daniel hope - familienstücke / audiobook (2007)

Familienstücke / Audiobook

Audio CD
Discs: 4 / Box-Set
Label: Deutsche Grammophon (Universal)

Daniel Hope - Familienstücke / Audiobook

Das Buch ist europäische Familiensaga und autobiographisches Dokument zugleich – ein mitreißendes Geschichts- und Geschichtenbuch, eine Suche nach den Wurzeln und nach sich selbst.

Einer der großen Musikvirtuosen unserer Zeit entdeckt die Geschichte seiner deutsch-jüdischen Familie. Und er berichtet über sich selbst - von der Kindheit in London in unmittelbarer Nähe zu seinem "musikalischen Großvater" Yehudi Menuhin, von seinem Werdegang bis hin zu seinen Begegnungen mit herausragenden Künstlern weltweit.

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amazon.de (User; D) / Wanderer zwischen den Welten / 2008

Daniel Hope ist ein Zauberer - ein Zauberer auf seinem Instrument: der Geige.
Als er vor drei Jahren von einer Lektorin ein Angebot bekam, seine Biographie zu schreiben, lehnte er ab. Mit damals 30 Jahren fühlte er sich für seine Memoiren einfach zu jung (obwohl dergleichen heutzutage durchaus von noch jüngeren Vertretern der Medienwelt exerziert wird).

Warum jetzt doch - mit 33?

Weil es kurz nach diesem Auftritt ein einschneidendes Erlebnis in seinem Leben gab, das ihn veranlasste, eine Recherche nach seinen familiären Wurzeln zu beginnen.

Und so ist „Familienstücke - eine Spurensuche" auch keine Biografie seines „erfüllten, schaffensreichen Lebens", sondern, wie der Untertitel es vermuten lässt, eine Suche nach der Matrix seiner Herkunft (er hat irisches, deutsches, südafrikanisches und auch jüdisches Blut in seinen Adern fließen, er ist in England aufgewachsen, hat eine deutsche Frau, deren Sprache er exzellent beherrscht und wohnt in Amsterdam).

Dieses einschneidende Erlebnis bezog sich übrigens auf eine Villa in Berlin-Dahlem. Dort lebten einst Daniel Hopes Urgroßeltern mütterlichseits, bis sie 1935 als Juden von den Nazis in die Emigration gezwungen wurden. Der Geiger wollte dieses Haus nach einer Konzertreise besuchen. Doch der Abstecher in den Südwesten von Berlin sollte alles andere als harmonisch enden. Als er das Gebäude fotografierte, wurden ihm von einer Bewohnerin die Worte: „Verschwinden Sie!" entgegen geschleudert. Sie saßen fortan wie ein Stachel in seiner Seele und gaben den endgültige Anlass, zu den Wurzeln seiner Familie vorzudringen, deren deutscher Zweig sich stets in Schweigen gehüllt hatte, wenn es um Fragen nach ihrer Vergangenheit ging.

Hope recherchiert intensiv und fördert nach und nach die Geschichte der einstmals sehr erfolgreichen Familien Klein und Valentin zu Tage, die so lange geheimnisvoll verworren im Verborgenen lag. Jetzt kennt er die Geschichte der Villa und „seiner Geister, die er wachrief."

An dieser Suche nach seinen Ahnen, an deren Berg- und Talfahrt, die auch ein Stück, ja fast eine Obsession eigener Identitätssuche war, lässt er sein Publikum partizipieren. Und so erfährt der Hörer natürlich auch seinen Werdegang: sein virtuoses Leben mit der Geige, an der Seite des großartigen Yehudi Menuhin, dessen Sekretärin und spätere Managerin seine Mutter war.

Schweigen konnte Daniel Hope noch nie. „Vielleicht bin ich auch deshalb Musiker geworden", sinniert der sympathische Geiger." „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist', das ist ein Satz von Victor Hugo, der mir immer gefallen hat und so klingen die Stücke meiner Familie."

Dies sind die letzten Worte von Hanns Zischler, der dieses großartige Hörbuch einfühlsam und überzeugend spricht und dessen Gespür für den richtigen Ton und Rhythmus unmittelbar an Hopes eigenen Puls anschließt, bevor er Daniel Hope selbst zu Wort kommen lässt: zuerst auf seiner Geige mit dem wundervollen Stück „Kaddish" von Maurice Ravel, das dem Hörer auf Grund der Schönheit des virtuosen Spiels die Tränen in die Augen treibt und dann persönlich, denn Daniel Hope liest die letzten drei Kapitel seines Hörbuches (neben den ersten beiden) selbst.

Das Hörbuch enthält viele klanglich hochwertige musikalische Passagen u. a. von Benjamin Britten, Alfred Schnittke, Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn oder auch Maurice Ravel, gespielt natürlich vom Künstler selbst.