daniel hope - familienstücke (2008)

Familienstücke

Hardcover edition: 319 pages
Publisher: Rowohlt, Reinbek
Language:
Only available in German
ISBN: 978-3-498-06391-7

Daniel Hope - Familienstücke

Das Buch ist europäische Familiensaga und autobiographisches Dokument zugleich – ein mitreißendes Geschichts- und Geschichtenbuch, eine Suche nach den Wurzeln und nach sich selbst.

Einer der großen Musikvirtuosen unserer Zeit entdeckt die Geschichte seiner deutsch-jüdischen Familie. Und er berichtet über sich selbst - von der Kindheit in London in unmittelbarer Nähe zu seinem "musikalischen Großvater" Yehudi Menuhin, von seinem Werdegang bis hin zu seinen Begegnungen mit herausragenden Künstlern weltweit.

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amazon.de (User; D) / Hoffnung für ein neues Jahrhundert / 2008

Das Buch ist eine phänomenale Reise in die zwei letzten vergangenen Jahrhunderte und bietet einen hoffnungsvolleren Ausblick auf das begonnene!

Denn Daniel Hope verknüpft seine ganz persönliche Familiengeschichte vor allem mit der Geschichte im 20. Jahrhundert und schafft es hierbei, zahlreiche Parallelen aufzuzeigen und darzustellen, wie Zufälle das Leben verändern und prägen können.

Wer den Geigen-Virtuosen Daniel Hope sieht und hört, wird kaum direkt darauf stossen, dass das Leben seiner Familie sehr geprägt ist von Südafrika und Deutschland sowie von Irland und Großbritannien sowie vom jüdischen und christlichen Glauben.

Daniel Hope hat hier seine vielfältigen und weitreichenden Recherchen zusammengetragen und versteht es, mal etwas ausschweifender, mal ganz gezielter, Details des Familienlebens darzulegen und mit (welt-) politischen Entwicklungen in Zusammenhang zu bringen.

Man wird fasziniert sein von den Menschen, mit denen Mitglieder aus Hope's Familie in Kontakt getreten waren: ob nun der Vater von Walter Rathenau mit einem Vorfahren von Hope eine Amerikareise gemacht und eine Fabrik zusammen geführt hat, ein Vorfahr in Südafrika ein Hotel betrieb und mit führenden Politikern in Kontakt war oder der Großonkel im Nazi-Deutschland eine führende Rolle hatte und die Großtante mit Martin Niemöller befreundet war oder schließlich Daniels Mutter bei Yehudi Menuhin eine Anstellung fand...immer wieder finden sich hier Verknüpfungen, die einen erstaunen lassen, wie all das in einem großen Netzwerk zur Vorgeschichte von Daniel Hope gehört.

Die Lebensgeschichte der Familie Hope ist gut dargestellt worden mit einer Vielzahl an Quellen aus Archiven und Büchern, die ausführlich zitiert werden. Ein Quellenverzeichnis befindet sich ebenso in dem Band wie auch ein sehr detailliertes Personenregister, das eine hervorragende Dienstleistung für die Leserschaft ist. Eine Discographie und ein Bildnachweisverzeichnis vervollständigen das Buch.

Die 24 Seiten gut kommentiertes Fotomaterial machen diesen schön gestalteten Band zusätzlich zu einer an- und aufregenden Zeitreise. So ist das Buch fast schon eine noch auszubauende Vorlage für eine Familiensaga, die reichlich Stoff für eine TV-Serie böte.

Berliner Morgenpost (D) / November 2007

Daniel Hope (33) ist kein Dichter. Er ist ein sich in den Weltruhm hinaufspielender Geiger. Er hat es geschafft. Er konzertiert höchst erfolgreich rund um den Erdball... Das liest sich ganz deutlich, höchst anschaulich und heiter aus einem Buch „Familienstücke“ heraus, „einer Spurensuche“, die er jetzt im Rowohlt Verlag auf 320 Seiten veröffentlicht hat. Sie hat ihn nach Irland und Südafrika, nach Deutschland, England und Amerika geführt. Ein ungeheures Geflecht von Schicksalsschlägen und Begnadung, Einwanderungen und Auswanderungen, von Risikolust, Mut und Unbeugsamkeit.

Hope erweist sich bei der Schilderung des Familiengeschehens als glanzvoller, zuhöchst beteiligender und beteiligter Strippenzieher.

von Klaus Geitel

Die Welt am Sonntag (D) / October 2007

Daniel Hope ist in Klassikkreisen als einer der interessantesten Geiger unserer Tage bekannt. Mit "Familienstücke" hat er ein erstaunliches Buch vorgelegt, das eine Spurensuche nach seinen Wurzeln ist: vom Geburtsland Südafrika über England bis nach Deutschland, wo Hopes Urgroßeltern lebten und von den Nazis vertrieben wurden.

Von Friedrich Pohl

FAZ Sonntagszeitung (D) / October 2007

Daniel Hope ist 33 Jahre alt, und das ist eigentlich zu wenig gelebtes Leben, um eine Biographie zu schreiben. Selbst wenn man als Wundergeiger gilt und im Hause eines Zaubergeigers aufwuchs. Beides ist bei Hope der Fall... Zusammengetragen hat Hope er eine weitläufige und schillernde Familiengeschichte...

Süddeutsche Zeitung (D) / October 2007

Ein Geiger meistert seine virtuosen Musikstücke und wagt sich ans noch schwerere Fach der „Familienstücke“. Er folgt nicht nur den Noten der Komponisten, sondern mit derselben brennenden Intensität den Spuren seines Lebens, der Herkunft. Erforscht wird von Daniel Hope die Genealogie seiner Existenz, die Geschicke aller irisch-britisch-jüdisch-deutschen Vorfahren. Und er muss darüber ein Buch schreiben, auf deutsch, das durch den nüchtern-aufrichtigen Tonfall herausfällt aus der Gattung üblicher Künstlerselbstbespiegelung. Er will wissen, „wo ich herkomme, wer ich bin“. Solche Fragen können sich nicht viele Virtuosen im Musikgeschäft erlauben, bisher kamen die Beispiele ernstgemeinter Existenzerkundung höchstens von Musikern wie Gidon Kremer, Daniel Barenboim, Isaac Stern oder Michael Gielen. Und von Yehudi Menuhin...

Diese Familiensaga reicht von der eigenen Sippe bis zur Großfamilie der Künstlerfreunde, Kollegen, Komponisten, und sie ist angesiedelt zwischen all den musikalischen Meisterwerken, die Daniel Hope spielt und teilweise beschreibt. So ergibt sich nebenbei ein sehr persönlich gefärbtes Bild der Musik im Gang der Zeiten.

von Wolfgang Schreiber

Die Zeit (D) / Weltgeiger mit Wurzeln / October 2007

Die Mendelssohn-Episode ist nicht die einzige faszinierende Geschichte, der Hope in seinem Buch „Familienstücke, Eine Spurensuche“ nachgeht. Liebevoll beschreibt er sein Verhältnis zu Yehudi Menuhin, das sich anbahnt, als Hopes Mutter bei dem weltberühmten Violinisten in Highgate Village im Londoner Norden Arbeit als Sekretärin findet... Hope ist es gleichwohl weniger daran gelegen, eine frühe Autobiografie abzuliefern. Hauptsächlich rekapituliert er die verwickelte Historie seiner Familie, ausgehend von einem Satz, der ihm von seinen Urgroßeltern, den Juden Margarete und Wilhelm Valentin, überliefert worden ist. Er hört sich fast an wie Tania Blixens Beginn von Out of Africa in einer großbürgerlichen deutschen Variante: »Wir hatten einst diese Villa in Dahlem.« Die Valentins wurden 1935 zum Verkauf und zur Emigration genötigt. Sie zogen nach Südafrika. Jahrzehnte später sucht Hope das Haus in Berlin auf und entdeckt, dass in den Mauern von 1936 bis 1939 die Jüdische Waldschule Kaliski untergebracht war. Später zieht das Reichsaußenamt unter Joachim Ribbentrop ein - heute dient es dem Deutschen Archäologischen Institut.

Hope beginnt nun selber zu graben, Wurzeln freizulegen. Er fühlt sich heute als Brite, obwohl er (aufgrund der irischen Vorfahren väterlicherseits) einen Pass der Inselrepublik hat. Im Übrigen ist er katholisch getauft, aber protestantisch konfirmiert worden und hat schließlich eine deutsche Frau geheiratet. Wenn er also gefragt wird, wer er sei, wäre es das Beste für Daniel Hope, er bezeichnete sich als Weltgeiger, der er ist...

Focus (D) / October 2007

Der gefeierte Geiger aus Südafrika mit irischen und deutschen Ahnen hat die dramatische Saga seiner Vorfahren im Buch „Familienstücke“ (Rowohlt) in eine exemplarische Auswanderergeschichte des 20. Jahrhunderts verwandelt.

Virtuos!