt genug sein kann, während ein Flügel dann am besten klingt, wenn er noch nicht so viele Jahre auf dem Buckel hat – , sie unternahmen auch einen kurzen Exkurs zu Funktion und Macht des Dirigenten und gaben ihrerseits den Kindern Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Und natürlich musizierten sie, spielten mit wunderbar natürlicher Virtuosität abwechlsungsreiche Musik von de Falla, Mendelssohn, Mozart und Gershwin (teils in eigenen Bearbeitungen). Während etwa “Morgen kommt der Weihnachtsmann”, das eben eigentlich vom französischen Lied “Ah! vous dirai-je, Maman” abstammt und von Mozart für das Klavier zwölf Mal variiert wurde, für Aha-Effekte sorgte, war Munro Leafs Geschichte von Ferdinand dem Stier, der kein bisschen in der Arena kämpfen will, sondern lieber den Blumenduft genießt, sehr spannend und am Ende sehr beruhigend anzuhören.

Sebastian Knauer agierte hier als Sprecher, während Daniel Hope in teils atemberaubender Manier mit der Musik von Alan Ridout die Bilder dazu lieferte. Danke, die Herren, für ein kurzweiliges, sympathisches Kinderkonzert!

Sybille Graf

Klagelied: Daniel Hope und das Konzerthausorchester
Tagesspiegel, 04.06.2012

Daniel Hope, der Geigenstar und Kommunikator, agiert gewieft wie immer. Bevor im mäßig verkauften Konzerthaus das „War Concerto“ von Bechara El-Khoury anhebt, mit dem Konzerthausorchester unter Cornelius Meister, spricht Hope einige Worte zu dem Stück, in dem er selbst die Geigenpartie übernehmen wird. Beide, Komponist und Solist, haben die Folgen von Flucht und Entwurzelung selbst erfahren, dieser als libanesischer Christ, er als junger Mann nach Frankreich emigrierte, jener als Abkömmling einer Familie, die Verschleppung und Ermordung erleiden musste. Hope beglaubigt den Kern des Violinkonzerts aber auch durch sein Spiel. Ein Klagelied, das er nun mit schwerblütigem Vibrato vorträgt; dunkle Streicherflächen umgeben ihn, drohende Trommelschläge, ein Kreischen in Holz und Blech. Als Zugabe spielt Hope das meditativ versponnene Springbogenstück eines Bach-Zeitgenossen, eine kluge Wahl.

Bei der Programmwahl des jungen, bereits hoch dekorierten Cornelius Meister dagegen, der das Konzerthausorchester danach durch Bruckners vierte Symphonie führt, muss man abwechselnd an Christian Thielemann denken, der die Vierte neulich so beeindruckend in Berlin dirigierte, und an einen Einspringer, der vor einiger Zeit Zuflucht zu Tschaikowsky nahm, weil er sich an die eigentlich vorgesehene „Eroica“ von Beethoven nicht herantraute. Jedenfalls dirigiert Meister sehr beachtlich, mit einer durchlässigen linken Hand, präzise schlagend und mimisch und körpersprachlich ganz den Eindruck eines Seniors am Pult gebend. Die Vierte bäckt unter seinen Händen hoch wie ein romantisches Soufflé, es klingt alles sehr schön. Nur Gewalt bekommt die Symphonie nicht, zwingend wird es nirgends.

Christiane Tewinkel

Freiheit grandios zelebriert
Sächsische Zeitung, 04.06.2012

Von Karsten Blüthgen

Der Geiger Daniel Hope spielte Werke, die vor gut 70 Jahren ein Berufsverbot bedeutet hätten.

So war das damals nicht gedacht: Die Nazi-Ausstellung “Entartete Musik” 1938 in Düsseldorf war mit Hörproben angereichert, und die Leute standen an der Station Kurt Weill Schlange. Nicht, weil sie das Werk des jüdischen Komponisten, der bereits in die USA emigriert war, als abschreckendes Beispiel annahmen. Sie liebten diese Musik, aber sie war in Deutschland längst verboten und verstummt.

Als der britische Geiger Daniel Hope gestern Nachmittag im Hygiene-Museum auftrat, klang ihm das Konzert der fröhlichen, ahnungslosen Kinder noch in den Ohren. Vormittags im Großen Garten musizierten er und sein Klavierpartner Sebastian Knauer schon Gershwin und Mendelssohn. Beide waren Juden.

Im Nachmittagskonzert erinnerte Hope an nationalsozialistische Propaganda. Ein Huster an der falschen Stelle oder ein Handyklingeln sind lächerlich gegen die Zwänge einer Diktatur. “Wären wir zwei Generationen früher geboren und mit diesem Programm hier aufgetreten, wäre dies ein Kamikaze-Akt gewesen”, sagte Hope. “Danach hätte man uns Spielverbot erteilt, bestenfalls.” Wie absurd allein der Gedanke ist, wurde sogleich mit Mendelssohns Violinsonate F-Dur klar. Es war der reinste Quell der Spiellust, ein Fest der klaren Gedanken. Im berührenden Adagio grüßte Vorbild Bach, für den formale Strenge und intensiver Ausdruck kein Widerspruch waren.

Auch der Deutsch-Tscheche Erwin Schulhoff war verfemt. Seine kapriziöse Sonate aus dem Jahre 1927 verglich Hope mit dem Spiel von Katz und Maus – zu Recht: Violine und Klavier jagten sich wendig in trickreichen Manövern.

Hope und Knauer bewiesen ebenso Gespür für zarte Töne bei Strawinskys “Chanson russe” sowie bei “Kaddisch” des Franzosen Ravel, den man wegen seines Interesses für hebräische Musik angeprangert hatte. Auch Musik aus dem Konzentrationslager war zu hören, etwa Olivier Messiaen, der im “Quartett für das Ende der Zeit” die Unsterblichkeit lobpreiste. Der Schlusssatz seiner berühmtesten Kammermusik zählte zu den ganz magischen Momenten dieses Konzerts. Der Kreis schloss sich mit Weill und Gershwin: Mit Jazz angehauchte Musik aus den USA, auch das war einst ein Ding der Unmöglichkeit.

Mit dieser erlesenen Werkschau wollten Hope und Knauer “die Freiheit zelebrieren”. Das ist ihnen spielerisch und mit grandioser Selbstverständlichkeit gelungen.



2011


On Stage: Daniel Hope and the Berliner Barock Solisten
Strings, 19.12.2011

At the Berlin Philharmonie Kammermusiksaal – 18th December 2011
By Mai Kawabata

British violinist Daniel Hope (b. 1974) resists pigeonholing. Yes, he studied with legendary teacher Zakhar Bron (who also trained the likes of Maxim Vengerov and Vadim Repin). Not one to coast on pedigree, however, Hope has carved out a wide-ranging and eclectic career as a soloist and director motivated by pursuing projects that genuinely seem to inspire and energize him.

His collaboration with the Berlin Baroque Soloists, for the fourth Sunday of Advent, is a case in point.

This was not your usual Baroque Christmas concert. Sure, there was astonishing virtuosity (Hope’s technique is formidable). Sure, there was “Winter” from Vivaldi’s Four Seasons (almost a must for such a concert). But the concert went way beyond those two certainties with its adventurous programming, freshness of approach, and sheer joy in ensemble teamwork.

The first surprise: no Bach! Instead, we had Telemann: his A-minor Violin Concerto (TWV 51:a1) and Double Violin Concerto in E-minor (TWV 52:e4), for which Hope was joined by principal second violinist Bernhard Forck. Here, spiccato bows came off with maximum vitality, so energetic and percussive that it didn’t seem to matter which direction the bows were going in (up-bow or down-bow) so much as they seemed to be moving along a vertical axis.

Dynamic playing, and especially energetic bowing, was also evident in Vivaldi’s Double Violin Concerto in A-minor (RV 522), again with Forck. The two soloists smiled at each other as they played, supported by a small orchestra of a dozen members (many of them drawn from the ranks of the Berlin Philharmonic), who were just as engaged in making phrases come alive.

Speaking through a microphone (in fluent German), Hope addressed the audience, comparing Vivaldi’s dramatic music to the European economic situation and the interaction of the soloists to that of Merkel and Sarkozy.

Germans may not exactly be known for their sense of humor, yet Hope had the audience laughing out loud. His ease on the stage, his ability to connect with his audience, and the relaxed ambiance that he creates are all remarkable. Hope’s natural charm is the polar opposite of those awkward attempts to “make classical music accessible” by crowd-shy ivory-tower musicians who are made to talk to the audience by administrators.

In the middle part of the program, the forces were pared down to an ensemble consisting of two violins and continuo (cello, harpsichord, and theorbo/lute). The change of texture was a nice touch, asking for a different kind of listening. The reduced ensemble played a series of short pieces, from the very famous “La Folia” by Vivaldi, to the very obscure “Imitations” by Johann Paul von Westhoff (a seventeenth-century German violinist) in which the violin imitates the sound of bells (using bariolage), the sound of a lute (using pizzicato), and the sound of “war” (lots of aggressive string-crossing accompanied by drums).

Because of all the personnel changes, no single musician played in every number of the program – with the exception of Hope himself. He played tirelessly (using, I should add, a beautiful unnamed Baroque bow), and even came back to play the last movement of Summer as an encore.

It was a fitting close to a concert in which Hope had blasted us with warmth as an oasis from the chilly Berlin winter.

 

Im Wartesaal zum Tod
Volksfreund.de, 05.10.2011

Ein Konzert-Abend in der Philharmonie, der sich jeglichen normalen Maßstäben entzieht: Musik, die im Konzentrationslager Theresienstadt entstand, geschrieben von Komponisten, die den Holocaust nicht überlebten. Dem Vergessen entrissen dank des Engagements von Weltstars wie Anne Sofie von Otter und Daniel Hope.

Luxemburg. Manchmal hat man das Gefühl, es nicht mehr aushalten zu können. Etwa wenn Anne Sofie von Otter die Lieder von Ilse Weber singt. Ganz einfache Lieder, von einer todberührten Traurigkeit, die die Situation eines Menschen in Theresienstadt beschreiben, diesem “Wartesaal zum Tod”, wo Zigtausende eingepfercht sind, teilweise über Jahre, bis zum Abtransport in die Gaskammern von Auschwitz.
Theresienstadt war kein Vernichtungslager, die Nazis nutzten es als Propaganda-Instrument. Man erinnert sich an den grotesken “Dokumentar”-Film “Der Führer schenkt den Juden eine Stadt”. Vielleicht gestatteten sie deshalb so etwas wie ein Kulturleben, das – unglaublich angesichts der Umstände – erstaunlich blühte. Komponisten wie Pavel Haas und Viktor Ullmann schrieben hier im Angesicht des Todes ihre letzten Werke. Aber es gab auch Kabarett-Lieder, mit bitterer Ironie gegen den Zynismus der Umstände geschrieben.
2007 hat sich von Otter aufgemacht, dieses zu Unrecht vergessene musikalische Erbe aufzuarbeiten, unterstützt von großen Virtuosen wie dem Geiger Daniel Hope, dem Pianisten Bengt Forsberg und dem Kontrabassisten Bo Nordenfeldt

Was das Quartett in Luxemburg zeigt, geht weit über Kategorien hinaus, die einer normalen Besprechung zur Verfügung stehen. Man schafft es, sich ganz zurückzunehmen gegenüber der Musik. Dass auf allerhöchstem Niveau musiziert wird, versteht sich fast von selbst. Aber es ist nicht die Begegnung mit den ausführenden Künstlern, die hier angestrebt wird, sondern die mit den Komponisten. Ohne Pathos, ohne Missionierung. Mit kurzen, prägnanten Einführungen, für ein Publikum, das den Atem anhält.
Und man begreift. Zum Beispiel, was für ein großer Komponist an Erwin Schulhoff verloren gegangen ist, der in einem Internierungslager an Elend und Auszehrung starb. Seine Geigen-Sonaten sind grandiose Dokumente einer aus den Fugen geratenen Welt und schreien ebenso wie seine “Stimmungsbilder”-Lieder nach Wiederentdeckung.
Bewegend die Piano-Suite von Karel Berman, dem einzigen Überlebenden unter den Komponisten dieses Abends, der sich nach der Befreiung ein musikalisches Tagebuch des Grauens von der Seele schrieb. Unerträglich schön und traurig das Wiegenlied, das Ilse Weber für ihre Kinder in der Gaskammer sang.
Am Ende heftig bewegter Beifall und dann ein unglaublich schweigsamer Weg aus der Philharmonie. Noch im Parkhaus sprechen alle unwillkürlich im Flüsterton, so als sei die Rückkehr zur Normalität eine Respektlosigkeit. Welch ein Abend.

Grandioses Gespür
Leipziger-Volkszeitung, 05.09.2011

Ein bisschen ist es Ironie des Schicksals, wenn gerade der Autor eines der originellsten Musikbücher der Gegenwart, das erklärt, wie das mit dem Klatschen im Konzertsaal funktioniert, mit dem ersten Satz von Brahms’ “Regenlied-Sonate” im Gewandhaus Beifall provoziert. Er nimmt’s mit Humor. Sollte er auch, muss er die despektierliche Bekundung spontanen Gefallens doch als Lob seiner einzigartigen Kunst verstehen.

Es ist eines der absoluten Bonbons der diesjährigen Mendelssohn-Tage: Daniel Hope und Sebastian Knauer huldigen im Mendelssohn-Saal Joseph Joachim.

Ein Programm aus Originalliteratur und Bearbeitungen haben sie zusammengetragen, das eine vom ersten bis zum letzten Ton faszinierende Auseinandersetzung mit dem Phänomen Joachim ermöglicht. Die bleibt bei einem Geiger wie Hope nicht bei der historiographischen Reflexion stehen, sondern ist musikalischer Diskurs und Genuss gleichermaßen. Joachim, der Bearbeiter, Joachim der Interpret, und Joachim der Komponist – unaufdringlich blitzen diese Figuren und ihre inspirative Kraft in dem Programm auf. Das ist trotzdem angenehm heutig. Es ist ein stimmiger Vormittag, getragen von einer bestechenden Mischung aus Intellektualität und Musikantentum.

Keine vordergründige Virtuosenliteratur ist es, die das Wechselspiel zwischen zwei Ausnahmemusikern trägt. Diese Kunst lebt von einem grandiosen Gespür für Dramaturgie und klangliche Feinheiten. Durchdacht und dennoch unmittelbar ziehen Hope und Knauer die großen Linien zwischen Formspiel und genialischen melodischen Einfällen. Ihre in das eigenwillig schöne Programm integrierten eigenen Bearbeitungen von Mendelssohn-Liedern sind eine Entdeckung mit Suchtpotenzial. “Felix macht glücklich!” – Ohne Zweifel, aber nicht allein er.

Tatjana Böhme-Mehner

Daniel Hope electrifies Brahms and the Romantics – Palo Alto
mercurynews.com, 02.08.2011

Daniel Hope is one of those infallible violinists. Every note is speared through the heart, purified. But somehow, along with the perfection, comes rich expression. His Sunday recital in Palo Alto — part of the Music@Menlo chamber music festival — raised certain Romantic works to a 103 degree fever-pitch, then turned cozy and meditative, drifting through delicate reveries toward a state of wonder. Everyone was content, even the birds outside; their songs grew perkier during the recital, which happened at twilight.

Performing at St. Mark’s Episcopal Church with the pianist Wu Han, Hope curated his own “Carte Blanche” concert for the festival, cherry-picking favorites. And as this year’s festival centers around Brahms, Hope built his recital around a figure central to the life of Brahms: the Hungarian violinist Joseph Joachim. A towering player of the 19th century, he was a sort of Zelig figure in musical culture — a friend and musical counselor to Brahms, Dvorak, Schumann, Bruch and other composers, connecting and inspiring them to create a slew of the Romantic era’s landmark works.

Fearing that Joachim’s legacy is being forgotten, Hope earlier this year issued a CD on the Deutsche Grammophon label titled “The Romantic Violinist: A Celebration of Joseph Joachim.” Picking up this thread Sunday, he opened with Dvorak’s Four Romantic Pieces for Violin and Piano, Op. 75, setting parameters: the stomping Bohemian folk theme of the second movement, the gorgeous double-stopped melodic fragments of the fourth, gently nuzzled and grazed.

Hope explained to the audience that it was Joachim who introduced young Brahms to Robert and Clara Schumann, setting in motion one of the 19th century’s most complicated (and creatively fertile) triangular relationships. Extending his thread, Hope played Clara Schumann’s Romance, Op. 22, No.1, a work that she (a legendary pianist) and Joachim performed on tour. Their fans included King George V, who “went into ecstasy” over the Romance, Hope explained. “So I thought I’d just warn you.”

Sunday’s performance was sturdy and sweet, but the ecstasy began with Brahms’ Violin Sonata No. 1 in G Major, Op. 78, a work dedicated to Joachim. You can hear this piece countless times and still be stunned by its depths — and its accessibility, like some amazing pop ballad. That opening melody, those startling chords! Where in the depths of imagination does a composer even conceive of such things?

Hope grew up in England and lives in Hamburg, Germany — Brahms’ hometown. And he has access to a certain brand of Romantic feeling; there’s unbridled passion in his playing, balanced by old-fashioned dignity and even reserve. In the final movement, he and Wu Han played with an airy, rippling delicacy — a fragility, even. One could imagine Debussy hearing this music and finding inspiration in it.

The concert’s second half was more consistently extroverted. It included the controlled fever of “Hexenlied” (“Witches Song”), Op. 8, by Felix Mendelssohn, an important mentor to Joachim. (Mendelssohn composed the piece for voice and piano; Hope arranged it for violin and piano.) It also included a work composed by Joachim, his Romance, Op. 2, No. 1, heavy with nostalgia, here given a swaying and aching performance by Hope and his accompanist.

Then something unusual happened as Hope’s recital approached its end: The violinist stepped back into the ranks of a festival all-star quartet.

Out came violist Paul Neubauer and cellist David Finckel, who founded the festival in 2003 with Wu Han, his wife. (She and Finckel are Menlo’s artistic directors.) With Wu Han still at the piano, and the audience cheering, the group settled in for Brahms’ Piano Quartet in G minor, Op. 25.

Finckel has a way of galvanizing performances, and this one was electric.

The members of the group played like old friends, bending with one another, growing ferocious or seeming to ask some big metaphysical question with each repetition of the four-note theme that sighs through much of the opening Allegro. Each movment of this vast piece is a latticework; there’s always something new to take in.

This time, the otherworldy textures at the close of the Intermezzo were especially precise and eerie. While the closing Rondo alla zingarese (Rondo in the Gypsy Style) took off like a Lamborghini on a mountain pass: accelerations and decelerations, stops and starts and whiplash turns — a wild ride, brilliantly executed. When it was over, some teenagers at the back of the hall — young musicians from the festival’s summer institute — broke into laughter and sang another chorus of Brahms’ Gypsy song.

By Richard Scheinin

 

Außergewöhnliche Reise
Schweriner Volkszeitung , 04.07.2011

Redefin
Picknick und Musik im Dauerregen? Die äußeren Umstände zu Beginn des Picknick-Pferde-Sinfoniekonzerts an dem seit Jahren beliebten Spielort der Festspiele MV sind diesmal leider mehr als ungünstig. Trotzdem strömen die Pferde- und Klassik-Fans am Samstagnachmittag in Scharen. “Wir haben unsere Karten schon seit Wochen. Redefin ist immer eine Reise wert, egal bei welchem Wetter. Und so schnell lassen wir uns als Norddeutsche von ein bisschen Dauerregen nicht abschrecken”, betont Hedwig Meyer aus der Nähe von Kiel. “Aber unsere Picknick-Körbe werden wir heute nicht auf der grünen Wiese, sondern wohl eher unter der Tribüne auspacken. Das Konzert findet ja zum Glück in der Halle statt”, ergänzt Frau Meyer, die mit ihrer zwölfköpfigen Familie inklusive Kindern und Enkelkindern angereist ist.

Pünktlich um 16 Uhr startet dann die angekündigte Pferdeshow: Landstallmeisterin Antje Kerber lässt es sich als Leiterin des Landgestüts nicht nehmen, höchstpersönlich zu moderieren. Klug und unterhaltsam versteht sie es, trotz nasskalten Wetters ihr Publikum zu fesseln. Leider sind einige der geplanten Pferde-Schaubilder nicht realisierbar, da der nasse Boden dies nicht zulässt. Trotz dieser Einschränkung bieten die gezeigten Präsentationen einen feinen Einblick in die vielschichtige, zukunftsweisende Arbeit des Landgestüts.

Während draußen die dreijährigen Hengste ihr Können zeigen, bereitet sich das Orchester der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland Pfalz unter der Leitung von Gastdirigent Otto Tausk in der Reithalle auf den sinfonischen Teil der Veranstaltung vor. Daniel Hope, seit diesem Jahr Künstlerischer Direktor der Festspiele MV, hat sich ein spannendes Konzertprogramm einfallen lassen, in dem nicht nur die klassische Musik als solche, sondern auch das Gespräch über Musik gepflegt wird.
Der Geiger bringt mit typisch britischem Humor eine alte Streitfrage zur Diskusssion: “Wann darf ich klatschen?” fragt er und weiß als welterfahrener Klassik-Star natürlich, dass es keine einheitliche Antwort darauf gibt. Umso herzlicher fällt der Begrüßungsapplaus für die eingeladenen Künstler aus. Mit dem gefeierten Pianisten Sebastian Knauer und Albrecht Mayer, der mit seinem unvergleichlichen Oboe-Spiel sogar die Pop-Charts eroberte, hat Hopezwei enge musikalische Freunde nach Redefin eingeladen. Sie erweisen sich als zwei Virtuosen, das das Publikum in der bis auf wenige Plätze voll besetzten Reithalle sofort in den Bann ziehen. Das musikalische Programm ist vom Feinsten, ein Klassik-Hit jagt den anderen: Bizet, Tschaikowski, Bach, Mendelssohn Bartholdy, Mozart und Beethoven bringen die Klassik-Fans in Feststimmung. Vor der Pause bringt ein Damen-Quartett aus Hamburg die Massen so richtig in Schwung: Mit zwei Geigen, Cello und Klavier agieren die Musikerinnen von Salut Salon an der Schnittstelle von Klassik, Chanson und Pop. Sie gewinnen mit ihrer schlichtweg hinreißenden Bühnenshow die Herzen der Klassik-Fans im Fluge. Nun darf auch mitten im Stück kräftig geklatscht werden!

Im zweiten Teil des Gesprächskonzerts steht dann die virtuose Meisterschaft des diesjährigen Festival-Preisträgers in Residence. Li Wei Qin am Violoncello beeindruckt im atemberaubenden und charismatischen Zusammenspiel mit dem Orchester und seinem Leiter Otto Tausk. Das ist der musikalische Höhepunkt eines langen und auch informativen musikalischen Abends. Natürlich greift auch Daniel Hope am Ende noch zur Geige, ehe das Publikum mit frenetischem Klatschen das Orchester bei der finalen Interpretation des Ungarischen Tanzes von Johannes Brahms unterstützt. Nach der Zugabe ist aber noch lange nicht Schluss. Unter dem schützenden Vordach der Reithalle gibt Daniel Hope zu vorgerückter Stunde Autogramme und sucht das Gespräch mit dem Publikum. Stimmiger Schlusspunkt einer wohl außergewöhnlichen musikalischen Reise. Und was sagt Familie Meyer aus Kiel zum Schluss? “Redefin 2011 war trotz widriger Wetterumstände eine Reise wert. Wir kommen wieder.”

Bechara El-Khoury: “War Concerto” – “Großes Kopfkino”
Nordkurier.de, 20.06.2011

Daniel Hope ist Geiger und Künstlerischer Direktor der Festspiele. Seine schicksalhafte Familiengeschichte hat den Komponisten Bechara El-Khoury zu dem Violinkonzert “War Concerto” inspiriert.

Neubrandenburg. Uraufführungen als Auftragswerke sind für ein Musikfestival die Nagelprobe, ob es sich als Plattform für musikalische Innovationen erweist oder lediglich Komponistenförderung betreibt. Das Konzert Nr. 2 für Violine und Orchester “War Concerto” von Bechara El-Khoury, mit dem die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern am Sonnabend die Saison in der Neubrandenburger Konzertkirche eröffneten, schreibt sich vermutlich in das emotionale Gedächtnis der Zuhörer ein. Das dreisätzige Werk (Uprooting. Tragico; The Song oft he Old House. Drammatico und The War. Tempestoso) des in Paris lebenden libanesischen Komponisten offenbart zunächst einmal eine große Erzählpartitur, der das musikalische Material samt Strukturfragmenten weitgehend untergeordnet ist. Thematisiert sind die Geschichten der Entwurzelung von Menschen in den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts.

Zum einen wird uns von dem Christen El-Khoury berichtet, der 1979 vor dem Krieg im Libanon ins Exil nach Frankreich flüchtet. Zum anderen erfahren wir von der Familiengeschichte des Solisten Daniel Hope, dessen Urgroßeltern als zum Christentum konvertierte Juden während des Holocaust ermordet wurden, wie das der britische Geiger in seinem Buch “Familienstücke” beschreibt.

Dass bei diesem Konzert das erzählerische Moment so im Vordergrund steht, mag an El-Khourys zweiter, literarischer Profession und an Hopes Leidenschaft für dramaturgisch-konzeptuell aufgeladene Musikereignisse liegen. Musikalisch agieren in dem Violinkonzert simplerweise zwei Stimmen. Ein melodisch angelegtes lyrisches Ich, das hier nicht unbedingt die leidende Opferrolle einnimmt, sondern im Raum der Kunst sensibel, unbeugsam und träumend aufgehoben scheint. Wobei diese Rolle nicht allein der Violine zugeschrieben ist. Auch das Orchester leiht den entwurzelten Menschen eine singende Stimme, hat aber hauptsächlich die Vorstellung von Krieg und Gewalt schlechthin auszufüllen.

Mit den martialischen, blechbläsergetriebenen Ausbrüchen bedient sich El-Khoury des großen Kopfkinos. Zahlreiche Passagen assoziieren beim Zuhörer Filmmusiken zu antiken Hollywood-Stoffen. Der Komponist versteht es schon, mit Zitaten die emotionale Beteiligung des Publikums über die gesamte Dauer dieser Als-ob-Sinfonie aufrecht zu erhalten. Das eigentliche musikalische Ereignis spielt sich in den kompositorischen Parcours voller raffinierter Arabestken ab, die der Interpretation gestatten, unglaubliche Tiefen auszuloten – besonders wenn barocke Fülle und minimalistische Klanglinien gegen einander wirken.

In der in diesem Jahr erstmals aufgelegten Reihe junger Dirigenten hat man hier mit Cornelius Meister eine gute Besetzung am Pult des NDR Sinfonieorchesters gefunden. Der 31-Jährige, der bereits als Pianist bei den Festspielen zu Gast war, versteht es, den vollen orchestralen Klang anzuschmecken, Energien wachzurütteln, die Dynamik zu konturieren, ohne im Raunen von Größe und Geheimnis die Kontrolle zu verlieren. Als hätte er jeden Ton auf seine Präzision hin abgeprüft.

Hope zeigte als Solist seine innere Beteiligung an dem ihm gewidmeten Werk. Er gibt den poetischen Figuren viel Raum und lässt sich auf das musikalische Gespräch mit dem Orchester ein, in dem die Phrasenenden der Geige in das Miteinander der Orchesterstimmen münden. So erhalten die von El-Khoury platzierten lyrischen Motive maximale Strahlkraft.

Auch das Beethoven-Sandwich ist weniger musikalisch motiviert. Vorweg gab es die Coriolan-Ouvertüre, die moralische Schuld und Zweifel des zu den Feinden übergelaufenen römischen Feldherrn auslotet. Am Schluss stand Beethovens fünfte, die “Schicksalsinfonie”, die als Statement zum Verrat Napoleons an den Idealen der Revolution gedeutet wird.

Das ganze Konzert verschränkt moralisches mit politischem Handeln. Cornelius Meister lässt Beethovens eingängigen Klang hier nicht als leichteres Erleben gegenüber der zeitgenössischen Musik erklingen. Er folgt der Dramaturgie, dass gleichsam überall die Regung des Gewissens verhandelt wird. Das Publikum in der ausverkauften Konzertkirche verstand die Größe der Musik und dankte freigiebig.

Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider wollte es nicht bei der moralischen Wirkung der Musik belassen. Sie begrüßte am Rande des Konzertes Daniel Hope als Unterstützer der überparteilichen Initiative “WIR. Erfolg braucht Vielfalt”, die für ein demokratisches, freiheitliches und weltoffenes Mecklenburg-Vorpommern wirbt.

Von Detlef Stapf

Spannende Begegnungen mit bekannten und noch nicht bekannten…
Neue Vorarlberger Tageszeitung, 24.05.2011

Auch der Sonntagnachmittag brachte die beglückende Begegnung mit einem eher unbekannten Pianisten, diesmal Sebastian Knauer. Im wesentlichen war er bei diesem Konzert Partner des Geigers Daniel Hope, doch er spielte zu Beginn so zauberhaft, wie nur ganz wenige es können, zwei Impromptus von Schubert, und war auch in der Folge ein überaus sensibler Begleiter. Daniel Hope selbst, den wir bei Thomas Hengelbrocks Feldkirch Festival als Wanderer zwischen musikalischen Welten kennengelernt haben, gab sich diesmal klassisch korrekt, aber vor allem meisterlich. Atemberaubend spannend die “Kreutzersonate” von Beethoven, und mit aller gebotenen Gesanglichkeit die Sonate von Johannes Brahms. Dazwischen ein fabelhafter Schubert und immer wieder Brahms, und als Zugabe Mendelssohn und Mozart.

von Anna Mika

“un interprète inspiré, en parfaite entente avec la direction de Conlon et un Orchestre national d’une remarquable intensité contenue”
altamusica.com, 18.05.2011

Beau concert de l’Orchestre national de France dans un programme de musique du vingtième siècle consacré aux amis Benjamin Britten et Dimitri Chostakovitch et sous la baguette de celui qui fut directeur musical de l’Opéra pendant une décennie : un James Conlon impressionnant d’autorité. Forte présence aussi du violoniste Daniel Hope.

Théâtre des Champs-Élysées, Paris
Le 12/05/2011

Plongée dans quelques grandes pages du XXesiècle pour ce concert marquant le passage par Paris de l’ancien directeur musical de l’Opéra. De 1995 à 2004, James Conlon marqua en effet fortement de sa personnalité cette formation, la maintenant à un très haut niveau international.

Il n’a, depuis, cessé d’accumuler les réussites, notamment à Los Angeles où il a implanté Wagner, avec entre autres une première Tétralogie intégrale. Depuis le début de l’année, il a aussi entrepris un cycle Britten qui s’achèvera en 2013.

C’est pourquoi, en première partie de ce concert au Théâtre des Champs-Élysées figure le Concerto pour violon que le compositeur britannique écrivit pour le violoniste Antonio Brossa en 1939.

Marquée à la fois par les souvenirs d’un voyage que Britten fit en Espagne juste avant la guerre civile et par le sombre horizon des événements politiques de 1939, la partition, malgré quelques touches de couleurs hispaniques, est d’une impressionnante intériorité, dans un langage où la musicalité prime sur toute inutile démonstration technique.

L’excellent violoniste Daniel Hope, sonorité onctueuse, tenue d’archet rigoureuse et fluide, phrasé souple et maîtrise absolue de dynamiques modérées, en est un interprète inspiré, en parfaite entente avec la direction de Conlon et un Orchestre national d’une remarquable intensité contenue.

Juste avant, et dans la continuité, on avait entenduUnfinished Journey pour violon et orchestre à cordes op. 77 du compositeur et poète franco-libanais Bechara El-Khoury, belle pièce d’une dizaine de minutes d’une écriture subtile, raffinée, sorte d’hommage à Yehudi Menuhin en forme de méditation sur le temps écoulé depuis sa disparition. Un moment attachant de musique pure, s’intégrant parfaitement comme introduction à l’univers tout aussi méditatif du concerto de Britten.

Et puis, en contraste total au moins quant à l’importance des déploiements orchestraux, Conlon dirige, par cœur, bel exemple de maîtrise technique et de concentration cérébrale, la Cinquième Symphonie de Chostakovitch, compositeur décidément bien présent à l’affiche parisienne cette semaine.

Très brillante, avec une présence impressionnante des cuivres et de l’harmonie en général, cette symphonie, créée en 1937, est encore un exemple de ces contorsions artistiques engendrées par la stupidité affolante des dirigeants soviétiques de l’époque en quête d’une musique collant à leur doctrine.

Présentée comme une tentative pour écrire une musique proche du peuple et plus conforme à l’idéal de dirigeants ignares et incultes que Lady Macbeth qui avait scandalisé Staline, la partition est en fait tout aussi moderne et non conformiste sous une fausse apparence de sagesse.

C’est une somptueuse page orchestrale passionnée, aux mille couleurs, aux grands élans, mettant en valeur l’engagement de quasiment tous les pupitres, malgré une prédominance des vents. L’ultime mouvement est-il une trop clinquante fête sonore ?

Certainement pas sous la baguette de Conlon qui sait y mettre en relief ce qu’il y a de plus original et de plus novateur dans la répartition et l’utilisation contrastée des timbres, avec une formation aussi brillante que l’est ce soir l’Orchestre national, montrant ici sa malléabilité après le climat tout autre de Britten.

Gérard MANNONI

 

Künstlerischer Spagat mit viel Energie
Stuttgarter Zeitung, 10.05.2011

Ohne Zweifel gilt er als einer der interessantesten Musiker unserer Zeit. Der britische Geiger Daniel Hope ist nicht nur in der Klassikszene ein gern gesehener Gast, sondern hat auch einen offenen Sinn für Grenzgänge und spannende musikalische Experimente. Ein bisschen etwas davon hatte auch sein Gastspiel beim Stuttgarter Kammerorchester. Im dicht besetzten Hegelsaal mutete sich Hope ein geigerisches Mammutprogramm zu und übernahm auch die Rolle des Dirigenten. Interessant war die geigerische Ausdruckspalette, die von Hope gefordert war. Vom streng polyfonen Bach-Stil über die klassizistische Ebenmäßigkeit von Mozarts G-Dur-Konzert bis hin zum Esprit und den zahlreichen Überraschungen von Mendelssohns selten zu hörendem d-Moll-Konzert reichte das Spektrum dieses begeistert gefeierten Abends………der Brite überzeugt durch seinen genialischen Zugriff, der ihm ein im positivsten Wortsinn musikantisches Spiel ermöglicht. Dies zeigt sich beispielsweise an seinen lustvollen Verzierungen bei Bach und Mozart, seinem energetischen Stil…….

Den stärksten Eindruck aber hinterließ Hope mit dem großen Konzert d-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy. Souverän bewegt sich der Teenager-Komponist durch den Mix aus barocker Konzertpraxis, galantem Stil und romantischer Ausdruckstiefe. Hope realisiert diese überschwängliche Partitur mit sattem Tonfall, bestechender Technik und einer artikulatorischen Finesse, die dieses Stück zum umjubelten Höhepunkt macht. Da wusste man, warum Hope als einer der größten Geiger gilt, dessen künstlerisches Bewusstsein bei solchen Repertoire-Raritäten Höchstleistungen produziert.

Von Markus Dippold

Alleskönner: Daniel Hope im Kammermusiksaal
Der Tagesspiegel, 04.05.2011

……Neben seinem Engagement in aller Welt engagiert sich Daniel Hope gesellschaftlich, fungiert als künstlerischer Leiter der ländlichen Musikfestspiele Mecklenburg-Vorpommern und schreibt Bücher im Akkord (zuletzt: „Toi, toi, toi. Pannen und Katastrophen in der Musik“). Am Dienstag gastiert er mit dem Stuttgarter Kammerorchester in Berlin und tritt in sämtlichen Stücken solistisch auf – lasst ihn den Löwen auch noch spielen…

Doch Hope kann das Mammutprogramm meistern. Weil er als Interpret immer genau weiß, wo er hin will, weil ihm sein schöner singender Ton die Aufmerksamkeit des Publikums im vollbesetzten Kammermusiksaal sichert.

Berührend, wie er für Mendelssohns frühes D-Moll-Violinkonzert wirbt, beruhigend seine Stilsicherheit bei Mozart. Im Bach’schen Doppelkonzert (mit Benjamin Hudson) kann er sich von den mit barocker Rhetorik wohlvertrauten Stuttgartern tragen lassen……….Wer befürchtet hatte, der gut warmgespielte Künstler würde womöglich spontan noch Tschaikowskys Violinkonzert zugeben wollen, sah sich angesichts eines reschen Vivaldi- wie eines lieblichen Bach-Schmankerls angenehm enttäuscht.

Frederik Hanssen

Stauen und Loslassen
Basler Zeitung, 30.04.2011

Belgiens Nationalorchester spielte unter Walter Weller im Basler Musiksaal

Walter Weller dürfte sich im Musiksaal wie zu Hause gefühlt haben, war er doch 1994 -1996 Chef der Basler AMG. Jetzt gastierte er mit seinem Orchester aus Brüssel, das er seit 2007 leitet.

Max Bruch gehört zu jenen bedauernswerten Komponisten, die im Musikleben mit einem einzigen Werk vertreten sind, obwohl sie noch viel mehr geschrieben haben: mit dem Violinkonzert in g-Moll. Und der Solist des Abends, der britische Geiger Daniel Hope (36), legte wie auf seiner neuen CD (siehe S. 49) eine souveräne, blitzblanke Interpretation dieses in seiner Melodienseligkeit packenden  Werks vor.

Hope, als Sohn der früheren Menuhin-Assistentin Eleanor Hope ein halber Gstaader, spielte mit starkem, vibratogesättigtem, blühendem und intonatorisch makellosem Ton. Als er als Zugabe Ravels “Kaddish” im Gedenken an den vor 95 Jahren geborenen Yehudi Menuhin spielte, erinnerte man sich gern daran, dass auch Meister Menuhin das Bruch-Konzert pflegte, es aber mit mehr Schlichtheit und Anmut erfüllte.

Sigfried Schibli

Eine Welt ohne Klassik wäre tödlich
Aargauer Zeitung, 28.04.2011

Intervew anlässlich des Konzetes in Zürich am 26. Aprl 2011

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Die Kunst der Kantilenen
Neue Zürcher Zeitung, 28.04.2011

“Mit Max Bruchs Violinkonzert in g-Moll kam dann das virtuose Element machtvoll zum Zug. Der britische Geiger Daniel Hope beherrscht sie allerdings mit einer solchen Selbstverständlichkeit, dass sie in seinem Spiel gar nicht auffällt. Auch will Hope nicht in erster Linie aufrütteln und an die Grenzen gehen, sondern er betört mit seinen Kantilenen im Lyrischen. Dass folglich der Mittelsatz des Konzerts den stärksten Eindruck hinterlässt, braucht nicht betont zu werden.”

Bruch Violinkonzert
Die Welt, 15.04.2011

…….Blendend saubere Legatobögen und eine gute Abstimmung in der Klangbalance zeigten die Belgier auch im Violinkonzert von Bruch, für das sie sich Daniel Hope, den stets sympathischen Geiger und Künstlerischen Direktor der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, als Solisten ausgewählt hatten. Mit klarem Ton und intensivem Vibrato, aber unaufdringlich und nobel, gestaltete er den vorspielartigen ersten Satz. Wirkungsvoll waren auch seine Mini-Zäsuren im Adagio, kurze Absetzer etwa vor einem Intervallsprung, die nahtlos in die großen Melodiebögen integriert wurden. Wie dem Orchester ging es Hope um Deutlichkeit und reduziertes Schmachten. Das auflodernde Feuer sparte er sich besonders fürs berühmte Finale auf. Galant moderierte Hope daraufhin eine Zugabe an, die aus einer Improvisation über indische Folklore bestand.

Tonhalle Düsseldorf: Geiger Hope schwelgt
Rheinische Post, 14.04.2011

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Stargeiger Daniel Hope mit dem berühmten Bruch-Konzert in der Tonhalle – da lautet die erste Frage, ob er’s schöner spielt als auf Platte. Nun, Hope schwelgt auch live im Klangrausch wie auf der CD, allerdings darf man nun schwärmen, mit welcher Spielkultur er auf seiner Geige zaubert. Lasziv langsam und pianissimo geht er die Einleitung an, attackiert heftig die vollmundigen Akkorde. Hope drängt stets und auf sämtlichen Saiten zur hohen Lage, mit einem Vibrato, das singt, als ginge es um alles. Selbst die brillanten Oktav- und Dezim-Passagen zaubert er mit großem Können, immergroßer Emotion…………

Nachdem Hope im Finale auch flinke Finger gezeigt hatte, widmete er zunächst einer Dame in Reihe eins seine Blumen, hernach seinem Entdecker Yehudi Menuhin die Zugabe: einen Kaddisch (Totengebet) von Ravel, im Gedenken an Hopes und Menuhins letztes gemeinsames Konzert vor zwölf Jahren in der Tonhalle………

ARMIN KAUMANNS

Daniel Hope glänzt im Bruch-Konzert
Westdeutsche Zeitung Ausgabe Düsseldorf, 14.04.2011

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Mit dem innigen, melodisch sanft verschlungenen Kaddisch von Maurice Ravel bedankte sich der britische Geiger Daniel Hope für den Beifall beim Konzert in der Tonhalle. Er habe das Stück schon einmal 1999 in Düsseldorf als Zugabe gespielt, sagt Hope. “Das war beim letzten Konzert, das Yehudi Menuhin dirigierte.” Menuhin hätte sich während der Zugabe zu den Orchestermitgliedern gesetzt. “Kaum einer wusste, dass er so krank war, vier Tage später war er tot.” Nun gastierte Hope (Foto) als Solist beim Konzert des Belgischen Nationalorchesters unter der Leitung von Walter Weller. Er spielte das Solo des 1. Violinkonzerts von Max Bruch, jenem Opus Magnum, mit dem der deutsche Romantiker ein einziges Mal in die Liga der Violinkonzert-Komponisten wie Beethoven, Mendelssohn, Brahms und Tschaikowsky aufstieg.

 

Hope musizierte auffallend ernsthaft, bügelte nichts glatt, sondern betonte die Ecken und Kanten des Werks. In den Ecksätzen klang sein Bogenstrich herb und expressiv, um im langsamen Mittelsatz zu einer nicht minder ausdrucksvollen Sanftheit überzugehen. Unterdessen entfaltete das Orchester einen zugleich kraftvollen und noblen Klang.

Romantiker der alten Schule
Neue Rhein-Zeitung, 14.04.2011

Daniel Hope mit Orchester in der Tonhalle

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Tonhalle: Geiger Hope schwelgt
Rheinische Post, 14.04.2011

Stargeiger Daniel Hope mit dem berühmten Bruch-Konzert…

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Daniel Hope glänzt im Bruch-Konzert
Düsseldorfer WZ, 14.04.2011

Mit dem innigen, melodisch sanft verschlungenen Kaddish…

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Mensch auf der Bühne
Stuttgarter Nachrichten, 13.04.2011

Belgisches Nationalorchester und Daniel Hope in Stuttgart

Nichts wirkt gekünstelt an seinem Spiel: Der Geiger Daniel Hope besitzt jenen intensiven Ton, der von der ersten Sekunde an fesselt. Im Meisterkonzert am Montag im gut gefüllten Beethovensaal der Stuttgarter Liederhalle zeigte der Brite in Max Bruchs erstem Violinkonzert, dass ihm nichts ferner liegt als eine nur auf Schönklang und Präzisionsfingerwerk getrimmte Virtuosität.

Hope stürzt sich risikofreudig in die rasend schnellen Läufe, reißt die Saiten mit dem Bogen rau an, schleift den Ton gerne in den nächsten hinein. Er überspielt auch nie, dass das alles sehr viel Arbeit ist, wischt sich gelegentlich den Schweiß von der Stirn. Um dann im Adagio zu jenem dunkel-verträumten und schmerzerfüllten Nachdenken zu gelangen, welches das Herz lauschender Gefühlsmenschen höher schlagen lässt. Hope bleibt Mensch auf der Bühne, steht nicht für abgehobenes Virtuosentum. So wirft er sein Blumenbouquet am Ende so schnell ins Publikum, als sei’s eine lästige Last…….

Von Verena Großkreutz

Geiger Daniel Hopes rasante Läufe beim GVE-Konzert in der Ladeshalle
Erlanger Nachrichten, 12.04.2011

 

Geiger Daniel Hopes rasante Läufe beim GVE-Konzert in der Ladeshalle — Gut disponiertes „Orchestre National”

„Bruch, wo haben Sie denn das schöne Notenpapier her?”, soll Johannes Brahms einst süffisant gefragt haben, als der ihm ehrfurchtsvoll eine eigene Komposition vorlegte. Auf dem Notenpapier fand sich mit Sicherheit nicht Bruchs geniales Paradestück, nämlich sein Violinkonzert in g-Moll op. 26, das seinem Schöpfer später zu Weltruhm verhalf, von dem er allerdings finanziell nicht profitierte – ein Künstlerschicksal! Dieses höchst virtuose, grandiose und einfallsreich gestaltete Wunderwerk, dramatisch, melodiös und sentimental zugleich, kredenzte beim GVE-Konzert in unnachahmlicher Weise der in Südafrika geborene Weltklasse- Geiger Daniel Hope. Begleitet wurde er von dem gut disponierten „Orchestre National de Belgique” unter der umsichtigen Leitung seines österreichischen Chef-Dirigenten Walter Weller. Mit der sehr populären, eingängigen „Akademischen Festouvertüre” von Johannes Brahms – wie das Bruch’sche Violinkonzert ein Klassik- Hit – begann ein genussreicher Abend, an dem die Belgier herausragende Werke der spätromantischen Phase präsentierten, die von den Zuhörern in der fast ausverkauften Ladeshalle heftig umjubelt wurden. Aus Dankbarkeit für die Verleihung der Ehrendoktorwürde hatte Brahms in seiner Konzert-Ouvertüre drei bekannte Burschenschafts-Lieder kunstvoll miteinander verknüpft, raffiniert instrumentalisiert und sie mit großem Orchesterapparat effektvoll ausgestattet. Bereits hier demonstrierte die belgische Musik-Crew ihre eminenten spielerischen Qualitäten, als sie – konzentriert und temperamentvoll – dieses Bravourstück mit seiner jubelnden „Gaudeamus igitur”-Coda darbot.

 

Pannen und Katastrophen Daniel Hope, auch als Literat erfolgreich, der sich in seinem jüngst erschienenen Buch höchst unterhaltsam über Pannen und Katastrophen in der Musik ausließ, trat anschließend aufs Podium. Er, der als Primarius des legendären „Beaux Arts”-Trios seinen internationalen Erfolg begründete, spielte auf seiner Galiano-Geige das zum Favoriten aller Musikfreunde avancierte g-Moll-Violin-Konzert von Max Bruch so aufregend-prickelnd, technisch und musikalisch in gleicher Weise absolut perfekt, dass einem schier der Atem stockte. Mit seinem vollen, kraftvollen und modulationsfähigen Geigenton gelang es diesem Ausnahmekünstler, sowohl den innig-melodiösen Charakter im romantisierenden, wunderschönen Adagio des zwei-ten Satzes als auch die „ungarische” Leidenschaftlichkeit im Finale äußerst wirkungsvoll zu vermitteln. Scheinbar mühelos bewältigte er komplizierte Doppelgriffe, rasante Läufe und das diffizile Spiel in hohen Lagen: Ein unvergessliches Erlebnis für alle Freunde dieses Instruments! Eine deutsch-französische Synthese am Ende dieses ereignisreichen Abends: César Francks einzige Symphonie, die, abweichend von der deutschen Tradition, auf drei Sätze reduziert, den Klangreichtum französischer Instrumentalmusik am Ende des 19. Jahrhunderts gekonnt widerspiegelt. In dem monumentalen, kontrastreichen, systematisch aufgebauten Werk mit seiner feingliedrigen Struktur, vor allem im furiosen Finalsatz, unterstrich das belgische Nationalorchester seine beträchtlichen musikalischen Fähigkeiten. Walter Wellers souveräne, eindringliche und situations-gerechte Dirigierweise trug wesentlich dazu bei, dass dieser höchst komplexe symphonische, auch am späten Beethoven sich orientierende Musik-Koloss vom Erlanger Publikum mit großem Applaus bedacht wurde.

Die verschiedenen klanglichen Facetten spätromantischer Musik wurden von dem herausragenden, glänzend disponierten Interpreten Daniel Hope und einem vortrefflichen, von Walter Weller gut geleiteten Orchester an diesem Abend plastisch und auf überzeugende Weise dargeboten: Viel Beifall und mehrere Zugaben. Alles in allem: Genuss pur! DIETHARD HENNIG

Virtuosenfutter – Glocke in Bremen
Weser Kurier, 28.02.2011

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Vancouver Recital Society, Erwin Schulhoff, Daniel Hope, Jeffrey Kahane
The Vancouver Sun, 16.02.2011

By David Gordon

It might seem a bit pedantic to make a distinction between a violin recital and a violin/piano program of chamber music.  But the differences were made abundantly clear by the program presented by violinist Daniel Hope and pianist Jeffrey Kahane at the Chan last night: three big sonatas (by Erwin Schulhoff, Brahms, and Franck), with the early Theme and Variations by Messiaen added for good measure.

Hope has been here in a previous incarnation, as violinist of the late (great) Beaux Arts Trio. Kahane was a regular in the early days of the Vancouver Chamber Music Festival.  He was a favourite musician then, and has become an even more responsive and persuasive artist these decades later.

Beyond exceptional playing, the program had another important raison d’etre: two works that I don’t think have ever featured on Vancouver programs. The tragedy of Schulhoff and the great service done by musicians who are allowing us to rediscover his fine music is a compelling story all on its own. His Second Violin Sonata, written in the late 1920s, is a bit discursive for my tastes, but what a reading it got from the duo!

Messiaen’s Theme and Variations, written in the early 30s when the composer was in his early 20s, is something of a miracle: every second of the work shows a composer who knew exactly what he wanted and exactly who he was. Remarkable.

And remarkable chamber playing from a spectacular duo.

Daniel Hope, Jeffrey Kahane review
San Francisco Chronicle, 12.02.2011

by Joshua Kosman, Chronicle Music Critic

In a world where classical concert programs spend so much time cycling endlessly through the same familiar repertoire, a program like Thursday’s exciting duo recital by violinist Daniel Hope and pianist Jeffrey Kahane comes as a welcome – and also infuriating – reminder of how much great music audiences are routinely missing.

Appearing in Herbst Theatre under the auspices of San Francisco Performances, the two musicians salted their program with recognized masterpieces by Brahms and César Franck. But the real meat of the evening was in the novelties, a pair of beautiful and dramatic pieces by Erwin Schulhoff and Olivier Messiaen that should by rights be staples of the recital world.

Schulhoff’s brilliant four-movement Violin Sonata No. 2, written in 1927, is buoyant and abrasive and full of surprises, a mixture of Debussyan harmonies and an aggressive rhythmic palette. The slow movement is, of all things, a tender jazz ballad, with the violin intoning a lugubrious and haunting songlike melody that occasionally breaks into double-stops to devastating effect. Hope and Kahane gave it a marvelous performance.

Just as beautiful was Messiaen’s “Theme and Variations,” composed in 1932. The theme itself is a long-breathed, arcing affair whose sweetness runs like an undercurrent through even the most vivacious of the ensuing variations. Brahms’ First Sonata sounded ripe and rich-toned, especially in the slow movement, and the Franck Sonata in A Major moved with assurance from vigorous brilliance to delicacy and back again. The encore was a plangent account of Ravel’s “Kaddish.”

Daniel Hope triumphs in Lucerne, playing and directing the Festival Strings
Neue Luzerner Zeitung, 24.01.2011

by Fritz Schaub

Daniel Hope directed the renowned Lucerne Festival Strings with a performance at the KKL which paid tribute to Yehudi Menuhin and featured works associated with the great violinist, such as Mendelssohn’s D minor Violin Concerto, Bach’s Double Concerto and Arvo Pärt’s “Darf ich?”.

The “Neue Luzerner” Newspaper writes: Hope is one of the most sought-after violinists of today, as comfortable and experienced in the field of baroque music and historical performance as he is versatile and convincing in classical and romantic repertoire. In this concert all sides of his talent could be heard……Hope and the Ensemble delighted the audience with great sensitivity, charm and joyful music making resulting in frenetic standing ovations”.

The full German text of the review is printed as separate review in german “In sprühender Musizierlaune”.

In sprühender Musizierlaune
Neue Luzerner Zeitung, 24.01.2011

von Fritz Schaub

Die Festival Strings boten eine Hommage an Menuhin. Sie zeigte das Orchester und den Geiger Daniel Hope auf ebenbürtigem Niveau.

Im zweiten Konzert der laufenden Saison traten die Festival Strings Lucerne mit dem aus Südafrika stammenden, in England gross gewordenen Geiger Daniel Hope auf, dessen Konterfei in Grossaufnahme seit Monaten von den Plakaten prangte. Er gilt heute als einer der gefragtesten Geiger, so vertraut mit der Alten Musik und der historischen Aufführungspraxis wie erfindungsreich in der Musik der Klassik und der Romantik. Beide Stärken kamen in dem Matineeprogramm, welches die Festival Strings gestern Vormittag im KKL-Konzertsaal boten, zum Ausdruck.

Dass heute das Orchester Barockwerke ganz anders angeht als früher, nämlich artikulierter, geschärfter im Klang, war bei der Wiedergabe der beiden sehr bekannten Doppelkonzerte, des d-Moll-Konzerts von J. S. Bach und des a-Moll-Konzerts von Vivaldi, deutlich zu spüren. Die Festival Strings verzichteten zwar nicht auf das ihnen vertraute Instrumentarium, aber die Verwendung einer Theorbe (in Finalsatz des Vivaldi-Konzerts durch eine Laute ersetzt) zur Verstärkung des Generalbasses war ein äusseres Zeichen dafür, dass die Musiker nicht unberührt sind von der historisch richtigen Spielweise. Und Daniel Hope verwendete bei beiden Werken einen alten Bogen.

Natürliche Autorität
Zum Engländer gesellte sich in den Solopartien mit Daniel Dodds der Konzertmeister des Kammerorchesters. Hope gebärdete sich keineswegs als Starsolist, ja nicht einmal als Dirigent. Es waren die natürliche Autorität und der von ihm ausgehende musikantische Zug, welche das Spiel der Festival Strings zusammenhielten und prägten.

Daniel Dodds stand seinem berühmten Kollegen, was geigerischen Elan, Akzentuierung und Präzision betrifft, kaum nach, einzig, dass sich die angriffige Spielweise, besonders in den beiden deutlich zugespitzten, auch klangliche Reibungen nicht scheuenden Finalsätzen in einer übertriebenen Gestik breitmachte und bisweilen ins Markige umschlug. Es war nicht zu überhören, dass Hopes Geige auch in extremen Schärfungen weicher klang als jene des Luzerners.

Das Konzert war als Hommage an Yehudi Menuhin gedacht, mit dem Hope jahrelang eng zusammenarbeitete und der auch in der Geschichte der Festival Strings eine bedeutende Rolle spielte. Bei den Werken von Mendelssohn und Arno Pärt ergab sich sogar ein direkter Bezug zu dem legendären Geiger. Arno Pärts «Darf ich …» (1995/99) für Violine solo, Röhrenglocke in Cis und Streicher ist ihm gewidmet. Das Werk ist in seinem Habitus eher traditionell geschrieben und klingt mit seinem meditativen Charakter äusserst angenehm im Ohr.

Bei Mendelssohn im Element
Den eigentlichen Schwerpunkt bildeten zwei geniale Werke des frühreifen Felix Mendelssohn Bartholdy, die auch zu Menuhins bevorzugten Stücken gehörten, das d-Moll-Violinkonzert des 13-jährigen (das Menuhin mit entdeckte) und das Oktett für vier Violinen, zwei Violen und zwei Violoncelli des 16-jährigen Mendelssohn.

In beiden zeigten sich die Festival Strings und Daniel Hope von ihrer besten Seite und begeisterten das Publikum durch hohe Empfindsamkeit, Charme und Musizierfreude derart, dass sich dieses zu  Standing Ovations erhob.

So klingt das All von Marc Chagall – Daniel Hope im Bucerius Kunst Forum
Die Welt, 12.01.2011

Autor: Peter Krause

In seinen Bildern singen die Farben. Da versteht sich selbst ein sonst nur krähender Hahn aufs Geigen, und eine Kuh muht nicht, sie musiziert. Marc Chagall liebte die Musik und bannte die flüchtige Zeitkunst auf die Leinwand, schenkte ihr jene Augenblicke von Ewigkeit, nach der Geiger und Pianisten sich im Konzert sehr sehnen. Wie die Pendeluhr aus dem Wohnzimmer seiner Eltern sich einem Leitmotiv gleich durch seine Bilder zieht, so sind Chagalls Meisterwerke immer Studien von Zeit und Raum zugleich. Sah sich der russische Kosmopolit als “zwischen Himmel und Erde geboren”, überwand der malende Komponist auch die Begrenzungen der Einzelkünste auf tief träumerische Weise.

Er wäre ja so gern Dichter oder Musiker geworden, am liebsten wohl ein Geiger. Irgendwie ist der Maler, dem die Musik ein Geschenk des Himmels war, dann ja alles geworden: ein universaler Künstler, von der Idee eines den ganzen Kosmos durchdringenden Glücks genauso erfüllt wie von der nicht minder umfassenden Erfahrung des Leidens in der Welt berührt: So zieht sich auch der gekreuzigte, bei ihm dezidiert jüdische Christus durch seine Bilder, die noch bis zum 16. Januar im Bucerius Kunst Forum zu sehen sind. Im Duo-Abend von Daniel Hope und Sebastian Knauer waren am Montag ebenda Chagalls “gemalte Klänge” nachzuhören. Vor dem Konzert ließen sich die Bilder bestaunen, hernach in jener Musik wiederentdecken, die Chagall bewegte: Allen voran Bach und Mozart, aber auch die komponierenden Kollegen der 20er-Jahre, die er während seines ersten Aufenthaltes in Paris zum Teil persönlich kennenlernte.

Stargeiger Hope und Pianist Knauer vermochten es als leidenschaftliche Vermittler ihrer Kunst, die Musik in ihren Beziehungen ganz neu zu beleuchten. Das Largo aus Bachs “Sonate für Violine und Klavier c-Moll” mit seinen motivischen Verweisen auf die Altarie “Erbarme Dich” weiteten die beiden Überzeugungskünstler zum Klangsymbol jüdischer Passion. Mozarts “Sonate für Violine und Klavier G-Dur KV 379″ hingegen verströmte jene kontemplative Freude, von der nur ein Mensch singen kann, der die Schattenseiten des Lebens abgeschritten hat. Von denen wusste Daniel Hope in seiner zu Herzen gehenden Interpretation des “Kaddish für Violine und Klavier” von Maurice Ravel zu berichten. Das zentrale Gebet der Juden, das in seiner Bedeutung dem christlichen Vaterunser ähnelt, stattete der Geiger mit seinem satten Vibrato aus, verlieh ihm eine tränenreiche Melancholie.

Die rhythmische Gewitztheit von Strawinskys “Duo concertant” ließ sich dann ebenso auf Chagalls Malerei mit ihrer bildnerischen Synchronisierung des Unzeitgleichen beziehen wie César Francks “Sonate für Klavier und Violine A-Dur”: Die romantischen Vorhalte und tristanesken Harmonien spielten Hope und sein kongenial kraftvoller Kollege Knauer mit so tollkühner Emphase aus, als hätte Chagall sie höchstselbst zu solch flammender Farbkraft inspiriert.



2010


Daniel Hope rounds up an extraordinary 2010 with four spectacular New York concerts
New York Times, 31.12.2010

In a year that began with Daniel Hope performing to and addressing the German parliament in January 2010, December saw his return to New York for performances at Lincoln Center, the People’s Symphony and Carnegie Hall. He was joined by celebrated lute-player Paul O’Dette and a group of superb young musicians from the Chamber Music Society of Lincoln Center for his “AIR” programme of baroque music, a recital with young Israeli pianist Roman Rabinovich, and a performance of the Brahms Double Concerto at Carnegie Hall with cellist Paul Watkins, conducted by Jaime Laredo.

Vivien Schweitzer of the New York Times wrote: “…..Mr. Hope’s bow blurred over his instrument in a feat of impressive virtuosity…… a rendition notable for its rhythmic buoyancy, depth and improvisatory flair. ……. playing with lithe, soulful élan and a cleanly articulated sound. Mr. Hope and his colleagues also brought imaginative panache to their rocking rendition of Vivaldi’s Sonata for Two Violins…..Telemann’s Violin Concerto in A minor (was) given a brooding and fiery performance……..The encore was a lovely performance of Bach’s familiar “Air on the G String.”

Allan Kozinn of the New York Times said of the Carnegie Hall performance: “The violinist Daniel Hope and the cellist Paul Watkins each produced a rich, seductive tone and found a nuanced balance between the virtuosity and warmth that the Brahms Double Concerto demands. The orchestra’s contribution — solid, powerful and sharply articulated — kept the work’s inherent drama fully in focus.”

No Musicians Harmed in Playing This Concert
The New York Times, 13.12.2010

By VIVIEN SCHWEITZER

Life has often been precarious for musicians, and it continues to be so. But at least the financial and psychological battles endured by musicians today tend to be less deadly than those waged by some of their predecessors.

The violinist Daniel Hope — an engaging speaker during a concert of the Chamber Music Society of Lincoln Center at Alice Tully Hall on Friday evening — said that during wars in the Baroque era, trumpeters would be sent first into the fray. The enemy would try to shoot them to knock out their musical signal.

Mr. Hope offered the anecdote while introducing “La Guerra Così Nominata di Sua Maestà” (“War, so Named by His Majesty”), a piece by Johann Paul von Westhoff, a 17th-century German composer and favorite of Louis XIV. Westhoff’s music was featured in a program of Baroque music that explored the roots of the modern violin and featured excerpts from “Air: A Baroque Journey,” Mr. Hope’s recent Deutsche Grammophon CD.

In “La Guerra” Westhoff used bariolage, a fast alternation between static and changing notes. Over the steady beat of a drum, Mr. Hope’s bow blurred over his instrument in a feat of impressive virtuosity. Mr. Hope also played Westhoff’s evocative “Imitation of Bells” and “Imitation of the Lute.” For this he sat beside the lutenist Paul O’Dette and played the strings of his violin like those of a guitar.

Alongside these rarities were staples of the repertory, including Bach’s Concerto for Two Violins in D minor, which opened the program in a rendition notable for its rhythmic buoyancy, depth and improvisatory flair. The violinists who played here — Mr. Hope, Bella Hristova, Kristin Lee and Yura Lee — were excellent throughout the evening, playing with lithe, soulful élan and a cleanly articulated sound.

Mr. Hope and his colleagues also brought imaginative panache to their rocking rendition of Vivaldi’s Sonata for Two Violins in D minor (“La Follia”), which, with a tambourine, sounded like a Baroque jam session in its rowdier moments.

Also on the program were Telemann’s Violin Concerto in A minor, given a brooding and fiery performance, and a little-known work by Nicola Matteis, a set of variations on a repeating, four-measure harmonic pattern.

The mandolin, like the violin, was modernized in the Baroque era, and composers took advantage of its more penetrating sound. Avi Avital, a gifted young performer, was the soloist in Scarlatti’s Mandolin Sonata in D minor. He also performed in a vivacious interpretation of Vivaldi’s Concerto for Violin and Mandolin in A minor.

The program ended on a vivid note with Andrea Falconieri’s Ciaccona for Two Violins and Percussion. The encore was a lovely performance of Bach’s familiar “Air on the G String.”

Brillante Dialoge in souveräner Vitalität
Rheinische Post, 27.11.2010

Von Angela Wilms-Adrians

Kempen Daniel Hope spielt in den bedeutenden Konzertsälen der Welt – und trat bereits mehrfach in Kempen auf. In der Reihe der Klosterkonzerte “Musica antica e viva” begeisterten der britische Violinvirtuose und das Ensemble “l’arte del mondo” in der Paterskirche.

Die Chemie zwischen Solisten und Orchester war kongenial in einer nahezu greifbaren Begeisterung für eine lebendig atmende Musik. Auf dem Programm standen Werke der drei großen Komponisten Mozart, Vivaldi und Bach. Zu Mozarts “Divertimento D-Dur” gelang dem Streichorchester in einer lebendig entfalteten Instrumentierung ein hinreißend schöner Auftakt.

Der künstlerische Leiter und Konzertmeister Werner Ehrhardt strahlte eine sympathische Hingabe aus und riss als erster Geiger seine Mitstreiter zu Höchstleistungen mit.

Die Instrumentalisten begeisterten mit intensiver Spielfreude und packender Dynamik bei selbstverständlich anmutender Sicherheit. Jedes Werk, jeder Satz besaß klangmalerisch ein ganz eigenes Gewand und war zugleich Teil eines Ganzen, das geprägt war von einer leidenschaftlichen, ungemein lebendigen Interpretation. Zu Vivaldis “Konzert für zwei Violinen, Streicher und Basso Continuo a-moll” und Bachs “Konzert für zwei Violinen und Streicher dmoll” stand Geigerin und Ensemblemitglied Andrea Keller dem prominenten Gast als Solistin zur Seite.

Ausdrucksstarkes Spiel

Die international gefragte Violinistin und Konzertmeisterin glänzte im virtuosen und ausdrucksstarken Spiel. Mit dem Stargast entfaltete sie brillante Dialoge in souveräner Vitalität. Daniel Hope schließlich ist ein Magier seines Instruments. Der in jungen Jahren von Yehudi Menuhin entdeckte Virtuose scheint keine Starallüren zu kennen. Die Solovioline Doppelkonzerte waren Begegnungen mit der Solopartnerin. Ebenso nahm der britische Geiger Blickkontakt zu Orchestermitgliedern auf und schien sich dann wieder ganz in sein Spiel zu versenken.

Daniel Hope verbindet das Virtuosentum mit einem intensiv leuchtendem Feuer von großer Strahlkraft. Zu Vivaldis “Sommer” aus den “Vier Jahreszeiten” beendeten Daniel Hope und das Ensemble “l’arte del mondo” in einer reich pulsierenden Interpretation von glühender Intensität das Konzert. Schon vor der Pause hatten die Musiker langen Beifall geerntet. Es war, als hätten die Besucher in der ausverkauften Paterskirche gefürchtet, die Interpreten könnten ansonsten nicht wieder kommen. Das Finale schließlich wurde mit stehenden Ovationen gefeiert, die natürlich auch mit einer Zugabe bedacht wurden.

 

 

Rave reviews for Hope’s Britten Violin Concerto performances in Copenhagen
Tidende Berlingske & Politiken, 20.09.2010

September 2010: Daniel Hope has just given two critically acclaimed performances of Benjamin Britten’s Violin Concerto at the new Copenhagen Concert Hall, with the Danish National Symphony Orchestra and conductor Thomas Dausgaard.

Søren Schauser of the “Tidende Berlingske” newspaper writes:
“Just play, or save the world at the same time? Daniel Hope wants to do both.
The British virtuoso with a clear vision ranks among the hottest names in classical music. Fortunately, the man stops by from time to time – like this week in the Danish Radio Concert Hall.

Fortunately? Yes. Because he produces a sound which is out of this world. His sky high notes float like honey into one’s ears, almost branding themselves there forever……..the air stands still under the sound of Hope’s violin. And, of course, Hope played a Schulhoff-piece as an encore – a composer who died in a Bavarian concentration camp. And for the second time; the air stands still. Brilliantly done……..”

Henrik Friis of the “Politiken” newspaper writes:

”Violin-magician Daniel Hope proved to be exactly the happening, impressively  versatile violinist that his steady stream of successful cd’s from all corners of classical music history have demonstrated. He appeared in Thursday’s concert with a playful yet poetic version of his compatriot Benjamin Britten’s Violin Concerto……..Hope did everything to keep a sense of danger in the material, and the combination of Britten’s surprising ways of reinventing old and worn out formulas, together with Hope’s lively expression, made the piece sound like a classic that you didn’t know you had missed. Few composers –  and few artists like Hope and Dausgaard – can spellbind a whole auditorium with a simple scale …….At the same time they succeeded in making the instruments dance together……..it was profoundly musical.—“

Konzerthaus Berlin
Der Tagesspiegel, 01.06.2010

“…….im Konzerthaus präsentiert Metzmacher mit dem DSO den edlen Solistenwettstreit in der Philharmonie, und – neben Nobuko Imai – heißt seine Trumpfkarte Daniel Hope. Zu dem sonoren Gesang der Bratschistin gesellt der Geiger seinen Zauberton, seine Phrasierungskunst, die auf ein beredtes Decrescendo baut. Ein liebenswürdig-romantischer Manierismus ist dabei und, wo die Musik dafür keinen Raum lässt, eine gewisse Beiläufigkeit.”

Entwaffnend zart
Süddeutsche Zeitung, 16.03.2010

Daniel Hope und das Zürcher Kammerorchester

Ein Solokonzert je von Telemann, Bach, Geminiani, dazu Doppelkonzerte von Bach und Händel und als Abschluss noch den “Sommer” aus den “Vier Jahreszeiten”? Andere Geiger würden damit drei Abende bestreiten. Aber Daniel Hope ist nun mal ein Unermüdlicher, spielt Musik aus allen Epochen, schreibt Bücher, organisiert Festivals und moderiert – wie hier im Prinzregententheater – nebenher noch gerne und charmant.

Wie das alles geht, wird spätestens in Bachs a-moll-Konzert klar: Hope nimmt sich einfach nicht so wichtig. Statt wie üblich die Virtuosität der Ecksätze vorzuzeigen, kaschiert er Passagenwerk geradezu hinter großer Linie; seine Fähigkeit zu blitzschnellem An- und Abschwellen lässt die langsamen Sätze zu den eigentlichen Höhepunkten werden. Hier triumphiert sein zart angestrichener Silberglöckchenklang, der durch Feinstabstufungen in jedem Moment changiert und bewegt bleibt. Kann Hopes höchst eigener Ton in Aufnahmen bisweilen etwas schmal wirken, so schillert er live durchaus aufgeraut und mehrkörnig bis an die Hörbarkeitsgrenze. Dass ihn das Zürcher Kammerorchester am sowieso etwas unruhigen Beginn mit seiner großbesetzten Continuo-Gruppe manchmal verschluckt, scheint da fast Programm.

Als ehemaliger Violinist des Beaux Arts Trio hat Hope das Kammermusikalische verinnerlicht. Auch hier spielt nur ein Primus inter Pares das Bach-Doppelkonzert und kleinere Stücke gemeinsam mit einzelnen Orchestermusikern. Die Zürcher, ohne eigenen Dirigenten, schaffen begeistert Drive und Terrassendynamik, agieren nicht nur in “La Battalia”, dem Schlachtengemälde von Heinrich Ignaz Franz von Biber, fast kämpferisch. Daniel Hope aber im Zentrum entwaffnet damit, dass er sich voller Risiko verletzlich zeigt: langer, stürmischer Beifall. MICHAEL STALLKNECHT
 

Daniel Hope and Friends
The Guardian, January 2010, 21.01.2010

Royal Albert Hall, London

By Guy Dammann, 21st January 2010

Billed as a “ba-rock” concert, this spin-off concert from Daniel Hope’s latest Deutsche Grammophon album brought the trappings of an informal gig – standing only in the Royal Albert Hall’s Elgar Room, chatting, and texting allowed, if not encouraged – to a period performance exploring the history of baroque virtuoso violin technique……..knowing it instead from Handel’s D minor keyboard suite didn’t prevent my appreciating artistry of breathtaking vitality, the violins of Hope and Daniel Deuter not so much passing the melody between them, as taking turns to savour something circling above them. The performers’ faces crumpling under the accumulation of Handel’s expertly intertwined sighs, a tenderness of extraordinary richness took hold of the room.

This was a memorable evening’s music-making…….



2009


Theresienstadt
theartsdesk, 01.10.2009

…One amazing aspect of the Theresienstadt saga is that music banned by the National Socialists was cynically given free reign in the camp. Erwin Schulhoff, here enjoying the passionate advocacy of Daniel Hope, was always going to threaten the emotional pygmies with its Bartokian defiance and decadent hothouse lyricism. Hope gave movements from two of his sonatas and his smouldering G-string ascents were gloriously and dangerously uninhibited…

Edward Seckerson for theartsdesk

The Fiddler on the Shore
The Independent, 14.09.2009

Then it was time, with Daniel Hope as the soloist, for his new violin concerto, subtitled “The Fiddler on the Shore” in homage to Orcadian fiddling, and to the fact that much of his inspiration comes from coastal walks. It opened with flurry of abrupt and emphatic low dissonances, out of which the violin soared with lyrical grace: this was the contrast on which the whole work proved to turn. Time and again, thick orchestral fogs were dispelled by solo excursions that seemed to take place in a well of silence, so cleverly muted was the ambient sound.

Hope’s playing was both expressive and immaculate as he moved between Bartokian peasantmode and Orkney heel-and-toe, before ending on a plaintively interrogative note…

Committed, confident, complete…
The Daily Telegraph, 09.09.2009

This concerto – it’s his second for the violin: there’s a previous one written for Isaac Stern a quarter-century ago – is a substantial and impressive score that does admittedly indulge the odd Scotch snap; and at its cllimax, after fifteen minutes of implied as opposed to explicit melody, the violin does emerge spotlit and solo to play an Orcadian lament to the distant drone of pp double-basses.

But when that happens it’s like a frozen block of time, as haunting and effective as any comparable gesture I can think of in a modern concerto. Neither cheap nor kitsch, and puncturing the expectations of that title.

Cast in a relatively conventional format that hides structural discipline behind the appearance of free-flowing spontaneity, it’s a score whose contours, climaxes and textures have been masterfully organised: it plays like sculpted sound. And though the RPO who played it here in London aren’t as classy an ensemble as the Leipzig Gewandhaus who gave the world premiere in Germany a few weeks ago, there was the same soloist, Daniel Hope, whose performance was nothing short of radiant. Committed, confident, complete…

Menuhin Festival Gstaad
The Daily Telegraph, 21.07.2009

For this commemoration concert the artists were Camerata Salzburg and Daniel Hope, the still-young British violin virtuoso who quite literally grew up in the shadow of Menuhin…Hope spent his teenage years playing concerts under Menuhin’s baton. He played at Menuhin’s funeral. And if anyone can be called a custodian of the legacy, I guess he’s it.

But when it comes to playing, Hope is an entirely different personality. Brilliantly fluent, effortless, unquestionably virtuosic, he tends to fire from the hip…Mendelssohn’s other violin concerto (the very early one for string orchestra that Menuhin rediscovered) (which) showed the quality Hope delivers when he puts his mind to it . And there were some wonderful little gems that Menuhin had commissioned / inspired from unlikely sources like Phillip Glass: a composer I never thought I’d find myself commending, but his Echorus for two violins and string orchestra has real virtue. At 5 minutes it’s the sort of length all Glass’s work should be.

Daniel Hope has a special, probing talent for new music – he’s playing the brand new Maxwell Davies concerto in the Proms on 8 September – but you only have to hear his recordings of the better-known Mendelssohn, the Berg, the Britten to know what he can do with core rep.

To my ear he’s poised on the brink of greatness and a musician we should be making more of here in the UK. That he lives in Hamburg makes him easy to forget as one of our own – which he certainly is…

Charmeur und Genie in einem…
Berner Zeitung, 20.07.2009

Wenn Daniel Hope auf der Konzertbühne spricht, meint er nicht alles bierernst. Ernsthaft begeistert hat der Violinvirtuose jedoch das versammelte Publikum am Menuhin Festival Gstaad in der Kirche Saanen.

Geboren in Südafrika, ein kupferroter Haarschopf und ein charmanter britischer Akzent: Daniel Hope hat die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer auf sicher, noch weit bevor die Saiten seiner Violine anklingen. Und er weiss das auch. „Wir haben das Programm geändert“, vernehmen die Zuhörer in der Dorfkirche Saanen von ihm. Leichte Bestürzung macht sich breit. Schliesslich ist in der Woche zuvor am selben Ort schon eine Starsopranistin ausgefallen. Doch gleich darauf die Entwarnung: „Keine Angst, sie bekommen alles zu hören, was bei Ihnen im Heft steht. Einfach nicht in der gedruckten Reihenfolge“.

Memento mori für Meister

Das Programm an diesem Abend: Eine ausgeklügelte Mischung aus moderner Musik, Felix Mendelssohn und zwei barocken Meisterwerken von Antonio Vivaldi und Johann Sebastian Bach. Gemeinsam war allen Stücken, dass sie entweder für die Violinlegende Yehudi Menuhin komponiert wurden oder dem Meister zeitlebens besonders am Herzen lagen. Ein Erbe, das man heute mit Samthandschuhen anfassen muss? Mitnichten. „Es folgen jetzt ein paar moderne Werke“, moderierte Daniel Hope mit sichtlicher Freude an der Aufmerksamkeit. Und fuhr fort: „Für jene Leute hier, die mit moderner Musik nicht besonders viel anfangen können – die Stücke sind zum Ihrem Glück alle enorm kurz“. Ob soviel Nonchalance mochten einige Liebhaber beleidigt die Nase rümpfen. Als Hope seinen Bogen ansetzte, konnten jedoch auch sie bloss noch verzückt und selig die Bühne fixieren. Besonders das uraufgeführte „Unfinished Journey“- geschrieben vom libanesischen Komponisten Bechara El Khoury- würde als Filmmusik eines wehmütigen Liebesdramas selbst international die Massen begeistern.

Spielfreude, die abstrahlt

So anmassend das klingen mag: Daniel Hope an der Violine erinnert an ein Kind mit seinem Lieblingsspielzeug. Neben der technischen Herausforderung ist ihm die emotionale Komponente mindestens ebenso wichtig. Seine Gestik und Mimik sprechen Bände, wenn er in einem „vivace“-Satz das Leben feiert oder während eines „largo“ sichtlich mitleidet. Dramatische Vorhalte, gewagte Dissonanzen, beinahe derbe Attacken zu Beginn eines „allegro“…an Showeinlagen mangelt es dem Künstler mit dem Ganzkörpereinsatz garantiert nicht. Die Impulse des Orchesters (Camerata Salzburg) nahm Hope jedoch ebenso professionell auf, wie er sich selbst zu inszenieren wusste. Und bewies damit: Noch lieber als sich selbst, sieht er die ungezähmte Musik im Mittelpunkt. Es sei denn, er hat noch einen Witz in petto: „Es gibt ein Stück aus Vivaldis Vier Jahreszeiten, das ist weltbekannt“, kündigte Daniel Hope zu guter Letzt die Zugabe an. „Und genau dieses Stück werden wir Ihnen heute nicht spielen“. Statt Vivaldis Frühling folgte also ein melancholisches „Larghetto“. Die Zuhörer quittierten es mit frenetischem Schlussapplaus.



2008


Hope & the LSO
The Times, 21.12.2008

It was left to Mendelssohn and Daniel Hope to spread universal joy. Equipped with the score’s original version of 1844, slightly shorter and spicier than the norm, Hope pumped life back into the old dear. He surged with urgency, but never trampled; he was tender, but never simpered; when he capered, he was light as air.

Harding and the LSO seemed reborn, too, dappling Hope’s dance with a lightness and a manicured glow in short supply elsewhere. Love Mendelssohn? Certainly.

Romantics Who Said No to Revolutions
New York Times, 20.12.2008

The neglect of Hermann Suter’s Violin Concerto (1924) most likely has to do with his obscurity outside of his native Switzerland: the work, written for the violinist Adolf Busch. Gracious lyricism is the predominant mode. Even the middle movement, meant to evoke a wanderer in a storm, fluctuates between turbulence and mellow repose.

Daniel Hope, a violinist of probing intellect and commanding style, was a persuasive advocate here…his poise and focus never flagged. He brought a winning bravura to the cadenza preceding the gamboling finale.

Hope & “L’arte Del Mondo”
ksta.de, 21.11.2008

Ein wirklich wunderbar klingendes Resultat

Der Violinist Daniel Hope und das Ensemble „L’arte Del Mondo” überzeugen im Forum bei der Präsentation eines Violinkonzertes von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Musikgeschichte schlägt manch seltsame Kapriolen, zum Beispiel wenn Komponisten ihre Skizzen zu einem Werk in einer abgelegenen Schublade vergessen. Dann kann es passieren, dass solche Vorarbeiteverschellen, der autorisierten Endfassung erst Jahrzehnte später einverleibt werden und dort ihr neues Eigenleben fahren. Wie kürzlich, als der Geiger Daniel Hope aus solchen Materialien eine eigene Version des e-Moll-Violinkonzerts von Felix Mendelssohn Bartholdy erstellte, auf Tonträger bannte und im Forum jetzt auch erstmals vor Leverkusener Publikum spielte.

Das neue Werk wird allerdings nur Experten als neu erscheinen, und auch dies nur in Details. Hope hat an die hundert kleine Eingriffe geleistet…über die philologische Notwendigkeit mag man streiten, doch nicht über den Kunst-Ernst von Hope. Und schon gar nicht über das wirklich wunderbar klingende Resultat. Darauf kommt es letzten Endes ja immer zu allererst an.

Daniel Hope spielte aber auch in bestechender Form: virtuos, klangsatt, beseelt. Die e-moll-Emphasen des Kopfsatzes kamen so deutlich zum Tragen wie die betörenden Lyrismen des Andante und die sprudelnde Heiterkeit des Finales. Und die Korrespondenz mit dem Orchester & dem in Leverkusen ansässigen Ensemble „L’arte Del Mondo” funktionierte fabelhaft.

Daniel live in Berlin
klassik.com, 21.10.2008

Daniel Hope bringt Glanz ins Berliner Konzerthaus

Geiger Daniel Hope ist an diesem Morgen der Stargast. Er bringt mit Mozarts G-Dur-Violinkonzert KV 216 nicht nur Bewegung ins Orchester, er sorgt auch für Glanz im Konzerthaus. Wach und intelligent artikuliert er den ersten Satz. Im Adagio schwingt er sich zu betörenden Kantilenen in die Höhe. Hopes Spiel verbinden auf natürliche Weise historische Informiertheit und moderne Klangkultur, fundierte Rhetorik und geschmeidige Emphase. Als Nachschlag gibt es Mozarts Adagio in E-Dur KV 261. Hope ruht in sich, dringt zärtlich ins Ohr der Zuhörer. Das Orchester, lange Zeit etwas matt im Klang, beginnt zaghaft zu blühen…

Daniel Hope, so scheint es, hat das Konzerthausorchester an diesem Morgen wachgeküsst.

Umringt von einer großen Zuschauertraube gibt der sympathische Brite mit irischen und deutschen Wurzeln nach dem Konzert Autogramme. Entspannt und interessiert plaudert er mit seinen Bewunderern. Hope ist ein Star zum Anfassen, ein Interpret, der gerne engen Kontakt zum Publikum hat. Sein medialer Erfolg beruht nicht allein auf musikalischer Größe, sondern auch auf seinen rein menschlichen Qualitäten. Hope verkörpert Gentleman, Kumpeltyp und Wunschschwiegersohn in einer Person. Und er nutzt seinen immer stärker werdenden Einfluss für gute Zwecke. Am 9. November beispielsweise, so ist auf einem Plakat neben dem Signiertisch zu lesen, findet in Berlin ein von Hope initiiertes Benefizkonzert zum Gedenken an die „Reichskristallnacht“ vor 70 Jahren statt – mit Sol Gabetta, Hélène Grimaud, Thomas Quasthoff und vielen anderen hochkarätigen Musikerfreunden des Geigers.

Intense colors amid the ethereal melodies
New York Times, 20.10.2008

Listening to a committed performance of Messiaen’s “Quartet for the End of Time” is such an emotionally shattering experience that the warm and well-fed listener can only imagine the effect it had on the inmates of a German prisoner of war camp who crowded into chilly barracks to hear its premiere in 1941.

Messiaen, who served in the French army during World War II, wrote most of the work (scored for piano, violin, cello and clarinet) after being taken prisoner by the Germans in 1940. Some of its many hauntingly beautiful moments are in the fifth movement, titled “In Praise of the Eternity of Jesus”. On Sunday at the New York Society for Ethical Culture, the cellist Paul Watkins performed that movement’s ethereal melody with delirious intensity over the insistent piano chords played by Gilbert Kalish.

The quartet concluded a Chamber Music Society of Lincoln Center concert.

Mr. Watkins’ dedication was matched by the violinist Daniel Hope and the clarinetist David Shifrin, who played his solo in “Abyss of the Birds” with piercing fervor…

Mr. Hope also gave an impassioned and virtuosic performance of Ravel’s “Tzigane”, his gypsy rhapsodizing spiraling into a frenzied whirl at the work’s conclusion. He was accompanied with panache by the pianist Wu Han.

Hope live in New York
Westfälische Nachrichten, 21.09.2008

Ein Mann wie ein Erdbeben

Daniel Hope hat nun mal einen so proppevollen Terminkalender (gestern stand er in New York auf der Bühne), dass er schon in der Konzertpause wieder fahren musste. Die Dreiviertelstunde davor aber gehört zum Besten, was man je im Bagno gehört hat. Die Sprachlosigkeit der Zuhörer im ausverkauften Saal brach sich schließlich in derart euphorischen Ovationen Bahn, dass der sympathische Weltstar noch vier Zugaben verschenkte, bevor er die Bühne dem Orchester „L’Arte del Mondo“ allein überließ…

Schon in dem Moment, als Hope auf die Bühne trat, war er der Chef, der Richtungweisende, dem es nicht um die Oberfläche spieltechnischer Perfektion geht, sondern um den Blick ins Innere der Musik. Die ihn dann ganz gefangen nimmt, als wäre sie eine Achterbahnfahrt, wo Momente großer Intensität, Schönheit und Zartheit vorbeifliegen, am Ende aber Strahlkraft und Tiefe zeigen.

Daniel Hope interpretiert auch die schwierigsten Passagen ohne protzige Muskelspielereien – ein Weltstar ohne Getue, ein Musiker, dem es scheinbar mühelos gelingt, Vivaldis Dramatik und bisweilen düstere Leidenschaft explodieren zu lassen – um gleich darauf dessen Zartheit in zerbrechlichen Melodiebögen zu zelebrieren. Und dass es am Ende als Zugabe dann doch wieder der „Sommer“ sein musste – geschenkt; der war damals schon ein Hit, als Vivaldi selbst gefeiert wurde wie ein Rockstar.

Daniel Hope, playing Britten’s Violin Concerto
Dagbladet, 20.09.2008

Violin soloist who soars – Daniel Hope is one of the strongest emerging names of new soloists on the music scene. A violinist with viguor and style.

Daniel Hope, playing Britten’s Violin Concerto. This is a work of a young Britten…and Daniel Hope knew how to explore the potential to the last shred. He has an elasticity of phrasing almost from another world, which he combines with a feather-light tone. And he also knows how to play the most breakneck passages without losing one bit of his superb sound-production…yes, Daniel Hope really stood out as a soloist who soared. And Kasushi Ono and the Oslo Philharmonic Orchestra followed suit, with exquisite strokes…Hope also has a sure sense for the musical points. When Britten moves out on thinner ice, Hope follows him even further, stretching his flageolettes so far that it seemed like a miracle that they didn’t falter. At the same time he had the ability to attack with emphasis, when the music allowed him to.

Seldom has Britten been played with a bigger scope, and it is seldom we experience a soloist with such presence.



2007


Second welcome debut
The Boston Globe, 25.07.2007

LENOX — The weekend also brought a second welcome debut with the Boston Symphony Orchestra: that of the young British violinist Daniel Hope, who played Beethoven’s Triple Concerto on Saturday night with his colleagues from the Beaux Arts Trio, and returned on Sunday with Beethoven’s Romance No. 2.

The latter work presents unusual challenges for a soloist — it overflows with gorgeous melody yet it contains not one bar of the pyrotechnics that typically bring a crowd to its feet. But Hope is a complete violinist who does not depend on knuckle-busting display. He possesses a wise, sweet, and mellow tone, and he used his lyrical gifts on Sunday to maximum effect, unspooling long spacious lines and high-cresting phrases. It was playing of uncommon eloquence.

By Jeremy Eichler, Globe Staff

Boldly conquered its challenges
The Sunday Telegraph, 13.05.2007

Elgar formed the centerpiece of the City of Birmingham Symphony’s latest programme, with the Violin Concerto… the Finnish conductor Sakari Oramo is one of those non-British interpreters who, unencumbered by ‘tradition’, finds fresh ways of getting to the heart of Elgar.

This 50-minute concerto, one of the longest in the repertoire, is hugely demanding, and the soloist, Daniel Hope, boldly conquered its challenges. More than that, he unlocked volcanic emotion here. Is there a more passionate piece in all English music? The surging swagger of the opening never remained only that: it soared poetically as the violinist harnessed his big tone and set off boldly along Elgar’s journey of the soul. The finale, with its ethereal, not to say spooky, cadenza, was despatched with a virtuosity that reminded us of how this work treads where no violin concerto had gone before.

Even in Britain, performances of it remain rare, and on this level, they are rarer still.

By John Allison

150th anniversary weekend
The Guardian, 05.05.2007

The City of Birmingham Symphony Orchestra, whose first concert ever was conducted by Edward Elgar, is gearing itself for a major contribution to the composer’s 150th anniversary weekend next month.

But the celebrations are already well under way, and this performance of his violin concerto will surely count as one of the most significant.

Soloist Daniel Hope was a protege of Yehudi Menuhin, whose historic recording of the concerto with Elgar himself was made 75 years ago. If these circumstances conspired to put acute pressure on Hope, he bore it well, bringing a wonderful depth of tone and nobility to the work.

This concerto is most revealing of the composer’s complex character, his melancholy as well as his deeply romantic heart. Hope’s interpretation had a profound intensity of feeling that also honoured Elgar’s affinity for the violin, perhaps his most longstanding love affair.

Hope’s commitment was matched by that of conductor Sakari Oramo, who elicited a silken sound from the CBSO strings, and their common purpose was stirringly realised in the allegro molto finale. After its mercurial opening, they underlined the symphonic nature of Elgar’s concept, which culminated in the extraordinary soul-searching of the accompanied cadenza and brought a redemptive quality to its resolution.

By Rian Evans

Natural virtuosity and an instinctive
The Birmingham Mail, 04.05.2007

TOWARDS the end of Elgar’s violin concerto, when the soloist’s agonisingly beautiful playing was contrasted against the murmur of strummed orchestral strings, time seemed to stand still. Such was the power of this performance.

There was little flamboyance about the playing of soloist Daniel Hope, a protege of Yehudi Menuhin. Instead we heard a seemingly natural virtuosity and an instinctive, intelligent understanding of Elgar’s most personal work.

The orchestra, under the baton of its music director Sakari Oramo, proved his equal, providing the colour and texture for Hope’s playing to shine.

The concerto’s brief, lively conclusion roused us from our reveries, but it was the meandering cadenza immediately before that won Hope thunderous applause.

VERDICT: FIVE STARS

By Paul Fulford



2006


The Britten
musicalamerica.com, 28.09.2006

Here in Berlin we got a partially British program, with Yehudi Menuhin’s brilliant protégé Daniel Hope and Jonathan Nott launching the evening with Benjamin Britten’s 1950 revision of his 1939 Violin Concerto, followed by “The Shadow of Night,“ a kind of tone poem by Sir Harrison Birtwistle.

Daniel Hope gave us a masterful reading of the Britten, which brought him an ovation that demanded an encore – and then came a real surprise, the lyrical slow movement from the solo sonata by Erwin Schulhof, an outsider in more than one sense: a jazz-loving Czech-born Communist so dedicated politically that he became a naturalized Soviet citizen, eventually turned over to the Nazis by the treacherous Stalinists after the infamous Hitler-Stalin pact, imprisoned then in the Theresienstadt concentration camp, who perished in an internment camp back in Germany – a bit of musical esoterica of no substantial consequence, but it did tell us a bit about this fine young violinist’s character.

Hope/MacGregor/Britten Sinfonia, Assembly Rooms/Pavilion, Bath
The Independent, 28.06.2006

The violinist Daniel Hope spent his infancy in Yehudi Menuhin’s house, and East Meets West, his new CD, echoes Menuhin’s collaboration with Ravi Shankar, West Meets East, of four decades ago.

Hope now commissions new works, and rescues undervalued old ones, so it was no surprise to find him doing both at the Bath Festival. With piano accompaniment, he started his first concert, also called “East Meets West”, with the lusty rhythms of De Falla, then moved eastwards via Ravel and Bartok to Takemitsu, before new-minted musical tributes to Menuhin and Shankar with a North Indian ensemble.

With Ravel’s Tzigane as the bridge, the journey made musical sense, and since the violin is integral to classical Indian music, Hope’s centrality throughout was appropriate. When he joined the sitar-player Gaurav Mazumdar and tabla-player Shahbaz Hussain sitting cross-legged on the floor, tossing melodies and rhythms companionably to and fro, the fusion was impressively organic.

Next morning, partnered by the formidable pianist Sebastian Knauer, Hope showed what he could do in conventional recital mode. Schnittke’s first violin sonata burst volcanically into life, Copland’s Nocturne became an exquisite rumination, and Brahms’s third violin sonata emerged shorn of excess sentiment.

But the abiding memory after both concerts is of Hope himself: an almost self-effacing virtuoso, a wonderfully soft, singing tone, razor-sharp harmonics and infinite gradations of pianissimo.

By Michael Church

Daniel Hope at the Bath Festival
The Guardian, 28.06.2006

Daniel Hope is certainly living up to his reputation as a very fine violinist; it seems he is also living up to his name. Promoting global understanding through music can sow seeds of hope, and, in its own way, the East Meets West project embraces exactly that principle.

Inspired by the collaboration of Yehudi Menuhin with the sitar player Ravi Shankar in the 1960s, Hope got together with Shankar’s brilliant pupil Gaurav Mazumdar to reconstruct their mentors’ groundbreaking duets. In this Bath festival concert, the exploration continued with the premieres of two Mazumdar compositions: Homages to Ravi Shankar and Yehudi Menuhin, respectively. In each, the subtle interweaving of sitar and violin – developing significant parts of the raga, and responding to the dynamic tabla of Shahbaz Hussein – was worked into a wonderfully explosive surge of energy.

Hope’s thesis was that travellers through the ages had made just such global connections as Menuhin and Shankar, and that 20th-century composers who consciously absorbed the rhythms and inflections of folk music, such as Ravel, Bartok and De Falla, were similarly tapping into ancient sources. Initially, he balanced his violin, bow and microphone, looking a little awkward, but he grew more persuasive. By the time he had traced the violin’s possible origin to India, it was as if he had puckishly thrown a girdle round the world. His playing was eloquent: Arab-Andalusian melodies, Gypsy styles and his own arrangement of Ravel’s Jewish Kadish felt as old as time, but had a vital freshness and spontaneity, too.

With the ear thus attuned, Mazumdar’s Homages spoke their own magic all the more clearly. The legacy of Menuhin the humanitarian is arguably greater than that of the musician, and the image of Hope playing cross-legged on the floor was a reminder of that.

By Rian Evans

Britain’s Hope
San Francisco Classical Voice, 28.04.2006

Although I suspect the general public is unaware of it, we’re living in a Golden Age of violin virtuosi. After being impressed by the imposing musicianship of the young Sergey Khachatryan last week, I heard English violinist Daniel Hope for the first time on Tuesday in Herbst Theatre, in a performance that was, if anything, more stirring. Hope and his first-rate pianist Sebastian Knauer left nothing behind in a brilliant display of insight and versatility.

As often happens with San Francisco Performances programs, the repertory celebrated variety. Hope’s program opened with Alfred Schnittke’s Sonata No. 1 (1963) and Brahms’ dramatic Sonata No. 3 in D Minor, Op. 108. Following intermission, we heard Messiaen’s early Theme and Variations (1932) and Grieg’s Sonata No. 3 in C Minor, Op. 45. As encores, Hope played the heels off the “Polo“ from Falla’s Seven Popular Spanish Songs and then, as delightful surprise, Copland’s Nocturne for violin and piano, written during his student days in Paris. I’d never heard it — nor heard of it — before this performance…

As long as there are violinists like Hope, there’s hope…

Brahms’ Third is, of course, a major repertory item, easily the most dramatic of his three… I especially admired the way Hope took a meditatively soft approach to the very opening… its woe can be palpable when played as knowingly as it was by Hope.

As a boy, Hope became a protégé of Yehudi Menuhin (the two even performed duos while Hope was in his teens). Some of Menuhin’s intellectual and technical skills were apparent during Hope’s performance, especially beauty of timbre and sturdy intonation. Little wonder that critics are hailing him as England’s finest violinist, even comparing him the late cellist Jacqueline du Pré in terms of talent. Strange, that his local recital debut has taken so long to materialize, especially considering his numerous international awards and his widely praised recordings of the Berg and Britten concertos. Hope belongs among today’s top violinists, right up there with Gil Shaham.

… These two musicians [Hope and Knauer] formed an exceptional partnership.

by Heuwell Tircuit

The programming was considerably more exciting
The San Francisco Chronicle, 28.04.2006

… The programming was considerably more exciting than the run-of-the-mill fare, with rarely heard early works by two 20th century masters, Alfred Schnittke and Olivier Messiaen, nestled among the Romantic standbys. And Hope approached all of it with zesty intelligence… Tuesday’s recital, sponsored by San Francisco Performances, provided its share of rewards — especially in Hope’s repertoire choices and the fearless directness with which he approached them.

Schnittke’s Violin Sonata No. 1… most striking is the finale, a madcap, fractal rewrite of “La Cucaracha“ in which you can hear Schnittke’s corrosive sense of humor coming into full flower. Both performers tackled the piece with gusto. Even more revelatory, though, was Messiaen’s gorgeous “Theme and Variations,“ written at 24 as a wedding gift for the composer’s first wife. The theme is long-breathed and lyrical, and it spools out over tolling piano chords that are reminiscent of the “Quartet for the End of Time.“

Modern pieces upstage the real thing in Mozart program
Los Angeles Times, 13.03.2006

Kahane was fortunate to have the services of the splendid young British violinist Daniel Hope (in his Southern California concert debut), who had consulted with Schnittke in the last years of his life and played the piece from memory with a biting attack and, in the introspective passages, fervent soul.

For the benefit of lucky early birds who attended the preconcert talk, Kahane took further advantage of Hope’s Schnittke connection by accompanying Hope in the original violin-piano version of the Sonata’s Largo movement — which makes the piece’s Shostakovich influence more starkly explicit — and Schnittke’s “Congratulatory Rondo,“ a real Mozart pastiche.

And Hope was not through after the sonata. But instead of essaying one of the five familiar Mozart violin concertos, he and Kahane constructed an imaginary Mozart concerto of sorts by stringing together the Rondo in C, K. 373, the Adagio in E, K. 261, and the Rondo in B flat, K. 269.

It wasn’t exactly a unified sequence — the distinctly different keys of each piece work against that — but the Adagio gave Hope a chance to show off his full, rich vibrato, and the final Rondo was played with incisive rhythm.

By Richard S. Ginell



2005


Voller Sehnsucht und Melancholie
Hamburger Abendblatt, 26.05.2005

Hamburg – Fast hätte man denken können, Daniel Hope befinde sich nicht auf der Bühne der Laeiszhalle, sondern spiele in schwindelerregender Höhe, den Abgrund immer vor Augen. Der Geiger machte aus Brittens Violinkonzert nämlich das, was es ist: reine Bekenntnis-Musik, die erschüttert… Hope interpretierte das technisch enorm schwierige Stück ohne protzige Muskelspielereien. Er legte das frei, was zwischen den Zeilen steht: den Subtext. Verstörend und expressiv.

Voller Sehnsucht und Melancholie geriet der erste Satz. Sarkastisch: das Vivace. Sprachlos: das Finale… Hope bedankte sich für die euphorischen Ovationen mit einer Zugabenversion von Pendereckis Solostück “Cadenza”, die ihm der polnische Komponist auf die Finger geschrieben hat. Schön, wenn Neue Musik so unprätentiös vorgetragen wird, daß sie nicht mehr fremd erscheint.

Atemberaubende technische Demonstration
Hamburger Morgenpost, 25.05.2005

Brittens üppiges Violinkonzert: eine atemberaubende technische Demonstration für Daniel Hope. Und eine ebensolche Leistung der Symphoniker. Den englischen Geiger wird man hoffentlich in Hamburg noch oft hören.



2004


Auf Spurensuche durch die Goldene Stadt
Bonner Rundschau, 27.09.2004

Beethovenfest zu Gast in Bad Honnef: Musikalisch-literarische Reise mit Klaus Maria Brandauer
von Felicitas Zink

BAD HONNEF: Auf literarische und musikalische Spurensuche nach „Bohemia“ begaben sich Klaus Maria Brandauer und ein hochkarätiges Kammerensemble um Daniel Hope im Kursaal von Bad Honnef. Ganz unterschiedliche Texte, Lyrik und Prosa, von bekannten und weniger geläufigen Dichtern und Zeitzeugen aus Böhmen und Mähren kreisten um den Titel „Wohin und zurück…“. Eingebettet waren die sich zu einem facettenreichen Bild ergänzenden Texte in Kammermusik. Dvorák, Schulhoff oder Krása fingen die Stimmung der Texte nicht nur auf oder bereiteten sie vor, ja sie untermalten gelegentlich, ohne als Staffage zu wirken. Dank der geschickten Dramaturgie entstand eine regelrechte Collage aus Wort und Musik.

Zu hören waren beliebte Werke von Antonin Dvorák wie sein Klavierquartett op. 87 sowie die Streich- und Klavierquintette op. 77 und 81 und die Streicherserenade op. 22. Mit Erwin Schulhoffs Duo für Violine und Violoncello, Gideon Kleins Streichtrio und Hans Krásas „Tanec“ waren Komposition drei der bekanntesten Musiksetzer vertreten, die verhaftet und ermordet worden sind.

Brandauer enthüllte das Absurde in Kafkas „Kaiserlichen Botschaften“ vortrefflich, ja durch seine Rezitationen kamen Akzente noch deutlicher zum Vorschein, so dass das Gedruckte begann Gestalt anzunehmen. Persönlich und vertraut brachte er einem das in detaillierten Ortsbeschreibungen schwelgende Pragbild Meyrinks nahe, Brechts kritisches “Lied von der Moldau” oder Skácels politisches Philosophieren über die schönste aller Hymnen.

Darüber hinaus wird die Katastrophe zum Thema. Von Ilse Weber in Theresienstadt in Kinderreime gefasst. Die Erinnerungen von Kafkas Freundin Milena Jesenká über den Einmarsch der deutschen Truppen in Prag standen neben der unvergessenen Rezitation von Ingeborg Bachmanns „Böhmen liegt am Meer“.

Es waren die Zwischentöne, die Übergänge attacca und Brandauers Perfektion, die nichts dem Zufall überließ, mit der er die Neugier an so unterschiedlichen Blickwinkeln schürte. Dazwischen Handfestes: Man denke an seinen Appetit anregenden Vortrag des Originalrezeptes für die berühmten böhmischen Knedliky und das Lob auf das Bier, wie es Karel Sabina in seiner „Verkauften Braut“. aufgeschrieben hat. Das Wasser ist einem im Mund zusammengelaufen.

Texte und Musik gingen Hand in Hand, dank des hervorragenden Ensembles. Neben dem engagiert musizierenden Daniel Hope, den die Bonner bereits in diesem Jahr als Primarius des Beaux Arts Trios im Kammermusiksaal erleben konnten, waren begeisterungsfähige und virtuose Musikerinnen und Musiker, wie Patrick Kiernan (Violine), Philip Dukes (Viola), Josephine Knight (Violoncello), Annika Pigorsch (Kontrabass) und Sebastian Knauer (Klavier) zu hören. Ein reicher Abend.



2003


Concerto Grosso
Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 25.12.2003

Daniel Hope, violinist and conductor in Sunday’s concert is quite rightly regarded as one of the most celebrated musicians of today.  The audience was mesmerized by the young Englishman – under his direction the orchestra played Händel’s D minor Concerto Grosso with temperament and great élan.

Most fascinating here, as in all the other works, was the musical form, the clarity of line – Hope’s knowledge of period performance seemed complete. And also the two more modern works, Vaughan-Williams’ Fantasia on a theme by Thomas Tallis and  Nostalghia for Violin and Strings by Toru Takemitsu were beautifully placed in between the baroque masterpieces. Fitting the cold weather, “Winter“ from Vivaldi’s Four Seasons was performed in a very novel way, Hope reading Vivaldi’s own poems as a staged musical introduction… it was a delight to hear this alert and spontaneous performance. The long, stormy applause provided the evidence.

Dazzled the audience
Süddeutsche Zeitung, 25.11.2003

The young star violinist, Daniel Hope, dazzled the audience with his intelligent, stylistically assured playing, whether in Beethoven, Ravel or Dvorak – superbly refined.

Cultivated eloquence
The New York Times, 25.10.2003

…a large part of this character was set by Mr. Hope, who played with a sweet… tone and a cultivated eloquence that owes something to the violinist Jacques Thibaud.

Every note was perfection
Die Welt, 25.09.2003

Daniel Hope, the outstanding soloist was on top form in his performance of Prokofiev’s Second Concerto. Fiendish octave passages and jumps were dazzlingly executed, every note was perfection… a real treat! Today Hope’s Schnittke recordings belong to the finest in the world. His tone is large, with great beauty in the highest registers – certainly one reason why the world famous Beaux Arts Trio has recruited him!

Most beautiful performances
Le Temps, 25.07.2003

Daniel Hope gave one of the most beautiful performances of the Beethoven Violin Concerto that has ever been heard…



2002


World-class soloist
The Berliner Morgenpost, 25.09.2002

Following Yuri Bashmet two days later, Daniel Hope was the next world-class soloist to grace the Konzerthaus in less than a week.



2001


Concerto Köln
Westdeutsche Zeitung, 25.06.2001

With two further discoveries, the supreme orchestra Concerto Köln opened its new music festival in Kempen. The highlight, however, was the Beethoven Violin Concerto with Daniel Hope, surrounded by the orchestra, all standing. What Hope managed to do with this warhorse was quite simply, unbelievable.

The tension was breathtaking… with his mane of red hair Hope fired on his colleagues during the tutti passages. At the same time his elegance and restraint did this oft maligned work so much good. Then came the sensation: a cadenza combining Beethoven’s own cadenza from his version for piano, with elements of Kreisler, Schnittke, and a host of Beethoven quotations. But all done in a relaxed, and logical way — simply amazing. At high speed Hope danced into the Finale. Never has this last movement been played in such an energetic or à la sicilienne manner. With his use of piano, one feels as if one is in seventh heaven.

Hope, as his name suggests, if the hope for the future of the Violin Elite.

Back to Beethoven
Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 25.05.2001

A breathtaking musical journey: “Back to Beethoven“ was presented on Thursday by Daniel Hope and the pianist Sebastian Knauer, as part of the series “The Next Generation“. The young British violinist has a very large and at the same time, very soft, silky tone. His Gagliano violin both laughs and cries: Hope searches for musical impulses and paints dozens of colours. A stupendous technique completes the picture of this exceptional violinist, for whom Yehudi Menuhin was a mentor.

The German pianist Sebastian Knauer is an equal partner. Constantly listening to Hope, he never once covered the violin, tossing of solo passagework all the more brilliantly. The duo presented Alfred Schnittke’s First Sonata full of colours, Hope using his special vibrato with expertise. A similarly finely-constructed interpretation of Prokofiev’s Second Sonata followed: the most delicate shading in the opening movement, a magnificent Presto, an impressionist Andante and the passionate Finale – brilliant. In Pärt’s “Fratres“ Hope demonstrated one of his passions: pushing the boundaries. For example, the dynamic boundaries; he loves pianissimo. The riveting harmonics were as fragile as glass. No-one dared breathe!

The destination of this musical journey was Beethoven’s Kreutzer Sonata. Here too we heard an organic build-up, elegant singing and a melodic sweetness which was out of this world. A concert, which one could only hope, would never end.



1999


Extraordinary virtuosity
The Sunday Telegraph, 24.02.1999

The young English violinist Daniel Hope is a persuasive advocate…

Hope’s playing here is of extraordinary virtuosity and expressiveness and he gives an intense performance of Takemitsu’s moving Nostalghia.

Young violinist makes his mark
The Times, 24.01.1999

The 24-year-old British violinist Daniel Hope is undoubtedly a rising star in the musical firmament. Indeed, he has already appeared with an impressive roster of partners…

The Schnittke Sonata for Violin and Chamber Orchestra and the same composer’s Concert Grosso No 6 each bring high-voltage virtuoso playing from Hope. Chantal Juillet and Frank Peter Zimmermann have both recorded Weill’s Concerto, but the account by the young Brition is in no way inferior to theirs.

Indeed…Weill’s hard-edged sonorities are rendered more mordant than ever. But Hope also has a sweet tone at his command…



1997


Technically brilliant
Wiener Zeitung, 25.07.1997

It is rare to be able to talk about perfection, but here this word is justly used, technically brilliant. Every phrase was savoured to the full, the finest interpretation, whose magic was inescapable to the listener. The audience honoured this performance with ovations.

The sparkling power
Der Bund, 24.07.1997

Bashmet, the Partner: In Mozart’s Sinfonia Concertante, his singing tone contrasted perfectly with the sparkling power, vitality and musical freshness of the young violinist, Daniel Hope.



1996


Beautiful sound
Die Presse, 25.04.1996

Highlight of the evening: Schnittke’s fascinating Sonata No 1 for Violin and Orchestra, played by Hope with dazzling virtuosity, powerful attack and beautiful sound.

One has to say it
Neue Zürcher Zeitung, 24.04.1996

He encouraged the young soloist, Daniel Hope, gave him the stage and one has to say it the direction of the orchestra. The result was an excellent performance with refined phrasing and an unbelievably beautiful, singing violin tone.



1995


A great star
El Pais, 24.01.1995

The young soloist possesses all the musical qualities needed to become a great star of the violin. In intonation, phrasing, expressive shading and qualitay of sound, Hope shone in his own light.



1994


Prokofiev Violin Concerto
The Strad, 24.05.1994

Hope played a mature and sparkling Prokofiev Violin Concerto. The sound quality was exactly right for the work – a platinum gleam running through the skittish passagework.

Huge applause!
Berliner Morgenpost, 24.02.1994

Daniel Hope had more than just one masterstroke at his disposal, an exceptionally generous, beautiful tone, well articulated and with virtuosity demanding somersaults on the violin to which he brought unparalleled wit. Huge applause!